Direkt zum Inhalt

Zirkuläre Wertschöpfung

Bild: Adobe-Stock_willyam

Zirkuläre Wertschöpfung - Vision und Mission

Circular Economy – Produkte endlos denken

Viele Produkte werden mit hohem Einsatz von exzellenter Ingenieurkunst hergestellt, um nach Benutzung am Ende auf dem Müll zu landen. Wiederverwertung ist die Ausnahme, bei seltenen Erden z.B. liegt die Rückgewinnung weit unter 1%! In der Circular Economy, der zirkulären Wertschöpfung, geht es darum, Produkte von der ersten Idee an so zu entwickeln, dass alle Komponenten nach ihrem Gebrauch werthaltig (!) in einen neuen Wertschöpfungsprozess eingehen können und kein Restmüll entsteht. Aktuell verschärfen die zunehmenden Verbundwerkstoffe, die Durchdringung mit Mikroelektronik (IoT) oder ausgeschöpfte Deponiemöglichkeiten gerade die Herausforderungen.

Große Chancen also für neu gedachte Technik, die ihre Leistungsfähigkeit nach Nutzen und nicht nach Materialeinsatz und Tonnage definiert.

Circular Economy bedient die aktuellen 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und die Europäische Union hat einen umfassenden Aktionsplan dazu erstellt, der alle zukünftigen EU-Programme prägen wird. Mit gutem Grund: Internationale Standorte mit hoher Produktionskompetenz bereiten sich bereits aktiv auf Circular Economy vor, um die Wachstumsbedarfe in den Wirtschaftssystemen, den Märkten der Welt mit seinen sieben – bald zehn – Milliarden Menschen dann tatsächlich nachhaltig und robust bedienen zu können.

Eine Zukunftsaufgabe für alle Ingenieurdisziplinen, die der VDI mit diesem Fokusthema und der aktiven Kompetenz seiner Mitglieder angeht.

Warum setzen wir uns als Ingenieurinnen und Ingenieure für eine zirkuläre Wertschöpfung ein? Wie engagieren wir uns und was machen wir?

Warum?

WIR sind überzeugt, einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort OWL mit circular economy weiterzuentwickeln.

Wir erschließen zusätzliche Qualitätspotenziale für Produkte und Dienstleistungen, in dem wir über die Effizienz hinaus positive Effekte für Mensch und Natur und Wirtschaft erzielen.  

Effektive Qualität bedeutet für die …

Menschen: ein gesundes Lebens- und Arbeitsumfeld mit gesunden Produkten, soziale, globale Gerechtigkeit (Faire Lohngefüge), Bildung: Verantwortung und Kompetenz für das Handeln in den planetaren Grenzen.

Natur: eine positive CO₂ Bilanz (mehr CO₂ binden als ausstoßen), Verbesserung der Wasserqualität (das genutzte Wasser der Betriebe hat Trinkwasserqualität), Naturschutz durch Ressourcenerhalt und Artenvielfalt, Vermeidung von Müll

Wirtschaft: den Erhalt von einmal eingesetzten Rohstoffen, Unabhängigkeit von den schwankenden Rohstoffpreisen, Nutzung verschiedener Lieferketten, stärkere Kundenbindung und Optimierungspotenziale der Produkte durch serviceorientierte Geschäftsmodelle

Wie?

WIR stellen die Prozesse des Wegwerfens produzierter Güter in Frage und setzen auf eine circular economy.

Wir als Ingenieurinnen und Ingenieure gestalten unsere hochwertigen Produkte so, dass die einzelnen Komponenten ersetzbar und instandsetzbar sind.

Nach dem Ende einer Nutzung kann das Produkt für einen neuen Prozess umgerüstet und weiterverwendet werden. Wenn die weitere Nutzung nicht mehr wirtschaftlich ist, kann das Produkt sortenrein zerlegt und die einzelnen Stoffe dem Produktzyklus wieder zugeführt werden – Wir können das machen!  

Was?

WIR entwickeln Handlungskorridore in Produktion, Handel und Anwendung

...sodass sich die Circular economy durchsetzt und weiterentwickelt.

Dazu unterstützen wir Menschen in Unternehmen, Kommunen, Institutionen und Hochschulen mit professioneller Vernetzung, um Know How zu generieren und zu transferieren. Aus den Impulsen der Akteure entwickeln wir Erkenntnisse in gemeinschaftlichen Fachforen, Learning Groups, Fachvorträge, Hackathons, Betriebsführungen, Workshops.

Vision und Mission unserer Mitglieder, Partnerinnen und Partner

Als einer der weltweit führenden Automobilzulieferer engagiert sich ZF bereits seit mehreren Jahrzehnten im Bereich Remanufacturing. Am Standort Bielefeld beschäftigen sich über 200 Mitarbeiter mit der Aufarbeitung von Antriebstrangkomponenten wie Kupplungen, Drehmomentwandler und Ausrücksystemen. Eine zirkuläre Wertschöpfung kann nur dann erfolgreich betrieben werden, wenn ein funktionierendes Rückführsystem für Altteile etabliert ist. Schon bei der Entwicklung eines Produktes wird bei ZF an die Wiederverwendung gedacht. Design for Remanufacturing ist eine wichtige Grundlage für eine zirkuläre Wertschöpfung nach dem Cradle to Cradle Prinzip und damit für einen Produktkreislauf mit Zukunft.

Der VDI OWL ist für uns ein innovativer Impulsgeber im Bereich der zirkulären Wertschöpfung. Wir Ingenieure haben die Aufgabe, zusammen mit dem VDI OWL als starken Partner und als Netzwerkplattform, das Thema Zirkuläre Wertschöpfung weiter voranzutreiben.

Jörg Witthöft, Standortleiter; Gerd Bobermin, Meister Wandlerfertigung & Kleinserie; Thorsten Krug, Leiter Prozessmanagement, ZF Freidrichshafen AG

Meine Motivation für die Gründung eines Unternehmens zur Verlängerung des Lebenszyklus von Materialien beruht auf einer Reihe von Erfahrungen und persönlichen Erlebnissen. Da ich gerne in Länder reise, in welchen deutlich geringere Lebensstandards gelten als in Deutschland, wurde mir immer wieder deutlich vor Augen geführt, in welchem Überfluss wir hier leben. Leider gehören zu unserer Konsumgesellschaft auch eine Menge Abfälle, die unter dem schönen Namen Recycling entsorgt und schließlich weiterverarbeitet werden. Die Umweltauswirkungen der Recyclingprozesse werden dabei gerne außer Acht gelassen.

Unser Paderborner Start-Up ReUse and Trade soll genau hier ansetzen und Unternehmen die Möglichkeit bieten, Materialien noch einmal zu handeln, die zu schade zum Wegwerfen sind. Durch die Wiederverwendung von Materialien anstelle einer Entsorgung oder eines Recyclings werden deren Lebenszyklen verlängert. Vermeintliche Abfälle bleiben somit werthaltige Materialien, die unmittelbar wiederverwendet werden können. Zudem ist der Verkauf deutlich lukrativer für Unternehmen als der herkömmliche Entsorgungsweg.

Beim "ing.meet.ing" im Februar 2020, die Technik-Veranstaltung des VDI OWL, hat mich begeistert, dass das Thema Zirkuläre Wertschöpfung bereits auf Ingenieursebene angekommen ist. Es hat mich sehr gefreut zu erleben, dass auch für traditionelle Unternehmen wie bspw. Miele dieses innovative und wichtige Thema mittlerweile einen so hohen Stellenwert erlangt hat. Zudem ist es für mich sehr bereichernd, neue Geschäftsmodelle oder Produkte anderer Firmen auf solchen Veranstaltungen kennenzulernen und mich fachlich auszutauschen.

Katharina Dombrowski, Geschäftsführung, ReUse and Trade GmbH 

 

NRW-Fördermittel für den VDI OWL und seine Netzwerkpartner

Sie sichern den nächsten Schritt der „Zirkulären Wertschöpfung“ für die Region Ostwestfalen-Lippe

Wachsende Abfallberge, Ressourcenverschwendung, knappe Bauschuttdeponieräume, teure seltene Erden, die nach der Nutzung zu 99 Prozent verloren gehen – das wollen sich Ingenieurinnen und Ingenieure in Unternehmen im Bereich Maschinenbau, Energietechnik, Bauwirtschaft, Lebensmittel oder Gesundheitswirtschaft nicht länger erlauben. Ein zukunftsfester Produktions- und Wirtschaftsstandort ohne Schrott und Abfall ist ihre Vision für Ostwestfalen-Lippe (OWL). Das wird jetzt mit Landesmitteln gefördert.

Die vom VDI OWL und seinen Partnern angestoßene Initiative für zirkuläre Wertschöpfung wird nun für drei Jahre vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Die Projektpartner sind:

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl vom Regierungsbezirk Detmold übergab jetzt dem Projektkonsortium „CirQuality OWL“ den Zuwendungsbescheid über knapp 1,2 Millionen Euro. Vorausgegangen war ein positiver Juryentscheid für die Ostwestfalen im Landeswettbewerb um die besten Konzepte aus NRW-Regionen. Thomann-Stahl betonte: „Je souveräner die heimischen Unternehmen ihre Leistungen vom Ressourcenverbrauch abkoppeln, desto größer wird ihr langfristiger Vorteil im nationalen und internationalen Wettbewerb sein.“

Presseartikel und Berichte

MagazinOstwestfälische Wirtschaft:  "Mit Innovationen und Prozesssicherheit können Sie Unternehmen begeistern", März 2020, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld

VDI Nachrichten: Wachstum ohne Verzicht, Februar 14.02.2020

WIR | Wirtschaft Regional: "Die verlockende Idee des grünen Wachstums", Januar 2020

VDI Nachrichten: "Circular economy stärkt heimische Standorte" , November 2019

Westfalen-Blatt: "Wirtschaft im Kreislauf", September 2019

VDI Nachrichten: "So schließt sich der Kreis" (Die Veranstaltungsreihe „Circular Economy“ des Bezirksvereins
Ostwestfalen-Lippe  in Minden bei Wago Kontakttechnik), März 2019

VDI Nachrichten: "Modelregion für zirkuläre Wertschöpfung", August 2018

VDI Nachrichten: "Mehrwert schaffen und die Umwelt schützen", Juni 2018

VDI Nachrichten: "Aus Alt mach Neu", April 2018

Regionales in Steinhagen: "Ressourcen schonen, Wirtschaft stärken", Mai 2017

VDI Nachrichten: "Intelligente Verschwendung: Vom Ende des Mülls", Februar 2016

Magazin Markt und Wirtschaft: "Das Ende des Mülls",  Januar 2016

>> Die Veranstaltung fiel am 25. März aus und wird am 9. Dezember nachgeholt! <<

 

Präzision, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und hochwertige Materialien – dies sind Erfolgsfaktoren für unsere produzierenden Unternehmen. So ist es sinnvoll, einmal hochwertig aufbereitete Werkstoffe oder Komponenten in einer endlosen – zirkulären – Verwendung zu halten.

Gleichzeitig verändert die Klimakrise das gesellschaftliche Bewusstsein. Dadurch werden Politik und Unternehmen aufgefordert, nachhaltige Produkte, Konsum- und Produktionsweisen zu ermöglichen.

Eine Reihe von Unternehmen setzt bereits auf Nachhaltigkeitsstrategien, wie z.B. Ansätze einer zirkulären Wertschöpfung und nutzt dies bewusst als Qualitäts- und Innovationstreiber.

Eine Win-Win-Strategie in jeder Hinsicht: Wirtschaftlich, sozial und ökologisch.

Referenten:

  • Prof. Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin WBGU aus Berlin, erläutert, warum und wie digitale Innovationen den Nachhaltigkeitszielen dienen müssen, damit wir aus der Klimakrise heraus eine Zukunft für Mensch, Natur und für unsere Art zu wirtschaften ermöglichen.
  • Prof. Dr. Michael Braungart, Leuphana Universität Lüneburg, Braungart EPEA –Internationale Umweltforschung Hamburg, zeigt auf, wie Unternehmen den Ansatz einer öko-effektiven Produktentwicklung als Qualitäts- und Innovationstreiber nutzen können.
  • Jörg Witthöft, Standortleiter Bielefeld der ZF Friedrichshafen AG, stellt vor, wie das Unternehmen am Standort Bielefeld bereits seit vielen Jahren zirkuläre Ansätze außerordentlich erfolgreich in der Praxis umsetzt.

Mit der Veranstaltung tragen wir zur  Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei. Diese dienen der  Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene. 

Das genaue Programm finden Sie hier!

Eine Kooperationsveranstaltung der ZF Friedrichshafen AG, des VDI Landesverbandes NRW sowie des VDI Ostwestfalen-Lippe Bezirksvereins, der Stadt Bielefeld und CirQuality OWL.

Der Eintritt ist frei.

>> Die Veranstaltung ist abgesagt! <<

Aufgrund der auch in unserer Region zunehmenden Risiken durch das Corona-Virus haben wir uns in Absprache mit unserem Gastgeber, der Miele & Cie. KG, entschieden, den Abend der Nachhaltigkeit mit Festredner Sven Plöger abzusagen.

Wir bitten um Ihr Verständnis und planen, die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

---

 

Mit dem bundesweiten Fokus-Thema Zirkuläre Wertschöpfung setzt auch der VDI ganz auf Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen. Diesem besonderen Engagement trägt die Umweltstiftung der ostwestfälischen Wirtschaft seit 2014 durch die Verleihung ihres Nachhaltigkeitspreises Rechnung. An den nominierten Projekten sind auch VDI Kolleginnen und Kollegen beteiligt. Unser 1. stellv. Vorsitzender ist Jury-Mitglied. Nicht zuletzt ist der Gastgeber Miele Fördermitglied des VDI OWL. Festredner ist der Diplom-Meteorologe, TV-Moderator und Klimaexperte Sven Plöger.

Das Programm und den Anmeldelink finden Sie hier!

40 TeilnehmerInnen aus OWL-Unternehmen (u.a. von Dr. Wolff, Gildemeister, Böllhoff, ZF Friedrichshafen, GFR und Jowat) und von den Innovationsnetzwerken OWL haben sich in der IHK Bielefeld getroffen, um über die unternehmerischen Potenziale der SDGs zu diskutieren. Unter der Leitung von Dr. Michael Raß, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung fjol GmbH aus Münster und Beirat des ZNU-Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung, wurde in einem Workshop erarbeitet, welche Potenziale im unternehmerischen Denken und Handeln erschlossen werden können und wie die SDGs helfen, die Zukunftstauglichkeit von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen abzusichern. Michael Raß spricht aus Erfahrung, schließlich hatte er die Teutoburger Ölmühle als Gründer und Geschäftsführer zum deutschen Marktführer für kaltgepresste Rapsöle und Bio-Speiseöl-Spezialitäten entwickelt und so als nachhaltiges Vorzeigeunternehmen der Branche zahlreiche Innovations- und Nachhaltigkeitsauszeichnungen erhalten.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals (SDGs), flankieren eine ökonomische Entwicklung der Weltwirtschaft, deren stabiles Wachstum auf den enormen sozialen und ökologischen Bedarfen der Welt basiert. Dabei geht es nicht darum, den Unternehmen nach dem Motto ´nice to have´ einen grünen Anstrich zu verleihen, sondern globalen ökologischen und sozialen Verwerfungen zu begegnen.

Michael Raß bekräftigt, dass bei der Umsetzung nicht nur die Politik am Zug ist: „Die Wirtschaft ist explizit aufgefordert, bei der Erreichung der SDGs mitzuwirken. Zahlreiche Ziele richten sich direkt an Unternehmen.“ Hier sind die heimischen Unternehmen aufgefordert, mit Innovationen, ihrem technologischen Know-How und nachhaltigen Produktionsweisen in die SDGs einzuzahlen. „Außerdem werden beispielsweise Kunden beim Thema Nachhaltigkeit immer anspruchsvoller. Hier eröffnet eine durchdachte und glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie auch neue Marktchancen für die Unternehmen“, so Raß.

DENKEN + WIRTSCHAFTEN IN KREISLÄUFEN: Zirkuläre Wertschöpfung – Mehrwert und Perspektiven für Unternehmen

Auftaktveranstaltung von Lippe zirkulär mit seinen Partnern

Detmold – Die Kreislaufwirtschaft als Basis zukünftiger Geschäftsmodelle? Am 27.09.2019 diskutierten rund 165 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe über die Zukunft des (zirkulären) Wirtschaftens in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Mit dabei waren u.a. Prof. Michael Braungart – der Vater des Cradle to Cradle-Gedankens, Zero-waste-Expertin Milena Glimbovski, der Ständige Vertreter der Abteilung Wirtschaftspolitik vom Wirtschaftsministerium NRW Reinhold Rünker, SCHÜCO-Nachhaltigkeitsmanager Stefan Rohrmus und PreZero Service Westfalen-Geschäftsführer Jürgen Kaiser.

Produktnutzen ohne Rohstoffverbrauch – eine Utopie oder doch machbar? Das Neudenken von Prozessen und Werkstoffen in möglichst endlosen Verwertungszyklen – einer Kreislaufwirtschaft – ist die logische Konsequenz des Klimawandels und seinen Folgen. Hierbei liefern z.B. alte, nicht mehr genutzte Produkte die Ausgangsstoffe für neue Waren – wertvolle Rohstoffe werden so geschont. Die Kreislaufwirtschaft gilt daher als ein möglicher Ansatz, um bestehende Prozesse und Geschäftsmodelle effizient für die Zukunft auszurichten.

Im Zukunftskonzept 2025 des Kreis Lippe hat das Thema Kreislaufwirtschaft einen festen Platz. „Ostwestfalen-Lippe bietet ein großes Potential für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Zum einen sind in OWL eine Großzahl an KMUs ansässig, die meist flexibel Investitionsentscheidungen zugunsten neuer Wertschöpfungsformen treffen können. Weiterhin bietet die industrielle Struktur OWL’s die Chance, Treiber vor Ort zu finden, die aufgrund ihrer Branchentätigkeit (z.B. Sekundärrohstoffverarbeitende Unternehmen, Kunststoff-, Papier- oder Metallindustrie) und sich ändernden Rahmenbedingungen an Prozessänderungen interessiert sind“, sagt Dr. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe. Dr. Ute Röder, Fachgebietsleiterin Umwelt/ Energie beim Kreis Lippe ergänzt: „Die Partner von Lippe zirkulär haben sich zum Ziel gesetzt, die wesentlichen Hemmnisse im Bereich der Nachhaltigkeit, z.B. fehlender Wettbewerbsdruck, schwache Rentabilität des Nachhaltigkeitsmanagements, zu adressieren, z.B. durch gemeinsame Pilotprojekte oder Investitionen in Wissenschaft und Forschung.“

Prof. Jürgen Krahl, Präsident der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), kann Röders Aussage nur zustimmen. „Dort, wo Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kooperieren, entsteht neues Wissen, das zu Innovationen und Unternehmens-gründungen führt. Im Lehr- und Forschungsbetrieb sehen wir täglich, dass Technologien und Lösungsansätze ein kreatives Umfeld benötigen, in denen Lösungsansätze reifen können. An der TH OWL forschen wir bereits zu wichtigen Zukunftsfragen, die an die Kreislaufwirtschaft gekoppelt sind, u.a. in den Feldern Energie, Umwelt, Lebensmittel, Werkstoffe und Digitalisierung.“

„Zirkuläre Wertschöpfung ist ein „Ermöglichungs“-Programm, das hohe Qualität und „gute“ Arbeit vereint“, sagt Reinhold Rünker, ständiger Vertreter der Abteilung Wirtschaftspolitik des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Effizienz schreibt lediglich die lineare Wirtschaftsentwicklung fort, indem es kostenorientiert das Verhältnis von Input zu Output verbessert (Recycling, Reuse). Zirkuläre Wirtschaft braucht aber ein Qualitätsmodell – also bessere Materialien, Prozesse und Produkte. Es geht um Reuse, Upcycling und Rethink. Nur so wird unsere hochwertige Industrie eine Perspektive haben“, argumentiert Rünker. Um Investitionen in innovative Verfahren und Geschäftsmodelle zur Sicherung der Ressourceneffektivität zu gewährleisten, kann ein produktorientierter Ansatz, in dem Rohstoffe gebraucht und weniger verbraucht werden, die Lösung sein.

Dieses Fazit dürfte im Sinne von Prof. Michael Braungart, Professor für Öko-Design an der Leuphana Universität Lüneburg und Vater des Cradle to Cradle-Gedankens (C2C), sein. Braungart ging in seinem Vortrag sogar noch ein Stück weiter und argumentierte, dass Öko-Effektivität nur erreicht werden könne, wenn umfassende Qualität und Nützlichkeit von Produkten zukünftig höhere Priorität genießen als die Herstellungseffizienz. „Während wir derzeit nur auf die Effizienz von Produkten und Prozessen schauen, sollte der Fokus wieder auf die Effektivität gelegt werden“, so Braungart.

Beispiele aus der Praxis lieferten Stefan Rohrmus, Nachhaltigkeitsmanager bei SCHÜCO International, Jürgen Kaiser, Geschäftsführer von PreZero Service Westfalen – ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe, und Milena Glimbovski, Gründerin von "Original unverpackt", Achtsamkeits- und Nachhaltigkeitsexpertin.

Rohrmus stellte in seiner Präsentation den verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen im Gebäudesektor in den Mittelpunkt und zeigte, wie SCHÜCO die C2C-Prinzipien in seiner Nachhaltigkeitsstrategie verankert hat. Kaiser zeigte indes, dass die Schwarz-Gruppe neben den gängigen Instrumenten, wie Plastikreduzierung und -recyceln, zukünftig auf Redesign setzt. „Durch die Vermeidung von überflüssigen Verpackungsbestandteilen, die Überarbeitung der Verpackungszusammensetzung oder einer neuen Verpa-ckungsgestaltung sparen wir zukünftig mehrere hundert Tonnen Plastik ohne Nachteile für den Verbraucher zu generieren“, so Kaiser. Glimbovski verdeutlichte in ihrer Keynote, dass der „Zero waste“-Gedanke ganz einfach in den Alltag integriert werden kann – „Hürden existieren meist nur in den Köpfen“, sagt sie. Glimbovski argumentiert, dass ein Unternehmen nur so nachhaltig sein könne, wie die Menschen, die es beschäftigt. „Es beginnt mit der Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, erst danach können weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Abfall (z.B. loser Tee, Getränke in Glas-Mehrwegflaschen) folgen."

In einer Talkrunde diskutierten Vertreter und Anwender zirkulärer Wertschöpfung mit dem Auditorium, wie diese „neuen“ Ideen ertragreich in zukünftige Arbeitsprozesse eingebracht werden können. Rund um die Veranstaltung fand eine Ausstellung mit BEST PRACTICE-Beispielen statt, die über regionale, unternehmerische und forschungsorientierte Ansätze informierte. So stand die EnergieAgentur NRW etwa Rede und Antwort zum Thema Finanzierungs- und Geschäftsmodelle. Beispiele aus Hochschule, Industrie und Handwerk zeigten, welche Potenziale die zirkuläre Wertschöp-fung hinsichtlich Kostensenkung und Wachstum bereithält.

Pressemitteilung des Future Energy – Institut für Energieforschung, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Lippe zirkulär initiiert durch den Kreis Lippe hat zum Ziel, Zirkuläre Wertschöpfung im Kreis Lippe zu fördern. Folgende Kooperationspartner haben die Einladung von Dr. Ute Röder angenommen, sich kreativ dafür einzusetzen:

Bertelsmann Stiftung + CirConomyOWL + Effizienz-Agentur NRW + EnergieAgentur.NRW + Energie Impuls OWL e.V. + Fachhochschule Bielefeld + Future Energy - Institution für Energieforschung + Gesellschaft für Abfallentsorgung Lippe + Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe + Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold + Institut für Technische Energie-Systeme (ITES) + KlimaPakt Lippe + Kreis Lippe - Energie und Umwelt + Kreis Lippe - Kreiswirtschaftsförderung + PreZero Service Westfalen GmbH & Co. KG + Stadt Bielefeld - Dezernat für Umwelt- und Klimaschutz + Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe + Ungehobelt - Die Tischlerei + Stückweise – Unverpackt Detmold + Universität Paderborn + Verein Deutscher Ingenieure Ostwestfalen-Lippe e.V.

Die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft stellt uns in den Bereichen Kunststoff- und Elektrotechnik vor neue Herausforderungen. In der Automobilbranche, die diese Bereiche in komplexer Art und Weise vereint, wird dies besonders deutlich. Im Rahmen des gestrigen Vortrags von Herrn Coder (Masterstudent bei ZF in Bielefeld)  und der anschließenden Diskussionsrunde wurden einige der Probleme aufgezeigt und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Trotz aller zu nehmenden Hürden sehen wir ein großes Potential diesen Markt in den kommenden Jahren ressourceneffizienter und nachhaltiger zu gestalten. Besonders interessiert an dem Thema der „circular economy“ waren die Gäste aus Nicaragua: Prof. Norman Andrés Reyes und die Studenten Mauricio Jose Rojas Rayo und Morales Vanegas Engels Orlando von der Universität ULSA (Universidad Tecnológica La Salle) aus León in Nicaragua.

Die sehr positive Resonanz auf der Hannover Messe 2019 bestärkt uns, das Thema Circular Economy weiterhin mit vollem Elan anzugehen:

  • Am OWL-Gemeinschaftsstand haben wir das Thema im direkten Umfeld von Weltmarktführern der Automatisierungstechnik, mittelständischen Maschinenbauern, interdisziplinären Forschungsinstituten sowie Startups präsentiert.
  • Aus dem NRW-Wirtschaftsministerium hat uns Abteilungsleiter Karl-Uwe Büthof besucht. Mit der NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser haben wir zudem die Kooperationsmöglichkeiten mit dem Umweltministerium erörtert.
  • Im Rahmen des Besuchs einer Projektleiterin des DIN e.V. konnten wir strategische Überlegungen zur Normung von Circular Economy-Produkten oder -Prozessen diskutieren.
  • Im Laufe der Messe informierten sich u.a. OWL-Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, die NRW-Landtagsabgeordnete und Digitalisierungsexpertin Christina Kampmann sowie weitere hochrangige Delegationen über unser Circular Economy-Projekt.
  • Am Messedonnerstag besuchte uns der VDI-Direktor Ralph Appel, um uns mitzuteilen, dass die VDI-Gremien die Circular Economy-Strategie zum bundesweiten VDI-Fokusthema für 2020 gewählt haben. Damit können wir jetzt mit der geballten Unterstützung der VDI-Ingenieurwelt rechnen.

Perspektiven: In der Präsentation auf unserem Messestand hatten wir die Sustainable Development Goals (SDGs) herausgestellt und gefragt, welche Beiträge die Technikwelt zur Erreichung dieser UN-Nachhaltigkeitsziele leisten kann. Dabei formulierten gerade junge Ingenieurinnen und Ingenieure ihren persönlichen Antrieb für Innovationen vor diesem Hintergrund.

Das Thema Zirkuläre Wertschöpfung hat sich über den VDI OWL hinaus - zusammen mit anderen Partnern der Region - zum TOP-Thema für unseren Industriestandort entwickelt. Dieses Resümee zogen die VDI OWL Mitglieder, die sich aktiv in und außerhalb des VDI OWL für diesen Ansatz engagieren. Auch für die Zukunft versteht sich der VDI OWL als Netzwerk-Plattform für die aktiven Player, der Institutionen und Interessierten, die das Thema Zirkuläre Wertschöpfung in OWL weiter voranbringen wollen.

„Anfangs haben wir den Samen gesetzt, jetzt ist der VDI OWL Nährboden oder Fundament für gemeinsame Aktivitäten mit unseren Netzwerkpartnern für das Ökosystem Zirkuläre Wertschöpfung“, so Fabian Schoden, Vorstand VDI OWL/Social Media. "Darüberhinaus haben wir das Thema über die Grenzen von OWL auf die VDI Landesebene NRW gebracht." Mit Klaus Meyer als VDI NRW Vorsitzenden haben VDI-Mitglieder mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Hochschule aus NRW regionale Ansätze Zirkulärer Wertschöpfung bei den VDI Impulsgesprächen NRW diskutiert.

Dezember 2018: Eine neue Denkschule der zirkulären Wertschöpfung hat sich 2018 in OWL verbreitet. Die zunehmende Kreislaufwirtschaft ist dem VDI OWL, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) und dem Regionalbüro Bielefeld der Effizienz-Agentur Nordrhein-Westfalen (EFA NRW) zu verdanken. Sie haben über ihre sechsteilige Reihe „Circular Economy“ mehr als 200 Fachkräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erreicht. Zur Abschlussveranstaltung der Reihe für 2018 trafen sich jetzt bei WAGO in Minden über 60 Gäste.   

Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung standen Impulse und Diskussionen zum Thema. Bianka Engelmann, Umwelttechnikingenieurin bei der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG, sprach über die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment) im Unternehmen. Mario Koch, Geschäftsführer von makoni design, demonstrierte anhand seiner Designer-Klavierhocker, wie der Effizienzgedanke bereits bei der Produktgestaltung greifen kann.

Der VDI Ostwestfalen-Lippe, Projektgruppe Zirkuläre Wertschöpfung, und die IHK Ostwestfalen-Lippe luden 2018 gemeinsam mit der Effizienz-Agentur NRW Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Hochschule und Zivilgesellschaft zur Veranstaltungsreihe „Mit ressourceneffizienten Produkten zu einer Circular Economy“ ein. Die Reihe informiert, wie Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen in kleinen Schritten sowohl ressourceneffizient als auch wirtschaftlich gestalten können.

Zum Artikel aus den VDI Nachrichten vom 27. April 2018

Mai 2018: Zur dritten Veranstaltung „Circular Economy in Lehre und Forschung“ kamen rund drei Dutzend Interessierte aus ganz OWL – von Kommunen, Hochschulen, Unternehmen und Verbänden – an den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule (FH) Bielefeld.

Den effizienten Einsatz von Ressourcen, nachhaltiges Wirtschaften, Beratungs- und Fördermöglichkeiten thematisierte eingangs Lisa Venhues, Beraterin der EFA, Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz in NRW. Sie stellte den PIUS-Check für Produktintegrierten Umweltschutz und Beispiele aus der Praxis für klimafreundliche Produkte von der Materialauswahl über das Design bis zur Herstellung vor.

„Wir bieten seit dem Wintersemester 2017/2018 Vorlesungen und Seminare zum Thema zirkuläre Wertschöpfung an, betreuen Projektarbeiten und führen seit Jahren Forschungsprojekte durch“, erklärte Professorin Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, die an der FH am Forschungsschwerpunkt Intelligente Technische Energie-Systeme (FSP ITES) tätig ist

März 2018 - Veranstaltungsreihe "Circular Economy" machte mit dem Thema "Neue Geschäftsmodelle" im Gütersloher CER Station: „Grüne“ Geschäftsideen auf die Leinwand bringen

Thema des Workshops war die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle mit der Methode Business-Model Canvas. Dabei war die Kreativität der rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt.

Wer erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln möchte, braucht den Blick über den Tellerrand, Eingebung, Kreativität, eine Portion Glück – und Struktur. Das Business-Model Canvas (deutsch Leinwand) hat sich zum Mittel der Wahl entwickelt, um neue Geschäftsmodelle und Ideen zu visualisieren und zu testen, ob diese auch unternehmerisch sinnvoll sind. Ungewohnte Fragestellungen bzw. Denkkategorien ermöglichen es den Anwendern, aus bestehenden Denkmustern auszubrechen und neue Ideen zu entwickeln.

Friederike DavidVDI OWL/Katrin Biller

Friederike David

Hauptamtlich für "CirQualityOWL"
Uwe Lück VDI OWL/Nitschke Fotografen

Uwe Lück

Ansprechpartner im Ehrenamt
Prof. Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-HellkampVDI OWL/Nitschke Fotographen

Prof. Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp

Ansprechpartnerin im Ehrenamt