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VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences

12.09.2017
Innovation Award
 

Rettungsschirm für die Bandscheibe

Gewebe für den Bandscheibenverschluss mit Befestigungselement  (Bild: DITF)

Gewebe für den Bandscheibenverschluss mit Befestigungselement (Bild: DITF)

Ein deutsch-spanisches Projektteam hat einen Miniatur-Textilschirm entwickelt, der eine gerissene Bandscheibe von innen verschließen kann. Gerade wurde die Erfindung mit dem Eureka-Innovationspreis ausgezeichnet. 2019 soll der Schirm auf den Markt kommen.

 

Sie sind die Stoßdämpfer des menschlichen Körpers: Wie elastische Polster liegen die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern des Rückgrats, verbinden die Wirbel so flexibel miteinander, dass sie gegeneinander beweglich bleiben, und federn Druck ab. Doch sie sind anfällig. Jährlich wird bei etwa 120.000 Deutschen ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. „Reparieren lässt sich die Bandscheibe nicht, und der Riss heilt auch nicht von selbst zu“, sagt Michael Doser, gelernter Biologe und Bereichsleiter Biomedizintechnik beim Textilforschungszentrum DITF (Deutsche Institute für Textilforschung) in Denkendorf bei Stuttgart.

  

Michael Doser hat an seinem Institut ein Instrument aus Textilgewebe entwickelt, mit dem eine gerissene Bandscheibe verschlossen werden kann. Das Implantat, eine Art Mini-Schirm, wird während eines chirurgischen Eingriffs – in zusammengeklappter Form – in den Wirbelkörper eingeführt, befestigt und danach aufgespannt. So wirkt es als Barriere, die vor allem eine Re-Hernienbildung, einen erneuten Vorfall, verhindern soll.

  

Finanziell unterstützt wurde das langjährige Projekt, das offiziell unter dem Titel Ar-Tex firmiert (AR steht für Anulus Repair, also die Reparatur des Faserrings) und bislang mehr als eine Million Euro gekostet hat, über das europäische Förderprogramm Eurostars: Allein 240.000 Euro investierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in die Entwicklung des Bandscheibenimplantats.

  

Im Juni wurde Ar-Tex bei einem von Eureka ausgeschriebenen Wettbewerb mit dem Innovation Award ausgezeichnet: In der Kategorie „Innovators of tomorrow“ erzielte das Projekt den ersten Platz. Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf der Internetseite von medizintechnologie.de  

        

Die Nationale Informationsplattform Medizintechnik www.medizintechnologie.de stellt ein Angebot von Seiten der Innovationspolitik  an alle Akteure dar, um die zahlreichen Informationsdefizite rund um das Thema Medizintechnik zu verringern und die Akteure besser zu vernetzen. Die Plattform tritt hierbei als neutrales Medium  auf und dient als Vermittler von spezifischem Wissen.
        

Ihr Ansprechpartner im VDI:
Matthias Lehmphul
Redaktion Nationale Informationsplattform Medizintechnik
Geschäftsstelle Nationaler Strategieprozess "Innovationen in der Medizintechnik"
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Telefon: +49 30 2759506-671
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Quelle: © Medizintechnologie.de

 

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