Direkt zum Inhalt

VDI-Fachbereich

Fabrikplanung und -betrieb

Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com

VDI-Fachbereich Fabrikplanung und -betrieb

Bei der Fabrikplanung unterteilt man in die systematische Planung neuer sowie die Erweiterung bestehender Betriebe. Die VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik bietet mit ihrem Fachbereich Fabrikplanung und -betrieb Experten die Chance, in interdisziplinären Teams optimale Ergebnisse zu erarbeiten.

Das sogenannte „Greenfield“ bietet optimale Bedingungen: Bei einem solchen Projekt kann man eine Fabrik quasi auf der „grünen Wiese“, also unter idealen Bedingungen fast ohne jegliche Einschränkungen entwickeln. Demgegenüber stellt das sogenannte „Brownfield“ Experten vor ganz andere Herausforderungen.

In diesem Fall werden bestehende Betriebe instandgehalten, verändert oder erweitert. Das bedeutet: technische Anlagen müssen immer flexibler und anpassungsfähiger sein, damit mit optimalen Ressourcen und höchster Effizienz produziert werden kann.

VDI-Fachbereich definiert technische Standards

Expert*innen setzen sich in interdisziplinär zusammenarbeitenden Gremien im Bereich von Logistik-, Materialfluss- und Produktionssystemen auseinander. Sie diskutieren über Planung und Betrieb von Fabriken und Fertigungsstätten im „Greenfield“ und im „Brownfield“. Innerhalb der Gremien erarbeiten sie technische Standards zu den verschiedenen Anwendungen. Dafür wird eine digitale Fabrik erstellt, die als Abbild eines realen Betriebs fungiert. Das Ziel: Die darin ablaufenden Prozesse visualisieren, simulieren, überprüfen und optimieren. 

Daraus entwickeln die Expert*innen sogenannte „Ganzheitliche Produktionssysteme“, kurz GPS. Diese bilden für Unternehmen ein methodisches Regelwerk, an dem sich sämtliche Unternehmensprozesse inklusive des Kundenbedarfs kontinuierlich ausrichten. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die von der Geschäftsleitung vorgegebenen Ziele. Sie gilt es zu erreichen. Betrachtet werden darüber hinaus sowohl die Instandhaltung als auch das sogenannte Supply-Chain-Management. 

Denn beide Bereiche tragen entscheidend zum Erfolg bei: Die Instandhaltung sorgt für Werterhalt, Verfügbarkeit und Prozess-Sicherheit. Das Supply-Chain-Management plant, steuert und überwacht verkettete Produktionen innerhalb eines Standorts oder auch über die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette hinweg.

Die wichtigsten Ziele der Fabrikplanung

Für ein optimales Ergebnis braucht es das enge Zusammenwirken von Fabrikplanung, -betrieb und Instandhaltung. Zu den Hauptzielen zählen:

  • Ein günstiger Produktions- und Fertigungsfluss
  • Menschengerechte Arbeitsbedingungen
  • Optimale Flächen- und Raumausnutzung
  • Hohe Flexibilität der Bauten, Anlagen und Einrichtungen
  • Optimale Ausnutzung der Energieressourcen
  • Störungsfreier Betrieb, langlebige Anlagen, vernetzte und integrative Abläufe

Unsere Fachausschüsse

Gremium Beschreibung Vorsitz Stellvertretung Mitglieder
GPL FB2 FA201 Ganzheitliche Produktionssysteme (GPS)

Seit den 90er Jahren reagieren immer mehr Unternehmen auf veränderte Anforderungen an Produktionsbetriebe, indem Sie eigene so genannte Ganzheitliche Produktionssysteme (GPS) in Anlehnung an das Toyota Production System entwickeln und umsetzen. Trotz der hohen Verbreitung von GPS bleibt der Erfolg häufig hinter den Erwartungen zurück. Hierdurch werden viele Fragen aufgeworfen, z. B. auf welche Weise GPS im Unternehmen zu entwerfen und einzuführen sind, wie eine unterstützende Führung aussieht oder wie ein GPS in die Unternehmensstrategie und -kultur eingebunden werden kann. Die Einführung Ganzheitlicher Produktionssysteme betraf dabei in der Vergangenheit vornehmlich die Fertigung und Montage (vgl. VDI 2870). Darüber hinaus wurde die Führung in GPS (vgl. VDI 2871) betrachtet. Der zunehmende Wettbewerb und die Änderung bestehender Rahmenbedingungen, führen dazu, dass Unternehmen Prinzipien für die Produktion auch auf andere Unternehmensbereiche übertragen. Durch die Übertragung auf die Produktentstehung, den Vertrieb und Service sowie den Administration soll ein Lean Enterprise entstehen. Im FA201 unter Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr.-Ing. Uwe Dombrowski (Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung der TU Braunschweig) werden diese und ähnliche Fragestellungen diskutiert, Erfahrungen über die Gestaltung und Einführung von GPS ausgetauscht und ein Industriestandard für ein Lean Enterprise (VDI-Richtlinie) erarbeitet.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Dombrowski - Prof. Dr.-Ing. Rolf Diesch
M.Sc. Maximilian Dreyer
M.Sc. Nadja Henningsen
M.Sc. Christoph Holtkötter
Alexander Karl
Dr.-Ing. Philipp Krenkel
Dr.-Ing. Frank Lennings
Dipl.-Wirt.Ing. Christoph Marten
Prof. Dr.-Ing. Tim Mielke
Dr.-Ing. Friedrich Morlock
Dipl.-Logist. Helena Piastowski
Stefan Schmidt
M.Sc. Felix Sieckmann
und weitere Experten
GPL FB2 FA202 Instandhaltung

Der Fachausschuss versteht sich als das Sprachrohr der Instandhalter in Deutschland. Praktiker, Generalisten und Spezialisten aus allen Industriebranchen ebenso wie Vertreter aus Forschung, Wissenschaft und Dienstleistung leben eine interaktive Gemeinschaft, die sich 2x im Jahr trifft.
Instandhaltung bedeutet Wertschöpfung für Unternehmen - insbesondere durch hohe Verfügbarkeit und Prozess-Sicherheit der technischen Anlagen. Diese Botschaft zu transportieren, ist ein Anliegen des Fachausschusses Instandhaltung. Neben der Lösung von technischen Aufgabenstellungen aus allen Bereichen der Instandhaltung stehen auch Fragen zur Organisations- und Prozessgestaltung im Fokus des Ausschusses. Hierzu bietet die jährliche Tagung Forum Instandhaltung eine erfolgreiche Plattform. Der Erfahrungsaustausch auch über die eigenen betrieblichen Grenzen hinweg ist Ziel der Teilnehmer dieser Veranstaltung.
Durch großes persönliches Engagement ist der Fachausschuss Instandhaltung aktiver Mitgestalter von technischen Regelwerken im VDI. Die in vernetzten Arbeitsgruppen zusammen arbeitenden Fachleute erstellen praxisorientierte VDI-Richtlinien, die als Entscheidungshilfe für Techniker und Betriebswirte gleichermaßen genutzt werden.

Dipl.-Ing. Stefan Grüßer Prof. Dr.-Ing. Karla Ohler-Martins Nicht alle Mitglieder haben einer Anzeige im Internet zugestimmt
GPL FB2 FA203 Fabrikplanung

Im Fachausschuss werden innovative Ansätze und praxisnahe Lösungen zur Fabrikplanung erarbeitet, die durch den Erfahrungsaustausch im Gremium und durch die Veröffentlichung in VDI-Richtlinien für eine breite Anwendung sorgen. Das Gremium besteht aus einer Mischung aus erfahrenen Fabrikplanern verscheidener Branchen, Standortgrößen und Dienstleistern und aus Hochschulmitarbeitern etablierter Institute und Lehrstühle der Fabrikplanung in Deutschland.
Themengebiete, die der Fachausschuss behandelt, sind u.a. neue und vor allem wandlungsfähige Fabrikkonzepte, die insbesondere durch Konfigurierbarkeit und Modularisierung umgesetzt werden können. Weiterhin wird Anlauf- und Veränderungsmanagement sowie die Systematisierung der Planungs- und Veränderungsprozesse diskutiert, sowohl für vorhandene Fabrikstandorte (das sog. Brownfield) als auch neue Standorte auf der grünen Wiese (das sog. Greenfield).
Dazu finden die Methoden der digitalen und virtuelle Fabriken, mit und ohne und IT-Systeme-Unterstützung Anwendung - weiterhin werden die Fragen zur Wirtschaftlichkeit behandelt, Standardisierung und Normung von Inhalten und Schnittstellen diskutiert und die Rahmenbedingungen und Genehmigungsprozeduren beleuchtet. Ziel ist immer die Bereitstellung umsetzbarer Leitfäden für den Fabrikplaner (insbesondere bei KMU), der Hilfestellung für große und kleine Planungsprojekte sucht. 

Dr.-Ing. Nils Luft - Nicht alle Mitglieder haben einer Anzeige im Internet zugestimmt
GPL FB2 FA204 Modellierung und Simulation

Der Fachausschuss "Modellierung und Simulation" setzt sich seit über 20 Jahren mit der Simulationstechnik im Bereich von Logistik-, Materialfluss- und Produktionssystemen sowohl aus methodischer Sicht als auch aus Anwendersicht auseinander und beschäftigt sich mit der Erarbeitung von VDI-Richtlinien zu diesem Thema. Die in dieser Zeit entstandenen Richtlinien VDI 3633 Blatt 1 - 12 dokumentieren gelebtes Erfahrungswissen und geben praktische Hinweise zur Nutzung der Simulationstechnik im industriellen Alltag. Neuere Richtlinien zur Modellbildung (VDI 4465) untermauern die weitreichende Industrierelevanz der Simulationstechnik.

Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel Dr.-Ing. Carsten Matysczok Nicht alle Mitglieder haben einer Anzeige im Internet zugestimmt
GPL FB2 FA205 Digitale Fabrik

Die Kosten- und Zeitoptimierung der Planungs-, Realisierungs- und Anlaufprozesse ist Ziel der Digitalen Fabrik. Die Reduktion von Planungszeiten und Planungskosten sowie die Minimierung von Transaktionskosten von Informationsaustausch und Kommunikation sind wesentliche Vorgaben, jedoch auch das Auffinden und Bewerten von Varianten und Alternativen zur Optimierung von Änderungskosten sowie die Absicherung und Verkürzung beim Produktionsanlauf sollen durch die Digitale Fabrik erreicht werden. Der Fachausschuss möchte mit Begriffsbestimmungen und Handlungsanleitungen für die praxisgerechte Umsetzung einen Beitrag leisten zur Verbesserung der Wettbewerbssituation in der Industrie.

Dr.-Ing. Carsten Matysczok Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel Nicht alle Mitglieder haben einer Anzeige im Internet zugestimmt
GPL FB2 FA207 Supply Chain Management

Der Fachausschuss beschäftigt sich mit der Definition und Abgrenzung des Supply Chain Management im Bereich von Beschaffung, Materialfluss- und Produktionssystemen und Distribution sowohl aus organisatorischer als auch aus operativer Sicht. Dabei wird unter Supply Chain die Planung und das Management aller Aufgaben bei der Koordination und der Zusammenarbeit der beteiligten Lieferanten, Händler, Logistikdienstleistern und Kunden verstanden.
Im SCM sind Klarheit und Abgrenzung, Definition und einheitliches Verständnis der Thematik, vor allem aus Sicht der Ingenieure als Zielgruppe sehr wichtig. Schwerpunktmäßig werden hier die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) adressiert. Die erarbeitete Richtlinienreihe ist eine Empfehlung zum SCM innerhalb der Unternehmensstruktur hinsichtlich Kenngrößen/-zahlen (als Beschreibung), IT (als Planungsinstrumente u. Programme) und Controlling geben.
Das SC-Management legitimiert sich, indem es die Gesamtkosten optimiert. Die Supply-Chain wird aus der Kundensicht betrachtet, d.h. man betrachtet die Wertschöpfungskette bzw. den Prozess quasi von hinten bzw. rückwärts. Aktuell beschäftigt sich der Fachausschuss mit dem Risk-Management in der Supply-Chain, weiterhin werden Bestände, Lieferfähigkeit und Liefertreue, reichweitenbasiertes Bestandsmanagement usw. noch bearbeitet.
 

Dipl.-Ing. Joachim Bernard - Ulrich vom Bovert
Dipl.-Ing. (FH) Gerd Faedtke
Jan Huckenbeck
Dipl.-Ing. Peter Röttchen
Dipl.-Wirt.Ing.(FH) Frank Schneidereit
Michael Seddig
Dipl.-Ing. Christian Wibbe
und weitere Experten
GPL FB2 FA208 Ressourceneffizienz - Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart - Nicht alle Mitglieder haben einer Anzeige im Internet zugestimmt
GPL FB2 FA208.1 Energieflexible Fabriken

Das zukünftige Stromsystem in Deutschland steht vor der Herausforderung, mit einem immer größer werdenden Anteil fluktuierend einspeisender Stromerzeuger eine bezahlbare und stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Aufgrund der zunehmenden Volatilität steigt der Bedarf zur Anpassung des Energiebedarfs an das verfügbare Energieangebot. Unter diesem Aspekt ergeben sich neue Herausforderungen für Unternehmen ihren Energiebedarf schnell und nur mit geringen Kosten anzupassen. Zu diesem Zweck bedarf es einer einheitlichen Informationsgrundlage, um Industrieprozesse auf die neuen Herausforderungen eines energieflexiblen Fabrikbetriebs auszurichten. Der Fachausschuss hat das Ziel, zur Ausrichtung von Unternehmen auf ein volatiles Energieangebot ein einheitliches Verständnis und Kennzahlensystem für einen energieflexiblen Fabrikbetrieb (u.a. für die Vermarktung von Energieflexibilitätsmaßnahmen) zu entwickeln und vor allem auch anzuwenden.
Die Fabrikstandorte sollen auf der Basis der erarbeiteten Inhalte in die Lager versetzt werden, schnell und unkompliziert Potentiale an ihrem Standort zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Energieflexibilisierung gemeinsam mit den lokalen Versorgern umzusetzen. Ziel soll es auch sein, einen kontinuierlichen technischen Austausch zum Thema zu pflegen.

Prof. Dr.-Ing. Alexander Sauer - M.Sc. Lukas Bank
M.Sc. Dennis Bauer
M.Sc. Martin Brugger
Dr.-Ing. Volker Bühner
M.Sc. Stephanie Halbrügge
M.Sc. Jana Köberlein
M.Sc. David Pfleger
M.Sc. Stefan Roth
Valerie Scharmer
Jens Schimmelpfennig
Artur Schweidtmann
M.Sc. Nina Strobel
M.B.A.+ Eng. Simon Wenninger
und weitere Experten

Weitere Fachbereiche in der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik

Dipl.-Ing. Jean Haeffs
Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Jean Haeffs

Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik