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150 Jahre VDI Frankfurt-Darmstadt e.V.

Das Jubiläumsjahr 2020

Dieses Jahr besteht der Verein bereits seit stolzen 150 Jahren.

 

Am Anfang allen Fortschritts steht die Neugier.

Aus der Neugier entstehen Ideen, mit denen eine Generation die Gegenwart gestaltet und eine andere die Zukunft träumt. Die Geschichte einer dieser erstaunlichen Ideen beginnt im Jahre 1870, als eine Gruppe von Ingenieuren den VDI Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt ins Leben rufen.

Seitdem ist viel passiert: Vom ersten Auto über das erste Flugzeug und der Mondlandung bis hin zu Telefon, Computer und der Digitalisierung. Der VDI sieht sich dabei nicht nur als stetiger Begleiter des Fortschritts, sondern gestaltet ihn aktiv über Normen und Ausschüsse mit. Wir Mitglieder diskutieren die Technik von Menschen für Menschen und setzen damit Maßstäbe. Gerade die Rhein-Main-Region war und ist ein Innovationstreiber für viele technische Branchen. Auch kommende Generationen wollen für Technik begeistert werden. Der Bezirksverein sorgt mit spannenden Nachwuchsprojekten dafür, dass uns in Deutschland die Innovationen nicht ausgehen und uns viele Ideen zum Staunen anregen.

Denn es ist noch eine ganze Menge zu tun: Immer mehr Menschen strömen in die Städte, gleichzeitig sollen Metropolen wie Frankfurt grüner und lebenswerter werden. Wie stillen wir den Hunger- und Energiebedarf von mehr als sieben Milliarden Menschen, ohne unseren Planeten weiter an seine Belastungsgrenzen zu treiben? Wir wollen immer länger aktiv bleiben – was müssen wir also für die Gesundheit und Lebensqualität tun? Die Mobilitätsdrehscheibe Frankfurt ist am Limit: Wie sieht die intelligente Mobilität der Zukunft aus? Wie können wir Menschen und Güter schneller, sicherer und effizienter an ihr Ziel bringen? Wem kommt unsere Datensammelwut zu Gute und wie schaffen wir durch die digitale Revolution einen Mehrwert für unsere Gesellschaft?

Das sind spannende Fragen an uns und die kommenden Generationen. Dafür hat der Bezirksverein schon über fünf Generationen Erfahrung und derzeit stolze 5.400 Mitglieder. Im Bezirksverein vernetzten sich die Ingenieurinnen und Ingenieure interdisziplinär und finden gemeinsam staunenswerte Antworten auf diese interessanten Fragen. Wir sehen uns als Denkfabrik für Technik, um wichtige Impulse für neue Technologien und Lösungen für mehr Lebensqualität, eine bessere Umwelt und mehr Wohlstand anzuregen.

Da können wir doch ganz beruhigt in die Zukunft schauen, oder?

Gehen Sie mit uns auf eine Reise von der Geschichte des Bezirksvereins über aktuelle Herausforderungen bis hin zu spannenden Veranstaltungen. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, denn der Bezirksverein lebt von und mit der aktiven Gestaltung der Technik von Menschen für Menschen.   

Sie sind herzlich eingeladen, die Vereinsarbeit aktiv mitzugestalten.

Film - Geschichte des VDI

Die Geschichte des Vereins

In den letzten 150 Jahren gab es eine technische Entwicklung sondergleichen - und unser Verein war nahezu von Anfang an dabei. Schon früh wurden Normen und Vorschriften konzipiert. Eine der ersten Dokumente war die Dampfkesselverordnung, aus der sich die Druckbehälterverordnung entwickelte und später der Technische Überwachungsverein TÜV hervorging. Die Ziele des VDI waren fortan, technischen Sachverstand zu fördern, die Arbeitsplätze sicherer zu machen und den Schutz der Umwelt und Bevölkerung voranzutreiben.

Als das erste Auto 1886 seine Fahrt aufnimmt, ist der Bezirksverein bereits 16 Jahre alt. Bis dahin fährt man noch in aller Ruhe, aber wenig bequem, mit der Kutsche, allenfalls mit der Eisenbahn. In der Hochphase der Industrialisierung stehen Mensch und Technik vor vollkommen neuen Herausforderungen wie die Sicherheit von technischen Anlagen, der Bildung und der internationalen Zusammenarbeit. Von besonderer Bedeutung ist der Eisenbahnbau, der entscheidende Wachstumsimpulse setzt und die infrastrukturellen Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Rhein-Main-Region bereitstellt.

 Der Maschinenbau, die Feinmechanik und Optik, sowie Chemie und Elektrotechnik werden im Rhein-Main-Gebiet immer wichtiger. Auf der Basis eines neuen Schul- und Hochschulsystems gelingt der Anschluss an das internationale Bildungsniveau. Der technische Fortschritt wird zum Wachstumsfaktor der deutschen Wirtschaft. Dabei zeichnet sich das Rhein-Main-Gebiet mit den Zentren Frankfurt, Offenbach, Hanau und Darmstadt auf Grund der geografischen Lage in der Mitte Deutschlands besonders aus. Von alten Handelsstraßen durchzogen und über den Main an die Großwasserstraße Rhein angebunden besteht eine ausgezeichnete Infrastruktur.

Die erforderlichen Rohstoffe werden so von außerhalb herbeigeschafft und weiterverarbeitet. Eine ertragreiche Landwirtschaft ist in den umgebenen Regionen wie dem Taunus, Vogelsberg und Odenwald möglich, die die wachsende Bevölkerung versorgt. In Frankfurt erhöht sich Einwohnerzahl von 1870 bis 1880 um das 1,6 fache. In den Städten sind die Industriebetriebe mit ihren Schadstoffen nicht erwünscht. So entsteht ein Industriegürtel rund um Frankfurt im Westen in Höchst und Griesheim, im Norden Fechenheim und im Osten Hanau und Offenbach. Leder- und Schmuckwaren, das Bauwesen und der Maschinenbau entwickeln sich. Chemische und Pharmazeutische  Industriebetriebe entstehen aus den  Farb- und Chemikalien-handlungen. Besonders relevant für den gesellschaftlichen Fortschritt ist die Entwicklung und Erweiterung der öffentlichen Versorgungseinrichtungen von Trinkwasser, Abfall und später Strom.

Neben der Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Müllentsorgung spielt die Versorgung mit Leuchtgas eine wesentliche Rolle für die Attraktivität der Städte im Rhein-Main-Gebiet. Einen Umbruch bringt die Nutzung elektrischer Energie. Erst 1877 beginnt die Telefonie in Deutschland. Eine Steigerung des Individualverkehrs gelingt durch die Luftfahrt: 1891 wagte sich Otto Lilienthal an seine Gleitflüge, im Jahre 1900 erhob sich dann der erste Zeppelin in die Lüfte und 1903 vollzogen die Brüder Wright den ersten einwandfrei dokumentierten Flug mit einem Flugzeug. Seit 1952 reisen wir mit Strahlturbinenflugzeugen – inzwischen auch nonstop - von Kontinent zu Kontinent. Die ersten Menschen betraten am 20. Juli 1969 den Mond.

Die schwierigste Zeit des VDI beginnt mit der Eingliederung in den Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik, dem Ausschluss „Nichtarischer“ und dem Austritt vieler anderer Mitglieder aus Protest. Aber am 1. April 1947 wird die Wiedergründung des 1945 aufgelösten VDI durch die hessische Landesregierung genehmigt. Aus dieser Lehre der Geschichte leitet sich ein neuer Grundsatz ab: Ingenieur*innen forschen und arbeiten nicht im luftleeren Raum sondern stehen mitten in der Gesellschaft. Seit 1959 heißt der Verein „Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt“ und ist der viertgrößte in Deutschland.

In den folgenden Jahren gewinnen der Umweltschutz, die Förderung von Frauen im Ingenieurberuf und die Nachwuchsförderung an Bedeutung und sind heute wichtige  Grundpfeiler des VDI.