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Kunststoffe

Zukunftsthema Circular Economy

Bild: Meaw_stocker/Shutterstock.com

Eine Circular Economy für Kunststoffe schont Ressourcen und Klima. Was es dazu braucht, besprechen VDI-Direktor Ralph Appel und Christian Haessler, der Leiter Circular Economy von Covestro, im Interview mit den VDI nachrichten.

Kunststoffe ressourcen- und klimaschonend im Kreislauf zu führen, erfordert eine grundlegende Transformation der Wertschöpfungsketten. 2019 hatte der VDI einen Round Table Circular Economy initiiert, um alle Akteure an einen Tisch zu bekommen – von der Chemie und den Verarbeitern über die Produktdesigner bis zu den Recyclern. Dabei herausgekommen ist ein nachahmenswerter Dialogprozess, der durchaus auch für andere Branchen Vorbildfunktion haben könnte.

Resultat ist zudem das VDI Green Paper „Circular Economy für Kunststoffe neu denken“. Es entwickelt abgewogene Empfehlungen an Politik und Industrie und bietet so eine realistische Vision für eine funktionierende Circular Economy. Um über die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren, trafen sich VDI-Direktor Ralph Appel und Christian Haessler, Leiter des Global Circular Economy Program bei der Covestro AG zum Interview mit den VDI nachrichten. 

Ralph Appel: „Wir vertreten keine speziellen Brancheninteressen, Ingenieurinnen und Ingenieure erarbeiten Lösungen für bestehende Probleme.“ Und weiter: „Unser Politikteam hat den Round Table organisiert, um gemeinsam mit den relevanten Playern neue Ideen zur Lösung der enormen Probleme rund um das Thema ‚Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe‘ zu entwickeln.“

Bei Kunststoffen endlich den Kreislauf schließen

Appel räumt ein, dass es zunächst viele Partikularkenntnisse gegeben habe, aber eben auch genauso viel Expertise. „Aber notwendig ist ein ganzheitliches Verständnis des Kreislaufes, das heißt auch der Wertschöpfungsstufen, die eher entfernt vom eigenen Geschäft sind. Das ist komplex und es ist herausfordernd, da über die eigenen Branchengrenzen hinweg gedacht werden muss. Dazu hat unser Round Table einen Beitrag geleistet.“ Im Zuge des Prozesses seien alle mehr miteinander ins Gespräch gekommen. Der VDI-Direktor ergänzt: „Ein wichtiges Resultat für das Thema ist die Grafik, in der die acht Wertschöpfungsstufen des Kreislaufs und deren Zusammenwirken abgebildet werden. Alle sind sich einig: Wir wollen bei Kunststoffen den Kreislauf endlich schließen.“

Der Round Table wirkte dabei wie eine Art Initialzündung. Für VDI-Direktor Ralph Appel steht fest: „Wir müssen viel systemischer denken als in der Vergangenheit. Ingenieurinnen und Ingenieure haben früher gerne so lange geforscht und entwickelt, bis Kritik an ihren Lösungen unerwünscht war. Wenn ich das zu lange tue, ohne mit dem Verbraucher und anderen Stakeholdern zu reden – und die haben legitime Einreden –, dann bin ich frustriert. Von Anfang an mehr Offenheit wäre hier besser.“

Christian Haessler, Head of Global Circular Econoy Program bei Covestro, ergänzt: „Das Entscheidende am Round Table war meiner Meinung nach, dass auf die Denkweise der unterschiedlichen Player eingegangen worden ist. Man muss verstehen, was die einzelnen Partner in der Wertschöpfungskette auch weit entfernt von der eigenen Position denken, was sie treibt, wie sie profitabel werden, was deren Herausforderungen sind. Nur dann kann man früh genug in der Kette auch darauf reagieren.“

Covestro-Mann Haessler ist überzeugt: „Dafür braucht es einen intensiven Dialog zwischen Industrie und Politik, um das vernünftig auszugestalten. Und es muss einen Anreiz geben. Wir wollen schließlich Innovationspotenzial entfachen in Europa!“

Autorin: Bettina Recker

Ansprechpartner im VDI:
Maximilian Stindt
Politischer Dialog
E-Mail: maximilian.stindt@vdi.de

Hinweis

Das vollständige Interview ist als VDI nachrichten Plus-Beitrag (Vn+) erschienen.

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