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Themenübersicht

Der Einsatz künstlicher Intelligenz in der zirkulären Wertschöpfung: KI-Automation und Praxisbeispiele

Jörg Witthöft -Werkleiter, ZF Friedrichshafen AG

Am Bielefelder Standort der ZF Friedrichshafen AG finden sich mitunter die ersten Cradle-to-Cradle zertifizierten Betriebsprozesse in der
Automobilbranche. Seit drei Jahren erprobt Jörg Witthöft den Einsatz von KI für visuelle Zustandsprüfungen gebrauchter Bauteile. Die erste KI-basierte Prüfungsanlage ist bereits seit zwei Jahren im Betrieb. In seinem Vortrag stellt Jörg Witthöft erlebte Chancen und Herausforderungen von KI in der zirkulären Rückführung von Wertstoffen vor.

Wilhelm Klat - Geschäftsführer, CircoVision UG


Die in Paderborn ansässige CircoVision UG ist auf die Erprobung und den Maschinenbau von KI für Anwendungsfälle aus der zirkulären Wertschöpfung spezialisiert. In zahlreichen branchenübergreifenden PoC-Projekten konnte die CircoVision UG die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von KI bei repetitiven visuellen Prüfungsvorgänge komplexer Produkttypen und Abnutzungsspuren nachweisen. In seinem Vortrag stellt Wilhelm Klat eine bewährte Blaupause zur Erprobung von Computer Vision im industriellen Kontext sowie technische Chancen und Grenzen von KI-Automation in der zirkulären Wertschöpfung vor.

ReUSe and Trade, Katharina Dombrowski


ReUse and Trade ist eine Online-Handelsplattform für den Business-Bereich. Bei uns können Unternehmen Materialien und Produkte verkaufen, die sie nicht mehr benötigen. Andere Unternehmen oder Privatpersonen können diese Produkte dann zu einem attraktiven Preis über unseren Shop direkt beim Verkäufer erwerben. Beide Seiten profitieren dabei von einem finanziellen Vorteil und verbessern ihr Umweltimage. Denn bei der Wiederverwendung statt dem Recycling werden wertvolle Ressourcen geschont, Abfälle vermieden und CO2 Emissionen reduziert.

Impulsgeberin: Katharina Dombrowski, Geschäftsführerin
ReUse and Trade - Die B2B-Online Handelsplattform

Concular und Restado, Annabelle von Reutern

Concular maximiert die Ressourcen-Effizienz von Bauprojekten und minimiert den ökologischen Fußabdruck durch die Wiederverwendung von Baumaterialien und Bauteilen. Damit geht Concular den nächsten Schritt in Richtung kreislaufgerechte Bauwirtschaft und ergänzt die Plattform Restado, die die beiden Gründer vor acht Jahren ins Leben gerufen haben. Ziel ist es, mit beiden Plattformen so viele Baustoffe wie möglich wiederzuverwenden, um neue Baustoffe einzusparen. Materialwiederverwendung zu ermöglichen und professionelles, kreislaufgerechtes Planen und Bauen zu entwickeln – das ist ihre Mission.

Impulsgeberin: Annabelle von Reutern, Projektmanagement, Kommunikation
restado - Marktplatz für zirkuläre Baustoffe - www.restado.de
Concular - Plattform für zirkuläres Bauen - www.concular.com
Mitglied der DGNB

ROOF WATER-FARM zeigt auf, dass Häuser und Wohnquartiere anstelle von Abwasser frisches Betriebswasser und Nährstoffe für die Wiedernutzung im Haushalt und das Farming auf dem Dach und im Innenhof produzieren können. Dabei kommen Hydroponik und Aquaponik als gebäudeintegrierbare, wasserbasierte Farmingtechnologien zum Einsatz. Sie produzieren frisches Gemüse und frischen Fisch als positiver Beitrag zum Klimawandel. Weitere Infos!

Der SHOWER-TOWER ist der Prototyp einer mobilen und wasserkreislauf-basierten Vertikalfarm. Am Standort einer Beachvolleyballanlage im Berliner Gleisdreieckpark wird anfallendes Duschwasser rein biologisch und mechanisch aufbereitet und in ein qualitativ hochwertiges Bewässerungswasser verwandelt. Anstelle teuren Trinkwassers kommt das ehemalige Grauwasser nun dem produktiven Stadtgrün in Form frischer Salate, Kräuter oder eßbarer Blüten kulinarisch und klimapositiv zugute. Weitere Infos!

Dr.-Ing. Grit Bürgow, Projektkoordinatorin & Dozentin

TU Berlin, Fakultät VI Planen - Bauen – Umwelt, Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR), Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen  

aquatectura - studio Berlin

 

Weiterführende Links und Informationen:

Auf dem Trockenen - Der neue Kampf ums Wasser: Der Klimawandel ist in Berlin und Brandenburg kein Zukunftsproblem mehr. Wegen der Trockenheit ist auch hier längst ein Kampf ums Wasser ausgebrochen. Doch nur wenige erkennen den Ernst der Lage. Sitzen wir schon bald auf dem Trockenen? - Doku des rrb

 

Die Wasserretter - Kampf gegen die Trockenheit: Wir spülen kostbares Trinkwasser die Toilette hinunter - und das in Zeiten, in denen Wasser knapp wird. Dürren drohen, auch in Deutschland. Doch das ist kein unabwendbares Schicksal. - Doku des ZDF

 

ROOF WATER FARM: Handlungsempfehlungen - Hygienische Aspekte gebäudeintegrierter Farmwirtschaft in Verbindung mit gebäudeintegriertem Wasserrecycling: Frischer Fisch und frisches Gemüse direkt vom Dach produziert mit aufbereitetem Wasser aus dem Gebäude, das ist die Vision von ROOF WATER-FARM. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt untersuchte erstmalig, wie sich Leichtbaufarmtechnologien wie Aquaponik und Hydroponik mit dezentralen Technologien zur Betriebswassernutzung und Düngemittelproduktion im und am Gebäude kombinieren lassen.

 

Mobile blau-grüne Infrastruktur (BGI): Multidimensionale Leistungen für ein sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Flächen- und Stoffstrommanagement

 

Handbuch ROOF WATER-FARM:

Online

Buchbestellung 

 

Svenja Detto, nuuwaï

► Vegane Taschen aus AppleSkin

nuuwaï ist ein Hannoveraner Start-Up, das Handtaschen und Accessoires aus veganem „Apfelleder“ (AppleSkin) herstellt. AppleSkin ist eine nachhaltige und vegane Alternative zu tierischem Leder und wird aus den Abfällen der Saftindustrie hergestellt. Als Innenfutter wird ein Polyester aus recyceltem Meeresplastik aus dem „Upcycling Oceans“-Projekt der ECOALF-Stiftung verwendet. Das Label ist PETA-approved vegan und alle Taschen werden unter fairen Bedingungen hergestellt. 

Anja Vogel, Papierverarbeitung Vogel GmbH

► Verpackungen aus Pflanzenabfällen

Die Vogel GmbH ist ein Hersteller von flexiblen Verpackungen. Das Unternehmen legt den Fokus darauf, für seine Kunden aus der Lebensmittelbranche nachhaltige Verpackungslösungen zu finden. Als Rohstoffe werden Papiere aus Pflanzenabfällen wie Gras oder andere landwirtschaftliche Abfälle verwendet. Von einer geernteten Pflanze gehen nur ca. 15-20% in die Lebensmittelherstellung. Der restliche Abfall der Pflanzen kann für die Papierherstellung genutzt werden. Das Papier kann im Verarbeitungsprozess zur fertigen Verpackung mit unterschiedlichen Funktionen (wie z.B. Siegelfähigkeit) veredelt werden. Abschließend gibt der Endkonsument die Verpackung im Papierrecycling zurück in den Kreislauf.

Tanja Kliewe-Meyer, like a bird

like a bird zeigt am Beispiel der Verwendung von Rosenviskose und Kaffeekarbon, dass es neben gängigen nachhaltigen Materialien wie OrganicCotton, Leinen und Tencel, innovative Alternativen mit Mehrwert gibt. Rosenviskose wird besonders energie- und wasserschonend hergestellt und ist am Ende des Tragezyklus kompostierbar. Kaffeekarbon wird aus den Abfällen der Kaffeeindustrie hergestellt und bildet eine organische Alternative zum umweltschädlichen Polyester.

Wird die Ökobilanz künftig zum Standard? Was beinhaltet eine Ökobilanz? Wie komplex ist das Ganze? Und lohnt sich der Aufwand in der Praxis?

Eine Ökobilanz (auch bekannt als Lebenszyklusanalyse, Umweltbilanz, Environmental Product Declaration / EPD oder Life Cycle Assessment / LCA) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges. Zur Ökobilanz gehören sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung des Produktes sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z.B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).
Die Ökobilanz bietet ein wirkungsvolles Instrument, um Kriterien und Entscheidungshilfen für die nachhaltige, umweltfreundliche und zirkuläre Entwicklung von Produkten herzuleiten. Weitere Effekte können das Identifizieren von Einsparpotenzialen sowie die Erarbeitung von Kriterien zur Bewertung von Investitionen, Logistikkonzepten und Lieferanten sein.

Die Windmöller GmbH mit drei Unternehmensstandorten in OWL und rund 500 Mitarbeitern produziert innovative Bodenbeläge, Akustiksysteme und Holzwerkstofflösungen.
Das Thema Nachhaltigkeit hat bei der Windmöller GmbH bereits eine lange Tradition. Seit 2004 bietet das Portfolio an Böden u.a. den weltweit ersten Bioboden auf Polyurethanbasis. Basis ist der Hochleistungsverbundwerkstoff ecuran aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen und natürlichen Füllstoffen. Natürliche Öle wie Raps- oder Rizinusöl ersetzen üblicherweise genutzte petrochemische Polyole. Auf den Zusatz von Chlor, Weichmachern und Lösemitteln wird verzichtet. Der PURLINE Bioboden wurde bereits mehrfach prämiert und ist Cradle to Cradle Silber zertifiziert.

Bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen geht es in der Praxis häufig darum, diese an Prioritäten auszurichten und miteinander abzustimmen. Oberste Priorität hat bei Windmöller das Thema Gesundheitsschutz, d.h. die Produkte sollen emissionsarm sowie frei von Gerüchen, Gefahrstoffen und Weichmachern sein. Eine weitere Priorität liegt auf dem Aspekt der Langlebigkeit, d.h. Produkte müssen maximal belastbar, licht- und beständig gegen Reinigungsmittel sein. Anschließend folgt der ökologische Fußabdruck mit einem möglichst geringen Ressourcenverbrauch, der Verwendung nachwachsender Rohstoffe, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Schaffung einer Kreislauffähigkeit. Diese drei Kategorien müssen dann noch eine große Dekorvielfalt sowie verschiedenste Formen von Verlegevarianten ermöglichen. 

Windmöller Produkte sind mit einer Vielzahl von Siegeln ausgezeichnet. Für das Unternehmen bedeutet jedoch insbesondere die Cradle to Cradle Zertifizierung eine hohe Transparenz und Glaubwürdigkeit nach außen und das in einem internationalen Maßstab. 

Im Gegensatz zu Siegeln stellen Ökobilanzen weder eine Auszeichnung des Produktes dar, noch sind sie ein Leistungszertifikat. Des Weiteren ist die Erstellung von Ökobilanzen mit diversen Herausforderungen verbunden. Aktuell gibt es keine einheitlichen Datenbanken sowie Abweichungen zwischen den am Markt befindlichen Datenbanken. Auch die Datentransparenz ist teilweise nur schwer nachvollziehbar und beinhaltet gewisse Unschärfen durch Abschätzungen, Mittelwerte, Worst-Case-Szenarien oder Analogieschlüsse. Daten können sich im Verlauf der Zeit ändern, was zu neuen Produktbewertungen führt. Schwierig ist auch die Frage bezüglich der Systemgrenzen und der Definition der Lieferketten.
Ökobilanzen können missbraucht werden, um unseriöse Vergleiche zwischen Produkten herzustellen. Sie können in einem gewissen Maße manipuliert werden, indem z.B. eine unrealistische bzw. unübliche Nutzungsdauer von Produkten zu Grunde gelegt wird oder die die Annahmen zu tatsächlichen Recyclingquoten nur fiktiv sind.

Trotz all dieser Einschränkungen spielen sie bei Windmöller eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen eine wissenschaftliche Transparenz hinsichtlich der Umweltauswirkungen und erfordern eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Produkt.

Ökobilanzen leisten einen Beitrag zur Steuerung der Produktentwicklung. Sie geben eine Übersicht, wo das Unternehmen mit seinen Produkten steht. Betrachtet werden der gesamte Lebenszyklus sowie die Rohstoffauswahl, was zu einer Produktoptimierung sowie zu einer strategischen Produktentwicklung führt.

Sie erzeugen einen Kundennutzen, indem sie eine Grundlage für z.B. Gebäudezertifizierungen wie DGNB/LEED/BREEAM bieten. Sie ermöglichen faktenbasierte Argumentationen und damit eine Transparenz sowie bedingte Produktvergleiche.

Ökobilanzen bieten Unternehmen eine Grundlage für langfristige Orientierung und Strategien. Damit sind Unternehmen eher davor geschützt, von zu vielen Einzeltrends getrieben zu werden.
Sie dienen perspektivisch als Grundlage zur Ermittlung von Abgaben und Bilanzen, z.B. mit Blick auf CO2 Abgaben oder Ausgleichszahlungen oder bezüglich Kostenbeteiligungen an z.B. Rücknahmesystemen mit Blick auf EPR (Extended Producer Responsibility).

Als Fazit hält Dr. Thomas Hohberg für die Firma Windmöller fest:

  • Eine nachhaltige Entwicklung geht nur mit Messbarkeit und wissenschaftlicher Expertise einher.
  • Ökobilanzen sind noch nicht perfekt, aber das Beste was wir haben.
  • Schon jetzt bieten sie Unternehmen viele Vorteile nach Innen und Außen.
  • Für interessierte Laien sind sie schwer zu verstehen.
  • Ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen sowie ein sparsamer Marketingeinsatz sind wichtig.
  • Unser Wunsch: Auch die Politik sollte sich an Fakten orientieren und langfristig gültige Rahmenbedingungen schaffen.

Die Ökobilanzen / EPDs (Environmental Product Declaration) wurden nach ISO 14025 und EN 15804 erstellt und sind auf der Webseite des Instituts Bauen und Umwelt e.V. in Berlin einsehbar.

https://ibu-epd.com/veroeffentlichte-epds/

 

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie auch im neuen virtuellen Showroom https://showroom.wineo.de/

Eingeladen hatten InnoZent OWL e.V., der Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen-Lippe e.V. und die IHK Lippe zu Detmold in Kooperation mit der Effizienz-Agentur NRW im Rahmen von CirQuality OWL. Der Workshop war Teil der Veranstaltungsreihe solutions – dem OWL Forum für Technologie und Innovation.

Das Vorhaben Cirquality OWL wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Land NRW gefördert.

Eine Ökobilanz (auch bekannt als Lebenszyklusanalyse, Umweltbilanz, Environmental Product Declaration / EPD oder Life Cycle Assessment / LCA) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges. Zur Ökobilanz gehören sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung des Produktes sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z. B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).

Der Ecolizer ist ein webbasiertes Tool, mit dem Produktdesigner, Konstrukteure und Unternehmer die Umwelteinflüsse ihrer Produkte ermitteln können – und das schnell, einfach und kostenfrei. So kann eine Grundlage geschaffen werden, den Ressourcenverbrauch durch ecodesign zu reduzieren.

  • Das Tool beinhaltet Daten zu mehreren hundert Materialien und Prozessen hinsichtlich der Ressourcenverbräuche und deren Umwelteinflüsse. Produktideen können einfach modelliert und bewertet werden.
  • Mit Ecolizer werden alle zu berücksichtigenden Umwelteinflüsse entlang des gesamten Lebenszyklus berechnet. Es ist jedoch auch möglich, einzelne Phasen des Lebenszyklus  zu betrachten.
  • Mit Ecolizer werden die Umwelteinflüsse nach der niederländischen ReCiPe-Methodik bewertet. Diese berücksichtigt neben der globalen Erwärmung u. a. auch Effekte wie die Zerstörung der Ozonschicht, Humantoxizität, die Eutrophierung von Gewässern und den Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen.

► Präsentation von Michael Niemczyk von der Effizienz-Agentur NRW.

Ihre Ansprechpartner und weitere Veranstaltungen in der Region:


Weiterführende Hinweise:

Webseite Ecolizer: https://ecolizer.be/

Checkliste Organisationsreifegrad für Ecodesign: https://myecodesignmaturity.eu/de.html

Vielen Dank für Ihr Interesse bzw. Ihre Teilnahme an unserer Veranstaltung Teil 1: Einführung in die Ökobilanz am Di, 15.12.2020 - eine gemeinsame Veranstaltung von: Effizienz-Agentur NRW, InnoZent OWL e.V., Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen-Lippe e.V.  und der IHK Lippe zu Detmold im Rahmen von CirQuality OWL.

 

Im Folgenden die Präsentationen zur Veranstaltung.

Wir ändern den Kurs – OWL.zirkulär.zukunftsfähig

Impulse von: Astrid Burschel, EHS-CSR Manager International bei der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG und Dieter Gottschalk (aus Paderborn), Co-Founder des Start-ups WILDPLASTIC GmbH

„Wir halten das Netzwerk für wichtig, um den Kurs zu ändern in Richtung einer zirkulären Modellregion OWL und laden Unternehmen ein, sich zu engagieren!“ Unter diesem Motto lud Jörg Witthöft, Standortleiter Werk Bielefeld der ZF Friedrichshafen AG, am 18.03.2021 zum zweiten Netzwerktreffen ein.

Astrid Burschel, EHS-CSR Manager International bei der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG in Minden stellte ein innerbetriebliches Projekt zur Steigerung der Ressourceneffizienz vor, das als Resultat zu einer internen Kreislaufführung von Kunststoffströmen führte.
Hintergrund war ein hoher jährlicher Anteil in der Kunststoffverarbeitung (ca. 50 %). Eine thermische Verwertung wird zunehmend kosten- und risikointensiver und stellt darüber hinaus eine Ressourcenverschwendung dar. WAGO hat ca. 3.500 Mitarbeiter in Deutschland und ca. 9.000 Mitarbeiter weltweit. Die Hauptfertigungsaspekte sind Spritzgieß- und Stanzbiegeprozesse.

Dieter Gottschalk (aus Paderborn), Co-Founder des Start-ups WILDPLASTIC GmbH, erläuterte, „wie ein Müllbeutel die Welt aufräumt“. Sammler:nnen sammeln wildes Plastik in Ländern ohne funktionierendes Abfallsystem. Wenn möglich, wird es von Recyclingpartnern vor Ort recycelt oder nach Europa verschifft, wo es gewaschen, eingeschmolzen und zu Granulat verarbeitet wird. Anschließend wird es in Deutschlang zu Müllbeuteln, den sogenannten „WILDBAGS“ verarbeitet und u.a. an Drogerieketten vermarktet.

Wie Netzwerke sich auch strategisch engagieren können, wurde anhand zweier Beispiele aufgezeigt.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (vormals UnternehmensGrün) ist ein ökologisch orientierter Unternehmensverband. Seit 1992 engagieren sich hier Unternehmen, die Verantwortung für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft verbinden. Der BNW bringt sich mit seinen Themen u.a. über Positionspapiere und Projekte politisch ein.
Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmen. Ziel ist es, die durchschnittliche globale Erderwärmung auf maximal 2 Grad zu beschränken. Mitglieder aus Ostwestfalen-Lippe sind die Schüco International AG, die Goldbeck GmbH und Phönix Contact.

Die FH-Bielefeld, Partner von CirQualityOWL lud Unternehmen ein, sich mit einer Challenge am diesjährigen Hackathon zu beteiligen. Interessierte melden sich bei Dörthe Knefelkamp, Tel.: + 49 521 106-70537, E-Mail: doerthe.knefelkamp@fh-bielefeld.de

Das nächste Treffen der Gruppe findet online am Do, 24. Juni 2021 von 15-17 Uhr statt.

Impulsgeber sind Martin Stukenkemper von der JAB JOSEF ANSTOETZ KG sowie sein Geschäftspartner Matthias Fuchs, CMO der Ocean Safe AG aus der Schweiz.
Ocean Safe ist ein Start Up-Unternehmen, das 2020 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Die zertifizierten Cradle-to-Cradle-Produkte sind synthetische Textilien, die vollständig biologisch abbaubar sind.

Stefan Rohrmus von der Schüco International KG eröffnet im zweiten Teil des Nachmittags mit uns zusammen die Diskussion über Fragen wie:

Wo stehen wir gerade mit der Zirkulären Wertschöpfung?
Was hemmt uns in Bezug auf Zirkuläre Wertschöpfung?
Wo wollen wir als Unternehmen perspektivisch hin?
Wofür können wir unser Netzwerk auf diesem Weg nutzen? Wie können wir voneinander lernen?

Mit diesem Format wollen wir für interessierte Unternehmen Raum schaffen, sich über mögliche und real-umgesetzte Ansätze einer Circular Economy interdisziplinär auszutauschen.

Das Brainstorming zu Themen und Ideen für weitere Treffen hat Folgendes ergeben:

•    Austausch über die Nachhaltigkeits-Strategien und Ansätze einer Circular Economy in den jeweiligen Unternehmen aus dem Netzwerk oder Unternehmen, die als überregionales Best Practice Beispiel eingeladen werden
•    CO2-Neutralität, C02 Bilanzierung
•    Normen und rechtliche Anforderungen
•    Gerne auch Unternehmensbesuche – Astrid Burschel, WAGO Kontakttechnik hat schon eingeladen, sobald es Corona zulässt.


Ansprechpartner:innen:

Jörg Witthöft ZF Friedrichshafen; Werk Bielefeld
E-Mail: Joerg.witthoeft@zf.com, Tel: 0521/41703-49

Birgit Reher, Stadt Bielefeld
E-Mail birgit.reher@bielefeld.de, Tel. 0521 51 2870

Friederike David, Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen Lippe e.V / CirQuality OWL,
E-Mail bv-owl@vdi.de,  Tel. 0521 2997 190

Ulrike Künnemann, InnoZent OWL e.V. / CirQuality OWL,
E-Mail ukuennemann@innozentowl.de, Tel. 05251 20 55 915

Wir ändern den Kurs – OWL.zirkulär.zukunftsfähig

Impulse von: Jörg Witthöft, der ZF Friedrichshafen AG, Standort Bielefeld und Dr. Dennis Bankmann, Senior Manager Circular Economy bei der Henkel AG

Mit dem Green Deal der EU sollen die drängenden Fragen zur Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftens abgesichert werden. Dazu werden in den nächsten fünf Jahren weitgehende Gesetze zu Klimaneutralität und Circular Economy definiert, um die Ziele im Umsetzungszeitraum bis 2050 zu erreichen. Damit wir nicht von der Wucht dieser Gesetzeswelle überrascht werden, wollen wir uns als Unternehmen rechtzeitig entsprechend ausrichten. Insbesondere größere Unternehmen fahren heute schon den Kurs auf 2050, prägen die Marktstandards hinsichtlich Klimaschutz und Circular Economy und binden  ihre Kooperationsunternehmen und Zulieferer verstärkt in ihre Strategien ein.
Eingeladen hatten die ZF Friedrichshafen AG am Standort Bielefeld, die Stadt Bielefeld, der Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen Lippe e.V. und InnoZent OWL e.V. im Rahmen des Projektes CirQuality OWL.

Bereits seit 1963 werden bei der ZF Friedrichshafen AG am Standort Bielefeld Antriebsstrangmodule industriell aufgearbeitet. Jörg Witthöft, Standortleiter der ZF Friedrichshafen AG in Bielefeld und seine beiden Kollegen Thorsten Krug und Gerd Bobermin beschrieben die Konkretisierung der Cradle to Cradle (C2C) Strategie ab 2015. Mittlerweile ist ein großer Anteil der Produkte C2C zertifiziert.
Auch die Konsumgüter- und Verpackungsindustrie ist in Bewegung und verlangt nach neuen Lösungen, damit wertvolle Materialien nicht zu Abfall werden. Innovative Klebstoffe und Beschichtungen unterstützen die Kreislauffähigkeit. Warum und mit welcher Motivation die Henkel AG aus Düsseldorf hier zu den marktprägenden Akteuren gehört, erläuterte Dr. Dennis Bankmann, Senior Manager Circular Economy bei der Henkel AG.

Turning waste into value! Dieses Grundprinzip stellt für beide Unternehmen den entscheidenden Motivationsfaktor dar und beschreibt den wirtschaftlichen Erfolg von Circular Economy Ansätzen.

Mit der Veranstaltung wollten wir für interessierte Unternehmen Raum schaffen, um gemeinsam weitere Schritte zu planen, mit denen wir den Kurs in unserer Region für ein „Circulares 2050“ ändern können.

 

Unternehmen, Querschnittsakteure und die Stadt Bielefeld diskutierten engagiert mit:

•    JAB JOSEF ANSTOETZ KG, Martin Stukenkemper
•    Melitta Group Management GmbH & Co. KG, Minden, Sarah Ruth Brinkmann, Senior Referentin Nachhaltigkeit/Sustainability,
•    GLASS GmbH & Co. KG, Paderborn, Karsten Ollesch, Prokurist und VDI OWL Vorstand
•    TRILUX Group, Arnsberg, Katrin Discher, Director Sustainability,
•    AiZUBI UG Lernende Maschinen, Bielefeld, Wilhelm Klat, Geschäftsführer
•    IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Ulrich Tepper, stellv. Geschäftsführer Industrie, Öffentlichkeitsarbeit und Volkswirtschaft
•    IG Metall Bielefeld, Ute Herkströter, 1. Bevollmächtigte,
•    Stadt Bielefeld, Umweltamt| Abschnitt Klimaschutz & Nachhaltigkeit, Birgit Reher,

Alle aus der Runde sind bereits mit Nachhaltigkeitsthemen unterwegs, einige auch mit Ansätzen einer Circular Economy. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Umsetzung einer Circular Economy nur gemeinsam geht, um den Kurs nachhaltig für 2050 zu ändern und bestehende Hindernisse zu überwinden. Daher wurde die Idee, diese neu entstandene Vernetzung zu intensivieren und auszubauen, uneingeschränkt begrüßt, auch von den „auswärtigen“ Unternehmen aus Arnsberg und Düsseldorf.
„Wir halten das Netzwerk für wichtig, um den Kurs zu ändern in Richtung einer zirkulären Modellregion OWL und laden Unternehmen ein, sich zu engagieren!“ bekräftigte Jörg Witthöft von der ZF Friedrichshafen AG.

Ansprechpartner*innen:

Jörg Witthöft ZF Friedrichshafen; Werk Bielefeld
E-Mail: Joerg.witthoeft@zf.com, Tel: 0521/41703-49

Birgit Reher, Stadt Bielefeld
E-Mail birgit.reher@bielefeld.de, Tel. 0521 51 2870

Friederike David, Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen Lippe e.V / CirQuality OWL,
E-Mail bv-owl@vdi.de,  Tel. 0521 2997 190

Ulrike Künnemann, InnoZent OWL e.V. / CirQuality OWL,

 

Lemgo, 30.09.2020Werkstattgespräch: Steigerung der Einsatzquote von Regranulat – wie lassen sich Kreisläufe zwischen Entsorgern, Verarbeitern und Herstellern schließen?

Unter dieser Zielsetzung trafen Entsorger, Verarbeiter, Hersteller und Anwender von Regranulaten sowie Vertreter aus Wissenschaft und Forschung erstmalig im Rahmen eines Werkstattgespräches zusammen. Konsens des „Kick-Off‘s“ ist es, einen nachhaltigen Expertenaustausch in der Region für die Region in Gang zu setzen.

Die Branche der kunststoffverarbeitenden Unternehmen ist seit mehreren Jahren mit vielen Vorbehalten konfrontiert. Nachhaltige, kreislauffähige und damit auch zukunftsfähige Produkte sind gefragt. Nach Einschätzung der Experten spielt die Akzeptanz durch die Verbraucherinnen und Verbraucher eine ebenso entscheidende Rolle wie die Abstimmung und Synergiebündelung der unterschiedlichen Akteure: Entsorger, Recycler, Hersteller, Anwender bzw. weiterverarbeitende Unternehmen sowie  Vertreter aus Forschung und Entwicklung.

Weiterlesen!

Um den Klimawandel zu bekämpfen, fordert der Volkswagen-Chef Herbert Diess eine höhere CO2-Steuer in Deutschland. "Ich halte den Preis für zu niedrig. Ich wünsche mir weiterhin eine höhere CO2-Steuer von der Politik", sagte Diess auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos. „In Schweden haben wir mehr als 100 Euro je Tonne und das funktioniert gut". 
In den politischen Diskussionen ist der CO2-Preis hoch umstritten, obwohl er von den meisten Wirtschaftswissenschaftlern und sogar Teilen der Industrie als zentrale Klimaschutz-Maßnahme empfohlen wird – und europäische Nachbarländer diesen bereits erfolgreich eingeführt haben. 

Im Rahmen einer Online-Veranstaltung am 22.10.2020 gab Prof. Dr. Uwe Leprich, Energieexperte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes einen fundierten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Vorschläge. Zum Überblick!

Hersteller übernehmen Produktverantwortung für Rücknahme und Entsorgung

Ziel ist es, Abfälle von Elektro- und Elektronikgeräten zum Schutz der Umwelt zu vermeiden bzw. durch Wiederverwendung und Verwertung zu reduzieren. Das Gesetz dehnt die Verantwortung der Hersteller für ihre auf den Markt gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte auf den gesamten Produktlebenszyklus ihrer Geräte aus. Es nimmt Hersteller, Vertreiber oder Importeure in die Pflicht, sich an den Entsorgungskosten ihrer Altgeräte zu beteiligen. Unternehmen müssen ihre auf den Markt gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte nach bestimmten ökologischen Standards zurücknehmen und entsorgen.

853.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden im Jahr 2018 laut Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland gesammelt. Dies entspricht einer Sammelquote von 43,1 Prozent, womit Deutschland das EU-Sammelziel von 45 Prozent leicht verfehlt. Um die ab 2019 für Deutschland geltende Sammelquote von mindestens 65 Prozent zu erreichen, braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen. Dafür tritt am 1. Januar 2022 das novellierte ElektroG3 in Kraft.

 

https://www.innozent-owl.de/aktuelles/beitraege/nachbericht-das-neue-elektrog-3-was-bedeuten-die-aenderungen-fuer-hersteller-von-elektro-und-elektronikgeraeten/

“Wiederverwendung von gebrauchten elektr(on)ischen Geräten - Richtlinie VDI 2343” mit Dr. Ralf Brüning, Geschäftsführer Brüning Engineering UG, Brake

Die Wiederverwendung von gebrauchten elektr(on)ischen Geräten bietet die höchste Wertschöpfung innerhalb der unterschiedlichen Arten des Recyclings, da der bereits geschaffene Wert von produzierten Teilen erhalten bleibt. Im Vergleich zu einer Neuherstellung eines Produkts, können bei der Aufarbeitung / Wiederverwendung bis zu 90 % des Materials und der Energie eingespart werden. Dazu betrachtet die Richtlinie VDI 2343 insbesondere die rechtlichen, technischen und ökonomischen, ökologischen und soziale Aspekte der Wiederverwendung. Ziel der Richtlinie ist es, die Wiederverwendung zu fördern und Sicherheit für die betroffenen Kreise zu schaffen, indem erstmalig in diesem Bereich Mindeststandards definiert werden.

 

“VDI-Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft der Kunststoffe: Verwertungsmethoden und -verfahren, Richtlinie” mit Dr.-Ing. Peter Ryzko, Business Development Compounding, SÜDPACK VERPACKUNGEN GmbH & Co. KG, Ochsenhausen

VDI-Aktivitäten im Bereich der Kreislaufwirtschaft der Kunststoffe: Verwertungsmethoden und -verfahren, Richtlinien Das primäre Ziel der Kreislaufwirtschaft ist die Rückführung der Rohstoffe in den Lebenszyklus eines Produktes, um die Rohstoff-Ressourcen effektiver zu nutzen. Gerade für Kunststoffe existiert eine Reihe von Verfahren, die es ermöglichen, die Kunststoffkreisläufe zu schließen. Das komplexe und "verbrauchernahe" Thema der Nachhaltigkeit in der Kunststoffbranche wird seitens des VDI sehr intensiv in verschiedenen Gremien und Arbeitskreisen behandelt. Eines der Schlüsselthemen ist hierbei das "Design for Recycling". Damit ist einerseits das Produktdesign von der konstruktiven Seite, aber auch das Werkstoffdesign unter Einbezug der Werkstoffauswahl gemeint. Dies kann nur durch ein Umdenken sowie durch eine klare Definition von Recycling-Richtlinien realisiert werden. In der Gremienarbeit wird weiterhin auf Methoden und Verfahren des Recyclings, des fachgerechten Umgangs mit Abfällen, sowie deren Bewertung in Bezug auf die Energie, Umwelt und Kosteneffizienz intensiv eingegangen.

Strategien – Praxisbeispiele – Lösungen

Online-Veranstaltung in Kooperation von InnoZent OWL e.V., owl maschinenbau e.V. und Verein Deutscher Ingenieure - Ostwestfalen-Lippe e.V. im Rahmen von CirQuality OWL

Circular Economy-Geschäftsmodelle haben heute und zukünftig eine wachsende strategische Bedeutung für erfolgreiche Unternehmen, das war der Tenor der CirQuality-Veranstaltung am 11. März 2021 mit über 40 Teilnehmer*innen. Zwei ausgewiesene Experten – Alexander Maak von der Interseroh Dienstleistungs GmbH und Markus Wagner von Circular Economy Solutions GmbH – zeigten auf, dass die wesentlichen Treiber einerseits politische und gesellschaftliche Trends wie der Green Deal oder Klimabewegungen sind, aber auch insbesondere Kapitalumschichtungen im Investmentbereich. So zitierte Markus Wagner Larry Fink, CEO von Blackrock, der zu Beginn 2021 postulierte, dass „…Klimakrisen auch Investmentrisiken sind. Sobald die Märkte beginnen würden, das Klimarisiko bei Wertpapieren einzupreisen, …, würde dies eine grundlegende Umschichtung von Kapital in Gang setzen.“

Weiterhin stellten die Referenten heraus, dass zukünftig durchaus mit weiteren Regulierungen zu rechnen sei, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Dies können zum Beispiel sein:

  • Steigende CO2-Steuern
  • Obligatorische Recyclingquoten
  • Quoten für Sekundärrohstoffe in neuen Produkten
  • Höhere Kosten für Sekundärrohstoffe im Vergleich zu Primärrohstoffen
  • Quoten für RE-Use von Bauteilen im Zeitverlauf
  • Produkt-Rücknahmepflicht für Hersteller

Damit liegt die wichtigste Herausforderung in der Entwicklung von Geschäftsmodellen, die technisch möglich und ökonomisch darstellbar sind. Zukunftsfähige Unternehmen sollten – so der Apell der Impulsgeber – ihre derzeitigen Geschäftsmodelle kontinuierlich in Frage stellen, Innovation vorantreiben und beginnen, mehr und mehr „circular“ zu denken. In einem „large scale“ stellten sie bereits heute funktionierende Circular Economy Geschäftsmodelle vor.

 

Alexander Maak - Interseroh

Alexander Maak beleuchtetet in diesem Workshop insbesondere den Kunststoffbereich. Seine zentrale Botschaft war, möglichst Stoffstrom für Stoffstrom zu schließen. Kunststoffe als Sekundärrohstoff können heute so aufgearbeitet werden, dass auch die Anforderungen an deren Widereinsatz in neue Produkte berücksichtigt werden. Hilfreich ist es natürlich Produkte schon in der Designphase auf die Demontage bzw. möglichst Sortenreine Verwertung an deren Lebensende im Blick zu haben. Beim Ansatz ist es wichtig die Quellen zu identifizieren, Rücknahmesysteme zu entwickeln und deren Logistikströme zu managen. Dann eventuell Rohstoffkonten zu führen, die State oft the Art Technologien einzusetzen und die richtigen Verwertungswege und –kapazitäten zu identifizieren. Mögliche Lieferanten für den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu qualifizieren gehört ebenso dazu wie die jeweils aktuelle Gesetzgebung zu beachten. Es gab einige Beispiele für die Rückführung von Kunststoff-Stoffströmen und deren Aufarbeitung zu neuen Produkten wie z.B. ein Designstuhl aus post-consumer Kunststoffen oder auch post industrial
Kunststoffe, die zu Textmarkern verarbeitet werden.

 

Markus Wagner - Circular Economy Solutions GmbH

Markus Wagner stellte Remanufacturingansätze im Automotive Bereich vor und wie hier Produkte und Komponenten durch eine Aufarbeitung langfristig im Kreislauf gehalten werden. Die Herausforderung dieses Geschäftsmodells für produzierende Unternehmen besteht dabei meist gar nicht in der eigentlichen Aufarbeitung der Altteile, sondern darin den Zugriff auf diese zu erhalten.
Was ist der Anreiz für Kunden und Nutzer diese zu sammeln? Wie gestaltet man die Rückwärts-Logistik? Wie werden Teile identifiziert, bewertet und sortiert? Eine spannende Diskussion entwickelte sich um das Thema welche Analogien der Marktstrukturen im Automotive Aftermarket mit anderen Branchen bestehen und wie das Remanufacturing von Ersatzteilen zur Lebenszeitverlängerung von Industriegütern oder langlebigen Konsumgütern beitragen kann.

Einig waren sich die Experten, dass sich Verschiebungen zugunsten nachhaltiger, zirkulärer Geschäftsmodelle ergeben werden, wenn bislang externalisierte Umweltkosten in Zukunft als reale Kosten in Produkte eingepreist werden. Dies wird aufgrund der eingangs skizzierten Entwicklungen schon mittelfristig deutlich stärker als heute der Fall sein.
Die Teilnehmer*innen an dieser Veranstaltung (von regional bis international) kamen zum größten Teil aus den Unternehmensbereichen Forschung & Entwicklung sowie aus der Geschäftsführung. Unsere Kurzumfrage machte ebenfalls deutlich, dass die meisten der hier vertretenen Unternehmen unterschiedliche Ansätze der Circular Economy bereits umsetzen.


Für Juni 2021 ist ein vertiefender Praxisworkshop zum Thema Geschäftsmodellentwicklung mit den beiden Experten von den Kooperationspartner*innen geplant.

 

→ Zu den Präsentationen der Referenten auf der Website von CirQuality OWL

Auszeichnung für Kreativität und Technik-Kompetenz

Sielmänner planen E-Bike-Ladestation im Rahmen eines MINT-Projekts

Ideen für einen nachhaltigen Klima- und Umweltschutz stehen immer häufiger im Fokus unserer heutigen Gesellschaft, insbesondere auch in Verbindung mit dem richtigen Beruf, der Nachhaltigkeitsideen in die Wirklichkeit umsetzt. Im Rahmen des Projekts Berufe. Machen. Klimaschutz des Vereins Energie Impuls OWL und des VDI OWL hat der Profilkurs Naturwissenschaften des Jahrgangs 9 an der Heinz-Sielmann-Schule eine wertvolle Idee zur nachhaltigen Mobilität an der Sekundarschule entworfen. Dabei ging es den Schülerinnen und Schülern um die Planung einer E-Bike-Ladestation. Unterstützung erhielten die Sielmänner von Naturwissenschaftslehrer Kai Hinrich Krewerth und MINT-Koordinator Peter Joachim Müller sowie von Monika Pieper vom Verein Energie Impuls OWL und von Klaus Meyer vom Verein Deutscher Ingenieure OWL. Begonnen hatte das Projekt Ende Oktober mit einer Ideenfindung, die in den nachfolgenden Wochen konkreter wurde und eine Struktur erhielt. Grundlage für die Weiterarbeit bildete dabei zunächst die Bedarfsanalyse, die in Form einer Umfrage in der 9. Jahrgangsstufe und in der Lehrerschaft durchgeführt wurde. Dabei ist deutlich geworden, dass das Interesse an E-Bikes recht groß und die Bereitschaft, mit dem Elektrofahrrad zur Schule zu kommen, ebenfalls überdurchschnittlich vorhanden ist. Auf Basis dieser Ergebnisse begann die eigentliche, kriteriengeleitete Planungsphase. Energieberechnungen, Überlegungen zur Infrastruktur und der Bau von Modellen einer möglichen E-Bike-Ladestation bildeten die Schwerpunkte der Praxisphasen. Am Ende erhielten die Schülerinnen und Schüler des Profilkurses eine besondere Auszeichnung. In ihr wurde insbesondere die Kreativität und die selbst erarbeitete Technik-Kompetenz für den Klimaschutz von der Jury gelobt.

Zum Foto:

Der Profilkurs Naturwissenschaften im Jahrgang 9 wurde durch Monika Pieper (Verein Energie Impuls OWL) und Klaus Meyer (VDI OWL) (beide im Bild rechts) für ihre Projektarbeit ausgezeichnet, sehr zur Freude von Fachlehrer Kai Hinrich Krewerth (kniend).

 

Schüler bauen sich Raumlüftungsanlage mit Solarunterstützung selbst

Auszeichnung für die Projektgruppe der Otto Hahn Realschule Herford, 22.12.2021

Lüftung bei geöffnetem Fenster? Gerade im Winter keine gute Idee, fanden die Schüler der Projektgruppe der Otto Hahn Realschule in Herford und griffen zur Selbsthilfe. Dabei entwickelten sie die Idee einer elektrischen Raumlüftung, die am Ende mit dem Strom der eigenen Solaranlage auf dem Schuldach angetrieben werden soll. Mit Holz und Pappe aus Produktionsabfällen eines Herforder Unternehmens wurden die ersten Bausteine des Konzepts bereits umgesetzt, auf dem eigenen 3 D – Drucker wurden speziell konstruierte Ventilatorläufer gefertigt. Wenn auch mit der Montage unter der Decke des Werkraums die Hauptarbeit und der Beweis der Funktion noch bevorsteht, gab es für den ersten Meilenstein heute doch schon eine Auszeichnung im Wettbewerb „Fight the Waste“, einem Projekt von Energie Impuls OWL und dem Verein Deutscher Ingenieure VDI OWL mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Herford. Schließlich sollte es im Projekt darum gehen, den Berufen auf den Grund zu gehen, mit denen die kommende Generation den Klimaschutz in Zukunft realisieren kann, z.B. in der technischen Gebäudeausrüstung. Phöbe Schröder, Aktivistin bei Fridays for Future und Greenpeace, übergab als Vorstandsmitglied von Energie Impuls OWL Urkunde und Starterkit (100 Euro) an die Projektgruppe.

Zum Foto:

Phöbe Schröder, Vorstandsmitglied Energie Impuls OWL, übergibt die Auszeichnung an Projektsprecher Maximilian Schulze. ­­­­­Mit der Projektgruppe freuen sich Klaus Meyer, VDI OWL (links) und Techniklehrer Volkmar Rolfes (rechts).

 

 

Berichte - Infos - Downloads

Strategien – Praxisbeispiele – Lösungen

Online-Veranstaltung in Kooperation von InnoZent OWL e.V., owl maschinenbau e.V. und Verein Deutscher Ingenieure - Ostwestfalen-Lippe e.V. im Rahmen von CirQuality OWL

Circular Economy-Geschäftsmodelle haben heute und zukünftig eine wachsende strategische Bedeutung für erfolgreiche Unternehmen, das war der Tenor der CirQuality-Veranstaltung am 11. März 2021 mit über 40 Teilnehmer*innen. Zwei ausgewiesene Experten – Alexander Maak von der Interseroh Dienstleistungs GmbH und Markus Wagner von Circular Economy Solutions GmbH – zeigten auf, dass die wesentlichen Treiber einerseits politische und gesellschaftliche Trends wie der Green Deal oder Klimabewegungen sind, aber auch insbesondere Kapitalumschichtungen im Investmentbereich. So zitierte Markus Wagner Larry Fink, CEO von Blackrock, der zu Beginn 2021 postulierte, dass „…Klimakrisen auch Investmentrisiken sind. Sobald die Märkte beginnen würden, das Klimarisiko bei Wertpapieren einzupreisen, …, würde dies eine grundlegende Umschichtung von Kapital in Gang setzen.“

Weiterhin stellten die Referenten heraus, dass zukünftig durchaus mit weiteren Regulierungen zu rechnen sei, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen. Dies können zum Beispiel sein:

  • Steigende CO2-Steuern
  • Obligatorische Recyclingquoten
  • Quoten für Sekundärrohstoffe in neuen Produkten
  • Höhere Kosten für Sekundärrohstoffe im Vergleich zu Primärrohstoffen
  • Quoten für RE-Use von Bauteilen im Zeitverlauf
  • Produkt-Rücknahmepflicht für Hersteller

Damit liegt die wichtigste Herausforderung in der Entwicklung von Geschäftsmodellen, die technisch möglich und ökonomisch darstellbar sind. Zukunftsfähige Unternehmen sollten – so der Apell der Impulsgeber – ihre derzeitigen Geschäftsmodelle kontinuierlich in Frage stellen, Innovation vorantreiben und beginnen, mehr und mehr „circular“ zu denken. In einem „large scale“ stellten sie bereits heute funktionierende Circular Economy Geschäftsmodelle vor.

 

Alexander Maak - Interseroh

Alexander Maak beleuchtetet in diesem Workshop insbesondere den Kunststoffbereich. Seine zentrale Botschaft war, möglichst Stoffstrom für Stoffstrom zu schließen. Kunststoffe als Sekundärrohstoff können heute so aufgearbeitet werden, dass auch die Anforderungen an deren Widereinsatz in neue Produkte berücksichtigt werden. Hilfreich ist es natürlich Produkte schon in der Designphase auf die Demontage bzw. möglichst Sortenreine Verwertung an deren Lebensende im Blick zu haben. Beim Ansatz ist es wichtig die Quellen zu identifizieren, Rücknahmesysteme zu entwickeln und deren Logistikströme zu managen. Dann eventuell Rohstoffkonten zu führen, die State oft the Art Technologien einzusetzen und die richtigen Verwertungswege und –kapazitäten zu identifizieren. Mögliche Lieferanten für den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu qualifizieren gehört ebenso dazu wie die jeweils aktuelle Gesetzgebung zu beachten. Es gab einige Beispiele für die Rückführung von Kunststoff-Stoffströmen und deren Aufarbeitung zu neuen Produkten wie z.B. ein Designstuhl aus post-consumer Kunststoffen oder auch post industrial
Kunststoffe, die zu Textmarkern verarbeitet werden.

Markus Wagner - Circular Economy Solutions GmbH

Markus Wagner stellte Remanufacturingansätze im Automotive Bereich vor und wie hier Produkte und Komponenten durch eine Aufarbeitung langfristig im Kreislauf gehalten werden. Die Herausforderung dieses Geschäftsmodells für produzierende Unternehmen besteht dabei meist gar nicht in der eigentlichen Aufarbeitung der Altteile, sondern darin den Zugriff auf diese zu erhalten.
Was ist der Anreiz für Kunden und Nutzer diese zu sammeln? Wie gestaltet man die Rückwärts-Logistik? Wie werden Teile identifiziert, bewertet und sortiert? Eine spannende Diskussion entwickelte sich um das Thema welche Analogien der Marktstrukturen im Automotive Aftermarket mit anderen Branchen bestehen und wie das Remanufacturing von Ersatzteilen zur Lebenszeitverlängerung von Industriegütern oder langlebigen Konsumgütern beitragen kann.

Einig waren sich die Experten, dass sich Verschiebungen zugunsten nachhaltiger, zirkulärer Geschäftsmodelle ergeben werden, wenn bislang externalisierte Umweltkosten in Zukunft als reale Kosten in Produkte eingepreist werden. Dies wird aufgrund der eingangs skizzierten Entwicklungen schon mittelfristig deutlich stärker als heute der Fall sein.
Die Teilnehmer*innen an dieser Veranstaltung (von regional bis international) kamen zum größten Teil aus den Unternehmensbereichen Forschung & Entwicklung sowie aus der Geschäftsführung. Unsere Kurzumfrage machte ebenfalls deutlich, dass die meisten der hier vertretenen Unternehmen unterschiedliche Ansätze der Circular Economy bereits umsetzen.


Für Juni 2021 ist ein vertiefender Praxisworkshop zum Thema Geschäftsmodellentwicklung mit den beiden Experten von den Kooperationspartner*innen geplant.

 

→ Zu den Präsentationen der Referenten auf der Website von CirQuality OWL

Eine Ökobilanz (auch bekannt als Lebenszyklusanalyse, Umweltbilanz, Environmental Product Declaration / EPD oder Life Cycle Assessment / LCA) ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges. Zur Ökobilanz gehören sämtliche Umweltwirkungen während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung des Produktes sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z. B. Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).

Der Ecolizer ist ein webbasiertes Tool, mit dem Produktdesigner, Konstrukteure und Unternehmer die Umwelteinflüsse ihrer Produkte ermitteln können – und das schnell, einfach und kostenfrei. So kann eine Grundlage geschaffen werden, den Ressourcenverbrauch durch ecodesign zu reduzieren.

  • Das Tool beinhaltet Daten zu mehreren hundert Materialien und Prozessen hinsichtlich der Ressourcenverbräuche und deren Umwelteinflüsse. Produktideen können einfach modelliert und bewertet werden.
  • Mit Ecolizer werden alle zu berücksichtigenden Umwelteinflüsse entlang des gesamten Lebenszyklus berechnet. Es ist jedoch auch möglich, einzelne Phasen des Lebenszyklus  zu betrachten.
  • Mit Ecolizer werden die Umwelteinflüsse nach der niederländischen ReCiPe-Methodik bewertet. Diese berücksichtigt neben der globalen Erwärmung u. a. auch Effekte wie die Zerstörung der Ozonschicht, Humantoxizität, die Eutrophierung von Gewässern und den Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen.

► Präsentation von Michael Niemczyk von der Effizienz-Agentur NRW.

Ihre Ansprechpartner und weitere Veranstaltungen in der Region:


Weiterführende Hinweise:

Webseite Ecolizer: https://ecolizer.be/

Checkliste Organisationsreifegrad für Ecodesign: https://myecodesignmaturity.eu/de.html

ROOF WATER-FARM zeigt auf, dass Häuser und Wohnquartiere anstelle von Abwasser frisches Betriebswasser und Nährstoffe für die Wiedernutzung im Haushalt und das Farming auf dem Dach und im Innenhof produzieren können. Dabei kommen Hydroponik und Aquaponik als gebäudeintegrierbare, wasserbasierte Farmingtechnologien zum Einsatz. Sie produzieren frisches Gemüse und frischen Fisch als positiver Beitrag zum Klimawandel. Weitere Infos!

Der SHOWER-TOWER ist der Prototyp einer mobilen und wasserkreislauf-basierten Vertikalfarm. Am Standort einer Beachvolleyballanlage im Berliner Gleisdreieckpark wird anfallendes Duschwasser rein biologisch und mechanisch aufbereitet und in ein qualitativ hochwertiges Bewässerungswasser verwandelt. Anstelle teuren Trinkwassers kommt das ehemalige Grauwasser nun dem produktiven Stadtgrün in Form frischer Salate, Kräuter oder eßbarer Blüten kulinarisch und klimapositiv zugute. Weitere Infos!

Dr.-Ing. Grit Bürgow, Projektkoordinatorin & Dozentin

TU Berlin, Fakultät VI Planen - Bauen – Umwelt, Institut für Stadt- und Regionalplanung (ISR), Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen  

aquatectura - studio Berlin

 

Weiterführende Links und Informationen:

Auf dem Trockenen - Der neue Kampf ums Wasser: Der Klimawandel ist in Berlin und Brandenburg kein Zukunftsproblem mehr. Wegen der Trockenheit ist auch hier längst ein Kampf ums Wasser ausgebrochen. Doch nur wenige erkennen den Ernst der Lage. Sitzen wir schon bald auf dem Trockenen? - Doku des rrb

 

Die Wasserretter - Kampf gegen die Trockenheit: Wir spülen kostbares Trinkwasser die Toilette hinunter - und das in Zeiten, in denen Wasser knapp wird. Dürren drohen, auch in Deutschland. Doch das ist kein unabwendbares Schicksal. - Doku des ZDF

 

ROOF WATER FARM: Handlungsempfehlungen - Hygienische Aspekte gebäudeintegrierter Farmwirtschaft in Verbindung mit gebäudeintegriertem Wasserrecycling: Frischer Fisch und frisches Gemüse direkt vom Dach produziert mit aufbereitetem Wasser aus dem Gebäude, das ist die Vision von ROOF WATER-FARM. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt untersuchte erstmalig, wie sich Leichtbaufarmtechnologien wie Aquaponik und Hydroponik mit dezentralen Technologien zur Betriebswassernutzung und Düngemittelproduktion im und am Gebäude kombinieren lassen.

 

Mobile blau-grüne Infrastruktur (BGI): Multidimensionale Leistungen für ein sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Flächen- und Stoffstrommanagement

 

Handbuch ROOF WATER-FARM:

Online

Buchbestellung 

 

Vielen Dank für Ihr Interesse bzw. Ihre Teilnahme an unserer Veranstaltung Teil 1: Einführung in die Ökobilanz am Di, 15.12.2020 - eine gemeinsame Veranstaltung von: Effizienz-Agentur NRW, InnoZent OWL e.V., Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen-Lippe e.V.  und der IHK Lippe zu Detmold im Rahmen von CirQuality OWL.

 

Im Folgenden die Präsentationen zur Veranstaltung.

Wir ändern den Kurs – OWL.zirkulär.zukunftsfähig

Gemeinsam auf dem Weg in das Jahr 2050

Mit dem Green Deal der EU sollen die drängenden Fragen zur Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftens abgesichert werden. Dazu werden in den nächsten fünf Jahren weitgehende Gesetze zu Klimaneutralität und Circular Economy definiert, um die Ziele im Umsetzungszeitraum bis 2050 zu erreichen. Damit wir nicht von der Wucht dieser Gesetzeswelle überrascht werden, wollen wir uns als Unternehmen rechtzeitig entsprechend ausrichten. Insbesondere größere Unternehmen fahren heute schon den Kurs auf 2050, prägen die Marktstandards hinsichtlich Klimaschutz und Circular Economy und binden ihre Kooperationsunternehmen und Zulieferer verstärkt in ihre Strategien ein. Eingeladen hatten die ZF Friedrichshafen AG am Standort Bielefeld, die Stadt Bielefeld, der Verein Deutscher Ingenieure - VDI Ostwestfalen Lippe e.V. und InnoZent OWL e.V. im Rahmen des Projektes CirQuality OWL.

Bereits seit 1963 werden bei der ZF Friedrichshafen AG am Standort Bielefeld Antriebsstrangmodule industriell aufgearbeitet. Jörg Witthöft, Standortleiter der ZF Friedrichshafen AG in Bielefeld und seine beiden Kollegen Thorsten Krug und Gerd Bobermin beschrieben die Konkretisierung der Cradle to Cradle (C2C) Strategie ab 2015. Mittlerweile ist ein großer Anteil der Produkte C2C zertifiziert. Auch die Konsumgüter- und Verpackungsindustrie ist in Bewegung und verlangt nach neuen Lösungen, damit wertvolle Materialien nicht zu Abfall werden. Innovative Klebstoffe und Beschichtungen unterstützen die Kreislauffähigkeit. Warum und mit welcher Motivation die Henkel AG aus Düsseldorf hier zu den marktprägenden Akteuren gehört, erläuterte Dr. Dennis Bankmann, Senior Manager Circular Economy bei der Henkel AG.

Turning waste into value! Dieses Grundprinzip stellt für beide Unternehmen den entscheidenden Motivationsfaktor dar und beschreibt den wirtschaftlichen Erfolg von Circular Economy Ansätzen. Mit der Veranstaltung wollten wir für interessierte Unternehmen Raum schaffen, um gemeinsam weitere Schritte zu planen, mit denen wir den Kurs in unserer Region für ein „Circulares 2025“ ändern können. Unternehmen, Querschnittsakteure und die Stadt Bielefeld diskutierten engagiert mit:

• JAB JOSEF ANSTOETZ KG, Martin Stukenkemper

• Melitta Group Management GmbH & Co. KG, Minden, Sarah Ruth Brinkmann, Senior Referentin Nachhaltigkeit/Sustainability

• GLASS GmbH & Co. KG, Paderborn, Karsten Ollesch, Prokurist und VDI OWL Vorstand

• TRILUX Group, Arnsberg, Katrin Discher, Director Sustainability

• AiZUBI UG Lernende Maschinen, Bielefeld, Wilhelm Klat, Geschäftsführer • IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Ulrich Tepper, stellv. Geschäftsführer Industrie, Öffentlichkeitsarbeit und Volkswirtschaft

• IG Metall Bielefeld, Ute Herkströter, 1. Bevollmächtigte

• Stadt Bielefeld, Umweltamt| Abschnitt Klimaschutz & Nachhaltigkeit, Birgit Reher

Alle aus der Runde sind bereits mit Nachhaltigkeitsthemen unterwegs, einige auch mit Ansätzen einer Circular Economy. Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Umsetzung einer Circular Economy nur gemeinsam geht, um den Kurs nachhaltig für 2050 zu ändern und bestehende Hindernisse zu überwinden. Daher wurde die Idee, diese neu entstandene Vernetzung zu intensivieren und auszubauen, uneingeschränkt begrüßt, auch von den „auswärtigen“ Unternehmen aus Arnsberg und Düsseldorf.

„Wir halten das Netzwerk für wichtig, um den Kurs zu ändern in Richtung einer zirkulären Modellregion OWL und laden Unternehmen ein, sich zu engagieren!“ bekräftigte Jörg Witthöft von der ZF Friedrichshafen AG.

Wir nutzen Alternativen und sind damit erfolgreich - Veranstaltungsreihe 2020/2021

Frauen initiieren und setzen Geschäftsmodelle für eine Circular Economy um!

In unserer virtuellen Reihe stellen wir Ihnen Geschäftsfrauen, Designerinnen oder Entwicklerinnen vor, die alternative Materialien und Nebenprodukte für ihre Produktidee verwenden. Als Impulsgeberinnen berichten sie uns von ihren Ideen & dem „Warum“, von Mut & Wahnsinn, von Design & Prozessen, von Stolpersteinen und neuen Wegen, von Gewinnen & Verlusten, dem Stand der Dinge & ihren Aussichten.


Veranstalter sind: CirQuality OWL in Kooperation mit Frauen im Ingenieurberuf / VDI OWL und der Effizienz-Agentur NRW.

Svenja Detto, nuuwaï

► Vegane Taschen aus AppleSkin

nuuwaï ist ein Hannoveraner Start-Up, das Handtaschen und Accessoires aus veganem „Apfelleder“ (AppleSkin) herstellt. AppleSkin ist eine nachhaltige und vegane Alternative zu tierischem Leder und wird aus den Abfällen der Saftindustrie hergestellt. Als Innenfutter wird ein Polyester aus recyceltem Meeresplastik aus dem „Upcycling Oceans“-Projekt der ECOALF-Stiftung verwendet. Das Label ist PETA-approved vegan und alle Taschen werden unter fairen Bedingungen hergestellt. 

Anja Vogel, Papierverarbeitung Vogel GmbH

► Verpackungen aus Pflanzenabfällen

Die Vogel GmbH ist ein Hersteller von flexiblen Verpackungen. Das Unternehmen legt den Fokus darauf, für seine Kunden aus der Lebensmittelbranche nachhaltige Verpackungslösungen zu finden. Als Rohstoffe werden Papiere aus Pflanzenabfällen wie Gras oder andere landwirtschaftliche Abfälle verwendet. Von einer geernteten Pflanze gehen nur ca. 15-20% in die Lebensmittelherstellung. Der restliche Abfall der Pflanzen kann für die Papierherstellung genutzt werden. Das Papier kann im Verarbeitungsprozess zur fertigen Verpackung mit unterschiedlichen Funktionen (wie z.B. Siegelfähigkeit) veredelt werden. Abschließend gibt der Endkonsument die Verpackung im Papierrecycling zurück in den Kreislauf.

Wir nutzen Alternativen und sind damit erfolgreich - Veranstaltungsreihe 2020/2021

Frauen initiieren und setzen Geschäftsmodelle für eine Circular Economy um!

In unserer virtuellen Reihe stellen wir Ihnen Geschäftsfrauen, Designerinnen oder Entwicklerinnen vor, die alternative Materialien und Nebenprodukte für ihre Produktidee verwenden. Als Impulsgeberinnen berichten sie uns von ihren Ideen & dem „Warum“, von Mut & Wahnsinn, von Design & Prozessen, von Stolpersteinen und neuen Wegen, von Gewinnen & Verlusten, dem Stand der Dinge & ihren Aussichten.


Veranstalter sind: CirQuality OWL in Kooperation mit Frauen im Ingenieurberuf / VDI OWL und der Effizienz Agentur-NRW.

Tanja Kliewe-Meyer, like a bird

like a bird zeigt am Beispiel der Verwendung von Rosenviskose und Kaffeekarbon, dass es neben gängigen nachhaltigen Materialien wie OrganicCotton, Leinen und Tencel, innovative Alternativen mit Mehrwert gibt. Rosenviskose wird besonders energie- und wasserschonend hergestellt und ist am Ende des Tragezyklus kompostierbar. Kaffeekarbon wird aus den Abfällen der Kaffeeindustrie hergestellt und bildet eine organische Alternative zum umweltschädlichen Polyester.

Um den Klimawandel zu bekämpfen, fordert der Volkswagen-Chef Herbert Diess eine höhere CO2-Steuer in Deutschland. "Ich halte den Preis für zu niedrig. Ich wünsche mir weiterhin eine höhere CO2-Steuer von der Politik", sagte Diess auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos. „In Schweden haben wir mehr als 100 Euro je Tonne und das funktioniert gut". 
In den politischen Diskussionen ist der CO2-Preis hoch umstritten, obwohl er von den meisten Wirtschaftswissenschaftlern und sogar Teilen der Industrie als zentrale Klimaschutz-Maßnahme empfohlen wird – und europäische Nachbarländer diesen bereits erfolgreich eingeführt haben. 

Im Rahmen einer Online-Veranstaltung am 22.10.2020 gab Prof. Dr. Uwe Leprich, Energieexperte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes einen fundierten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Vorschläge. Zum Überblick!

Lemgo, 30.09.2020Werkstattgespräch: Steigerung der Einsatzquote von Regranulat – wie lassen sich Kreisläufe zwischen Entsorgern, Verarbeitern und Herstellern schließen?

Unter dieser Zielsetzung trafen Entsorger, Verarbeiter, Hersteller und Anwender von Regranulaten sowie Vertreter aus Wissenschaft und Forschung erstmalig im Rahmen eines Werkstattgespräches zusammen. Konsens des „Kick-Off‘s“ ist es, einen nachhaltigen Expertenaustausch in der Region für die Region in Gang zu setzen.

Die Branche der kunststoffverarbeitenden Unternehmen ist seit mehreren Jahren mit vielen Vorbehalten konfrontiert. Nachhaltige, kreislauffähige und damit auch zukunftsfähige Produkte sind gefragt. Nach Einschätzung der Experten spielt die Akzeptanz durch die Verbraucherinnen und Verbraucher eine ebenso entscheidende Rolle wie die Abstimmung und Synergiebündelung der unterschiedlichen Akteure: Entsorger, Recycler, Hersteller, Anwender bzw. weiterverarbeitende Unternehmen sowie  Vertreter aus Forschung und Entwicklung.

Weiterlesen!

40 TeilnehmerInnen aus OWL-Unternehmen (u.a. von Dr. Wolff, Gildemeister, Böllhoff, ZF Friedrichshafen, GFR und Jowat) und von den Innovationsnetzwerken OWL haben sich in der IHK Bielefeld getroffen, um über die unternehmerischen Potenziale der SDGs zu diskutieren. Unter der Leitung von Dr. Michael Raß, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung fjol GmbH aus Münster und Beirat des ZNU-Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung, wurde in einem Workshop erarbeitet, welche Potenziale im unternehmerischen Denken und Handeln erschlossen werden können und wie die SDGs helfen, die Zukunftstauglichkeit von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen abzusichern. Michael Raß spricht aus Erfahrung, schließlich hatte er die Teutoburger Ölmühle als Gründer und Geschäftsführer zum deutschen Marktführer für kaltgepresste Rapsöle und Bio-Speiseöl-Spezialitäten entwickelt und so als nachhaltiges Vorzeigeunternehmen der Branche zahlreiche Innovations- und Nachhaltigkeitsauszeichnungen erhalten.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die Sustainable Development Goals (SDGs), flankieren eine ökonomische Entwicklung der Weltwirtschaft, deren stabiles Wachstum auf den enormen sozialen und ökologischen Bedarfen der Welt basiert. Dabei geht es nicht darum, den Unternehmen nach dem Motto ´nice to have´ einen grünen Anstrich zu verleihen, sondern globalen ökologischen und sozialen Verwerfungen zu begegnen.

Michael Raß bekräftigt, dass bei der Umsetzung nicht nur die Politik am Zug ist: „Die Wirtschaft ist explizit aufgefordert, bei der Erreichung der SDGs mitzuwirken. Zahlreiche Ziele richten sich direkt an Unternehmen.“ Hier sind die heimischen Unternehmen aufgefordert, mit Innovationen, ihrem technologischen Know-How und nachhaltigen Produktionsweisen in die SDGs einzuzahlen. „Außerdem werden beispielsweise Kunden beim Thema Nachhaltigkeit immer anspruchsvoller. Hier eröffnet eine durchdachte und glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategie auch neue Marktchancen für die Unternehmen“, so Raß.

DENKEN + WIRTSCHAFTEN IN KREISLÄUFEN: Zirkuläre Wertschöpfung – Mehrwert und Perspektiven für Unternehmen

Auftaktveranstaltung von Lippe zirkulär mit seinen Partnern

Detmold – Die Kreislaufwirtschaft als Basis zukünftiger Geschäftsmodelle? Am 27.09.2019 diskutierten rund 165 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe über die Zukunft des (zirkulären) Wirtschaftens in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Mit dabei waren u.a. Prof. Michael Braungart – der Vater des Cradle to Cradle-Gedankens, Zero-waste-Expertin Milena Glimbovski, der Ständige Vertreter der Abteilung Wirtschaftspolitik vom Wirtschaftsministerium NRW Reinhold Rünker, SCHÜCO-Nachhaltigkeitsmanager Stefan Rohrmus und PreZero Service Westfalen-Geschäftsführer Jürgen Kaiser.

Produktnutzen ohne Rohstoffverbrauch – eine Utopie oder doch machbar? Das Neudenken von Prozessen und Werkstoffen in möglichst endlosen Verwertungszyklen – einer Kreislaufwirtschaft – ist die logische Konsequenz des Klimawandels und seinen Folgen. Hierbei liefern z.B. alte, nicht mehr genutzte Produkte die Ausgangsstoffe für neue Waren – wertvolle Rohstoffe werden so geschont. Die Kreislaufwirtschaft gilt daher als ein möglicher Ansatz, um bestehende Prozesse und Geschäftsmodelle effizient für die Zukunft auszurichten.

Im Zukunftskonzept 2025 des Kreis Lippe hat das Thema Kreislaufwirtschaft einen festen Platz. „Ostwestfalen-Lippe bietet ein großes Potential für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Zum einen sind in OWL eine Großzahl an KMUs ansässig, die meist flexibel Investitionsentscheidungen zugunsten neuer Wertschöpfungsformen treffen können. Weiterhin bietet die industrielle Struktur OWL’s die Chance, Treiber vor Ort zu finden, die aufgrund ihrer Branchentätigkeit (z.B. Sekundärrohstoffverarbeitende Unternehmen, Kunststoff-, Papier- oder Metallindustrie) und sich ändernden Rahmenbedingungen an Prozessänderungen interessiert sind“, sagt Dr. Axel Lehmann, Landrat des Kreises Lippe. Dr. Ute Röder, Fachgebietsleiterin Umwelt/ Energie beim Kreis Lippe ergänzt: „Die Partner von Lippe zirkulär haben sich zum Ziel gesetzt, die wesentlichen Hemmnisse im Bereich der Nachhaltigkeit, z.B. fehlender Wettbewerbsdruck, schwache Rentabilität des Nachhaltigkeitsmanagements, zu adressieren, z.B. durch gemeinsame Pilotprojekte oder Investitionen in Wissenschaft und Forschung.“

Prof. Jürgen Krahl, Präsident der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), kann Röders Aussage nur zustimmen. „Dort, wo Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kooperieren, entsteht neues Wissen, das zu Innovationen und Unternehmens-gründungen führt. Im Lehr- und Forschungsbetrieb sehen wir täglich, dass Technologien und Lösungsansätze ein kreatives Umfeld benötigen, in denen Lösungsansätze reifen können. An der TH OWL forschen wir bereits zu wichtigen Zukunftsfragen, die an die Kreislaufwirtschaft gekoppelt sind, u.a. in den Feldern Energie, Umwelt, Lebensmittel, Werkstoffe und Digitalisierung.“

„Zirkuläre Wertschöpfung ist ein „Ermöglichungs“-Programm, das hohe Qualität und „gute“ Arbeit vereint“, sagt Reinhold Rünker, ständiger Vertreter der Abteilung Wirtschaftspolitik des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. „Effizienz schreibt lediglich die lineare Wirtschaftsentwicklung fort, indem es kostenorientiert das Verhältnis von Input zu Output verbessert (Recycling, Reuse). Zirkuläre Wirtschaft braucht aber ein Qualitätsmodell – also bessere Materialien, Prozesse und Produkte. Es geht um Reuse, Upcycling und Rethink. Nur so wird unsere hochwertige Industrie eine Perspektive haben“, argumentiert Rünker. Um Investitionen in innovative Verfahren und Geschäftsmodelle zur Sicherung der Ressourceneffektivität zu gewährleisten, kann ein produktorientierter Ansatz, in dem Rohstoffe gebraucht und weniger verbraucht werden, die Lösung sein.

Dieses Fazit dürfte im Sinne von Prof. Michael Braungart, Professor für Öko-Design an der Leuphana Universität Lüneburg und Vater des Cradle to Cradle-Gedankens (C2C), sein. Braungart ging in seinem Vortrag sogar noch ein Stück weiter und argumentierte, dass Öko-Effektivität nur erreicht werden könne, wenn umfassende Qualität und Nützlichkeit von Produkten zukünftig höhere Priorität genießen als die Herstellungseffizienz. „Während wir derzeit nur auf die Effizienz von Produkten und Prozessen schauen, sollte der Fokus wieder auf die Effektivität gelegt werden“, so Braungart.

Beispiele aus der Praxis lieferten Stefan Rohrmus, Nachhaltigkeitsmanager bei SCHÜCO International, Jürgen Kaiser, Geschäftsführer von PreZero Service Westfalen – ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe, und Milena Glimbovski, Gründerin von "Original unverpackt", Achtsamkeits- und Nachhaltigkeitsexpertin.

Rohrmus stellte in seiner Präsentation den verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen im Gebäudesektor in den Mittelpunkt und zeigte, wie SCHÜCO die C2C-Prinzipien in seiner Nachhaltigkeitsstrategie verankert hat. Kaiser zeigte indes, dass die Schwarz-Gruppe neben den gängigen Instrumenten, wie Plastikreduzierung und -recyceln, zukünftig auf Redesign setzt. „Durch die Vermeidung von überflüssigen Verpackungsbestandteilen, die Überarbeitung der Verpackungszusammensetzung oder einer neuen Verpa-ckungsgestaltung sparen wir zukünftig mehrere hundert Tonnen Plastik ohne Nachteile für den Verbraucher zu generieren“, so Kaiser. Glimbovski verdeutlichte in ihrer Keynote, dass der „Zero waste“-Gedanke ganz einfach in den Alltag integriert werden kann – „Hürden existieren meist nur in den Köpfen“, sagt sie. Glimbovski argumentiert, dass ein Unternehmen nur so nachhaltig sein könne, wie die Menschen, die es beschäftigt. „Es beginnt mit der Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, erst danach können weitere Maßnahmen zur Reduzierung von Abfall (z.B. loser Tee, Getränke in Glas-Mehrwegflaschen) folgen."

In einer Talkrunde diskutierten Vertreter und Anwender zirkulärer Wertschöpfung mit dem Auditorium, wie diese „neuen“ Ideen ertragreich in zukünftige Arbeitsprozesse eingebracht werden können. Rund um die Veranstaltung fand eine Ausstellung mit BEST PRACTICE-Beispielen statt, die über regionale, unternehmerische und forschungsorientierte Ansätze informierte. So stand die EnergieAgentur NRW etwa Rede und Antwort zum Thema Finanzierungs- und Geschäftsmodelle. Beispiele aus Hochschule, Industrie und Handwerk zeigten, welche Potenziale die zirkuläre Wertschöp-fung hinsichtlich Kostensenkung und Wachstum bereithält.

Pressemitteilung des Future Energy – Institut für Energieforschung, Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Lippe zirkulär initiiert durch den Kreis Lippe hat zum Ziel, Zirkuläre Wertschöpfung im Kreis Lippe zu fördern. Folgende Kooperationspartner haben die Einladung von Dr. Ute Röder angenommen, sich kreativ dafür einzusetzen:

Bertelsmann Stiftung + CirConomyOWL + Effizienz-Agentur NRW + EnergieAgentur.NRW + Energie Impuls OWL e.V. + Fachhochschule Bielefeld + Future Energy - Institution für Energieforschung + Gesellschaft für Abfallentsorgung Lippe + Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe + Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold + Institut für Technische Energie-Systeme (ITES) + KlimaPakt Lippe + Kreis Lippe - Energie und Umwelt + Kreis Lippe - Kreiswirtschaftsförderung + PreZero Service Westfalen GmbH & Co. KG + Stadt Bielefeld - Dezernat für Umwelt- und Klimaschutz + Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe + Ungehobelt - Die Tischlerei + Stückweise – Unverpackt Detmold + Universität Paderborn + Verein Deutscher Ingenieure Ostwestfalen-Lippe e.V.

Die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft stellt uns in den Bereichen Kunststoff- und Elektrotechnik vor neue Herausforderungen. In der Automobilbranche, die diese Bereiche in komplexer Art und Weise vereint, wird dies besonders deutlich. Im Rahmen des gestrigen Vortrags von Herrn Coder (Masterstudent bei ZF in Bielefeld)  und der anschließenden Diskussionsrunde wurden einige der Probleme aufgezeigt und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Trotz aller zu nehmenden Hürden sehen wir ein großes Potential diesen Markt in den kommenden Jahren ressourceneffizienter und nachhaltiger zu gestalten. Besonders interessiert an dem Thema der „circular economy“ waren die Gäste aus Nicaragua: Prof. Norman Andrés Reyes und die Studenten Mauricio Jose Rojas Rayo und Morales Vanegas Engels Orlando von der Universität ULSA (Universidad Tecnológica La Salle) aus León in Nicaragua.

Die sehr positive Resonanz auf der Hannover Messe 2019 bestärkt uns, das Thema Circular Economy weiterhin mit vollem Elan anzugehen:

  • Am OWL-Gemeinschaftsstand haben wir das Thema im direkten Umfeld von Weltmarktführern der Automatisierungstechnik, mittelständischen Maschinenbauern, interdisziplinären Forschungsinstituten sowie Startups präsentiert.
  • Aus dem NRW-Wirtschaftsministerium hat uns Abteilungsleiter Karl-Uwe Büthof besucht. Mit der NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser haben wir zudem die Kooperationsmöglichkeiten mit dem Umweltministerium erörtert.
  • Im Rahmen des Besuchs einer Projektleiterin des DIN e.V. konnten wir strategische Überlegungen zur Normung von Circular Economy-Produkten oder -Prozessen diskutieren.
  • Im Laufe der Messe informierten sich u.a. OWL-Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, die NRW-Landtagsabgeordnete und Digitalisierungsexpertin Christina Kampmann sowie weitere hochrangige Delegationen über unser Circular Economy-Projekt.
  • Am Messedonnerstag besuchte uns der VDI-Direktor Ralph Appel, um uns mitzuteilen, dass die VDI-Gremien die Circular Economy-Strategie zum bundesweiten VDI-Fokusthema für 2020 gewählt haben. Damit können wir jetzt mit der geballten Unterstützung der VDI-Ingenieurwelt rechnen.

Perspektiven: In der Präsentation auf unserem Messestand hatten wir die Sustainable Development Goals (SDGs) herausgestellt und gefragt, welche Beiträge die Technikwelt zur Erreichung dieser UN-Nachhaltigkeitsziele leisten kann. Dabei formulierten gerade junge Ingenieurinnen und Ingenieure ihren persönlichen Antrieb für Innovationen vor diesem Hintergrund.

Das Thema Zirkuläre Wertschöpfung hat sich über den VDI OWL hinaus - zusammen mit anderen Partnern der Region - zum TOP-Thema für unseren Industriestandort entwickelt. Dieses Resümee zogen die VDI OWL Mitglieder, die sich aktiv in und außerhalb des VDI OWL für diesen Ansatz engagieren. Auch für die Zukunft versteht sich der VDI OWL als Netzwerk-Plattform für die aktiven Player, der Institutionen und Interessierten, die das Thema Zirkuläre Wertschöpfung in OWL weiter voranbringen wollen.

„Anfangs haben wir den Samen gesetzt, jetzt ist der VDI OWL Nährboden oder Fundament für gemeinsame Aktivitäten mit unseren Netzwerkpartnern für das Ökosystem Zirkuläre Wertschöpfung“, so Fabian Schoden, Vorstand VDI OWL/Social Media. "Darüberhinaus haben wir das Thema über die Grenzen von OWL auf die VDI Landesebene NRW gebracht." Mit Klaus Meyer als VDI NRW Vorsitzenden haben VDI-Mitglieder mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Hochschule aus NRW regionale Ansätze Zirkulärer Wertschöpfung bei den VDI Impulsgesprächen NRW diskutiert.

Dezember 2018: Eine neue Denkschule der zirkulären Wertschöpfung hat sich 2018 in OWL verbreitet. Die zunehmende Kreislaufwirtschaft ist dem VDI OWL, der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) und dem Regionalbüro Bielefeld der Effizienz-Agentur Nordrhein-Westfalen (EFA NRW) zu verdanken. Sie haben über ihre sechsteilige Reihe „Circular Economy“ mehr als 200 Fachkräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erreicht. Zur Abschlussveranstaltung der Reihe für 2018 trafen sich jetzt bei WAGO in Minden über 60 Gäste.   

Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung standen Impulse und Diskussionen zum Thema. Bianka Engelmann, Umwelttechnikingenieurin bei der WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG, sprach über die Erfahrungen und Ergebnisse aus der Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment) im Unternehmen. Mario Koch, Geschäftsführer von makoni design, demonstrierte anhand seiner Designer-Klavierhocker, wie der Effizienzgedanke bereits bei der Produktgestaltung greifen kann.

Der VDI Ostwestfalen-Lippe, Projektgruppe Zirkuläre Wertschöpfung, und die IHK Ostwestfalen-Lippe luden 2018 gemeinsam mit der Effizienz-Agentur NRW Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Hochschule und Zivilgesellschaft zur Veranstaltungsreihe „Mit ressourceneffizienten Produkten zu einer Circular Economy“ ein. Die Reihe informiert, wie Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen in kleinen Schritten sowohl ressourceneffizient als auch wirtschaftlich gestalten können.

Zum Artikel aus den VDI Nachrichten vom 27. April 2018

Mai 2018: Zur dritten Veranstaltung „Circular Economy in Lehre und Forschung“ kamen rund drei Dutzend Interessierte aus ganz OWL – von Kommunen, Hochschulen, Unternehmen und Verbänden – an den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule (FH) Bielefeld.

Den effizienten Einsatz von Ressourcen, nachhaltiges Wirtschaften, Beratungs- und Fördermöglichkeiten thematisierte eingangs Lisa Venhues, Beraterin der EFA, Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz in NRW. Sie stellte den PIUS-Check für Produktintegrierten Umweltschutz und Beispiele aus der Praxis für klimafreundliche Produkte von der Materialauswahl über das Design bis zur Herstellung vor.

„Wir bieten seit dem Wintersemester 2017/2018 Vorlesungen und Seminare zum Thema zirkuläre Wertschöpfung an, betreuen Projektarbeiten und führen seit Jahren Forschungsprojekte durch“, erklärte Professorin Dr.-Ing. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, die an der FH am Forschungsschwerpunkt Intelligente Technische Energie-Systeme (FSP ITES) tätig ist

März 2018 - Veranstaltungsreihe "Circular Economy" machte mit dem Thema "Neue Geschäftsmodelle" im Gütersloher CER Station: „Grüne“ Geschäftsideen auf die Leinwand bringen

Thema des Workshops war die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle mit der Methode Business-Model Canvas. Dabei war die Kreativität der rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt.

Wer erfolgreiche Geschäftsmodelle entwickeln möchte, braucht den Blick über den Tellerrand, Eingebung, Kreativität, eine Portion Glück – und Struktur. Das Business-Model Canvas (deutsch Leinwand) hat sich zum Mittel der Wahl entwickelt, um neue Geschäftsmodelle und Ideen zu visualisieren und zu testen, ob diese auch unternehmerisch sinnvoll sind. Ungewohnte Fragestellungen bzw. Denkkategorien ermöglichen es den Anwendern, aus bestehenden Denkmustern auszubrechen und neue Ideen zu entwickeln.

Funkjournal: "Verwenden statt verschwenden" - Cradle-to-Cradle,Februar 2021, Medienarchiv Bielefeld:

MagazinOstwestfälische Wirtschaft:  "Mit Innovationen und Prozesssicherheit können Sie Unternehmen begeistern", März 2020, Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld

VDI Nachrichten: Wachstum ohne Verzicht, Februar 14.02.2020

WIR | Wirtschaft Regional: "Die verlockende Idee des grünen Wachstums", Januar 2020

VDI Nachrichten: "Circular economy stärkt heimische Standorte" , November 2019

Westfalen-Blatt: "Wirtschaft im Kreislauf", September 2019

VDI Nachrichten: "So schließt sich der Kreis" (Die Veranstaltungsreihe „Circular Economy“ des Bezirksvereins
Ostwestfalen-Lippe  in Minden bei Wago Kontakttechnik), März 2019

VDI Nachrichten: "Modelregion für zirkuläre Wertschöpfung", August 2018

VDI Nachrichten: "Mehrwert schaffen und die Umwelt schützen", Juni 2018

VDI Nachrichten: "Aus Alt mach Neu", April 2018

Regionales in Steinhagen: "Ressourcen schonen, Wirtschaft stärken", Mai 2017

VDI Nachrichten: "Intelligente Verschwendung: Vom Ende des Mülls", Februar 2016

Magazin Markt und Wirtschaft: "Das Ende des Mülls",  Januar 2016