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Bildung, Beruf, Arbeitsmarkt

VDI-WoMentorING ist mehr als ein Netzwerk

„Ich bin nicht alleine mit meinem Wunsch nach mehr."

Seit über zehn Jahren engagiert sich Laura Thiessen im VDI und ist überzeugt: Netzwerke können Karrieren verändern. Im VDI-WoMentorING-Programm fand sie nicht nur berufliche Impulse, sondern auch ein Umfeld, das sie nachhaltig stärkt. Heute trifft sie sich regelmäßig mit ihrer ehemaligen Peer-Group – ein Zusammenschluss von Ingenieurinnen, die weit mehr verbindet als der gemeinsame Beruf. Im Interview berichtet sie, wie das Mentoring ihr Selbstbewusstsein gestärkt, ihren Fokus geschärft und ein tragfähiges Netzwerk geschaffen hat, das weit über die Programmlaufzeit hinaus wirkt.

Bild: VDI

VDI: Warum hast du dich entschieden beim VDI-WoMentorING-Programm mitzumachen? 

Thiessen: Ich bin seit 2013 Mitglied im VDI und nehme seit 2014, wann immer es passt, an Veranstaltungen des Arbeitskreises Frauen im Ingenieurberuf teil. Mein erster Gedanke, als ich die Werbung für das WoMentorING gesehen habe, war: „Das kann nur gut werden“. Ich stand zum Zeitpunkt meiner Bewerbung aber auch an einem Punkt, an dem ich mir Austausch und Unterstützung gewünscht habe. Ich wollte mehr, wusste aber nicht wie. Wenn ich eines auch schon vor dem Mentoring gelernt habe, dann, dass in solchen Situationen der Blick über den Tellerrand, Austausch auf Augenhöhe und mit Gleichgesinnten sowie ein neues Umfeld mit neuen Kontakten sehr hilfreich sein kann. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Bewerbung entschieden und es nicht bereut. 

VDI: Was hast du persönlich aus der Mentoring-Zeit mitgenommen, was bis heute wirkt? 

Thiessen: „Ich bin nicht alleine mit meinem Wunsch nach mehr.“ - das ist vermutlich der Effekt, den ich am schnellsten gespürt habe und der bis heute wirkt. Jede von uns hat eigene Ziele und Bedürfnisse, aber wir alle wollen uns weiterentwickeln, etwas bewegen und mehr als den Status quo. Dazu kommen viele großartige Impulse, Erkenntnisse, Bestärkung und ganz viel Energie, die ich aus dem Austausch mit den Teilnehmerinnen, den Workshops und dem Alumnae Netzwerk ziehe. Das ist vor allem auch dadurch möglich, dass das VDI-WoMentorING ein Netzwerk aus unglaublich tollen Ingenieurinnen geschaffen hat, in dem der Kontakt und Austausch oft weit über das rein berufliche, zweckgebundene Netzwerken hinausgeht. 

Gemeinsam den Blick schärfen und Diskriminierung selbstbewusst begegnen

VDI: Wie hat dir das VDI-WoMentorING persönlich und auf deinem beruflichen Weg geholfen? 

Thiessen: Das WoMentorING hat mir auf jeden Fall in vielem mehr Klarheit und einen konkreteren Fokus gegeben. Mit meiner Peer-Group und dem gesamten Netzwerk habe ich jederzeit einen Raum, in dem ich mir Feedback und Unterstützung holen kann, wenn ich vor Themen stehe, bei denen ich alleine nicht weiterkomme oder mir eine andere Perspektive wünsche. Das ist unglaublich bereichernd und hat mir schon oft weitergeholfen. Durch den Austausch mit Frauen, die in einem nach wie vor Männer-dominierten Umfeld tätig sind, wurde aber auch meine Wahrnehmung für die Gesamtsituation noch einmal geschärft und mir in mancherlei Hinsicht die Augen geöffnet – warum werde ich oft übersehen und muss 150 % leisten, wieso fühle ich mich in manchen Situationen komisch. Diese Fragen kennen vermutlich alle Ingenieurinnen und wir alle wissen, dass es immer noch aus verschiedensten Gründen offensichtliche oder subtile Diskriminierung gibt. Diese aber auch immer zu erkennen und dann auch damit umgehen zu können, ist noch einmal etwas anderes. Auch im Hinblick darauf habe ich viel dazugelernt und gehe mit vielem heute deutlich selbstbewusster um. 

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Bild: VDI

Mehr als nur ein berufliches Netzwerk

VDI: Ihr trefft euch regelmäßig als ehemalige Mentees. Wie ist dieses Netzwerk entstanden und was bedeutet es dir? 

Thiessen: Am Anfang waren wir einfach nur eine zufällig zusammengesetzte Peer-Group, die im Rahmen des WoMentorING gebildet wurde. Unser Austausch war aber von Anfang an offen, ehrlich und vertrauensvoll. Auch wenn wir mir unterschiedlichen Zielen gestartet sind, war für jede von uns immer Raum da, egal ob bei beruflichen oder privaten Themen. Am Ende des offiziellen Programms, als die Frage aufkam, ob und wie wir in Kontakt bleiben wollen, war für uns alle klar, dass wir unseren regelmäßigen Termin beibehalten wollen. Seitdem treffen wir uns nach Möglichkeit jeden Monat, bleiben zwischendurch über Messenger in Kontakt, brüten zusammen über Problemen oder feiern Erfolge. Je nachdem, was grade ansteht. Für mich ist auch unsere kleine Gruppe schon lange mehr, als ein reines berufliches Netzwerk – wir sind Gleichgesinnte, die sich gegenseitig unterstützen, zuhören und füreinander da sind. 

VDI: Was unterscheidet diesen Austausch unter Kolleginnen von anderen beruflichen Netzwerken oder Freundschaften?

Thiessen: Das VDI-WoMentorING hat ein Netzwerk aus Frauen geschaffen, die alle in einem nach wie vor Männer-dominierten Umfeld arbeiten. Wir sind aber auch Gleichgesinnte in der Hinsicht, dass wir uns alle auf unterschiedliche Weise Weiterentwicklung wünschen und dabei offen und ehrlich in den Austausch gehen. Gerade diese Offenheit und Ehrlichkeit auf einer sehr persönlichen Ebene habe ich so in noch keinem beruflichen Netzwerk erlebt und empfinde sie als sehr wertvoll und bereichernd. 

VDI: Was würdest du jungen Ingenieurinnen sagen, die überlegen, sich für die nächste Runde zu bewerben? 

Thiessen: Unbedingt machen!

Interview: Gudrun Huneke

Ansprechpartnerin im VDI:
Nina Schulz
Tel.: +49 211 6214-691
E-Mail: schulz_n@vdi.de