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Bild: RWTH Aachen - Bistrovic | Feldkamp
Bauen und Infrastruktur

VDI-Wettbewerb Integrale Planung

Zwischen Tradition und Zukunft – Team der RWTH Aachen überzeugt beim WIP mit ihrer Vision für den Kurort von Morgen

Mitten im Harz, im beschaulichen Alexisbad, wurde 1856 der VDI gegründet. Heute 169 Jahre später ist der Kurort wieder Schauplatz neuer Ideen: Alexisbad bildet die Grundlage des VDI-„Wettbewerbs Integrale Planung“. Die teilnehmenden Studierenden erarbeiteten unter dem Titel „Denk mal Kurort! Alexisbad for future!“  innovative Konzepte für eine moderne Nutzung des ehemaligen Logis- und Badehauses sowie der umliegenden Parkanlage des Morada Hotels. Nach intensiver Vorprüfung wurden 18 Finalisten zur Jurysitzung nach Alexisbad eingeladen. Der erste Platz ging an die RWTH Aachen für ihre Vision von Alexisbad Re:connected, der Entwurf überzeugte in allen Kategorien. Platz zwei ging an „Raum für bunt“ der Hochschule für Technik Stuttgart. Zudem wurden zwei Anerkennungen und ein Sonderpreis vergeben.

Bild: VDI
Kurhaus Alexisbad, Aufnahme im Juni 2025

Interdisziplinär und praxisnah

Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Technischen Gebäudeausrüstung und des Facility-Managements. Er wird von der VDI-Gesellschaft für Bauen und Gebäudetechnik bereits zum 13. Mal vergeben. Durch das gemeinsame Arbeiten unterschiedlicher Fachrichtungen an einer realitätsnahen Aufgabenstellung lernen die Teilnehmenden bereits im Studium integrales Planen im Zusammenspiel.

Die aktuelle Aufgabe bestand darin ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, um den traditionsreichen Kurort neu zu beleben. Dabei galt es der denkmalgeschützten Bausubstanz sowie den aktuellen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und integraler Planung gerecht zu werden.

Bereits im Vorfeld hatten die Teams Alexisbad besucht, das Gelände analysiert und erste Konzepte entwickelt. Nun waren sie erneut vor Ort, um mit Plakaten und Videos ihr Konzept zu präsentieren. Die Ideen waren sehr vielfältig. Sie schafften eine kreative Verknüpfung von alt und neu, um durch unterschiedliche Nutzungskonzepte auch neue Zielgruppen zu erschließen. Friedrich Schüfer, Student aus Stuttgart lobte den Wert der Präsentation: „Es war interessant, hier ganz andere Ideen zu sehen als die unserer Uni. Einige Konzepte haben Ansätze präsentiert, die wir selbst verworfen hatten, da zweifelt man doch, ob man das nicht auch hätte weiterverfolgen sollen“

Saskia SchöferLandschaftverband Westfalen-Lippe, Team Denkmalschutz
Thomas Kleist Vorsitz VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik, Greydot
Dr. Barbara PreglarGebietsreferetin Denkmalpflege Sachsen-Anhalt
Tom Lehmann Mitglied des Fachbeirat Architektur
Lorena Frahn-PetersBIM-Expertin, Deutsche Bahn, Vertretung der Young Engineers im VDI
Benedikt Kraft Chefredakteur der DBZ
Marcus WeiseBürgermeister Harzgerode
Markus StrubeBaureferent Harzgerode
Lutz BaumannIB Nießen Baumann, Experte TGA Bauingenieur
Martin FüllsackMerck, Experte für Technische Gebäudeausrüstung
Lars ZimmermannMorada Gruppe
Ilona WernerMorada Gruppe

Denkmal trifft Zukunft

Marcus Weise, Bürgermeister von Harzgerode, zeigte sich beeindruckt von der Themenvielfalt und dem Mut vieler Teams, bestehende Strukturen infrage zu stellen: „Besonders spannend finde ich die energetische Betrachtung der Gebäude und nachhaltige Ideen wie die Nutzung des Stollenwassers oder lokaler Ressourcen. Das werden wir uns genau anschauen.“ Denn Alexisbad hat gerade erfolgreich einen Antrag zur Städtebauförderung gestellt und einige Ideen könnten in die reale Planung einfließen.

Preisverleihung am historischen Ort

Die Jury lobte die hohe Qualität der eingereichten Konzepte. Am Ende wurden neben dem 1. und 2. Platz ein Sonderpreis und zwei Anerkennungen vergeben:

Das sagt die Jury

Bild: VDI

Das Gewinnerteam überzeugte mit einem stimmigen Gesamtkonzept. Besonders gelobt wurde der sensible Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz des Logishauses, in dem die Studierenden der RWTH Aachen planen eine Jugendherberge zu integrieren und so einen Beitrag zur Belebung des Ortes zu leisten. Juryvorsitzende und Denkmalpflegerin Saskia Schöfer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe betont: „Mein höchstes Lob für die gute Auseinandersetzung mit der historischen Substanz. Aber auch alle anderen Gewerke waren begeistert von dem ganzheitlich durchdachten Konzept.“

Konzepterläuterung
Bild: VDI

Auf dem zweiten Platz landete die Hochschule für Technik Stuttgart. Betont wurde von der Jury, das in sich geschlossene und sehr realistische Konzept mit gelungener Holzkonstruktion, klarer Raumstruktur und angenehmer Atmosphäre. Eine geschickte Gestaltung der Grundrisse des Logishauses sowie die Einbindung des Nebengebäudes rundeten den Entwurf ab.

Konzepterläuterung
Bild: VDI

Der Sonderpreis ging an die Technische Universität Wien für ihren provokant-mutigen Ansatz „Wing of change“. Im Mittelpunkt stand eine starkes gestalterisches Statement: „Veränderung hält jung und wach.“

Konzepterläuterung
Bild: VDI

Anerkennung für Flexisbad | Universität Stuttgart

Gelobt wurde beim Entwurf „Flexisbad“ der minimalinvasive Ansatz mit Fokus auf Erhalt. Das Konzept war gut durchdacht und ermöglichte durch sein flexibel nutzbares Konzept eine sehr langfristige und nachhaltige Nutzung. So bieten die Gebäude die Möglichkeit sich auf zukünftig wechselnde Besucher einzustellen.

Bild: VDI

Anerkennung für Grow Together | Universität Wien

Anerkennung fand auch der Entwurf „Grow together“. Gelobt wurde der sehr ganzheitlich gedachte Entwurf, der mit viel Liebe zum Detail, das gesamte Ensemble in den Blick nahm. Der städtebauliche Ansatz bietet eine interessante Grundlage zur weiteren Ausgestaltung.

Impressionen

Wettbewerb 2025/2026

Der Wettbewerb wird jährlich von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik organisiert. „Mit dem WIP stärken wir nicht nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit, sondern auch das Bewusstsein für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden.“, so Thomas Kleist, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik.

Das Thema für den nächsten Wettbewerb im Wintersemester 2025/2026 steht bereits. Ziel und Herausforderung im nächsten Jahr ist ein Torgebäude für die neu entstehende Hängebrücke in Wuppertal zu entwerfen unter dem Motto: " Gateway Wuppertal - Neues aus Bestehendem schaffen".

Weitere Informationen finden Sie unter www.vdi.de/wip.

Autorin: Gudrun Huneke

Fachlicher Ansprechpartner:
Rouven Selge, M. Eng.
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Telefon: +49 211 6214-119
E-Mail: gbg@vdi.de