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Verleihung des Bremer Ingenieurpreises 2021

Walter Müller
von links: Ingo Hunfeld, Merle Otten, Tammo Dannen, Prof. Bernd Kuhfuß

Am 24. November 2021 wurde im Kundencenter von Mercedes Benz Bremen der diesjährige Bremer Ingenieurpreis verliehen. Die Preisverleihung wurde aufgrund der Corona Pandemie erstmalig als hybride Veranstaltung durchgeführt. Somit konnten die Teilnehmenden vor Ort direkt oder über Zoom via Internet die Veranstaltung miterleben.


Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird alljährlich vom Kuratorium des Bremer Bezirksvereins ausgelobt. Übergeben wurde der Preis mit einer entsprechenden Laudatio von Herrn Prof. Dr. Bernd Kuhfuß von der Universität Bremen. Preisträgerinnen sind in diesem Jahr Merle Otten und Tammo Dannen, deren Masterarbeiten jeweils von der Universität Bremen und der Hochschule Emden/Leer eingereicht wurden.


Die Masterarbeit von Merle Otten trägt den Titel: „Industrialisierung und Charakterisierung des ferritisch-bainitischen Warmwalzstahls FB560“. Frau Otten hat sich in ihrer Spezialisierung im Studiengang Produktionstechnik auf das Thema Materialwissenschaften schon frühzeitig mit dem Einsatz von Warmwalzstahl im Automobilbereich beschäftigt. So lag es nahe, im Rahmen ihrer Masterarbeit einen speziellen Warmwalzstahl, der eine Zugfestigkeit von mindestens 560 MPa erreicht und aus einem Gefüge von Ferrit und Bainit besteht, zu untersuchen. Mit dieser Arbeit und den damit verbundenen Versuchen konnte Frau Otten erreichen, dass erste verzinkte FB560 Coils bei ArcelorMittal Bremen GmbH erfolgreich hergestellt werden und inzwischen auch für Testlieferungen an Kunden zur Verfügung stehen.


Tammo Dannen hat sich in seiner Masterarbeit am Fraunhofer IPT unter dem Titel „Entwicklung einer technologischen und wirtschaftlichen Methodik zur kennzahlenbasierten Prozesskettengestaltung im Kontext der additiven Fertigung“ damit auseinandergesetzt, wie die im metallischen 3D-Druck-Verfahren hergestellte Werkstücke optimal nachbearbeitet werden können. Die additive Fertigung (3D Druck) ermöglicht die Fertigung komplexer Strukturen, die mit herkömmlichen Fertigungsverfahren nur schwer oder gar nicht möglich wären. Nachteil der additiven Fertigung ist allerdings, dass die so erzeugten Werkstücke nachbearbeitet (Trennung der Stützfunktionen, Finishing von Funktionsflächen) werden müssen. Herr Dannen hat in seiner Masterarbeit eine iterative Methodik entwickelt, die Nachbearbeitung in vier generischen Phasen durch eine systematische Prozesskettengestaltung zu optimieren. Auf diese Weise werden die Grundlagen zur Industrialisierung der additiven Fertigung wesentlich erweitert und ermöglichen ferner die Nachbearbeitung schon während der additiven Prozessgestaltung zu berücksichtigen.


Kulinarischer Abschluss der Veranstaltung war dann wieder ein Buffet, dass den Teilnehmenden der Veranstaltung eine gute Gelegenheit für Austausch und persönliche Gespräche gab.


Bericht: Walter Müller

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