Direkt zum Inhalt
Allgemein
Zum Welttag der Meteorologie

VDI-Richtlinien: Von Humanbiometeorologie bis Wettermessung

(Bild: Stefan Gilge)

Die Meteorologie ist weit mehr als die Wissenschaft der Wettervorhersagen: Meteorologische Prozesse greifen in die Wechselwirkungen von Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Kryosphäre ein. Und sie beeinflussen Leben und Gesundheit. VDI-Richtlinien liefern Eckdaten und praxisnahe Empfehlungen, etwa zu Wetterstationen oder zu Verfahren der Umweltmeteorologie, die aktiv zum Umweltschutz beitragen.

Nicht nur kurzfristige meteorologische Erscheinungen (Wetter), sondern auch langfristige Veränderungen (Klima & Klimawandel) wirken sich maßgeblich auf unser Leben aus. Sie betreffen nicht nur unser Freizeitverhalten, sondern alle möglichen Lebensbereiche, zum Beispiel die Landwirtschaft (Agrarmeteorologie), die Wechselwirkungen zwischen atmosphärischen Vorgängen im Wasserkreislauf und den hydrologischen Prozessen (Hydro­meteorologie) und natürlich die Wechselwirkungen mit der Umwelt.

Letztere untersucht die Umweltmeteorologie: Sie analysiert und beschreibt Zustände und Prozesse, die durch physikalische und chemische Eingriffe des Menschen in die atmosphärische Umwelt verursacht werden. Zudem unter­sucht und quantifiziert sie die Auswirkungen auf Materialien, Menschen, Tiere und Pflanzen. Und sie erforscht und entwickelt Ansätze, die diese anthropogenen Einflüsse reduzieren können.

Allergene Pollen, troposphärisches Ozon und Feinstaub

Beispielsweise sorgen meteorologische Parameter (Wind, Temperatur, Strahlung) dafür, dass Luftbeimengungen wie etwa Pollen oder Grobstaub verfrachtet werden. Vom Menschen emittierte Substanzen werden chemisch umgewandelt, z.B. bei der tropo­sphärischen Ozonbildung oder der Bildung von Feinstaub.

Die VDI/DIN-Kommission „Reinhaltung der Luft“ (KRdL) beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Meteorologie und Luftqualität. In Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen, Behörden und Industrie entstehen praxisnahe Richtlinien. Sie spiegeln den aktuellen Kenntnisstand von Wissenschaft und Technik wider und ermöglichen, umweltmeteorologische Vorgänge sowohl qualitativ als auch quantitativ zu beschreiben. Sie schaffen die Voraussetzung für technische Vor­kehrun­gen, die die Luftqualität kontinuierlich verbessern.   

VDI-Richtlinien 3786 und 3787: Humanbiometeorologie und Wettermessung

Derzeit wird die VDI-Richtlinie 3787 Blatt 10 „Umwelt­meteorologie – Human-biometeorologische Anforderungen im Bereich Erholung, Prävention, Heilung und Rehabilitation“ aktualisiert. Die Richtlinienreihe VDI 3786 umfasst zudem alles, was zu meteorologischen Messungen relevant ist. Im November 2019 erschien zum Beispiel die Neuauflage der VDI 3786-13. Sie beschreibt die allgemeinen Anforderungen an eine Wetterstation.

VDI und DIN tragen also durch wissenschaftlich fundierte und rückführbare Verfahren im Bereich der Umweltmeteorologie aktiv zum aktuellen Umweltschutz bei.

Redaktion: Thomas Kresser

Artikel teilen