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VDI 6030 Blatt 1 - Projekt Planung und Bemessung von Raumheiz- und -kühlflächen - Grundlagen

Auf einen Blick

Englischer Titel
Mögliches Erscheinungsdatum
2021-10
Herausgeber
VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik
Autor
VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Zugehörige Handbücher
Kurzreferat

Die Richtlinie soll überarbeitet und in die neue Richtlinienreihe VDI 6030 „Planung und Bemessung von Raumheiz- und Kühlflächen“ integriert werden.

Während die Erstfassung der VDI 6030 Blatt 1 aus dem Jahr 2002 nur der Auslegung von Raumheizkörpern galt, werden mit der neuen Richtlinienreihe VDI 6030 Regeln für den Entwurf eines Übergabesystems sowohl zum Heizen wie Kühlen von Räumen aufgestellt und somit alle vorrangig thermisch wirkenden Übergabesysteme behandelt. Das seinerzeit verfolgte Ziel, „den Umfang der Auslegung mit den Anforderungen des Auftraggebers in Einklang zu bringen“, also über das Bereitstellen einer ausreichenden Leistung hinaus auf den Bedarf des Nutzers abgestimmt weitere Systemfunktionen einzurichten, wird beibehalten; allerdings ist für die bisher lediglich gewünschte Anforderung Energieaufwand minimieren nun – den Absatz 1 des §2 des EnEG befolgend – eine Grenzanforderung zu beachten und in die Funktion „maximale Aufwandszahl einhalten“ umzusetzen. Ebenso verbindlich wie die fest geforderte Behaglichkeitsfunktion, die Soll-Rauminnentemperatur einzuhalten und dazu die Norm-Heiz- oder Kühllast abzuführen, darf die Aufwandszahl der Übergabe einen bestimmten Wert nicht überschreiten; dieser ist allerdings nicht verordnet, sondern wird vom Nutzer vorgegeben. Dazu ist der gesamte angeforderte Nutzen detailliert und vollständig zu definieren, um die Übergabe dieses spezifischen Nutzens optimieren und damit den Energieaufwand minimieren zu können (denn jedes Abweichen vom erwarteten Nutzen wird erfahrungsgemäß vom Nutzer durch einen höheren Energieaufwand kompensiert). Die Richtlinienreihe liefert die Regeln für das hierzu erforderliche Vorgehen beim Entwerfen einer solchen „Nutzenübergabe“. Das heißt, es wird bewusst auf die bloße Wiedergabe eines Vorgehens verzichtet, das sich auf Praktikererfahrung oder genauer auf Muster aus einer Vergangenheit abstützt, in der es genügte, lediglich Kühl- oder Heizlasten abzuführen. Die Regeln enthalten auf Nutzenorientierung aufbauende Vorgehensmodelle der Konzeptfindung und -entscheidung, die insbesondere die Anforderung eines minimalen Energieaufwands der Übergabe berücksichtigen.

Die Richtlinienreihe wendet sich nicht nur an Planer und Anlagenersteller, sondern auch an Architekten und Auftraggeber. Sie möchte dem Architekten den Zusammenhang zwischen Raumgestaltung und Erfordernissen der Übergabesysteme aufzeigen und ihn anregen, die baulichen Bedingungen für die „Nutzenübergabe“ zu erleichtern. Dem Planer und Anlagenersteller soll sie die Grundlage liefern für die Abstimmung der Übergabesysteme auf das Baukonzept und die Anforderungen aus der Raumnutzung. Damit ist die Richtlinienreihe für den Auftraggeber auch eine Hilfe, seine Vorstellungen und Wünsche ausreichend detailliert einzubringen. Mit dem Erreichen des Zwecks für alle Beteiligten wird zugleich der Weg gewiesen, gemeinsam konzeptionell den Energieaufwand der Übergabe zu minimieren; dazu wird auch die Grundlage für einen Vergleich von Planungsvarianten geliefert, indem sie die Definition eindeutiger Funktionsforderungen (nach Art und Umfang) ermöglicht.

Das angestrebte systematische Vorgehen beim Entwerfen eines den geforderten Nutzen liefernden Übergabesystems, kurz der „Nutzenübergabe“, beginnt damit, ein Pflichtenheft anzulegen. In ihm sind die Anforderungen zusammengestellt, die die Nutzung des auszurüstenden Raums beschreiben. Daraus werden die anlagentechnischen Funktionen abgeleitet und angelehnt an die Regeln der in anderen Technikdisziplinen bewährten Wertanalyse geordnet, um aus der Vielfalt der Übergabesysteme jenes auszuwählen, das am genauesten die aus den Anforderungen hergeleiteten Funktionen bietet. Nach einer derart begründeten Entscheidung folgt die Wahl einer Übergabetechnik, dann die Anordnung und das Bemessen des Übergabesystems – beispielsweise bei einem wasserversorgten mit dem Festlegen der Ansichtsabmessungen, der Vorlauftemperatur, der Normleistung sowie der Produktwahl und weiter mit dem Berechnen der Rücklauftemperatur und des Wasserstroms (bei Systemen mit integrierter Wärmeerzeugung wäre lediglich das Produkt, seine Anordnung und Nennleistung zu wählen).

Die neue in vier Blätter gegliederte Richtlinienreihe VDI 6030 führt mit Blatt 1 „Grundlagen“ in die für alle Übergabesysteme geltende Systematik des Entwerfens einer Nutzenübergabe und die Grundsätze des Bemessens ein. Um das gedankliche Vorgehen vor Missverständnissen abzusichern, sind für die verwendeten Begriffe die Definitionen geboten. Die eine Raumnutzung beschreibenden denkbaren Anforderungen und daraus abgeleiteten Funktionen sind tabellarisch zusammengestellt.

Aus der angekündigten Vollständigkeit der Wärme- und Kälteübergabesysteme folgt, dass demnach freie und integrierte sowohl Raumheiz- wie -kühlflächen betrachtet werden und zwar mit Wasser oder ähnlichen Fluiden für den Energietransport (wie in der Erstfassung der VDI 6030); wegen der Analogie des Entwerfens von Übergabesystemen mit integrierter Wärmeerzeugung (elektrisch oder mit Brennstoffen) werden auch diese ergänzend erörtert.

Die Richtlinienreihe gliedert sich nun wie folgt:

Blatt 1 Grundlagen -> NEU

Blatt 2 integrierte Systeme -> NEU

Blatt 3 freie Systeme -> bisherige VDI 6030 Blatt 1

Blatt 4 freie Systeme – Hygiene und Sicherheit –> NEU

FAQ

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