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Fachbereich 6: Engineering und Betrieb automatisierter Anlagen

Fachausschuss 6.12 - Durchgängiges Engineering von Leitsystemen

Bisherige Arbeiten

 

Seit seiner Gründung im Juli 2001 hat der Fachausschuss untersucht, welche Auswirkungen der Informations-Technologie-Wandel, der zu offenen und durchgängig vernetzten Systemen führt, auf den Engineering-Workflow hat.

 

In den Jahren 2004 und 2005 hat der Fachausschuss mit dem NAMUR-Arbeitskreis 1.3 "CAE-Werkzeuge" zusammengearbeitet und sich auf die Engineering-Methoden, -Abläufe und -Werkzeuge der Prozessindustrie fokussiert. Unter dem Gesichtspunkt einer gewerkeübergreifenden Nutzung von CAE-Tools standen zunächst Identifizierung und Analyse betriebswirtschaftlich kritischer Engineering-Teilaufgaben im Vordergrund; dies sowohl aus Planungs- als auch aus Betreibersicht. Aufbauend auf eine Workflow-Modellierung des Engineerings wurden für bestimmte neuralgische Punkte im Engineering Lösungsvorschläge erarbeitet. Beispielhaft sind hier die Übergabe von Ergebnissen der verfahrenstechnischen und mechanischen Planung an die PLT-Planung oder auch das Zusammenspiel von PLT-Hardware-Planung an die Leitsystemkonfigurierung zu nennen.

 

In den folgenden Jahren fokussierten sich die Arbeiten in der Erstellung der Richtlinienreihe VDI/VDE  3695 „Evaluieren und optimieren des Engineerings“ mit fünf Blättern. Die Richtlinienreihe dient dazu, Engineering-Organisationen (EO) bezogen auf ihr technisches, organisatorisches und wirtschaftliches Umfeld zu unterstützen. Auf Basis einer Einordnung innerhalb eines Kriterienkatalogs können Maßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung der EO identifiziert und ausgewählt werden. Die Richtlinienreihe:

  • gibt Hilfestellung, den Istzustand der eigenen Organisation einzuschätzen,

  • gibt Hinweise, welche Zielzustände unter den gegebenen Randbedingungen dieser Organisation erstrebenswert sein können,

  • zeigt Wege geeigneter oder erforderlicher Maßnahmen zu den angestrebten Zielzuständen auf,

  • verdeutlicht, welche kausalen Abhängigkeiten zwischen Maßnahmen und den dafür notwendigen Voraussetzungen besteht, damit diese Maßnahmen greifen können und

  • zeigt, welche Kosten, Risiken und Chancen mit der Einführung einer Maßnahme verbunden sind.

 

Im Jahr 2012 wurde die Richtlinie VDI/VDE  3694 „Lastenheft/Pflichtenheft für den Einsatz von Automatisierungssystemen“ überarbeitet und  2014 als Weißdruck veröffentlicht. In dieser Richtlinie sind wesentliche Gesichtspunkte, die bei der Planung, der Realisierung und dem Betrieb von Automatisierungssystemen von Bedeutung sein können, in Form eines Gliederungsvorschlages für Lasten- und Pflichtenhefte zusammengestellt. Die inhaltliche und zeitliche Abgrenzung von Lasten- und Pflichtenheften werden festgelegt. Der Gliederungsvorschlag ist als Rahmen für das Inhaltsverzeichnis zu betrachten.

 

Eine industriell wichtige Herausforderung ist die Modellierung und die Beschreibung technischer Prozesse im gesamten Lebenslauf technischer Systeme. Durch die Weiterentwicklung der Informationstechnik wurde es erforderlich, die Richtlinie VDI/VDE 3682 „Formalisierte Prozessbeschreibungen“ zu überarbeiten. Die Aktualisierung fand im Jahr 2013 statt. Der Fachausschuss hat die Richtlinienreihe VDI/VDE 3682 „Formalisierte Prozessbeschreibung“ mit zwei Blättern erarbeitet und 2015 als Weißdruck veröffentlicht.

 

In den Jahren 2014 bis 2015 erarbeitete der Fachausschuss den VDI/VDE Statusreport „Durchgängiges Engineering in Industrie 4.0-Wertschöpfungsketten“, der im Januar 2016 unter anderem auch in der Online-Bibliothek der Plattform Industrie 4.0 als Arbeitsergebnis veröffentlicht wurde. Der Statusreport richtet sich an Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen durchgängig, das heißt, ohne Behinderung an den Schnittstellen zwischen den einzelnen wertschöpfenden Tätigkeiten gestalten möchten, hin zu organisationsübergreifenden Wertschöpfungsprozessen. Das durchgängige Engineering als eines der drei Charakteristika von Industrie 4.0 ist essenziell für die Umsetzung des Zukunftsprojekts Industrie 4.0. Nur mit einem durchgängigen Informationsfluss zwischen wertschöpfenden Prozessen kann Industrie 4.0 ungesetzt werden. Anhand von sechs Beispielen aus der Industrie wird gezeigt, wie Unternehmen von durchgängigem Engineering profitieren.

 

Die von der Plattform Industrie 4.0 erarbeiteten Anwendungsszenarien zeigen auf, wo die zentralen Herausforderungen bezüglich Standards, Forschung, IT-Sicherheit, rechtlichen Rahmen und Arbeitsgestaltung liegen. In den neun dargestellten Anwendungsszenarien wird auf das „Production System Lifecycle Management“ nur partiell eingegangen. Der Fachausschuss hat daher ein weiteres Anwendungsszenario „Durchgängiges und dynamisches Engineering von Anlagen“ erarbeitet und im VDI/VDE Statusreport „Anwendungsszenario DDA – Durchgängiges und dynamisches Engineering von Anlagen“ im November 2016 veröffentlicht.

 

 

Aktuelle Arbeiten

Da die Richtlinienreihe VDI/VDE  3695 „Evaluieren und optimieren des Engineerings“ überwiegend im Jahr 2010 erarbeitet wurde, wird derzeit der Überarbeitungsbedarf aufgrund der fortschreitenden Digitalisierungs- bzw. Industrie 4.0-Prozesse im Fachausschuss ermittelt. Mögliche Ziele der Überarbeitung sind die Aktualisierung und die Ergänzung aufgrund anderer möglicher Formen der Zusammenarbeit und des Datenaustausches. Hier kann beispielsweise das „agile Vorgehen“ genannt werden. Bei der Überarbeitung werden die bereits vom Fachausschuss erstellten VDI/VDE Statusreporte herangezogen.


Weitere Experten für das Engineering automatisierter Anlagen sind herzlich zur Mitarbeit daran eingeladen. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse.


Leitung des Fachausschusses

Vorsitzender:
Prof. Dr.-Ing. Alexander Fay, Hamburg

 

 

Ergebnisse der Arbeiten