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Braunschweiger Bezirksverein

03.04.2018
JMV 2018: Ehrungen, Wahlen, Podiumsdiskussion
 

Entschlossenheit zum richtigen Zeitpunkt

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links): André Kandzia, Professor Gert Bikker, Lars Funk, Dr. Uwe Groth, Torsten Glaser und Matthias Wunderling-Weilbier. (Bild: Peter Sierigk.)

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links): André Kandzia, Professor Gert Bikker, Lars Funk, Dr. Uwe Groth, Torsten Glaser und Matthias Wunderling-Weilbier. (Bild: Peter Sierigk.)

Bewegende Momente und viel Zuspruch für die Ingenieurregion - das war unsere Jahresmitgliederversammlung.

 

Was hat die Krönung von Elisabeth II. im Jahr 1953 mit der jüngsten Jahresmitgliederversammlung unseres Bezirksvereins zu tun? Im Festsaal der IHK Braunschweig spannte Prof. Dr.-Ing Harald Bachem den Bogen zurück in Zeiten, als das Vereinigte Königreich eine neue Königin bekam – und als Dipl.-Ing. Walter Haarmann in den VDI eintrat. Er sei ja schon viele Jahre im Vorstand des VDI Braunschweig, sagte der Vorsitzende unseres Bezirksvereins. „Doch es ist das erste Mal, dass ich ein Mitglied von uns für seine 65-jährige Treue ehre.“


Die bewegende Ehrung von Walter Haarmann war ein Fingerzeig für die kommenden Stunden, die noch einige Höhepunkte für unsere Gäste bereithalten sollten. Und auch einen bemerkenswerten Schlusspunkt – nämlich die Podiumsdiskussion VDI-Initiative „ingenieurregion.de – Ingenieure zeigen Flagge in der Gestaltung der Metropolregion“.


Vor der Podiumsdiskussion stand das Engagement unserer Arbeitskreise im Mittelpunkt. Zum Beispiel das der Studenten und Jungingenieure, die einen sehr guten Ruf genießen – und das deutschlandweit. Nicht nur, weil sie auf den nationalen SuJ-Events zahlenmäßig immer stark vertreten sind. Sondern auch, weil sie hier mit großem Unternehmungsgeist hervorstechen. „Wir sind stolz auf unsere Studenten und Jungingenieure, weil sie auf vorbildliche Weise die Arbeit des Vereins unterstützen“, sagte Harald Bachem und richtete seine Worte an Teamleiter Marten Berlin. „Es ist toll, dass die Verzahnung zwischen den Jungen und den Älteren so wunderbar klappt.“


Unsere ganz jungen Mitglieder hat Birgit Dege im Sinn. Sie leitet den VDIni-Club – ein Angebot, das bei Kindern zwischen vier und zwölf Jahren die Lust auf Technik entfachen soll. „Erlebnisse kann man nicht downloaden. Wir wollen Mädchen und Jungen vom Tablet zur Technik führen“, sagte Birgit Dege. Sie erzählte unseren Mitgliedern, wo es mit dem VDIni-Club in den kommenden Monaten hingeht. Zum Beispiel zur Technik-Rallye in die Braunschweiger Schloss-Arkaden, wo die Kleinen die Funktionsweise von Fahrstuhl und Rolltreppe unter die Lupe nehmen. „Ich hoffe“, sagte sie, „dass aus den kleinen Kindern viele große Ingenieure werden.“ 80 Mädchen und Jungen machen bei unserem VDIni-Club mit.


Bei den Vorstandswahlen erhielt Dipl.-Ing. Rüdiger Wendt große Zustimmung: Die Mitglieder wählten ihn zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden unseres Bezirksvereins. Sein Amt übernimmt er von Dipl.-Ing. Josef Thomas, der weiter dem Vorstand angehören und die Geschicke der Ingenieurregion lenken wird – und der wegen seines ehrenamtlichen Engagements mit der bronzenen Ehrenplakette des VDI ausgezeichnet wurde. Neu im Vorstand ist Dipl.-Ing. Mario Schlömann. Der Maschinenbauer mit der Vertiefungsrichtung Luft- und Raumfahrttechnik übernimmt das Ressort „Kommunikation“.


Wie schaffen wir es, dass mehr junge Menschen ein ingenieurwissenschaftliches Studium beginnen? Was können wir tun, damit gut ausgebildete Ingenieure nach dem Studium bei uns in der Region bleiben? Wie binden und gewinnen wir gestandene Fachkräfte? Das sind Fragen, die unseren Bezirksverein bewegen; und für die wir unter dem Dach der Ingenieurregion Antworten finden wollen. Wie weit wir auf diesem Weg gekommen sind, zeigte die Podiumsdiskussion im Anschluss an die Mitgliederversammlung.


Josef Thomas moderierte die Diskussion mit: Prof. Dr.-Ing. Gert Bikker (Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften), Lars Funk (Leiter Bereich Beruf und Gesellschaft VDI Düsseldorf), Torsten Glaser (Leiter der Regionalabteilung Braunschweig der Niedersächsischen Landesschulbehörde), Dr. Uwe Groth (stellvertretender Vorsitzender VDI Bezirksverein Hannover), André Kandzia (Vorstandsmitglied unseres Bezirksvereins) und Matthias Wunderling-Weilbier (Landesbeauftragter der Niedersächsischen Landesregierung für die Region Braunschweig).


Ihr gemeinsamer Auftritt auf dem Podium zeigte zweierlei. Zum einen, dass die Ziele der Ingenieurregion große Akzeptanz finden. Um zum zweiten, dass unsere Idee der Vernetzung viele Sympathisanten hat – denn ebendiese Zusammenarbeit soll der Schlüssel sein, damit wir unsere Ziele zu erreichen. Wichtig sei, „nicht über den Fachkräftemangel zu klagen, sondern zu handeln“, meinte Gert Bikker. Die Projektinitiative ingenieurregion.de – Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung in der Metropolregion „kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“.


Lehrer Ralf Töpperwien, der sich aus dem Publikum zu Wort meldete, bestätigte ihn. Er beschrieb die Situation am Goslarer Christian-von-Dohm-Gymnasium, wo zwar knapp die Hälfte der Abiturienten ein naturwissenschaftliches Profil wählen. Doch im Anschluss an die Schule sackt die Quote ab: Ein naturwissenschaftliches Studium kommt für viele nicht in Frage. Ralf Töpperwien vermutet ein „Wissensproblem“. Die Schülerinnen und Schüler „wissen nicht, was sie mit solch einem Studium anfangen können“.


Was sich in Zukunft auf der interaktiven Plattform www.ingenieurregion.de ereignet (lesen Sie dazu bitte auch die nächste Ausgabe unseres iQ-Journals), soll die Unwissenheit in die Gewissheit verwandeln, dass unsere Region ein hervorragender Ort zum Arbeiten und Leben ist. „Wir müssen unsere Region so entwickeln, dass wir Fachkräften ein gutes Angebot machen können“, sagte Matthias Wunderling-Weilbier.


Ein gutes Angebot machen – daran zu arbeiten, wird die Aufgabe in den kommenden drei Projektjahren sein. Die Bereitschaft ist da. Harald Bachem sagte zum guten Schluss, er sehe „viele ausgestreckte Hände“.


Auch die der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH: Deren Geschäftsführer Kai Florysiak begrüßte ausdrücklich die gemeinsame Projektinitiative von Ostfalia Hochschule, VDI Hannover und unserem Bezirksverein. „Sie haben das Thema mit großem Engagement getrieben, dafür gebührt ihnen großer Dank. Nur durch Innovationen und mit Fachkräften können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten.“

 

Stefan Boysen

Zugehörige Dateien
Befürwortet die Projektinitiative von Ostfalia, VDI Hannover und VDI Braunschweig: Metropolregion-Geschäftsführer Kai Florysiak. Bild: Peter Sierigk.633 Ki
65 Jahre Mitglied im VDI: Walter Haarmann, der von Professor Harald Bachem (links) und Josef Thomas geehrt wurde. Bild: Peter Sierigk.438 Ki
 
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