Start-Up
Second-Life für Batterien: Voltfang entwickelt nachhaltige Energiespeicher
In der neuen Folge des Podcasts „Technik aufs Ohr“ dreht sich alles um das Thema „Second-Life“ – allerdings nicht um das bekannte Computerspiel, sondern den innovativen Umgang mit alten Elektroauto-Batterien.
Zu Gast ist Roman Alberti, Mitgründer und CEO des Start-ups Voltfang aus Aachen. Das junge Unternehmen verfolgt eine ehrgeizige Mission: Ausgediente Batterien erhalten bei Voltfang ein zweites Leben als effiziente Energiespeicher für erneuerbare Energien.
Die Idee zu Voltfang entstand aus dem Wunsch, den ökologischen Fußabdruck der Elektromobilität weiter zu verringern als auch Batteriespeicher mit größerer Speicherkapazität zu entwickeln. Denn auch wenn Batterien nicht mehr für den Fahrzeugbetrieb geeignet sind, besitzen sie oft noch eine hohe Restkapazität, die sinnvoll genutzt werden kann. Anstatt diese wertvollen Ressourcen direkt zu recyceln, setzt Voltfang auf Wiederverwendung – ein Ansatz, der Ressourcen schont und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützt.

Derzeit nutzt Voltfang jedoch auch Batterien aus der Überschussproduktion, da die Elektromobilität noch nicht so stark verbreitet ist, wie eigentlich geplant war.
Voltfang entstand als Ausgründung der RWTH Aachen. Die Idee wurde über mehrere Jahre hinweg von einem kleinen Team engagierter Studenten entwickelt.
Das Start-up Voltfang verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 möchte es mit seinen Batteriespeichern in der Lage sein, das Kohlekraftwerk Weisweiler in Nordrhein-Westfalen zu ersetzen. Dafür werden die Batterien sorgfältig geprüft, aufbereitet und in modulare Speichersysteme eingebaut. Diese Systeme sind Teil eines virtuellen Kraftwerks – einer digitalen Vernetzung vieler kleiner Energieerzeuger und Speicher, die zentral gesteuert werden können.
Im Podcast betont Roman Alberti die Bedeutung virtueller Kraftwerke für die Energiewende: „Unsere Speicher ermöglichen es, erneuerbare Energien effizient zwischenzuspeichern und Netzschwankungen auszugleichen.“ Schon heute kommen Voltfang-Speicher in Unternehmen zum Einsatz, etwa in der Industrie oder bei Betreibern von Photovoltaikanlagen.
Das Unternehmen steht jedoch auch vor Herausforderungen wie etwa mangelnde Standardisierung von Batterien, wirtschaftliche Fragen der Skalierung sowie Aufwände rund um Regulierung und Genehmigungen.
Auch Voltfang steht im Wettbewerb mit asiatischen Anbietern. Aktuell kann das Start-up dank günstiger Einkaufskonditionen preislich mit der Konkurrenz aus Asien mithalten, verfügt jedoch über geringere Produktionskapazitäten als diese. Die größte Herausforderung wird es sein, auch langfristig wettbewerbsfähig gegenüber den Herstellern aus Asien zu bleiben.
Dennoch blickt Alberti optimistisch in die Zukunft: „Der Markt für nachhaltige Energiespeicher wächst rasant – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.“
In den kommenden Jahren plant Voltfang, seine Technologie konsequent weiterzuentwickeln und neue Kunden zu gewinnen. Ziel ist es, virtuelle Kraftwerke aufzubauen und damit einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der Energiewende zu leisten. Denn klar ist: Wirtschaftlichkeit ist sehr wichtig für das Gelingen der Energiewende. Mit intelligenten Batteriespeichern möchte Voltfang die Kosten für den Netzausbau deutlich senken und erneuerbare Energien effizienter nutzbar machen – zentrale Voraussetzungen, um die Transformation des Energiesystems nachhaltig und bezahlbar zu gestalten.
Autorin: Sonja Uhl
Hinweis: „Der Podcast „Technik aufs Ohr“ ist eine gemeinsame Produktion von VDI e.V. und ingenieur.de (VDI Verlag GmbH). Jegliche Werbung während der Podcast-Folge erfolgt ausschließlich über die VDI Verlag GmbH. Der VDI e.V. erzielt hieraus keinerlei Einnahmen".


