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VDI Landesverband

Schleswig-Holstein

Bild: Michael Thaler/Shutterstock.com

Aktuelle Berichte

5G-Campusnetze: Ein Thema für Schleswig-Holstein?

Mit 5G wird alles irgendwie schneller, sicherer, präziser, größer, besser, profitabler…So liest man zumindest in den Medien oder hört aus Expertenkreisen.

Aber jetzt Butter bei die Fische: Ist 5G wirklich auch für den Mittelstand ein Thema? Wie ist der aktuelle Stand? Hype, Vision oder Tagesgeschäft?

Für die privaten Nutzer gibt es mittlerweile erste 5G-fähige Endgeräte gibt und der Netzausbau schreitet voran – auch wenn in Schleswig-Holstein noch diverse weiße Flecken auf den Netzkarten schimmern. Betriebliche Anwendungen stehen dagegen noch ganz am Anfang. Mit dem sogenannten Release 16, dem aktuellen 5G-Standard aus 2020, können seit diesem Jahr Themen wie Ortung, Positionierung und Zuverlässigkeit für Maschinenanwendungen adressiert werden. Und damit wird 5G in vielen Szenarien zum Beispiel für die Logistik oder Produktion interessant.

Was macht 5G aber so besonders?

Dazu meint Dr. Horst Hellbrück, Professor der Technischen Hochschule Lübeck und Vorsitzender des VDI Landesverbands Schleswig-Holstein: „5G ist auf die technischen Anforderungen der Industrie zugeschnitten und deckt eine große Bandbreite an Anwendungsfeldern ab, ob es der Sensor ist, der über mehrere hundert Meter zuverlässig batteriebetrieben Daten oder Ereignisse überträgt, oder der Videodatenstrom eines ferngesteuerten Krans. Ein großes Plus ist die Garantie von Antwortzeiten, die mit 5G und den lizensierten Frequenzbereichen möglich werden und mit der sich auch Maschinen per Funk steuern lassen. Und das Beste, ist, dass alles in einem System vereint ist“.

Zudem haben wir in Deutschland die einmalige Situation, dass von der Bundesnetzagentur breite Frequenzbereiche bis zu 100 MHz für private Netze lizenziert werden können und das zu niedrigen Lizenzgebühren.

Innerhalb eines solchen Campus-Netzes hat der Nutzer den alleinigen Zugriff auf die volle Netzkapazität ohne Fremdnutzer in diesem Band – wie es bei Anwendungen, die auf dem öffentlichen Mobilfunknetz beruhen, immer der Fall sein kann. Dies bedeutet natürlich auch: eine hohe Sicherheit und Souveränität für den Lizenzinhaber.

Das Design des Netzes, also zum Beispiel Upload- und Downloadraten, der Fokus auf bestimmte Eigenschaften wie niedrige Latenz oder besonders viele Teilnehmer etc., kann hierbei auf die Bedürfnisse des gewerblichen Nutzers abgestimmt werden.

Wer nun aber trotzdem auf seinem Betriebsgelände nicht gleich zum Mobilfunkbetreiber werden möchte, kann auf gemischte Modelle zurückgreifen, denn zwischen der Einbindung in ein öffentliches Netz und dem 100% privaten Campus-Netz sind diverse Mischformen möglich. Die Kombination mit einer Anbindung an das öffentliche 5G-Netz ist zum Beispiel auch für die Überwachung von Logistikprozessen außerhalb des Betriebsgeländes interessant.

 

Ein Produkt von der Stange ist 5G im betrieblichen Kontext also nicht.

 

Vor einem Einstieg ist daher auf jeden Fall eine intensive Analyse der eigenen Anforderungen und Prozesse aber auch der Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten angeraten.

Die Implementierung von 5G-Anwendungen sollte sich in die eigene Digitalisierungsstrategie nahtlos einfügen und im Zusammenhang mit (den bereits im Unternehmen vorhandenen) anderen Kommunikationstechnologien betrachtet werden.

 

Fragen Sie sich jetzt: Das klingt ja alles ganz spannend, aber wie kann mein Unternehmen davon profitieren und wo und wie fange ich bloß an?

wie fange an?

Dann haben wir, d. h. die IHK Schleswig-Holstein, der VDI Landesverband SH und die Technische Hochschule Lübeck, ein Angebot für Sie:

 

Wir laden Sie ein, Teil unseres neuen Netzwerkes zu sein. Hier geht es nicht allein um 5G, sondern um das gesamte Spektrum funkbasierter Technologien und deren Nutzung – von Intralogistik über Maschinenkommunikation bis zu Autonomen Fahrzeugen.

Dabei stehen Ihre Fragen und Ihre Anwendungen im Vordergrund. Prof. Hellbrück: „In dem Netzwerk können die schleswig-holsteinischen Unternehmen sich zu den Erfahrungen mit 5G und Alternativen austauschen und wir befördern damit den Einsatz von neuen Technologien in Unternehmen.“

Das Netzwerk soll eine Plattform für Gespräche im geschützten Rahmen bieten, den wir durch weitere Angebote ergänzen. Dazu zählen Fachbeiträge, Exkursionen und Einblicke in die aktuellen Forschungsprojekte in Schleswig-Holstein wie zum Beispiel Baltic Future Port (wir berichteten in der Mai-Ausgabe der WNO), TELK Nordfriesland oder CAPTin Kiel.

 

Ansprechpartner:

IHK HL - SKC, IHK Kiel – Thomas Balk, IHK Flensburg – Jan Peter Grigat

 

Ein Jubiläum gefeiert mit dem Bezirksverein Lübeck und dem VDI Landesverband Schleswig-Holstein.

In einer Festveranstaltung am 30. November 2019 feiert der VDI Schleswig-Holsteinischer Bezirksverein in dem Hotel Kieler Kaufmann in Kiel sein 140 jähriges Bestehen.

Fotos von der Festveranstaltung am 30.11.2019

An Gesprächstischen konnten die Gäste sich zu verschiedenen VDI Themen informieren

Die zu diesem Anlass verfassten Texte von Björn Högsdal können hier gesehen und gelesen werden.

als PDF-Download verfügbar

Wechsel des Vorsitzenden des VDI Landesverbandes:

Am 19.06.2019 wurde Prof. Dr.-Ing. Horst Hellbrück zum Vorsitzenden des VDI Landesverbandes Schleswig-Holstein gewählt. Wir freuen uns, dass er damit die Nachfolge von Herrn Dr. Axel Birk übernimmt. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch bei Herrn Dr. Birk für seinen langjährigen Einsatz für den VDI in Schleswig-Holstein.

Zur Person:

Prof. Dr.-Ing. Horst Hellbrück ist seit 2008 Professor für Kommunikationssysteme und Verteilte Systeme an der Technischen Hochschule Lübeck und leitet das Kompetenzzentrum CoSa im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik.

Seit 2016 ist er Zweitmitglied an der Universität zu Lübeck und war von 2013 bis 2019 zweiter Vorsitzender des Life Science Nord e.V.

"Viele technische Herausforderungen lassen sich nur in enger Zusammenarbeit der verschiedenen Ingenieurdisziplinen lösen.", sagt Prof. Hellbrück. "In unserer Forschung bei CoSa sind das die Anwendungsfelder Maritime Technik, Medizintechnik, Industrie 4.0 und Internet der Dinge, wo wir unsere Kompetenzem in drahtlosen mobilen Netzen, Internettechnologien, Unterwasserkommunikation, Ortung und künstlicher Intelligenz in Verbundprojekten einbringen und erweitern."

 

Die Begeisterung für den faszinierenden und kreativen Ingenieurberuf möchte Prof. Hellbrück in seiner neuen Aufgabe als Vorsitzender des VDI Landesverbandes teilen. Sein Augenmerk liegt dabei u.a. auf der Ingenieursausbildung und einem verbessertes Ansehen sowie mehr Sichtbarkeit des Ingenieurberufes in Politik und Gesellschaft.