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VDI 2047 Blatt 2 - Zurückgezogen Rückkühlwerke - Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregeln)

Auf einen Blick

Englischer Titel
Open recooler systems - Securing hygienically sound operation of evaporative cooling systems (VDI Cooling Tower Code of Practice)
Erscheinungsdatum
2017-11
Zurückziehungsdatum
2019-01
Ersatzdokument
Enddatum der Einspruchsfrist
2018-04-30
Herausgeber
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Autor
VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Zugehörige Handbücher
Seitenanzahl
71
Erhältlich in
Deutsch, Englisch
Kurzreferat

Rückkühlwerke können Quellen für luftgetragene Keime sein. Der Betreiber steht in der Verantwortung, das Risiko aus dem Betrieb solcher Anlagen zu minimieren. Die Richtlinie gibt dem Betreiber Hinweise zum hygienegerechten Betrieb. Diese Richtlinie gilt für bestehende und neu zu errichtende Verdunstungskühlanlagen und -apparate, bei denen Wasser verrieselt oder versprüht wird oder anderweitig in Kontakt mit der Atmosphäre kommen kann, mit Ausnahme von Naturzugkühltürmen mit einer thermischen Leistung von mehr als 200 MW. Dabei ist es unerheblich, ob das Kühlwasser als Kühlmedium im Prozess direkt eingesetzt wird oder die Prozesswärme über Wärmeübertrager aus einem Primärkühlkreislauf auf einen Wasserkühlkreislauf übertragen wird. Anlagen und Apparate, bei denen Kondenswasserbildung durch Taupunktunterschreitung möglich ist, werden nicht behandelt, z.B. solche mit Kaltwassersätzen. Die Richtlinie gilt nicht für Wärmeübertrager im Trockenbetrieb.

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Preis
155,00 EUR inkl. MwSt.
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FAQ

Bitte beachten Sie, dass die Einspruchsfrist bereits abgelaufen ist.

Antwort:

Das Thema ist komplex und lässt sich nicht kurz beantworten. Sehr ausführlich wird es im Kommentar zur Richtlinie (siehe https://www.beuth.de/de/erweiterte-suche/272754!search?alx.searchType=complex&searchAreaId=1&query=R%C3%BCckk%C3%BChlwerke+-+Kommentar+zur+Richtlinienreihe+VDI+2047+&facets%5B276612%5D=&hitsPerPage=10) behandelt.

VDI 2047 Blatt 2 betont, dass entsprechend dem Minimierungsgebot auf die Verwendung von Bioziden, wann immer möglich, zu verzichten ist. Die Praxis zeigt aber, dass zur Minimierung der mikrobiologischen Vermehrung und zur schnellen Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Anlagenbetriebs gerade bei Überschreitungen der mikrobiologischen Prüf- und Maßnahmenwerte der Einsatz von Bioziden häufig angezeigt ist. Daher werden in der Richtlinie auch sehr viele Aussagen über die Anwendung von Bioziden getroffen. Welcher Biozidwirkstoff, in welcher Konzentration, wie oft und wann einzusetzen ist, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Neben abwasserseitigen Vorgaben sind dies die vorhandene Nutzwasserqualität, die mikrobiologische Situation, die Werkstoffvielfalt, die Dynamik und die Verweilzeit im System und vor allem, wie gut die Filtration des Nutzwassers umgesetzt ist. Die richtige Dosierung von Bioziden ist eine anspruchsvolle Aufgabe für den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen. Es sollten sowohl Überdosierungen als auch Unterdosierungen vermieden werden. Durch Unterdosierung kann es zu einem erhöhten mikrobiologischen Wachstum kommen, und es können Resistenzen entstehen. Durch Überdosierung können neben abwasserrechtlichen Problemen auch erhöhte Korrosionsangriffe stattfinden.

In vielen Systemen haben sich anpassbare Zeitfenster mit einem gewissem Biozidüberschuss (überschussgeregelt) und entsprechender Absalzverriegelung als zielführend gezeigt. Ein permanenter, hoher Biozidüberschuss kann jedoch nicht zielführend sein und ist bei Einhaltung der abwasserseitigen Vorgaben verfahrenstechnisch auch nicht möglich, da
dann eine permanente Absalzverriegelung (keine Absalzung) zu einer enormen Aufsalzung führen würde und kein ordnungsgemäßer Betrieb möglich wäre.

Diese Zusammenhänge sind in der Hygiene-Gefährdungsbeurteilung für jedes System zu erfassen und individuell zu lösen, hierbei sind engmaschige mikrobiologische Kontrollen hilfreich.

Antwort:

Nein - und ja. Grundsätzlich hat, wer eine VDI-Urkunde hat, an der Schulung mit Erfolg teilgenommen, und die Urkunde bestätigt, dass die Person zum Zeitpunkt der Schulung den zu dem Zeitpunkt aktuellen Stand des Wissens im nötigen Umfang vermittelt bekommen hat. Aber der Stand des Wissens entwickelt sich weiter. Mit ihm auch die einschlägigen rechtlichen Vorgaben und technischen Regeln. Folglich sollte man sein Wissen von Zeit zu Zeit auffrischen. Dafür kann man kein scharfes Datum nennen, weil heute noch nicht bekannt sein muss, dass sich in ein, zwei oder wie vielen Jahren auch immer beispielsweise die 42. BImSchV ändert.
In Ihrem Fall ist es etwas einfacher: Wenn Ihre Urkunde auf einer Schulung nach VDI 2047 Blatt 2 beruht, dann ist sie schon etwas älter. Aktuell gilt für die Schulungen die VDI-MT 2047 Blatt 4. Damit erscheint die Teilnahme an einer neuen Schulung dringend angeraten.

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