Direkt zum Inhalt
Online-Veranstaltung

Lücken_Los! Auswirkungen des geschlechtsbezogenen Datenmangels auf Gleichberechtigung im Alltag

Beschreibung

Wie kann eine digitale Transformation gendergerecht und nachhaltig gestaltet werden?

Die Vereinten Nationen haben als politische Zielsetzungen 17 Punkte in ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Bereichen formuliert. Diese Zielsetzungen sollen Orientierung und Klarheit schaffen, um mit gemeinsamen Kräften die Welt, unser Verhalten und unsere Umwelt nachhaltiger, langlebiger, friedlicher und gesünder zu machen.

Nachhaltigkeit ist dabei in wesentlich mehr als nur den Themen Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik verankert. Um die Wege und Vorhaben zum Erreichen der Ziele auf das alltägliche Leben zu übertragen, bedarf es einer fokussierten Auseinandersetzung mit einzelnen Teilbereichen. Niemand als Individuum wird eines der Ziele erreichen können - hier muss gemeinschaftlich gearbeitet werden und es müssen konkrete Handlungsfelder individuell entdeckt werden.

In diesem Vortrag werden die Nachhaltigkeitsziele unter dem Gesichtspunkt Geschlechtergerechtigkeit betrachtet und in konkreten Beispielen des Gender Data Gap veranschaulicht.

Ein Gender Gap bezeichnet ein Problemfeld in Ungleichheiten, in dem wir ihn z.B.in Gehältern, der Altersvorsorge, der Pflegearbeit sowie der Erziehungs- und Familienarbeit verzeichnen: Gender PAY Gap, Gender PENSION Gap, Gender CARE Gap.

Gender DATA Gap bezeichnet die geschlechtsbezogenen Datenlücken, die eine Ausgangslage für beschränkte Zugänge, Benachteiligungen und körperliche sowie auch psychische Gefahren sind. Zur Entwicklung von Produkten oder auch Dienstleistungen bedarf es stets einer belastbaren Datenbasis zur Zielgruppe, Produktionsabläufen und -verantwortung, Marketingstrategien etc. Wenn unzureichende, fehlerhafte oder gar falsche Daten für die Entwicklung von z.B. algorithmischen Systemen verwendet werden, hat dies verheerende Folgen. So ist sich vorzustellen, welche Konsequenzen es zum Beispiel hat, wenn bei der Produktion von Autos mit Dummys gearbeitet wird, die den Durchschnittsmaßen einer männlichen Person entsprechen? Oder auch wie hoch die Trefferquote für Sucheingaben aller sind, wenn Sprachassistenzsysteme mit Stimmen von männlichen Personen trainiert wurden?

In dem Vortrag von Julia Pierzina am 02.02.2022 um 19:00 Uhr werden Hintergründe von Gender Data Gaps erläutert, Folgen dargestellt und Anregungen zum eigenen Handeln zur Vermeidung von Gender Data Gaps gesetzt.

Warum es wichtig ist, dass bei allen diesen Schritten nicht nur geschlechtersensibel gedacht, sondern auch geschlechtsbewusst gehandelt wird, werden Sie in diesem Vortrag erfahren.
_____________________________________________________
Julia Pierzina forscht im Rahmen ihrer Dissertation zu Gender Design und Schule an der HBKsaar und arbeitet als Interventionsdesignerin bei K8 Institut für strategische Ästhetik. Sie ist Initiatorin der Wikipediaworkshops “Femedit. Den Gender Data Gap auf Wikipedia schließen” im Juni 2020 und “Who writes HERstory? We do.” im März 2021. Zuletzt referierte sie auf der Konferenz “Gendergerechtigkeit und Diversität im Design” zu dem Gender Data Gap auf Wikipedia bei der Schader Stiftung in Darmstadt. Julia Pierzina setzt sich für gesellschaftspolitische Belange, freies Wissen, Geschlechtergerechtigkeit und Ressourcenschonung ein.

https://speakerinnen.org/de/profiles/julia-pierzina
https://de.linkedin.com/in/juliapierzina

Vortragende

Julia Pierzina

Auf einen Blick

Datum
02.02.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Organisation
Nordbadisch-Pfälzischer Bezirksverein e.V.
AK Frauen im Ingenieurberuf
Jetzt anmelden

Kontaktformular

Sie sind VDI-Mitglied? Dann können Sie sich direkt über Mein VDI für die Veranstaltung anmelden.
Mit Mein VDI einloggen
* Pflichtfeld