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24.11.2015
VDI diskutierte in Berlin die Arbeit der Zukunft
 

Wie gestalten wir die digitale Arbeitswelt 4.0?

(Bild: VDI)

(Bild: VDI)

Wie wird sich Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung verändern müssen? Welche neuen Qualifikationen brauchen wir für die Industrie 4.0? Werden Roboter in den „intelligenten Fabriken“ zu Kollegen? Ersetzen sie die Mitarbeiter? Diesen Fragen zur Arbeit der Zukunft widmete sich die Politikveranstaltung des VDI Verein Deutscher Ingenieure am 24. November in Berlin. Rund 130 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften führten eine intensive Debatte über die Frage „Digitale (R)evolution – Wie gestalten wir die Arbeit der Zukunft?“

 

In vielen Studien zur künftigen Arbeitsmarktentwicklung wird die These vertreten, dass mit dem technischen Fortschritt der digitalen Transformation das „Ende der Arbeit“ einhergehe. Computer, Maschinen und Roboter würden menschliche Tätigkeiten vor allem in den Produktionshallen künftig nicht nur unterstützen, sondern vollständig ersetzen. Dieser Befürchtung trat Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in seiner Begrüßungsrede entschieden entgegen: „Die Digitalisierung wird nicht in Frage stellen, dass wir auch in Zukunft noch in Deutschland arbeiten, aber sie wird verändern, wie wir arbeiten.“ Der Mensch bleibe auch im digitalen Zeitalter Entscheider darüber, wie und in welchem Umfang er Technologie einsetze, so Ungeheuer.


Zur Vorbereitung auf die veränderten Anforderungen der digitalen Ökonomie forderte der VDI-Präsident eine Qualifizierungsoffensive: „Der Rationalisierungsdruck trifft in der „Smart Factory“ vor allem Geringqualifizierte. Schwere und eintönige Arbeiten werden in den Produktionshallen bereits heute vielfach von Robotern erledigt. Das zeigt die stark zunehmende Bedeutung von Qualifizierung. Wir müssen unserem Nachwuchs deshalb vor allem Digitalkompetenz vermitteln.“


Dieser Forderung schloss sich auch Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in seinem anschließenden Impulsvortrag an. Die Antworten auf die Herausforderungen der digitalen Ökonomie seien eine bessere Qualifizierung und die ständige Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


In seiner Keynote stellte Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Publikum anschließend die Plattform Industrie 4.0 vor, die sich in einer Arbeitsgruppe auch dem Thema „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ widmet.


Auf dem Podium diskutierten Ralph Appel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied und Direktor des VDI, Dr. Constanze Kurz, Ressortleiterin „Zukunft der Arbeit“ der IG Metall, Dr. Horst Neumann, Personalvorstand der Volkswagen AG, Benjamin Mikfeld, Abteilungsleiter Grundsatzfragen des Sozialstaats, der Arbeitswelt und der sozialen Marktwirtschaft im Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer IAO.


Gegenstand der Podiumsdiskussion waren Fragen nach der veränderten Rolle von Gewerkschaften sowie einer möglicherweise neuen Ausrichtung des Arbeitsrechts für die wachsende Zahl atypischer Beschäftigungsformen in einer global vernetzten Arbeitswelt. Ebenso diskutierte das Podium über die Umsetzung von Industrie 4.0 in die Unternehmenswirklichkeit sowie die veränderten Qualifikationsanforderungen für die Beschäftigten. VDI-Direktor Ralph Appel betonte dabei die Chancen der digitalen Revolution für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland: „Zweifelsfrei haben wir bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf. Das hat auch der IT-Gipfel vergangene Woche bestätigt. Wir müssen unsere Aufholjagd jetzt beginnen, damit wir den Anschluss nicht verlieren. Das gilt auch für die proaktive Gestaltung der digitalen Arbeitswelt.“


Im April hatte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles das Grünbuch „Arbeiten 4.0. Arbeit weiter denken“ veröffentlicht und damit einen öffentlichen und fachlichen Dialogprozess initiiert, dessen Ergebnisse Ende 2016 in ein Weißbuch zur Zukunft der Arbeit fließen sollen.
Weitere Informationen unter http://www.vdi.de/arbeitenviernull

 

Ihr Ansprechpartner in der VDI-Pressestelle:
Marco Dadomo
Telefon: +49 211 6214-383
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