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VDI-Konferenz „Planen im Dialog – Infrastrukturprojekte erfolgreich umsetzen"

Berlin, 28. Juni 2017


Auf der VDI-Konferenz „Planen im Dialog – Infrastrukturprojekte erfolgreich umsetzen“ wurde eine Kernbotschaft sehr deutlich: Planungsbeschleunigung braucht eine frühzeitige und professionell strukturierte Öffentlichkeitsbeteiligung. Über 180 Teilnehmende diskutierten in 5 parallelen Sessions Best Practice Beispiele aus dem Straßenbau, der Windenergie, zu Infrastrukturprojekten des ÖPNV und zur dezentraler werdenden Energieversorgung der Stadtwerke und Regionen.
 
In den prominent besetzten Podiumsdiskussionen wurde klar herausgearbeitet, dass es vor allem die internen Weichenstellungen sind, die eine neue Planungskultur ermöglichen und zu Schlüsselfaktoren des Erfolgs werden. Auch über die externen Herausforderungen war man sich einig: Interessengruppen, Betroffene und Nutzerinnen und Nutzer früh einbeziehen und Kooperationen aufbauen, Digitalisierung nutzen und eine Versachlichung der Diskussion über mehr Transparenz und Faktenklärung herbeiführen.
 
Für den Vorstand für Großprojekte der Deutschen Bahn Dirk Rompf ist frühe Bürgerbeteiligung einer von sieben Stellhebeln für die Planungsbeschleunigung der Bahn. Er will die durchschnittliche Realisierungszeit der Projekte um fünf Jahre reduzieren. Das gehe nur mit Beteiligung, so Prof. Rompf. Ebenso sind die Übertragungsnetzbetreiber heute Vorreiter in konsequenter, früher Einbindung der Bürger in ihre Planung. Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT: „Wir haben unsere Planung konsequent auf Dialog ausgerichtet. Sonst wären der Netzausbau und damit letztlich auch die Energiewende nicht umsetzbar“. Spannende Beispiele kamen auch von der Hamburger Hochbahn und den Stadtwerken Mainz, die beide als Pioniere einer frühen, hoch professionellen Öffentlichkeitsbeteiligung gelten, die den lokalen Bezug in den Vordergrund rücken.

Ein Infomarkt von Vorreitern der Branchen ermöglichte den direkten Austausch unter Praktikern zu ihren Projekten. Zusätzlich wurden neue Visualisierungstools und Virtual Reality Brillen präsentiert, die z.B. Haltestellen oder Trassenverläufe in der Landschaft zeigen. Denn branchenübergreifend wurde die Digitalisierung als wichtiges Hilfsmittel identifiziert:  Zum einen um in interaktiven Plattformen das Wissens vor Ort einzubringen, zum anderen, um Planung über Visualisierung transparenter zu machen.

Anforderungen an die Politik wurden im Anschluss in einer eigenen Veranstaltung adressiert: Viele Vorhabenträger beklagen sich, dass Politiker nicht selten zwar Bürgerbeteiligung einfordern, sich dann aber vor Ort „wegducken“ oder mit viel Steuergeld Befriedungslösungen zustimmen. Man brauche hingegen verlässliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen ihre Planungsdialoge auch sinnvoll führen können.

Angesichts der im Mai veröffentlichten Strategie des Bundesverkehrsministeriums zur Planungsbeschleunigung erklärte Staatssekretär Rainer Bomba: „Eine frühzeitige, offene und kontinuierliche Bürgerbeteiligung ist bei Planung und Realisierung von Verkehrsprojekten unerlässlich und kann dabei wesentlich zur Beschleunigung der Verfahren beitragen. Unsere Strategie zur Planungsbeschleunigung enthält daher mehrere Maßnahmen, mit denen wir die Bürgerbeteiligung stärken“. Der stellvertretende Vorsitzende des Umweltverbands BUND, Ernst-Christoph Stolper, wehrte sich allerdings dagegen, dass Beschleunigung auch in dieser Strategie zum Teil mit Abbau von Umweltstandards und der Einschränkung von formellen Einspruchsmöglichkeiten verbunden sei.

Schnell kamen die Teilnehmer des VDI Panels zu dem Ergebnis, dass es auch immer einer Haltung bedarf: Vorhabenträger brauchen Handlungsspielräume, Varianten anzupassen und das Wissen vor Ort einfließen zu lassen. Sie müssen aber auch frühzeitig Grenzen kommunizieren und Entscheidungen transparent begründen. Zentral ist, den Beteiligungsprozess deutlich vor die Antragsstellung zu ziehen. Nur so könne eine Beschleunigung tatsächlich gelingen. Um dies professionell in das Ingenieurhandeln zu integrieren und eine neue Planungskultur zu entwickeln, bot VDI-Direktor Ralph Appel den VDI als Drehscheibe des fachlichen Wissensaustausches zwischen den Disziplinen und als Dialogplattform zwischen den Schlüsselakteuren an. Diese Veranstaltung sei insofern ein Auftakt dazu.


Hier finden Sie das Programm der Veranstaltung


Hier finden Sie die Präsentationen:

 
VDI-Konferenz „Planen im Dialog – Infrastrukturprojekte erfolgreich umsetzen": (Bild: VDI)
VDI-Konferenz „Planen im Dialog – Infrastrukturprojekte erfolgreich umsetzen": (Bild: VDI)
 
 
 
(Bild: VDI)

Ihr Ansprechpartner zu früher Öffentlichkeitsbeteiligung

Verein Deutscher Ingenieure e. V.
Dr. Volker Brennecke
Geschäftsführer Technik im Dialog
Telefon: +49 211 6214-474
Telefax: +49 211 6214-148
E-Mail: brennecke@vdi.de