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Empfehlung: Mehr Tempo! So kriegen Sie die digitale Transformation in Schwung, Vortrag von Ömer Atiker

Unser Referent Ömer Atiker berät Unternehmen zur Umsetzung der digitalen Transformation. Damit das in Gang kommt, müssen etliche Bremsen gelöst werden. Wer hier zögert oder Warteschleifen dreht, darf sich auf dem Markt hintenanstellen oder verabschieden. Wie werden Entscheidungen getroffen? Noch bevor es an die Umsetzung gehen kann, steckt der Prozess oft schon fest, weil es keine Einigung gibt, was umgesetzt werden soll. Die Gründe dafür sind eher menschlich als sachlich. Herr Atiker fasst seine Empfehlungen in 10 Schritten zusammen.
Die Angst vor Fehlern (1) bremst enorm. Perfektionismus (2) in der Fehlerkultur im Unternehmen verlangsamt. Dagegen hilft: Mitten in den Fettnapf! Vertrauen gegen Bürokratie (3) setzen. Z.B liegt zwischen Beschaffung und Einkauf, zwischen Wollen und Haben, im Startup ein Schritt, im Konzern sind es sechs und mehr Schritte.
Der Fluch der Planung (4) ist bekannt und berüchtigt, man kann sich leicht zu Tode planen. „Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von Deinen Plänen.“ Alle müssen Pläne machen – Meetings, Pläne, trallala – dann hält sich die Wirklichkeit nicht daran und es war vertane Zeit. „Kein Plan übersteht den Erstkontakt mit dem Feind.“ Pflichtenhefte bringen auch nichts, was nötig ist, entwickelt sich beim Tun. Dumme Entscheidungsprozesse (5) kennen auch alle. Helfen kann Konsent gegen schleppende Abstimmungsverfahren. Das heißt, wir machen es, wenn keiner dagegen ist.
Fehlendes Wissen und Können (6) gilt es zu überwinden. Aber nicht schneckenmäßig langwierig, sondern schnell das Wichtige und das Notwendige. Den Rest ignorieren. Digitalisierung nicht die IT machen lassen. IT hält den Laden am Laufen, kann aber nicht die Kundenbedürfnisse bedienen und auch keine Organisation verändern. Erkennen, welches Wissen fehlt, und managen, woher man es kriegt, auch durcheinkaufen oder weiterbilden.
Der eigene Kopf (7) ist zu oft das eigentliche Hemmnis. Fokussieren statt Ablenkung und Aktionismus ist wünschenswert, funktioniert nur meist nicht. Etwas mehr Ehrgeiz, Angst vor der Konkurrenz, „gesunde“ Paranoia – mehr Antrieb, mehr Tempo. Und dann kommt aktiver und passiver Widerstand (8). Man nehme die 15% der Willigen mit, um erste Erfolge zu erzielen. Damit bekommt man einen Teil der Mitte in Schwung, der Rest folgt nach und nach. Ganz Unwillige gibt es trotzdem immer.
Viel scheitert auch an Meetingitis und Gruppenzwang (9). Zeit wird verdaddelt mit der Orga interner Prozesse, der Beschäftigung mit sich selbst. Es gibt andere Formen der Abstimmung, man muss sie nur einüben. Meetings fressen Arbeitszeit, Treffen sind schwierig zu vereinbaren, es dauert zu lange, bis alle gemeinsam Zeit haben. Ein Vorschlag lautet: Jede/r macht ein Video und stellt seine Ideen vor, schickt das den anderen. Alle Meetings streichen, vor allem die regulären. Die Grenzen von Raum und Zeit (10) und der schmale Grat zwischen Effizienz und Qualität sind reale Probleme, trotz allem müssen notwendige Schritte sein.
Tempo ist gleich technischer Erfolg der Produkte ist gleich Marktanteil. Start-ups kennen das, sie haben nur eine gewisse Menge Geld, bis das alle ist, muss das Produkt laufen. Digitale Transformation hat jeder schon mal gehört, was das ist weiß kaum jemand, erklären kann es niemand, auch in einem vollen Saal nicht. Aber Vorsicht: „Wenn ich einen Scheißprozess digitalisiere, dann habe ich einen digitalen Scheißprozess.“
Wir reden über die Veränderung von Unternehmen. Was ist ein Unternehmen? Ein Plätzchen im Trockenen? Wo man mit Kolleginnen und Kollegen schnackt? Sicher nicht, es ist eine Organisation, die Mehrwert schafft und diesen verkauft. Wenn mein Unternehmen nichts verkauft, dann ist es non-profit bzw. ein Hobby. Man werfe einen Blick zum Kunden: Das Unternehmen ist nur da, weil es einen Wert schafft, den der Kunde sieht.
Das Trillema des Unternehmens lautet Technik – Geld – Menschen. Geld ist da, Technik kann man lösen, mit den Menschen ist es schwieriger. Das Trillema der Mitarbeitenden wiederum lautet: Was, wie, warum? Was soll ich tun, was mache ich morgen anders? Und das ist eine Führungsaufgabe. Gebraucht wird ein einsatzbereiter Werkzeugkoffer. Es reicht nicht, den Mitarbeitenden zuzurufen: Seid mal kreativ! Schaut stattdessen, was dem Kunden etwas bringt. Löst das Trillema des Unternehmens und des Personals, genug Geld für die Umsetzung muss da auch sein. Und dann Attacke.
Das Umparken im Kopf gelingt, wenn man sich fragt: Geht es auch schneller? Geht es leichter? Geht es auch ohne? Die komplette Palette der Empfehlungen von Ömer Atiker finden Sie in seinem Whitepaper zum Download auf https://atiker.com/blog/

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