Wir verbinden Kompetenz
Verein Deutscher Ingenieure
 
Verein Deutscher Ingenieure > Technik > Fachthemen > Technologies of Life Sciences
Folgen:  FacebookTwitterGoogleXingLinkedInYoutube

VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences

17.10.2017
Notarzt auf Knopfdruck
 

Telenotarzt in Aachen

Sobald die Rettungskräfte die Patienten an das mobile Elektrokardiogramm-Gerät anschließen und die Blutgasanalyse durchführen, können diese Daten in Sekundenbruchteilen an den Telenotarzt übermittelt werden (Bild: P3 telehealthcare GmbH)

Sobald die Rettungskräfte die Patienten an das mobile Elektrokardiogramm-Gerät anschließen und die Blutgasanalyse durchführen, können diese Daten in Sekundenbruchteilen an den Telenotarzt übermittelt werden (Bild: P3 telehealthcare GmbH)

In Aachen fahren die Notärzte virtuell bei jedem Einsatz mit – im Regelbetrieb. Denn dort haben Ingenieure und Notfallmediziner gemeinsam ein innovatives Rettungssystem entwickelt. Der telemedizinisch betreute Rettungswagen hat Potenzial, bundesweit eingesetzt zu werden, und könnte die Kommunen erheblich entlasten. Medizintechnologie.de hat sich die Entwicklung vor Ort angeschaut.

 

Täglich rücken die Rettungskräfte mit ihren Fahrzeugen nach Angaben des Bundestagsausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur etwa 40.000 Mal in Deutschland aus. Insgesamt macht das 12 Millionen Einsätze im Jahr – Tendenz steigend. 

  
Bei nur jedem zweiten Notruf 112 sind die Rettungssanitäter laut einer Studie des Bundestagsauschusses auch wirklich in acht Minuten beim Hilferufenden. Eine Anfahrt kann demnach bis zu 20 Minuten dauern. In nur etwa der Hälfte der Notfälle fährt ein Notarzt mit. Sie haben meist die längeren Anfahrtswege und treffen deshalb oft später als die Rettungssanitäter ein. Die Eintreffzeiten von Ersthelfern und Notärzten verschlechtern sich von Jahr zu Jahr. Notärzte würden zu oft unnötig losgeschickt und sind dann nicht sofort dort, wo sie wirklich gebraucht werden – ein wachsendes Dilemma. Zudem mangelt es an Notärzten, gerade in sogenannten strukturschwachen Regionen – etwa auf dem Land.

  

Weltweit erstes Telenotarztsystem im Regelbetrieb
Seit drei Jahren fahren in Aachen alle Einsatzfahrzeuge mit einem digitalen Funk – im Regelbetrieb. Die Sanitäter sind mit einer Leitstelle vernetzt, die 24 Stunden, sieben Tage die Woche von Notärzten besetzt ist. Damit ist Aachen die erste Kommune in der Bundesrepublik, die ihre Notärzte mit einem digitalen System unterstützt. Herzstück des digitalen Rettungswagens ist eine 800 Gramm schwere weiße Box – die sogenannte Peeq Box. Darin befindet sich ein Kommunikationssystem, das sich in alle Mobilfunknetze gleichzeitig einwählen kann. Die Patienteninformationen werden zerschnipselt über verschiedene Mobilfunkjkanäle in Sekundenbruchteilen übermittelt. Die Rettungskräfte kommunizieren mit dem Telenotarzt über ein Headset.

        

Frederick Hirsch ist einer von 20 Telenotärzten. „Wichtig ist, was uns die Kolleginnen und Kollegen vom Rettungsdienst vor Ort sagen und welche Vitalparameter wir auf dem Bildschirm am Telenotarzt-Arbeitsplatz sehen.“ Die Arbeit von Telenotarzt und Notarzt unterscheidet sich deutlich voneinander. Wer an einem Telenotarzt-Arbeitsplatz arbeitet, analysiert die eingehenden Daten in kürzester Zeit und leitet das Team am Patienten vor Ort an.

         

Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf der Internetseite von medizintechnologie.de

   

Die Nationale Informationsplattform Medizintechnik stellt ein Angebot von Seiten der Innovationspolitik  an alle Akteure dar, um die zahlreichen Informationsdefizite rund um das Thema Medizintechnik zu verringern und die Akteure besser zu vernetzen. Die Plattform tritt hierbei als neutrales Medium  auf und dient als Vermittler von spezifischem Wissen.

   

Ihr Ansprechpartner im VDI:
Matthias Lehmphul
Redaktion Nationale Informationsplattform Medizintechnik
Geschäftsstelle Nationaler Strategieprozess "Innovationen in der Medizintechnik"
c/o VDI Technologiezentrum GmbH
Berlin
Telefon: +49 30 2759506-671
Telefax: +49 30 2759506-59
E-Mail: lehmphul@vdi.de 
   

Quelle: © Medizintechnologie.de

 

Archivsuche

Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.