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Autonomes Fahren
VDI Policy Forum

Politik gefordert: Automatisiertes Fahren in Städten braucht gemeinsame Ziele und strukturierten Dialog

Automatisiertes und vernetztes Fahren ist mittel- bis langfristig die Zukunft der Mobilität in Städten. Ziel dabei ist es, innovative Mobilitätskonzepte zu entwickeln, die die Schwächen des ÖPNV und Individualverkehrs beseitigen: Fahrerlose Fahrzeuge wie Shuttle oder Kleinbusse sowie autonomes Carsharing machen eine völlig neue Mobilität möglich. Dieser Paradigmenwechsel nimmt Einfluss auf die Zukunft von Verkehrsunternehmen, Kommunen und Verwaltungen und nicht zuletzt auch auf die der deutschen Automobilindustrie. Aufgrund der vielen Player ist es immens wichtig, dass die Politik diesen Prozess begleitet und moderiert.

Der VDI hat auf seinem Policy Forum „Automatisiertes Fahren in der Smart City“ Mitte Dezember in Berlin dafür Grundlagen geschaffen: Akteure aus der Mobilitätsbranche, den Städten, den Behörden, der Kommunal- und Bundespolitik diskutierten darüber, wie die unterschiedlichen Bereiche des automatisierten Fahrens in der Smart City in einander greifen. VDI-Präsident Volker Kefer machte anhand einer neuen VDI-Studie deutlich, dass die „öffentliche Akzeptanz des automatisierten Fahrens kein Selbstläufer“ sei. Die Studie zeigt, dass obwohl der Klimaschutz als auch die Verkehrssicherheit durch automatisiertes Fahren zunehmen würden, die Bevölkerung dem sehr skeptisch gegenüber stehe. „Eine breite gesellschaftliche Akzeptanz ist allerdings die Grundvoraussetzung für den künftigen Einsatz automatisierter Fahrzeuge“, so Kefer. Akzeptanz „entsteht erst mit dem erlebbaren Nutzen“, stellte ergänzend Lutz Eckstein, Vorsitzender der VDI-FVT, klar. Deshalb sei es erstrebenswert, an zahlreichen Orten in Deutschland Living Labs zu schaffen:  Innovative Mobilitätskonzepte müssten im Alltag zu „erfahren“ sein und zu dessen weiterer Optimierung beitragen.

Der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger aus dem Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur stimmte dem zu und sah es vor allem als Aufgabe der Politik, erst einmal die 5G-Standorte weiter auszubauen. Ziel der Veranstaltung war es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Themenfeldern erarbeiteten:

  • Klare Rollendefinition der beteiligten Akteure: Um städtische Mobilitätskonzepte zu entwickeln und technische Innovationslösungen zu erarbeiten, müssen Automobilindustrie, Kommunen, öffentliche Verkehrsunternehmen, Shuttleentwickler und weitere Anbieter ihre Ziele und Rollen klären und die technischen Konzepte abstimmen. Bundes- und Landesregierungen sollten hierfür ihre Strategien besser synchronisieren und diese Prozesse moderieren.
  • Datenschutz und IT-Sicherheit: Grundlage für automatisiertes Fahren in der Stadt ist eine digitale Infrastruktur, die die Kommunikation und Vernetzung zwischen Fahrzeugen und zwischen diesen und der städtischen Infrastruktur sicherstellt. Hierbei geht es vor allem um Daten aus der vernetzten städtischen Verkehrsinfrastruktur (Lichtsignalanlagen, Baustellen, Wechselverkehrszeichen etc.) sowie die anonyme Nutzung der Bewegungsdaten der Verkehrsteilnehmer durch die Betreiber der Verkehrsinfrastruktur. Neben dem Bedarf an Standardisierung der technischen Schnittstellen liegen die großen Herausforderungen im Datenschutz und in der IT-Sicherheit. Hier besteht erheblicher Handlungsbedarf, um die Sorgen der Bevölkerung z.B. über Hackerangriffe zu entkräften.
  • Living Labs: Die individuelle und gesellschaftliche Akzeptanz der neuen Technologien und Mobilitätskonzepte hängt stark davon ab, inwiefern Bürgerinnen und Bürger bei der Einführung und Umsetzung in Städten beteiligt werden. Für eine möglichst erfolgreiche Einführung bedarf es sogenannter „Living Labs“. Innerhalb dieser werden die technischen Abstimmungen geprüft, infrastrukturelle Anpassungen vorgenommen, der Rechtsrahmen und vor allem die Kommunikation mit Stakeholdern und Bürgern integriert.

Die 160 Teilnehmer des VDI Policy Forums bestätigten die Notwendigkeit eines breit aufgestellten Dialogs zu diesen und weiteren Themen. Im nächsten Schritt ist nun zu prüfen, wie die Transformation der städtischen Mobilität hin zum automatisierten Fahren in strukturierten Dialogen weitergeführt und mit der Politik gut vernetzt werden kann.

Fotos vom VDI Policy Forum

Weiterführende Links

Hier geht es zur Pressemitteilung und zum Programm des Forums.

 

Ihre Ansprechpartner

Dr. Volker M. Brennecke

Dr. Volker M. Brennecke

Leiter Politik und Gesellschaft
Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff

Dipl.-Ing. Christof Kerkhoff

Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik
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