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Bild: J. Schicke/VDI

VDI-Round Table

Circular Economy

Wie gelingt die „Rohstoffwende“ am Beispiel Kunststoffe?

Hinter dem Leitbild der zirkulären Wertschöpfung (Circular Economy) steht der Wandel weg von einem linearen Wirtschaftsmodell hin zu einem System geschlossener Kreisläufe. Der Weg dahin ist komplex, denn die Transformation der Wertschöpfungsketten, Stoffströme, Produktentwicklungsprozesse und der Verwertung der Materialien greift tief in die heute etablierten Strukturen ein.

Der VDI möchte die Entwicklung hin zu einer Circular Economy vorantreiben und diskutiert deshalb im Format eines vertraulichen Round Table mit ausgewählten Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wie die Kreislaufschließung beim Kunststoff gelingen kann. Das Besondere am Round Table: Erstmals kommen Akteure der gesamten Wertschöpfungskette zusammen und erarbeiten in einem moderierten Dialog die technischen und regulatorischen Voraussetzungen, die zum Schließen der Kreisläufe notwendig sind.

Kunststoffe sind aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie finden Anwendung in einer Vielzahl von Industrien und Produkten, wie zum Beispiel in den Bereichen Bauwesen, Elektronik, Leichtbau und Verpackung bis hin zu Gesundheitswesen und Energieerzeugung. Die steigende Nachfrage nach Kunststoffen führt aber auch zu einer zunehmenden Verbreitung von Kunststoffabfällen und „Mikroplastik“ in der Umwelt – ein Problem, das zu einer globalen Herausforderung geworden ist und umgehendes Handeln erfordert. Um natürliche Ressourcen zu schonen, die Rohstoffabhängigkeit unseres Landes zu verringern, das Klima zu schützen und zu einer echten „Rohstoffwende“ zu kommen, müssen wir uns die Frage stellen, wie der Paradigmenwechsel von der heutigen Linearwirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft gelingen kann. Der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen soll Abfälle auf ein Minimum reduzieren, indem die im Kreislauf befindlichen Kunststoffe immer wieder genutzt werden und für eine fortlaufende Wertschöpfung zur Verfügung stehen.

Als unabhängige und fachlich breit aufgestellte technisch-wissenschaftliche Vereinigung bietet der VDI den Akteuren eine Dialogplattform zur ganzheitlichen Betrachtung des Themas: Von regulativen Herausforderungen, über Strategien zur Steigerung und Nutzung von Rezyklaten bis hin zur Zusammenführung der vielen Zuständigkeiten in Politik und Verwaltung. In vier Sitzungen betrachten wir dafür jede Stufe der Kreislaufwirtschaft. Zusammen mit den Experten definieren wir die zentralen Herausforderungen und Rahmenbedingungen für jede Stufe, die zum Schließen des Kreislaufs nötig ist. Das Ergebnis sind breit abgestimmte und konkrete Handlungsempfehlungen an Politik und alle im Kreislauf beteiligten Akteure.

Green Paper

Das VDI-Green Paper "Circular Economy für Kunststoffe neu denken - Wie die Transformation zur zirkulären Wertschöpfung gelingen kann" mit den Ergebnissen und Empfehlungen des Round Tables wird in Kürze hier veröffentlicht.

Impressionen

Dr. Peter Orth, Geschäftsführer OPC - Orth Plastics Consulting

„Der Runde Tisch des VDI zum Thema Zirkuläre Wertschöpfung Kunststoffe ist eine einzigartige Veranstaltung in Deutschland. Erstmals gelang es, Vertreter aller am Kunststoffkreislauf Beteiligten und darüber hinaus Politik, Wissenschaft und NGOs an einen Tisch zu bringen und sie - unter Hintanstellung eigener wirtschaftlicher Interessen – in einen konstruktiven Dialog zu führen. Manche Probleme, die erstmals klar benannt wurden – so die Notwendigkeit der „Kreislaufschließung“ -, müssen nun von den Wirtschaftsbeteiligten angegangen werden. Der VDI wird diesen Prozess mit Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft tatkräftig unterstützen.“

Laura Griestop, Managerin Sustainable Business and Markets, WWF Deutschland:

„Wir brauchen zukunftsfähige Konzepte und Lösungen, um den primären Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen insgesamt zu reduzieren. Materialien und Produkte müssen konsequent so gestaltet sein, dass sie im Kreislauf geführt werden können. Der VDI-Round  Table Circular Economy bringt wichtige Akteure der gesamten Kunststoff-Wertschöpfungskette an einen Tisch, um die verschiedenen Facetten der Diskussion zusammenzubringen und Lösungsansätze zu diskutieren. Gerade in einem so komplexen Themenfeld ist der Austausch elementar: Design for Recycling ist ein Abstimmungsprozess von der Kunststofferzeugung hin bis zur Entsorgung und Verwertung.“

Dr. Christian Haessler, Global Circular Economy Program, Covestro Deutschland AG:

„Kreislaufwirtschaft lässt sich heute von keinem Unternehmen alleine umsetzen, sondern nur zusammen mit allen Partnern entlang des Wertschöpfungskreislaufs. Genau diese Partner bringt der VDI inklusive der Vertreter aus Gesellschaft und Politik an einen Tisch. Die gut strukturierten und zielgerichteten Diskussionen helfen in wichtigen Bereichen der Kreislaufwirtschaft zusammen ein tiefgehendes Verständnis der nötigen Prioritäten zu entwickeln, als wichtige Voraussetzung um gemeinsam Fortschritte bei der Transformation hin zu einer auf Zirkularität ausgerichteten Wirtschaftsweise zu erzielen.“

Matthias Lesch, Geschäftsführer, Pöppelmann Holding GmbH & Co. KG:

„Der Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft ist eine der zentralen strategischen Herausforderungen für die Kunststoffindustrie. Für substantielle Fortschritte braucht es dabei eine Zusammenarbeit von Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sowie der Stakeholder aus Politik und Gesellschaft. Der VDI Round Table Circular Economy hat alle diese Partner an einen Tisch gebracht und so neue Impulse und Ansätze ermöglicht. Ein sehr guter und wertvoller Beitrag zum gemeinsamen Ziel!“

Dokumente

VDI-Publikation: "Kunststoffe und deren Verwertung - einige Aspekte", VDI-Gesellschaft Materials Engineering

Dr. Volker M. Brennecke
Ihr Ansprechpartner

Dr. Volker M. Brennecke

Leiter der Abteilung Politik und Gesellschaft
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