
VDI-Podcast
Quo vadis Pariser Klimaabkommen: Wo wir stehen und wie wir jetzt handeln müssen
1,5. Eine Zahl, die drohend über unserer Gesellschaft schwebt. Letztes Jahr lag der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zum ersten Mal über der 1,5-Grad-Marke. Was bedeutet das nun? Waren die Anstrengungen umsonst? Was muss passieren, um das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel zu erreichen? In der aktuellen Folge von „Technik aufs Ohr“ sprechen die Hosts Sarah Janczura und Marco Dadomo mit Professor Mark Lawrence, wissenschaftlicher Direktor am Research Institute for Sustainability (RIFS) in Potsdam.

Herausfordernde Klimapolitik auf internationaler Ebene
Der Blick richtet sich zuerst auf die USA und die dortigen Entwicklungen unter Donald Trump. „Für jede und jeden, die sich für Nachhaltigkeit interessieren, sind die Entwicklungen in den USA ein großer Rückschritt.“, betont Lawrence. Hoffnung schöpft er aus der Vernetzung von progressiven Kräften, die einen wirkungsvollen Gegenpol bilden könnten, trotz der Erschwernis durch nationale Interessen, die in den Vordergrund gestellt werden.
Deutschlands Verantwortung und das Pariser Abkommen
Beim internationalen Klimaschutz fällt Deutschland aufgrund seiner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung eine Vorreiterrolle zu. Bedingt durch die historisch kumulierten Emissionen und des vergleichsweisen starken Bewusstseins für Klimaschutz in der deutschen Bevölkerung, sagt Lawrence: „Wenn Deutschland nicht als Vorreiter eine internationale Rolle einnimmt, wer wird es machen?“ Um die in Paris gesetzten Ziele von 1,5, bzw. zwei Grad noch zu erreichen, bedürfe es einer sofortigen Reaktion. Eine enorme Herausforderung für Politik, Industrie und Gesellschaft.
Ist Climate Engineering die Lösung?
Aber welche Ideen und Technologien könnten den Prozess unterstützen? Ist Climate Engineering die Lösung? Zwei Ansätze stehen hierbei im Fokus: Die Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und Maßnahmen zur Reflexion von Sonnenstrahlung. Doch Lawrence mahnt: „Wenn wir sehen auf welcher Skala wir überlegen, ein Engineering des Klimas des gesamten Planeten anzugehen, sollte man sich ein bisschen mulmig fühlen.“ Doch neben der Skepsis gegenüber diesen Technologien fehlt momentan noch die technische Reife. Außerdem wären regulatorische Entscheidungen auf internationaler Ebene notwendig.
Der Blick in die Zukunft
Lawrence zeigt im Gespräch auf, dass der Kampf gegen den Klimawandel herausfordernd wird und gesellschaftlich eine große Herausforderung darstellt. Deshalb forscht das RIFS transdisziplinär für und mit Klimaforschung und berücksichtigt dabei nicht nur verschiedene Fakultäten, sondern bezieht auch die Bedürfnisse der Gesellschaft mit ein.
Eine spannende Folge, in der Lawrence trotz des gebremsten Optimismus nicht die Hoffnung verliert.
Hinweis: „Der Podcast „Technik aufs Ohr“ ist eine gemeinsame Produktion von VDI e.V. und ingenieur.de (VDI Verlag GmbH). Jegliche Werbung während der Podcast-Folge erfolgt ausschließlich über die VDI Verlag GmbH. Der VDI e.V. erzielt hieraus keinerlei Einnahmen".







