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Bauen und Infrastruktur

VDI-Wettbewerb Integrale Planung

Im Gateway Wuppertal entsteht Neues aus Bestehendem - Auftakt zum 14. VDI-Wettbewerb Integrale Planung

Im Kulturzentrum Insel e.V. in Wuppertal ist der VDI-Wettbewerb Integrale Planung 2025/26 mit einem inspirierenden Auftakt in seine vierzehnte Runde gestartet. Studierende aus ganz Deutschland informierten sich über die neue Aufgabenstellung unter dem Titel „Gateway Wuppertal – Neues aus Bestehendem schaffen“ und erkundeten vor Ort das Wettbewerbsareal. Ziel des Wettbewerbs ist es, in interdisziplinären Teams praxisnahe Konzepte zu entwickeln, die zeigen, wie integrales Planen und Bauen zu nachhaltigen Lösungen beitragen können.

Bild: Space Era Germany UG/ BUGA Wuppertal 2031 gGmbH

Interdisziplinär und praxisnah

Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Technischen Gebäudeausrüstung und des Facility-Managements. Er wird von der VDI-Gesellschaft für Bauen und Gebäudetechnik bereits zum 14. Mal ausgeschrieben. Durch das gemeinsame Arbeiten unterschiedlicher Fachrichtungen an einer realitätsnahen Aufgabenstellung lernen die Teilnehmenden bereits im Studium integrales Planen im Zusammenspiel.

Die Teams mit Studierenden der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Technischen Gebäudeausrüstung, des Facility-Managements und verwandter Studienrichtungen haben nun bis Ende März 2026 Zeit, ihre Entwürfe auszuarbeiten und einzureichen. Nach der Präsentation der Konzepte wird die Jury die besten Beiträge auswählen und im Juni bei einer feierlichen Preisverleihung mit Postervorstellungen prämieren.

Theorie und Praxis zum Anfassen beim Auftakt in Wuppertal

Rund 80 Interessierte nahmen am Auftakt in Wuppertal teil, weitere Studierende waren online aus Wien zugeschaltet. In verschiedenen Vorträgen erhielten die Teilnehmenden vertiefende Einblicke in die Themenfelder Nachhaltigkeit, Zirkularität und ressourcenschonendes Bauen.

Während der Begrüßung betonte Susanne Brambora-Schulz, Geschäftsführerin der BUGA 2031, die Bedeutung solcher Projekte: „Ich habe nicht gezögert, die Unterstützung des Wettbewerbs zuzusagen. Sowohl die BUGA als auch der Wettbewerb sind Zukunftsprojekte mit großem Gestaltungspotenzial.“

Was genau die Bürgerinnen und Bürger Wuppertals in den kommenden Jahren erwarten dürfen, stellte anschließend Daniela Ullrich vor. Sie präsentierte das geplante Konzept der Bundesgartenschau 2031 und der geplanten Hängebrücke über die Wupper, die zentraler Dreh-und Angelpunkt der diesjährigen Wettbewerbsaufgabe ist. Mit VR-Brillen konnten die Interessierten bereits vor Ort einen virtuellen Rundgang über die Brücke wagen und sie aus verschiedenen Perspektiven erleben. Ein absolutes Erlebnis!

Nachhaltig planen mit Bauteilen aus dem Solar Decathlon

Die Wettbewerbsaufgabe umfasst den Entwurf eines Torgebäudes an der neuen Hängebrücke mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit und Zirkularität. Dabei sollen Bauteile aus dem Solar Decathlon Europe 21/22 weiterverwendet werden, bei dem ganz praktisch Gebäude unter Gesichtspunkten des ressourcenschonenden Bauens im Sinne der Kreislaufwirtschaft geplant und gebaut wurden.

Wie diese Gebäude konstruiert wurden und welche Potenziale in der Wiederverwendung liegen, erläuterte Katharina Simon vom Living Lab NRW. Am Nachmittag konnten die Studierenden die modularen Gebäude des Solar Decathlon auf dem Gelände in Wuppertal aus nächster Nähe besichtigen. Die Führung bot wertvolle Einblicke in den Aufbau, die Materialwahl und die Rückbaukonzepte der preisgekrönten Pavillons.

Ressourcenschonung als Zukunftsaufgabe

In weiteren Fachvorträgen vertieften Martin Füllsack und Tom Lehmann die Bedeutung von Ressourcenschonung und Wiederverwendung im Bauwesen. Lehmann betonte: „Deutschland ist im Grunde fertig gebaut. Es braucht nicht mehr Flächenverbrauch, sondern kluge, innovative Ansätze, um Bestehendes neu zu denken.“

Damit spiegelte er den Kern des diesjährigen Wettbewerbsthemas wider: Materialien wieder verwenden und Gebäude weiterdenken. Die Kombination aus digitaler Planung, nachhaltiger Materialwahl und kreativer Gestaltung eröffnet den Studierenden ein breites Feld für innovative Lösungen. Hierzu lieferte Christina Sonnborn von der Uni Wuppertal den Zuhörenden jede Menge Inspiration.

Interdisziplinäres Arbeiten bietet Freiraum für Ideen

Der Wettbewerb fordert die Teilnehmenden heraus, interdisziplinär zu planen und kreativ zu kooperieren. Ob Bauingenieurin, Architekt oder Technische Gebäudeausrüstung. Die Teams aus zwei bis acht Mitgliedern müssen verschiedene Perspektiven einbringen und gemeinsam ein funktionales und nachhaltiges, aber auch überzeugendes Gesamtkonzept entwickeln.

Hier sind der Fantasie der Studierenden nun kaum Grenzen gesetzt. Ihre Konzepte sollen zeigen, wie sich Zukunftsvisionen in der Praxis umsetzen lassen. Die eingereichten Konzepte werden von einer Jury bewertet und die überzeugendsten Ideen ausgezeichnet. Neben Preisgeldern winken praktische Erfahrung der interdisziplinären Planung, Austausch mit anderen Teams und die Möglichkeit, eigene Ansätze in Fachkreisen zu diskutieren.

Mit dem Wettbewerb fördert der VDI und bietet Studierenden eine praxisnahe Bühne in einem Zukunftsprojekt wie der BUGA 31 in Wuppertal. Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen finden Sie unter: www.vdi.de/wip

Autorin: Gudrun Huneke

Fachlicher Ansprechpartner:
Rouven Selge, M. Eng.
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Telefon: +49 211 6214-119
E-Mail: gbg@vdi.de