VDI-Kongress smartAI in Heilbronn
Smart AI Kongress zeigt Wege von der KI-Vision zur praktischen Anwendung
Ob im beruflichen Alltag oder im privaten, KI-Technologien finden sich in allen Bereichen unseres Lebens. Und obwohl sie sich rasant weiterentwickeln, fällt es oft schwer gute Ideen in die reale Welt zu übersetzen und mit ihnen Wertschöpfung zu generieren. Wie das erfolgreich gelingen kann, zeigte der smart AI Kongress in Heilbronn. Hier erkundeten und diskutierten rund 180 Teilnehmende aus Industrie, Forschung und Start-up-Szene Wege von der Entwicklung in die Praxis. Der Innovationspark AI in Heilbronn bot dazu die passende Kulisse, denn hier zeigt sich eindrücklich, dass Europa viel Potenzial für kluge Lösungen hat.

Mit diesem positiven Blick auf die Chancen statt Schwierigkeiten eröffnete VDI-Direktor Adrian Willig die Veranstaltung: „Denn KI entfaltet ihre Stärke nicht im Labor, sondern dort, wo Ingenieurinnen und Ingenieure sie in Produkte, Prozesse und Systeme übersetzen.“ So entstehe Wertschöpfung aus neuen Technologien.
Die ersten Keynotes unterstrichen ebenfalls die zahlreichen Möglichkeiten, die sich für Europa ergeben. Prof. Dr. Hans Uszkoreit sagte in seinem Vortrag, es seien im Bereich KI für Europa zwar schon viele Züge abgefahren, aber das sei nicht weiter schlimm, gäbe es doch wöchentlich neue. Hier ginge es nun darum Potenziale zu nutzen.
Wichtig ist, dass zukünftig die Vernetzung von Ingenieurleistung und leistungsstarken KI-Anwendungen in der Produktion und Entwicklung gelinge. Denn Datensouveränität und klare Regularien können auch ein Wettbewerbsvorteil bedeuten. Heutzutage wird es dringend notwendig, den steigenden Security-Anforderungen gerecht zu werden, damit Unternehmen resilienter werden. Europa muss gemeinsam an unabhängigen Lösungen arbeiten, um den Standort langfristig zu stärken.
VDI-Podcast Technik auf's Ohr - live vom smartAI-Kongress
Die geballte KI-Expertise hatte Sarah Janczura beim smartAI vorm Mikro. Sie sprach mit den Experten Robin Hermann, Sven Körner, Simon Sack, Patrick Bartsch und Hans Uszkoreit. Mit ihm sprach sie darüber wie, Europa seine starke KI-Forschung besser nutzen kann und wie wir diese Ideen erfolgreicher in die Umsetzung übertragen können. Jetzt reinhören!
Praxis statt Visionen: KI-Anwendungen im industriellen Umfeld
Den Schwerpunkt des Kongresses bildeten konkrete Use Cases. Expertinnen und Experten präsentierten Anwendungen, die bereits heute produktiv im Einsatz sind, und Aussteller gaben Einblicke in Prototypen und Softwarelösungen. Die Bandbreite reichte von Automobilindustrie und Energieversorgung über Produktion und Robotik bis hin zu Defense und Medizintechnik.
Ein besonderes Highlight des Kongresses war die Startup-Stage, die gemeinsam mit Neura Robotics umgesetzt wurde. Hier präsentierten junge Unternehmen ihre KI-basierten Lösungen für industrielle Anwendungen, von intelligenten Assistenzsystemen über Analyseplattformen bis zu neuartigen Automatisierungsansätzen. Das Unternehmen Hebio überzeugte die Jury mit einem Robotersystem zum Bewegen von Euro-Paletten, das als Gerätepaar funktioniert. Diese hochmodernen Roboter arbeiten autonom, um Paletten in Lagern anzuheben und zu transportieren. Die Teilnehmenden zeigten, welches Potenzial in jungen europäischen Unternehmen steckt und wie wichtig Formate wie die Startup-Stage sind, um neuen Ideen Sichtbarkeit und Zugang zu Industriepartnern zu verschaffen.
Im Bereich Robotik wurde deutlich, wie zentral Sensorik für kommende Entwicklungen ist. Humanoide Roboter nutzen multimodale Sensoren zur Optimierung ihrer Tätigkeiten. Dies ist ein Feld, in dem europäische Forschung und Unternehmen über umfangreiches Know-how verfügen. Gute Vernetzung und gemeinsame Projekte könnten hier entscheidend sein, um KI zu einer europäischen Erfolgstechnologie zu machen. Ähnliche Beispiele stellten die Fachleute auch in den anderen Bereichen.
Wandel im Arbeitsmarkt
Parallel wurde diskutiert, wie KI in Zukunft unsere Arbeitsprozesse verändert. Besonders hochqualifizierte Tätigkeiten entwickeln sich weiter, dies erfordert kontinuierliches Lernen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Offenheit für neue Aufgaben. Zugleich entstehen neue Rollen und Möglichkeiten im Umgang mit KI-Systemen.
Konkrete Einblicke in KI-Agenten und interne Prozessautomatisierungen bot der „Promptoton“. Hier konnten Bots für Verwaltungsaufgaben und anspruchsvollere Abläufe getestet werden. Fachleute beantworteten Fragen dazu, welche Prozesse sich automatisieren lassen und wie Unternehmen den Einstieg gestalten können.
Ausstellung und Austausch: Lernen im direkten Kontakt
Die kompakte Ausstellung förderte den Austausch zwischen Fachleuten. Unternehmen stellten Produkte, Software und Prototypen vor, diskutierten Anwendungsreife und Integrationsaufwand und beantworteten konkrete technische Fragen. Start-ups nutzten die Gelegenheit, sich zu vernetzen und potenzielle industrielle Partner zu gewinnen. Die offene Architektur des Innovationsparks AI und großzügige Networking-Bereiche unterstützten intensive Gespräche. Für die Teilnehmenden bot der Kongress die Möglichkeit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Branchen zu vergleichen.
Der VDI gestaltet den technologischen Wandel aktiv mit
smartAI 2025 setzte ein deutliches Signal. KI kann die Schlüsseltechnologie industrieller Wertschöpfung sein, wenn es Ingenieurinnen und Ingenieuren gelingt, sie verantwortungsvoll und anwenderorientiert einsetzen. Damit löste der Kongress ein, was Adrian Willig zum Auftakt formuliert hatte: smartAI soll einen positiven Impuls für KI im industriellen Umfeld setzen: konkret, praxisnah und umsetzungsorientiert.
Autorin: Gudrun Huneke







