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VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL)

CES-Förderpreis des VDI

Die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik verleiht jährlich den durch die Carl-Eduard-Schulte GmbH, Velbert gestifteten CES-Förderpreis des VDI an Absolventen/innen Technischer Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland für ausgezeichnete und wegweisende Diplom- und Masterarbeiten auf dem Gebiet der Produktionstechnik.

Ausschreibung CES-Förderpreis

 

Hier finden Sie die Ausschreibung und alle Informationen zur Bewerbung.

Die eingereichten und den Kriterien der Vergaberichtlinien genügenden Arbeiten werden von der Geschäftsstelle der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) und dem Beirat der Carl-Eduard-Schulte-Stiftung, der gleichzeitig als Jury fungiert und über die Vergabe der Stiftungspreise und deren Höhe entscheidet, übergeben. Die Zusammensetzung und Aufgabe des Stiftungsbeirates sowie die Festlegung der Beschlussfähigkeit entsprechen den Satzungen der CARL-EDUARD-SCHULTE-Stiftung.

 

Liste der Preisträger 1991 bis heute

2017 zwei Preisträger ausgewählt

 

Der VEREIN DEUTSCHER INGENIEURE e.V. verleiht durch die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) den CES-FÖRDERPREIS DES VDI an Absolventen/innen Technischer Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland für ausgezeichnete und wegweisende Diplom- oder Masterarbeiten auf dem Gebiet der Produktionstechnik. 

 

In 2017 hat die Jury aus den eingereichten Arbeiten zwei Preisträger ausgewählt, die eine hervorragende Masterarbeit geschrieben haben:

Christian Ralf Jähnert (M.Sc.)

(Bild: Christian Ralf Jähnert (M.Sc.))
Christian Ralf Jähnert (M.Sc.)

Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Prof. Dr.-lng. Jörg Franke

 

"Konzeption und Evaluation eines flexiblen, cyber-physischen Fertigungssystems in der mehrstufigen Elektronikproduktion". In der Arbeit von Christian Jähnert (M.Sc.) wird anhand eines konkreten industriellen Beispiels beschrieben, wie eine mehrstufige Elektronikproduktion bezüglich einer flexiblen, cyber-physischen Vernetzung zu konzeptionieren ist und ein wirtschaftliches Fertigungsnetzwerk auszulegen ist.  Im heutigen Produktionsumfeld besteht der Trend, dass sich autonome und intelligente Objekte selbstständig miteinander vernetzen und in Echtzeit kommunizieren. Dies ermöglicht, dass vor allem die intralogistischen Wertströme mit Hilfe von cyber-physischen Transportentitäten effizienter, flexibler und ressourcenschonender gestaltet werden können.


Das Konzept wird im Rahmen einer ereignisdiskreten Simulation mit den etablierten Ansätzen der Fertigungsorganisation einer Elektronikproduktion gebench-markt. In der Arbeit wird ein allgemeingültiger Ansatz für hochflexible Fertigungssysteme vorgestellt, der die Simulation von autonomen, cyber-physischen Transporteinheiten in der Intralogistik, insbesondere zum Ersatz der etablierten starren Verkettung, ermöglicht. Zudem wird das Konzept in die Simulationsumgebung Plant Simulation übertragen und anhand eines konkreten Praxisbeispiels validiert.


Die Arbeit adressiert mit einer hohen industriellen Nähe und Relevanz den erhöhten Freiheitsgrad bei der Planung von Fertigungssystemen und der Produktionsablaufplanung durch flexible, cyber-physische Transportsysteme. Die Ergebnisse sind zudem auf weitere Industriezweige übertragbar. Die beschriebene dezentrale Fertigungssteuerung ermöglicht die automatisierte Produktion von individualisierten Elektronikprodukten in großen Stückzahlen. Hierdurch wird u.a. die Herstellung von individualisierten,
elektronischen Schließsystemen zu Kosten eines Massenprodukts ermöglicht.

 

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik der Friedrich Alexander Universität in Erlangen

Sebastian Platt (M.Sc.)

(Bild: Sebastian Platt (M.Sc.))
Sebastian Platt (M.Sc.)

Lehrstuhl für Fertigungstechnik
Universität Duisburg-Essen
Prof. Gerd Witt

 

"Machbarkeitsstudie zur Verarbeitung Nano-Keramik geträgerter Metallpulver beim Laserstrahlschmelzen und deren Auswirkungen auf die mechanisch-tribologischen Eigenschaften"

 

Gegenstand der Masterarbeit von Sebastian Platt ist eine Machbarkeitsstudie zur Verarbeitung von Nano-Keramik geträgerten Metallpulvern bei der additiven Fertigung (dem sog. 3D-Druck) durch den Laserstrahlschmelzprozess. Neben grundlegenden Untersuchungen bezüglich der Prozessier-barkeit dieser neuen Werkstoffe wurde ebenfalls der Einfluss der Nano-Keramiken auf die mechanisch-tribologischen Eigenschaften anhand von Testkörpern validiert. Als Ausgangsmaterial wurde sowohl eine Werkzeug-stahllegierung  als auch eine Nickelbasislegierung in Pulver-form verwendet.  Diese wurden mit den beiden Nano-Keramiken Titandioxid (TiOz) und Wolframcarbid (WC) geträgert (d.h. physikalisch gebunden). Die so entstandenen Werkstoffpaarungen wurden hinsichtlich der Pulverbe-schichtungsqualität und deren Aufschmelzverhalten beim Aufbau von Versuchskörpern mit unterschiedlichen Prozess-parametern durch das Laser-Strahlschmelzen untersucht.

 

Im Rahmen seiner Masterarbeit hat sich Sebastian Platt mit dem additiven Fertigungsverfahren des Laser-Strahlschmelzens befasst, das im Bereich der Qualitäts-sicherung der Reproduzierbarkeit der Bauteileigenschaften und dem begrenzten Materialportfolio noch hohe Defizite hat. Sebastian Platt hat in seiner Abschlussarbeit neue, wegweisende Möglichkeiten aufgezeigt, die Werkstoffauswahl einsatzorientiert zu erweitern. Es konnte belegt werden, dass durch eine Kombination von Metallpulvern und Nano-Keramiken eine signifikante Reduktion des abrasiven Verschleißes erzielt werden kann. Insbesondere im Bereich der Produktionstechnik ergeben sich hierdurch neue Möglichkeiten der gezielten mechanisch-tribologischen Verbesserung, u. a. von für Werkzeuge in der Metallverarbeitung. Beispielsweise wäre es möglich, eine konturnahe Kühlung mit einem verschleiß-optimierten Werkstoff zu kombinieren. Die durchgeführten Untersuchungen weisen einen außergewöhnlich hohen Innovationsgehalt und sehr großes Potenzial auf, um den Weg zur additiven Fertigung von Endprodukten mit definierbaren Werkstoffeigenschaften zu ebnen.

 

 

Die Ausschreibungsphase für den CES-Förderpreis-Preis 2018 beginnt im Herbst 2017.