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VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung

Richtlinienreihe VDI 2035 "Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen"

Die Richtlinienreihe VDI 2035 „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen“ gliedert sich aktuell in folgende Blätter:

 

Blatt 1 „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen - Steinbildung in Trinkwassererwärmungs- und Warmwasser-Heizungsanlagen“ *
beschränkt sich auf Schäden durch Steinbildung, wobei es jedoch um Aussagen zur Steinbildung sowie deren Vermeidung in Wassererwärmungsanlagen erweitert wurde. Letztere gewinnen vor allem deswegen an Interesse, weil wegen der im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Vermeidung eines Legionella-Infektionsrisikos zu erwartenden höheren Warmwassertemperaturen vielfach ein zunehmendes Risiko von Schäden durch Steinbildung befürchtet wird.


Blatt 2 „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen - Wasserseitige Korrosion“ *
gilt für Warmwasser-Heizungsanlagen nach EN 12828 innerhalb eines Gebäudes, wenn die Vorlauftemperatur bestimmungsgemäß 100 °C nicht überschreitet. Außerdem gilt diese Richtlinie für Anlagen des Wärmecontractings, bei denen Gebäudekomplexe versorgt werden, wenn sichergestellt wird, dass während der Lebensdauer der Anlage das Ergänzungswasservolumen höchstens das Zweifache des Füllwasservolumens beträgt. Andernfalls ist, wie für Industrie- und Fernwärmeheizanlagen, das Arbeitsblatt AGFW FW 510 oder Merkblatt VdTÜV MB TECH 1466 zu berücksichtigen. Zweck dieser Richtlinie ist die Zusammenfassung von Handlungsempfehlungen zur Senkung der heizungswasserseitigen Korrosionswahrscheinlichkeit in Warmwasser-Heizungsanlagen.


Im Sommer 2015 hat die Überarbeitung von Blatt 1 und Blatt 2 begonnen, mit dem den Zielen:

  • Zusammenführung der Blätter 1 und 2 zu einem gemeinsamen Blatt 1
  • Berücksichtigung von aktuellen Erfahrungen aus der Praxis

Die Richtlinienreihe wird erweitert um das neue Blatt 2 mit dem Thema „Kaltwasser- und Kühlkreisläufe“ (das bisherige Blatt 2 geht im Rahmen der Überarbeitung von Blatt 1 auf)

 

Der Richtlinienausschuss hat sich am 05.12.2017 konstituiert und die Arbeit aufgenommen. Eventuell wird dieses Thema auch als neue eigenständige Richtlinie außerhalb der Richtlinienreihe VDI 2035 veröffentlicht.

Der Bedarf einer solchen Richtlinie ergibt sich aus der Vielzahl der Probleme mit größeren geschlossenen Kaltwassernetzen in der Praxis. In diesen Anlagen gibt es vor allem im Betrieb teilweise erhebliche biologische und in Folge auch chemische Belastungen, die zu Korrosion führen. Betreiber und Eigentümer dieser Anlagen müssen oft bereits nach wenigen Jahren für erhebliche Beträge das Umlaufwasser reinigen lassen und die Korrosionsschäden beseitigen. Ein umfassendes Monitoring für die Betreiber ist häufig unerlässlich, in Ermangelung einer allgemein anerkannten Regel der Technik wird dies aber häufig unterlassen und entsprechende Wasseranalysen, sofern sie überhaupt vorliegen, können von den Betreibern meist nicht interpretiert werden um konkrete Maßnahmen zur Verhinderung von Korrosion zu ergreifen.

Die BTGA-Regel 3.003 „Geschlossene wassergeführte Kalt- bzw. Kühlwasserkreisläufe – Zuverlässiger Betrieb unter wassertechnischen Aspekten“ hat erstmalig diese Problemstellung aufgegriffen und zusammenfassend dargestellt. Diese Arbeitsgrundlage muss im Rahmen eines weiteren Forschungsprojekts vertieft werden und die Ergebnisse sind in einer VDI-Richtlinie zusammen zu fassen, die sich möglichst rasch als allgemein anerkannte Regel der Technik etablieren soll. Vor dem Hintergrund, dass die BTGA-Regel 3.003 als Grundlagenpapier zur Erstellung der neuen Richtlinie dienen soll, kann sich der BTGA eine Mitträgerschaft an der neuen VDI-Richtlinie vorstellen.


Blatt 3 „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen - Abgasseitige Korrosion“
der Richtlinie behandelt die abgasseitige Korrosion metallischer Werkstoffe von Warmwasserheizanlagen, unmittelbar beheizten Wassererwärmungsanlagen und den zugehörigen Abgasanlagen.


(Bild: Wollstein/VDI)

Schulungen nach VDI 4704 "Warmwasser-Heizungsanlagen - Wasserbeschaffenheit, Druckhaltung, Entgasung

 

Durch die zunehmende Komplexität moderner Warmwasser-Heizungsanlagen muss zur Sicherstellung der Funktionalität sowie der Anforderungen an Energieeffizienz und Lebensdauer die Einhaltung der Festlegungen in den Richtlinienreihen VDI 2035 und VDI 4708 gewährleistet werden. Die Richtlinie VDI 4704 greift diese wichtigen Themen auf und bietet ein Schulungskonzept an, das sich an alle in der Planung, der Errichtung, dem Betrieb und der Instandhaltung von Warmwasser-Heizungsanlagen tätigen Fachleute richtet. Es werden Schulungskategorien für verschiedene Zielgruppen mit Eingangsvoraussetzungen, Lerninhalten und die Rahmenbedingungen dargestellt. Durch Weiterbildung auf den Gebieten der Wasserbeschaffenheit, Steinbildung, wasserseitigen Korrosion, Druckhaltung, Entlüftung und Entgasung soll die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Schäden an Anlagenkomponenten sowie von Betriebsstörungen vermindert werden


Weitere Informationen und Ansprechpartner zur Richtlinienreihe VDI 2035 "Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen".

(Bild: VDI)

Ihr Ansprechpartner zur VDI 2035:

Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung
Dipl.-Ing. (FH) Björn Düchting 

Telefon: +49 211 6214-470
Telefax: +49 211 6214-97470
E-Mail: duechting@vdi.de