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VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL)

VDI-Studienpreis Logistik

3 Absolventen gewinnen den VDI Studienpreis Logistik 2017


Anlässlich des 26. Deutschen Materialfluss-Kongresses zeichnet der VDI erstmalig 3 Absolventen aus.

Auf dem 26. Deutschen Materialfluss-Kongress am 6. und 7. April 2017 in Garching verlieh der VDI  im Rahmen der feierlichen Abendveranstaltung den VDI Studienpreis Logistik 2017 an 3 herausragende Absolventen der beiden Hochschulen TU München und TU Dresden. Die Jury kam überein, in diesem Jahr 3 Preise zu verleihen, weil tatsächlich 3 der eingereichten Arbeiten ein so hohes Niveau haben, dass es fast unmöglich gewesen wäre, eine zur Besten zu erklären. So wurde das Preisgeld verdoppelt und 3 Preisträger ernannt.

 

Jury-Mitglied Mathias Thomas überreicht den Preis gemeinsam mit Jean Haeffs, Geschäftsführer der VDI-GPL an die glücklichen Gewinner und die stolzen Betreuer.  Der Preis besteht aus einer Urkunde und einem Scheck über je 333 Euro.

 

Zur den augezeichneten Master- und Diplomarbeiten:

„Modellierung und Simulation von heterogenen, dezentral gesteuerten Materialflusssystemen als System of Systems“


In der Arbeit von Andreas Habl (M.Sc.) werden heterogene, dezentral gesteuerte Materialflusssysteme als System of Systems (SoS) betrachtet, um neue Ansätze hinsichtlich der Schaffung einer digitalen Abbildung von logistischen Systemen und der Steigerung der Interoperabilität zwischen heterogenen Fördersystemen herauszuarbeiten. Andreas Habl entwickelt ein Konzept, das die Modellierung von autonomen, dezentral gesteuerten Fördersystemen erlaubt und die virtuelle Inbetriebnahme innerhalb eines SoS ermöglicht. Er zieht Parallelen zwischen heterogenen, dezentral gesteuerten Materialflusssystemen und einem SoS und leitet so Vorteile hinsichtlich des Zusammenspiels der Systeme ab. Auf dieser Basis wählt er eine geeignete Modellierung zur Abbildung eines Fördersystems als SoS aus. Sein Hauptaugenmerk liegt in der Ausarbeitung einer Methodik, die eine Kommunikation über heterogene Schnittstellen hinweg ermöglicht. Abschließend wird eine geeignete Simulationsumgebung ausgewählt und eine Teststrategie entworfen. Als Ergebnis der Arbeit kann das Verhalten eines autonomen, dezentral gesteuerten Fördersystems am Beispiel des „Flexförderers“ modelliert und simuliert werden.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wi.-lng. Willibald A. Günthner und Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, fml - Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, TU München

 

„Bewertung und Vergleich von Layoutvarianten für Deckentransportsysteme in Halbleiterfabriken“


Gegenstand der Masterarbeit von Patrick Boden sind automatische Transportsysteme, die in den Reinraumproduktionsstätten der Halbleiterindustrie für den Wafertransport eingesetzt werden; sog. Automated Material Handling System (AMHS) sind in modernen Halbleiterfabriken weit verbreitet. In frühen Jahren wurden AMHS nur für vereinzelte Transporte genutzt, heute übernehmen sie nahezu alle Wafertransporte einer Fabrik, sie müssen daher besonders effizient sein. Die Arbeit zeigt die Kriterien für die Bewertung von AMHS auf und anhand welcher Verfahren die Bewertung der notwendigen Ausgangsdaten vorgenommen wird, insbesondere zur Identifizierung und Bewertung von Staus, die auf eine ineffiziente Gestaltung des Layouts hindeuten. Die Kriterien werden anhand eines AMHS-Modells in einer Simulationsstudie angewendet. Es werden etablierte und auch alternative Kriterien angewendet um zu testen, ob sie zu einem besseren Verständnis der Simulationsergebnisse beitragen. Die Arbeit zeigt weiterhin, wie sich die komplexen Produktionsbedingungen auf die Gestaltung von AMHS auswirken.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Thorsten Schmidt Fakultät Maschinenwesen, Lehrstuhl für Technische Logistik, TU Dresden und Prof. Dr. Udo Buscher, Fakultät Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, TU Dresden

 

„Entwicklung und Implementierung einer Heuristik zur Fahrplanerstellung bei zyklischen Routenzugsystemen“


In der Diplom-Arbeit von Karl-Benedikt Reith wird eine Heuristik vorgestellt, die aus zyklisch zu befahrenden Routen eines Routenzugsystems einen festen Fahrplan erstellt, diesen sukzessive verbessert und die Kosten durch eine Reduzierung der notwendigen Fahrzeuge und Verladeplätze minimiert. Dazu müssen Teilaspekte wie Routenplanung, Verladeplanung, Supermarktplanung usw. berücksichtigt werden. Die Arbeit entwirft eine Heuristik für die  Fahrplanerstellung bei zyklischen Routenzugsystemen. Aus verwandten Forschungsgebieten (u.a. Distributionslogistik und Schienenverkehr) werden bewährte Ansätze und Ideen übernommen, erweitert, auf die Routenzugsysteme übertragen und ein zweistufiges Verfahren entwickelt, das iterativ die festen Taktzeiten und Startzeitpunkte der Touren bei einem Mehrroutensystem verbessert. So werden aus einer Startlösung sukzessive immer bessere Fahrpläne konstruiert, die einen immer geringeren Ressourceneinsatz fordern (die Anzahl der Fahrer, der Routenzüge und der Beladeslots am Supermarkt). Zusätzlich können die gegenseitigen Behinderungen der Routenzüge während der Tour abgebildet und minimiert werden. Bei kleinen Problemstellungen wird so das Kostenoptimum erzielt; bei größeren lassen sich innerhalb weniger Minuten Rechenzeit oft deutliche Verbesserungen erreichen.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Thorsten Schmidt, und Prof. Dr. Andreas Hilbert, beide Institut für Technische Logistik und Arbeitssysteme, TU Dresden.

Hintergrund


Die Auszeichnung „VDI-Studienpreis Logistik“ wird jährlich von der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL) ausgeschrieben und vergeben. Mit dem Preis werden  Absolventen/innen Technischer Hochschulen/Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland für ausgezeichnete und wegweisende Diplom-, Master- und Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der Fördertechnik Materialfluss Logistik geschrieben haben. Die Auswahl des Preisträgers übernimmt eine unabhängige Jury aus kompetenten und anerkannten Hochschuldozenten und Professoren.


Die Preisverleihung fand im Rahmen des 26. Deutschen Materialfluss-Kongresses der VDI Wissensforum GmbH statt.


Die Ausschreibungsphase für den VDI Innovationspreis Logistik 2018 beginnt im Herbst 2017.


Über den VDI

Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) mit Sitz in Düsseldorf ist Sprecher der Ingenieure und Technik. Er ist der größte technisch-wissenschaftliche Verein Deutschlands mit 155.000 Mitgliedern und ist Entwickler und Multiplikator von Wissen.
Dank des großen Expertennetzwerks und des Know-hows des VDI können Ingenieure sowie technische Fach- und Führungskräfte jährlich mehr als 1.300 Weiterbildungsveranstaltungen wählen. Der Veranstalter, die VDI Wissensforum GmbH, bietet Seminare, Technikforen, Lehrgänge, Fachtagungen und Kongresse in allen relevanten Branchen an. Aktuelles technisches Fachwissen steht dabei stets im Mittelpunkt.

 

 

Ihre Ansprechpartner im VDI:

 

VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik

Fachbereich Technische Logistik

Dipl-Ing. Jean Haeffs

Telefon: +49 211 6214-281

E-Mail: haeffs@vdi.de

 

Elke Thelen

Telefon: +49 211 6214-517

Telefax: +49 211 6214-97517

E-Mail: gpl@vdi.de



Bisherige Preisträger des VDI-Studienpreises Logistik:

  • 2015
    Dipl.-Ing. Thomas Stöhr (B.Sc.);
    Technische Universität Graz  
  • 2014
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Robert Himmel;
    Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
  • 2013
    B. Sc. Mathias Rotgeri
    ; Technischen Universität Dortmund 
    „Konstruktion und Realisierung einer innovativen Lastübergabeeinrichtung für Flurförderzeuge“.
  • 2012
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Sebastian Rank;
    Technische Universität Dresden
    „Virtuelle Realität im Rahmen der Planung von Materialflusssystemen“
  • 2011
    Dipl.-Ing. Stephan von Daake;
    Leibniz Universität Hannover
    "Modellbildung und konstruktive Gestaltung eines Förderelementes zum Aufbau eines kleinskaligen modularen Fördersystems"
  • 2010
    Dipl.-Ing. Maximilian Huber;
    Technische Universität München
    „Ermittlung und Visualisierung der körperlichen Belastung in der manuellen Kommissionierung mit exemplarischer Umsetzung am Beispiel des Pick-by-Vision“.
  • 2009
    Dipl.-Wirtsch.-Ing. Marco Gräsler;
    Technische Universität Dortmund
    "Erarbeitung eines Fabrikplanungskonzepts für den Anlauf von LED-Produkten unter Berücksichtigung des Hella Produktionssystems"
  • 2008

    Dipl.-Ing. Andreas Lang; Universität Stuttgart

    „Konstruktion eines kommissionierfähigen Regalbediengerätes für automatische mehrfachtiefe Lagerung - Zum Einsatz in Apotheken -“

  • 2007
    Frau Dipl.-Logist. Helena Piastowski
    ; Universität Dortmund
    „Simulation und Optimierung von Steuerungsstrategien für die halbautomatische Retourenabwicklung in der Handelslogistik“

  • 2006
    Dipl.-Ing. Stefan Galka
    ; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
    "Ganzheitliches Steuerungskonzept für die Kleinteileversorgung von Montageleitlinien aus einem AKL - Dimensionierung der Versorgungskreise -"
  • 2005
    Dipl.-Ing. Jürgen Wagner; TU-München
    "Spielzeitberechnung bei Mehrfachlastaufnahmemitteln in einfach- und doppeltiefen Lagersystemen"

  • 2004
    Dipl.-Ing. Frank Seeger; TU-Stuttgart
    "Ein Planungsansatz der Logistik zur Auslegung des Produktionsprogramms in der Großserienfertigung auf Basis des Glättungsprinzips mit Hilfe der Simulation"
  • 2003
    Dipl.-Ing. Andreas Mayer
    ; Universität Dortmund
    "Untersuchung zum Bewegungsverhalten von Stückgut bei der Einschleusung in Sortiersysteme mit Einzelplatzbelegung"