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Bild: Kritsaroot Udkwae/Shutterstock.com

Klimaanpassung

Klima. Innovation. Anpassung.

Strategien und Maßnahmen für eine klimaangepasste Zukunft

Der Klimawandel ist und bleibt die größte Herausforderung unserer Zeit. Trotz aller Bemühungen, die globale Lufttemperaturzunahme auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, wird es schwierig, das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Daher brauchen wir neben den Maßnahmen zum Klimaschutz auch erfolgreiche Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Darin besteht die zweite wichtige Säule der Klimapolitik, die umgangssprachlich als Klimaanpassung bezeichnet wird.

Die Herausforderung der Anpassung an den Klimawandel besteht darin, die Folgen des Klimawandels abzumildern und Schäden abzuwenden. Denn aus den Extremwetterereignisse als Folgen der globalen Erwärmung, wie Hitzewellen, Starkregen, Trockenheit und Dürre, ergibt sich schon jetzt zwingend Handlungsbedarf, um unsere Öko- und Sozialsysteme zu schützen.

Stärkerer Fokus auf die Klimaanpassung

Nachdem wir uns in der Vergangenheit bereits mit Fragen des Klimaschutzes und der Energiewende beschäftigt haben, wollen wir uns in Zukunft auch verstärkt dem neuen VDI-Fokusthemas „Herausforderung – Anpassung an den Klimawandel“ zuwenden.

Gemeinsam mit unserem multidisziplinären Netzwerk aus Expertinnen und Experten haben wir es uns zum Ziel gemacht, fachübergreifend Maßnahmen und Strategien für eine klimaangepasste Zukunft aufzuzeigen, technische Lösungen und Innovationen anzubieten, entsprechende Impulse an die Politik heranzutragen und letztendlich einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten.

Klimaschutz ist für uns alle eine wichtige Aufgabe, um für uns und die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu sichern. Klimaschutzmaßnahmen sind dringend erforderlich um dramatische Klimaänderungen zu verhindern. Gleichzeitig müssen wir uns auf Folgen des Klimawandels vorbereiten, die aus den bisherigen Treibhausgasemissionen resultieren. Im VDI wollen wir daher bestehende Standards klimaresilient weiterentwickeln, also Klimaschutz und Klimaänderung berücksichtigen, sowie neue Richtlinien zur Klimaanpassung zu initiieren.

Prof. Heinke Schlünzen, Meteorologisches Institut der Universität Hamburg

Was können wir tun?

Natur. Luft. Vielfalt.

Unter grüner (Infra-)Struktur ist ein Netzwerk aus naturnahen Flächen und Grünflächen, geprägt durch Fauna und Flora sowie entsprechender Biodiversität, zu verstehen. Grüne Strukturelemente können beispielsweise einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Lufttemperatur in unmittelbarer Umgebung, Verbesserung der Luftqualität, als auch zur biologischen Vielfalt leisten. Damit trägt eine funktionierende grüne Infrastruktur mit ihren Ökosystemdienstleistungen konkret zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Wohl des Menschen als auch zur Sicherung von Lebensqualität bei.

Bestehende VDI-Aktivitäten:

  • Richtlinie: VDI 3787 Blatt 11 „Umweltmeteorologische Bedeutung der grünen Infrastruktur in Städten“
  • VDI-Blog: „Die grüne Lunge der Stadt“ (Tag des Parks 24.05.2021)
  • Verbundprojekt BienABest
  • Richtlinie: VDI 4340 Blatt 1 „Biodiversität; Standardisierte bestandsschonende Erfassung von Wildbienen-für ein Langzeitmonitoring“ (01.11.2021)
  • Richtlinie: VDI 4340 Blatt 2 „Biodiversität; Etablierung von Wildbienenhabitaten in Ackerbaulandschaften“

Hier finden Sie weitere Richtlinien!

Wasser. Schutz. Versorgung.

Unter blauer (Infra-)Struktur sind jegliche Arten von offensichtlich wassergeprägten Flächen und Elementen sowie auf den ersten Blick unsichtbaren Wasserelementen zur verstehen. Blaue Strukturelemente, beispielsweise Retentionsbecken, Hochwasser- und Überflutungsschutz, aber auch Trinkwasserinstallationen, leisten somit entsprechend einen wesentlichen und förderlichen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

VDI-Aktivitäten:

  • Richtlinie: VDI 3810 Blatt 2 „Betreiben und Instandhalten von gebäudetechnischen Anlagen; Sanitärtechnische Anlagen“
  • Richtlinie: VDI 6023 Blatt 3 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Betrieb und Instandhaltung“
  • Richtlinie: VDI 2070 „Betriebswassermanagement für Gebäude und Liegenschaften“
  • Richtlinie: VDI 6004 Blatt 1 „Schutz der technischen Gebäudeausrüstung Hochwasser; Gebäude, Anlagen, Einrichtungen“
  • VDI-Expertenempfehlung: 3810 Blatt 2.2 „Betreiben und Instandhalten von Gebäuden und gebäudetechnischen Anlagen; Trinkwasser-Installationen; Wiederinbetriebnahme von Trinkwasser-Installationen nach Überflutung“
  • Förderprojekt RIWWER: „Reduction of the Impact of untreated WasteWater on the Environment in case of torrential Rain“ (Reduktion der Auswirkungen von unbehandeltem Abwasser auf die Umwelt im Falle von sintflutartigem Regen)

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Bau. Vernetzung. Mobilität.

Unter grauer (Infra-)Struktur werden alle gebauten Elemente und baulichen Aspekte in Städten und Regionen verstanden, wie beispielsweise Straßen, Brücken, Denkmäler und Gebäude. Graue Strukturelemente bilden die Basis für Verkehr und Bauwesen. Auch diese sind an die Folgen des Klimawandels anzupassen, indem beispielsweise ältere Bauwerke gedämmt werden oder bei Bauprojekten eine klimaangepasste Bauweise anzustreben ist.

Bestehende VDI-Aktivitäten:

  • Richtlinie: VDI 6199 „Bauwerksinspektionen“ 
  • Richtlinie: VDI 6200 „Standsicherheit von Bauwerken; Regelmäßige Überprüfung“
  • VDI/VDE-Richtlinie 2635 Blatt 1 „Experimentelle Strukturanalyse; Dehnungsmessstreifen mit metallischem Messgitter; Kenngrößen und Prüfbedingungen“
  • VDI 2078 „Berechnung der thermischen Lasten und Raumtemperaturen (Auslegung Kühllast und Jahressimulation)“
  • VDI 3956 Blatt 1 „Bewertung der Verschmutzungseigenschaften von Oberflächen; Prüfverfahren für das staubbedingte Verschmutzungsverhalten solarer Energiesysteme“
  • VDI 3798 Blatt 1 „Materielles Kulturerbe; Erfassung, Untersuchung und Erhaltung unter Berücksichtigung der Umwelteinflüsse“
  • VDI 3787 Blatt 4 „Methoden zur Beschreibung von Stark- und Schwachwinden in bebauten Gebieten und deren Bewertung“
  • VDI 3787 Blatt 5 „Lokale Kaltluft“

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Mensch. Gesundheit. Kommunikation.

Unter sozialer (Infra-)Struktur werden jegliche abstrakte Elemente verstanden, die direkt auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden des Menschen abzielen.

Zwar ist die Empfindlichkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels nicht für alle Bevölkerungsgruppen gleich, sondern von einer Reihe nicht klimatischer Faktoren, wie Lebensalter, Vorerkrankungen, zusätzliche Umweltbelastungen oder auch dem sozialen Status abhängig. Dennoch gilt es, Maßnahmen zu ergreifen, um die vulnerablen Gruppen gezielt vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Soziale Strukturelemente dienen der menschlichen Gesundheit, der Gemeinschaft und der Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Beispielsweise können Hitzeaktionspläne als präventive Maßnahme zur Abwendung gesundheitlicher Folgen dienen.

 

Bestehende VDI-Aktivitäten:

  • Richtlinie: VDI 3787 Blatt 2 „Methoden zur human-biometeorologischen Bewertung der thermischen Komponente des Klimas“
  • Richtlinie: VDI 6040 „Raumlufttechnik; Schulen“
  • Fachbereichsübergreifender Expertenaustausch: „Luftqualität – Klimawandel – Pollenallergien“
  • VDI-Statusreport: „Potenziale und Herausforderungen bei der Nutzung von bevölkerungsbezogenen Summenmaßen im Bereich Umwelt und Gesundheit“ (Veröffentlichung geplant im April 2023)
  • Richtlinie: VDI-MT 7001 „Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten“ sowie
  • Schulung: VDI 7001 „Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten“
  • Richtlinie: VDI 7000 „Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie– und Infrastrukturprojekten“

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Zahlen. Daten. Fakten.

Unwetter

Der Anteil der von Satelliten bestimmten Hurrikane der stärksten Kategorien 3, 4 und 5 an allen Hurrikanen stieg von 1979 bis 2017 um ein Viertel.

Meeresspiegel

Seit 2006 beträgt die Anstiegsrate des Meeresspiegels weltweit jährlich knapp 3,7 Millimeter - mehr als doppelt so viel wie zuvor.

Hitzeperioden

Neun der zehn wärmsten Jahre seit 1881 in Deutschland sind nach dem Jahr 2000 aufgetreten.

Wasserpegel

Während der extrem trockenen Sommer 2018, 2019 und auch 2022 sanken die Wasserstände von Rhein und Elbe so stark, dass Binnenschiffe über Wochen oder gar Monate nur eingeschränkt oder gar nicht fahren konnten.

Klimaflüchtling

Laut Welthungerhilfe könnte es bis zum Jahr 2050 über 140 Millionen Klimaflüchtlinge geben.

VDI-Publikationen zur Klimaanpassung

Dipl.-Geogr. Catharina Fröhling
Ihre Ansprechpartnerin

Dipl.-Geogr. Catharina Fröhling

Johanna Vondran M.Sc.
Ihre Ansprechpartnerin

Johanna Vondran M.Sc.

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