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Zirkuläre Wertschöpfung

Bild: Adobe-Stock_willyam

Zirkuläre Wertschöpfung - Vision und Mission

Circular Economy – Produkte endlos denken

Viele Produkte werden mit hohem Einsatz von exzellenter Ingenieurkunst hergestellt, um nach Benutzung am Ende auf dem Müll zu landen. Wiederverwertung ist die Ausnahme, bei seltenen Erden z.B. liegt die Rückgewinnung weit unter 1%! In der Circular Economy, der zirkulären Wertschöpfung, geht es darum, Produkte von der ersten Idee an so zu entwickeln, dass alle Komponenten nach ihrem Gebrauch werthaltig (!) in einen neuen Wertschöpfungsprozess eingehen können und kein Restmüll entsteht.

Aktuell verschärfen die zunehmenden Verbundwerkstoffe, die Durchdringung mit Mikroelektronik (IoT) oder ausgeschöpfte Deponiemöglichkeiten gerade die Herausforderungen. Große Chancen also für neu gedachte Technik, die ihre Leistungsfähigkeit nach Nutzen und nicht nach Materialeinsatz und Tonnage definiert.

Circular Economy bedient die aktuellen 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und die Europäische Union hat einen umfassenden Aktionsplan dazu erstellt, der alle zukünftigen EU-Programme prägen wird. Mit gutem Grund: Internationale Standorte mit hoher Produktionskompetenz bereiten sich bereits aktiv auf Circular Economy vor, um die Wachstumsbedarfe in den Wirtschaftssystemen, den Märkten der Welt mit seinen sieben – bald zehn – Milliarden Menschen dann tatsächlich nachhaltig und robust bedienen zu können.

Eine Zukunftsaufgabe für alle Ingenieurdisziplinen, die der VDI mit diesem Fokusthema und der aktiven Kompetenz seiner Mitglieder angeht.

Zirkuläre Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und mehr: das Projekt CirQuality OWL

Ein Podcast von und mit Social Media Schnack

 

Bei Social Media Schnack - im Gespräch mit Thorsten Ising und Frank Michna - haben wir unsere Initiative CirQuality OWLvorgestellt: Wie es dazu kam, welche Impulse und Dynamiken es vorher gab, welche Ziele wir (erreicht) haben, was wir machen, wer beteiligt ist, mit wem wir kooperieren, wohin es gehen soll und wie die nächsten Schritte sind.

Hier geht es direkt zum Podcast!

Herzliche Grüße

Almut Rademacher/owl maschinenbau, Ulrike Künnemann/InnoZent OWL und Friederike David/VDI Verein Deutscher Ingenieure Ostwestfalen-Lippe.

Politik trifft auf ostwestfälische Wirtschaft

CirQuality OWL lud am 23. November 2021 zum virtuellen Hintergrundgespräch ein

Am 23.11.2021 waren Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus Ostwestfalen-Lippe im Rahmen der Initiative CirQuality OWL eingeladen, einen Einblick in konkrete Circular Economy Ansätze in Unternehmen zu gewinnen. Drei regionale Unternehmen stellten vor, wie sie sich engagiert und sehr erfolgreich auf den Weg gemacht haben, um Stoffströme und Produkte in Kreisläufe zu bringen. Das Gespräch war der Auftakt für einen Dialog zwischen Wirtschaft und Politik, der die Schaffung von transformativen Allianzen unterstützen soll.

Die drei regionalen Unternehmen waren:

  • Weidmueller Interface GmbH & Co. KG, Detmold, Mark Edler, Vice President Global Environment, Health, Safety und Dr. Eberhard Niggemann, Leiter der Weidmüller Akademie,
  • Windmöller GmbH, Detmold, Annika Windmöller,Leitung Unternehmenskommunikation undDr. Thomas Hohberg, Vertriebsleiter OEM / Bodensysteme,
  • ZF Friedrichshafen AG, Standort Bielefeld, Jörg Witthöft, Senior Manager,

Mit vielfältigen, inspirierenden Konzepten und Lösungen haben sie die Runde beeindruckt und aufgezeigt, wie sie mit ihren Ansätzen für eine Circular Economy zu den Vorreitern in der Region zählen.

Produkt- und Stoffkreisläufe nach Circular Economy Ansätzen zu gestalten, ist  in der Praxis noch kein Selbstläufer und stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Besonders schwierig ist z.B. die Kreislaufführung von langlebigen Produkten, da nicht absehbar ist, ob erlaubte Inhaltsstoffe von heute nicht als Schadstoffe in 10-30 Jahren eingestuft werden. Weiterhin gibt es viele gesetzliche Regelungen, die Kreisläufe aktuell eher behindern und ausbremsen als fördern, z.B. unzureichende Müllvermeidungsstrategien, die immer noch zu einem hohen Verlust von Wertstoffen führen oder fehlende Anreizsysteme zur Erstellung von CO2 reduzierten Produkten.

Folgende Wünsche wurden an die Politik formuliert:

  • Die Rahmenbedingungen und Gesetze für eine Circular Economy sollten praxisnah gestaltet werden. Nachhaltigkeitsaktivitäten sollten gefördert und unterstützt werden anstatt sie zu behindern.
  • Dafür sind weltweite bzw. mindestens EU einheitliche Regeln und Gesetze erforderlich.
  • Als Bewertungs- und Entscheidungskriterien sollten wissenschaftliche Fakten wie Ökobilanzen oder EPDs (Environmental Product Declaration) als Grundlage genommen werden. Die Festlegung von Recyclingquoten ist kein zwingend sinnvoller Maßstab.
  • Die Herstellung von CO2 reduzierten Produkten sollte gefördert werden, ebenso die Aufarbeitung von Produkten (versus Neuprodukte) sowie die Schaffung von Wertstoffen.
  • Gleichzeitig sollte es Auflagen zur Verhinderung von Abfällen und Vorgaben zur Reduzierung der produktspezifischen CO2 Bilanz geben.
  • Die Transparenz bezüglich einer Klimaneutralität sollte erhöht werden. Aktuell werden Produkte und Dienstleistungen als klimaneutral beworben, die durch CO2-Kompensationsmaßnahmen (Green Buying) klimaneutral „gerechnet“ wurden. Zukünftig sollten Kompensationen transparent und separat ausgewiesen werden. Dies ist notwendig, um tatsächliche Verbesserungen in Prozessen, Geschäftsmodellen usw. klarer sichtbar und somit attraktiver zu machen.
  • Die Übergänge vom Abfall- zum Produktrecht (REACH, ROHS usw.) sollten überarbeitet und praxisnäher gestaltet werden.
  • Sortier- und Recyclingtechnologien sollten weiterentwickelt werden.
  • Mit ihrem Beschaffungsvolumen von 300 - 500 Milliarden Euro kann die öffentliche Hand in Deutschland auf der Nachfragerseite eine sehr große Lenkungswirkung hin zu kreislauffähigen Produkten und Materialien erzielen.

Dieser Dialog zwischen Politik und ostwestfälischer Wirtschaft hat seinen Anfang gemacht und soll weitergeführt werden, denn uns interessiert:

  • wie Vertreter:innen der Politik im Rahmen Ihrer politischen Funktionen den Prozess zu einer Circular Economy in OWL unterstützen können;
  • wie Allianzen zwischen Politik & Wirtschaft aussehen können, um die drängenden ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern.

 

Teilnehmende aus der Politik

  • Wibke Brems, MdL, GRÜNE, Gütersloh
  • Karin Bültmann, GRÜNE, Wirtschaft und Landesentwicklung, Düsseldorf
  • Georg Fortmeier, MdL, SPD, Gütersloh-Bielefeld
  • Christina Kampmann, MdL, SPD, Bielefeld
  • Patrick Bockwinkel, wissenschaftl. Mitarbeiter von Ellen Stock, MdL, SPD, Lippe
  • Bernhard Hoppe-Biermeyer, MdL, CDU, Paderborn
  • André Kuper, MdL, CDU, Gütersloh
  • Bianca Winkelmann, MdL, CDU, Minden-Lübbecke
  • Kerstin Vieregge, MdB, CDU, Lippe
  • Marc Lürbke, MdL, FDP, Paderborn

Teilnehmende aus Ministerium und Zivilgesellschaft

  • Reinhold Rünker, Abteilung III – Wirtschaftspolitik, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • Dr. Ole Wintermann, Agenda Nachhaltige Transformation, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh

Den ausführlichen Bericht mit der Vorstellung der drei Unternehmen und dem Statement von Reinhold Rünker, Abteilung III – Wirtschaftspolitik des Wirtschaftsministeriums NRW (MWIDE) finden Sie auf unserer Website der Initiative Cirquality OWL oder hier als Download: Politik trifft auf ostwestfälische Wirtschaft.

Kooperationen

Die Konsortiums-Partner - neben dem VDI OWL - sind:

Kooperationspartner von CirQuality OWL sind:

VDI NRW