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VDI 6000 Sanitärtechnik; Ausstattung von und mit Sanitärräumen

Die Richtlinienreihe VDI 6000 gibt Hinweise zur Ausstattung von Gebäuden mit Sanitärräumen und zur Ausstattung der Sanitärräume selbst. In den einzelnen Blättern der Reihe werden Sanitärräume für unterschiedliche Nutzungszwecke behandelt:

  • Wohnungen
  • Arbeitsstätten und Arbeitsplätze
  • Versammlungsstätten und Versammlungsräume
  • Hotelzimmer
  • Seniorenwohnungen, Seniorenheime
  • Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen
  • Vorgefertigte Sanitär-Bauelemente (Fertigsanitärräume, Installationssysteme)

Fragen und Antworten zur Richtlinienreihe VDI 6000

Sie haben Fragen zur Richtlinienreihe VDI 6000? Dann nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Frage über unsere Internetseite zu stellen.

Die Inhalte von VDI-Richtlinien entstehen in Übereinstimmung mit der VDI 1000 und bilden den Konsens der Verkehrskreise ab. Sie gelten als anerkannte Regeln der Technik. Die Inhalte dieser FAQ dagegen sind rein informativ und haben nicht den Status anerkannter Regeln der Technik. Sie stellen insbesondere auch keine Rechtsberatung dar, sondern sollen als beispielhafte Fallbesprechungen Hilfestellungen für Richtlinienanwender geben. Sie können nicht die eingehende Rechtsberatung durch eine hierzu berufene Person ersetzen und sind nicht als zusätzliche oder über die Richtlinieninhalte hinausgehende Festlegungen zu verstehen.

FAQ

Antwort:

VDI 6000 ist als allgemein anerkannte Regel der Technik zu sehen und daher ohne weiteres einzuhalten, solange der Auftraggeber nichts anderes vorgibt. Speziell im eigenen Bereich kann jeder nach seinen eigenen Wünschen glücklich zu werden versuchen und muss daher die VDI 6000 nicht zwingend anwenden.

Antwort:

Arbeitsstätten werden in VDI 6000 Blatt 2 behandelt. Bitte lesen Sie dort nach.

Antwort:

Es wäre hilfreich gewesen, wenn Sie in Ihrer Anfrage die Richtlinie und Tabelle erwähnt hätten, auf die Sie sich beziehen. Wir gehen mal davon aus, dass es um VDI 6000 Blatt 1 : 2008-02 ist, Tabelle 3.

Die Bewegungsflächen sind lt. Definition die zur Benutzung eines sanitären Ausstattungsgegenstands erforderlichen Flächen. Das bedeutet, dass Gebrauchstauglichkeit und Mängelfreiheit des Werks nicht per Vermutungswirkung gegeben sind, wenn sie nicht eingehalten sind.

Die Vorgaben für die Bewegungsflächen in der Tabelle gelten, da keine Einschränkungen angegeben sind, immer. Ausnahmen hat der Richtlinienausschuss allein für das Bauen im Bestand zugelassen, da dort mitunter manche Dinge nicht mit zumutbarem Aufwand zu ändern sind. Bei einer Neubauplanung sieht es anders aus: Hier lassen sich Änderungen noch ohne bauliche Maßnahmen umsetzen.

Ebenso ist nicht davon auszugehen, dass die Benutzung eines Gäste-WCs sich wesentlich von der eines sonstigen WCs unterscheidet.

Zeile 10 betrifft den Fall, dass dem WC gegenüber beispielsweise ein Waschbecken oder eine Dusche angebracht wird. Hier gibt die Richtlinie einen Mindestabstand von 75 cm vor. Auch hier sind keine anderen Einschränkungen genannt. Die Angabe gilt also grundsätzlich immer. Den Begriff des En-Suite-Bads kennt die Richtlinie nicht, also gibt es u. E. keinen Grund, es dort anders zu sehen.

Wir können Ihnen also kaum mit Argumenten helfen, Ihren Auftraggeber von kleineren Abständen und Bewegungsflächen zu überzeugen.

Antwort:

Bei wandhängenden WCs ist tatsächlich vieles genormt, nicht aber bei den Stand-WCs. Hier haben die Hersteller Spielraum, sodass nicht a priori davon auszugehen ist, dass jedes WC passt.

Antwort:

Das A & O ist die Gebrauchstauglichkeit der Anlagen. Diese ist letztendlich geschuldet. Die angegebenen Maße von sanitären Ausstattungsgegenständen sind i. W. eine Darstellung des Status quo, nicht jedoch eine Anforderung. (Wobei hier die Frage ist, auf welche Ausgabe der VDI 6000 Blatt 1 - den alten Weißdruck oder den neuen Gründruck - Sie sich beziehen. Wir haben nämlich bei der Überarbeitung einige der Maße nach neueren Entwicklungen angepasst.) Sanitäre Ausstattungsgegenstände dürfen jede Abmessung haben, die als gebrauchstauglich gelten kann; wir greifen nicht in die Gestaltungsfreiheit der Hersteller solcher Produkte ein.
Was die Barrierefreiheit betrifft, empfehlen wir, zusätzlich VDI 6008 Blatt 2 zu beachten.
Wenn explizit "nach VDI 6000 Blatt 1" vereinbart ist, sollten Sie über etwaige Abweichungen und deren Gründe mit dem Auftraggeber reden und gemeinsam entscheiden (und die Entscheidung dokumentieren). Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihnen nach Fertigstellung nicht bei der Abnahme oder nachher vor einem Gericht irgendwelche Überraschungen ins Haus stehen, die schlicht dadurch zustande kommen, dass man aneinander vorbei kommuniziert hat.

Antwort:

Der Ausschuss beschäftigt sich mit der Problematik, wie die "Personenstandsbarriere", die durch den bislang gewohnten binären Personenstand m/w entsteht, ausgeräumt werden kann. Es sind erste Lösungsansätze im Gespräch, die in Richtung eines Design for all gehen. Dabei werden die Lösungen für Bestandsgebäude andere sein müssen als für Neubauten. Die Interessen transidenter und intersexueller Menschen werden im Ausschuss durch Vertreterinnen der dgti e. V. (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität) vertreten.

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Bild: baranq/Shutterstock.com
Dipl.-Phys. Thomas Wollstein
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