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Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt

Lehrerfortbildung

Warum Steine sinken und Hölzer nicht

Lehrerfortbildung in Darmstadt zu Natur und Technik im Unterricht


Warum ein Stein im Wasser sinkt, ein Stück Holz aber nicht - mit solchen Fragen von Kindern sind nicht nur manche Eltern überfordert, sondern auch Lehrkräfte stoßen an ihre Grenzen. Mit der Lehrerfortbildung „Phänomenal“ in Darmstadt wurden Anregungen für den naturwissenschaft1ich-technischen Unterricht in Grundschule und Sekundarstufe 1 gegeben. Eingeladen hatten dazu die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und das Hessische Kultusministerium. Die Veranstaltung an der Technischen Universität war ein Ergebnis der von den Projektpartnern und dem Verband der Chemischen Industrie veröffentlichten Empfehlungen zur „Stärkung der frühen naturwissenschaftlichen Bildung an hessischen Schulen“.

Vom Schuljahr 2005/06 an können weiterführende hessische Schulen in der Jahrgangsstufe 5 und 6 einen Lernbereich „Naturwissenschaften“ einführen und dazu Stunden aus den Fächern Biologie, Erdkunde, Chemie oder Physik verwenden. Die Partner der Fortbildungsveranstaltung werten das als einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem zusätzlichen fachübergreifenden naturwissenschaftlichen Angebot zu Beginn der weiterführenden Schulen.

„Kinder und Jugendliche müssen früh an Naturwissenschaften herangeführt werden, damit sie später einmal eine natur- oder ingenieurwissenschaftliche Berufs- oder Studienwahl treffen können“, erläutert Simone Stratmann, stellvertretende Leiterin im Geschäftsbereich Innovation und Umwelt bei der IHK Darmstadt. Wie Professor Dr.-Ing. Bernhard Kup vom VDI-Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt ergänzt, sollte mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht auch „die Brücke zur Anwendung in der Technik geschlagen“ werden. Daher werde der VDI Modellprojekte in einzelnen Schulen fördern, sich aber auch als Sponsor oder Projektträger in der Lehrerweiterbildung engagieren.

„Die Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung an Schulen muss an der Lehrerausbildung ansetzen. Diese verdient daher bei der Neugestaltung der Studiengänge eine besondere Sorgfalt, denn dabei werden die Weichen für die künftige Unterrichtsentwicklung gestellt“, unterstreicht Professor Dr. Franz-Peter Montfors, Vorsitzender der Fachgruppe Chemieunterricht der GDCh (Frankfurt). Er fordert für eine Übergangsphase, bis entsprechend ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen, entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten.

In einer Diskussionsrunde wurde die Einführung eines von der 1. bis zur 6. Klasse durchgehenden naturwissenschaftlichtechnischen Unterrichts befürwortet. Andreas Lenz, Ministerialrat im Kultusministerium, machte deutlich, seine Behörde werde die ersten derartigen Versuche beobachten und daraus Konsequenzen für den Unterricht und die Ausbildung der Lehrkräfte ziehen. Zusätzliche Stellen für diese Schulstunden aber seien auf Grund der hessischen Haushaltslage nicht zu erwarten; sie müssten vielmehr mit den vorhandenen Pädagogen abgedeckt werden.

Beispiele für einen solchen fächerübergreifenden Unterricht in Hessen gibt es bereits. Vertreter der Regenbogenschule Altheim in Münster (Landkreis Darmstadt-Dieburg) und des Schuldorfs Bergstraße (Seeheim-Jugenheim) erläuterten in der Diskussionsrunde ihre eigenen Modelle einer kindgerechten Vermittlung von Naturphänomenen.

In Workshops wurde den rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fortbildung erläutert, wie Naturphänomene als Vorbild für die Technik dienen und wie mit Kohlendioxid, Luft und Wasser experimentiert werden kann. Auch wurde das Fahrrad als Unterrichtsgegenstand präsentiert. Die Leiterinnen und Leiter der Workshops kamen von den Universitäten in Darmstadt, Frankfurt und Kassel.

Information:
Simone Stratmann, IHK Darmstadt
Geschäftsbereich Innovation und Umwelt Telefon: 06151 871-279