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Kongress der Frauen im Ingenieurberuf 2025

Nachhaltigkeit trifft Ingenieurinnen-Power

Wie gelingt Kreislaufwirtschaft, wie sparen wir Ressourcen, nutzen wir Produkte länger und gestalten Innovation für eine nachhaltige Zukunft? Diesen Fragen stellten sich an der TU Dresden rund 200 Ingenieurinnen auf dem Kongress der Frauen im Ingenieurberuf. Am 26. und 27. September 2025 wurde unter dem Motto „Creating Circularity“, diskutiert, gelernt und genetzwerkt. Das Programm spannte den Bogen von Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung bis hin zu nachhaltiger Führung, Arbeitsrecht und Finanzthemen. 

Bild: Tine Jurtz

Von Kommunikation und Kreislaufwirtschaft

Nach der Eröffnung durch die Vorsitzenden des Netzwerks, Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui und Dr. Melanie Thaler, sowie Prof. Dr. Roswitha Böhm, Prorektorin Universitätskultur TU Dresden, Prof. Dr.-Ing. Michael Beckmann, Dekan Maschinenwesen der TU Dresden und VDI-Direktor Adrian Willig, schworen die Keynote-Speakerinnen die Teilnehmerinnen auf die Chancen und Potenziale der Veränderung ein.

Denn bereits die ersten Impulse zeigten deutlich, was „Circularity“ alles für Potenziale birgt. Lara-Sophie Bothur beleuchtete in „The Power of Tec-Communication“, warum technische Innovationen in einer emotionalen Geschichte erzählt werden wollen. Und Dr.-Ing. Anna Bukowski bestärkte in „Bold mind. Circular future“, Ingenieurinnen darin, in Unternehmen mutig neue Wege zu gehen und Kreislaufansätze als Hebel für echten Wandel zu nutzen.

Auch im Anschluss diskutierten Expertinnen und Experten von TU Dresden, Ramboll und VDI auf dem Podium Chancen und Herausforderungen einer nachhaltigen Welt – und welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen. Digitale Produktpässe seien ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Dekarbonisierung, erklärte Rebecca Bliklen, Senior Consultant Circular Economy bei Ramboll. Und Prof. Dr.-Ing. Michael Beckmann wies darauf hin, dass Deutschland in Hinsicht auf Solar- und Windenergie das höchste Technology Readyness Level aufweise – das System aber zum Beispiel beim Thema Speicherung noch ein paar Level aufholen müsse, damit dieses Potenzial voll genutzt werden könne. Adrian Willig betonte die wichtige Rolle der Ingenieurinnen für diesen Wandel. Ohne sie sei der Technologiestandort Deutschland nicht zukunftsfähig.

Beim Netzwerkabend konnten die Themen in kleiner Runde weitergedacht und alte und neue Kontakte geknüpft werden. 

Breites Programm am zweiten Tag

Der zweite Tag bot parallel laufende Sessions, in denen sich der Kreislaufgedanke in vielen Facetten spiegelte. Beiträge zu Genderfragen in den Ingenieurwissenschaften, internationale Erfahrungen („Engineers worldwide“), Kupfer als Schlüsselwerkstoff, Kreislaufwirtschaft im Energiesystem oder innovative Photovoltaik-Lösungen zeigten technische und gesellschaftliche Ansatzpunkte. Abseits der fachlichen Ebene sorgten die Soft-Skill-Workshops für praxisnahen Input: Hier ging es um „Effiziente Kommunikation in Führung und Team“, „Der Arbeitsvertrag – Regelungen und Verhandlungstipps“ und „Finanzen für Ingenieurinnen“. Auch neue Geschäftsmodelle, Recyclingansätze und Trainingsprogramme für Frauen in Industrie 4.0 - ein Beispiel aus Brasilien - wurden vorgestellt.

Höhepunkt: Verleihung des Dr.-Wilhelmy-VDI-Preises

Ein Höhepunkt des Kongresses war die feierliche Verleihung des Dr.-Wilhelmy-VDI-Preises am Samstagabend im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Der Preis würdigte drei herausragende Ingenieurinnen, deren Dissertationen einen bedeutenden Beitrag zum Technikstandort Deutschland leisten.
2025 gingen die Auszeichnungen an:

  • Dr.-Ing. Helen Bartsch (RWTH Aachen, Fakultät Bauingenieurwesen) für ihre Arbeit zum Einfluss von Schweißnahtimperfektionen auf die Ermüdungsfestigkeit von Stahlbauteilen – ein Beitrag zur Langlebigkeit und Sicherheit von Bauwerken.
  • Dr.-Ing. Lena Viviane Bühre (Leibniz Universität Hannover, Fakultät Elektrotechnik und Informatik) für ihre Forschung zu Referenzelektroden in der Charakterisierung von Proton-Exchange-Membran-Wasserelektrolyse – eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft.
  • Dr.-Ing. Sara Marchini (TU Dresden, Fakultät Maschinenwesen) für die Entwicklung einer Methodik zur Messung axialer Gasdispersion in Blasensäulen mittels Gasstrommodulation – wichtig für energieeffiziente Prozesse in der Chemie- und Verfahrenstechnik.

Die Preisverleihung, moderiert von Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui und musikalisch begleitet vom „Violinenduo 10 Kronen“, setzte ein starkes Zeichen für weibliche Exzellenz in Forschung und Technik, die der Dr.-Wilhelmy-VDI-Preis ausdrücklich fördern will. Die Energie und vereinte Ingenieurinnenpower der Teilnehmerinnen war auch auf der Abschlussparty spürbar.

Eine Teilnehmerin betont: „Mich beeindruckt, diese Energie und der ehrliche Austausch mit Kolleginnen zeigt mir, was wir bewegen können, wenn wir uns unterstützen und gemeinsam etwas bewegen wollen. Dazu fachlicher Input und ganz praktische Tipps.“

Netzwerk, Vorbilder und Mentoring

Der Kongress wurde seinem Motto gerecht und zeigte, was „Creating Circularity“ auch bedeutet. Nämlich Wissen und Erfahrung weiterzugeben und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Diesen Schwerpunkt setzt auch das VDI-WoMentorING, deren aktuelle und ehemalige Tandems ebenfalls vor Ort waren, um sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Bewerbungsphase für die nächste Runde läuft bereits.

Jetzt beim VDI-WoMentorING bewerben
 

Autorin: Gudrun Huneke

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Kathrin Sevink
Telefon: +49 211 6214-248
E-Mail: sevink@vdi.de