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Bild: Julian Huke Photography
Zukunft Deutschland 2050

VDI-Podcast

Vom Denken ins Machen: Wie die Industrie den Innovationsstau überwindet

Die Zukunft unserer Industrie und Wirtschaft entscheidet sich nicht im Labor, sondern in der Umsetzung. Genau hier setzt die diesjährige Hannover Messe an – und mit ihr auch der VDI. Unter dem Leitmotiv „Vom Denken ins Machen“ positioniert sich die VDI-Initiative Zukunft Deutschland 2050 auf der diesjährigen Messe. In einem Podcast-Spezial spricht Hostin Sarah Janczura mit Dr. Gunther Kegel, Präsident des ZVEI, über die All Electric Society und warum Technik immer nach vorne gedacht werden sollte.

Auf der Hannover Messe 2026 rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie aus Ideen konkrete Anwendungen werden. „Think Tech Forward“ lautet das Credo. Das unterstreicht Moderatorin Sarah Janczura im VDI-Podcast. „Die Innovation entsteht im Kopf, aber sie muss auch umgesetzt werden können.“ Die Hannover Messe wird damit zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschung, Entwicklung und industrieller Praxis. Sie zeigt, wo Deutschland aktuell steht – und wo es noch hakt.

Dr. Gunther Kegel, Präsident des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie, steht wie kein Zweiter für Fortschritt und Digitalisierung. Kegel ist zudem Teil des Ausstellerbeirats der Hannover Messe. Er befürwortet, neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung zu nutzen und die Chancen zu erkennen. „Das gelingt am besten mit praktischen Beispielen und im Austausch wie auf einer Messe“, sagt er. KI zählt zu den zentralen Themen der Zukunft, mit denen sich die Elektroindustrie und damit der Verband befasst. „Dass die Welt vollkommen elektrifiziert ist, kann ich nicht sagen. Das ist dringlich“, gibt Kegel an. 

Bild: ZVEI / Alexander-Grueber
Dr. Gunther Kegel, Präsident des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI).

Dr. Gunther Kegel fordert Vernetzung und Datenaustausch der Industrie

Ein zentrales Spannungsfeld ist der Transfer von Technologien wie Industrial AI in die Breite der Industrie. Während die technologischen Grundlagen vorhanden sind, bleibt die flächendeckende Anwendung eine Herausforderung. „Industrial AI ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus Forschung Anwendung werden kann“ – doch gerade in mittelständischen Unternehmen bestehen noch Unsicherheiten, etwa bei der Integration in bestehende Prozesse oder im Umgang mit Daten.

Denn Daten sind ein entscheidender Rohstoff der Zukunft. Deutschland verfügt über enorme industrielle Datenschätze, die jedoch häufig ungenutzt bleiben. Die Voraussetzungen für ihre Nutzung sind komplex. Neben technischen Standards braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine Unternehmenskultur, die datengetriebene Innovation aktiv vorantreibt. Kegel spricht hier von der sogenannten Verwaltungsschale. Für einen regelrechten Boom sei eine Vernetzung der Daten untereinander notwendig. „Leider überwiegt oft noch die Skepsis“, so Dr. Kegel. Transformation ist für ihn kein Fußballspiel. Ihm schwebt eine gemeinsame, weltweite Datensprache für alle Systeme vor. Erst mit einer solchen technischen Basis könnten die industriellen Datenökosysteme weiterentwickelt werden.

Ingenieurinnen und Ingenieure sind gefragt

Gleichzeitig verändert sich das Berufsbild von Ingenieurinnen und Ingenieuren grundlegend. Gefragt sind nicht mehr nur klassische Fachkompetenzen, sondern zunehmend digitale Fähigkeiten, Systemdenken und die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterbildung. Die Verantwortung dafür liegt sowohl bei Unternehmen, Politik als auch bei den Beschäftigten selbst.

Die Hannover Messe macht diese Transformation sichtbar und greifbar. Sie ist nicht nur Schaufenster für neue Technologien, sondern auch Impulsgeber für strukturelle Veränderungen in der Industrie.

Wenn es gelingt, Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen, kann Deutschland seine industrielle Stärke behaupten und ausbauen. „Vom Denken ins Machen“ wird dann mehr als ein Claim.


Autorin: Sarah Janczura

Hinweis: „Der Podcast „Technik aufs Ohr“ ist eine gemeinsame Produktion von VDI e.V. und ingenieur.de (VDI Verlag GmbH). Jegliche Werbung während der Podcast-Folge erfolgt ausschließlich über die VDI Verlag GmbH. Der VDI e.V. erzielt hieraus keinerlei Einnahmen".