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Bild: Grimme
Bildung, Beruf, Arbeitsmarkt

Preiswürdig: Max-Eyth-Gedenkmünze 2025

„Wir sind ein Familienunternehmen - kein Konzern“

Die Grimme-Unternehmensgruppe gilt als Familienunternehmen mit starken Werten. Was im Jahr 1861 mit einer Schmiede in der niedersächsischen Kleinstadt Damme begann, hat sich in 165 Jahren zu einem weltweit tätigen Agrarunternehmen entwickelt. Inzwischen sind über 3.300 Mitarbeitende an 37 Standorten beschäftigt. Neben Technik und Produktion prägen Ausbildung, Nachwuchsförderung und Teamgeist das Unternehmen. Dafür steht insbesondere Christine Grimme: Sie treibt soziale Initiativen voran, begleitet die Ausbildung und ist für viele Mitarbeitende erste Anlaufstelle bei persönlichen oder beruflichen Fragen. Für dieses außergewöhnliche Engagement verleiht ihr der VDI-Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik am 7. November 2025 in Hannover auf der Internationalen Tagung LAND.TECHNIK-AgEng. die Max-Eyth-Gedenkmünze.
 

Vom Klassenzimmer in die Chefetage

Fast 20 Jahre arbeitet Christine Grimme als Gymnasiallehrerin, bevor sie 2003 ins Familienunternehmen wechselt. Die Söhne Christoph und Philipp haben in der fünften Generation die Verantwortung für die Unternehmensgruppe übernommen, doch Christine Grimme arbeitet zusammen mit ihrem Mann weiterhin tatkräftig im Familienunternehmen mit. Sie prägt die Außenwirkung der Marke Grimme, entwickelt Ausbildungsgänge weiter und wirkt in Personalthemen und Marketing mit.

Besonders am Herzen liegt ihr die Nachwuchsarbeit. So hat sie nicht nur neue Ausbildungsinhalte initiiert, sondern im Landkreis Vechta eigene Berufsschulklassen für Maschinen- und Anlagenführung etabliert. „Anfangs fiel es mir schwer, meinen Lehrberuf aufzugeben“, sagt Grimme. „Heute bin ich dankbar für die Vielfalt meiner Aufgaben.“ Sie führt Gespräche mit Marketing, Personal und Betriebsrat, begleitet Vorstellungsgespräche von Auszubildenden und nimmt regelmäßig an „Ausbildungskonferenzen“ teil, in denen die Verantwortlichen gemeinsam Lösungen entwickeln.

Ein Alleinstellungsmerkmal: Alle Auszubildenden und Werkstudierenden absolvieren ein Sozialpraktikum, das Grimme initiiert hat. Zwei Wochen lang unterstützen sie verschiedene Bereiche der größten Caritas-Einrichtung für Menschen mit Behinderung im Landkreis Vechta. Für Grimme ist das ein wichtiger Baustein für die persönlichen Weiterentwicklung der jungen Menschen.
Ihr Netzwerk in der Region ist breit: Sie ist nicht nur Mitglied im Caritasrat, Gründungsmitglied des Rotary Clubs Vechta und der Dammer Bürgerstiftung, sondern auch stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats der Universität Vechta. Durch diese Kontakte bringt Grimme soziale Impulse ins Unternehmen und stärkt die Verbindung zwischen Wirtschaft, Bildung und sozialen Einrichtungen.

Bild: Grimme
Christine Grimme

Immer ein offenes Ohr: im Betrieb und darüber hinaus 

Viele Mitarbeitende kennt sie persönlich - oft auch deren Familienumfeld. Ob Konflikte, Belastungen oder organisatorische Herausforderungen: Grimme unterstützt, vernetzt und sucht gemeinsam Lösungen.
Im Unternehmen hat sie den „Runden Tisch“ etabliert, an dem Fachabteilungen und Betriebsrat offen über Probleme sprechen und nach Lösungen suchen. „Kein Mitarbeitender soll Sorge vor Konsequenzen haben, wenn schwierige Themen angesprochen werden“, betont sie. Daneben ist ihre Tür für alle Beschäftigten jederzeit offen - unabhängig von Position oder Anliegen.
Ein besonderes Highlight ist der regelmäßig stattfindende „Grimme-Familientag“, an dem Mitarbeitende ihre Angehörigen mitbringen können. Ein festes Programm, Begegnungen und der Austausch mit Ehemaligen fördern das Gemeinschaftsgefühl. Auch an den anderen Standorten im In- und Ausland setzt Grimme soziale Projekte für Mitarbeitende um - verankert im Leitbild des Unternehmens.


„Post vom VDI - für mich?“

Der Kontakt zwischen dem Unternehmen Grimme und dem VDI besteht seit vielen Jahren. Zahlreiche technische Führungskräfte sowie ihr Mann Franz Grimme und die Söhne sind dem VDI-Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft-Agrartechnik verbunden. Christine Grimme selbst ist überrascht, als sie die Nachricht ihrer Auszeichnung erhält. „Ich dachte erst, der Brief sei für meinen Mann“, erzählt sie, „der hat ihn mir dann aber gleich schmunzelnd wieder zurück gegeben“. Die Freude ist entsprechend groß, aber auch die Leistungen der beiden weiteren Geehrten beeindrucken sie.

Max-Eyth-Gedenkmünze: Anerkennung für herausragende Leistungen in der Agrartechnik

Neben Christine Grimme erhalten 2025 zwei weitere Persönlichkeiten die Max-Eyth-Gedenkmünze: Der Praktiker Dipl.-Ing. Wolfgang Adamek für seine Entwicklung und Erprobung von Getrieben, Gelenkwellen und Traktoranbausystemen sowie Prof. Dr.-Ing. Henning Meyer. Er forscht und lehrt zu innovativer Landtechnik und macht sich für die Internationalisierung des Agrartechnikernetzwerkes stark. Meyer ist außerdem Mitglied der VDI-MEG Arbeitsgruppe Nachwuchsförderung und engagierter Hochschullehrer.

Die Max-Eyth-Gedenkmünze wurde 1950 gestiftet und 1995 in eine VDI-Ehrung überführt. Seitdem ist sie der VDI-Ehrenplakette gleichgestellt Sie würdigt Einzelpersonen, die die Agrartechnik fachlich oder gesellschaftlich voranbringen. 

Autorin: Alice Quack
 

Ansprechperson:
Dipl.-Ing.  Dorothea Velikonja
VDI-Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik
E-Mail: meg@vdi.de