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Arbeitsmarkt für Ingenieur*innen

Digitalisierung schafft neue Berufsbilder

Bild: SFIO CRACHO/Shutterstock.com

Die Digitale Transformation erfordert Veränderungen in der Ingenieurausbildung. Als Querschnittsthema müssen sich die Erfordernisse der Digitalen Transformation in den Curricula niederschlagen, da kontinuierlich neue Berufsbilder und Kompetenzprofile entstehen. Der VDI bietet an, den entsprechenden Diskussionsprozess zwischen Hochschule und Arbeitgebern neutral zu moderieren und zu begleiten.

Deutschland verdankt seine im internationalen Vergleich exzellente Stellung als Technologie- und Produktionsstandort der Innovationskraft seines Ingenieurwesens. Um diese Position weiterhin zu halten und auszubauen, müssen die sich aus der Digitalen Transformation ergebenden neuen Anforderungen in der Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren ihren Niederschlag finden.

Ingenieurausbildung für die Digitale Transformation

Ein Beleg für die Notwendigkeit, dass Curricula angepasst werden müssen, liefert auch der VDI. Mit der im April 2019 veröffentlichten Studie „Ingenieurausbildung für die Digitale Transformation“ wurde die Digitalisierung im Zusammenhang mit Hochschulen, Studierenden und Absolvent*innen betrachtet. Ein Ergebnis war, dass Berufseinsteiger*innen digitale Fachinhalte in ihrer täglichen Arbeit benötigen, sich aber durch das Studium darauf nicht ausreichend vorbereitet fühlen. 

Die Studie zeigt auch einen Bedarf an überfachlichen Kompetenzen auf:

  • kreative Problemlösefähigkeit
  • Denken in Systemen
  • Organisations-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
  • interkulturelle Kompetenz
  • Ethik- und Nachhaltigkeitskompetenz
  • wirtschaftliche Kenntnisse

Mit der Digitalen Transformation werden in Unternehmen neue Rollen und Tätigkeitsprofile ausgeprägt. Dies wird auch im Positionspapier „Erfolgreiche Digitalisierung braucht eigenständige Berufsbilder“ des Bitkom e.V. adressiert. Dort werden weiter auszubauende Berufsbilder wie z.B. Digital Design, Digital Engineering oder Data Science genannt.  

Anpassung der Studiengänge nötig

Speziell das Denken in digitalen Geschäftsmodellen oder das Verständnis der digital vernetzten Industrien erfordert neue Kompetenzen von angehenden und ausgebildeten Ingenieur*innen. So sollen neue Berufsbilder mit besonderem Fokus auf die Entwicklung von digitalen Produkten und Dienstleistungen aufgebaut werden. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Aspekte der Digitalen Transformation und geänderter Geschäftsprozesse zu legen.

Zu beachten ist zudem, dass mit einer technischen Transformation stets auch eine soziale Transformation einhergehen. Die sich daraus ergebenden gesellschaftlichen und unternehmerischen Folgen sollen in der Ingenieurausbildung ebenfalls berücksichtigt werden. Deswegen ist in der Entwicklung ingenieurwissenschaftlicher Curricula mehr denn je ein ausgewogenes Zusammenspiel fachlicher und überfachlicher Kompetenzen anzustreben. 

Dabei ist zum einen der Bedarf der Arbeitgeber zu berücksichtigen. Zum anderen muss neben den überfachlichen Zusammenhängen auch der fachliche Aspekt klar sichtbar bleiben. Um dies zu erreichen, sind geeignete Verknüpfungen und Lehr- sowie Lernformen zu entwickeln. Damit werden die fachlichen und überfachlichen Aspekte in einen produktiven Kontext gesetzt, so dass sie im Arbeitsleben als anwendbare Kompetenzen wahrgenommen und eingesetzt werden.

VDI als neutrale Plattform

Neu zugeschnittene Kompetenzprofile und die zugehörigen fortlaufend und flexibel angepassten curricularen Elemente müssen auch im Akkreditierungssystem gelebt werden, um den Hochschulen eine agilere Anpassung der Curricula zu ermöglichen. 

Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz, der Komplexität und der sich hieraus ergebenden Intensität des notwendigen Diskurses, kann eine neutrale Plattform moderierend Unterstützung bieten. Als etablierter Vermittler ist der VDI gerne Ansprechpartner, um interessierte Hochschulen und Unternehmen in den notwendigen Austausch zu bringen und auch dabei zu unterstützen einen Pilotstudiengang oder mehrere Pilotprojekte auf den Weg zu bringen.

Über den VDI-Fachbeirat Ingenieurausbildung

Der Fachbeirat Ingenieurausbildung setzt sich zusammen aus Lehrenden, Wirtschaftsvertreter*innen und Studierenden. Sie bringen ihre Expertise und Erfahrungen zum Thema Ingenieurausbildung ein. 

Die hohe Qualität der Ingenieurausbildung in Deutschland aufrechtzuerhalten, ist erklärtes Ziel des Fachbeirats. Er übernimmt eine aktive Rolle im Prozess der Modernisierung der Ingenieurausbildung, indem er Impulse setzt und den Dialog mit Lehre, Politik und Gesellschaft sucht.

Autor und Ansprechpartner:
Dr. Saša Jacob
Referent Ingenieurausbildung
E-Mail: jacob@vdi.de 

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