
Autonomes Fahren: KI macht’s möglich
Bereits seit 2021 ist autonomes Fahren in Deutschland rechtlich erlaubt. Neben KI sind es Sensoren, Kameras und Algorithmen, die es technisch möglich machen. Doch flächendeckend ist die Technik noch nicht auf den Straßen.
Deutsche Hersteller weltweit führend bei fahrerzentrierten Automatisierungslösungen
„Made in Germany“ steht in der Automobilindustrie weltweit für höchste Qualität und Ingenieurskunst. Auch beim autonomen Fahren gehört Deutschland zu den Spitzenreitern. Seit 2021 bietet das „Gesetz zum autonomen Fahren“ den notwendigen rechtlichen Rahmen. 2022 hat die EU mit ihrer Durchführungsverordnung (EU) 2022/1426 nachgelegt – für die Anwendung autonomen Fahrens. (1)
Was bedeutet autonomes Fahren einfach erklärt?
Angefangen mit Assistenzsystemen, die beim Autofahren unterstützen, soll am Ende das Auto gänzlich autonom unterwegs sein. Indem es immer mehr Fahraufgaben übernimmt, können sich Passagiere anderen Beschäftigungen zuwenden.
Was sind die fünf Stufen des autonomen Fahrens?
Die Stufen der Fahrzeugautomatisierung sind festgelegt:
Level 0: keine Automatisierung
Level 1: Fahrerassistenz – die Fahrerin oder der Fahrer erhalten Unterstützung vom Fahrzeug, zum Beispiel durch einen Tempomat oder Spurhalteassistenten.
Level 2: Teilautomatisierung – ab jetzt kann das Fahrzeug einige Aufgaben selbst übernehmen, zum Beispiel beschleunigen, bremsen und lenken. Trotzdem muss die Fahrerin oder der Fahrer aufmerksam bleiben.
Level 3: Bedingte Automatisierung – das Fahrzeug kann in bestimmten Situationen autonom fahren. Die Fahrerin oder der Fahrer müssen jederzeit die Kontrolle übernehmen können.
Level 4: Hochautomatisierung – das Auto fährt autonom, allerdings nur in bestimmten Situationen und Umgebungen.
Level 5: Vollautomatisierung – in jeder Situation kann das Fahrzeug autonom fahren, ein menschlicher Eingriff ist nicht mehr erforderlich. (2), (3)
Wann kommt das autonome Fahren in Deutschland? Ein aktueller Stand.
Autonomes Fahren ist in Deutschland längst Realität. Mercedes war 2021 der erste Hersteller weltweit, der die Zulassung für die Automatisierung Level 3 erhielt. Diese Technik hat Mercedes bislang in zwei Modellen eingebaut, in die S-Klasse und den EQS. Anfang 2026 gab der Autohersteller jedoch bekannt, bei der überarbeiteten S-Klasse darauf wieder zu verzichten. Das Verhältnis zwischen Nachfrage und Kosten für die Entwicklung stimme nicht.
BMW bietet autonomes Fahren ebenfalls an. Doch wie Mercedes, strich auch BMW Anfang 2026 die Level-3-Technik aus dem Modell 7er – mit ähnlichen Begründungen. Die anfängliche Euphorie über selbstfahrende Autos mit all ihren Vorteilen scheint in Deutschland aufgrund der zu geringen Nachfrage erst einmal beendet. (4),(5)
KI im Auto
Damit autonomes Fahren möglich ist, braucht es viel Technik: künstliche Intelligenz (KI), modernste Sensoren, leistungsfähige Algorithmen. Schließlich soll das Auto am Ende in jeder Fahrsituation adäquat reagieren. Echte eigene Entscheidungen trifft das Auto streng genommen nicht. Es erfasst Situationen jedoch viel schneller als Menschen. Am Ende sind es die Entwickler und Programmierer der Systeme, die durch ihre Arbeit dafür sorgen, dass sich das Auto in allen möglichen Situationen richtig verhält.(6), (7)
Neben der Technik im Auto ist eine Vernetzung innerhalb des Straßenverkehrs erforderlich, damit die selbstfahrenden Autos miteinander kommunizieren können. Die Folge: Es werden sehr große Datenmengen verarbeitet und ausgewertet. Doch was bedeutet das für Datenschutz, Ethik und Sicherheit?
Autonomes Fahren: Ethik – untrennbar mit Sicherheit verbunden
Eine eingesetzte Ethik-Kommission kam zu dem Ergebnis, ethische Fragen seien unmittelbar mit denen zur Sicherheit und zum Datenschutz verbunden. Sie hat Regeln für den automatisierten und vernetzten Verkehr empfohlen:
Ethisch seien selbstfahrende Autos vertretbar, wenn sie weniger Unfälle verursachen als menschliche Fahrerinnen und Fahrer.
Personenschäden sind unbedingt zu vermeiden.
Die Zulassung und Kontrolle solcher Systeme müssen durch öffentliche Behörden erfolgen.(8)
Fachleute gehen davon aus, dass autonomes Fahren in Deutschland die Straßen sicherer macht. Sogar Versicherungen sind dieser Ansicht. Eine Studie der Allianz rechnet mit einem Rückgang von Verkehrsunfällen von 20 Prozent bis 2035 und sogar um mehr als 50 Prozent bis 2060.(9) In den USA sind bereits Taxis ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs. In Deutschland wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis sich autonomes Fahren flächendeckend durchsetzt.
VDI-Publikationen zum Thema Autonomes Fahren
- Vorherige Seite
- 1
- 2
- 3
- 4
Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff
Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik
- +49 211 6214-645
- kerkhoff@vdi.de



