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VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik

 

 

06.03.2018
Terahertzsysteme
 

VDI/VDE 5590 Blatt 1 klärt grundlegende Begriffe der Terahertz-Technologie

Terahertzsysteme werden in Mess- und Analysesystemen eingesetzt. (Bild: Thomas Ernsting/LAIF)

Terahertzsysteme werden in Mess- und Analysesystemen eingesetzt. (Bild: Thomas Ernsting/LAIF)

Pünktlich zum Terahertz-Workshop am 20.03. und 21.03.2018 in Kaiserslautern wurde die erste technische Regel für Terahertz-Systeme als zweisprachige VDI/VDE-Richtlinie veröffentlicht. Begriffe und Methoden aus den Laboren dieser jungen Technologie gelangen in Produktspezifikationen und sind daher nicht einheitlich. Anwender können daher die Möglichkeiten, Grenzen und Rahmenbedingungen für die Nutzung nicht richtig bewerten. Die Richtlinie VDI/VDE 5590 Blatt 1 sorgt für klare Begriffe bei Terahertzsystemen.

 

Der Frequenzbereich der Terahertz-Wellen liegt im elektromagnetischen Spektrum zwischen den Mikrowellen und der Infrarotstrahlung. Ein Terahertz (THz) entspricht einer Frequenz von 1012 Hz. Der Begriff "Terahertz" hat sich erst Ende des letzten Jahrtausends etabliert. Vorher wurden in diesem Frequenzbereich die Synonyme "Sub-Millimeter" und "Fern-Infrarot" verwendet. Außerhalb der Wissenschaft ist dieser Wellenlängenbereich lange Zeit kaum genutzt worden, da die Verfahren zur Erzeugung und Detektion von Terahertz-Wellen einfach zu aufwendig waren. Durch die Entwicklungen der Laser- und der Mikrowellentechnik konnte die Terahertz-Technologie eine rasant fortschreitende Entwicklung vom Labor in die Anwendung vollziehen. Als vorteilhaft wird insbesondere betrachtet, dass die Terahertz-Wellen im Gegensatz zur Infrarotstrahlung dielektrische Materie durchdringen und im Vergleich zur Mikrowelle eine bessere Ortsauflösung ermöglichen. Zusätzlich weisen viele Moleküle spektrale Fingerabdrücke in diesem Spektralbereich auf. Und der Frequenzbereich ist so breit, dass drahtlose Kommunikation mit zuvor unerreichten Datenraten möglich scheint. Als dieses Gebiet in den Fokus des Interesses rückte, wurden zuvor ungeahnte industrielle Anwendungen möglich.

 

Die nun veröffentlichte Richtlinie VDI/VDE 5590 Blatt 1 definiert Begriffe, die für den Einsatz und Vergleichbarkeit von Terahertzsystemen benötigt werden. Sie regelt eine einheitliche Ausdrucksweise. Weitere Blätter der Richtlinienreihe VDI/VDE 5590 sind in Vorbereitung. Im Mittelpunkt der Richtlinienreihe VDI/VDE 5590 werden systemische und anwendungstechnische Aspekte stehen. Sie dient damit der Verständigung zwischen Herstellern und Anwendern von Terahertzsystemen und –komponenten. Die Richtlinienreihe wird die Vergleichbarkeit von Mess- und Prüfergebnissen verbessern und so einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung leisten.  

 

Herausgeber der Richtlinie VDI/VDE 5590 Blatt 1 "Terahertzsysteme; Begriffe" ist die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA). Die Richtlinie ist im März 2018 als Weißdruck erschienen und ersetzt den Entwurf von Dezember 2016. Sie kann ab sofort zum Preis von EUR 63,90 beim Beuth Verlag in Berlin unter +49 30 2601-2260 bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.beuth.de möglich. VDI-Mitglieder erhalten 10 % Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

 

Ihr Ansprechpartner im VDI:
Dr.-Ing. Erik Marquardt
VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik
Telefon: +49 211 6214-373
Telefax: +49 211 6214 97373
E-Mail: marquardt@vdi.de