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Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf (FIB)

Zu den Veranstaltungen des Netzwerkes FIB

Der Bereich "Frauen im Ingenieurberuf FIB" vertritt im größten technisch-wissenschaftlichen Verein Europas, dem Verein Deutscher Ingenieure, VDI, die Interessen von Ingenieurinnen und Studentinnen der Ingenieurwissenschaften. 

Ziele des Arbeitskreises:

  • Technik-Akzeptanz bei Frauen und Männern erhöhen - das bedeutet mehr Studierende für technisch-naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern und den Frauenanteil zu steigern. 
  • Technik gestalten: nach Einfluß streben, um verantwortlich und verantwortungsvoll technische Entwicklungen zu steuern, 
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf forcieren - Kinder und Berufstätigkeit dürfen kein Widerspruch sein. FIB will fortschrittliche Lösungen aufzeigen. 
  • Erfahrungsaustausch von und mit Frauen: Bundesweite Treffen und regionaler Erfahrungsaustausch von und mit Frauen veranstalten. 
  • Ingenieurinnen nicht nur in Deutschland vernetzen, sondern auch die Kontakte im Ausland ausbauen. 
  • Weiterbildung fachlich und persönlich
  • Vertretung der Ingenieurinnen in Politik und Gesellschaft. 
  • Mädchen für Technik interessieren. 


Wir sind an Kooperationen mit Institutionen, Unternehmen, Hochschulen und anderen Netzwerken immer interessiert. Sprechen Sie uns an! 

Das Netzwerk "AK Frauen im Ingenieurberuf"

Das Netzwerk Frauen im Ingenieurberuf im VDI zählt ca. 11.000 Mitglieder. Es vertritt die Interessen der Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit und bindet dabei Entscheidungsträgerinnen und –träger aus Beruf und Gesellschaft mit ein. Das Netzwerk gibt es seit 1965; es ging aus einem Ausschuss "Frauen im Ingenieurberuf" hervor, der damals in Würzburg auf einer Sitzung der damaligen VDI-Hauptgruppe Beruf- und Standesfragen tagte. Eine der Gründerinnen ist Jutta Saatweber. Im Dezember 2017 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Heute gibt es deutschlandweit 36 Arbeitskreise; der Berliner Arbeitskreis ist seit den 80er Jahren aktiv. Auslöser war der von vielen Ingenieurinnen formulierte Wunsch nach mehr Austausch mit Kolleginnen, der in einem männerdominierten Berufsumfeld oft fehlt. Der Arbeitskreis organisiert Exkursionen in Technologieunternehmen, Podiumsdiskussionen und Fachvorträge. Die Themen sind disziplinenübergreifend, reichen von der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" über "Selbstmarketing" und "weibliche Führungsstile" bis hin zu technologischen Innovationen und Trends, sowie deren Folgen für die Gesellschaft. Bei allen Veranstaltungen des Arbeitskreises sind auch Männer willkommen. Ein Highlight in Berlin war für uns im Jahr 2016 der 17. VDI-Kongress "Frauen im Ingenieurberuf" zum Thema "Innovation und Nachhaligkeit". An zwei Tagen kamen in Berlin über 200 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet zu Workshops, Fachvorträgen und zum Netzwerken zusammen. 2018 fand der 18. VDI-Kongress "Frauen im Ingenieurberuf" am 8. und 9. Juni in Frankfurt statt. 

Der 19. FIB-Kongress war vom 8. bis 10. Mai 2020 in Hannover geplant. Er musste coronabedingt auf 2021 verschoben werden. Mehr Details unter: https://www.vdi.de/veranstaltungen/detail/19-vdi-kongress-frauen-im-ingenieurberuf

Mehr zum bundesweiten Netzwerk "Frauen im Ingenieurberuf" erfahren Sie zentral unter:https://www.vdi.de/aktivitaeten/netzwerke/frauen-im-ingenieurberuf

Zu den Veranstaltungen des Netzwerkes FIB

Dipl.-Ing.(FH)  Antoinette Beckertprivat
Ihre Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing.(FH) Antoinette Beckert

Arbeitskreisleiterin

Interview mit Antoinette Beckert

Antoinette Beckert ist in München und Bonn aufgewachsen. Sie lebt und arbeitet seit 1987 in Berlin. Der Ausbildung zur Kartographin folgte ein Studium als Dipl. Ing. (FH) Kartographie an der heutigen Beuth Hochschule für Technik. Beruflich ist sie in der Organisationsentwicklung und im Coaching engagiert, spezialisiert auf Ingenieur/innen in Führungspositionen. Sie ist seit 2015 Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure und in der Leitung des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf (fib) unseres Bezirksvereins. Sie gab uns dieses aufschlussreiche Interview.

Was war entscheidend bei der Wahl Ihrer Ausbildung /Ihrer Studienrichtung und damit des Berufs?
Ich wollte ursprünglich einen kreativen Beruf ergreifen, z.B. Graphik Design, mir wurde allerdings zu wenig künstlerisches Talent attestiert. Die Kartographie erschien mir dann als guter Kompromiss: ein handfester Lehrberuf, in dem man in den 1980-er Jahren noch mit Feder und Tusche zeichnen durfte. Das Studium schloss ich an, weil mir schnell klar wurde, dass mich erstens die Tätigkeit nicht erfüllen würde und ich zweitens annahm, dass ich mit einem Diplom bessere Aufstiegschancen hätte – was sich letztlich bewahrheitete. Die Kartographie habe ich mittlerweile verlassen, das was ich allerdings als „Prozessdenke“ und an technischem Know-How mitnehmen konnte aus dem Studium und durch meine Tätigkeit unter anderem in Führungsfunktion in der IT, hilft mir heute im Beratungsjob ungemein: Ich arbeite mit den Führungskräften und ihren Teams auf Augenhöhe und komme schnell an die neuralgischen Punkte.

Wie erinnern Sie Ihre erste Begegnung mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI)?
Ja, das war auf einer großen Veranstaltung am Brandenburger Tor, bei dem es um irgendein Management-Thema ging. Der Vortragende und das Podium waren männlich besetzt. Anna Biermann von den Frauen im Ingenieurberuf (fib) , die aktuell beim Deutschen Frauenrat tätig ist,  kritisierte das aus der ersten Reihe charmant aber deutlich und ich dachte mir „mit der musst Du sprechen, die hat’s drauf“ und so kamen wir dann ins Gespräch und haben in der Folge vereinbart, den Arbeitskreis fib gemeinsam zu leiten

Welche Vorstellungen und  Erwartungen verbanden und verbinden Sie mit dem VDI?
Ich hoffte auf einen Verein, der Innovation fördert und ein gutes aktives Netzwerk bietet und damit eine gute Plattform ist, spannende Themen aufzugreifen, zu diskutieren und auch um potenzielle Kunden kennenzulernen. Das hat sich in Teilen auch so bewahrheitet. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass der VDI sich darum bemühen sollte, noch mehr junge Mitglieder zu gewinnen und vor allem mehr Diversität zu fördern. Denn – und das ist meine Grundüberzeugung – dadurch kommen viel interessantere Verbindungen und damit letztlich auch tragbarere Innovationen in die Welt. 

Was bringen Sie ihrerseits in den VDI (BV BB) ein? Was wollen Sie bewegen?
Ich versuche als AK-Leiterin gemeinsam mit Anna Biermann und Claudia Wünsch und auch mit anderen Mitglieder*innen spannende Veranstaltungen zu kreieren. Meine Anliegen dabei sind: Die Möglichkeit geben, gute Verbindungen zu schaffen, die beruflich wie privat stärken und weiter bringen. Frauen eine gute Sichtbarkeit geben. Und vielleicht auch ein bisschen den VDI aufmischen… in Richtung noch mehr Diversität zum Beispiel.

Was finden Sie besonders reizvoll an der Arbeit in einer Arbeitskreisleitung, was weniger?
Es macht total Spaß zu sehen, was wir schon für wunderbare Menschen zusammengebracht, und welche spannenden Veranstaltungen wir schon gemacht haben. Mit Anna und Claudia entstehen immer wieder super Ideen – wir werfen uns einfach prima die Bälle zu und jede bringt ihre Stärken ein. Da ist viel Raum um sich auszuprobieren, allein oder gemeinsam. Weniger Spaß macht es, sich an teilweise unverständliche Regeln und Prozesse zu halten, mit komplizierter bzw. teilweise nicht vorhandener Technik zurecht zu kommen (siehe Organisation und Website des FIB-Kongress in Berlin). Oder das Gefühl, dass wir Frauen mit manchen männlichen AK-Leitern eher rangeln müssen um etwas zu erreichen, anstatt an einem Strang zu ziehen. Da verpufft viel Energie.

Gibt es Synergien zwischen Ihrem Engagement im VDI und Ihrer beruflichen Tätigkeit?
Ja, es gibt Synergien – allerdings eher über Umwege wie ich feststelle. Ein Ehrenamt zu haben, fordert schon ein gewisses Durchhaltevermögen und auch Idealismus – es ist nicht zu erwarten, dass bei jedem Kontakt direkt etwas beruflich „Verwertbares“ entsteht. Allerdings ist über die Jahre ein supergutes Netzwerk gewachsen und ich habe heute viel mehr – vor allem Frauen – im Netzwerk, die ich im Fall der Fälle um Rat oder eine Vermittlung fragen kann. Außerdem hilft es natürlich, meine eigene Sichtbarkeit zu erhöhen. Ich bekomme beispielsweise immer mal wieder Interview-Anfragen oder auch das Angebot in einen Beirat zu gehen ist über das VDI Netzwerk entstanden.

Welches sind die Themen und Projekte, die Sie demnächst in Ihre VDI-Arbeit einbringen wollen?
Es ist und bleibt das Hauptthema: Frauen Sichtbarkeit zu geben, um sie damit für ihren Berufs- und Karriereweg zu unterstützen. Die inhaltlichen Themen sind mir dabei (fast) egal. Angesichts der aktuellen gesamtgesellschaftlichen und politischen Lage nehme ich allerdings an, dass es sich noch etwas mehr um Nachhaltigkeit drehen könnte.

Sind Sie mit der Unterstützung zufrieden, die die Arbeitskreise vom Vorstand und der Geschäftsstelle des VDI BV BB erhalten? Wobei wünschen Sie sich mehr „Rückenwind“?
Interessanter Weise hat sich das für mich persönlich in den letzten Monaten etwas verändert: ja, ich habe jetzt durch persönliche Gespräche mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle und durch unser gemeinsames Tun das Gefühl, da recht gute Unterstützung zu bekommen. Mehr Rückenwind wünsche ich mir, wie oben schon gesagt, bei den Themen Verjüngung und Diversität. Ich habe ja schon einen Vorschlag gemacht, dass der VDI Bezirksverein sich ganz offiziell auf 30% Frauenanteil in AK-Leitungen committen sollte, da können wir vorbildhafte Funktion (auch für andere Organisationen) haben!

Welches sind Ihres Erachtens aktuell die wichtigen und gesellschaftlich relevanten Themen mit Technikbezug? Sind Sie der Meinung, dass der VDI als größter technischer Verein Deutschland diese Themen in geeigneter Weise aufgreift und verfolgt?
Ich bin überzeugt davon, dass sich der VDI noch stärker für Nachhaltigkeit einsetzen und den Diskurs dazu konsequent und kritisch anregen sollte. Jede noch so kleine Idee, die unser Klima- und (Plastik-) Müllproblem und neuerdings auch das Gesundheitsthema möglicherweise löst, sollte gewürdigt und nach vorne gestellt werden. Ich sehe die Themenfelder sowieso gekoppelt! Initiativen, die weiterhin für dramatische Umweltverschmutzung etc. sorgen, müssen konsequenter hinterfragt werden.

Was würden Sie anderen Ingenieur*innen raten, die sich für den VDI interessieren?
Hingehen, mitmachen, sich zeigen und zu Wort melden auf Veranstaltungen. Sich in einer Arbeitskreisleitung austoben!­­­­­­­­­­­­

Danke für das Interview.

(Mai 2020)

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Presse-Kontakt:

Michael Diehl
VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V.,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
diehl@ vdi-bb.de, Tel: 0172 / 3913461

Claudia Wünsch, M.Eng. privat
Ihre Ansprechpartnerin

Claudia Wünsch, M.Eng.

Arbeitskreisleiterin

Interview mit Claudia Wünsch

Claudia Wünsch ist in Berlin aufgewachsen. Der Ausbildung zur Bürokauffrau folgte ein Studium als Betriebswirtin und ein Studium Veranstaltungstechnik und -management (M. Eng.) an der heutigen Beuth Hochschule für Technik. Sie ist seit 2011 beruflich in den Bereichen Corporate Events, Messen und Ausstellungen und digitale Kommunikation für verschiedene Agenturen tätig. Seit 2014 ist Claudia Wünsch Mitglied im Verein Deutscher Ingenieure und seit 2019 in der Leitung des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf (FIB) des Bezirksvereins Berlin-Brandenburg. Als eines der jüngsten Mitglieder einer Arbeitskreisleitung gab Sie uns dieses interessante Interview.

Was war entscheidend bei der Wahl Ihrer Ausbildung/Ihres Studiums und damit Ihres Berufes?
Da ich ein großes Interesse an Lichttechnik und Lichtdesign habe, sah ich mich ursprünglich in der Forschung und Entwicklung. Meine Masterthesis drehte sich um OLED-Technologie im urbanen Raum. Im Laufe des Studiums kristallisierte sich allerdings immer stärker heraus, dass meine Fähigkeiten stärker im Bereich der Planung und Organisation liegen.

Wie erinnern Sie Ihre erste Begegnung mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI)? Was waren damals Ihre stärksten ersten Eindrücke vom VDI?
Meine Dozentin an der Beuth Hochschule, Anna Biermann, die heute beim Deutschen Frauenrat tätig ist, hat mich auf die Existenz des VDI aufmerksam gemacht. Da ich mit meinem Master-Thema beim VDI-Wettbewerb „Mensch und Technik“ mitgemacht hatte, konnte ich ein Jahr als „Mitglied auf Probe“ reinschnuppern. Und das hat sich bis zur Arbeitskreisleitung bei den FIB entwickelt.

Was ist der VDI für Sie? Was sollte er sein?
Für mich ist der VDI ein Verein der Innovation fördert und ein gutes und aktives Netzwerk bietet. Er sollte sich stärker darum bemühen, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Beispielsweise gibt es auf der Hannover Messe jährlich eine Standparty, wo viele Studenten sind. Dieses Konzept finde ich super, Ähnliches sollte öfter stattfinden.

Was bringen Sie ihrerseits in den VDI (BV BB) ein? Was wollen Sie bewegen?
Ich bin seit Anfang 2019 als Arbeitskreisleiterin tätig und versuche gemeinsam mit Anna Biermann und Antoinette Beckert spannende Veranstaltungsformate zu entwickeln und so Frauen ein stärkeres Gewicht im Verein zu geben. Mittels Vorträgen, Führungen und weiteren Formaten wie Unternehmensbesichtigungen versuchen wir die Verbindung von „Frau und Technik“ zu stärken.

Was finden Sie reizvoll an der Arbeit in einer Arbeitskreisleitung? Was macht weniger Spaß?
Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, neue Formate zu entwickeln und umzusetzen. Dass ich das gemeinsam mit anderen tollen Frauen tun kann, macht es natürlich umso schöner. Wenn dann noch die internen Abstimmungen reibungsloser klappen würde, gäbe es fast nichts mehr anzumerken.

Können Sie Ihr Engagement im VDI mit Ihrer beruflichen Tätigkeit verbinden? Gibt es Synergien?
Meine Expertise und Erfahrungen helfen mir bei meinen Aufgaben im VDI. Ob allgemein oder ganz konkret, zum Beispiel wenn es um Kontakte zu Locations oder Referenten geht. Umgekehrt ist bei vielen Fragen das VDI-Netzwerk Gold wert auch in der beruflichen Praxis.

Welche Themen und Projekte wollen Sie demnächst in Ihre VDI-Arbeit einbringen?
Ich möchte andere Frauen bei ihrem Karriereweg unterstützen, besonders bei den Themen Gründung und Nachhaltigkeit. Da sehe ich durchaus noch Nachholbedarf.

Meinen Sie, dass der VDI als größter technischer Verein Deutschland die aktuell wichtigsten und gesellschaftlich relevanten Themen mit Technikbezug in geeigneter Weise aufgreift und verfolgt?
Mehr ist immer besser... Vor allem wenn es um die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht.
Die neuen Fokus-Themen wie „Zirkuläre Wertschöpfung“ und „Energie und Umwelt: das 1,5-Grad-Ziel“ zeigen allerdings, dass die Probleme erkannt wurden und der VDI ihre Lösung befördert.

Was würden Sie anderen Ingenieur*innen raten, die sich für den VDI interessieren?
Einfach mitmachen und sich vernetzen auf unseren Veranstaltungen. Und sich dann vielleicht auch für die Leitung eines Arbeitskreises bewerben.

Vielen Dank!

(Juni 2020)

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Presse-Kontakt:

Michael Diehl
VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V.,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
diehl@ vdi-bb.de, Tel: 0172 / 3913461
 

Dipl.-Wi.-Ing.(FH)  Anna Biermann privat
Ihre Ansprechpartnerin

Dipl.-Wi.-Ing.(FH) Anna Biermann

Stv. Arbeitskreisleiterin

Interview mit Anna Biermann

Anna Biermann ist Diplom Maschinenbau-Ingenieurin und hat zudem im zweiten Studium Betriebswirtschaft studiert: Sie ist Diplom Wirtschafts-Ingenieurin. Als Leiterin des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf (fib) hat Sie seit 2013 im VDI-Bezirksvereins Berlin-Brandenburg interessante Erfahrungen gemacht und unterbreitet konkrete Vorschläge zur kontinuierlichen Weiterentwickung (KVP) des Verbandes.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und Ihre ersten Eindrücke? Was hat Sie zur ehrenamtlichen Mitwirkung motiviert?
Ja, das war ein Stammtisch des fib-Arbeitskreises in Berlin 1995. Die Vielfalt an Erfahrungen aus unterschiedlichen Branchen von den Ingenieurinnen zwischen 25 und 75 Jahren hat mich gleich inspiriert. Ich habe mich in dem Kreis sofort wertgeschätzt gefühlt, schon als angehende Ingenieurin (im ersten Semester). Die Themenvielfalt, das Interdisziplinäre und die Kollegialität finde ich bis heute spannend. Ich sah aber auch noch erheblichen Bedarf an Veränderungen in Bezug auf Ehrenamtmanagment, Vielfalt und Genderfragen, zu denen ich beitragen wollte und will.

Welche Vorstellungen und Erwartungen verbinden sich für Sie mit dem VDI?
Der VDI ist ein Netzwerkort, in dem sich unterschiedliche Ingenieure und Ingenieurinnen austauschen und ich mein Wissen weitergeben kann und zugleich meine eigenen Fähigkeiten erweitere. In Zukunft sollte der VDI vielfältiger sein und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen abholen. Nur durch Vielfalt kann unsere Bildungs- und Wissensgesellschaft in Zukunft richtig aufgestellt sein. Mein Verein sollte hier Vorbild sein.

Was bringen Sie ihrerseits in den VDI (BV BB) ein? Was wollen Sie bewegen?
Ich stehe als Role-Model für junge Ingenieurinnen zur Verfügung und begleite angehende Ingenieurinnen und Ingenieure bei ihrem Weg im Beruf und in das Ehrenamt. Mehr Sichtbarkeit von Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit und im digitalen Raum wäre mir wichtig. Ich würde mich über junge Ingenieurinnen und Ingenieure freuen, die uns hier unterstützen wollen.

Was finden Sie besonders reizvoll an der Arbeit in einer Arbeitskreisleitung des VDI?
Mit den Leitungs-Kolleginnen als 3-er-Team gemeinsam Ideen zu entwickeln, spannende Veranstaltungen für Ingenieurinnen und Ingenieure zu realisieren und tolle Referierende zu finden macht einfach Spaß. Das positive Feedback der Teilnehmenden bei unseren Veranstaltungen motiviert immer wieder. Den inhaltlichen Austausch und die Mischung der Geschlechtern bei unseren Veranstaltung bereichert mich, meine Mitstreiterinnen und alle Teilnehmenden.

Gibt es Synergien zwischen Ihrem Engagement im VDI und Ihrer beruflichen Tätigkeit?
Als Lehrbeauftragte an der Beuth Hochschule für Technik Berlin konnte ich die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure neugierig machen für Veranstaltungen, Wettbewerbe und das Ehrenamt. Ich bin heute hauptberuflich in einen bundesweiten politischen Lobbyverein tätig, zuständig für Finanzen/Personalwesen. Gleichstellung, Frauenförderung  und Netzwerke kann ich hier gegenseitig einbringen. Der VDI-fib ist aktives Mitglied in dieser Lobbyorganisation, die sich für Gleichstellung und Diversität einsetzt.

Welches sind die Themen und Projekte, die Sie gern in Ihre VDI-Arbeit einbringen?
Wir bemühen uns aktuell darum, mehr Vielfalt, Diversität und gendergerechte Sprache innerhalb unseres VDI- Bezirksvereins in den Fokus stellen. Wir wünschen uns mehr Öffentlichkeitsarbeit für Ingenieurinnen und den Aufbau eines Frauen-Presse-Verteilers. Denn wir müssen als Role-Models Gesicht zeigen um Andere zu ermutigen. Gern würde ich, als Mitglied des fib-Bundesvorstand, demnächst auch einen Doku-Film und/oder ein Buch über Ingenieurinnen entwickelt. Dazu sind wir mit der hauptamtlichen Zentrale in Düsseldorf in Kontakt

Welches sind Ihres Erachtens aktuell die wichtigsten Themen mit Technikbezug? Greift der VDI als größter technischer Verein Deutschland diese Themen in geeigneter Weise auf?
Ganz klar: Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ich finde, dass die technischen Aspekt schon vielfältig beleuchte werden – mir fehlen aber die sozialen und Gender-Aspekte, die kommen kaum vor. Ohne das wird man als Verein und die Gesellschaft dem Thema aber nicht gerecht. Wir brauchen mehr Diversität für nachhaltigere Lösungen.

Was wünschen Sie sich dazu konkret von „Ihrem“ VDI?
Mehr jüngere und weibliche Arbeitskreisleiter*Innen und in den Gremien eine 50-50 Regelung. 50 % Frauen, 50 % Männer - oder keine Besetzung der Funktionen. Eine Quote braucht es, um schneller voranzukommen.  

Was würden Sie anderen Ingenieur*innen raten, die sich für den VDI interessieren?
Nutze das große Männer- und Frauennetzwerk und die Fortbildungsangebote, es gibt unterschiedliche Formen sich ehrenamtlich einzubringen. Die Vereinsarbeit im Team mit mehreren Verantwortlichen macht besonderen Spaß. Ingenieurinnen: Zeigt euch bei Veranstaltungen auf den Podien als Referierende und engagiert euch auch in den Arbeitskreisleitungen! Wir 3 Arbeitskreisleiterinnen begleiten Euch gerne als Mentorinnen und unterstützen Euch. Lasst uns Mehr werden. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier auf der Webseite.

Besten Dank für dieses Gespräch.

(Mai 2020)

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Presse-Kontakt:

Michael Diehl
VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg e.V.,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
diehl@ vdi-bb.de, Tel: 0172 / 3913461

Mehr zu unserem Netzwerk und unseren Aufgaben in Berlin-Brandenburg in der IHK Zeitschrift 2018 https://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur/bg-bilder/fib/Arbeitskreise/201806_BV_BB_IHK_Berliner_Wirtschaft_Ausgabe_Mai_5_2018.pdf
BERLINER WIRTSCHAFT 05/2018

Werden Sie Mitglied in unserem FIB-Netzwerk! SEID DABEI!

Schnuppern Sie gerne bei unseren u.g. Veranstaltungen vorbei und bringen Sie gerne immer eine Kollegin oder Freundin mit! Wir freuen uns auf den Austausch. Der Arbeitskreise ist auch für angehende Ingenieurinnen offen. Liebe Studentinnen kommt gerne vorbei. Wir wollen ein breites Netzwerk der Generationen sein von 18-98 Jahren.

Hinweis für die männlichen Besucher: Das Netzwerk ist selbstverständlich auch immer für Ingenieure offen. Sollten wir eine Veranstaltung nur für Frauen ausrichten, ist dies explizit angegeben. Kommen Sie also gerne vorbei und tauschen Sie sich mit uns über ihre beruflichen Erfahrungen und mit ihren Ideen aus. Wir freuen uns!