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Unsere Arbeitskreise

Arbeitskreise im VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg

Ein Großteil der inhaltlichen Arbeit des Bezirksvereins findet in Arbeitskreisen statt. Die Arbeitskreise sind gleichzeitig Plattform und auch Netzwerk für alle Mitglieder des Vereins, stehen aber auch Nichtmitgliedern offen.
Idealerweise sollen die Themen, die durch die Fachgliederungen des VDI-Hauptvereins bearbeitet werden, auch mit Arbeitskreisen belegt sein.

 

Unsere Arbeitskreise

Über den Arbeitskreis

Landwirtschaftliche Produktionsprozesse müssen heute zunehmend ökologische und ökonomische Anforderungen erfüllen. Es gilt, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel und nachwachsende Rohstoffe im Hinblick auf ökologie, Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit modernen Technologien zu erzeugen. Methoden wie Precision Farming erlauben eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen mit einem reduzierten Einsatz von Produktionsmitteln wie Dünge- oder Pflanzenschutzmittel. Weitere aktuelle Entwicklungstrends bestehen in der Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen und Maschinen.

Der VDI-Arbeitskreis Agrartechnik sieht sich als ein Forum für landwirtschaftlich und technisch interessierte Menschen aus der Anwendung und der Wissenschaft, in dem die verschiedensten agrartechnisch-relevanten Themen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden. Der Arbeitskreis nutzt hierzu die besondere agrartechnische Forschungslandschaft mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Raumes Berlin-Brandenburg und die in dieser Region angesiedelten Unternehmen, der Landwirtschaft, der Bio- und Umwelttechnik und der Ernährungsindustrie. Ein zentrales Ziel der Arbeit des Arbeitskreises ist dabei die Pflege und der Ausbau des agrartechnischen Netzwerkes durch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Exkursionen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Henning J. Meyer
Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Henning J. Meyer

Über den Arbeitskreis

Anmeldung per E-Mail unter: veranstaltung@vdi-bb.de.

Bei Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis können Sie sich gern an unsere Geschäftsstelle wenden.
Tel.-Nr: 030 3410177

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Thomas Böhme
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Thomas Böhme

Über den Arbeitskreis

Dipl.-Ing. Andreas Götze leitet den Arbeitskreis Bautechnik des VDI, Bezirksverband Berlin-Brandenburg. Der Arbeitskreis Bautechnik fördert den Informationsaustausch über Bauprojekte und Entwicklungen im Bauwesen.

Dieser Austausch findet in Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, im Einzelfall auch bei Besichtigungen statt. Die Themen reichen von Projekten über Arbeitsweisen bis zu Technologien. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Thema Geschichte der Bautechnik, zu dem in Kooperation mit dem Arbeitskreis Technikgeschichte und der BTU Cottbus seit Jahren die erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte" stattfindet.

Die Vorträge richten sich an alle, die sich für aktuelle oder historische Aspekte der Bautechnik interessieren. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist für VDI-Mitglieder und Gäste kostenfrei. über die jeweils anstehenden Veranstaltungen werden die Mitglieder des Arbeitskreises sowie weitere Interessierte Fachleute per E-Mail informiert. Neue Interessenten möchten sich bitte mit der Arbeitskreisleitung in Verbindung setzen, um die Programme und Einladungen ebenfalls zu erhalten.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Andreas Götze
Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Andreas Götze

Organisationsteam

Heiko Greiner

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Besichtigung im VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg befasst sich im Querschnitt mit verschiedenen Fachrichtungen des Ingenieurwesens im gesellschaftlichen Umfeld und mit aktuellen Herausforderungen.

Wir bieten Firmen und Institutionen an, sich mit ihrem Fimenportfolio, ihren Strategien, ihren Forschungen oder mit innovativen Produkten oder mit ihren neuesten Entwicklungen vorzustellen. Auch der gesamte Dienstleistungssektor steht im Fokus, denn Ingenieurinnen und Ingenieure leisten Managementaufgaben für die Projektabwicklung, für die Produktionsprozesse, für Logistik, die Qualitätssicherung etc.

Ziele der Veranstaltungen, Exkursionen und Besichtigungen umfassen die Wissensvermittlung, das Networking sowie den fachliche Austausch und spannende Diskussionen. Auch eindrucksvolle Bauprojekte und außergewöhnliche ingenieurtechnische Leistungen sind Bestandteil unseres Jahresprogramms. Gerade aus den sehr  verschiedenen  Fachrichtungen sollen sich neue Perspektiven auf die Arbeitsthemen  und für Lösungsstrategien eröffnen.

Oft ergeben sich aus den Veranstaltungen neue Ideen und Kontakte für spätere geschäftliche und persönliche Kooperationen.

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel

Aktuelle Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel
Arbeitskreisleiterin

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel

Dipl.-Ing. Uwe Rechentin
Stv. Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Uwe Rechentin

  • +49 (0) 30 3410177
Dr.-Ing. Margaretha Neudecker
Stv. Arbeitskreisleiterin

Dr.-Ing. Margaretha Neudecker

  • +49 (0) 30 341 0177

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Zur Begrüßung gab Herr Silvio Schobinger, Geschäftsführer Goerzwerk GmbH & Co. KG, einen kurzen Rückblick in die Historie des Industriestandortes in Berlin Lichterfelde-Zehlendorf.

Bereits 1890 stellte der Optiker Carl Paul Goerz in Berlin die „Goerz-Anschütz-Moment-Camera“, die erste Schlitzverschluss-Kamera der Welt her. Ab 1915 wurde hier in Lichterfelde im großen Stil ein Werk für die Produktion fotografischer Apparate und Objektive gebaut. Nach dem Tod von Carl Paul Goerz im Jahr 1923 fusionierte die Firma mit den Jenaer Zeisswerken. Dann übernahm die Zeiss-Ikon AG, die mit der Zeit ihre Produktpalette veränderte. Heute hat das Unternehmen Teil der ASSA ABLOY Gruppe, das am Standort Goerzallee immer noch einen Werksteil hat und weltweit führend in der Herstellung von Schließ- und Sicherheitssystemen ist.

Nachdem die Produktion der Zeiss-Ikon AG in Berlin gänzlich eingestellt wurde, stand die Immobilie zum Verkauf, die dann von Mario und Silvio Schobinger im Januar 2015 übernommen wurde.

Der ursprüngliche Name wurde wiederbelebt und „Goerzwerk“ wurde zur Marke.

Die Brüder hatten eine Vision: Sie wollten jungen Firmen, Manufakturen und Start-Ups im Südwesten Berlins eine Möglichkeit geben, sich zu entfalten. Mittlerweile sind etwa 120 Unternehmen im Goerzwerk heimisch geworden.

Herr Schobinger berichtete weiter: „Bei der Übernahme im Jahr 2015 schritten wir durch teils endlos wirkende Hallen, die in früheren Zeiten vor allem der Industriefertigung gedient hatten. Gemeinsam mit den Unternehmen, die nach und nach Quartier bezogen, teilten wir die Flächen auf, restaurierten sie nach individuellen Bedürfnissen und passten sie unter Beachtung des Denkmalschutzes modernen Baustandards an. Die neu geschaffenen Locations büßen dabei nichts von ihrem ursprünglichen Charme ein.“

Rundgang durch das weitläufige Gebäude mit Besuch einzelner Firmen:

Nun konnten wir uns bei dem Rundgang von den „Neuigkeiten“ überzeugen und begeistern lassen. In der Tat strahlt dieses alte Industriegebäude eine Lebendigkeit aus, die mit abgetretenen Stufen im Treppenhaus und mit neuer Farbgebung in den Räumen einen Kontrast bildet, der zur kreativen Arbeit animiert.

Zum Beispiel in Tom’s Korallenzucht (http://toms-korallen.de) Hier werden Korallen für Salzwasser-Aquarien gezüchtet und zum Kauf angeboten. Der Handel wird weitgehend Online abgewickelt. Allein die Idee, sich auf Korallen zu spezialisieren, ist verblüffend.

Die nächste Station war Resourceful Humans, Softwareentwicklung (https://www.resourceful-humans.com). Frau Anja Maus begrüßte uns mit einer prickelnden Präsentation ihrer Firma, die mit einem Blick „Zurück in die Zukunft“ auf Anwendungsbeispiele ihrer Softwareprodukte einstimmte. Die aus der Spiele-Welt abgeleiteten softwarebasierten Tools werden als Management Schulungen angeboten. Den Ideen zur Konfliktbewältigung sind da keine Grenzen gesetzt.

Weiter ging es zu S-Blocs, Cargo-Bikes (https://www.sblocs.de) die in einem Seitengebäude als Manufaktur mit 5 Mitarbeitern hightech Cargo-bikes zusammenbauen.

Dabei stammen die Grundideen zur Herstellung der Lenkmechanik aus eigenen Patenten und das Design aus eigenen Entwürfen. Mit welcher Begeisterung diese einzigartigen Fahrzeuge mit E-antrieben hergestellt werden, erklärt dann auch die große Fangemeinde bei den Kunden.

Weiter ging es vorbei an der Holz- und Metallwerkstatt der Schneider Worx (https://schneiderworx.de). In diesen Werkstätten werden Spezialanfertigungen sowohl für Renovierung und den Ausbaus im Goerzwerk hergestellt, als auch für externe Bauvorhaben. Die Ausstattung der Büros und der Werkstätten spiegeln den hohen Anspruch an die Ästhetik in der Arbeitswelt wider, den sich die Betreiber des Goerzwerks auch als Ziel gesetzt haben.

Ein weiteres Beispiel eines kleinen innovativen Unternehmens war

MMDD-Maxresolution3d, 3-D-Druck (https://www.maxresolution3d.com)

Hier werden auf einer kleinen automatisierten Anlage mit einem 3-D-Druck im Stereolithografie (SLA) kleine Teile hegestellt. Hier wird flüssiges Harz mit einem Laser ausgehärtet, um Schichten zu bilden.

MaxResolution3D bietet die Möglichkeit, Kunststoffteile mit einer der ersten automatisierten 3D-Druck-Produktionszellen der Welt, mit einer sog. Microfactory, in nie erreichten Geschwindigkeiten und hohen Stückzahlen herstellen zu lassen. Maxresolution3D konstruieren und produzieren für den Kunden Prototypen bis zur Serie per 3D-Druck mit Hilfe einer Kombination aus 3D-Druckern, Robotik und Sensorik.

Die gezeigten Beispiele bei der Wiederbelebung einer alten Industrieimmobilie mit all den Zwängen bei der Renovierung und bei der Neugestaltung von Arbeitsräumen wurden zum Ende des Rundgangs in einer entspannten Runde diskutiert. Besonders wurde das persönliche Engagement bei einer solchen Aufgabe gelobt. Eine Wiederholung eines solchen Rundganges für die Ingenieurinnen und Ingenieure des VDI wird geplant. Ein besonderer Dank ging an Frau Guyenz und Herrn Schobinger.

Dipl.-Ing. Uwe Rechentin
VDI Arbeitskreis Besichtigungen

Vor Ort: Besuch bei den Handwerkern der Musen in den Werkstätten des Bühnenservice Berlin

Der Geschäftsführer des Bühnenservice Berlin, Herr Suhl, begrüßte die Teilnehmer persönlich und schilderte sehr umfassend die Entstehung des Bühnenservice Berlin und seine Aufgaben. Der Bühnenservice ist der zentrale Werkstattbetrieb der Stiftung Oper in Berlin, die vor 20 Jahren gegründet wurde 2004). Im Jahr 2010 erfolgte die Zusammenlegung der Werkstätten in dem Gebäudekomplex am Ostbahnhof, dem ehemaligen Druckhaus des Verlages Neues Deutschland. Hier werden sämtliche Bühnenbilder und Kostüme der drei Berliner Opernhäuser sowie des Deutschen Theaters und des Theaters an der Parkaue hergestellt. Aber auch die Personalverwaltung und die Buchhaltung der Stiftung sowie die Werkstätten des „Gorki Theater“ sind hier untergebracht.

Die Werkstätten sind Dienstleister der Theater und Opernhäuser, und sie stellen jeweils das her, was die Theater beauftragen. Der Bühnenservice kalkuliert die benötigten Stunden für die Herstellung, aber auch die Materialkosten und Fremdleistungen auf der Grundlage der Entwürfe der Auftraggeber. Sollten nicht genügend Arbeitsstunden beim Bühnenservice zur Verfügung stehen, werden Aufträge an Externe vergeben.

Die Werkstätten des Bühnenservice teilen sich in zwei Zweige auf. Zum einen in die Dekorationswerkstätten, zum anderen in die Kostümwerkstätten. Aufgrund unserer großen Gruppe wurden wir aufgefordert, uns jeweils einer Führung anzuschließen.

Für die Kostümwerkstätten schilderte Frau Hoffmann, die Leiterin der Kostümwerkstätten, die Arbeitsstrukturen und -abläufe  in ihrem Verantwortungsbereich. Die Aufnahme der Arbeit am neuen Standort war zunächst geprägt von den Problemen der Zusammenführung dreier Schneidereien aus den drei Opernhäusern. Waren doch die Schneiderinnen und Schneider plötzlich aus ihren alten Arbeitsabläufen herausgerissen. Im Laufe der vergangenen 10 Jahre gelang es dann wieder nach und nach, eine Einheit der Beschäftigten zu schaffen.

Zur Schneiderei gehören die Damen- und die Herrenschneiderei sowie die Lehrwerkstatt. Hier werden pro Jahr jeweils zwei Auszubildende im Damen- und Herrenfach aufgenommen und drei Jahre lang unter der Leitung erfahrener, langgedienter Gewandmeisterinnen ausgebildet, bevor sie nach bestandener Prüfung in den Arbeitsgruppen der Damen- und Herren-Schneiderei weiterarbeiten können. Probleme mit Nachwuchs hat man nicht, denn die Zahl der Bewerber übertrifft die Lehrplätze um ein Vielfaches.

Von jedem Ensemblemitglied der drei Opernhäuser und dem Deutschen Theater liegen die Körpermaße vor. Dazu zählen natürlich auch die Mitglieder der Opernchöre, die in diesen Häusern auftreten. Das bedeutet bei Stücken wie z.B. Nabucco oder Fidelio, dass eine große Anzahl gleicher Anzüge oder Kleider unterschiedlicher Größen hergestellt werden müssen. Um die Arbeit zu erleichtern, setzen die Gewandmeister/innen schon bei der Herstellung der Schnitte spezielle Computerprogramme ein.

Die Schneidereien bekommen die Stoffe angeliefert. Sie werden von den einzelnen Häusern ausgesucht und auch bestellt. Die dafür Verantwortlichen sind die Kostümbildner und Kostüm-Assistenten.

Neben der Schneiderei gehören zum Bereich der Kostümwerkstätten auch die Abteilungen „Schuhmacherei“, „Hut und Putz“ sowie „Kostümmalerei / Kostümbearbeitung“. In diesem Werkstattbereich befinden sich auch eine Wäscherei, eine Färberei, eine Werkstatt, in die Kostüme oder Kostümteile mit chemischen Mitteln versteift werden, sowie die kleine Rüstkammer.

In der Kostümmalerei werden Stoffe oder einzelne Kostümteile eingefärbt oder bemalt. Um ein historisches Kostüm anzufertigen und mit den passenden Accessoires und Schuhen auszustatten, sind neben dem handwerklichen Können auch profunde Kenntnisse einzelner Moderichtungen und Kunststile erforderlich. Ein Studium in einem der Kunst nahen Fach ist hierfür eine gute Voraussetzung.

Die Hut- und Putzmacherinnen müssen besonders kreativ sein, denn sehr oft kommt es vor, dass die Kostümbildner nur eine Skizze schicken, die als Grundlage für einen Kopfschmuck dienen soll.  Hier müssen die Modistinnen selbst kreativ sein, um – ganz ohne konkrete Vorgaben – ein stimmiges Werk zu schaffen.

Sehr beeindruckend war auch das Leistenlager der Schuhmacherei. Je nach den individuellen Abmessungen und Fußformen der Darsteller werden die Leisten angefertigt, um damit das passende Schuhwerk zu formen.

Der Rundgang durch die Kostümwerkstätten war für alle Teilnehmer ausgesprochen spannend und bis auf eine Teilnehmerin (sie hatte Schneiderin gelernt) völliges Neuland und.

Die Dekorationswerkstätten wurden durch deren Leiter Herrn Kohlsmann vorgestellt.

Die Metallverarbeitung befindet sich in einer langen Halle. Hier werden pro Jahr 160 Tonnen Stahl in Podeste, Brücken, Gerüste, oft fahrbar, ersteigbar auch für Opernchöre wie in Nabucco, zusammengeschweißt. Deshalb ist Präzisionsarbeit zwingend. Gleichzeitig müssen die Gestelle zerlegbar, transportierbar und relativ flexibel einsetzbar sein. Da stehen manchmal bis zu 12 Tonnen auf der Bühne, 12 Meter hoch. Hochachtung für die Leistung der Metallbearbeitungsgruppe in dieser Halle.

Das gilt auch für die Werkstatt der Tischlerei und Holzbearbeitung. Mit außerordentlicher Präzision werden hier Möbel, Häuserwände, Zimmer etc. gebaut. Jeder Wohnstube würdig! Danach betreten wir die Tapezierabteilung. Die Herstellung von Möbeln, Vorhängen, Rauminstallation mit schweren oder leichten Stoffen – eine Kunst mit hohem Anspruch. Was wiederum auch in der Halle der Maler, nein der Kunstmaler zu bewundern war. 15 mal 15 Meter Asphaltboden so malen, dass aufgebrochene Straßenschollen erkennbar sind – welch eine Leistung. Die Wände dieser Halle waren mit großen Kunstwerken behangen, für jeden von uns ein Highlight.

Zwei Stunden sind verflogen, so spannend waren die Erläuterungen von Herrn Kohlsmann.

Die künstlerischen Ansprüche der Opernhäuser werden hier in hochwertige und kosteneffiziente Lösungen umgesetzt, eine Kunst der Vermittlung zwischen Anspruch und Realität.

Zwei Wünsche entstanden im Raum. Zum einen die Wiederholung dieser Veranstaltung im Jahr 2025. Zum anderen wünschen wir uns mehr Würdigung dieser Handwerksleistungen mit so hoher künstlerischer Umsetzung. Schön wäre es, wenn auch in den Opernhäusern und Theatern Veranstaltungen und Ausstellungen über die Künste hinter den Kulissen stattfinden würden. Nicht zu vergessen: die Kosten tragen auch das Land Berlin sowie die Besucherinnen und Besucher.

Wir jedenfalls, die Ingenieure und Ingenieurinnen und der Teilnehmerkreis dieser Führung, werden nun verstärkt die Kulissen, den Fußboden, die Kostüme, die Schuhe beachten und wertschätzen.

Unser herzlicher Dank geht an Frau Hoffmann und Herrn Kohlsmann für die sehr interessanten Führungen  und Herrn Suhl für die ausgiebige Einführung über den Bühnenservice Berlin.

 

Christiane Schnepel, Leiterin AK Besichtigungen                       

Horst Marczinske, Orga-Team AK Besichtigungen

Das Bundesarchiv inkl. dem Stasi-Unterlagen Archiv verfügt über 23 Standorte mit rd. 2300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Über 500 km laufende Regalmeter beinhalten Dokumente, Fotos, Karten und Filmmaterialien, die auf Dauer zu sichern und nutzbar zu machen sind. Zu den Archiven des Bundes zählen weiterhin das politische Archiv des Auswärtigen Amtes und das geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz.

Herr Meissner vom Bundesarchiv Standort Finckensteinallee in Berlin Lichterfelde informiert uns über den Auftrag des Bundesarchivs und über die wechselvolle Geschichte des Standortes Lichterfelde. Er gewährt uns Einblicke wie in ein Magazin, das ansonsten für Externe verschlossen ist.

Die Liegenschaftsgeschichte beginnt 1873 mit der Grundsteinlegung für die Preußische Hauptkadettenanstalt. Die repräsentativen Bauten waren 1878 bezugsfertig, viele davon wurden im Krieg zerstört. 1881 wurde der Standort mit der ersten elektrisch betriebenen Straßenbahn der Welt von Siemens & Halske angebunden. Eine wechselvolle Geschichte (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Preußische_Hauptkadettenanstalt ) folgte bis die Andrew Barracks aufgelöst wurden und das Gelände an den Bund fiel.

Seit dem Abzug der Alliierten 1994 wird das Gelände der Hauptkadettenanstalt vom Bundesarchiv genutzt. Dort sind heute die zivilen Bestände zentraler staatlicher Behörden aus der Zeit des Deutschen Reichs – Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Diktatur – und der DDR (ohne Ministerium für Staatsicherheit) zusammengeführt. Unterlagen aus über 500 Jahren deutscher Geschichte lagern hier.
2010 wurde im Zentrum der Liegenschaft ein neues Magazin-Gebäude in Betrieb genommen. Insgesamt bietet der Bau Platz für 110 laufende Kilometer Archivgut.

Die Einstufung der Archivwürdigkeit und die Digitalisierung von Dokumenten ist eine große Aufgabe. Hier ist zu klären, welche Unterlagen als archivwürdig eingestuft und aufbewahrt werden. Die Digitalisierung wird bei Anfragen zur Einsichtnahme angestrebt, um diese Unterlagen online zur Verfügung zu stellen. Abhängig vom Umfang und Vertraulichkeitsgrad wird jeweils die Entscheidung getroffen, wie verfahren wird. Bei personenbezogenen Unterlagen ist die zur Verfügungstellung der Dokumente oft aufwendig, außer die Personen sind vor über 10 Jahren verstorben. Verschlusssachen, wie z.B. Unterlagen der Bundeswehr, werden nur für bestimmte Zwecke frei gegeben.

Um die Digitalisierung voran zutreiben, sollen etwa 20 Millionen Seiten pro Jahr  und auch Filme weiter digitalisiert werden. Auch Nitrozellulosefilme werden erhalten. Um dies zu erreichen werden diese Filme in Hoppegarten unter besonderen Bedingungen gelagert, um eine Zersetzung des Materials zu stoppen, das auch noch leicht brennbar ist.

Aber auch die Papierdokumente in Lichterfelde West sind unter besonderen Bedingungen zu lagern - bei 15-18 Grad Celsius und bei 50 % Luftfeuchtigkeit. Kaum verlassen wir das Magazin, in dem Hunderte von Regalmetern Dokumente lagern, läuft die Klimaanlage an, um die Feuchtigkeit wieder abzusenken, dessen Erhöhung wir durch unsere kurze Anwesenheit im Magazin verursacht haben.

Der Blick in den Lesesaal der öffentlich zugänglichen Bibliothek erfolgt durch die Glastür, um die Nutzerinnen und Nutzer nicht zu stören. Auch Sie können sich während der Öffnungszeiten in der Bibliothek aufhalten. Eine Online-Terminbuchung eines Arbeitsplatzes im Lesesaal ist erforderlich.

Das Bundesarchiv freut sich auf ihren Besuch zum bundesweiten Tag der Archive, einem Tag der offenen Tür, der 2024 am 2. März stattfindet.

Dr. Margaretha Neudecker
Stellvertretende VDI-Arbeitskreisleiterin „Besichtigungen“

Der VDI Arbeitskreis Besichtigungen zum zweiten Mal zu Gast im Rathgen-Forschungslabor

Der stellvertretende Direktor des Labors Herr Dr. Stefan Röhrs begrüßte die Teilnehmer in einem Raum voller Wissenschaft – Bücher bis an die Decke. Er gab uns einen kurzen Überblick über die Historie und Aufgaben seine Labors und führte uns dann zu Herrn Landsberger, der das Gebiet der Schädlinge betreut.

Herr Landsberger, ein Biologe, schilderte sehr anschaulich welche Schädlinge sich gerne in Museen aufhalten und wie man sie bekämpft. Grundsätzlich werden keine chemischen Mittel zur Bekämpfung eingesetzt, sondern Nützlinge, Kälte und Sauerstoffentzug. Bei Sauerstoffentzug werden befallene Gegenstände über eine Zeit von 3 Wochen oder mehr luftdicht verpackt und den Sauerstoffgehalt der Luft auf unter 0,5% durch Einleitung von Stickstoff gesenkt. Aus Versuchen ist bekannt, dass es so eine lange Zeit sein muss, sonst könnte dieses Ungeziefer zum Leben zurückkehren.

Eine weitere Methode ist die Kältebehandlung. Die Gegenstände kommen in die Kältekammer und verbleiben dort eine Woche bei -30°C. Auch hier darf die Zeit nicht unterschritten werden.

Wie so oft helfen auch hier wieder Zufallsentdeckungen. Papierfischchen sind ein Problem im Museumsbetrieb. Durch Zufall entdeckte man, dass dieses Ungeziefer nicht in der Lage ist, aus einem Kunststoff-Deckel herauszuklettern, wenn der Rand des Deckels eine Mindesthöhe von 15 mm hat. Infolge dieser Erkenntnis werden nun zur Bekämpfung dieser Tierchen Behälter mit Kunststoffdeckel als Fallen eingesetzt.  

Die Arten der für die Museen gefährlichen Schädlinge ändert sich im Laufe der Zeit. Früher waren z.B. die Gemeine Nagekäfer/Holzwürmer sehr häufige und unangenehme Gäste. Sie wurden in Archiven und Bibliotheken inzwischen von den sogenannten Brotkäfern abgelöst.

Herr Dr. Landsberger wies sehr eindringlich darauf hin, dass ihre Arbeit aber in erster Linie auf Vorbeugung und Vermeidung gerichtet ist. Ungeziefer sollen nicht in die Museen eindringen können, sondern vorher erkannt und eliminiert werden. 

Die nächste Station unseres Rundgangs war die Röntgenspektroskopie.

Neben dem Röntgenspektrografen gibt es hier ein hochmodernes Raman Spektroskop, welches auf der Basis der Wechselwirkungen von Licht mit den chemischen Bindungen eines Materials arbeitet.

Im Laufe vieler Jahre haben die Forscherinnen und Forscher des Rathgen-Forschungslabors für alle nur möglichen Materialien eine riesige Menge von Vergleichsdaten und deren charakteristischen Kennlinien erstellt. Diese helfen ihnen nun bei der Suche nach Zusammensetzungen von Materialien, Fehlern und auch beim Erkennen von Fälschungen.    

Das gilt nicht nur bei der Anwendung der Röntgenspektrogafie sondern auch für alle anderen Spektroskope, die wir im Mikroskopie-Raum sehen konnten.

Die Führung in diesem Raum übernahm Frau Pausewein. Sie ist ein „Urgestein“ des Rathgen-Forschungslabors.

Derzeit arbeitet sie an der Identifikation von grauen Stellen auf Stoffteilen einer Kappe aus dem 13.oder 14.Jhdt., die das Bode-Museum zur Untersuchung gebracht hatte. Die Restauratoren wollen wissen, woraus die grauen Verfärbungen auf der Kappe sind, um die richtigen restauratorischen Maßnahmen ergreifen zu können. Die Untersuchungen ergaben, dass es im Ursprung einmal hauchdünne schmalen Silberbänder waren, die als Umwicklung für andere Fasern eingesetzt wurden. Sie hatten sich im Laufe der Jahrhunderte aufgelöst und sich als grauer Belag auf anderen Teilen der Kappe niedergeschlagen.  

Neben höchstempfindlichen Mikroskopen gibt es ein Elektronenmikroskop und ein Infrarotspektrometer. Ein ganz modernes Spektroskop kann jetzt mehrere Schichten messen. Die Proben müssen als Querschliff, welcher die Stratigrafie der Schichten zeigt, aufbereitet werden. Die Messung als solche dauert zwar länger als bei dem herkömmlichen Verfahren und verbraucht dadurch auch mehr Energie, aber es kann eben in einem Arbeitsgang mehrere Schichten messen.

Im Rathgen-Forschungslabor gilt der Grundsatz: „Zerstörungsfreie Prüfungen haben Vorrang vor einer Probenahme zur Prüfung einer Probe“. Andernfalls ist Rathgen instrumentell so ausgerüstet, dass man in der Lage ist, für die zerstörenden Prüfungen kleinste Proben zu entnehmen.

Weitere interessante Untersuchungen betreffen die Klimata in den Museumsräumen. Die Klimatisierung ist der größte Energieverbraucher in der Museumslandschaft. Die Forschenden arbeiten mit daran, Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die verschiedenen Museen bzw. Abteilungen in Museen zu optimieren.

Es war wieder eine sehr spannende Führung durch einen „Trüffel“ der Kunstlandschaft. Man musste nach ihm graben, denn sonst findet man ihn nicht.

Besonders interessant war, dass zur zweiten Führung neue zu untersuchende Fragestellungen gezeigt wurden. Die Arbeit der hier Tätigen scheint hoch spannend und abwechselnd zu sein, besser geht´s kaum. Das OrgaTeam des AK Besichtigungen bedankt sich wiederum und genau deshalb bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Rathgen-Forschungslabor für die investierte Zeit dieser Führung.

Der Arbeitskreis Besichtigungen wird aufgrund des großen Interesses aus dem VDI-Kreis erneut in einem Jahr anfragen und versuchen, diese Führung zu wiederholen.

Arbeitskreis Besichtigungen
Dipl.-Ing. Horst Marczinske

Am 24. August 2023 war der VDI Arbeitskreis Besichtigungen Gast in der Staatsbibliothek zu Berlin und besichtigte deren technischen Anlagen. Herr Oliver Annas, Leiter Gebäudemanagement/Technische Dienste, begleitet von seinem engagierten Mitarbeiter, Herr Frank Kirchner, gewährte uns einen exklusiven Einblick in bestimmte komplexe technische Systeme, die den reibungslosen Betrieb dieser renommierten Einrichtung ermöglichen.
Sie erläuterten mit auserlesener Expertise und Sachkenntnis die Herausforderungen, die die Techniker durch die historischen baulichen und denkmalschutzbezogenen Gegebenheiten, durch bauliche Vorgaben der Architekten und durch den unbedingten Schutz der Buch- und Kunstschätze etc. täglich zu beachten haben.

Die Staatsbibliothek zu Berlin wurde 1661 gegründet und gehört mit 12 Millionen Bänden zu den bedeutendsten Bibliotheken weltweit. Seit 1992 gehört sie zu der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Die Digitalisierung ist für die Staatsbibliothek in der Bestandsarchivierung und Lese- wie auch Ausleihverfahren unverzichtbar.

Inhalte der Führung waren die technischen Anlagen. Besonders spannend war die Darstellung des Spannungsfeldes zwischen der Modernisierung der Gebäude mit den Magazinen und Lesesälen und deren historischer Erhalt gegenüber den energetischen und brandtechnischen Anforderungen.

Die Führung begann mit einer eingehenden Präsentation der Lüftungsanlagen. Herr Annas und Herr Kirchner erklärte ausführlich die Bedeutung einer effizienten Belüftung für die Erhaltung der wertvollen Buchbestände. Er verdeutlichte, wie das Klimamanagement in den Archiven und Lesesälen dazu beiträgt, optimale Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen aufrechtzuerhalten, um die Bücher vor möglichen Schäden zu schützen.

Im Anschluss führte uns Herr Annas zu den beeindruckenden Brandschutzanlagen. Wir erfuhren, dass die historischen Gebäude sowohl mit Wasser- als auch mit Gaslöschanlagen ausgestattet sind, um im Falle eines Brand- oder Rauchereignisses schnell und effektiv reagieren zu können. Die Balance zwischen wirksamem Brandschutz und der Sicherheit der wertvollen Sammlungen stellt eine kunstschatztypische Herausforderung dar.

Ein Höhepunkt der Führung war die Erkundung der Architektur des Neubaus – einem hängenden kubischen Lichtkörper (Lesesaal) im Ensemble der alten historischen Gemäuer. Besonders beeindruckend sind die individuell gefertigten heißverformten Glasscheiben, die den Kubus umgeben. Jede Scheibe wurde mit großer Sorgfalt hergestellt, um eine harmonische Verbindung zwischen Ästhetik und Funktionalität zu schaffen. Insbesondere diese Glaskörper, die Lüftungsvorrichtungen und die Lichttechnik riefen im Kreis der VDI-Teilnehmer viele Fragen in Bezug Energieeffizienz hervor. Das betraf z.B. die Anzahl der Leuchten, der verwendeten Leuchtmittel (keine LED) usw. Die Zielkonflikte erklären sich zwar aus der Diskrepanz zwischen Umweltschutzzielen und Urheberrechte der Architekten, lassen aber Zweifel über die Nichtveränderbarkeit in unserer Gruppe offen.

Insgesamt bot die Führung durch die technischen Anlagen der Staatsbibliothek einen faszinierenden Einblick in die komplexe Infrastruktur, die hinter dem reibungslosen Betrieb dieser Institution steht. Das tiefe Verständnis für die technischen Herausforderungen unserer Gastgeber waren deutlich spürbar und trugen dazu bei, diese Erfahrung besonders lehrreich und inspirierend zu gestalten.

Wir konnten längst nicht alle technischen Anlagen der Staatsbibliothek besichtigen, obwohl unser Schrittzähler 8.000 Schritte aufwies. Deshalb freuen wir uns auf eine Folgeveranstaltung und werden immer mit stiller Ehrfurcht die Staatsbibliothek besuchen. Denn wir als teilnehmende Ingenieure und Ingenieurinnen wissen um die Komplexität dieser riesigen technischen Anlagen.

Christiane Schnepel
Leiterin VDI Arbeitskreis Besichtigungen

Bericht VDI AK Besichtigungen „Hallenerneuerung des Berliner Ostbahnhofs“

Der Berliner VDI-Arbeitskreis Besichtigungen hat am 13. Juli 2023 zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit einer exklusiven Baustellenführung der Hallenerneuerung des Ostbahnhofes in Berlin geboten. Anhand der wichtigsten Planunterlagen hat der Leiter des Realisierungsmanagements der Deutschen Bahn AG, Dipl.-Ing Christian Reder, die Anwesenden zunächst in die komplexe Planungs- und Bauaufgabe des bemerkenswerten Großprojektes eingeführt. 

Der Berliner Ostbahnhof ist der drittgrößte Bahnhof Berlins und zählt täglich rund 100.000 Reisende und Besucher.

Die Gleishallen haben folgende Eckdaten: 

  • Nordhalle (Baujahr 1937) 210 m lang, 55m breit und 20 m hoch und
  • Südhalle (Baujahr 1929) 210 m lang, 40m breit und 18 m hoch.

Die von Grund auf erneuerten Gleishallen werden Ende 2024 in Betrieb gehen. Das gesamte Projekt wird bis Ende 2025 abgeschlossen sein.
(Bild 1).

Baumaßnahmen des 1. Bauabschnitts 2010 - 2012

  • Die stählernen Stützen und Träger der beiden Hallendächer wurden bis in eine Höhe von 7 m saniert und mit einem Korrosions- und Brandschutz versehen. Zur Sicherung der Stabilität der beiden Hallen wurden die Schrägzuganker der Nordhalle im Bereich der Fußpunkte mit einer Stützkonstruktion gesichert.
  • Die 1.400 qm große Nordfassade des Bahnhofs wurde neu verglast und Lamellen mit Brandschutz- und Belüftungsfunktionen angebracht. Das Entwässerungssystem zur Ableitung des Regenwassers von den 20.000 qm großen Hallendächern wurde erneuert.  
  • Die Beleuchtungs- und Lautsprecheranlagen auf den Bahnsteigen wurden ersetzt.

Baumaßnahmen des 2. Bauabschnitts ab 2020

Seit Oktober 2020 werden die beiden Hallendächer mit den neuesten bau- und sicherheitstechnischen Standards mit Arbeit im Zweischichtsystem an 6 Tagen (12 h/d) erneuert:

  • Grundinstandsetzung der - noch in einem sehr guten Zustand befindlichen - Hauptbinder (Sandstrahlen und neuer Korrosionsschutz)
  • Erneuerung der Zugbänder inkl. der vertikalen Zugbandhänger
  • Erneuerung der Stahlpfetten
  • 11.200 qm neue Dacheindeckung aus Trapezblechen mit einer Aluminiumdachhaut
  • 8.300 qm neue Verbundsicherheitsverglasung der Oberlichter inkl. der kompletten Dachentwässerung
  • Einbau einer neuen Lüftungsanlage, die mit Verzicht auf Automatik die natürliche permanente strömungstechnische Kaminwirkung nutzt
  • Erneuerung der Giebelfassaden (Hallenschürzen)
  • Neubau der inneren und äußeren Befahranlagen zur Wartung der Hallendächer (Umstellung auf Akkubetrieb)
  • Korrosionsschutz und Blitzschutz sowie
  • Rückbau der alten Dachkonstruktion.

Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Besonders beeindruckend waren die Darlegungen von Christian Reder zum deutlichen Unterschied zwischen Theorie und Praxis bei der Erneuerung von 100 Jahre alten Bahnhofshallen.

Für einen sicheren und wirtschaftlichen Projekterfolg bestand und besteht eine besondere technische und organisatorische Herausforderung darin, dass die Bauarbeiten „unter dem rollenden Rad“ stattfinden müssen, d.h. bei laufendem Eisenbahnbetrieb. Damit steht die Baubetriebsplanung, die die Sperrpausentaktung mit den Auswirkungen auf die Kunden und die Wirtschaftlichkeit größtmöglich minimieren will, in einer direkten Abhängigkeit zu den Anforderungen an eine sichere Bautechnologie.

Die erste Anforderung bestand darin, bei begrenzten Platzverhältnissen im Dach die eigentlichen Sanierungsarbeiten vom Eisenbahnverkehr zu entkoppeln. Eine weitere Anforderung ergab sich aus dem Alter und dem Zustand der Bausubstanz. Eine exakte Umsetzung der Planung in das Baugeschehen war nicht möglich. Bei überraschend gutem Zustand des Stahls der Hallenbinder boten - trotz gründlicher Erkundung und Planung - gleichwohl die vorgefundenen Ist-Zustände u.a. des Baugrundes, des Mauerwerks, der Zugbinder usw., immer wieder Überraschungen im Sinne des Gesetzes von Murphy („Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“).

Insbesondere der Zustand der alten Zugbänder war problematisch (Bild 2). Bei gewölbten Dachkonstruktionen, wie beim Ostbahnhof, nehmen stählerne horizontale Zugbänder zwischen den Bogenauflagern die horizontalen Zugkräfte auf, die bei einer vertikalen Belastung entstehen. Sie müssen die Standsicherheit der gesamten Konstruktion gewährleisten. Nach umfassender Prüfung müssen die alten Zugbänder samt vertikaler Zugbandhänger erneuert werden. 

Besondere Rolle des Projektteams

Diese komplexen ingenieurtechnischen Herausforderungen können nur mit einem exzellenten, sich auf Kompetenz, Mut und Vertrauen stützenden Projektteam aller Projektbeteiligten beherrscht werden. Nur dann gelingt die optimale Anpassung der Planung während des Bauens mit dem notwendigen Entwickeln von innovativen Lösungen ("dynamisches Planen und Bauen").

Für den Projekterfolg bedeutende Beispiele sind:

  • Zur Gewährleistung der sicheren Zu- und Ablieferung der benötigten Baumaterialien wurde eine Brückenkonstruktion als Schutzbrücke mit integriertem Hebezeugentwickelt.   
  • Für die Sicherheit des laufenden Eisenbahnbetriebs und der Reisenden wurde eine Schutz- und Arbeitsplattform entwickelt, mit der ein sicheres Arbeiten am Hallentragwerk oberhalb dieser Plattform ermöglicht wird.
  • Zur Gewährleistung der sicheren Bauzustände zu jedem Zeitpunkt wurde ein entsprechendes Monitoring entwickelt.

Schutzbrücke mit integriertem Hebezeug mit dreifacher Sicherheit

Um die Bauarbeiten vom Eisenbahnbetrieb auf den Gleisen und Bahnsteigen während der Bauzeit zu entkoppeln, wurde eine „Schutzbrücke mit integriertem Hebezeug“ als Portalkran errichtet. Die ursprüngliche Lösung der Aufstellung von 4 Turmkränen wurde wegen der damit verbundenen hohen Gefährdungen und der beengten Platzverhältnisse im Baufeld verworfen.
Die gewählte Lösung einer Schutzbrücke, die sich in Ost-West-Richtung über die gesamte Bahnhofslänge bewegen lässt, erfüllt die Sicherheitsvorgaben und gewährleistet die sichere Materialver- und -entsorgung über die gesamte Dachfläche beider Gleishallen (Bild 3).
Die Schutzbrücke ist ein Halbrahmen als statisch bestimmtes Tragwerk, dessen Festlager sich in der Hallenmitte und die Pendelstütze auf der Nordseite befindet.

Die in einer Höhe von über 40 m über dem nördlichen Hallendach platzierte Schutzbrücke besteht aus

  • einem Halbrahmen als eigentliche Brücke sowie dem südlichen und nördlichen Kragarm (mit 122 m Gesamtlänge)
  • dem „Katzkorb“ (als Lastsicherungskorb) mit dem integrierten Haupthubwerk und mitgeführter durchschlagssicherer Schutzebene
  • dem Sicherheitshubwerk
  • der Fahrerkabine sowie
  • den Kranschienen in der Hallenmitte und auf der Nordseite.

Die 100 t schwere Brückenkonstruktion kann über die gesamte Länge der beiden Hallendächer mit einer max. Geschwindigkeit von 20 m/min. hin- und hergefahren werden, womit die horizontalen Transportwege deutlich reduziert werden konnten.
Der Lastsicherungskorb wurde u.a. für den Transport der Glaselemente für die Dacharbeiten konstruiert (Bild 4). Der 8,5 m hohe Korb ist mit speziellen durchschlagssicheren Klappen ausgestattet, die auch bei einem Ausfall des Hubwerks ein Herunterfallen der angeschlagenen Last (max. an jeder Stelle des Transportweges aufnehmbare Hakenlast 1.6 t) verhindern.
Das Mitführen einer durchschlagssicheren Schutzebene unter der Kranlast bei jedem Horizontaltransportvorgang über Gleise und Bahnsteige ist durch eine elektronische Verriegelung sichergestellt. Zusätzlich fungiert für den Horizontal- und Vertikaltransportvorgang eine zentrisch über der Last angeordnete Winde als kranhakenunabhängige Absturzsicherung. Als weitere Sicherheit wird das Transportgut über zwei äußere Hubwinden mit Drehgestell geführt, wobei die Doppelwinden statisch jeweils um 100 % überdimensioniert sind. Grundsätzlich ist jedes Transportgut dreifach gesichert angeschlagen.

Aufgrund der Integration der Schutzebene der Schutzbrücke (seit Mai 2022 in Betrieb) mit der Schutzebene der „Schutz- und Arbeitsplattform“ konnte der Sperrpausenbedarf wesentlich reduziert werden, was zu einer Verkürzung der Bauzeit um annähern die Hälfte zur ursprünglich unterstellten Bauzeit führt.  

Schutz- und Arbeitsplattform

Damit die Bauarbeiten in beiden Gleishallen unter laufendem Eisenbahnbetrieb - mit nur wenigen Einschränkungen - erfolgen können, wurden über Panzerrollen verfahrbare bzw. verschiebbare Gerüstkonstruktionen für die Schutz- und Arbeitsplattformen errichtet. Sie gewährleisten die Sicherheit der Reisenden und ermöglichen ein sicheres Arbeiten am Hallentragwerk oberhalb der Plattformen. Auf den Schutz- und Arbeitsplattformen finden seit Juli 2022 umfangreiche Strahl- und Korrosionsarbeiten an den Bogenbindern statt. Insgesamt werden je Halle 29 Bogenbinder mit 10.000 qm in der Südhalle und 13.300 qm in der Nordhalle bearbeitet.

Zum Schutz der Reisenden und der Umwelt wird jeder Bogenbinder in einem separaten abgeschlossenen Bereich eingehaust und sandgestrahlt (Bild 5). Zum Gesundheitsschutz werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie vollkommen dichter Schutzanzug, Schutzhaube mit integriertem Atemschutz und Handschuhen ausgestattet. Nach Abschluss der Strahlarbeiten wird die Einhausung über den Lastsicherungskorb der Schutzbrücke zum nächsten Bogenbinder transportiert.

Monitoringsystem

Um die Sicherheit von Planen, Bauen und Betreiben zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort zu gewährleisten werden Veränderungen am Tragwerk über ein Monitoring-System überwacht. Sensoren zeigen die Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Regen und Schneelast sowie Bewegungen des Tragwerkes an den an den Stützenfüssen. Die Überwachung erfolgt in Echtzeit alle 15 Sekunden. Damit können sofort präzise Maßnahmen und Anpassungen veranlasst werden.

Fazit

Mit der Führung wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein tiefer Einblick in die Gewährleistung von Wirtschaftlichkeit und Sicherheit von Planen, Bauen und Betrieb dieses komplexen Bauvorhabens ermöglicht.

Um die Projektziele erfolgreich umsetzen zu können, ist eine exzellente Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, wie DB Station & Service AG und DB Netz AG als Bauherren, DB Engineering & Consulting GmbH als konzerninterner Projektrealisierer, die ausführenden Baufirmen einschl. Nachunternehmern, das Eisenbahnbundesamt (EBA) Außenstelle Berlin als Genehmigungsbehörde sowie zahlreicher weiterer interner und externer Stakeholder, zwingend erforderlich.  Das unter den gegebenen Randbedingungen zu bewerkstelligen ist die wichtigste Managementaufgabe, die das Projektteam zusammen mit dem Bauherrn unter Führung des Leiters des Realisierungsmanagements Christian Reder nach übereinstimmendem Eindruck aller Teilnehmenden erfolgreich meistert.

Die beeindruckende Führung hat das Bild über die Anforderungen an die und Leistungen der Ingenieurinnen und Ingenieure der Deutschen Bahn AG positiv beeinflusst. Für die weiteren verantwortungsvollen Aufgaben wünschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Christian Reder und dem ganzen Projektteam weiterhin vollen Erfolg und Fortune.

Christiane Schnepel
Wolfgang Feldwisch

Bundesnachrichtendienst (BND) ganz nah

Bericht über den Besuch des AK Besichtigungen

„Willst du mit uns die WELT retten? Neugierig geworden? Dann bewirb dich bei uns unter karriere.bnd.de.“, dieser Werbespruch zur Personalgewinnung auf einer Postkarte, entlockte uns gleich ein Lächeln.

Wie komme ich zum BND war auch eine Frage, die an die Referentin des BND herangetragen wurde. Sie informierte über die Standortentwicklung von Berlin und Pullach, über die Aufgaben des BND, die Fragestellung, warum es überhaupt einen Auslandsnachrichtendienst gibt, womit er sich beschäftigt, dessen Abgrenzung zu anderen Nachrichtendiensten und wie er kontrolliert wird und vieles mehr.

Hauptthemen des BND sind aktuell u.a. die Cybersicherheit, der internationale Terrorismus, die Proliferation (von Massenvernichtungsmitteln wie Atomwaffen), die geopolitischen Entwicklungen und die organisierte Kriminalität. Themen, die in den Nachrichten derzeit auch sehr präsent sind.

Gefühlt stellten die Anwesenden insgesamt etwa 100 Fragen an die Referentin. Diese reichten von den Einstellungsvoraussetzungen, der Vorgehensweise bzgl. des Personals bei der Wiedervereinigung, über die Nachrichtenverwertung bis zur elektronischen Archivierung.

Dieser intensive Austausch mit dem Publikum, rd. 60 Personen, machte die Veranstaltung sehr lebendig. Diese Dynamik setzte sich beim Besuch der Ausstellung im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss fort, bei dem die Referentin weiterhin eine gesuchte Gesprächspartnerin war.

Die interaktiven Stationen zu speziellen Themen ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern u.a. die historische Entwicklung des BND nachzuvollziehen, museale technische Geräte der Nachrichtenermittlung und des Transports zu bewundern, exemplarische Fälle zu lösen, wie z.B. zu Aktivitäten spezieller Unternehmen bei den wichtigen Rohstoffen Seltene Erden. Wir haben einen Einblick in die Arbeitsweise und in die Beschaffungsarten von Erkenntnissen erhalten. Dies sind sehr komplexe Vorgänge, innerhalb derer täglich tausende Informationen zu verarbeiten sind.

Die in der Ausstellung vorhandenen über 100 Exponate, dazu zählt eine Chiffrierscheibe, Kameras in Handtaschen, ein Fach im Schuhabsatz für Filme, das kennen wir aus James Bond Filmen, und viele mehr, erzählen spannende Geschichten und regen die Fantasie des Besuchers an.

Derzeit können nur angemeldete Gruppen das Besucherzentrum aufsuchen, aber nach Abschluss der aktuellen Baumaßnahmen sollen auch einzelne Personen – ohne Voranmeldung – die Möglichkeit haben, vorbeizuschauen. Ein Besuch ist zu empfehlen.

AK Besichtigungen
Dr. Margaretha Neudecker
Stellvertretende AK-Leiterin

Der VDI Arbeitskreis Besichtigungen zu Gast im Rathgen

Der Direktor des Forschungslabors Herr Dr. Stefan Simon begrüßte die Teilnehmer in einem Raum voller Wissenschaft – Bücher bis an die Decke. Er gab uns einen kurzen Überblick über die Aufgaben seines Labors. Der stellvertretende Leiter Herr Dr. Stefan Röhrs übernahm danach die Gruppe und führte sie durch die Labore.

Das Labor wurde am 1.April 1888 von dem damals 28-jährigen Prof. Dr. Friedrich Rathgen als „Chemisches Laboratorium der Königlichen Museen“ gegründet. Das Institut arbeitet im Sinne der naturwissenschaftlichen Kulturerbeforschung und bemüht sich um die Erhaltung des Kulturerbes auf allen Gebieten. Inzwischen ist es weltweit anerkannt und arbeitet in vielen internationalen Gremien der Erforschung und Erhaltung des Weltkulturerbes mit.

Das geht von ganz scheinbar nebensächlichen Aufgaben, wie die Prüfung der Eignung und Waschung von Putztüchern für die optimale Reinigung von Kunstobjekten, bis zu sehr umfangreichen Themen, wie der Energie-Einsparung bei der Klimatisierung von Museen. Mit diesem Fokus wird untersucht, welche Art der Kunstobjekte wieviel Klimatisierung benötigen, damit sie keinen Schaden nehmen.
Ein weiteres umfangreiches Projekt ist die Untersuchung, Licht für lichtempfindliche Objekte, wie z.B. Zeichnungen oder Aquarelle, zu optimieren und Schaden zu reduzieren. Generell gesagt, wieviel Licht verträgt welches Werk ohne Schaden zu nehmen. In diesem Zusammenhang werden auch die unterschiedlichsten Leuchten für die Ausstellungsräume und Vitrinen untersucht. Z.B. wird für die Messung der Lichtempfindlichkeit von Werken auf Papier eine besondere Leuchte verwendet, deren Lampe eine sehr hohe Beleuchtungsstärke hat. Bei unserem Besuch hatte diese Lampe eine Beleuchtungsstärke von 9 Millionen Lux. Eine Farbveränderung des Objekts deutet auf lichtempfindliches Material.

An einem anderen Arbeitsplatz wurde untersucht, aus welchen Materialien die Oberfläche eines antiken Humpens besteht, um daraus Rückschlüsse auf die Fertigungsstätte und Entstehungszeit ziehen zu können. Die Mitarbeiterin konnte aufgrund ihrer 30-jährigen Erfahrung bereits an den Spektrallinien des Spektrogramms erkennen, um welche Materialien es sich handeln könnte. Ihr stehen auch entsprechende Referenzwerte zur Verfügung.
An einem weiteren Arbeitsplatz wurden mit Hilfe eines Elektronenmikroskops alte Goldmünzen aus der Zeit des König Krösus (590 v.Chr.) untersucht. Auch in diesem Fall erhofft man sich Erkenntnisse über den oder die Orte der Prägestätten und die Herkunft des Goldes.

Besonders spannend sind die Untersuchungen, auch in Zusammenarbeit mit den Landeskriminalämtern, über Kunstobjekte, die gestohlen wurden und wiederauftauchten. So tauchten im Jahr 2018 die 1979 im Schlossmuseum in Gotha gestohlenen fünf Gemälde auf. Diese wurden durch das Rathgen-Forschungslabor auf Authentizität geprüft.

Es waren unheimlich spannende zwei Stunden. Wir bedanken uns bei den Herren Dr. Simon und Dr. Röhrs und den anderen Mitarbeitern, die sehr geduldig unseren vielen Fragen beantwortet haben.
Aufgrund der vielen Interessenten, die bei dem Besuch nicht berücksichtigt werden konnten, wird sich der AK Besichtigungen um eine Wiederholung des Besuchs des Rathgen Forschunglabors bemühen.

Arbeitskreis Besichtigungen
Dipl.-Ing. Horst Marczinske

Bericht aus dem AK Besichtigungen

In den Genuss einer zweistündigen Veranstaltung mit Vorlesung und Werksführung zum Fahrzeugbau, Schwerpunkt Motorräder, kamen rd. 30 Ingenieur:innen und Studierende des Studienganges Fahrzeugtechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Fachlich begleitet wurde die Führung durch BMW-Mitarbeiter sowie Prof. Dr. Friedemann und Prof. Dr. Stedtnitz von der HTW.

Der Produktionsstandort Spandau, auf einer Fläche von 220.000 m², umfasst die Bereiche Mechanische Fertigung, Motorenmontage, Schweißerei, Lackiererei, Fahrzeugmontage, Qualitätsmanagement, Bremsscheiben und Logistik. Besichtigt wurden die Produktionslinie der Motorenmontage, ein Prüfstand für Motoren, die Motorradendmontage, die Verpackungsabteilung sowie das Hochregallager. Bezüglich des Antriebskonzepts fand die Führung im traditionellen Bereich der Verbrennungsmotoren statt, der Bereich des elektromotorischen Antriebs ist für die Öffentlichkeit momentan nicht zugänglich.

Ein Motorrad besteht aus rd. 2000 Teilen und Komponenten. Um Ausfälle zu vermeiden, werden während des gesamten Fertigungsprozesses Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt. Besonders kritisch ist der Zusammenbau des Motors. Hier werden hohe Anforderungen an die zulässigen Toleranzen der Bauteile gestellt sowie an die Vermeidung von Verunreinigungen beim Zusammenbau des Motors. Diese können zum Ausfall des Motors im Prüfstand führen bzw. die Lebensdauer eines Motors verringern.
Am Ende der Fertigung erfolgt eine Überprüfung von ca. 1000 Parametern. Nur wenn diese die Vorgaben erfüllen, geht das Motorrad in den Verkauf.
Alle Daten der Fertigung und Abnahme, die Anzugsmomente und Einstellwerte sowie die auftragsbezogenen Daten, all diese werden automatisch erfasst und archiviert.

Ein hochmodernes Hochregallager bildet den Kern des Logistikzentrums. Einerseits werden Bauteile von rd. 800 Zuliefern vollautomatisiert eingelagert, andererseits Bauteile und Komponenten herausgenommen und zielgenau in den Produktionsprozess eingeschleust. In einem Prozess, in dem auch Umwelt- sowie Arbeitsschutz einen hohen Stellenwert haben.

Im September 1969 lief am Juliusturm das erste Motorrad vom Band. Seitdem haben sich die Kapazitäten am Standort verfünfzigfacht. Die Einführung des Zweizylinder-Boxermotors 1993 bei der BMW R 1100 RS ist ein wichtiger Meilenstein bei der Fortentwicklung der BMW-Motorräder. Die Vorteile sind eine flache Bauart, ein niedriger Schwerpunkt und ausgeglichene Massenkräfte. In Deutschland ist BMW mit 23000 Neuzulassungen (2022) die Nummer 1. Sehr wichtig für BMW ist aber auch der ausländische Markt, denn etwa 80 Prozent der Motorräder werden in über 130 Länder exportiert.

BMW produziert pro Tag bis zu 800 Zweiräder. Rd. 2000 Beschäftigte am Standort Spandau sichern den Ablauf in dem Werk. Beim Personal setzt das Unternehmen auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen. So durchlaufen 80 Jugendliche eine Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen.

AK Besichtigungen / AK Fahrzeugtechnik
Frau Dr. Neudecker / Herr Prof. Stedtnitz / Herr Prof. Friedemann

Wasserstoffgewinnung aus Klärschlamm und Besichtigung im Klärwerk Waßmannsdorf

In Zusammenarbeit mit der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Berliner Wasserbetriebe (BWB) unter Leitung von Herrn Uwe Schultze fand im Klärwerk Waßmannsdorf die Besichtigung des Klärwerks und die Präsentation der „Plasmalyse-Anlage“ der Fa. Graforce statt.

Die Herren Uwe Dünow und Kai Dame stellten in ihren Vorträgen das sogenannte Plasmalyse-Verfahren vor und erklärten energetische Vorteilen gegenüber der klassischen Wasser-Elektrolyse. Als Input in die Anlage wird das ammoniumhaltige Abwasser (Schlammwasser) aus der Kläranlage genutzt, aus dem der Wasserstoff gewonnen wird. Denkbar wären auch viele organische und anorganische Abfälle und Reststoffe, die sich auch mit der Plasmalyse behandeln ließen.

Zum Verfahren:

Das Schlammwasser der Kläranlage oder Gülle von Biogasanlagen enthält große Mengen an Stickstoff und Kohlenstoffverbindungen. Bei der Schmutzwasser-Plasmalyse werden diese sogenannten Schadstoffe, wie z.B. Ammonium (NH4), in Wasserstoff und Stickstoff aufgespalten. Mit der Graforce Membran-Technologie werden die Gase separiert und in Gasbehältern gespeichert. Anschließend kann der Wasserstoff transportiert oder direkt in der Kläranlage in Wasserstoff-BHKWs zur CO2-freien Strom- und Wärmeerzeugung verwendet werden.

Nur etwa 20 kWh reichen aus, um mit Plasmalyse 1kg Wasserstoff zu produzieren. Dem gegenüber benötigt die klassische Elektrolyse 50 kWh. Übrig bleibt sauberes Wasser, das eingeleitet oder weiter genutzt werden kann. Wenn der benötigte Strom auch aus erneuerbarer Energie gewonnen wird, entsteht hier grüner Wasserstoff.

Weitere Anwendungen der Plasmalyse mit großen Potential wurden im Vortrag vorgestellt:
Bei der Methan-Plasmalyse wird Erdgas oder Biogas (CH4) unter sehr geringem Energieaufwand in Wasserstoff und festen Kohlenstoff aufgespaltet – ohne dass dabei CO2 freigesetzt wird. Dabei entstehen aus 4 Kilogramm Methan 1 Kilogramm Wasserstoff und 3 Kilogramm fester Kohlenstoff. Fackel- und Deponiegas, LNG, LPG oder Erdgas sollte nicht mehr verbrannt werden, sondern in Wasserstoff und festen Kohlenstoff umgewandelt werden.

In modularen Plasmalyse-Anlagen von Graforce spaltet ein hochfrequentes Plasmafeld, das aus erneuerbarem Strom erzeugt wird, Kohlenwasserstoffe wie Methan in ihre molekularen Bestandteile auf: Wasserstoff und festen Kohlenstoff. Hochreiner Kohlenstoff ist ein wertvoller Rohstoff für verschiedene industrielle Anwendungen (Stahl, Beton, Asphalt oder Bodenverbesserung). Da das CO2 langfristig in Produkten gebunden wird, ist diese Technologie auch die erste marktreife Alternative zu Carbon Capture Storage (CCS).

Folien des Vortrags

Im Anschluss der Vorträge erfolgte eine fast zweistündige Besichtigung der Kläranlage Waßmannsdorf. Hier wird das Abwasser für ca. 1,6 Mio. Einwohner und mit einer Kapazität von ca. 300.000 m3/d gereinigt. Herrn Schultz sei an dieser Stelle für seine interessanten Erläuterungen gedankt.
 

Uwe Rechentin
Stellv. AK-Leiter

Besichtigung des ICE Werks Rummelsburg der Deutschen Bahn AG

Bericht zur Veranstaltung

Der Berliner VDI-Arbeitskreis Besichtigungen bot am 09. März 2023 bei rauem Winterwetter 15 Teilnehmenden die Möglichkeit einer exklusiven Führung im ICE Werk Rummelsburg der Deutschen Bahn AG in Berlin.
Auf einer Betriebsfläche von ca. 625.000 m² werden in 4 Werkshallen mit insgesamt zehn Behandlungsgleisen durch mehr als 800 Mitarbeitende täglich 75 Züge aller ICE-Baureihen bereitgestellt sowie 24 ICE-Züge gewartet und instandgehalten.
Nachdem bei einem ersten Besuch im Dezember 2022 die technische und betriebliche Organisation im Vordergrund stand, konnte nunmehr - wiederum unter der versierten Führung von Andreas Pfeiffer, einem langjährigen führenden Mitarbeiter und exzellentem Kenner des ICE Werkes - ein ICE 4 der neuesten Generation direkt vor Ort besichtigt werden. Beim Gang unter dem Zug wurden die Funktionsweisen der Drehgestelle (die Lagerung der Radsätze in einem gegenüber dem Wagenkasten drehbaren Rahmen) und der Bremsen (Motor-, Scheiben- und Magnetschienenbremse) erläutert.

Der Triebfahrzeugführerstand wurde besichtigt und die wichtigsten Sicherheitseinrichtungen vorgestellt (mit denen eine Ein-Personen-Führung von Triebfahrzeugen ermöglicht wird), wie

- die Induktive Zugsicherung (Indusi) als zeitabhängige Geschwindigkeitsüberwachung,
- die Sicherheitsfahrschaltung (Sifa), die einen Zug bei einem während der Fahrt handlungsunfähigen Triebfahrzeugpersonal per Zwangsbremsung zum Stehen bringt,
- die linienförmige Zugbeeinflussung (LZB), die durch ständigen Informationsaustausch zwischen Strecken- und Fahrzeugeinrichtung (u.a. Fahraufträge, Höchstgeschwindigkeiten und verbleibende Bremswege) das Fahrverhalten der Züge überwacht und durch Eingriffe in die Fahrzeugsteuerung beeinflusst,
- das European Train Control System (ETCS), das als europäisches Zugbeeinflussungssystem funkbasiert (meist GSM-R) u.a. die zulässige Höchstgeschwindigkeit und die Eignung eines Zuges für die Strecke überwacht (seit 2002 für neue transeuropäische Hochgeschwindigkeitsstrecken durch EU-Recht vorgeschrieben, seit 2006 auch für Ausbaustrecken).

Anschließend konnte als zwingende regelmäßige Sicherheitsmaßnahme eine Ultraschallmessung der Achsen und Räder mit einer Radsatzdiagnoseanlage im Detail verfolgt werden. Zudem wurde die beeindruckende Funktionsweise einer Unterflurradsatzdrehbank für die Räder des ICE erläutert. Besonders bemerkenswert waren die engagierten Vorträge der Mitarbeitenden vor Ort über ihre jeweiligen Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte (Lokführer, Mechatroniker, Schlosser, Ingenieure). Dabei wurden alle Fragen durchweg kompetent beantwortet und die Herausforderungen z.B. aus Arbeitsbelastungen durch 24/7-Präsenz und der dauerhaften Beherrschung hochkomplexer Sicherheitsstandards offen angesprochen.

Die Besichtigung wurde durch ein angenehmes Mittagessen im Casino des Werkes abgeschlossen.
Im Fazit konnten die Teilnehmenden feststellen, dass die Einhaltung der höchsten technischen Standards der ICE´s - nämlich bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h (83 m/sec.) mit einer Masse von 500 Tonnen an jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt im Verbund mit den Fahrweganlagen sicher zu sein - durch das kompetente und motivierte Personal der Deutschen Bahn AG gewährleistet wird.

Wolfgang Feldwisch
AK Besichtigungen

Besichtigung eines Berliner Schienenfahrzeugherstellers

Die für die Besichtigung bei Stadler geplante Zeit wurde bei weitem überschritten, so interessant waren die Einführung in das Thema und der anschließende Rundgang durch die beiden neuen großen Werkhallen.

Unsere Besuchergruppe wurde vor der Führung über das Unternehmen und dessen Entwicklungsgeschichte informiert. Auch die Antriebssysteme der Stadler Züge wurden vorgestellt. Es werden in Deutschland grundsätzlich nur elektrische Antriebe eingesetzt. Dabei überwiegt die Anzahl der Züge mit Stromabnehmern. Allerdings baut Stadler auch Züge mit integriertem Batterie-Antrieb sowie mit Brennstoffzellen. Beachtlich - durch einen Fahrstreckenrekord haben sie es in das Guinness Buch der Rekorde geschafft. Normalerweise werden solche Batterieantriebe auf Strecken bis 100 km nicht-elektrifizierter Strecke eingesetzt. Den Rekord erzielte Stadler mit 224 km Reichweite -  und das in der Winterzeit.

Das Werk in Berlin-Pankow ist ein reines Montagewerk und bekommt die zu montierenden Teile aus anderen Stadler-Werken und von Zulieferern. Stadler fertigt seine Komponenten überwiegend in Europa, sodass es im Gegensatz zu anderen Firmen in den Anfangszeiten der Pandemie kaum Probleme mit den Lieferketten gab. Die Anlieferung der Wagenkästen muss allerdings per Tieflader erfolgen, weil viele Eisenbahnstrecken es vom Profil her nicht zulassen, einen Bahnwagen zu transportieren. Nach der Montage erfolgt dann der Abtransport in das Werk Velten zur Inbetriebnahme auf der Schiene. Von hier werden die fertigen Züge an die Kunden ausgeliefert.

Aktuell werden am Standort Berlin u.a. Züge für die Berliner S-Bahn und die Testfahrzeuge der neuen Berliner U-Bahn-Baureihe JJK montiert. Diese sahen wir auch in der Werkstatt in zwei Reihen paralleler Ausrichtung. So kann die Fertigung als Fließfertigung erfolgen. Der Wechsel der Montageplätze findet in einem festgelegten Rhythmus statt.

Obwohl die zentrale Forschungs- und Entwicklungsabteilung nicht in Berlin angesiedelt ist, werden doch mehr als 200 Ingenieure und Ingenieurinnen am Standort Pankow beschäftigt, weil in der Regel vielfältige Kundenspezifikationswünsche in die vorhandenen Grundkonstruktionen eingearbeitet werden müssen. Das geschieht hier vor Ort. Ein Beispiel ist die S-Bahn Berlin. Es gibt für die Gleisanlagen der Stadt keine kompletten Unterlagen über Tunnel- und Kurvenprofile. Stadler hat mit dem Kunden entsprechende Untersuchungen vorgenommen und diese bei der endgültigen Ausführung der S-Bahn zugrunde gelegt. Derartige Arbeiten werden im Pankower Werk erledigt.

Es war eine sehr interessante, spannende und lehrreiche Besichtigung. Alle Fragen, und davon gab es viele, wurden ausführlich beantwortet. Vielen Dank dafür an die Stadler-Mitarbeiter. Eine Wiederholung wird für das nächste Jahr angestrebt.

Horst Marczinske (Mitglied des Orga-Teams)

Die Kunst des Gießens von Kunst

VA-Bericht des AK Besichtigungen

Es war mucksmäuschenstill in der Halle der Kunstgießerei Altglienicke am 21. Februar 2023. 20 Personen der VDI Besuchergruppe schauten wie erstarrt auf die flüssige glühend heiße Masse Silizium-Bronze, die zwei Gießer (gekleidet wie Außerirdische mit Feuerschutzkleidung) in die bereitstehenden Formen gossen.
Bis es aber soweit ist, dass eine Skulptur gegossen werden kann, sind eine ganze Reihe von Arbeitsschritten notwendig. Diese erklärte uns die Eigentümerin und Geschäftsführerin Frau Anke Schirlitz sehr anschaulich, engagiert und ausführlich an Hand der in der Werkstatt vorhandenen Modelle.

Ausgehend vom Modell des Auftraggebers, dass aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein kann, wird eine Silikonform gegossen, die mit Gips umkleidet wird. Als nächster Arbeitsschritt folgt die Erstellung des Kerns aus Schamott für die Figur. Und danach wird die Positiv-Wachsform gegossen, deren Wanddicke je nach Größe der Skulptur unterschiedlich dick ist (Mindestwanddicke 3mm). Dann folgt ein ganz wichtigerer Arbeitsschritt, das Anbringen der Kanäle durch die die flüssige Bronze in die Form fließen kann. Hierzu gehört - wie so oft - sehr viel Feingefühl und Erfahrung. Anschließend wird das Wachsmodel mit Schamott umhüllt und in einem Ofen bei ca.550 °C über 7 Tage gebrannt. Wesentlich für das Gelingen ist die langsame und sorgfältige Temperaturerhöhung. Bei diesem Vorgang schmilzt das Wachs aus, sodass die gewünschten Hohlräume für die Skulptur und die Gießkanäle entstehen. Die Form ist für den Guss fertig. Der Gießprozess erfolgt in dieser beindruckenden Stille unsererseits.

Die Silizium Bronze enthält ca. 2% Silizium und ist speziell für das Gießen von Kunstwerken entwickelt worden, die oftmals kleine und kleinste Konturen haben. Nach dem Gießen sind das Putzen der Oberfläche, die Entfernung der Angüsse und des Kerns und das Ziselieren die nächsten Arbeitsschritte. Teilweise müssen bei großen Figuren Einzelteile zusammengeschweißt werden. Abschließend werden die Stücke noch patiniert.
Nach allen wesentlichen Arbeitsschritten wird überprüft, ob das Modell auch richtig wiedergegeben wird. Ungefähr 8 Wochen dauert der Prozess vom Modelannahme bis zur abschließenden Bearbeitung der fertigen Skulptur.

Dieser kleine Betrieb, der Großes schafft, hat uns als VDI Arbeitskreis Besichtigung sehr aufgeschlossen in die hohe Kunst des Gießens von Kunstwerken eingeführt.  Mit Hochachtung und geschultem Blick werden wir in Zukunft Bronzefiguren auch nach Schweißnähten erforschen.

Horst Marczinske, VDI-Arbeitskreis Besichtigung

Besichtigung eines Spezialwerkzeugbauers in Berlin

Am 9. Februar 2023 bestand für den Arbeitskreis Besichtigungen die Möglichkeit, in Kreuzberg das Unternehmen Geisler & Schambach GmbH kennenzulernen. Dieses kleine Industrieunternehmen ist 2022 durch den Zusammenschluss der Gebrüder Geisler GmbH und der Artur Schambach GmbH entstanden.

Die Gebrüder Geisler gründeten 1923 ihr Unternehmen und produzierten zu Beginn insbesondere technische Federn. Später kamen Stromschienen und Stanzgitter für Anwendungen in elektrischen Baugruppen für zahlreiche Kunden aus der deutschen Elektro-Industrie.
Das Unternehmen Artur Schambach ist seit über 80 Jahren auf die Fertigung von Hochpräzisionsteilen, Spezialwerkzeugen und Vorrichtungen aller Art, insbesondere Prüfvorrichtung, Einstellmeister sowie Lehren spezialisiert.  Die besondere technische Meisterschaft des Unternehmens liegt in der Erfüllung µm-genauer Anfertigung in eigenen Werkzeugbau, sowohl bei den Einzelwerkzeugen und sonstigen Präzisionsteilen für den Markt als auch für die Folgeverbundwerkzeuge für den Einsatz in der eigenen Stanzerei. Je Stanzwerkzeug sind bis zu 100.000.000 Hube möglich.

Die Kunden sind in der Regel Großunternehmen zum Beispiel der Automobilelektronik aber auch Medizinwesen. So wurden uns Präzisionsbauteile für Herzschrittmacher in der Fertigung demonstriert. Heute sind in diesem Betrieb über 60 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter sind hochspezialisierte Werkzeugmechaniker besonders hervorzuheben, da alle Werkzeuge für die Stanzteile der Kleinserienfertigung und Großserien selbst entwickelt, konstruiert und gefertigt werden. Auf den Schnellläufer-Pressen der Marke Bruderer werden 200 bis 400 Teil dieser Werkzeuge je Minute ausgeworfen. Qualitätssicherung ist in diesem Prozess wesentlicher Bestandteil aller Arbeitsschritte bis hin zum Meßprotokoll für den Kunden.

Der VDI Arbeitskreis Besichtigungen wurde durch den Gesellschafter und Geschäftsführer Herrn Dr. Henning von der Osten begrüßt und mit sehr qualifizierter Expertise durch das Unternehmen geführt. Unseren vielen Fragen stand er mit hoher Kompetenz Rede und Antwort. Dabei kamen auch  wirtschaftliche Themen zur Sprache. Die Krisen von Corona bis Dieselknappheit als auch Probleme des Fachpersonalangebotes wurden diskutiert. Besonders geschätzt wurde sowohl durch den Teilnahmekreis als auch durch Herrn von der Osten die Möglichkeit der Vernetzung zwischen den verschiedenen Fachrichtungen und Aufgabengebieten im Rahmen des VDI.

Wir danken Herrn DR. von der Osten für dieses besondere Event in unserer Veranstaltungsreihe des Arbeitskreises Besichtigungen.

 

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel
Leiterin AK Besichtigung

 

Führung durch die rbb-Gebäude in Berlin

Der Berliner VDI-Arbeitskreis Besichtigungen lud seine Mitglieder zu einer Besucherführung beim rbb ein. Die Führung am 19. Januar 2023 war die erste Veranstaltung unseres Arbeitskreises im Jahr 2023, bei der für maximal 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Teilnahmemöglichkeit bestand. Auf der Agenda standen das Fernsehzentrum des rbb, welches von 1965 bis 1970 auf Basis des Entwurfes des Architekten Robert Tepez im Auftrag des damaligen Senders Freies Berlin (SFB) errichtet wurde. Wir wurden durch zwei studentische Mitarbeiter:innen des rbb in das Multifunktionsstudio geführt. 174 große Scheinwerfer hingen über uns, die bei Fernsehaufnahmen die Moderatoren und Gäste so beleuchten, dass keine störenden Schatten entstehen. Nachteilig wirkt dabei die erhebliche Wärmeentwicklung der Scheinwerfer, weshalb alle im Scheinwerferlicht stehenden Personen vor der Sendung in der sogenannten Maske mit besonderem Makeup geschminkt werden. Der Besuch in Studio E, wo die tägliche Nachrichtensendung „Abendschau“ produziert wird, war an diesem Tag leider nicht möglich.

Der zweite Schwerpunkt der Führung war der Besuch des Rundfunkhauses, ein Gebäude von besonderem historischen Wert: 1929 bis 1931 wurde das „Haus des Deutschen Rundfunks“ nach Plänen des Architekten Hans Pölzig errichtet und verkörperte damals in seiner Konstruktion technischen Welthöchststand. Auch zur wechselvollen Geschichte des Hauses wurde informiert.
Seit dem Jahr 2003 ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hier ansässig – entstanden aus der Fusion des SFB und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), der den zweiten Studio- und Senderstandort in Potsdam-Babelsberg einbrachte. Dort wird weiterhin z.B. Antenne Brandenburg und radioeins produziert. Hier an der Masurenallee entstehen u.a. die Hörfunkprogramme rbb 88.8 und rbb Kultur. Wir konnten in einem digitalen Studio drei Mitarbeitern der aktuellen Abendsendung im Rundfunk des rbb zuschauen. Das nächste Highlight unseres Rundgangs war das sogenannte Hörspielstudio – ein nahezu perfekt geräuschgedämmter Raum. Zwei Mikrofonanlagen standen zur Aufnahme bereit. Interessant waren die Utensilien, die zur Erzeugung von Geräuschen in der Hörspielerarbeitung notwendig sind: Laufen in Sand, auf Holzboden oder Steinboden, auf Teppichen und vieles mehr. Hier bekommt man Lust an einer Live-Hörspielproduktion teilzunehmen.
Abschließend bekam die Gruppe im Besucherzentrum durch informative Videos Erläuterungen zur Struktur und Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehens sowie Einblicke in den Arbeitsalltag eines rbb-Reporters und eines Moderators.

Dieses kann als Fazit unserer Besichtigungstour gezogen werden: Für uns war es ein sehr interessanter Einblick in die Geschichte der beiden Häuser und auch in die Produktionen des rbb. Das Interesse einer Teilnahme an Live-Produktionen wurde geweckt.

Christiane Schnepel
AK-Leiterin Besichtigungen

Thema: Stahl ist einer der wichtigsten Grundwerkstoffe in unserer modernen Gesellschaft. Wer das Knowhow zur Herstellung von feinen Stählen hat, der ist bei den Industrienationen vorne dabei.
EKO in Eisenhüttenstadt ist wieder einmal gefährdet durch die hohen Energiekosten in Deutschland. Deshalb ist es so wichtig mit politischen Rahmenbedingungen das gewonnene Knowhow und den Standort zu erhalten.

Bei schönstem Wetter traf sich die VDI-Gruppe auf dem Vorplatz des DB Bahnhofs Eisenhüttenstadt von wo aus uns ein Bus durch das weitläufige Werksgelände des EKO Stahlwerks gefahren hat.
Unsere Exkursion fand tatsächlich in einer kritischen Zeit statt, zunächst hatten wir wegen Corona keinen Termin zur Besichtigung bekommen und nun ist die Stimmung wegen der Energiekrise gedrückt und die Besichtigungsmöglichkeit eingeschränkt. Die Erwartungen der Teilnehmer an die Besichtigung eines Hochofenabstichs und das Abgießen der Brammen aus dem Stahlkonverter konnte nicht erfüllt werden.

Jedoch war es tatsächlich möglich in der Warmbandwalzanlage den glühenden Stahl im laufenden Walzprozess zu sehen. Die anderen Bereiche mussten wir uns im Vortrag und auf einem Video vorstellen oder eben von außen erklären lassen. Dennoch, die drei Vortragenden gaben ihr Bestes zur Erläuterung der Anlagen und gingen auch bereitwillig auf all unsere Fragen ein.

Anfang und Entwicklung
Im Vortragssaal gab es zunächst eine Einführung in die bewegte Geschichte des EKO-Eisenhüttenkombinats Ost, die mit dem Bau in dem märkischen Heideland mit dem ersten Spatenstich am 18.August 1950 begann. Geplant war ein riesiges metallurgisches Kombinat mit 12.000 Arbeitsplätzen.

Zunächst mussten Bäume gerodet, Straßen und Bahngleise gebaut und die Unterkünfte für zahllose Bau- und Montagearbeiter errichtet werden. In nur neun Monaten schafften sie es den ersten Hochofen zu errichten. Die „Großbaustelle EKO“ war in der Tat für die DDR ein Kraftakt in jeglicher Hinsicht, in der Beschaffung der finanziellen Mittel, des Materials und der entsprechenden Fachleute.
Die Erwartungen an die erzeugte Roheisenmenge konnte anfangs nicht erfüllt werden. Aber in den Jahren bis 1954 wurden sechs Hochöfen mit den erforderlichen Nebenanlagen, dem Kraftwerk und den Anlagen zur Schlacke Verwertung gebaut. Damit ist EKO bis Mitte der 1980er Jahre der größte Roheisenerzeuger der DDR. In den 1970er Jahren kommen die Anlagen zur Oberflächenveredelung hinzu, in denen hochwertiger Flachstahl für die Konsumgüterindustrie hergestellt wurde.

Die politischen Veränderungen lösten auch bei EKO einen Umbruch aus. Das Fehlen einer Warmbandstraße machte die Kaltbandproduktion international nicht konkurrenzfähig. So erfolgte in den 1990er Jahren durch den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft ein echter Überlebenskampf. Die neu gegründete Aktiengesellschaft ist dem Wettbewerbsdruck eines übermächtigen Stahlmarktes ausgesetzt. Hinzu kommt das Wegbrechen der ostdeutschen und osteuropäischen Abnehmer der Produkte.

Nach zwei erfolglosen Privatisierungsversuchen steht EKO vor dem Aus
In spektakulären Demonstrationen in Stadt und Land schafften sich die Stahlwerker im Verein mit der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und politischen Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene Gehör zum Erhalt des Stahlstandortes. Mit Umstrukturierung und Ausgliederung und massivem Personalabbau wird ein Vertrag 1994 zwischen dem belgischen Investor Cockerill Sambre und der Treuhandgesellschaft geschlossen.
Ein hochmoderner Hochofen und eine moderne Warmbreibandanlage werden errichtet, im April 1997 erfolgt der erste Abstich im neuen Hochofen 5A. Nach Übernahme der Cockerill Sambre durch den französischen Konzern Usinor Anfang 1999 wird EKO auf die Produktion von hochwertigen Stahl für die Automobilindustrie in Osteuropa ausgerichtet.

Mit Beginn des neuen Jahrtausends ist EKO ein leistungsfähiges integriertes Hüttenwerk mit hochmodernen Anlagen. Weiter wechselnde Eigentümer verlangen aber immer wieder neue Restrukturierungsprogramme zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Mit der Bildung der Arcelor Gruppe im Jahr 2002 erhält EKO im Konzernverbund die strategische Verantwortung in Deutschland und zu den wachsenden Märkten in Osteuropa. Im Juni 2006 entsteht ArcelorMittal, der mit Abstand größte Stahlhersteller der Welt. Das Unternehmen betreibt vier große Produktionsstandorte in Deutschland. Dazu gehören zwei integrierte Flachstahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt sowie zwei Langstahlwerke in Hamburg und Duisburg.

Neue Herausforderungen
Für EKO ist aber damit die Zitterpartie noch nicht vorüber, denn die Energiepreis-explosion und die Ziele im Zusammenhang mit die Klimawende stellen den Konzern vor neue Probleme.
Für die beiden Flachstahlwerke Bremen und Eisenhüttenstadt hat ArcelorMittal ein Konzept vorgelegt, um dort noch vor 2030 rund 3,5 Mio. t Stahl klimaneutral zu produzieren und so mehr als 5 Mio. t/a CO2-Emissionen einzusparen. Dafür sollen an beiden Standorten je eine Direktreduktionsanlage für Eisenerz und ein Elektrolichtbogenofen neu gebaut werden, um jeweils einen Hochofen bereits bis 2026 abzulösen und grünen Wasserstoff einzusetzen.

Mit diesen Informationen ging es auf die Rundfahrt mit dem Bus und ins gut temperierte Warmbandwalzwerk. Beeindruckend ist allein schon die riesige Halle in der die Walzgerüste stehen und wo der automatische Walzprozess ohne ein Eingreifen einer menschlichen Hand abläuft, von der hellrot glühenden Bramme bis zum dunkel glühenden Coil des Blechs.

Am Ende verabschiedeten sich die Teilnehmer sehr beeindruckt und voller Informationen mit einem herzlichen Dank an die sehr geduldigen Führer durch das Werk und für die gute Organisation mit der Hoffnung, dass EKO auch die nächste Krise überstehen wird.

Uwe Rechentin
Stellvertretender AK-Leiter

„Aus dem Rahmen gefallen: Bienen ohne Stachel vermieten“

Bericht des AK Besichtigung über das System der Vermietung von Wildbienen

Unsere Besichtigung fand als Präsenzveranstaltung am 9. September 2022 im Industriesalon Schöneweide statt. In Berlin können Wildbienen inklusive ihrer Behausung, die kleiner als ein Schuhkarton ist, vom Februar bis September gemietet werden. Die Lieferung eines Wildbienenhauses mit 100 Wildbienenkokons im Frühjahr und dessen Abholung im Herbst organisiert der Imker Eberhard Theis über ein Logistikunternehmen. Die Idee hat der Imker Eberhard Theis entwickelt und umgesetzt. Damit ermöglicht er Familien und Kindern, die Natur hautnah und ungefährlich zu erleben: Denn Wildbienen haben keinen Stachel. Ihre Bestimmung ist das Bestäuben der Blüten im Umkreis von ca. 100 Meter. Wildbienen sind besonders wichtig für die Erhaltung der Artenvielfalt.

Herr Theis, gelernter Abwassertechniker, betreibt eine Wildbienenzucht. Er berichtete uns humorvoll und mit hohem Sachverstand über die Umsetzung seiner Idee, die mehr technisches Knowhow erforderte, als dieses Naturthema erwarten ließ. Schon die Auswahl der kleinen Röhrchen, die für seine Wildbienenart optimale Abmaße (genau neun mm Durchmesser!) und aus Pappe sein sollten, erforderte viel Kreativität und Verhandlungsgeschick, um industrieseitig die notwendige kleine Menge kostengünstig zu erhalten.

Dann erklärte Herr Theis, dass die Wildbienen in diese Röhrchen vorwärts reinfliegen. Dabei wird die Röhre von innen geputzt. Im Rückwärtsgang streift sie die gesammelten Pollen von ihrem Hinterleib ab. Die Pollen benötigen die Wildbienen für die Bruternährung der abgelegten Eier. Ein Ei wird in eine Brutzelle gelegt. Fünf Brutzellen passen laut Eberhardt Theis in eine Röhre. Eine Wildbiene füllt ein Röhrchen und verschließt es dann mit Erde und Speichel. Aus den Eiern schlüpfen kleine Larven, die sich in der Brutzelle nach wenigen Wochen ihren Kokon bauen. In diesem überwintern sie. Im Folgejahr beginnt der Kreislauf von neuem.

Dem VDI-Teilnahmekreis sind die Wildbienen so in kurzer Zeit nähergekommen. Im nächsten Jahr werden Wildbienen dann als Untermieter auch in Ingenierskreisen ihr Zuhause finden.

Vielen Dank an Herrn Theis aus Frankfurt/Oder für die sehr interessanten Ausführungen und die Beantwortung der zahlreichen Fragen aus dem Teilnahmekreis.

Weitere Infos: oderlandimkerei@freenet.de

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel
VDI-Arbeitskreisleiterin Besichtigungen

Im Park von Sanssouci liegt das Orangerieschloss, auch Neue Orangerie genannt, das im Stil der italienischen Renaissance gebaut ist. Friedrich Wilhelm IV lies in seiner Residenzstadt Potsdam von 1851 bis 1864 auf dem Bornstedter Höhenzug, am Nordrand der Parkanlage Sanssouci, das Orangerieschloss errichten. Dies wird von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwaltet und steht seit 1990 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO.

Das Orangerieschloss beherbergt einen Gemäldesaal mit Werkekopien des Renaissancemalers Raffael sowie Hallen zur Überwinterung der exotischen Kübelpflanzen aus der Parkanlage Sanssouci. Insbesondere die technischen Anlagen der Überwinterungshallen wurden besichtigt.

Herr Seeger, Gartenmeister Orangerie, gab eine Einführung zur Orangerie Sanssouci, informierte über die Nutzung der Orangerie Hallen im Alltag der Gärtner und ermöglichte die Besichtigung der Kanalheizung, der Warmwasserheizung, der Dampfheizung und ermöglichte einen Blick in den Dachstuhl der Pflanzenhalle.

Die Frontlänge des Orangerieschlosses beträgt über 300 m. In der Mitte des Bauwerks erhebt sich die Doppelturmanlage. Dem Mittelbau ist ein Säulenhof vorgelagert, den sich nach beiden Seiten die Pflanzenhallen anschließen. Diese sind je 106 m lang und in ihnen werden 900 Kübelpflanzen überwintert. Die großen Fenster der Hallen zeigen nach Süden, um genügend Sonne einzulassen, wenn die Kübelpflanzen dort überwintern.

Alles begann erst mit Orangen- und Granatapfelbäumen, später kamen die Blattpflanzen dazu. Die älteste Pflanze im Park ist eine 180 bis 200 Jahre alte Phoenixpalme. Viele Pflanzen ging in Verbindung mit dem 2. Weltkrieg verloren.

Das Heizen der Orangerie wird so lange wie möglich im Jahr hinausgezögert und zwar bis 4°C Hallentemperatur unterschritten werden. Dies ist eine Temperatur, die die Pflanzen aushalten. Die Rohre der alten bauzeitlichen Schwerkraftheizung wurden in den 1930er Jahren erneuert. Durch sie fließt heute Wasser, das über Gaskessel erwärmt wird. In den Pflanzenhallen befindet sich die originale und funktionstüchtige Fußbodenkanalheizung aus der Erbaungszeit . Je Pflanzenhalle gibt es neun Kanalheizungen davon sind jeweils sieben wieder neu aufgemauert worden und theoretisch einsatzbereit. Die Kanalheizung kann ausschließlich mit Holz betrieben werden. Beim Heizen mit Rauchgas wird dieses mit leichter Steigung über einen 30 m langen Kanal geleitet. Über Luftklappen kann kalte Luft zugeführt werden, die mit Rauchgaswärme erhitzt wird und somit die Pflanzen auch mit Frischluft versorgt werden. Der Ostteil der Orangerie, der ca. 1863 errichtet wurde, verfügt zusätzlich über eine Dampfheizung. Die Hallen verfügen über Lehmdecken, die bewirken, dass die Hallen langsam erwärmen bzw. abkühlen und somit ein gesundes Klima für die Pflanzen schaffen. Die Pflanzen sollen beim Überwintern nicht wachsen, sondern bis zu sechs Monaten überleben.

Die Hallen werden im Sommer für Veranstaltungen und für Aufnahmen wie für den Film „In 80 Tage um die Welt“ genutzt.
Die Teilnehmenden diskutierten über die Technik, die Bauweise und holten sich auch gärntnerische Tipps.

Dr. Margaretha Neudecker
Stv. VDI-Arbeitskreisleiterin Besichtigungen

Von der Bauschlosserei zur Metallgestaltung

Der Arbeitskreis Besichtigungen erhielt am 01.06.2022 die Gelegenheit, durch die Produktionswerkstätten des Unternehmens fittkau Metallverarbeitung GmbH geführt zu werden. Der Geschäftsführer und Eigentümer Herr Fittkau schilderte ausführlich und sehr engagiert den Werdegang seiner Firma. 1926 gegründet, in der DDR zum VEB verstaatlicht, wurde der Betrieb von den alten Besitzern nach der Wende weitergeführt. Herr Fittkau hat selbst dort als Schlosserlehrling begonnen und 1997 als Geschäftsführer die Firma übernommen. Die enge Zusammenarbeit mit Architekten und Baufachleuten ist eines der Merkmale der Firma. Sie hat sich inzwischen auf die Verarbeitung von Bronze spezialisiert.

In Berlin kann man an vielen Stellen Arbeiten der Firma Fittkau sehen, u.a. den Zaun am Bundesratsgebäude, die Inschrift über dem Eingang zur Berliner Philharmonie, die Toranlage am Ehrenmal der Bundeswehr in der Hildebrandstraße, für welche die Firma Fittkau den Deutschen Metallbaupreis 2020 erhalten hat.
Als weiteres sehr spektakuläres Objekt wurde die Laterne des Berliner Schlosses neu erstellt. Außerdem entsteht gerade eine weitere Arbeit für das Schloss: Es ist die in Kupfer getriebene große Kartusche für das Eingangsportal. Davon konnten wir schon Teile in der Werkstatt bestaunen.

Der Betrieb umfasst auch eine große Schmiede. Er gehört zu den wenigen Betrieben in Deutschland, in der noch Kunstschmiede ausgebildet werden.
Ausbildung selbst ist eine Herzensangelegenheit des Chefs. Sie wurde gerade dadurch belohnt und anerkannt, dass einer seiner Gesellen als bester Geselle Berlins ausgezeichnet wurde.

Diese Besichtigung, geführt von Herrn Fittkau, hat uns alle begeistert und wird lange in Erinnerung bleiben. Vielen Dank dafür.

Horst Marczinske (Mitglied des Orga-Teams)

Führung durch die Geowissenschaftliche Sammlung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Berlin-Spandau

Bericht des AK Besichtigungen

Gesteine, Minerale und Fossilien belegen den Aufbau und die Veränderungen unserer Erde. Geowissenschaftliche Sammlungen sind somit von enormer Bedeutung für geologische Wissenschaften, die Wirtschaft und Lehre.
Die Geowissenschaftlichen Sammlungen der BGR sowie das Bohrkernlager für kontinentale Forschungsbohrungen stehen der wissenschaftlichen Fachwelt zur Bearbeitung vor Ort und im Rahmen des nationalen und internationalen Leihverkehrs zur Verfügung. Allein in Berlin lagern mehr als eine Million Belegstücke, Proben und Präparate in Schränken, Vitrinen und Regalen.
Die historisch gewachsenen Sammlungen bestehen aus mehreren Teilsammlungen, welche oft eng miteinander verknüpft sind. Circa 80 % der Belegstücke wurden in der Preußischen Geologischen Landesanstalt inventarisiert und spiegeln die geologischen Arbeiten im damaligen preußischen Territorium wider. Die restlichen circa 20 % der Proben sind in der Zeit nach 1945 in den Bestand der Sammlungen aufgenommen worden.

Entlang der Erdzeitalter und anhand speziell herausgesuchter Exponate aus Schränken und Vitrinen wurden wir am 7. April 2022 durch die Sammlung geführt. Auch auf die Entstehung von Kohle und Erdöl wurde im Rahmen der aktuellen Diskussion zur Versorgungssicherheit mit Energie eingegangen. In einer weiteren Halle befindet sich das Bohrkernlager. Es dient der langfristigen Aufbewahrung von Gesteinsproben, die u.a. aus universitären geowissenschaftlichen Antarktis- und Arktis-Projekten stammen.

Digitalisierungsprojekt: An der Digitalisierung des vorhandenen Bestands wird intensiv gearbeitet. Das digitale Informationssystem GewiS zur Erfassung, Recherche und Ausleihe von Sammlungsobjekten der Sammlungen - zunächst aus den Bereichen Bohrkernhandstücke, Rohstoffe, Stratigraphie und wissenschaftliche Originale - ist bereits online. Erfasst sind aktuell circa 25 % des Gesamtbestands, mit dem Nutzern aus Forschung und Wirtschaft bereits alle Möglichkeiten einer umfangreichen Online-Recherche zur Verfügung stehen.

Vielen Dank an Frau Dr. Ehling von der BGR für die sehr interessanten Ausführungen und die Beantwortung der zahlreichen Fragen der interessierten Teilnehmenden.
Da die Geowissenschaftliche Sammlung in den ehemaligen königlichen Stallungen und einer Reithalle untergebracht ist, öffnet sie auch dieses Jahr wieder zum Tag des Denkmals am 11. September 2022 die Türen für alle Interessierte. Frau Dr. Ehling lädt zum Besuch ein.

Weitere Infos:

www.bgr.bund.de
https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Sammlungen-Grundlagen/GG_Sammlungen/Berlin/berlin_node.html

Dr. Margaretha Neudecker
Stv. VDI-Arbeitskreisleiterin Besichtigungen

Bilder: Ch. Schnepel

Bericht des AK Besichtigungen

Zu dieser Veranstaltung hatten sich 71 Teilnehmer angemeldet, von denen dann tatsächlich 35 auf der ZOOM Plattform erschienen, was mit Schwierigkeiten beim Internet Zugang zusammenhängen mag. Immerhin war mit Leichtigkeit eine Reise nach Esslingen virtuell zu machen, um an der Präsentation teilzunehmen.

Für diejenige, die nicht dabei sein konnten gibt es hier ein Video zur Einführung zu der virtuellen Werksbesichtigung. (Teaser german.mp4)

Die Vortragenden, Frau Kirsten Hiller und Herr Christoph Kögler, präsentierten zunächst ein Produkt aus der bionischen Forschung. Die Firma Festo hat hier in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten flugfähige Modelle entwickelt, die in Leichtbauweise mit aufwendiger Software-Funktionsintegration für Aufsehen gesorgt haben. Diese Modelle wie „SMART BIRD“ und „BIONIC FLYINGFOX“ werden nicht als Verkaufsprodukte vermarktet, sondern dienen zur Erforschung grundlegender technischer Zusammenhänge wie z.B. der aerodynamischen Optimierung oder der Leichtbauweise. (SmartBird.mp4)

Der Hauptteil der zweistündigen Präsentation widmete sich der automatisierten Produktion der Ventile und Stellzylinder aus dem Lieferprogramm von Festo. (Image DE.mp4)

1. Vorstellung der Verpackungsline im Werk Rohrbach

Hier ging es um den optimierten Einsatz von Automatisierungstechnik in Abhängigkeit zur produzierten Stückzahl.Die Frage war, wie hilft mir die Automatisierung in der Montage und Logistik zu signifikanten Skaleneffekten? Die Antwort war: Der gezeigte Aufwand lohnt sich tatsächlich, natürlich abhängig von der Komplexität eines Produktes, bei Stückzahlen größer als 1,2 Mio Stück pro Jahr.

2. Digitalisierungsstrategie in der Produktion (Digitalisierung in der Produktion.pptx)

Nach der Erörterung der Frage, wie man bei der Einführung der Digitalisierung in den Produktionswerken vorgegangen ist, wurden einige typische Digitalisierungsbeispiele aus der Zerspanung und der Montage vorgestellt.Das Beispiel Kühlmittelschmierstoff, mit Einführung von Messtechnik in der Aufbereitung und Bereitstellung und am fertigen Produkt, zeigte anschaulich die Kosteneinsparung und die Qualitätsverbesserung.

3. Energiekonzept in der Produktion (Energieoptimierung in der Produktion.pptx)

Sowohl im Produktionsgebäude als auch in den Produktionsprozessen schlummert ein großes Energieeinsparpotential. Am Beispiel der Reduzierung von Druckluftleckage an den automatisierten Bearbeitungsstationen wurde aufgezeigt, wie der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Auch das Produktionsgebäude wurde energieoptimiert in Bezug auf Wärme- und Kälteversorgung aus einem separaten Energiehaus. So werden nicht nur die Umwelt sondern auch der Produktionsprozess und die Herstellkosten optimiert. (Energieoptimierung im Gebäude.pptx)

Mit einem herzlichen Dank an die Vortragenden für die sehr interessanten Ausführungen und die interaktiven Diskussionsbeiträge endete die Veranstaltung um 18 Uhr.

Uwe Rechentin
Stv. AK-Leiter

Präsentation der Arbeit des DIN

„DIN – die ganze Vielfalt der Normung und was Ingenieure wissen sollten“

Unter diesem Titel berichteten Mitarbeiter des DIN aus ihrer täglichen Arbeit und stellten die Themen für Ingenieurinnen und Ingenieure vor. Coronabedingt fand  die Veranstaltung Online statt, was den Vorteil hatte, dass 45 Teilnehmer dabei sein konnten. Zunächst stellte Frau Amelie Leipprand, Senior Projektmanagerin DIN Young Professionals, unter dem Titel

„DIN – eine spannende Option für Ingenieur*innen“

die ganze Vielfalt der Normung vor. In einem spannenden Vortrag wurden die Unterschiede zwischen Standardisierung und Normung ebenso dargestellt, wie der Unterschied zwischen gesetzlichen Vorschriften und freiwilligen Normen. Über den Prozess zur Erarbeitung der Normen berichtete dann Herr Jan Dittberner Gruppenleiter DIN – G Luftfahrt und Gebäudeausrüstung, unter dem Titel

„Koordinierung und Entwicklung von Normungsaufgaben und -feldern nach Bedarf und Erfordernis“

Hier wurde einmal deutlich gemacht, in welcher Breite das DIN seine Dienstleistungen anbietet und wie sich aus den Anforderungen der Wirtschaft, der Industrie und der Politik neue Aufgaben für die Normung ergeben. Im folgenden Beitrag berichtete Dr. Mario Schacht Geschäftsführer DIN-ANP, über die
 

„Digitalisierung der Normen entlang der Wertschöpfungskette - heute und morgen“

über die Entwicklung der Digitalisierung zur maschinenlesbaren Dokumentation und den Einsatz von Datenbanken. Besonders spannend waren die Ausführungen zu KI basierter Suche von in Textdokumenten vorhandenen Anforderungen bis hin zur Umsetzung in der automatisierten Produktion. In der praktischen Anwendung zur Suche nach Dokumenten stellte Frau Birgit Ollig, Leitung Partnermanagement / Kundenservice, in ihrem Vortrag
 

„Beuth denkt digital

den Beuth Verlag vor. Ein breites Angebot von nutzerorientierten Normensammlungen und Fachliteratur gibt es analog als auch digital zum Herunterladen.

Nach gut 90 Minuten Vorträgen mussten die Informationen erst einmal verdaut werden. Dafür gibt es aber die Möglichkeit zum Nachlesen und Nachhören der Beiträge unter folgendem Link:https://din-veranstaltungen.de/main_frontend.php?logincode=mitglied
(Log-in Code: mitglied) und dann anklicken im Archiv.

Gefreut habe ich mich über die rege Diskussion im Chat und über Kommentare wie diese:

„Wichtig war auch, dass die Bedeutung von CEN Normen, an denen DIN sich aktiv einbringt bzw. sogar initiiert, dargelegt wurde. Bei der Umsetzung von vielen EU-Verordnungen ist die Beachtung  von Normen von enormer Bedeutung und deshalb die Arbeit des DIN enorm wichtig. Und dies ist nur ein Punkt, den ich hier anspreche. Dr. M.N.“

„Das war eine gelungene Veranstaltung über ein doch recht unbekanntes und von außen betrachtet auch ein sehr trockenes Thema. Zu Beginn fand ich es ein wenig schleppend, aber dann nahm das Ganze Fahrt auf und es wurde für mich sehr interessant. Insbesondere der Teil der weiteren Entwicklung der Normenarbeit hin zu maschinenlesbaren "Vorschriften". H.M.“

Dipl.-Ing. Uwe Rechentin, 02.02.2022

Anlage: Das DIN und sein Programm

Bericht zur Veranstaltung des AK Besichtigungen

VA zum Einsatz von Ingenieur:innen beim Bundesnachrichtendienst
 

Der Bundesnachrichtendienst (BND) informiert die Bundesregierung über Entwicklungen von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung. Um zu politischen Entwicklungen in Fernost ebenso auf dem Laufenden zu sein wie über Hackergruppierungen und neue Entwicklungen in der Wehrtechnik, beschäftigt der BND unterschiedliche ExpertInnen.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Informationen steht im Fokus. Mit dem Einsatz nachrichtendienstlicher Mittel werden Informationen gewonnen, die ausgewertet und in Berichten für die Bundesregierung zusammengefasst werden.

ExpertInnen im Bereich Nachrichtentechnik, Softwareentwicklung, Datenanalyse sowie IngenieurInnen und WissenschaftlerInnen unterstützen bei der Bewertung neuer Entwicklungen im technisch-wissenschaftlichen Bereichen. Dazu zählen neue Technologien und Verfahren, aber auch u.a. die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Quantentechnologie.

Zwei BND-Mitarbeiter (Öffentlichkeitsarbeit und Personalabteilung), zugeschaltet aus Pullach referierten und haben die zahlreichen Fragen der 37 Teilnehmenden beantwortet. Dies umfasste Fragen zum Tätigkeitsfeld des BND, das dem Geschäftsbereich des Bundeskanzleramtes zugeordnet ist, sowie Fragen zu speziellen geopolitischen Geschehen und den Voraussetzungen für Tätigkeiten im BND. Die Online-Veranstaltung dauerte über zwei Stunden und war von einer regen Diskussion geprägt.

Der BND hat ausdrücklich das Angebot für weitere Veranstaltungen unterbreitet. Andere VDI-Bezirksvereine können sich gerne beim BND-Besucherdienst melden (www.bnd.bund.de ).

Weiterhin wurde ein Rundgang im Deutschen Spionagemuseum in Berlin angeregt, siehe https://www.deutsches-spionagemuseum.de/ , der sowohl unterhaltsam als auch informativ sein soll.

Dr. Margaretha Neudecker
Stv. VDI-Arbeitskreisleiterin Besichtigungen

Auf dem Eisbrecher „Stephan Jantzen” im Rostocker Stadthafen

Die Arbeitskreise „Besichtigungen“ und „Umwelttechnik“ besuchten an zwei Tagen im September 2021 denEisbrecher „Stephan Jantzen” und den Schirmherren dieses technischen Denkmals, den gemeinnützigen Verein „Interessengemeinschaft Eisbrecher Stephan Jantzen e. V.

Die Stephan Jantzen ist ein außer Dienst gestellter Eisbrecher. Das Schiff wurde 1965 im Auftrag der DDR in der Admiralswerft in Leningrad (heute St. Petersburg) gebaut und kam für den Eisaufbruch und Schleppdienst über 37 Jahre zum Einsatz. Namensgeber ist der Warnemünder Lotsenkommandeur und Seenotretter Stephan Jantzen (1827–1913). Der Eisbrecher mit 67m Länge und 33m über Wasser war mit 2.254 BRT der größte Eisbrecher der DDR. Er ist ein Zweischraubenschiff mit sieben durch wasserdichte Schotten getrennten Räumen, wie der Motoren- und der Hauptmaschinenraum.

Er konnte eine maximale Eisdicke bis 1,8m Flacheis aufbrechen. Bei 0,8m Dicke erfolgte das mit 10 Knoten, mehr als 18 Km/h! Dabei lagen die Verbräuche bei 180 Gramm Diesel und drei Gramm Öl pro PS und Stunde! Für eine hohe Wendigkeit und ein extrem schnelles Umschalten zwischen Vortrieb und Rücksetzen sorgte ein dieselelektrischer Antrieb. Drei Zehnzylinder-Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotoren erzeugten die Elektroenergie für die 2 Elektrohauptmotoren. Die mögliche Fahrstrecke, ohne nachzubunkern betrug 5.600 Seemeilen, mehr als 10.300 km.

Die Besuchergruppen wurden durch die sehr fachkundigen Vertreter des Vereins durch alle Technik- und Mannschaftsräume geführt. Im Maschinenraum durften wir dem Geräusch einer der drei 300 PS Dieselmotoren für die Elektroenergieversorgung des Schiffes lauschen, die nur einmal im Quartal angeworfen werden. Der typische, intensive Diesel- und Ölgeruch unter Deck war dabei inklusive.

Auch die Offiziersmesse konnten wir besichtigen wie natürlich auch Kombüse und Kojen der Mannschaft und des Kapitäns und vieles andere mehr. Beim Fachsimpeln vergingen die Stunden der Besichtigung wie im Fluge. Den technikbegeisterten Ingenieurinnen und Ingenieuren wurde wirklich etwas geboten und dabei auch andere Wissensgebiete angesprochen, wie z. B. die Meteorologie.

Die Eindrücke dieser ersten VDI-Präsenzveranstaltung der Arbeitskreise nach den vielen coronabedingten Onlineveranstaltungen in den letzten Jahren sind nachhaltig. Es war eine große Freude, die Technik so hautnah zu erleben und hat wieder einmal die Hochachtung für ingenieurtechnisches Knowhow bestätigt.

 

Christiane Schnepel
AK-Leiterin

Bericht über die Veranstaltung des VDI-AK Besichtigungen am 24.03.2021 mit dem

Videopräsentation der Firma Max Bögl zu ihrem System der Magnetschwebetechnik

Was gibt es Neues in Sachen Magnetschwebebahn in Deutschland?

Das bayerische Bauunternehmen Max Bögl hat mit dem Transport System Bögl, kurz TSB, die Technologie der Magnetschwebebahn weiterentwickelt.
Das TSB soll im Nahverkehr auf Distanzen von 1 bis 50 Kilometer mit maximal 150 km/h Menschen und Lasten bewegen. Bereits seit 2012 erprobt die Firma die eigene Magnetschwebebahn auf einer 820 Meter langen Teststrecke am Firmensitz in Sengenthal.

Mit 133 Anmeldungen zu dieser ZOOM-Videoveranstaltung zeigten die Ingenieurinnen und Ingenieure unseres Vereins ein außerordentlich großes Interesse zu diesem Thema. Sicherlich bewegte viele, wie es mit der einst in Deutschland entwickelten Technik des Transrapid weitergeht. In dieser Videoveranstaltung gab Herr Andreas Rau, Produktmanager TSB bei der Fa. Max Bögl, zunächst einen eindrucksvollen Überblick über das neuentwickelte System TSB und die Anwendungsmöglichkeiten der Magnetschwebetechnik. Dabei ging er auf die Unterschiede zum Transrapid ein, die geänderte Ausbildung des Fahrwegs, die Änderung des Antriebssystems auf einen Kurzstator-Linearantrieb im Fahrzeug und nicht im Fahrweg und die Kostenvorteile durch Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 150 km/h. Mit den eingeblendeten Videosequenzen der Teststrecke in Sengenthal sowie der TSB Demonstrationsstrecke im chinesischen Chengdu erhielten die Teilnehmer eine schöne Vorstellung von einem modernen Nahverkehrsmittel, das, so war ein vorherrschender Wunsch, auch möglichst in Deutschland und nicht nur in China zur Anwendung kommen sollte.

Die anschließende rege Diskussion mit Herrn Rau und Herrn Dr. Bert Zamzow, dem Gesamtbereichsleiter des TSB, betraf unter anderem die Fragen: Wie sieht es mit den Patentrechten bei der Lieferung der Demonstrationsstrecke nach Chengdu aus? Wie weit ist die Zulassung des Systems in Deutschland beim EBA? Wie ist die Sicherheit gewährleistet, wenn Menschen den Fahrweg zwischen den Schienen betreten, insbesondere wenn die ebenerdige Ausführung gewählt wird? Wie ist das System bei Stromausfall gesichert, wie funktioniert die Evakuierung der Passagiere? Wer liefert die Sicherheits- und Steuerungstechnik? Wer liefert die Ausstattung und Fahrzeuge?

Letztendlich begrenzte der zeitliche Rahmen die Veranstaltung, so dass der Wunsch geäußert wurde, dass bei Gelegenheit vielleicht auch vor Ort in Sengenthal einmal eine Besichtigung mit dem VDI BV BB stattfinden könnte.

Eine Präsentation des Vortrags von Herrn Rau finden Sie hier als PDF.

U. Rechentin, 02.04.2021

Wann wird es wieder dunkel?

Lichtverschmutzung – Neues aus dem Bundestag und der Forschung

Der AK Besichtigung widmete sich in seiner ersten Online-Veranstaltung im Jahr 2021 mit 50 Beteiligten dem Thema der zunehmenden Lichtverschmutzung in Stadt und Land. Dafür konnten mehrere Referent*innen gewonnen werden, die an der Erarbeitung des Berichtes TAB-Arbeitsbericht Nr.186 »Lichtverschmutzung - Ausmaß, gesellschaftliche und ökologische Auswirkungen sowie Handlungsansätze« mitgewirkt haben. www.tab-beim-bundestag.de/de/aktuelles/20200722.html

Herr Prof. Dr. Kantermann, stellv. Direktor des Instituts für Arbeit und Personal an der FOM Hochschule in Neuss und Essen, befasste sich mit den chronobiologischen Auswirkungen von künstlicher Beleuchtung auf den Hormonhaushalt und das zirkadiane System des Menschen. Nach den Erkenntnissen seiner Fachrichtung kann zu viel künstliches und insbesondere sog. Blaues Licht (mit Wellenlänge kleiner 500 nm) in der Nacht die Gesundheit erheblich beeinträchtigen, da das zirkadiane System, die innere Uhr des Menschen, tiefgreifend beeinflusst werden kann.

Frau Dr. Sybille Schroer Wissenschaftliche Koordinatorin in der Arbeitsgruppe Lichtverschmutzung und Ökophysiologie am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin (IGB) ging insbesondere auf die Wirkungen künstlicher Beleuchtung auf die Flora und Fauna ein - am Beispiel von Insekten, die wie durch einen „Staubsauger“ von hell strahlenden Lichtquellen angezogen werden und sich von diesem Ziel kaum wieder lösen können. So wird infolge Erschöpfung deren Lebenszeit verkürzt und die Futtermasse für andere Lebewesen vermindert. Forscher haben z. B. in einer Insektenfalle an einer Straßenlaterne über nur eine Nacht bis zu 500 Insekten erfasst.
Zur Präsentation von Frau Dr. Schroer

Als dritter Referent stellte Herr Dr. Christopher Kyba, Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ die Ergebnisse zu einem Experiment in der Stadt Tuscon/ Arizona, USA vor. In den Untersuchungen wurde der Beitrag von Straßenlaternen an den gesamten nächtlichen Lichtemissionen für die Stadt Tuscon mit ihren 530.000 Einwohner ermittelt. Unter den hier zu findenden Rahmenbedingungen waren nur 10 bis 20 % der nächtlichen Lichtemissionen der Straßenbeleuchtung zuzurechnen. 
Zur Präsentation von Herrn Dr. Kyba 

Der Blick in die Zukunft offenbart hohen Forschungsbedarf und zugleich die  Notwendigkeit sofortigen Handelns. Dazu dient der "Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen - Anforderungen an eine nachhaltige Außenbeleuchtung ": http://bit.ly/bfn-543. Eine gedruckte Version kann kostenfrei per Email beim BfN (Bundesamt für Naturschutz) bei andrea.loehnert@bfn.de bestellt werden. Hier hat ein Autorenteam mit Erstautorin Frau Dr. Schroer mögliche Minderungsmaßnahmen auf den Punkt gebracht. (kostenlos zu beziehen: www.bfn.de/presse/pressemitteilung.html)

Ebenfalls wurde auf den Bericht der Wissenschaftlichen Dienste über die Rechtslage in Deutschland verwiesen: Sachstand „Lichtverschmutzung - zur Beschränkung von Beleuchtung in Deutschland und ausgewählten europäischen Staaten“ https://www.bundestag.de/resource/blob/632966/7ba7c4cd1cfef87380d58376f1c2f165/

Weitere Flyer und Empfehlungen können auf der COST Aktionsseite des Loss of the Night Netzwerks heruntergeladen werden: http://www.cost-lonne.eu/recommendations/

Und wer sich für ein derzeitiges Projekt interessiert, in dem ein neues, insektenfreundliches Straßenbeleuchtungsdesign entwickelt wird, findet weitere Infos bei https://www.tatort-strassenbeleuchtung.de/

Mehr Information zur nicht-visuellen Wirkung von Licht auf den Menschen finden Sie zudem in der DGUV Information 215-220, an der Herr Prof. Kantermann mitgewirkt hat. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3247

In Berlin können Beschwerden zu Lichtbelästigungen über nachfolgendes Formular an die zuständige  Berliner Senatsverwaltung gerichtet werden. https://www.berlin.de/umwelt/themen/licht-strahlung/formular.80867.php"

Diese sehr interessante Veranstaltung hat Licht in das Dunkel der Lichtverschmutzung gebracht. Fazit: Alle können etwas tun. 
Wir sind wiederum etwas mehr sensibilisiert, die Umwelt zu schützen.

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel
Leiterin AK Besichtigungen

Feldheim - das erste energieautarke Dorf in Deutschland

Einblick in die Entwicklung des energieautarken Konzepts, den geplanten Ausbau und die Einbindung in die Netze

Über das große Interesse an unserer Veranstaltung am 18.06.2020 und die vielen Anmeldungen zu diesem Thema hat sich die AK-Leitung "Besichtigungen" besonders gefreut. Letztendlich waren 41 Teilnehmer bis zum Schluss der ZOOM-Videoveranstaltung bei dieser „Exkursion“ mit dabei.

Diese Online-Veranstaltung war auch ein Experiment, ob in Zeiten der Corona-Beschränkungen überhaupt Besichtigungen stattfinden können und ob das Gefühl, nicht direkt vor Ort dabei sein zu können, durch ein Schauen auf den Bildschirm aufgewogen werden kann.

Das Fazit nach 90 Minuten am Bildschirm war: Allgemeine Zustimmung,. Das Thema ist entscheidend, auch wenn es noch kleine Mängeln an der Technik gab. Online-Veranstaltungen haben sogar Vorteile: In der Realität vor Ort hätten niemals 41 Teilnehmer an einer Führung teilnehmen können und sicher hätten auch nicht alle Teilnehmer die Anreise auf sich genommen. Reisekosten sind ebenfalls nicht angefallen.

Dipl.-Ing. Uwe Rechentin (Stellv. AK-Leiter)

Zum Inhalt der Veranstaltung können die folgenden Präsentationen als PDF herunter geladen werden.

Programm der Online-Besichtigung
Input: Barbara Ral - Erneuerbare Energien im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Beitrag: Manuel Weber Monitoring Feldheim durch VDI Zentrum Ressourceneffizienz

Verkehrsinformationen zur aktiven Lenkung des Verkehrsflusses im Stadtgebiet von Berlin

Die Verkehrsinformationszentrale befindet sich im Bauteil B des historischen Flughafengebäudes Tempelhof, im 6. Stock, recht schwer zu finden, womöglich auch wegen der Einstufung als „Kritische Infrastruktureinrichtung“. Ohne besondere Einladung und Wegweisung ist der Zutritt für Besucher nicht vorgesehen. Die Unterbringung im Flughafengebäude erinnert auch sehr an eine militärische Einrichtung mit gesichertem Zugang.

Umso erfreuter waren wir, dass der VDI-AK Besichtigungen durch die Vermittlung von Herrn Pohley diesen Termin bekommen hat. Frau Baumgarten informierte sehr ausführlich über die Aufgaben der VIZ und der VMZ.

Die Darstellung im Internet auf der Seite der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz fasst die Aufgaben wie folgt zusammen:

„Mobilität in unserer Stadt, noch dazu bezahlbare, ist für uns alle täglich wichtig. Deshalb hat der Senat ein übergreifendes Verkehrsmanagement (VMZ) aufgebaut, welches Sorge dafür trägt, dass der Verkehr im Normalfall, aber auch in Verkehrsspitzenzeiten und bei nicht vorhersehbaren Ereignissen weitestgehend ungestört fließen kann. Die gesetzlichen Pflichten und Eingriffsmöglichkeiten werden dabei von der zentralen Straßenverkehrsbehörde des Landes Berlin (Verkehrslenkung Berlin) übernommen. Darüber hinaus werden verkehrsrelevante Informationen von der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) als Dienstleistung aufbereitet. Hier werden Meldungen zu Baustellen und weiteren Ereignissen auf den Straßen recherchiert und Ihnen bereitgestellt. Die wichtigsten Ereignisse werden täglich für die Medien zusammengestellt. Die Verkehrslagekarte der VIZ bildet mit einer zeitlichen Verzögerung von nur fünf Minuten den aktuellen Verkehr auf den gesamten Berliner Hauptverkehrsstraßen ab, zeigt wo Sie ungehindert vorankommen oder mit Staus rechnen müssen. Grundlage sind die aktuellen Verkehrsdaten von über 1.000 Messstellen und Daten fahrender Kraftfahrzeuge. Die Verkehrslagekarte wird, wie alle Angebote der Verkehrsinformationszentrale, kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Mobilitätsportal enthält darüber hinaus alle aktuellen Meldungen zum Straßenverkehr, zum öffentlichen Verkehr (BVG, S-Bahn, Regionalverkehr), zum Flugverkehr, zu flexiblen Mobilitätsangeboten wie Car-Sharing und Bike-Sharing und intermodale Routingdienste.“ 

Frau Baumgarten ging auf die vielen technischen Fragen zur Gewinnung der Verkehrsdaten und zur Lenkung des Verkehrs ein. So hob sie hervor, dass die Verkehrsbeobachtung und die Verkehrslenkung auf Entwicklungen der Firma Siemens bereits ins Jahr 1924 zurückgehen. Die Ampel am Potsdamer Platz ist ein schönes Beispiel dafür. So arbeitet die VIZ immer noch privatwirtschaftlich im Auftrag des Senats. Der Eingriff in den Verkehr ist eine hoheitliche Aufgabe, die der Polizei übertragen ist, die gleich ein Stockwerk tiefer arbeitet.

Zum Abschluss gab es noch einen Blick auf die großen Bildschirme der Leitwarte und den aktuellen Verkehrsfluss im Stadtgebiet Berlins.

Uwe Rechentin 16.10.2019

Zur Zukunft der Braunkohleverstromung und alternative Energiegewinnung, Braukohle-Tagebaue und Renaturierung

Programm der Veranstaltung am 12.09.2019 in Jänschwalde:

10:00 Uhr Empfang und Einführung in das Thema „Enegiewende und Auswirkungen in der Lausitz“
11:00 Uhr Werksbesichtigung KW Jänschwalde
13:00 Uhr gemeinsames Mittagessen
14:00 bis 16:00 Besichtigung Braunkohlentagebau Jänschwalde

Der lange vorbereitete Termin fiel gerade in die heiße politische Phase der Landtagswahl in Brandenburg und Sachsen und damit in die Auseinandersetzung über den Ausstieg aus der Braunkohle. In dem Einführungsreferat von Herrn Spielmann zum Thema „Energiewende“ wurde die Problematik sehr deutlich, dass die Braunkohle in Deutschland über die nächsten Jahrzehnte noch als sicherer nationaler Energieträger bleiben sollte, auch wenn die Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie (Wind, PV- u. Thermische Solartechnik, Biogas, Geothermie, Wasser) bis auf nominal 100% gesteigert werden kann. Es bleibt ein Restbedarf zur Bereitstellung von Regelenergie für die Zeiten des Ausfalls von Wind- und Solarenergie und in Spitzenbedarfszeiten. Bei einer Abschaltung von sämtlichen Braunkohle gefeuerten Kraftwerken wäre die Abhängigkeit von Importstrom, und dann wo möglich von Atomstrom, gegeben. Derzeit sind bei der LEAG im Revier 8000 Mitarbeiter beschäftigt. Ein nicht zu unterschätzendes Problem wird die Weiterbeschäftigung der Menschen in den Kraftwerken und in den Tagebauen sein. Das Kraftwerk Jänschwalde besteht aus 6 x 500 MWe Blöcken, wobei aktuell bereits der Block F abgeschaltet ist und der Block E am 01.10.2019 folgen soll, um dann in Sicherheitsbereitschaft zu stehen. Damit ist der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung eingeleitet, in Richtung CO2 Reduzierung bis zur vollständigen Abschaltung im Jahr 2038.

Für die LEAG bedeutet das, sich neuen Geschäftsfeldern zu zuwenden. Für die Entwicklung von effektiven Stromspeichern ist bereits das Speicherprojekt „BigBattery Lausitz“ initiiert worden. Am Industrie- und Kraftwerksstandort Schwarze Pumpe wird die LEAG einen Batteriespeiche mit einer nutzbaren Kapazität 53 MWh bauen. Alternativ dazu könnten auch „Power-to-Gas“ Anlagen hinzukommen, in denen der Windstrom in Wasserstoff und weitere Produkte gewandelt wird.

Zur Besichtigung des Braukohlen-Tagebaus kamen wir gerade zu dem Zeitpunkt, als die Anlagen im Tagebau Jänschwalde nach Gerichtsbeschluss stillgelegt wurden. Lediglich die Grundwasserhaltung war noch in Betrieb. Die riesigen Abraumbrücken, die wir gerne in Betrieb gesehen hätten standen still. Jedoch vermittelte die Rundfahrt über das Gelände „Jänschwalde“ und „Cottbus-Nord“ die gewaltigen Ausmaße der Tagebaue. Seit mehr als 150 Jahre wird in der Lausitz Braukohle abgebaut. Anfangs in kleinem Maße, mühevoll von Hand, später maschinell im großen industriellen Stil. Auf ca. 60 qkm wurden bis 2008 ca. 13 Mio. t Braunkohle bei einer Grubentiefe bis 92 m gefördert. Nach der Stilllegung beginnt die Renaturierung. Erfahrungen dabei sammelte man bereits im der Umwandlung in das Lausitzer Seenland. Auch hier werden Seen entstehen, die den Tourismus in der Gegend intensivieren soll. Auf der Fahrt in die bereits teilweise geflutete Grube „Cottbus Nord“ konnten wir einen Eindruck mitnehmen, wie die Böschungen und der spätere Strand ausgebildet wurden. Es wird wohl noch 10 Jahre dauern bis der Cottbusser Ostsee vollständig geflutet ist und der neuen Nutzung übergeben werden kann.

Mit einem herzlichen Dank an das Team von Frau Hobracht, das für die VDI Gruppe den ganzen Tag zur Verfügung stand und so bereitwillig zu allen technischen Fragen Auskunft gegeben hat, verabschiedeten wir uns mit allen guten Wünschen für die Zukunft.

Uwe Rechentin, 20.09.2019

Über den Arbeitskreis

Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sind zwei wesentliche Kompetenzfelder der Region Berlin-Brandenburg. Der Arbeitskreis Biomedizinische Technik des Vereins Deutscher Ingenieure möchte Brücken bauen zwischen Anwender*innen und Entwickler*innen. Er ist sowohl dem Erfahrungsaustausch zwischen Ingenieur*innen und Ärzt*innen als auch der Vernetzung von Wissenschaft und Industrie verpflichtet.

Herr Professor Marc Kraft leitet diesen 1973 gegründeten Arbeitskreis seit 2001 und hat mit einer Vielzahl an Veranstaltungen den Wissenaustausch weiter ausgebaut. Schwerpunkte seiner Veranstaltungen sind:

  1. Information über aktuelle medizinische und technische Verfahren für Diagnose, Therapie und Rehabilitation
  2. Vorstellung und Diskussion jüngster Forschungsergebnisse und Entwicklungsperspektiven der Medizintechnik
  3. Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen Ingenieur*innen und Ärzt*innen sowie Wissenschaftltler*innen und Anwender*innen.

Der VDI-Technikdialog behandelt alljährlich spannende Themen zwischen Medizin und Ingenieurwissenschaften. Er findet nahe der Charité, im Hörsaal des Kaiserin-Friedrich-Hauses statt. Nach Begrüßungen durch hochrangige Funktionsträger (Gesundheitssenatorinnen, VDI-Direktoren) folgen stets zwei Keynote-Vorträge ausgewiesener Wissenschaftler aus Medizin und Technik zu spezifischen Medizintechnikthemen. Eine profunde Podiumsdiskussion und ein abschließendes Get-together mit Catering runden das Programm ab.

Bisherige Technikdialoge fanden zu folgenden Themen statt:

2022: Künstliche Organoide für die Forschung - Ingenieur*innen automatisieren Medikamentenentwicklung ohne Tierversuche
2021: Robotik in der Gangrehabilitation - Ingenieur*innen bewegen Menschen
2019: Künstliche Intelligenz in der Medizin – Ingenieur*innen schaffen Wissensmaschinen
2018: Innovative Audiotechnik für Schwerhörige – Ingenieur*innen lassen aufhorchen!
2017: Additive Fertigungsverfahren in der Medizintechnik - Ingenieur*innen machen Druck
2016: Digitale Bildgebungsverfahren für die Medizin - Ingenieur*innen schaffen Durchblick
2015: Herzunterstützungssysteme – Ingenieur*innen lassen Herzen schlagen

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Biotechnologie versteht sich als kompetentes Forum für diejenigen, die sich für die Life Science Branche interessieren und sei es aus beruflichem oder aus allgemeinem Interesse. Der Arbeitskreis widmet sich allen Themen, die mit der Nutzung biotechnologischer Anwendungen im Zusammenhang stehen. Im Fokus des Arbeitskreises steht dabei ein breit gefasstes Anwendungsspektrum, welches die industrielle Produktion von Medikamenten und Feinchemikalien und Anlagenauslegungu bis hin zur Entwicklung und Anwendung von Diagnostika umfasst.

Ziele des Arbeitskreises: Ziel des Arbeitskreises Biotechnologie ist die Zusammenführung von Fachleuten aus der Life Science Branche unter dem Dach des VDI. Durch Ankopplung der Fachleute aus der Region an die VDI-Organisation strebt der AK Biotechnologie einen intensiven Austausch fachlicher Erfahrungen und aktueller branchenspezifischer Informationen an mit dem Ziel, aktuelle Branchen-Trends frühzeitig zu identifizieren und zu diskutieren, Mitglieder mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zusammenzubringen und so Synergien aus dem fachübergreifenden Erfahrungsaustausch zu schüpfen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr. Robert Shahab
Arbeitskreisleiter

Dr. Robert Shahab

neuer AK-Leiter seit Juni 2020
Stellv. Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Erich Kielhorn

Über den Arbeitskreis

Der AK Energietechnik befasst sich mit der konventionellen Energietechnik zur Deckung des Strom-und Wärmebedarfs in Landwirtschaft, Industrie, Gebäuden, Mobilität, etc. Dies sind in der Regel (aber nicht ausschließlich) Technologien, die auf den Einsatz der Primärenergieträger Braunkohle, Steinkohle, Öl, Gas sowie Kernbrennstoffe setzen. Unsere Veranstaltungen greifen dabei Themen auf, die für diese Energien im Rahmen des Energiewandels besondere Herausforderungen, speziell aufgrund der Ausstiegsthematik, mit sich bringen.

Mit dem AK VDI/VDE Regenerative Energien - in Kooperation mit dem VDE – wird dem Thema regenerative Energien aufgrund seines Umfangs und seiner Komplexität ein eigener Arbeitskreis gewidmet. Die regenerativen Energien sind der Schlüssel zur Defossilisierung der Energieversorgung. Sie sind ein essentieller Baustein, um die globale Erderwärmung zu stoppen und die Klimaziele zu erreichen. Die volatile Verfügbarkeit von Sonne und Wind führt zu einer hohen Komplexität des Energiesystems. Wasser und Biomasse können hier als grundlastfähige und flexible Erzeugungstechnologien eine gute Ergänzung darstellen. Für das Energiesystem der Zukunft spielen daher u.a. Energiespeicher, Digitalisierung, Dezentralisierung und Sektorenkopplung eine besondere Rolle. Unsere Veranstaltungen informieren über alle Facetten der regenerativen Energien zur Deckung des Strom- und Wärmebedarfs in Landwirtschaft, Industrie, Gebäude, Mobilität, etc. Dabei sollen nicht nur die verschiedenen Technologien betrachtet werden, sondern auch die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Implikationen.

Studierenden, Techniker*innen, Ingenieur*innen und allen anderen Interessierten bieten wir zu diesen Themen ein Forum zum Informationsaustausch und Netzwerken.

Wenn Sie in unseren Arbeitskreisen direkt mitarbeiten möchten oder Ideen/Wünsche für zukünftige Veranstaltungen haben, können Sie uns per Mail direkt erreichen.

Zu den nächsten Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr.-Ing. Otto Fernholz
Arbeitskreisleiter

Dr.-Ing. Otto Fernholz

Arbeitskreisleitung

Benjamin Grosse, M. Sc.

Arbeitskreisleitung

Dipl.-Ing. Clemens Schürmeyer

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

VA-Bericht

Zukünftige Residuallastdeckung Strom und Wärme mit Kraft-Wärme-Kopplung

Bei einem erneuerbaren Energiesystem mit fluktuierenden Erzeugern (Wind und Sonne) benötigen wir eine steuerbare Energieerzeugung zur Versorgungssicherheit. Eine Säule dazu ist die hochflexible Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Unser Referent, Claus-Heinrich Stahl, Präsident des Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. erklärt die Vorzüge und Einsatzmöglichkeiten der KWK.

KWK zeichnet sich aus durch
- einen sehr hohen Ausnutzungsgrad der Primärenergie,
- das Potenzial hoher Laständerungsgeschwindigkeiten,
- die Einsatzmöglichkeit vieler Brennstoffarten.

KWK Anwendungen sind in allen Größenordnungen zu finden, von Anwendungen in Großkraftwerksprozessen bis zu Anwendungen in einzelnen Wohneinheiten.

KWK wird hauptsächlich stromgeführt betrieben. Zusammen mit großen Wärmespeichern kann der Strombedarf unabhängig vom Wärmebedarf gedeckt werden. Mit den großen möglichen Lastwechselgeschwindigkeiten kann KWK sehr gut auf schnelle Residuallaständerungen reagieren und somit dazu beitragen, die Netze stabilisieren. Und KWK kann beim Einsatz von regenerativ erzeugten Gasen, z.B. Biogasen oder Wasserstoff, das Ganze auch klimaneutral realisieren.  

Herr Stahl zeigt die Vielseitigkeit der KWK anhand von Einsatzbeispielen in Deutschland und weist auf viele neue in Planung und im Bau befindliche Projekte mit KWK hin.  

In der Vergangenheit wurden insbesondere große KWK-Anlagen hauptsächlich zur Deckung von Grundlast bei der Stromversorgung eingesetzt. Zukünftig sollen zunehmend kleinere Anlagen dezentral in Gebieten hohen Stromverbrauchs zur Deckung der Residuallast betrieben werden. Damit könnte der Ausbau der geplanten Stromtrassen reduziert werden.

Fazit: KWK kann mit ihren Fähigkeiten eine zuverlässige Partnerin der erneuerbaren Energien auf dem Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft sein.

Otto Fernholz
Arbeitskreisleiter

Recycling von Windenergieanlagen

Öffentliche Debatte, aktuelle Situation und politische Herausforderung

 

Der AK Umwelttechnik widmet sich im Jahr 2021 verstärkt dem Thema "Rückbau von Windenergieanlagen". Den Auftakt bildete die Veranstaltung am 27. Januar 2021, die in Kooperation mit dem AK Energietechnik/Regenerative Energien mit insgesamt 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Zuspruch fand.

Dipl. Ing. (FH) Wolf Stötzel, Fachreferent des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) erläuterte in seinem informativen Vortrag, dass sowohl die Branche als auch Forschung, Politik und die Behörden sich mit der Praxis des Rückbaus und detaillierten Rückbaukonzepten von Altanlagen befassen. 80 – 90 Prozent der Komponenten, die metallhaltigen Anlagenteile, die Elektrik sowie die Fundamente und der Turm (Stahl-, Kupfer-, Aluminium- und Betonkomponenten) werden herkömmlichen Wiederverwendungszwecken oder Recyclingsystemen zugeführt. Hierbei sind abfallrechtliche Anforderungen zu beachten.
Besondere Herausforderungen stellen die Rotorblätter dar. Die bestehen zu hohen Anteilen aus Glasfaserkunststoffen, zunehmend auch mit Bauteilen aus Carbonfaserkunststoffen (CFK). Hierzu beschrieb er potenziell entstehende Probleme bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau und verwies auf die Arbeiten der Arbeitsgruppe innerhalb der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
(Bericht der LAGA zur Entsorgung mit faserhaltigen Abfällen) und auf den Abschlussbericht des Umweltbundsamtes „Entwicklung eines Konzepts und Maßnahmen für einen ressourcensichernden Rückbau von Windenergieanlagen“: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/entwicklung-eines-konzepts-massnahmen-fuer-einen.

Als Vertreter des Verbandes BWE stellte Herr Stötzel Erfordernisse nach einem homogenen Rückbaustandard, nach einheitlich strukturierten Datenblättern für alle wesentlichen Komponenten der Windenergieanlage sowie nach abfallbezogenen Verwertungs-und Exportregelungen für Rotorblätter dar. Die Position des Verbandes wurde 2019 in einem BWE-Hintergrundpapier veröffentlicht: https://www.wind-energie.de/themen/anlagentechnik/rueckbau/.

In der abschließenden Diskussion eröffnete sich eine Bandbreite von der Mengenbilanzierung der Abfallströme, der Kostenfrage, den Risiken der thermischen Behandlung von CFK-Fasern, der notwendigen Normierung der Rückbauprozesse und Fragen des Rückbaus der Fundamente.

Diese spannenden Fragen wird der AK Umwelttechnik in den Veranstaltungen am 24.03.2021 mit der Fa. Hagedorn: „Rückbau von Windenergieanlagen in der Praxis“ sowie am 12.05.2021 mit der Fa. Neowa GmbH: „Recycling von glasfaserverstärkten Kunststoffen und Carbonfaserkunststoffen“ erneut aufgreifen.

Christiane Schnepel
Stv. Leiterin AK Umwelttechnik Berlin

Dynamisch im Stundentakt

Eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeitskreise VDI/VDE Regenerative Energien, VDI Bautechnik und VDI Technische Gebäudeausrüstung Berlin am 3. Dezember 2019 widmete sich dem Thema „Auslegung und Überprüfung von Gebäude-Energiekonzepten - Dynamische Computersimulation im Stundentakt“. Referent war Dipl.-Phys. Ing. Andreas Lahme (Geschäftsführer der Firma Alware).

Die Auslegung von Energiekonzepten für Gebäude erfolgt im Wesentlichen auf Basis der aktuellen Richtlinien (Heizlast nach DIN 12831, Kühllast nach VDI 2078). Die Gebäudetechnik wird dabei so geplant, dass alle theoretischen energetischen Spitzenbedarfe sicher abgedeckt werden können, auch wenn sie später im Betrieb eher nicht vorkommen. Inzwischen gibt es aber auch einen Trend hin zu Auslegungsmetoden mit computerunterstützter dynamischer Simulation. Die Fa. Alware ist Spezialist für ganzheitliche, dynamische und stündliche Gebäudesimulationen. Der Geschäftsführer, Herr Dipl. Phys. A. Lahme stellt die umfangreichen Fähigkeiten seiner Software anschaulich dar. 

Der stündlich wechselnde Energiebedarf über den Verlauf eines Jahres (Wärme, Kälte, Strom) wird sehr detailliert berücksichtigt und kann mit allen denkbaren konventionellen und regenerativen Energieerzeugern zur Deckung gebracht werden. Besonders wichtig ist dabei die Fähigkeit der Gebäude Energien selber zu speichern.  Anhand der Simulationsergebnisse lässt sich Anlagentechnik bedarfsgerecht auslegen oder bestehende Anlagentechnik optimieren. Außerdem kann durch die enthaltene CO2 Bilanzierung die Nachhaltigkeit nachgewiesen werden. In der Regel führt dieses Vorgehen zu einer „kleineren“ Gebäude-/Anlagentechnik, die durch eine optimierte Prozessführung den Energiebedarf zielgerichteter und damit kostengünstiger decken kann. Der höhere Aufwand der Simulation wird durch den erheblich reduzierten Investitionsbedarf und den reduzierten Ressourcenverbrauch im Betrieb in Kürze ausgeglichen.

Das heißt, die Auslegung mittels dynamischer Simulation beschert dem späteren Betreiber nicht nur eine hohe Wirtschaftlichkeit, sondern leistet auch einen nachhaltigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. 

Dr.-Ing. Otto Fernholz

Technik für die Energiewende

Im Netzquartier

Am 21. November 2019 veranstaltete der Arbeitskreis Regenerative Energien zusammen mit 50 Hertz einen Vortrag zum Thema „Smart Meter Daten und dezentrale Flexibilität“. Hierzu hatte 50 Hertz 25 Teilnehmer*innen in das Netzquartier am Hauptbahnhof eingeladen und mit Blick über die Hauptstadt die Zukunft der Energiewende erläutert. Der Fokus lag am Schnittpunkt von Erneuerbarer Energie und Übertagungsnetz, wo durch die Smart Meter (in diesem Fall im Sinne des Smart Meter Gateways) eine Kommunikationsschnittstelle zwischen Produzenten, Vermarktern, Konsumenten und Netzbetreibern am Entstehen ist. Durch die zeitlich höher aufgelösten und zudem in nahezu Echtzeit übermittelten Daten aus diesen modernen Strommesseinheiten ergeben sich zusätzliche Anforderungen aber auch Chancen  für die Netzbetreiber. So müssen die zusätzlichen Daten verarbeitet und die Datensicherheit gewährleistet werden. Neben hohen Anforderungen an die IT der Netzbetreiber, ergibt sich die Chance, weitere Flexibilität zu gewinnen.

So berichtete Dr. Meyer-Braune von 50 Hertz von den Entwicklungen bei 50 Hertz im Rahmen des Forschungsprojektes WindNODE, wo unter anderem dezentrale Flexibilität gesammelt und für die Netzstabilität eingesetzt werden soll. Hierzu hat 50 Hertz in Zusammenarbeit mit Verteilnetzbetreibern, Flexibilitätsanbieter, Kraftwerksbetreibern und Großkonsumenten eine Flexibilitätsplattform entwickelt, auf der Potentiale auch im niedrigen Megawattbereich bereitgestellt werden können. Neben der Vorstellung der Entwicklungen erläuterte Dr. Meyer-Braune aber ebenfalls umfangreich die Hindernisse und vorgehen bei der Einführung von Smart Metern, welche ab sofort durchgeführt werden. Hierbei ging er ausführlich auch auf die Rechte und Pflichten von Netzbetreibern, Messstellenbetreibern und Versorgungsunternehmen ein, sodass ein rundes Bild zur Einführung und Umsetzung von Smart Metern sowie möglichen Chancen und Risiken zu diesen für die anwesenden Teilnehmer*innen innerhalb der zwei Stunden Vortrag und Antworten entstand.

M. Sc. Benjamin Grosse

Über den Arbeitskreis

Innovative Technologien der Wissenschaftsgebiete Fabrikplanung, Fördertechnik und Logistik sollen vorgestellt werden und ein reger Austausch dazu erfolgen.

Besondere für die Region Berlin-Brandenburg wird eine Plattform für Unternehmen oder Hochschulen angeboten, auf der tätige Ingenieurinnen und Ingenieure, Unternehmen, Politiker und Wissenschaftler sich kennen lernen, miteinander ins Gespräch kommen, Probleme miteinander austauschen und erste Lösungsgedanken entwickeln. Es ist ein Beitrag für das Entstehen von Synergien und Allianzen auf wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Gebiet. Um das zu erreichen, werden Informationsveranstaltungen, Themenabende oder Stammtische angeboten, die einen regen Erfahrungsaustausch befördern sollen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Peggy Näser
Arbeitskreisleiterin

Prof. Dr.-Ing. Peggy Näser

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis soll einschlägig interessierten Studenten, Technikern und Ingenieuren aus der Region eine Plattform zum Informationsaustausch, zur Netzwerk- und zur Weiterbildung bieten. Hierzu werden regelmäßig Fachvorträge und Veranstaltungen zu verschiedenen Themen der Kraftfahrzeugtechnik organisiert, in deren Rahmen Gelegenheit zum Dialog gegeben wird. Ergänzt wird diese Plattform durch eine eigene Homepage des Arbeitskreises (www.fahrzeugtechnik-berlin.de), auf der Termine, Verweise auf die Fahrzeugindustrie in der Region und potenzielle Ansprechpartner zu finden sind. Ebenfalls werden dort alle Veranstaltungsthemen mit Referentennamen und Thema dokumentiert.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. W. Stedtnitz
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. W. Stedtnitz

Prof. Dr.-Ing. Darius Friedemann
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Darius Friedemann

Barend Wolf

Barend Wolf

Stellv. Arbeitskreisleiter

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Bericht über die Veranstaltung

In den Genuss einer zweistündigen Veranstaltung mit Vorlesung und Werksführung zum Fahrzeugbau, Schwerpunkt Motorräder, kamen rd. 30 Ingenieur:innen und Studierende des Studienganges Fahrzeugtechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Fachlich begleitet wurde die Führung durch BMW-Mitarbeiter sowie Prof. Dr. Friedemann und Prof. Dr. Stedtnitz von der HTW.

Der Produktionsstandort Spandau, auf einer Fläche von 220.000 m², umfasst die Bereiche Mechanische Fertigung, Motorenmontage, Schweißerei, Lackiererei, Fahrzeugmontage, Qualitätsmanagement, Bremsscheiben und Logistik. Besichtigt wurden die Produktionslinie der Motorenmontage, ein Prüfstand für Motoren, die Motorradendmontage, die Verpackungsabteilung sowie das Hochregallager. Bezüglich des Antriebskonzepts fand die Führung im traditionellen Bereich der Verbrennungsmotoren statt, der Bereich des elektromotorischen Antriebs ist für die Öffentlichkeit momentan nicht zugänglich.

Ein Motorrad besteht aus rd. 2000 Teilen und Komponenten. Um Ausfälle zu vermeiden, werden während des gesamten Fertigungsprozesses Qualitätssicherungsmaßnahmen durchgeführt. Besonders kritisch ist der Zusammenbau des Motors. Hier werden hohe Anforderungen an die zulässigen Toleranzen der Bauteile gestellt sowie an die Vermeidung von Verunreinigungen beim Zusammenbau des Motors. Diese können zum Ausfall des Motors im Prüfstand führen bzw. die Lebensdauer eines Motors verringern.
Am Ende der Fertigung erfolgt eine Überprüfung von ca. 1000 Parametern. Nur wenn diese die Vorgaben erfüllen, geht das Motorrad in den Verkauf.
Alle Daten der Fertigung und Abnahme, die Anzugsmomente und Einstellwerte sowie die auftragsbezogenen Daten, all diese werden automatisch erfasst und archiviert.

Ein hochmodernes Hochregallager bildet den Kern des Logistikzentrums. Einerseits werden Bauteile von rd. 800 Zuliefern vollautomatisiert eingelagert, andererseits Bauteile und Komponenten herausgenommen und zielgenau in den Produktionsprozess eingeschleust. In einem Prozess, in dem auch Umwelt- sowie Arbeitsschutz einen hohen Stellenwert haben.

Im September 1969 lief am Juliusturm das erste Motorrad vom Band. Seitdem haben sich die Kapazitäten am Standort verfünfzigfacht. Die Einführung des Zweizylinder-Boxermotors 1993 bei der BMW R 1100 RS ist ein wichtiger Meilenstein bei der Fortentwicklung der BMW-Motorräder. Die Vorteile sind eine flache Bauart, ein niedriger Schwerpunkt und ausgeglichene Massenkräfte. In Deutschland ist BMW mit 23000 Neuzulassungen (2022) die Nummer 1. Sehr wichtig für BMW ist aber auch der ausländische Markt, denn etwa 80 Prozent der Motorräder werden in über 130 Länder exportiert.

BMW produziert pro Tag bis zu 800 Zweiräder. Rd. 2000 Beschäftigte am Standort Spandau sichern den Ablauf in dem Werk. Beim Personal setzt das Unternehmen auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen. So durchlaufen 80 Jugendliche eine Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen.

AK Besichtigungen / AK Fahrzeugtechnik
Frau Dr. Neudecker / Herr Prof. Stedtnitz / Herr Prof. Friedemann

Bericht über die Online-Veranstaltung „Zukunftstechnologien für die Logistik in Smart Cities“

Trotz hochsommerlicher Temperaturen in Berlin von über 30 °C schalteten sich 26 interessierte Teilnehmer zu der Online-Veranstaltung „Zukunftstechnologien für die Logistik in Smart Cities“ dazu. Begrüßt wurden Sie von Prof. Werner Stedtnitz (Arbeitskreisleiter Fahrzeugtechnik) sowie Cosimo Piancastelli (Stellv. Arbeitskreisleiter Logistik), der durch die Veranstaltung führte.

Als Referenten waren eingeladen Jens Tiemann vom Fraunhofer FOCUS, der das Thema LPWAN – Low Power Wide Area Network vorstellte sowie Jakob Gemassmer vom Reiner Lemoin Institut, der von seinem Forschungsprojekt Netz_eLOG – Intelligente Netzintegration der elektrifizierten Logistik berichtete. Beide Vorträge zeigten deutlich auf, dass die Themen Vernetzung und Elektromobilität nur gemeinschaftlich unter Mitwirkung aller Ingenieursdisziplinen angegangen werden können.

Bei Interesse zu diesen Themen kontaktieren Sie gerne den Arbeitskreis Logistik oder direkt die beiden Referenten. Teilen wollen wir an dieser Stelle den Aufruf von Herrn Gemassmer, der für die anstehenden Workshops im Rahmen des Projekts Netz_eLOG noch interessierte Teilnehmer sowie zur Validierung und Übertragung der Methodik Partner mit einer E-Fahrzeugflotte sucht.

Abschließend bedanken wir uns bei den Referenten für die spannenden Vorträge und allen Teilnehmern für ihre Zeit. Bis zur nächsten Veranstaltung des AK Fahrzeugtechnik und AK Logistik.

Frauen im Ingenieurberuf

Der Bereich "Frauen im Ingenieurberuf FIB" vertritt im größten technisch-wissenschaftlichen Verein Europas, dem Verein Deutscher Ingenieure, VDI, die Interessen von Ingenieurinnen und Studentinnen der Ingenieurwissenschaften. 

Ziele des Arbeitskreises:

  • Technik-Akzeptanz bei Frauen und Männern erhöhen - das bedeutet mehr Studierende für technisch-naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern und den Frauenanteil zu steigern. 
  • Technik gestalten: nach Einfluß streben, um verantwortlich und verantwortungsvoll technische Entwicklungen zu steuern, 
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf forcieren - Kinder und Berufstätigkeit dürfen kein Widerspruch sein. FIB will fortschrittliche Lösungen aufzeigen. 
  • Erfahrungsaustausch von und mit Frauen: Bundesweite Treffen und regionaler Erfahrungsaustausch von und mit Frauen veranstalten. 
  • Ingenieurinnen nicht nur in Deutschland vernetzen, sondern auch die Kontakte im Ausland ausbauen. 
  • Weiterbildung fachlich und persönlich
  • Vertretung der Ingenieurinnen in Politik und Gesellschaft. 
  • Mädchen für Technik interessieren. 


Wir sind an Kooperationen mit Institutionen, Unternehmen, Hochschulen und andere Netzwerke immer interessiert. Sprechen Sie uns an! 

Das Netzwerk "AK Frauen im Ingenieurberuf"

Das Netzwerk Frauen im Ingenieurberuf im VDI zählt ca. 11.000 Mitglieder. Es vertritt die Interessen der Ingenieurinnen in der Öffentlichkeit und bindet dabei Entscheidungsträgerinnen und –träger aus Beruf und Gesellschaft mit ein. Das Netzwerk gibt es seit 1965; es ging aus einem Ausschuss "Frauen im Ingenieurberuf" hervor, der damals in Würzburg auf einer Sitzung der damaligen VDI-Hauptgruppe Beruf- und Standesfragen tagte. Eine der Gründerinnen ist Jutta Saatweber. Im Dezember 2017 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Heute gibt es deutschlandweit 36 Arbeitskreise; der Berliner Arbeitskreis ist seit den 80er Jahren aktiv. Auslöser war der von vielen Ingenieurinnen formulierte Wunsch nach mehr Austausch mit Kolleginnen, der in einem männerdominierten Berufsumfeld oft fehlt. Der Arbeitskreis organisiert Exkursionen in Technologieunternehmen, Podiumsdiskussionen und Fachvorträge. Die Themen sind disziplinenübergreifend, reichen von der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" über "Selbstmarketing" und "weibliche Führungsstile" bis hin zu technologischen Innovationen und Trends, sowie deren Folgen für die Gesellschaft. Bei allen Veranstaltungen des Arbeitskreises sind auch Männer willkommen. Ein Highlight in Berlin für uns war im Jahr 2016 der 17. VDI-Kongress "Frauen im Ingenieurberuf" zum Thema "Innovation und Nachhaligkeit". An zwei Tagen kamen in Berlin über 200 Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet zu Workshops, Fachvorträgen und zum Netzwerken zusammen. 2018 fand der 18. VDI-Kongress "Frauen im Ingenieurberuf" am 8. und 9. Juni in Frankfurt statt.

Mehr zum bundesweiten Netzwerk "Frauen im Ingenieurberuf" erfahren Sie zentral unter: https://www.vdi.de/aktivitaeten/netzwerke/frauen-im-ingenieurberuf

Aktuelle Veranstaltungen des Netzwerks FIB

Claudia Wünsch, M.Eng.privat
Arbeitskreisleitung

Claudia Wünsch, M.Eng.

Ana Remis

Ana Remis

Stv. Arbeitskreisleiterin
Jenny Dawon

Jenny Dawon

Stv. Arbeitskreisleiterin

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis vermittelt in Geschichte und Gegenwart bewährte Führungsprinzipien und Strategieregeln auf ethischer Grundlage.

Ziele des Arbeitskreises sind:

  • Ingenieur*innen mit Aufgaben und Lösungsmöglichkeiten vertraut machen, die sich ihr/ihm als Führungskraft stellen.
  • Mit ihr/ihm ein Bewusstsein für Strategien und Taktiken entwickeln, die sie/er selbst verwendet bzw. die gegen sie/ihn verwendet werden – sei es durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sei es durch die außerbetriebliche Konkurrenz.
  • Die Einübung von Führungsprinzipien und Strategien
  • sowie die Abwehr und Vereitelung von unfreundlichen Maßnahmen und Strategien der Konkurrenz.

Durch die regelmäßig eingestreuten historischen Bezüge wird zudem die eigene Bildung erweitert, durch die Ableitung aus konkreten historischen Beispielen bzw. Geschichten werden die Führungsgrundsätze und Strategien leichter erinnerlich.

Behandelt werden u. a. die Gewinnung von MentorInnen, der Umgang mit Vorgesetzten, das Gewinnen und Halten von Verbündeten, der Aufbau und das Mobilisieren von Netzwerken, der richtige Umgang mit eigenen Schwächen (und Stärken), das Entscheiden, die eigene Legitimation, Konsistenz und Glaubwürdigkeit als Führungskraft, die Grundlagen der Mitarbeitermotivation, der professionelle Auftritt und die glaubhafte Kreation des eigenen Images.

Es geht in diesem Arbeitskreis immer auch um Erfahrungsaustausch, das Lernen mit- und voneinander sowie das erfolgreiche Netzwerken, insbesondere zwischen Studierenden / Berufseinsteigern und erfahrenen Führungskräften. Um den intensiven Austausch zwischen Hochschulen und Praxis zu erleichtern, finden regelmäßig Workshops an Berliner Hochschulen statt.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr. phil. Justinus Pieper
Arbeitskreisleiter

Dr. phil. Justinus Pieper

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreisleiter ist Mitglied im Erweiterten Vorstand und hat in diesem Kreis u.a. die Aufgabe übernommen, durch Vorträge hervorragender Fachleute, auf die Bedeutung des jeweiligen Themas des vom Bundesministerium für Wirtschaft ausgerufenen Wissenschaftsjahres aufmerksam zu machen.

Damit soll das Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft insbesondere für die Region Berlin und Brandenburg gefördert werden.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Wolfgang JähnichenWolfgang Jähnichen
Arbeitskreisleiter

Wolfgang Jähnichen

Über den Arbeitskreis

"Digitale Transformation" ist aktuell das beherrschende Stichwort im technischen Umfeld und beschreibt einen Paradigmenwechsel, der in alle Lebensbereiche wirkt. Damit wächst auch in den industriellen Bereichen weiterhin die Bedeutung der Informationstechnik und bestimmt in zunehmendem Maß die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Schlagworte wie Industrie4.0, BigData und Datensicherheit zeigen, dass Fortschritt und Markterfolg maßgeblich vom innovativen und effizienten Einsatz der IT geprägt sind. Grund genug für den VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg, mit dem Arbeitskreis Informationstechnik (AK-IT) den VDI-Mitgliedern in diesem wichtigen Querschnittsbereich ein Angebot zu machen.

Mission des Arbeitskreises Informationstechnik ist es, Entwicklungen und Trends in der Informations- und Kommunikationstechnik aufzuzeigen und aktuelle Themen und herausfordernde Fragestellungen mit ingenieurtechnischem Bezug zu diskutieren. Dafür werden vom AK-IT Vorträge mit Diskussion über wichtige Schlüsselthemen oder spezielle IT-Werkzeuge organisiert sowie Exkursionen zu Firmen, Verwaltungsinstitutionen oder informationstechnischen Großanlagen durchgeführte. 

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Dipl-Inf. (FH) Thorsten Hempel
Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Dipl-Inf. (FH) Thorsten Hempel

Tasso Mulzer
Stellv. Arbeitskreisleiter

Tasso Mulzer

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Bericht über die Online-Veranstaltung des AK Informationstechnik

Erfolgreich auf den digitalen Zug aufspringen - Eine Anleitung zum Handeln - Erläuterungen und Argumentationen zur neuen Richtlinie VDI 6603 „Unternehmen digital transformieren“

Die Corona-Pandemie treibt die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft in extremer Weise. Sie hat seit März 2020 mehr Entwicklungsfortschritt bewirkt, als in den fünf Jahre davor. Da kam die Online Veranstaltung des VDI-AK-Informationstechnik am 07.07.2020 mit 38 Teilnehmern zur Vorstellung der neuen Richtlinie VDI 6603 „Unternehmen digital transformieren“ gerade zur richtigen Zeit.

Kleinen und mittleren Unternehmen in allen Branchen, unternehmerisch geführten Institutionen aber auch dem öffentlichen Dienst wird darin der Handlungsbedarf verdeutlich sowie Möglichkeiten und Fallstricke der digitalen Transformation aufgezeigt. Führungskräfte erhalten eine wertvolle Orientierungshilfe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen einen fundierten Einblick in das Thema.

In der Veranstaltung erläuterte Dipl.-Ing. Christian Kind, VDI, Senior Consultant, InMediasP GmbH, Hennigsdorf, der als Co-Autor an der Erarbeitung der Richtlinie VDI 6603 beteiligt ist, deren wesentlichen Bestandteile. Er beschrieb das mögliche Vorgehen bei einer digitalen Transformation durch die Realisierung digitalisierter Produkte, die Überführung bestehender in digitale Prozesse sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Eine zentrale Bedeutung kommt der ganzheitlichen Sicht auf die Aspekte Mensch, Technik und Organisation zu. Der Transformationsprozess setzt dabei auf die drei klassischen Schritte, die iterativ und der jeweiligen Situation angepasst durchzuführen sind:

  1.               Zielbild entwickeln
  2.               Konzepte gestalten
  3.               Konzept umsetzen.

Die Richtlinie ist im Mai als Entwurf (der sogenannte „Gründruck“) erschienen, Einsprüche sind bis zum 31. Juli 2020 über das VDI-Richtlinien-Einspruchsportal http://www.vdi.de/6603 einzureichen.

Es besteht die Möglichkeit, den Gründruck der Richtlinie VDI6603 in der Geschäftsstelle des VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg einzusehen. Eine Terminvereinbarung mit der Geschäftsstellenleiterin Frau Birgitt Döhring (doehring@vdi-bb.de) ist unbedingt erforderlich. Alternativ liegt die Richtlinie auch in den regulären Auslegestellen zur Einsicht aus:(https://www.beuth.de/de/regelwerke/auslegestellen#/).

Fragen zu dieser VDI-Richtlinie und zur Umsetzung der Digitalen Transformation beantwortet der Referent Christian Kind (kind@inmediasp.de).

Über den Arbeitskreis

Die Konstruktion und Entwicklung ist die Keimzelle der Innovation und beeinflusst maßgeblich die Funktion, die Lebensdauer und die Kosten eines Produktes. Der Arbeitskreis will die Vielfältigkeit der Konstruktion und Entwicklung an Hand ausgesuchter Beispiele darstellen und Ingenieure und Entwickler befähigen mit neuen Methoden ihren täglichen Anforderungen gerecht zu werden. Der Arbeitskreis Konstruktion und Entwicklung verfolgt das Ziel, bei den tätigen Ingenieuren und Entwicklern die dafür notwenigen Kompetenzen zu stärken und vor allem neue Tendenzen aufzuzeigen.

Schwerpunkte sind

  • methodisches Entwickeln, Konstruieren und Berechnen
  • C-Werkzeuge
  • 3D Druck
  • Industrie 4.0
  • Methodenmanagement
  • Bionik

Wir sehen uns als Forum zum Austausch von Erfahrungen und Ideen. Unser AK sucht die Praxis um die Industrieerfahrungen in den Wissenstransfer einfließen zu lassen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Alem Imamovic
Amtierender Arbeitskreisleiter

Alem Imamovic

Dipl.-Ing. Thorsten Lenz
Stellv. Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Thorsten Lenz

Dr.-Ing. Ina Holfelder

Dr.-Ing. Ina Holfelder

Arbeitskreisleitung

Über den Arbeitskreis

Kunststoffbasierte Leichtbautechnologien haben aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile das Potenzial, eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der globalen Probleme des 21. Jahrhunderts sowie des Strukturwandels in der Lausitz einzunehmen. Insbesondere mit den Faser-Kunststoff-Verbunden (FKV) und der Anwendung von modernen Fertigungsprozessen können Werkstoffe nach Maß entwickelt und damit ressourceneffiziente Bauweisen umgesetzt werden. Alle dafür relevanten Fachdisziplinen wie Werkstofftechnik, Konstruktion und Auslegung sowie Fertigungstechnik werden mit den Aktivitäten des Arbeitskreises »Kunststoffe und Leichtbautechnologien« angesprochen und eingebunden.

Der Arbeitskreis hat sich als Gesamtziel zur Aufgabe gemacht, durch unterschiedliche Veranstaltungen, kunststoffbasierte Leichtbautechnologien als Querschnittstechnologien verschiedenen Akteuren vorzustellen und diese zu Aktivitäten in diesem Themenbereich zu vernetzen. So soll langfristig zu einem erfolgreichen Technologie- und Wissenstransfer in der Region beigetragen werden.

Dabei soll die gesamte Prozesskette – von der Werkstoffaufbereitung bis zur Prüfung der Leichtbaukonstruktionen – betrachtet werden. Ingenieure, Interessierte, Vertreter von Unternehmen sowie unterschiedlicher Institutionen erhalten durch den Arbeitskreis Anregungen für und Unterstützung bei Vorhaben in Form von fachlicher Expertise und Netzwerkstrukturen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Holger Seidlitz
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Holger Seidlitz

Stellv. Arbeitskreisleiter

Roland Knorr, M.Eng.

Über den Arbeitskreis

Ein Team von Fachexperten unterschiedlicher fachlicher Ausrichtung leitet den Arbeitskreis. Gemeinsam wird jährlich eine Reihe von Fachvorträgen angeboten. Diese werden ergänzt durch fachübergreifende und überregionale Gemeinschaftsveranstaltungen mit Firmen und Institutionen. Ein jährliches Netzwerktreffen für Geschäftsführer und Entscheidungsträger aus der Region schafft Kontakte zwischen Industrie, Mittelstand, Handwerk und Handel sowie Hochschulen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Wirtschaftsförderinstitutionen.

Durch das gegenseitige Mitwirken in Einrichtungen und Verbänden in Brandenburg und Berlin werden Synergien genutzt und gemeinsame Ziele koordiniert, z.B. durch Mitgliedschaft im Cluster Kunststoffe und Chemie des Landes Brandenburg.

Der Arbeitskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielfältigkeit der Kunststoffe, deren Herstellung, Verarbeitung, Einsatzmöglichkeiten und Recycling Ingenieuren und Technikinteressierten darzustellen und sie in ihren täglichen Anforderungen zu unterstützen. Kunststoffe sind vom Menschen geschaffene Werkstoffe, deren Eigenschaften in einzigartiger Weise frei gestaltbar sind und jederzeit neuen Bedürfnissen angepasst werden können.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Johannes Thaten
Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Johannes Thaten

Prof. Dr. Dietmar Werner Auhl

Prof. Dr. Dietmar Werner Auhl

Arbeitskreisleitung

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Bericht über die VA am 11.12.2023 in Potsdam

Thema: Moderne Verkehrswege

Am 11. Dezember 2023 fand unter diesem Motto zum dritten Mal eine gemeinsame Veranstaltung des VDI Bezirksvereins Berlin-Brandenburg e.V. Arbeitskreis Kunststofftechnik, des VDI Landesverband Berlin und Brandenburg sowie des Clustermanagements Kunststoffe und Chemie bei der Wirtschaftsförderung Brandenburgs (WFBB) und mit Unterstützung des Fachgebiets Polymerwerkstoffe und -technologien der TU Berlin und dem Clustermanagement Verkehr, Mobilität und Logistik statt.

In diesem Jahr wurde ein besonderer Fokus auf "Lösungen für Moderne Verkehrswege" gelegt. Insbesondere ging es um Bahnschwellen und Unterbauten aus Kunststoff und Kunststoff- Recyclaten.

Die Veranstaltung fand in den Räumen der ILB Potsdam statt. Ziel der Veranstaltung war es, dass sich Fachleute aus Industrie und Forschungseinrichtungen kennenlernen, zum Thema diskutieren, sich austauschen und vernetzen.

Das Programm wurde mit einer kurzen Begrüßung und Einleitung durch Frau Dr. Juliane Epping von der WFBB sowie Herrn Prof. Hermann Mohnkopf, Vorstandsmitglied des VDI Bezirksverein Berlin- Brandenburg e.V., gestartet. Die Moderation übernahm Frau Dr. Epping und Herr Johannes Thaten vom VDI Arbeitskreis Kunststofftechnik.

Herr Johannes Walter, Referent beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz zeigte in seinem Beitrag den derzeitigen Stand zum nachhaltigen Wirtschaften aus Sicht der Politik und die vor uns liegenden Probleme auf.

Dr.-Ing. Franz Haban, Sachgebietsleiter beim Eisenbahn-Bundesamt, gab in seinem Keynote- Beitrag einen umfassenden Einblick zum derzeitigen Stand des Einsatzes verschiedener Schwellen- und Untergrundarten bei der Deutschen Bahn. Zur Einführung: ca. 8% des weltweiten CO2- Ausstoßes werden bei der Zement- Produktion erzeugt. Andererseits sind Betonschwellen unschlagbar preiswert, brandfest und für Hochgeschwindigkeitsstrecken geeignet. Sie sind für 40 – 50 Jahre stabil, die Recyclingquote beträgt ca. 8%. Das Recycling von Schotter ist sehr aufwändig, für eine optimale Dämpfung müssen die einzelnen Steine scharfkantig sein.
Die Haltbarkeit von Holzschwellen hat sich stark reduziert, seit Kreosot als Holzschutzmittel verboten wurde. Kunststoffschwellen können diese ersetzen, seit einiger Zeit insbesondere im Bereich Rangieren, unter Weichen und im Brückenbau. Eine Lebensdauer von 30 Jahren wird als realistisch angesehen. Es gibt inzwischen 7 Hersteller, von denen nur einer Neumaterial verwendet. Die Bewehrung besteht überwiegend aus Glasfasern, aber auch Stahlstäbe werden eingesetzt. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass in komplizierten Bereichen einzelne Schwellen individuell anpassbar sind.

Herr Josef Lindlbauer, Leitung Business Development, berichtete über Kunststoffe und Recyclate für Bahnschwellen der Firma KRAIBURG STRAIL GmbH & Co. KG. Es finden nur sortenreine Recycling- Materialien Verwendung. Das Endprodukt wird aus einem Granulat hergestellt, dessen Elemente aus faserverstärktem Kunststoff bestehen. Es wird eine Lebensdauer von 50 Jahren angestrebt. Zurzeit besteht eine Zulassung bis zur Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Nach Ablauf der Nutzungsdauer ist das Material aufgrund seiner Struktur zu 100% wiederverwendbar.

Herr Lasse Hansen und Herr Jonathan Gerstel von der TU Berlin berichteten über ein gemeinsames Forschungsprojekt „Feste Fahrbahn aus recycelten Kunststoffen“. Feste Fahrbahnen aus Beton haben viele Nachteile, z.B. eine schlechte CO2- Bilanz bei der Herstellung, starke Schallabstrahlung aufgrund fehlender Materialdämpfung, Rissbildung. Als Ersatz soll ein Polymer- „Beton“ erzeugt und untersucht werden, bei dem eine Polymermatrix mit einer Gesteinsfüllung, einer Stahlbewehrung oder z.B. Quarzsand versehen wird. Es handelt sich um eine interdisziplinäres Projekt, an dem verschiedene Institute, aber auch die Deutsche Bahn beteiligt sind.

Herr Lasse Hansen berichtet in Vertretung für die Firma Recon-T über Recyclingströme aus Altkunststoffen.In einer Reihe von Beispielen werden verschiedene Materialien vorgestellt, die aus der Verwertung von Altkunststoffen unterschiedlichster Herkunft stammen. Ziel ist eine preisgünstige Variante für Kunststoff- Untergründe.              

Herr Jorge Carranza und Herr Nils Kolbinger von GERB Schwingungsisolierungen GmbH & Co. KG zeigen neuartige Masse-Feder-System (MFS) als Schutzmaßnahme gegen Schwingungen. Es werden inzwischen Schichten zur Schwingungsisolierung angeboten, die in den Schienenuntergrund eingebracht werden. Es stehen vollflächige Lager, streifenförmige Lager und Einzellager zur Verfügung. Alle können leicht eingebracht und bei Verschleiß auch problemlos ausgetauscht werden. Bei den Materialien selbst wird untersucht, inwieweit diese nach Aufarbeitung wiederverwendet werden können.

Die einzelnen Vorträge wurden abgerundet durch die Beantwortung von Fragen aus dem Publikum. Zum Abschluss wurde zusätzlich eine Diskussionsrunde mit dem Auditorium und den Vortragenden angeboten. Aus den Fragen der Zuhörer und den Beiträgen der Referenten ergab sich eine lebhafte Debatte. Der Vortragsteil wurde durch eine kurze Zusammenfassung von Herrn Johannes Thaten abgeschlossen.

Beim anschließenden Netzwerken mit Imbiss bot sich im Foyer wieder ausreichend Gelegenheit zum anregenden Austausch und zum gegenseitigen Kennenlernen. Im Nachgang zu dieser dritten Veranstaltung dieser Reihe gab es viel positives Feedback. Das Veranstaltungsformat soll im kommenden Jahr auf jeden Fall fortgesetzt und themenmäßig etwas variiert werden.
 

Dipl.-Ing. Johannes Thaten
Leiter AK Kunststofftechnik

Kunststoffrecycling und Kreislaufwirtschaft

Bericht über die Veranstaltung am 07.06.2022 in Potsdam

Zum zweiten Mal fand unter diesem Motto am 7. Juni 2022 eine gemeinsame Veranstaltung des Clustermanagements Kunststoffe und Chemie der WFBB, dem VDI-Landesverband Berlin und Brandenburg, der IHK Potsdam und dem Kunststoffverbund Berlin-Brandenburg e.V. statt. Wie im Vorjahr war es Ziel dieses Fachdialogs, Teilnehmenden aus der kunststoffverarbeitenden Industrie, Forschungseinrichtungen, Recycling- Betrieben und der Politik die Möglichkeit zu bieten, eigene und gemeinsame Wege aufzuzeigen, die zu einer zirkulären Wertschöpfung führen. In Gesprächen sollten Herausforderungen und Lösungen zusammengeführt werden.
Die Veranstaltung fand diesmal in den Räumen der IHK Potsdam statt. Dadurch wurde eine optimale Mischung aus Podiumsvorträgen und Einzelkontakten sichergestellt.

Das Programm wurde mit einer kurzen Einleitung durch Dr. Juliane Epping von der WFBB gestartet. Es folgten Grußworte der Leiterin des Fachbereichs Interessenvertretung der IHK Potsdam, Frau Barbara Nitsche, und des Geschäftsstellenleiters des VDI- Landesverbands Berlin- Brandenburg, Heinz-Michael Ehrlich.

Hans- Joachim Peters, Referatsleiter beim Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz zeigte in seinem Beitrag den derzeitigen Stand bei der Bewältigung von Recycling und nachhaltigem Wirtschaften aus Sicht der Politik auf und wies auf die vor uns liegenden Probleme hin. Sein Vortrag war begleitet von vielen aktuellen Beispielen.

Matthias Lesch von der Pöppelmann GmbH & Co. KG, der der Versammlung per Video zugeschaltet war, berichtete in seinem Keynote- Beitrag zum VDI Green Paper „Kreislaufwirtschaft“ und über Praxiserfahrungen von Firma Pöppelmann. Auf die provokante Frage „Eine neue Zeit hat begonnen? - Unsere Branche schafft bisher in Europa nur eine PCR-Rezyklatquote von 8,5%“ folgt zunächst die Antwort „Die schonungslose Realität: Im aktuellen Modus werden wir unsere Ambitionen nicht annähernd erreichen.“ Nach dieser allgemeinen Aussage folgt allerdings auch die gute Nachricht: Kreislaufwirtschaft funktioniert. Das zeigen viele Firmen jeden Tag in Serie. Anhand vieler Beispiele wurde daraufhin gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft in die Serie gebracht werden kann. Aber: die Kreislaufwirtschaft ist noch nicht im Massenmarkt angekommen. Der VDI Round Table Circular Economy empfiehlt dazu:

1. Gemeinsame Plattform zur Gestaltung der Transformation einer Circular Economy.
2. Strukturen für die Kooperation von Verwertung, Rohstoffherstellung und OEM schaffen.
3. Intelligenten Mix aus ordnungspolitischen und marktwirtschaftlichen Instrumenten einführen.
4. Produkte durch einen ganzheitlichen Design-Ansatz für den Kreislauf konzipieren.
5. Ausbau und Stärkung der Forschung.

Die abschließende Kernaussage: Kreisläufe schließen wir nur gemeinsam. Wer heute nicht anfängt, ist morgen zu spät. Zum Abschluss entwickelte sich eine angeregte und ausführliche Diskussion. Nach einer kurzen Pause folgten vier Kurzbeiträge aus der Praxis:

Dr.-Ing. Marcus Vater, Strategie Recycling Fraunhofer IAP - Aktivitäten des Fraunhofer IAP im Bereich Recycling von Polymermaterialien
Es wurden mögliche Recyclingpfade mit entsprechenden Untersuchungen aufgezeigt und Bausteine des Kompetenzaufbaus entwickelt. Schlussfolgerungen für die Zukunft:

- Herausforderungen müssen gemeinsam gelöst werden, um schnelle Fortschritte zu erzielen.

- Recyclingkreisläufe so klein wie möglich halten, aber nicht um jeden Preis.

Patrick Reissner, AVEBA (Kunststoffverwertung) - Heute Abfall, morgen Rohstoff? Unser Agrarfolien-Recycling
Anschaulich wurden die verschiedenen Stufen beim Aufbereiten gebrauchter Agrarfolien gezeigt:
Beginnend mit der Vorsortierung und Vorzerkleinerung folgen Aufbereitung und Waschen und schließlich die Erzeugung von Regranulat und neuer Folie. Eine Hauptherausforderung ist die Weiterverwendung des ausgewaschenen Bodens.

Norbert Atzler, Fensterrahmen Profine GmbH - Kreislaufwirtschaft in der Praxis: Fensterprofile
Ein wesentlicher Beitrag von Fenstern zum Umweltschutz besteht zunächst darin, dass aufgrund herausragender Dämmwerte wesentlich weniger Heizenergie verbraucht wird. Neuartige Fenster bestehen aus einem sehr hohen Anteil von Recycling- Materialien und bei der Herstellung wird dafür gesorgt, dass keine Kunststoffrückstände in die Weltmeere gelangen. Die Recyclingquote muss durch politische Vorgaben zu einer bindenden Recyclingpflicht erhöht werden, eine Deponierung muss ausgeschlossen werden.               

Stephen Costello, COSTELLO GROUP - Von Verpackungsresten zu Blumentöpfen
Die Familie Castello stammt aus Irland und beschäftigt sich mit nachhaltiger Landwirtschaft, z.B. zur Herstellung von Weidemilch. Durch Kreuzung von irischen und holsteinischen Rindern wurden die Tiere an eine ganzjährige Weidehaltung angepasst. Ergänzt wird dies durch eine optimierte Betreuung sowie ein intelligentes Weidemanagement. Verpackungsreste werden verwertet und zur Herstellung von Blumentöpfen verwendet.

Die Kurzvorträge bildeten die Grundlage zu einer Podiumsdiskussion, die sich nach einer kurzen Pause anschloss. Teilnehmer waren alle Referenten incl. Herrn Peters, Leiter der Runde war Dr. Mike Thieme vom KuVBB. Zunächst wurde den Referenten Gelegenheit gegeben, Einzelfragen aus ihren Beiträgen zu vertiefen. Im Anschluss wurde die Fragerunde für das Publikum freigegeben und es ergab sich eine lebhafte Debatte. Der Podiumsteil wurde durch eine kurze Zusammenfassung von Johannes Thaten, Leiter des Arbeitskreises Kunststofftechnik, abgeschlossen.

Im anschließenden „Meet & Eat“ bot sich ausreichend Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch und zum Netzwerken.

Auch zu dieser zweiten Veranstaltung gab es viel positives Feedback. Die Organisierenden sind sich einig, dass dieses Veranstaltungsformat auf jeden Fall fortgesetzt und evtl. ergänzt werden soll. Diskutiert wurde eine Erweiterung des Teilnehmerkreises, eine stärkere Integration Berlins sowie die Mitwirkung weiterer kompetenter Politiker.

Johannes Thaten
Arbeitskreisleiter

 

11. Netzwerktreffen

Bericht über die Veranstaltung

32 Teilnehmer:innen meist Entscheidungsträger:innen aus Industrie und Wissenschaft, nahmen am Netzwerktreffen teil.
Für den Hausherrn, die WFBB in Potsdam, begrüßt Herr Dr. Kammradt alle Teilnehmer.
Johannes Thaten vom Arbeitskreis „Kunststofftechnik“ eröffnet das 11. Netzwerktreffen.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer geht sein besonderer Dank an die WFBB in Potsdam für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, das Catering und die Organisation der Veranstaltung sowie an Herrn Dr. Kammradt für seine Grußworte. Mit dem Thema "Ideen und Stärken von Unternehmen aus der Region" soll wieder ein Akzent für unsere Region gesetzt werden.

Wie verringere ich den CO2- Fußabdruck im Unternehmen? Unterstützungsangebote von WFBB Energie
Herr Tschirner von der WFBB berichtet über Förderprogramme, E-Mobilität und einen Effizienzpreis für Kommunen und Unternehmen.

Leichtbau & Bionik, Additive Fertigung
Frau Dr. Ana Teresa Tomás von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie spricht über Veranstaltungen und Aktivitäten im Cluster Leichtbau und Bionik.

Aktuelles aus dem Cluster Kunststoffe und Chemie
Herr Dr. Andreas Kühn von der WFBB berichtet.
Herr Forchert von IVektor berichtet und sammelt Ideen und Vorschläge für den neuen Masterplan.

Projekt „Innovation Hub 13“
Herr Dr. Uwe Netz von der TH Wildau berichtet und stellt Transfer- Möglichkeiten sowie die Arbeit von Transfer- Scouts vor.

Gemeinsam Digital
Herr Marc Dönges vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Berlin spricht über Themen der Digitalisierung.

Firmenvorstellung Stanova GmbH
Frau Katrin Lechler stellt ihre Firma vor und berichtet über neue Verfahren, z.B. zum flusenfreien Stanzen von PC-ABS.

Ein Kompass für Führungskräfte
Herr Dr. Lenz stellt sein gleichnamiges Buch vor und spricht Schwerpunkte über gute Führung im Unternehmen an.

Firmenvorstellung Startup „Floccio“
Herr Alexander Fecke berichtet über sein StartUp und zum Thema Dokumentenmanagement von morgen.

Ergänzend zu den Vorträgen wurde die Veranstaltung ganz entscheidend durch lebhafte Diskussionen geprägt. Es ging im Wesentlichen um Recycling und Digitalisierung, wobei nicht nur gemeinsame Probleme angesprochen, sondern auch Lösungen angeboten wurden. In diesem Zusammenhang berichtete Herr Ehrlich vom VDI- Landesverband Berlin über zukünftige Schwerpunkte des Vereins.

In seiner Zusammenfassung bedankte sich Johannes Thaten nochmals bei den Vortragenden und Organisatoren. Das Format des Treffens wurde von allen Teilnehmern als sehr anregend und nützlich beurteilt. Es wurden Kontakte geknüpft und aufgefrischt und beim abschließenden Get Together mit kleinem Imbiss wurde allgemein betont, dass es im kommenden Jahr wieder ein Netzwerktreffen geben wird.

Über den Arbeitskreis

Gemäß dem VDI-Motto “Wir verbinden Kompetenz” hat sich der Arbeitskreis Logistik zum Ziel gesetzt, ein Forum für einen fachlichen Austausch zu bilden. Dieses steht allen Ingenieuren/innen sowie anderen interessierten Fachleuten aus Wissenschaft, Verbänden und der Logistikpraxis des Großraumes Berlin-Brandenburg zur Verfügung. Es werden aktuelle Themen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Die Bandbreite der Themen umfasst die gesamte Logistik sowohl aus technischer als auch organisatorischer Sicht unter Berücksichtigung bedeutender Einflussfaktoren wie beispielsweise die Digitalisierung und die Automatisierung von Prozessen.

Des Weiteren verstehen wir uns als Bindeglied zwischen der VDI-Fachgesellschaft Produktion und Logistik, kurz VDI-GPL, sowie anderen VDI-Arbeitskreisen. So wollen wir sowohl Synergien nutzen, als auch fachübergreifende Fragestellungen identifizieren und uns mit diesen auseinandersetzen.

Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Interesse an einem Mitwirken im Arbeitskreis Logistik haben, dann melden Sie sich gerne beim Arbeitskreisleiter oder seinem Stellvertreter bzw. in der Geschäftsstelle des VDI Berlin-Brandenburg.

AK auf Twitter:https://twitter.com/VDI_BB_Logistik

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Cosimo Piancastelli
Arbeitskreisleiter

Cosimo Piancastelli

Dr.-Ing. Maximilian WinkensMaximilian Winkens
Stellvertretender Arbeitskreisleiter

Dr.-Ing. Maximilian Winkens

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Veranstaltungsbericht

360°-Virtual-Reality-Tour bei der MTU Maintenance in Hannover

Auch diese Veranstaltung fand wieder online via Zoom statt. Es trafen sich in der Spitze 71 Teilnehmer*innen und verfolgten die Werksführung durch Tom Bode und Falk Bader von der MTU Maintenance GmbH. Moderiert wurde die Veranstaltung von Maximilian Winkens sowie von Bavithran Balasubramaniam vom Arbeitskreis Logistik.

Nach einer kurzen Vorstellung des Arbeitskreises Logistik startete die digitale Werksführung im Foyer der MTU Maintenance Hannover. Durch die 360 Grad Bildaufnahmen erhielten die Teilnehmer einen einmaligen Einblick in den Instandhaltungsprozess eines Triebwerkinstandhalters. Die digitale Werkstour ist das Ergebnis einer Projektarbeit der MTU-Auszubildenden.

Des Weiteren hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Fragen zu stellen und so den MRO Betrieb näher kennenzulernen. Die MTU betreut mit der GE90 eines der größten zivilen Triebwerke in Hannover. Dank des modernen Teststands kann die MTU die Triebwerke vor der Auslieferung an den Kunden testen. Auch dieser Teststand war bei dieser Werksführung zu sehen.

Wir bedanken uns bei den beiden Referenten für die spannende Werksführung und allen Teilnehmern für ihr Interesse. Bis zur nächsten Veranstaltung des AK Logistik.
Mehr Informationen zur MTU Maintenance Hannover GmbH finden Sie unter https://www.mtu.de/de/unternehmen/mtu-weltweit/mtu-maintenance-hannover/

Dr.-Ing. Maximilian Winkens
Bavithran Balasubramaniam, M. Sc.
Arbeitskreis Logistik

Bericht über die Online-Veranstaltung

„Lieferdrohnen in der Stadt? - Aktuelle Potentiale und Limitationen“

Auch diese Veranstaltung fand wieder online via Zoom statt. Es trafen sich in der Spitze 36 Teilnehmer*innen und hörten dem Vortrag von Tobias Biehle von Sky Limits zu und diskutierten über die Vor- und Nachteile des Drohneneinsatzes in der städtischen Distributionslogistik. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr.-Ing. Maximilian Winkens sowie von Paul Fengler vom Arbeitskreis Logistik.

Nach einer kurzen Vorstellung des Arbeitskreises Logistik referierte Tobias Biehle von der TU Berlin über die Ergebnisse des BMBF-geförderten Forschungsprojekts „The Sky is the Limit - Die zukünftige Nutzung des urbanen Luftraums (Sky Limits)”. Zentrale Bausteine waren die systematische Aufarbeitung der internationalen Forschungsdebatten, die Erforschung der Einstellung und Akzeptanz der deutschen Bevölkerung sowie die Identifizierung möglicher Konfliktlinien eines Einsatzes von Transportdrohnen.

Schon früh in der Veranstaltung zeigte sich, dass der Drohneneinsatz nicht nur Zuspruch findet. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen den anwesenden Bewohnern, Sportpiloten, Drohnen-Vertrieblern und anderen Interessierten. Hauptdiskussionspunkt war die Lärm-Emission.

Wir bedanken uns bei dem Referenten für den spannenden Vortrag und allen Teilnehmern für ihr Interesse. Bis zur nächsten Veranstaltung des AK Logistik.
Mehr Informationen zum Projekt Sky Limits finden Sie unter https://skylimits.info/

Dr.-Ing. Maximilian Winkens
Arbeitskreisleiter

Bericht über die Online-Veranstaltung „Grüne Kiez-Lieferketten für die Stadt von morgen“

Die zweite Veranstaltung des AK Logistik im Jahr 2020 wurde ebenfalls online durchgeführt. Via Zoom trafen sich 23 Teilnehmer, um sich mit dem Thema urbane Distributionslogistik auseinanderzusetzen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Arbeitskreisleiter Dr.-Ing. Maximilian Winkens.

Als Referent war Florian Sinn, M. Sc. vom Logistiklehrstuhl der TU Berlin eingeladen. Er berichtete über das abgeschlossene Forschungsprojekt Distribut(e). Dieses hatte die Entwicklung einer Kiez-Logistik, die vor allem nachhaltig und dennoch effizient die "letzte Meile" überwindet, zum Ziel. Neben der Effizienzsteigerung auf der „letzten Meile“ lagen die Reduzierung lokaler Lieferverkehre und deren Emissionen, Förderung lokaler Produktionsketten sowie die Identifikation neuer Sharing- und Value-in-use-Konzepte im Projektfokus. Nicht zuletzt zur Erhöhung der Lebensqualität in Kiezen.

Neben den Projektergebnissen berichtete Herr Sinn ebenfalls von den durchgeführten "Urban Labs", mit denen die Kiezbewohner in die Projektbearbeitung involviert wurden und so nutzergerechte Lösungen erarbeitet werden konnten. Mehr zu dem Projekt unter https://www.distribut-e.de/

Der AK Logistik bedankt sich bei dem Referenten für den spannenden Vortrag und bei allen Teilnehmern für ihr Interesse und ihre Zeit. Bis zur nächsten Veranstaltung.

Dr.-Ing. Maximilian Winkens, Arbeitskreisleiter

Bericht über die Online-Veranstaltung „Zukunftstechnologien für die Logistik in Smart Cities“

Trotz hochsommerlicher Temperaturen in Berlin von über 30 °C schalteten sich 26 interessierte Teilnehmer zu der Online-Veranstaltung „Zukunftstechnologien für die Logistik in Smart Cities“ dazu. Begrüßt wurden Sie von Prof. Werner Stedtnitz (Arbeitskreisleiter Fahrzeugtechnik) sowie Cosimo Piancastelli (Stellv. Arbeitskreisleiter Logistik), der durch die Veranstaltung führte.

Als Referenten waren eingeladen Jens Tiemann vom Fraunhofer FOCUS, der das Thema LPWAN – Low Power Wide Area Network vorstellte sowie Jakob Gemassmer vom Reiner Lemoin Institut, der von seinem Forschungsprojekt Netz_eLOG – Intelligente Netzintegration der elektrifizierten Logistik berichtete. Beide Vorträge zeigten deutlich auf, dass die Themen Vernetzung und Elektromobilität nur gemeinschaftlich unter Mitwirkung aller Ingenieursdisziplinen angegangen werden können.

Bei Interesse zu diesen Themen kontaktieren Sie gerne den Arbeitskreis Logistik oder direkt die beiden Referenten. Teilen wollen wir an dieser Stelle den Aufruf von Herrn Gemassmer, der für die anstehenden Workshops im Rahmen des Projekts Netz_eLOG noch interessierte Teilnehmer sowie zur Validierung und Übertragung der Methodik Partner mit einer E-Fahrzeugflotte sucht.

Abschließend bedanken wir uns bei den Referenten für die spannenden Vorträge und allen Teilnehmern für ihre Zeit. Bis zur nächsten Veranstaltung des AK Fahrzeugtechnik und AK Logistik.

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Luft- und Raumfahrttechnik soll Ingenieur*innenen und Techniker*innen eine Plattform zum fachlichen Austausch unter den Mitgliedern und mit Vertreter*innen der ansässigen Firmen in der Region Berlin-Brandenburg, mit den Verbänden und mit den Luft- und Raumfahrtbehörden der Länder bieten.

Mit Fachvorträgen, Weiterbildung auf dem Gebiet der spezifischen Anforderungen in der Luft- und Raumfahrttechnik, regelmäßigem Dialog mit Expert*innen und ausgewählten Vorträgen mit Themen, die aus dem Mitgliederkreis kommen, bietet der Arbeitskreis aktive Teilnahme am Geschehen rund um die Luft- und Raumfahrt.

Der Arbeitskreis verfolgt darüberhinaus das Ziel, Forschung und Lehre stärker auf die sich deutlich abzeichnenden Herausforderungen an die Industrie abzustimmen und die Unternehmen bei der Entwicklung der Produkte sowie der Förderung von Synergieeffekten untereinander für die Märkte von morgen zu unterstützen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Lin-Yu Oei
Arbeitskreisleiter

Lin-Yu Oei

Dipl.-Ing. (FH) Frank Deubert
Stellv. Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. (FH) Frank Deubert

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis hat seit Anfang 2020 eine neue, vierköpfige Leitung (siehe unten).

Sie hat folgende Anliegen formuliert:

  • Challengen des Status Quo und erschaffen neuer Impulse in den Themengebieten Management, Marketing und Vertrieb
  • Innovativ sein
  • Wegkommen von “stumpfen Frontalunterricht”--> interaktiv sein
  • Beratend für Unternehmen zur Verfügung stehen
  • So viele Personen wie möglich für Themen rund um MMV zu begeistern.

 Zu ihrer Arbeitsweise gehören:

  • Datenaustausch in Cloud
  • Protokollierung mit Online Tool
  • Jeder ist gleichberechtigt mit einer Stimme
  • Persönliche Stammtische
  • Online Meetings via Zoom und Hangout
  • Online Meetings gemischt mit persönlichen Treffen 
  • Hands on Mentalität
  • Optimierung durch Feedbacks von VDI Mitgliedern/ Zuhörern
  • Brainstorming

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Sebastian Möller
Arbeitskreisleiter

Sebastian Möller

Reza Abdi
Arbeitskreisleiter

Reza Abdi

Philipp Günther
Stv. Arbeitskreisleiter

Philipp Günther

Über den Arbeitskreis

Der Maschinen- und Anlagenbau zählt in Deutschland zu den Stützen der Wirtschaft und ist eines der größten Beschäftigungsfelder von Ingenieuren verschiedenster Fachrichtungen.

Im VDI Bezirksverein Berlin-Brandenburg bietet der Arbeitskreis Maschinen- und Anlagenbau allen Interessierten in diesem Umfeld eine Plattform zum Wissens- und Erfahrungsaustausch. Neben Veranstaltungen zum Netzwerken, wie z.B. unseren Stammtisch Anlagenbau, bieten wir Vortragsveranstaltungen und Besichtigungen in Berlin-Brandenburg sowie in den benachbarten Bezirksvereinen und gemeinsam mit den verschiedenen Arbeitskreisen innerhalb unseres Bezirksvereins.

Die Themenvielfalt ist so umfangreich wie das Tätigkeitsumfeld, angefangen bei der Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und dem Thema Industrie 4.0 bis hin zu Fragen des Vertragsrecht im EPC, Mitwirkung bei der Normenarbeit zu VDI Richtlinien sowie die aktive Auseinandersetzung mit aktuellen Themen.

Der Arbeitskreis freut sich über aktive Mitstreiter die Themen mit einbringen und über alle Interessierte die an unseren Veranstaltungen teilnehmen.

Dipl.-Ing. Mercedes Reischel
Arbeitskreisleiterin

Dipl.-Ing. Mercedes Reischel

Dipl.-Ing. Jochen Seiler

Dipl.-Ing. Jochen Seiler

Stellvertretender AK-Leiter
Dipl.-Ing. Matthias Lemser

Dipl.-Ing. Matthias Lemser

Stellvertretender AK-Leiter
Dipl.-Ing. Jochen Minges

Dipl.-Ing. Jochen Minges

Stellvertretender AK-Leiter

Über den Arbeitskreis

Im Arbeitskreis Mensch-Technik-Gesellschaft sollen vor allem Nichtingenieure mit dem Berufsbild der schaffenden Ingenieure vertraut gemacht werden.

Die Ergebnisse der Ingenieurarbeit werden Nichtingenieuren aller Berufsgruppen anschaulich gemacht.
Damit sollen das Ansehen und die Wertschätzung des schaffenden Ingenieurs als Berufsstand in der Gesellschaft verbessert werden.

Der Arbeitskreisleiter ist Mitglied im Erweiterten Vorstand des VDI-BB und aktiv schaffender Ingenieur über Jahrzehnte zu allen Themen der Energieerzeugung mit Projekterfahrungen weltweit.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr.-Ing. Christian KroneChristian Krone
Arbeitskreisleiter

Dr.-Ing. Christian Krone

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Bericht über die Veranstaltung am 21.03.2024

in der Reihe Strukturwandel Lausitz: GigawattFactory LEAG- Leuchtturmprojekt

Thema des Online-Workshops war die GigawattFactory LEAG als Leuchtturmprojekt im Strukturwandel der Lausitz.

Angemeldet waren 93 Teilnehmer, anwesend dann 40. Das Onlinesystem Zoom wurde vom IT-Admin Benjamin Greisert betreut, es gab keine Störungen.

  1. Der Moderator Christian Krone (VDI-BB) hat in seiner Einführung zwei Themen vertieft:
    - Aktuelle Übersicht www.SMARD.de der Bundesnetzagentur zur Stromversorgung in Deutschland
    - Triple Versorgungssicherheit 24/7, Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit
     
  2. Unser Referent Marco Bayer der LEAG Cottbus Standortentwicklung hat ausführlich informiert zu:
    - Überblick zum Projekt (Link zum Projekt)
    - Stand der Realisierung
    - Aktuelle Probleme und Hindernisse

    Kern des Projektes ist die Implementierung von größeren Kapazitäten aus erneuerbarer Energien (Wind, Solar, Großwärmepumpe, Battery, Wasserstoff-Erzeuger-Speicher, Gas-KW) an verschiedenen Standorten der LEAG, bei nachhaltiger Nutzung der vorhandenen Netzinfrastuktur und Einspeisung mit Versorgungssicherheit 24/7 in das Strom-Übertragungsnetz. Geplant sind laut LEAG eine Gesamtkapazität von bis zu 7 GW (d.h. 7000 MW!). Die Realisierung soll bis 2030 erfolgen. Die Budgetschätzung der LEAG liegt bei ca. 10 Mrd. Euro.
     
  3. Lebhafte Diskussion: Sehr viele Fragen im Zoom-Chat oder der Live-Schaltung zum komplexen Projekt GigawattFactory wurden gestellt und beantwortet.

Fazit: Nach aktueller Faktenlage wird das Vorhaben ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt im Strukturwandel der Lausitz. Deutschland kann es, die Ingenieurinnen und Ingenieure in der Metropolregion Berlin-Brandenburg packen es an. Die Lausitz ist attraktiv für Fachkräfte.

Dank an den Referenten Marco Bayer (Standortentwicklung LEAG).

Dr.-Ing. Christian Krone
VDI-BB Bezirksgruppe Cottbus-Lausitz
Leiter Arbeitskreis Mensch-Technik-Gesellschaft

Bericht des Arbeitskreises

Im Neue Werk Cottbus der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH errichtet die Deutsche Bahn ein Zentrum für die schwere Instandhaltung der ICE 4. Der Beginn der Bauarbeiten für die zweigleisige und 445 Meter lange Halle war am 10. Mai 2022. Der Gleisanschluss wurde im August 2023 hergestellt. Am 11. Januar 2024 wird offiziell das Werk mit dieser Halle in Betrieb gehen. 
2023 lief die Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens für die viergleisige und 570 Meter lange und 200m breite  Halle mit dem Ziel der Inbetriebnahme im Jahr 2026. Nach Fertigstellung beider Hallen sollen 1200 Mitarbeitende beschäftigt werden. Insgesamt werden ca. eine Milliarde Euro investiert. 
(Zusammengefasst aus PM www.deutschebahn.com/de/presse) 
Besichtigt wurden in Präsenz:

1.   das DB-Infozentrum am Vorplatz Cottbus Hauptbahnhof 
-    Detaillierte Ausstellung zu allen wesentlichen Strukturwandelprojekten Lausitz
-    https://www.db-neues-werk-cottbus.com/infozentrum.html

2.    die Baustelle Neues Werk Cottbus, Areal für Halle 2 
-    Referent: 
Heiko Balzer B.M. EMC-Master (IWS), Bauleitung
Rhomberg Sersa Bahntechnik GmbH – DB Allianz Projekt Vertragspartner 1
www.cottbus.de/wirtschaft/strukturwandelprojekte/modernstes_werk_der_db_entsteht_in_cottbus.html
-    neue Halle 2 ist 445 m lang und verfügt über zwei Gleise für die schwere Instandhaltung von ICE4-Zügen in voller Länge
-    Besichtigung im aktuellen Bauzustand, Bauabnahmen vor Beginn der Inbetriebsetzung
-    Die Instandhaltung ICE 4 der Deutschen Bahn erfolgt im Neuen Werk Cottbus nach einem gegenüber früheren Fahrzeugen weiterentwickelten, hochmodernen und weitgehend digital begleiteten  Konzept. Die Instandhaltung gemäß ECM ist EU-weit in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/779 verankert. 

3.    Diskussion
Alle von den Teilnehmenden angesprochenen Themen wurden sehr lebhaft und sachlich diskutiert. Das neue Werk Cottbus mit der zweigleisigen Halle 2 und dem weiteren Neubau der Halle 1 bringt 1.200 neue Industriearbeits- und ausbildungsplätze in die Lausitz. Dort werden u.a. Fachkräfte mit Erfahrungen aus anderen DB-Instandhaltungswerken und ehemalige Beschäftigte der LEAG arbeiten. Die DB unterstützt damit den Strukturwandel in der Lausitz nachhaltig.
Die Anforderungen an Fachkräfte für die Instandhaltung von ICE-Zügen sind hoch. Ausbildung und Berufserfahrung bei der LEAG bzw. in der Energiewirtschaft liefern wichtige Vorkenntnisse, auf welche die weitere umfangreiche Qualifizierung zur Instandhaltung der ICE-Technik aufbauen kann. 
Das Genehmigungsverfahren zum Projekt wurde beispielhaft beschleunigt in Kooperation mit den beteiligten Stakeholdern. Extrem kurze Bauzeiten wurden umgesetzt durch das Partnerschaftsmodell Schiene, ein Vertragsmodell zur Integrierten Projektabwicklung (IPA). 
 
Fazit: Nach aktueller Faktenlage wird das Vorhaben ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt im Strukturwandel der Lausitz. Deutschland kann es, die Ingenieurinnen und Ingenieure in der Metropolregion Berlin-Brandenburg packen es an. Die Lausitz ist attraktiv für Fachkräfte.
Dank an den Referenten Heiko Balzer und an die Abteilung Kommunikation der DB.

Dr.-Ing. Christian Krone
VDI-BB Bezirksgruppe Cottbus-Lausitz
Leiter Arbeitskreis Mensch-Technik-Gesellschaft

 

Das Wasserstoffnetzwerk Lausitz und das Referenz-Kraftwerk Schwarze Pumpe

Bericht zur Veranstaltung

Thema des Workshops im Rahmen der VDI-Veranstaltungsreihe "Strukturwandel in der Lausitz" waren das Wasserstoffnetzwerk Lausitz und das Wasserstoffreferenzkraftwerk Schwarze Pumpe (RefLau) als konkreter "Leuchtturm".
Aus 114 Teilnahmeanmeldungen waren 64 Interessierte online. Teilnehmerinnen und Teilnehmer für dieses komplexe Thema kamen aus mehreren Arbeitskreisen des VDI-Bezirksvereins Berlin-Brandenburg, aus dem VDI Rhein-Hessen sowie von der IHK Cottbus u.a.

1. Die Themen des Workshop skizzierte der Moderator, Dr. Christian Krone vom veranstaltenden VDI-BB:

  . Wasserstoffprojekte als zentraler Baustein der Energiewende
  . Wasserstoffstrategie des Landes Brandenburg als Bestandteil des Strukturwandels in der Region.

Als wesentliche Herausforderung beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft wurden diskutiert:

. aktuell sehr hoher Preis für industriell produziertes Produkt H2
. H2 bisher nur in marginalen Mengen verfügbar
. Konkurrenzsituation für H2-Einsatz als Einsatzstoff in Chemie/Stahlwerke/Zementwerke, aber auch zum energetischen Einsatz in den Sektoren Strom im Verbund mit EE/Wärme/Mobilität.

2. Wasserstoffnetzwerk Lausitz, Referent: Herr Jens Krause IHK Cottbus, Generalmanager

  . Übersicht Netzwerk Lausitz „DurcH2atmen“ und IHK Cottbus
  . geplante und in Umsetzung befindliche Wasserstoffprojekte in der Lausitz
  . https://www.cottbus.ihk.de/wasserstoffnetzwerk-lausitz-durchatmen.html

Es gibt im Rahmen des Strukturwandels eine Vielzahl von anspruchsvollen Wasserstoffprojekten für die Lausitz und damit ein signifikantes Einsatzgebiet für die Berufsgruppe der Ingenieurinnen und Ingenieure.

3. Wasserstoffreferenzkraftwerk Schwarze Pumpe (RefLau), Referent: Dr. Ben Schüppel, Geschäftsführer

  . 10 MW-Pilotanlage zur Erprobung und Optimierung Power-to-X und Einbindung in Energiesystem
  . https://www.reflau.com/
  . Erkenntnisse aus den bisherigen Erprobungen
  . Forderungen der Industrie an die Wasserstoffforschung: Praxisbezug zu aktuellem Referenzkraftwerk.

Das Projekt wurde detailliert vorgestellt und diskutiert. Der lange Zeitplan für den Bau der 10 MW-Pilotanlage sollte verkürzt werden, zugunsten der Zeit für Optimierung und Erprobungen.

3. Diskussion
Bereits während der Präsentationen haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihre Fragen und Kommentare in den Zoom-Chat an alle geschrieben. Mehrere wurden live zugeschalten. So entstand eine sehr lebhafte aber sachliche Stimmung im VDI-BB Online-Workshop. Zum Thema Fachkräfte hat die IHK das Programm zur Weiterbildung mit IHK-Zertifikat vorgestellt. Die Konkurrenzsituation um Fachkräfte zwischen den einzelnen Großprojekten und der lokalen Wirtschaft wurde diskutiert.

Als Fazit für die Ingenieurinnen und Ingenieure gilt auch in der Metropolregion Berlin-Brandenburg: Es gibt viel zu tun, packen wir es an.
Unser Zoom-Konferenzsystem wurde störungsfrei von IT-Admin Herrn Benjamin Greisert betreut, Dank dafür.

Dr.-Ing. Christian Krone
Leiter Arbeitskreis Mensch-Technik-Gesellschaft

Bericht über die VA am 13.06.2022

in der Reihe "VDI-Dialog Innovativer Braunkohleausstieg"

Der VDI-Dialog Innovativer Braunkohleausstieg ist eine gemeinsame Online-Veranstaltungsreihe aller 8 in ihren Regionen davon betroffenen VDI-Bezirksvereine (Aachen, Berlin-Brandenburg, Braunschweig, Dresden, Halle, Köln, Leipzig und Niederrhein mit insgesamt rund 26.500 Mitgliedern).

Thema des Workshops war das Konzept der Energy Watch Group Berlin „100% EE in Berlin-Brandenburg bis 2030 Möglichkeiten und Erfordernisse“. Aus 45 Teilnahmeanmeldungen waren dann 25 online. Teilnehmer kamen aus den VDI-BV Berlin-Brandenburg, Aachen, Halle-Leipzig. Seitens VDI-GEU war Herr Dr. Theloke aktiver Teilnehmer.

1. Den Rahmen zum Workshop skizzierte der Moderator, VDI-BB Hr. Dr. Christian Krone mit folgenden Themen - Terminliste Kohleausstieg bis 2038, Auswirkungen Ukrainekonflikt auf Versorgungssicherheit Es gilt weiterhin die Terminkette aus dem Kohleausstiegsgesetz. Neu ist ein bis 2024 gültiges Moratorium in D, keine Stilllegung von Kohle-KW-Blöcken in D sondern Vorhalten in Betriebsreserve, abrufbar bei Erfordernis Versorgungssicherheit. - aktuelle Übersicht der Bundesnetzagentur zur Stromerzeugung in D unter www.SMARD.de Die offiziellen Daten der Bundesnetzagentur wurden präsentiert für die laufende Woche und ein Rückblick auf die signifikante Dunkelflaute in Januar 2022. Daraus zeigt sich, dass Erneuerbare Energien EE im Stromsektor D mengenmäßig viel zu wenig sind, bei normalem Wetter den Tagesgang Tag/Nacht bei Photovoltaik zeigen, in Sturmperioden viel Windstrom bringen. Aber bei Dunkelflauten wie z.B. 22.-26.01.2022 fallen die EE fast komplett aus. In Brandenburg ist die EE Erzeugung aktuell z.T. höher als der Bedarf, aber unstetig, erfordert back-up von Kraftwerken. Die Verfügbarkeit kostengünstiger EE ist Standortvorteil für die Wirtschaft (z.B. Tesla in BB, Intel Magdeburg).

2. 100% Erneuerbare Energien in Berlin-Brandenburg bis 2030 Möglichkeiten und Erfordernisse, Konzept Energy Watch Group Berlin Referent: Herr Hans-Josef Fell, Präsident der www.energywatchgroup.org - Präsentation des Konzeptes mit Fakten für die Metropolregion Berlin-Brandenburg - Identifikation der Möglichkeiten und Erfordernisse - Analyse zur Versorgungssicherheit 24/7 - Potentiale für die Metropolregion Berlin-Brandenburg. Aus der sehr detaillierten Präsentation werden folgende Fakten genannt: Zielstellung ist 100% heimische erneuerbare Energien bis 2030 für die Befreiung von geopolitisch gefährlichen Abhängigkeiten. Beispiele zu erfolgreich realisierten Bürgerenergieprojekten mit 100% EE sektorenübergreifend mit vollständiger Bedarfsdeckung auch in winterlichen Dunkelflauten. Studie aus 2021 der Energy Watch Group zu 100% EE für BB bis 2030, Bedarfs gerechte Vollversorgung aller Energiesektoren. 2 Potentialanalyse der Varianten EE für Berlin und Brandenburg. Szenarien Stromerzeugung und Verbrauch, Wärmeversorgung. Analyse Systemkosten. EE Ziele der Ampelkoalition. EE in Bürgerhand. Biogas Forderungen für EEG Novelle: Speicherkraftwerke. Gesamtenergiekonzepte. Energiewende im Eigenheim 100% EE zu 24/7 Verfügbarkeit. Bürgerenergie braucht verbesserte Landes-, Regional- und Kommunalpolitik. Politik für 100% EE. Bündnis Bürgerenergie. Die komplette Präsentation ist für Interessenten bei VDI-BB abrufbar. Dank an den Referenten Herrn Hans-Josef Fell, Präsident der www.energywatchgroup.org.

3. Diskussion
Bereits während der Präsentationen haben die Teilnehmer ihre Fragen und Kommentare in den Zoom-Chat an alle geschrieben. Mehrere Teilnehmer wurden live zugeschalten. So entstand eine lebhafte aber sachliche Stimmung im VDI-BB Online-Workshop. Als Ergebnis wird VDI-BB die Vorschläge von Energy Watch Group im Komplex intern diskutieren und mit Herrn Fell auswerten. Die Mengenbilanzen im Konzept 100%EE für BB sollen diskutiert werden bei VDI-BB. VDI-BB will die Ergebnisse dann in die Landespolitik BB einbringen. Die VDI-GEU Herr Dr. Theloke hat sich als Teilnehmer über die regionale Umsetzung der Strategien des VDI zum Fokusthema 1,5° informiert. Die Workshopreihe wird weitergeführt als lebendiges Veranstaltungsformat. Das Konzept hat sich bewährt, kann aber flexibel angepasst werden. Im Rahmen des VDI-Dialogs zum innovativen Braunkohleausstieg ist die nächste Veranstaltung online am 12.07.2022 durch den VDI-BV Halle zum Thema „Geogene Aquifere: saisonale Wärmespeicherung bisher ungenutzter Abwärme, technische Symbiosen, Wärme aus Kälte und Kälte aus Wärme“.
Unser Zoom-Konferenzsystem wurde störungsfrei von IT-Admin Herrn Benjamin Greisert betreut, Dank dafür.

Dr.-Ing. Christian Krone
Leiter Arbeitskreis Mensch-Technik-Gesellschaft

Bericht über den Workshop am 01.02.2022

Thema des gemeinsamen Online-workshops war Brainstorming für technische  Ingenieur:innen zu Wirtschaft-Finanzen-Recht, besonders für die Zielgruppe Studierende und Jungingenieur:innen. Die Referenten wollten die Komplexität des Ingenieurberufes mit unterschiedlichen Sichtweisen vermitteln. Von 45 Angemeldeten waren dann 20 online. Teilnehmer:innen kamen aus dem VDI-BV Berlin-Brandenburg.

1. Den Rahmen zum Workshop skizzierte der Moderator, Arbeitskreisleiter Mensch-Technik-Gesellschaft Hr. Dr. Christian Krone aus eigenen Erfahrungen mit folgenden Themen zur weiteren Diskussion im VDI-BB

2. Anregung der Fachgebiete des AK Wirtschaft-Finanzen-Recht für die "technischen Ing.“

2.1. Referent Wirtschaft Uwe Lutz: was sollten die "technischen Ing." zum Fachgebiet Wirtschaft wissen und anwenden können - aus „Sicht des aktiven Geschäftsführers“

Welche BWL-Themen sind für Ingenieure* besonders relevant?

Alle Ingenieure*:

  • Kostenrechnung (ist mein Projekt wirtschaftlich?)
  • Buchhaltung (kommt mein Geld rein?)

Projektleiter* zusätzlich:

  • Rechnungslegung
  • Controlling
  • QM, UM, ASM

Ingenieur* als Geschäftsführer*/Vorstand* zusätzlich:

  • Strategie
  • Ziele
  • Personal (Recruiting, Corp. Identity, Motivation, Generationswechsel, Genderproblematik
  • Bilanzierung/Bilanzbuchhaltung
  • Kennzahlen, Investitionen, Finanzierung
  • Marktbeobachtung
  • IT (eigentlich schon wieder ein eigener Vortrag…)
  • usw., je nach Größe des Unternehmens und seiner Unabhängigkeit

htps://www.fues7.tu-berlin.de/bme/
https://www.vdi-wissensforum.de/management-fuer-ingenieure/bwl-intensivkurs-fuer-ingenieure/
https://www.ihk-berlin.de/pruefungen-lehrgaenge/ihk-die-weiterbildung/lehrgaenge-seminare/rechnungswesen-und-controlling/buchfuehrungak-2277826
https://www.bmbf.de/bmbf/de/bildung/weiterbildung/weiterbildung.html
https://www.dgb.de/themen/++co++2824930a-c77f-11eb-bdbc-001a4a160123

2.2. Referent Finanzen Sascha Alff: was sollten die "technischen Ing." zum Fachgebiet Finanzen wissen und anwenden können aus „Sicht des Planungs- und Vertriebsingenieurs“

Alle Ingenieure (Grundlagen):

  • Finanzierung
  • Investition
  • Risikomanagement

Bauingenieure/technische Projektleiter, vertiefend:

  • Risikomanagement als Teil des Projektmanagement
  • Details zu Fremdfinanzierungen für langfristige Investitionen

Ingenieur als Geschäftsführer / Vorstand, vertiefend:

  • Details zu Fremdfinanzierungen auf Basis von Beteiligungen oder bei Unternehmenskäufen (M&A)
  • Strategisches Risikomanagement – Teil der Unternehmensführung
  • Details, wenn möglich aus der Praxis, zu banalen Dingen wie Leasing und Miete um z.B. die Kreditlinie bei der Beschaffung von Geschäftsausstattung nicht zu belasten
  • Kenntnisse zur Auswirkung der Finanzierungsinstrumente auf die Bilanz und GuV

2.3. Referent Recht Jakob B. Krupski: was sollten die "technischen Ing." zum Fachgebiet Recht wissen und anwenden können aus "Sicht des Rechtsanwats"

Alle Ingenieure:

  • Allgemeines Vertragsrecht (insb. Werkvertragsrecht)
  • Deutsches und europäisches technisches Sicherheitsrecht
  • Produkthaftungsrecht und dazu gehörendes Strafrecht
  • Arbeitsschutzrecht
  • Vorschriften über die behördliche Überwachung von Maschinen und Anlagen
  • Arbeitnehmererfindungsrecht und Patentrecht (insb. bei Entwicklungsingenieuren)

Bauingenieure/technische Projektleiter, zusätzlich:

  • Öffentliches Vergaberecht nach VOB/A und Sektorenverordnung
  • Baurecht nach gesetzlichem BGB sowie Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

     (VOB/B und VOB/C)

  • Kenntnisse des Nachtrags- und Mängelmanagements nach BGB und VOB/B (ev. FIDIC)
  • Honorar- und Vergütungsrecht

Ingenieur als Geschäftsführer/Vorstand, zusätzlich:

  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Arbeitsrecht
  • Steuer- und Insolvenzrecht (laufende Überwachung der Liquidität)

3. Diskussion

Bereits während der Präsentationen haben die Teilnehmer ihre Fragen und Kommentare in den  Zoom-Chat an alle geschrieben. Mehrere Teilnehmer wurden live zugeschalten. So entstand eine  lebhafte aber sachliche Stimmung im VDI-BB Online-Workshop.

Fazit aus der Diskussion ist aus Sicht des Veranstalters

  • Studenten und Junging. der technischen Fachrichtungen in Metropolregion Berlin-Brandenburg interessieren sich zu wenig für die Belange Wirtschaft-Finanzen-Recht.
  • Nach Aussage von Teilnehmern gibt es an den Hochschulen in BB zu wenig Drang/Lehre/Projekte für die fachgebietsübergreifenden Themen.
  • Ing. der technischen Fachrichtungen sollten nicht als Allrounder versuchen alles selber zu regeln zu Wirtschaft-Finanzen-Recht, sondern die Schnittstellen verstehen, um auf Augenhöhe agieren und den wirtschaftlichen Erfolg steigern zu können.
  • Im zunehmend internationalen Umfeld für deutsche Ing. reicht allein technisches Spezialwissen nicht mehr aus.
  • VDI-BB sollte auf Basis der aktuellen Kooperationsvereinbarungen mit den Hochschulen die erkannten Defizite diskutieren und strukturelle Verbesserungen anregen.

Gerne können Folgeveranstaltungen Brainstorming durchgeführt werden, aber mit wesentlich mehr Teilnehmern. Die Workshopreihe wird weitergeführt als lebendiges Veranstaltungsformat. Unser Zoom-Konferenzsystem wurde störungsfrei von IT-Admin Herrn Benjamin Greisert betreut, Dank dafür.

Christian Krone,  VDI-BB AK Mensch-Technik-Gesellschaft
Sascha Alff,  VDI-BB AK Wirtschaft-Finanzen-Recht

Bericht zum VDI-Dialog Innovativer Braunkohleausstieg am 04.08.2021

Thema Versorgungssicherheit bei der Firma 50 Hertz Berlin

Der VDI-Dialog Innovativer Braunkohleausstieg ist eine gemeinsame Online-Veranstaltungsreihe aller acht in ihren Regionen davon betroffenen VDI-Bezirksvereine (Aachen, Berlin-Brandenburg, Braunschweig, Dresden, Halle, Köln, Leipzig und Niederrhein) mit insgesamt rund 26.500 Mitgliedern.

Thema des Workshop 8 war die Versorgungssicherheit Strom 24/7 und Bezahlbarkeit im Zeitraum des Braunkohleausstieges bis 2038. Aus 75 Teilnahmeanmeldungen waren dann 36 online. Teilnehmer kamen aus den VDI-Bezirksvereinen Berlin-Brandenburg, Dresden, Halle-Leipzig.

1. Den Rahmen zum Workshop skizzierte der Moderator, Arbeitskreisleiter Mensch-Technik-Gesellschaft Hr. Dr. Christian Krone mit folgenden Themen

  • Definition und Historie zur Versorgungssicherheit Strom 24/7 in D
  • Übersicht Strompreise innerhalb EU
  • Klimaziel 1,5°; schwierige Verhandlungen innerhalb G20 zur Umsetzung
  • VDI-DIT 2021, feedback zur Versorgungssicherheit
  • Energiewende in D Gesamtszenario
  • Meinung DIW Berlin 210714: Ausbauturbo für EE
  • CEO 50Hertz: Ruf nach flexiblen Kraftwerken
  • Kohleausstiegstermine für Kraftwerke bis 2038
  • Jobbilanz in Lausitz Wegfall gegen Neu aus Strukturwandel
  • offizielle Statistiken der Bundesnetzagentur www.SMARD.de in den Extremen kalte Dunkelflaute im Januar 2021 und EE-High bei Sonne und Sturm Ende Februar 2021

2. Herausforderungen rund um den Kohleausstieg aus Sicht der Systemführung 50 Hertz

Referenten: Herr Andreas John (Leiter der Systemführung), Herr Frederick Jahns (Verantwortlicher für die Systemrelevanzprüfung der Kohlekraftwerke nach KVBG / Kohleverstromungsbeendigungsgesetz)

  • Firma 50 Hertz www.50hertz.de Rolle und Verantwortung in der Stromversorgung in D, für die Systemsicherheit (nicht für die Versorgungssicherheit) des Übertragungsnetzes  400/220kV in 24/7
  • Energiemix der Einspeisungen an 2 typischen Tagen 210704, 210803
  • Ambitionierte Klimaziele von D und EU
  • 50Hertz ambitionierte Ziele 100% EE bis 2032
  • 50Hertz/ ELIA Gruppe ein Teil des europäischen Energiesystems ENTSO-E
  • Hohe Systemsicherheit in D bei steigender EE-Einspeisung
  • Kohleausstieg, volatile Einspeisung und die resultierenden Herausforderungen
  • Langfristige Planungsprozesse. Strategische Netzplanung, Systemführung
  • Kohleausstieg nach KVBG Terminkette, Checkpoints 2022, 2029, 2038
  • Steinkohleausstieg: Ausschreibungsverfahren
  • Braunkohleausstieg: Stilllegung per gesetzlicher Anordnung
  • Studie der ÜNB Übertragungsnetzbetreiber zum Kohleausstieg
  • Reservekraftwerke in D und Ausland
  • Systemanalysen der deutschen ÜNB
  • Herausforderungen im Systembetrieb, Drei-Säulen-Modell
  • 50Hertz-Planung zur Blindleistungskompensation (HGÜ, STATCOM, statische Elemente)
  • Mehr Dialogbereitschaft in Politik und Gesellschaft erforderlich.

3. Diskussion

Bereits während der Präsentationen haben die Teilnehmer ihre Fragen und Kommentare in den  Zoom-Chat an alle geschrieben. Mehrere Teilnehmer wurden live zugeschalten. So entstand eine  lebhafte aber sachliche Stimmung im VDI-BB Online-Workshop.

Die Versorgungssicherheit elektrischer Strom 24/7 im Versorgungsgebiet 50Hertz wird bis ca. 2028 als unproblematisch eingeschätzt, da selbst in Dunkelflauten Situationen voraussichtlich genügend konventionelle Erzeugung und Importkapazitäten zur Verfügung stehen. Über den Zeithorizont hinaus können die Referenten keine Aussage treffen, da sich die Expertise auf den Zeitraum der kommenden 5 Jahre beschränkt.

Der Strompreis Cent/kWh für Haushalte in D liegt ca. 50% über EU-Durchschnitt und ca. 100% über unseren Nachbarländern, Treiber der hohen Verbraucherpreise sind weniger die Strommarktpreise und Netzentgelt, sondern vielmehr die staatlich festgelegten Abgaben (z.B. EEG, KWK, CO2, Steuern).

Unterbrechungen der Stromversorgung entstehen nur in seltensten Fällen durch Vorfälle im Übertragungsnetz, sondern meist in unterlagerten Netzen z.B. durch Beschädigung von Kabelstrecken durch Bauarbeiten mit fehlendem oder mangelhaften Sicherheitskonzept/Bauüberwachung im Bereich Infrastruktur.

Dank an die Referenten von Firma 50Hertz, Herrn Andreas John und Herrn Frederick Jahns.

Die Workshopreihe wird weitergeführt als lebendiges Veranstaltungsformat. Das Konzept hat sich bewährt, kann aber flexibel angepasst werden. Im Rahmen des VDI-Dialogs zum innovativen Braunkohleausstieg ist eine ähnliche Veranstaltung mit dem ÜNB für das Rheinland und dem VDI-BV Köln geplant.

Unser Zoom-Konferenzsystem wurde von IT-Admin Herrn Benjamin Greisert (BV BB) betreut, Dank dafür.

 

Bericht über den 7. Workshop zum Strukturwandel - online

Als Online-Veranstaltung hatte der Workshop mehr Interessierte - 133 Teilnahmeanmeldungen, online waren dann 66, auch aus anderen VDI-BV. Ein prominenter Teilnehmer war Herr Prof. Dr. Neumann MdB aus der Lausitz. Die Begrüßung seitens der VDI-BB, Bezirksgruppe Lausitz übernahm Prof. Mügge von der BTU.

Den Rahmen zum Thema skizzierte der Arbeitskreisleiter Mensch-Technik-Gesellschaft Dr. Krone mit seinem Beitrag “Fakten, Entscheidungen, aktuelle Ergebnisse zum Strukturwandel Lausitz aus Sicht VDI-BB”.
Darin wurden der Kohleausstieg in Deutschland und die Terminkette für die Lausitzer Kraftwerke bis 2038 behandelt. Wesentliche Problemfelder für den Kohleausstieg sind unverändert und wurden auf Basis aktueller offizieller Statistiken der Bundesnetzagentur www.SMARD.de diskutiert. In den Extremen: kalte Dunkelflaute im Januar 2021 und EE-High bei Sonne und Sturm Ende Februar 2021.
Probleme: Mangel an verfügbarer Leistung Strom nach Ausstieg Atom/Kohle und Einführung E-Mobilität sowie: keine Versorgungssicherheit Strom bei längerer kalter Dunkelflaute..

Fazit: Die Energiewende in Deutschland zur Klimaneutralität insgesamt bis 2050 erfordert erhebliche Investitionen in die Zukunft und stellt eine Herausforderung für Ingenieur*innen dar. Der Strukturwandel in der Lausitz kostet perspektivisch ca. 20.000 bisherige Industrie-Jobs. Dem wurden bereits bekannte Projekte mit potentiell neuen, gut bezahlten Jobs in der Lausitz (Industrie, Behörden, BTU, Bahn) gegenübergestellt.

Neues Thema ist der überregionale VDI-Ost-West Dialog zum innovativen Kohleausstieg in allen betroffen Revieren Rheinland-Mitteldeutschland-Lausitz. Aktive Teilnehmer dabei sind die acht VDI-BV: Aachen, Berlin-Brandenburg, Braunschweig, Dresden, Halle, Köln, Leipzig und Niederrhein mit insgesamt rund 26.500 VDI-Mitgliedern. Über die aktive Teilnahme des VDI-BB am Deutschen Ingenieurtag VDI-DIT 20.05.2021 wurde informiert.

Zielstellung für die Aktivitäten der VDI-BB BG Lausitz zur Begleitung des Strukturwandels ist weiterhin

  • Präsentation und Diskussion von konkreten Ideen/Projekten der Ingenieur*innen mit Relevanz für den Strukturwandel Lausitz
  • Besuch von realisierten Projekten/Start-ups
  • Start-ups durch VDI-Mitglieder
  • Erkennen von Hindernissen/Probleme/Ablehnungen zu Projekten und Versuch der Klärung mit den Stakeholdern (Wirtschaftsregion Lausitz, Landesregierung BB, BTU, IHK, …)

Fazit: Die Lausitz packt an, der Strukturwandel infolge Kohleausstieg kommt in Fahrt. Der VDI-BB bringt sich aktiv ein.

Christian Borm, VDI-GEU, Koordinator des VDI-Fokusthemas 1.5° C informierte und gab einen anschaulichen Überblick zu Konzept und Inhalten des VDI Fokusthemas 1.5°, Dokument unter www.vdi/Fokusthema.de
Wichtig ist nicht nur die detaillierte inhaltliche Arbeit an Einzelthemen in Arbeitskreisen des VDI, sondern auch die aktive Kommunikation mit den Stakeholdern außerhalb des VDI, d.h. die Ingenieur*innen sollten sich einbringen, wie hier der VDI-BB.

Dr.-Ing. Thomas Thiele, Deutsche Bahn AG Berlin, Data Intelligence Center (TDD) – House of AI, Think Tank Digitalisierung & Technik (TA) sprach zum Hauptthema:
DB Bahnwerk Cottbus - Heavy Metal meets Digitalization - Wie Daten und Künstliche Intelligenz zur modernen Instandhaltung beitragen.

Vorgestellt wurde ein wesentliches Projekt zum Strukturwandel Lausitz: Cottbus bekommt das modernste und umweltfreundlichste Bahninstandhaltungswerk in Europa. Bis zum Jahr 2026 werden 1.200 neue und hochwertige Industriearbeitsplätze entstehen. Darunter sind 100 Auszubildende, die unter besten Bedingungen ins Berufsleben starten können. Das Werk ist das erste große Vorhaben, das auf Basis des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes finanziert wird. (Quelle: DB Presse)
Das Bahnwerk Cottbus setzt die lange Tradition des RAW Cottbus fort und wird wichtiger Baustein im Instandhaltungssektor der DB für die Züge der Baureihe ICE 4. Hier sollen vor allem Generalinstandsetzungen nach 1,5 Mio. km Laufleistung durchgeführt werden. Die Innovation liegt vor allem im Digitalkonzept mit KI für die Datensammlung und Zustandsermittlung bereits während des Bahnbetriebs und daraus folgende effiziente IH-Vorbereitung und -durchführung. Hier sind die Erfahrungen der Fachkräfte aus Kohlegruben/Bahnbetrieb/Kraftwerke willkommen. Wir haben eine Win-Win Situation für die DB und die Lausitz während des Kohleausstiegs. Die DB ist auch offen für eine Einbeziehung vorhandener lokaler Forschungsressourcen wie von der TU Berlin und BTU Cottbus-Senftenberg.
In der sehr lebhaften und umfangreichen Diskussion wurden die Fragen der Teilnehmer beantwortet und Themen diskutiert.

Die Workshop Reihe wird weitergeführt als lebendiges Veranstaltungsformat. Das Konzept hat sich zunächst bewährt, kann aber flexibel angepasst werden. Im Rahmen des VDI-Ost-West Dialog zum innovativen Kohleausstieg sind gemeinsame Veranstaltungen aller betroffenen acht VDI-BV geplant zum lebhaften Erfahrungsaustausch.

Die Ergebnisse des VDI-DIT 2021 zum Fokusthema 1.5° sollen ausgewertet werden. Nächster Schwerpunkt wird die Energiewende mit Sektorkopplung Strom-Wärme-Mobilität in der Metropolregion Berlin. Alle bestehenden Heizkraftwerke auf Basis Steinkohle und Erdgas sind betroffen.
Unser Online-Konferenzsystem wurde von IT-Admin Herrn Benjamin Greisert bestens betreut.

Dr.-Ing. Christian Krone, Leiter AK

Bericht über den Workshop

des Arbeitskreises Mensch-Technik-Gesellschaft im VDI-BV Berlin-Brandenburg

In Coronazeiten war unser Workshop als Online-Veranstaltung über Zoom organisiert und damit für Interessenten sogar attraktiver. Die Zielgruppe Go und KI ist jung und hat kein Problem mit IT und Konferenzsystemen wie Zoom. Wir hatten 79 Teilnahmemeldungen, online waren dann 38 Teilnehmer. Dank auch an unseren IT-Admin Benjamin Greisert.

1. Moderation und kurze Einführung zum Go, Referent: Herr Dr.-Ing. Christian Krone AK-Leiter im VDI-BB und selbst aktiver Sportler im Go-Verband DGoB

Künstliche Intelligenz KI ist ein sehr aktuelles anspruchsvolles Thema für die Wirtschaft und damit auch für die Ingenieur*innen des VDI-BB. Go ist ein sehr anspruchsvolles Brettspiel aus Asien, ein Strategiespiel komplexer als Schach. In Deutschland und Europa ist Go bekannt, aktiv gespielt wird im Bereich Amateure und Profis, detaillierte Infos dazu unter www.dgob.de   

Die weltweit besten Go-Spieler kommen traditionell aus China/Japan/Korea. Der ultimative Kracher der Go-Szene ist das Ereignis “KI-Programm AlphaGo-Zero von Firma Google DeepMind besiegt jeden Go-Profi fortlaufend”. Im Online-Workshop wurden die Hintergründe für diese KI-Performance erläutert und in Beispielen gezeigt, was KI-Ingenieur*innen des VDI-BB daraus lernen können.

Auf Basis Regelwerk des DGoB wurden die Spielregeln für das Go verständlich erläutert und an 3 Diagrammen der typische Spielverlauf dargestellt. Wesentliche Aspekte zum Go wurden kurz erläutert: Tradition und Kultur in Asien, business benefit im Geschäftsleben, Turnierszene in Berlin/Europa/weltweit, Trainingsabende in Europa, Multi-Kulti.

2.Präsentation sachliche Darstellung zu Go-Programmen, die sogar Profis schlagen können. Referent:  Herr Prof. Ingo Althöfer Mathematiker Uni Jena

Die konzeptionellen Unterschiede von Go und Schach wurden mit den Auswirkungen für Go-Programme erläutert. Beim Go werden künstliche neuronale Netze eingesetzt. Begonnen wurde mit dem Monte-Carlo-Go-Programm, dann abgelöst vom Monte-Carlo-Tree-Search. Historisch lief es wie folgt:

Herbst 2015: AlphaGo besiegt Europameister 5-0
März 2016: AlphaGo besiegt Weltmeister 4-1
Mai 2017: AlphaGo besiegt Ke Jie (China) 3-0
Oktober 2017: AlphaGo Zero vorgestellt (selbstlernend auf Basis der Spielregeln!)
Dezember 2017: AlphaZero vorgestellt (für „alle“ Spiele)

Die kreativen Köpfe dabei sind: Firma DeepMind: 2010 in London gegründet, 2014 von Google Inc. aufgekauft. Darin wirkt Demis Hassabis (Leiter und Ideengeber). Dabei wird einmalige Super-Computertechnik eingesetzt mit immenser Rechenleistung (z.B. ca. 20 Millionen Trainingsspiele für AlphaGo Zero in kürzester Zeit). Die Hardwarekonfiguration für DeepMind's AlphaGo ist immens, eigene Darstellungen des OEM DeepMind dazu sind für Dritte (Fachwelt) bisher nicht 1:1  nachvollziehbar. Aber, das o.g. Ergebnis der Wettbewerbe AlphaCo und AlphaGo Zero gegen namhafte Go-Profis ist eindeutig und anerkannt.

Weiter wurde das öffentlich und noch gratis verfügbare Leela-Programm (Crowd-Computing-Projekt von Gian-Carlo Pascutto, basierend auf DeepMind-Paper zu AlphaGo Zero) vorgestellt, geeignet für Go-Training bis in den Amateur-Dan-Bereich, auf IT-hardware normaler PC.

3. Präsentation Potentiale und Beispiele für Anwendung bei aktuellen KI-Projekten, Referent: Herr Martin Bussas, im DGoB Koordinator für Profi-Aktivitäten, Geschäftsführer der KI-Firma TROUT GmbH Kassel

Ausgewählte KI-Projekte der Firma TROUT GmbH Kassel wurden vorgestellt.

• Entwicklung Neuronaler Netze zur non-invasiven Bestimmung des Blutzuckers aus impedanzspektroskopischen Daten
• Deep Learning auf Vitalparameter zur Stress Level Einschätzung von Autofahrern
• Reinforcement Learning NMRplusX für die Optimierung chemischer Reaktionen
• Neurochirurgie: Smart Forceps, An Intelligent Surgical Device for Real-time Skill & Performance, Assessment for Neuro Surgeons.

Erläutert wurde jeweils für Ingenieur*innen verständlich der Sachverhalt, Lösungsweg mit KI, Trainingsumfang KI. Eingesetzt werden dafür immer zeitgemäße verfügbare IT-Komponenten. Das Thema Ethik bei KI-Anwendungen wurde andiskutiert.  

 Fazit aus Sicht AKL Mensch-Technik-Gesellschaft des VDI-BB

  1. Am Beispiel des AlphaGo Zero zeigt von Menschen-gemachte Technik, daß KI bei Einsatz leistungsfähiger Computertechnik die Performance sogar von anerkannten Go-Profis (Weltmeister) signifikant überflügeln kann.
  2. Bei AlphaGo Zero kann die KI selbstlernend xx Millionen Trainingszyklen schnell durchlaufen, ohne Auswirkungen auf Dritte; bei technischen Anwendungen der KI sind die potentiellen Auswirkungen auf Dritte aber zu berücksichtigen.
  3. Leistungsstarke Go-Spieler Dan/Pro können die Performance von KI-Projekten verbessern, Kontakte dazu siehe unter www.dgob.de
  4. Die nachhaltige Go-Überlegenheit aus Asien (China, Korea, Japan) ist zu analysieren und lessons learned sollten in KI-Projekte fließen.
  5. Künstliche Intelligenz ist aktuell ein Fokusthema des VDI auf Bundesebene, wozu das Thema Go und KI unseres AK Mensch-Technik-Gesellschaft gut passt.
  6. Gerne veranstalten wir weitere Online-workshops zu KI.

Dr.-Ing. Christian Krone, Arbeitskreisleiter

Bericht über den Workshop

des Arbeitskreises Mensch-Technik-Gesellschaft im VDI-BV Berlin-Brandenburg

Da ein lebhaftes Treffen im Hörsaal an der BTU Cottbus aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich war, hatten wir unseren Workshop Nr. 6 als Online-Veranstaltung über Zoom organisiert. Es gab 32 Anmeldungen, online waren dann 20 Teilnehmer.
Die Begrüßung erfolgte durch Herrn Prof. Mügge, Sprecher der VDI-Bezirksgruppe Cottbus-Lausitz.

1. Einführung: “Fakten, Entscheidungen, aktuelle Ergebnisse zum Strukturwandel Lausitz aus Sicht VDI-BB”, Beitrag von Herr Dr. Krone, Arbeitskreisleiter Mensch-Technik-Gesellschaft

Darin wurden behandelt:
- Kohleausstieg in Deutschland, Terminkette für Lausitzer Kraftwerke bis 2038
Wesentliche Problemfelder für Kohleausstieg:
Thema 1: Mangel an verfügbarer Leistung Strom nach Ausstieg aus Atom und Kohle bei gleichzeitiger Einführung der E-Mobilität Thema 2: Versorgungssicherheit mit Strom ist gefährdet bei kalter Dunkelflaute bis zu 2 Wochen
- Energiewende in Deutschland zu Klimaneutralität bis 2050, Übersicht Daten laut ISE 2020
Fazit: erhebliche Investitionen in die Zukunft, Herausforderung für Ingenieure/innen
- Strukturwandel in der Lausitz: Vorschau Wegfall von ca. 20 000 Industrie-Jobs, Auflistung potentiell neuer, gut bezahlter Jobs in der Lausitz (Industrie, Behörden, BTU)
Fazit: die Lausitz packt an, Strukturwandel infolge Kohleausstieg am Beginn.
Zielstellung für die Aktivitäten VDI-BB BG Lausitz zur Begleitung des Strukturwandels:
- Präsentation und Diskussion von konkreten Ideen/Projekten der Ingenieure/innen mit Relevanz für den Strukturwandel Lausitz - Besuch von realisierten Projekten/Start-ups - Start-ups durch VDI-Mitglieder - Erkennen von Hindernissen/Probleme/Ablehnungen zu Projekten und Versuch der Klärung mit den Stakeholdern (Wirtschaftsregion Lausitz, Landesregierung BB, BTU, IHK, …)
Fazit: Der VDI-BB bringt sich ein.

2. Das neue Fraunhofer IEG Cottbus: Konzept, Forschungsthemen und Planungen zur Umsetzung, Herr Prof. Ragwitz, Direktor Fraunhofer IEG Cottbus

Es gab einen Überblick zum Unternehmen Fraunhofer in der Forschungslandschaft Europas.
Für den Standort Lausitz ist das Fraunhofer IEG in der Aufbauphase. Fraunhofer schätzt die in der Lausitz vorhandene Kompetenz zu Energiesystemen und Energietechnik.
Für den Standort Cottbus wurden folgende Schwerpunktthemen benannt:
Institutsteil „Energieinfrastrukturen“ Standort Cottbus - Forschungsthemen & -fragestellungen des Institutsteils ergeben sich auf Basis einer Analyse der relevanten Forschungsfragen und -märkte für die nächsten Phasen der Energiewende
Erste Phase der Energiewende: Entwicklung der Basistechnologien im Bereich der EE & Energieeffizienz
Der Schwerpunkt der nächsten Phase liegt in der Integration der Sektoren des Energiesystems sowie der Flexibilisierung von Angebot & Nachfrage
Die Kopplung des Umwandlungssektors mit dem Industrie-, Gebäude- & Verkehrssektor durch die
Integration der Infrastrukturen für Strom, Wärme & Gas ist die zentrale Herausforderung für die
Integration fluktuierender erneuerbarer Energien & die Erreichung der Klimaziele in Deutschland und
Europa.
Damit ist das langfristige Programm definiert. Die Lausitz wird also aktiver Teil der „Fraunhofer-
Familie“, packen wir es an! Hier wird substantielle Ingenieurarbeit geleistet und geschätzt.
Dank an Herrn Prof. Ragwitz.

3. Reallabore Lausitz: Konzept, Ressourcen, konkrete Projekte zur Umsetzung, Zeitplan, Herr Prof. Dr.-Ing. Mügge, BTU Cottbus-Senftenberg

Es wurde das aktuelle Projekt Ideenwettbewerb „EnEff 2050“ vorgestellt mit den Teilprojekten
- Nullenergiequartier Marienstraße
- Lindenviertel Lübbenau/Spreewald
- Energieautarker Betriebshof Spremberg
- Energiewandler der Zukunft
- Großwärmepumpe Cottbus
- Teilprojekte aus dem Cluster Mobilität und Verkehr.

Diese Teilprojekte wurden detailliert vorgestellt. Der Zeitplan geht von 2021-2024 für die
Realisierung, dazu gibt es eine Begleitforschung über ca. fünf Jahre.
Damit werden über einen längeren Zeitraum anspruchsvolle Aufgaben definiert für die studentische
Ausbildung an der BTU mit Bezug zur Region und zum Strukturwandel:
- Praxiserprobung einer Vielzahl innovativer Effizienztechnologien
- Lausitz bleibt Energieregion
- Stärkung des Wissenschaftsstandortes Cottbus
- attraktive Wohn- und Mobilitätskonzepte.
Dank an Herrn Prof. Mügge.

In der abschließenden Diskussion des Workshops wurde das Interesse der Teilnehmer an der
Gestaltung des Strukturwandels deutlich.
Wenige Tage nach unserem Workshop, am 03.07.2020, wurden im Bundestag und Bundesrat die
Gesetze zum Kohleausstieg und Strukturwandel beschlossen. Damit können die Projekte mit
Volldampf in die Realisierung gehen. Der VDI-Berlin-Brandenburg wird dies aus Sicht der
Berufsgruppe Ingenieure/innen begleiten.

Dr.-Ing. Christian Krone
Leiter des Arbeitskreises

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis wurde als regionale Vertretung der VDI/VDE-Gesellschaft für Meß- und Automatisierungstechnik (GMA) gegründet. Bundesweit sind ca. 13.000 Mitglieder in dieser Fachgesellschaft in 65 Fachausschüssen und Gremien organisiert. Im Adressverzeichnis des AK Berlin-Brandenburg haben sich ca. 70 Mitglieder registriert.

Wir fühlen uns den allgemeinen Zielstellungen der GMA verbunden, wie:

  • Förderung des Fachgebietes der Meß- und Automatisiserungstechnik
  • Austausch von Erfahrungen und Know-How
  • Förderung des Nachwuchses

und möchten dazu die regionalen Bezüge herstellen. Dazu wollen wir mit der Vorstellung von Aktivitäten aus Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen beginnen und danach Unternehmen der Meßtechnik vorstellen.  Wir hoffen, damit eine Kommunikationsplattform zu schaffen, die einen regen Austausch zwischen Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen und Fachleuten schafft.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Stefan Palis
Arbeitskreisleitung

Prof. Dr.-Ing. Stefan Palis

Über den Arbeitskreis

Der "VDE/VDI-Arbeitskreis Mikroelektronik Berlin-Brandenburg" wurde im Mai 1993 als regionale Vertretung der VDE/VDI-Gesellschaft GMM (Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik) in den Bezirksvereinen von VDE und VDI in Berlin-Brandenburg gegründet. Zweck des Arbeitskreises ist die Förderung der Mikroelektronik und ihrer Anwendungen sowie verwandter Arbeitsgebiete, wie der Mikrosystemtechnik. Er steht sowohl VDE- und VDI-Mitgliedern als auch anderen Interessenten offen. 

Oberstes Ziel des Arbeitskreises ist die Förderung von Mikroelektronik-Anwendungen, um in Berlin und Brandenburg dringend benötigte innovative Produktentwicklungen zu stimulieren.

Aktivitäten des Arbeitskreises

  • Vorträge und Besichtigungen
  • Kontaktvermittlung
  • Aus- und Weiterbildung
  • Zusammenarbeit mit Institutionen aus Wirtschaft und Politik

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr. Julia Kaltschew
Arbeitskreisleiterin

Dr. Julia Kaltschew

Dipl.-Ing. Lienhard Jung
Stellvertretender Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Lienhard Jung

Über den Arbeitskreis

Die Leitung des Arbeitskreises ist zurzeit vakant.

Aufruf zur Reaktivierung des Arbeitskreises, wer hat Interesse dabei zu sein?

Anmeldung per E-Mail unter: veranstaltung@vdi-bb.de
oder telefonisch 0172-3020702

Bei Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis können Sie sich auch an unsere Geschäftsstelle wenden.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Produktionstechnik hat im VDI eine lange Tradition und bietet Ingenieuren und Technikern aller Fachrichtungen eine Basis zum Gedankenaustausch.

Produktionstechnik umfasst alle Maßnahmen und Einrichtungen zur industriellen Herstellung von Gütern, damit gilt sie als eines der wichtigsten Gebiete moderner Ingenieurwissenschaften.

Seit der Erfindung der ersten Werkzeugmaschine vor über 6000 Jahren unterliegt die Produktionstechnik einem immer schnellen gewordenen Wandel. Die Auswirkungen der bereits vierten industriellen Revolution „Industrie 4.0“ lassen sich selbst von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen, ganz im Gegenteil: diese liegen die Notwendigkeit zu einer noch tieferen Digitalisierung und Automatisierung der Produktionskette offen. Die Herausforderungen moderner Produktionstechnik liegen dabei gerade in der Umwandlung historisch geprägter, klassischer Produktionsabläufe in prozesstechnisch entkoppelte, sowie dezentrale / regionale Produktionsprozesse.

Die Region Berlin-Brandenburg hat sich dabei gerade in der wichtigsten Branche der Produktionstechnik – der Automobilindustrie – international durchgesetzt und bietet Platz für die Verwirklichung von Zukunftsideen der zur Zeit wertvollsten Automarke der Welt „Tesla“, die noch vor kurzem als naive Visionen galten. So wird Berlin-Brandenburg in der gleichen Liste der wirtschaftlich und technisch bestens bewerteten Produktionsstätten geführt, wie New York und Shanghai.

Der neuen Leitung des Arbeitskreises Produktionstechnik für Berlin-Brandenburg (2020) gehören an: Puya Ebrahimi, Tasso Mulzer, Simon Roßkamp, Marco Lubosch sowie Guillermo Ugarte Del Pozo und Szabolcs Szatmári. Sie stellt sich den genannten Herausforderungen und widmet dementsprechend ihre Aufmerksamkeit folgenden Interessenfeldern:

  • Herausragende lokal ansässige Akteure im Bereich der Produktionstechnik in Berlin-Brandenburg.
  • Nachhaltige Gestaltung von Prozessketten in der Fertigungsplanung und Fabrikorganisation.
  • Die Auswirkungen der dezentralen, digitalisierten Fertigung auf die Region
  • Aktueller Stand der Technik der modernen Robotik in der Produktion.
  • Maschinelles Lernen und adaptive Planung und Steuerung in der Produktion.
  • Neue Leichtbauansätze durch moderne Produktionstechnik, wie die additive Fertigung.
  • Nachwuchsförderung und damit Gewinnung von neuen VDI-Mitgliedern.

Prof. Dr.-Ing. Szabolcs Szatmári, Arbeitskreisleiter (Sprecher)

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Szabolcs Szatmári
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Szabolcs Szatmári

Über den Arbeitskreis

Bereits seit dem Jahr 1993 existiert ein Arbeitskreis zum Thema Qualitätsmanagement, der unter der Federf+hrung der IHK Cottbus erfolgreich arbeitete. Die Gestaltung des Programms erfolgte in Kooperation mit dem Regionalkreis der DGQ, der Handwerkskammer Cottbus und dem VDI, da die einzelnen Organisationen zu diesem Thema nicht in Konkurrenz treten wollten, sondern die Nutzung von Synergieeffekten anstrebten.

Der Arbeitskreis Qualitätsmanagement Cottbus agiert heute in Zusammenarbeit mit der DGQ und dem VDI BB und in Abstimmung mit der IHK und der HWK. Die heutigen Arbeitskreistreffen bieten den regional ansässigen Unternehmen eine Plattform, um qualitätsbezogene Themen und Probleme mit theoretischem und praktischem Hintergrund zu besprechen, zu diskutieren und zu hinterfragen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

16. Qualitäts-Kollegium der Technischen Universitäten Berlins und Brandenburgs an der BTU

Coronabedingt drohte auch 2022 kein Qualitäts-Kollegium stattfindenzu  können, denn in der TU-Berlin werden immer noch keine Veranstaltungen mit Auswärtigen gestattet. Dank Prof. Woll von der BTU Cottbus wurde es aber dort möglich und fand am 6. Dezember, dem Nikolaustag statt. Danke dafür!

So fanden sich an diesem Tag bis 15 Uhr im ansprechenden Ambiente der 7. Etage des BTU-Medienzentrums knapp 20 Menschen ein, davon 4 QM-Professoren und 3 Vorstandsmitglieder von VDI und DGQ, um über aktuelle Qualitäts-Forschungsthemen an den Unis informiert zu werden und anschließend open Space darüber zu diskutieren.

Nach der Eröffnung durch den Lehrstuhlinhaber Qualitätsmanagement(QM) an der BTU-Cottbus/Senftenberg Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll und den Grußworten mit Einbindung eines kurzen geschichtlichen Abrisses zur „Veranstaltung der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg ... „ vom Vertreter des Vorstandes des VDI-BV-Berlin-Brandenburg, Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, schlossen sich 4 Kurzvorträge an zu den Themen

- Fingerprints of Quality von Herr Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, Lehrstuhlinhaber QM der TU-Berlin,   vorgetragen von Herrn Timo Hinrichs M.Sc.,

- QM - Quo vadis? Herr Prof. Dr.-Ing. Luis De León Garcia, Prof. QM HTW-Berlin, Bereich Maschinebau,

- Die Digitalisierung des QM: Eine echte Transformation oder eher Altbekanntes mit neuen Tools? von Herr Prof. Dr.-Ing. Konrad Wälder, BTU-Cottbus/Senftenberg, Leiter des Fachgebietes Qualitätssicherung und quantitative Methoden,

- Qualitätsmanagement beim Transfer agiler Fertigungstechniken von Herrn Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll, Lehrstuhlinhaber QM an der BTU-Cottbus/Senftenberg,  vorgetragen von Frau Beatrice Rich M.Sc.,  Projektkoordinatorin Transfer Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (CHESCO)

Nach diesen inhaltsreichen und spannenden Ausführungen war fast 1,5 Stunden Zeit eingeplant für intensive Diskussionen und Erklärungen in Kleingruppen vor den Präsentationstafeln der Referenten.

Bei Herrn Hinrichs ging es insbesondere um die Problematik des Verstehens der Komplexität des Prozesses aus den extrahierten Messwerten für dessen Modellierung. Ein nicht einfaches Thema.

Mit Prof. Garcia wurde diskutiert wie viel QM ich brauche, kostenrelevant einsetzen muss, um Anliefer- und Fertigungsqualität im Prozess sicherzustellen. Dabei dürfen aber bei allen Aufwandsreduzierungswünschen die Basispflichtanforderungen der DIN EN ISO 9001 für notwendige Zertifizierungen nicht unberücksichtigt bleiben, nicht unterlaufen werden.

Die Gespräche an der Tafel von Prof. Wälder drehten sich wie auch an der Tafel von Prof. Woll vielfach um die Frage: Wie viel Digitalisierung können/wollen wir den meist kleinen Fertigungsunternehmen in der Region zumuten? Wie müssen die teils Nichtingenieure von angemessener und für sie nützlicher Digitalisierung überzeugt werden?

Ein weiteres Thema war das Vertrauen in die Ergebnisse der Datenleitung vom Sensor zur digitalisierten Direktsteuerung oder Anzeige. Was wissen wir über die Datenherkunft und ihre Leitung? Hier sollten wir nicht nachlässig werden, uns alter bewährter Methoden der Achtsamkeit erinnern und vermitteln als auch selber nicht blind technikgläubig sein.

Frau Richs Information über CHESCO fand große Resonanz, wurde als zukunftsweisende Entwicklung an der BTU für die technisch-industrielle Wirtschaftsentwicklung der Region angesehen. Dazu wurde eine VDI-Veranstaltung mit dem AK „Mensch-Technik-Gesellschaft“ vereinbart.

Aber das war nicht das einzige Ergebnis des Netzwerkens im Open Space. Hinzu kam der Wunsch der Professoren nach mehr und intensiverem Austausch über moderne Lehrmethoden im QM sowie die Vereinbarung VDI, DGQ und TU-Berlin zur frühzeitigen Planung des 17. Qualitäts-Kollegiums 2023 an der TU-Berlin.

Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll                                                 Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Lehrstuhlinhaber Qualitätsmanagement(QM)          Leiter AK „Systementwicklung,
BTU-Cottbus/Senftenberg                                           Qualitäts- und Projektmanagement“
Leiter des AK QM im VDI Berlin-Brandenburg         im VDI Berlin-Brandenburg

Über den Arbeitskreis

Weitere Informationen folgen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

 Prof. Dr. Uwe Höft
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr. Uwe Höft

Über den Arbeitskreis

Der AKSi widmet sich den dringenden Fragen zu Chancen und Risiken der Technik mit Bezug zu den Wechselwirkungen von technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit und den konkreten Auswirkungen auf die Grundlagen unseres Miteinanders in der Zukunft vor dem Hintergrund des Innovationsklimas in Deutschland und Europa.

Der AKSi sieht sich dabei in einer Wächterfunktion für Sicherheitsbelange, wobei Sicherheit, Sicherung, Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit fachgebietsübergreifend betrachtet, bewertet und kommentiert werden.

Themenbereiche:

Technik und Akzeptanz ist der Themenbereich, indem die Diskurse über Chancen und Risiken der Technikanwendung in unserer Gesellschaft unmittelbar einmünden.

Technik und Wissen ist der Themenbereich, in dem die Diskurse zu Innovationen und neuen Technologien als Treiber der Wertschöpfung in einer wissensbasierten Gesellschaft einmünden.

Technik und Zukunft ist der Themenbereich, der die Diskurse zum unkritischen Fortschrittsglauben wie auch der fundamentalen Fortschrittsverweigerung aufgreift und ausbalanciert.

Technik und Kultur ist der Themenbereich, der Diskurse aufgreift, die aus anderen Bereichen Impulse für die Technikanwendung setzen, wie beispielsweise HFE (human factor engineering).

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Dirk Pinnow
Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Dirk Pinnow

Stellv. Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Carsten Pinnow

Stellv. Arbeitskreisleiter

Dr.-Ing. Bernd Schulz-Forberg

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis sieht sich als Ansprech- und Kompetenzpartner für Konzepte, Fragen und Probleme von integrierten, umfassenden Unternehmensmanagementsystemen, zu Unternehmensexzellenz. Derartige Systemgrundlagen, aber auch Systemansätze anderer Wissenschaftsdisziplinen wie z.B. Fabrikplanung, enthalten mit hohem Anspruch neben den produktions-/dienstleistungsablauf- und leistungsspezifikationsbezogenen Qualitätsmerkmalen auch betriebswirtschaftliche, Vertriebs-, Innovations-, messtechnische, messmethodische, logistische, Arbeitssicherheits- und Gesundheits-, als auch Umwelt- und Energie- sowie CSR- und Managing Diversity Aspekte. Das sind alles grundlegende, auch gesetzlich fixierte Querschnittsfragen für vorzügliche Betriebsorganisation und präzise Prozessabläufe also Unternehmensexzellenz. Dabei spielen Projektmanagement sowie Wertanalyse und Wertstrom als auch Rationalisierungs- und Verschwendungsvermindungsstrategien eine wichtige Rolle.

AK auf Twitter: https://twitter.com/VDI_BB_SQP

Zu den nächsten Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Wolfgang SchlenzigWolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleitung

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Dipl.-Ing. Doreen Fox
Arbeitskreisleitung

Dipl.-Ing. Doreen Fox

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

17. Qualitäts-Kollegium der Technischen Hochschulen Berlins und Brandenburgs an der HTW-Berlin

Das Qualitäts-Kollegium zum Vorstellen und Diskutieren von Forschungsthemen im Qualitätsmanagement an den Hochschulen Berlins und Brandenburgs ist das letzte verbliebene und mit Vehemenz aufrechterhaltene Projekt der „Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg“ und wurde auf Initiative von Prof. Herrmann von der TU-Berlin 2005 ins Leben gerufen.

Am 18.04.2024 von 15 - 19 Uhr fand, organisiert von Prof. Dr.-Ing. Luis de Leon (HTW-Berlin, Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement) und wie gehabt mit inhaltlicher und finanzieller Unterstützung des VDI-Berlin-Brandenburg die 17. Veranstaltung dieses Formats statt.

Im schönen Ambiente im Gebäude G des HTW-Campus Oberschöneweide, direkt an der Spree fanden sich 20 Menschen ein, davon 4 QM-Professoren und 4 Vorstandsmitglieder von VDI und DGQ, um über aktuelle Qualitäts-Forschungsthemen an den TI-Berlin, der BTU-Cottbus und der HTW-Berlin informiert zu werden und anschließend open Space darüber zu diskutieren.

Nach der Eröffnung durch Prof. Dr.-Ing. Luis de Leon und der Grußworte mit Einbindung eines kurzen geschichtlichen Abrisses bezüglich „Eine Veranstaltung der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg ...“ vom Vertreter des Vorstandes des VDI-BV-Berlin-Brandenburg und Leiter AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig schlossen sich

4 Kurzvorträge an zu den Themen

  • Erfahrungen mit der Risikoabschätzung eines hybrid elektrischen Systems
    Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll, BTU Cottbus-Senftenberg und
    GF der QECB - Quality Engineering Cottbus GmbH
  • Intelligente SPC
    Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem Lehrstuhlinhaber QM der TU-Berlin
    vorgetragen von, Jan Mayer M.Sc., TU Berlin
  • Qualitätsanforderungen an KI-Tools
    Prof. Dr. Konrad Wälder, BTU Cottbus-Senftenberg
    Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement
  • Risikobasierte Entscheidungen in der Qualitätssicherung (siehe Bilder)   
    Prof. Dr.-Ing. Luis De León, HTW Berlin,
    Bereich Maschinenbau, Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement

Prof. Woll stellte einer erste Arbeit der QECB vor wo es um eine Tiefen-EFMA für ein elektrisch betriebenes Flugzeug ging und sich herausstellte, dass ein im wesentlichen aus Kunststoffen gefertigtes Flugzeug seinen neuralgischen Punkt in der Steuerung hat, weil die Elektronik nicht mehr in einem faradayschen Käfig aus Metall ist.

Herr Mayer stellte klar, dass SPC freilich nur geht, wenn eine gewisse Anzahl Teile nicht unterschritten wird. Aber das Ziel ist, über die Daten in und um den Prozess vorausschauend auch mit vergleichsweise wenig Teilen (unter 100) Qualität zu generieren. KI-Tools unterschiedlicher Ausprägung sind jetzt schon im Einsatz.

Prof. Wälder hob hervor, dass unbedingt Plausibilitäts-Prüfalgorithmen mit zu entwickeln seien, damit die Vertrauen in die Ergebnisse der KI-Operationen von der Dateneingabe zu den einzelnen Handlungen der Technik gegeben ist. Frage: Kann man KI-Tools zertifizieren? Eigentlich nicht, denn sie sollen ja immer was dazu lernen, verändern ihre Wahrnehmungen und Entscheidungen

Prof. de Leon legte der Schwerpunkt auf der permanenten Auseinandersetzung zwischen kostensenkenden Interessen des kaufmännischen Bereiches und der notwendigen Prüfkosten bzw. zu akzeptierenden Fehlerkosten im Wertschöpfungsprozess, wofür von beiden Seiten gute Argumente gebraucht werden.

Nach diesen inhaltsreichen, teils detaillierten und spannenden Ausführungen war dann ca. 1 Stunde Zeit für intensive Diskussionen und Erklärungen in Kleingruppen vor den Präsentationstafeln der Referenten wobei auch eine Menge Aha-Effekte erzielt wurden.

Am Ende wurde die Hoffnung ausgesprochen, Ende 2025 ein 18 Qualitäts-Kollegium unter der Ägide von Prof. Wälder in Cottbus durchzuführen.

 

 

                        Prof. Dr.-Ing. Luis der Leon                                                                                                                         Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Informations- und Diskussionsveranstaltung „Die Lausitz als gemeinwohlorientierte Modellregion!?"

Bericht des AK SQP

Wenn Ministerpräsident Woitke sagt, dass die Lausitz Modellregion werden soll, dann kann sich das nicht nur auf neue Technologien und Produkte beziehen, sondern auch auf neues Denken und Handeln in der Unternehmensorganisation! Kann die Gemeinwohl-Ökonomie dazu ein zukunftsweisendes Konzept sein?

Das war das Motto einer Veranstaltung des Netzwerk Gemeinwohl - Ökonomie Unternehmen Berlin-Brandenburg organisiert von der Bezirksgruppe Cottbus/Lausitz und dem AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ im VDI-BV Berlin-Brandenburg, die am 22.02.2024 in den Räumen des Campus Sachsendorf der B-TU Cottbus stattfand.

In seinem Einführungsvortrag ging Herr Neno Rieger vom Netzwerk Gemeinwohl - Ökonomie  Unternehmen Berlin-Brandenburg, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, ein auf die Ursachen, Grundlagen, Herangehensweisen, Bilanzierungs- und Auswertungsvarianten wie

  • Warum sollten wir uns vom gegenwertigen Wirtschaftssystem hin zu einer Gemeinwohl-Ökonomie bewegen?
  • Wie können die Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Transparenz und Mitentscheidung in die wirtschaftlichen Tätigkeiten einer Organisation integriert werden?
  • Wie kann der Beitrag einer Organisation zum Gemeinwohl sichtbar werden?
  • Wie trägt ein strategische Nachhaltigkeitsmanagement zur Gewinnung und dem Halten von Fachkräften bei?
  • Welche Beispiele gemeinwohlorientierten Wirtschaftens gibt es im Umgang mit Lieferant*innen und Kund*innen?
  • Ansatzpunkte für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften in der Lausitz

Dabei kam es ihm darauf an, zu verdeutlichen, dass die deutsche und die in Deutschland aktive Wirtschaft den § 14 des Grundgesetzes nicht erfüllen, indem ihr Hauptaugenmerk nicht auf das Wohl der Allgemeinheit gerichtet ist.

Zu sehr stünden zehrender Konkurrenzkampf und überbordetes Profitstreben im Fokus, insbesondere bei Großindustrie und Banken, ausstrahlend auf alle anderen Wirtschaftsbereiche, statt Kooperation und Gemeinwohlhandeln. Hier seien Potentiale für allseitige Menschen- und Gesellschaftsentwicklung sowie eben auch für Kreativität und Arbeitsfreude bei auskömmlichen Einkommen.

Selbst bei Organisationen, die die Gemeinwohlorientierung in ihren Unternehmensgrundsätzen bzw. Satzungen stehen haben, kann man da oft Nachholebedarf erkennen.

Um die Ausführungen von Herr Rieger nicht so im Raum stehen zu lassen, hatte Herr Fritz Walter, Berater und Mitwirkender in den Lausitzer-Perspektiven e.V,. einen anschließenden Workshop mit 3 Fragestellungen an 3 Tischen vorbereitet, was mit großer Initiative und Kreativität von den Teilnehmern angenommen wurde.

  • Tisch 1:    Welche Chancen und Vorteile hätten Gemeinwohl-Ökonomie und Kommunen in einer Modellregion Lausitz
  • Tisch 2:    Was braucht es, um die Gemeinwohl-Ökonomie in Unternehmen und Kommunen zu implementieren?
  • Tisch 3:    Was wäre hier und heute der erste Schritt?

Die Ergebnistafeln kann man auf den Bildern dieses Berichtes sehen.

Nach ca. einer Stunde dann die Resümees:

  • Weitertragen der Idee von denen die hier und heute dabei waren im Privaten und in den Organisationen in denen sie tätig sind
  • Auf gewerkschaftlichen Einfluss für die Arbeitsbedingungen nach innen drängen
  • Tariflöhne durchsetzten, flächendeckend
  • Netzwerke bilden, Kooperationen organisieren, Erfahrungen austauschen
  • Publikation von Beispielen, Vorbildwirkung deutlich machen
  • Mit staatlichen Maßnahmen, z.B. spezielle Förderung, den Gemeinwohlgedanken fördern

Zum Abschluss gelang es, einige der Anwesenden dafür zu begeistern, eine GWÖ-Gruppe Lausitz zu gründen.

Vertiefende Themen für weitere Veranstaltungen zur Gemeinwohlorientierung könnten sein:

  • Finanzierungs- und Steuer-Probleme von gemeinwohlorientierten Organisationen, insbesondere Start-up‘s
  • Eigentumsformen, die das Praktizieren von Gemeinwohl-Ökonomie begünstigen
  • Besichtigungen von nach Innen und außen gemeinwohlorientiert handelnden Organisationen
     

Engpass Verschleißsteile – Lösungsansätze durch Normierung und Open Source Hardware

Bericht des AK SQP

Am 20.02.2024 führte der VDI AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ (SQP) wieder eine Veranstaltung im Deutschen Technikmuseum zu Berlin zum Thema Reparieren durch.
Diesmal ging es um den Dreiklang: 

  • Was sind Verschleißteile? 
  • Wer stellt die her? Wie sind die verfügbar?
  •  Wie ist das mit dem Reparieren organisiert, europäisch, deutsch, berlinerisch?

Zuerst aber stellte Frau Eva Kudrass, Deutsches Technikmuseum Berlin, Bereichsleiterin Mathematik und Informatik, Abteilung Sammlung und Ausstellungen Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin 
mit Ihrem Kollegen Jörg Reisewald die Publikation „REPARIEREN - WARTEN - IMPROVISIEREN -   Technikgeschichten des Unfertigen“ der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin vor, die man sich kostenlos runterladen kann.

Der erste Referent des Abends , Herr Stefan Schridde, Diplom-Betriebswirt (FH), VDE-Berlin AK „Obsoleszenz“, Vorstand von MURKS? NEIN DANKE! e.V., verdeutlichte uns, dass der Begriff „Verschleißteile“ eine weites noch wenig „beackertes“ Feld ist, wo sich nun er und Einige andere mit dem bei DIN rantrauen.

  • Verschleißteile identifizieren/kennen - ein aktuelles DIN-Projekt
  • Warum Verschleißteile? 
  • Verschleißteile im Produktsystem - eine Abgrenzung 
  • Stand der Normung - eine Suche 
  • DIN UAG Verschleißteile im DIN KU AK7 Ressourcenschutz 
  • Arbeitsziele, Ausblick und Mitwirkung 

Dann sprach Herr Tasso Mulzer, Mechatronik-Ingenieur (FH) erst beim THW, dann bei der Fa. EBK in Teltow und BHT, jetzt bei der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS), über Chancen und Probleme der Herstellung von Verschleiß- und Ersatzteilen im Open Source Hardware Format.

  • Was ist gesellschaftlich wünschenswert?
  • Wer macht da mit? Wer darf das machen?
  • Wer überwacht die Qualität?
  • Beschaffungschance/-möglichkeiten mit Open Source Hardware
  • Welche OEM’s lassen das unter welchen Bedingungen zu?

Als Dritter erläuterte Herr Martin „Moe“ Häuer von der Open Source Ecology Germany e.V. (gemeinnützig) (OSEG), aktuell tätig bei der PTB, was Open Source eigentlich ist, denn es saßen einige im Raum, die da noch in-put brauchten. Sie gibt es im Softwarebereich schon seit Jahrzehnten (Stichwort: Linux) aber bezüglich Open Source Hardware erst seit reichlich 10 Jahren. Dabei geht es vornehmlich um Produkt(-weiter-)entwicklungen und nur ein kleiner Sektor wird der skalierten Verschleiß- und Ersatzteilproduktion zugerechnet. Einige Unternehmen haben sich aber darauf spezialisiert solche ‚“Freischaltungen“ von OEM‘ zu übernehmen.

  • Was ist Open-Source-Hardware? 
  • Beispiele für Open-Source-Hardware-Projekte aus verschiedenen Branchen
  • Stand der Standardisierung --ein aktuelles DIN-Projekt  DIN SPEC 3105
  • Hier geht es um Dokumentions- und Prüfstandards für Open Hardware Anwendungen.
  • Open Source Ecology Germany und wo man sich denn jetzt beteiligen könnte

Zum Schluss trafen sich alle 3 Redner auf dem Podium zu einer ca. 30 minütigen Diskussion mit der Moderation von Herrn Wolfgang Schlenzig, VDI-AK-Leiter und Fachbereichskoordinator.

Themen waren das vom der EU beschlossene und jetzt textlich auszugestaltende „Recht auf Reparatur“.
Für welche Produktgruppen wird es gelten? Wie werden sich die OEM’s verhalten, da ja konstruktive und fertigungsseitige Veränderungen unvermeidlich sein werden.
Wie sieht es Europa und Deutschland aktuell aus mit z.B. „Reparaturbonus“ und „Netzwerk-Qualitätsreparatur“ in Berlin.
Kontrovers diskutiert wurde die Verantwortung für dauerhafte Bereitstellung, Zuverlässigkeit und Kosten sowie konstruktive Obsoleszenzberücksichtigung. 
Eine Reihe technische Produkte werden sehr lange genutzt über mehrere Innovationszyklen (Schiffe, Flugzeuge, Maschinen [Soll 20 Jahre], Autos [aktuelle in D im Schnitt über 11 Jahre] und auch Waschmaschinen) wo neben Verschleißteilen auch obsoleszenzbedingte Austausche möglich sein müssen.

Viele Fragen standen am Ende noch im Raum.

  • Wie werden patentrechtliche Fragen gelöst?
  • Wie sieht es bei den permanenten Weiterentwicklungen bei OSH mit der Standardisierung aus?
  • Wie teuer werden einzelne Verschleißteile nach der geplanten Produktgrenznutzungsdauer sein?
     

Bericht des Arbeitskreises

Die Veranstaltung am 26. Oktober 2023 des Arbeitskreises "Systementwicklung, Qualitätsmanagement, Projektmanagement" (im VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg) hat das Thema Sustainable Development Goals (SDG), Fokusthema Nachhaltigkeit aufgegriffen.

Die in Berlin tätige Organisation  PLAN B wurde von Lu Yen Roloff, Initiatorin von PLAN B(erlin), vorgestellt:

 PLAN B ist eine zivilgesellschaftliche Initiative in Vereinsgründung. Das Ziel von PLAN B ist ein klimaneutrales und sozial gerechtes Berlin bis 2030. PLAN B organisiert die kooperative, organisationsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, um die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen und gesellschaftliche Mehrheiten dafür aufzubauen. Die Vortragenden bei PLAN B haben langjährige Erfahrung in politischer Strategie & Kommunikation sowie politischer Netzwerkarbeit. Das Motto der Organisation PLAN B enthält eine Botschaft, die für engagierte Berlinerinnen und Berliner Mitmach-Angebote unterbreitet: "Unser PLAN für Berlin". Wir machen Berlin bis 2030 schön, sozial, klimaneutral!".

Das Wirkungsprinzip von PLAN B basiert auf einer koordinierten Umsetzung der Allianzen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft. Das Wirkungsprinzip des VDI BB ermöglicht den Austausch von Ideen und den Transfer von Wissen für eine menschengerechte, umweltfreundliche Technik und nachhaltige Entwicklung. Beides passt zusammen.

Das aktuelle Projekt von PLAN B, "Solar Power to the People", zielt darauf ab, die Verbreitung von Balkonkraftwerken in sozial benachteiligten Bezirken Berlins zu fördern und die Energiewende in Bürgerhand sozial gerecht zu gestalten. PLAN B hat eine Umsetzungsallianz und das Konzept der Antragsparties entwickelt, um den Fördertopf "SolarPlus" für Balkon-PV-Anlagen zugänglich zu machen und zu nutzen. In einem Workshop werden Möglichkeiten der Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Wirtschaft erarbeitet, um eine schnellere Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu erreichen.

PP-Präsentation von PLAN B

Diskussionsfragen für die Mitglieder des VDI e.V. Berlin-Brandenburg beinhalten die Unterstützung der Bürgerenergie-Wende und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, Mieterinnen und Wohnungsgesellschaften. Weitere Themen der sozialökologischen Transformation in Berlin, die für eine gemeinsame Umsetzung mit der Stadtgesellschaft geeignet sind, werden ebenfalls diskutiert. Die nächsten Schritte von PLAN B beinhalten die Durchführung von Online-Antragsparties, das Feedback an die IBB und Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie, Betriebe die Kontaktaufnahme mit kommunalen Wohnungsgesellschaften und die Bildung von Allianzen mit anderen Interessensgruppen. Ein Pilotprojekt zur Installation von Balkonkraftwerken an einer Hochhaus-Fassade wird ebenfalls geplant.

Eine Umfrage unter den Teilnehmenden hat deutlich gemacht, dass die Umsetzung der Sustainable Development Goals das Verständnis um Gesellschaft, Mensch und Technik eint. Alle Umfrageergebnisse zeigen auf, dass der VDI BV BB als Kompetenzträgerin für Nachhaltigkeitsthemen angesehen wird. Die Umfrageteilnehmenden wünschen sich weitere Formate vom VDI, die sie auf dem Weg hin zur Erreichung der SDGs mitnehmen.

Wenn Sie Spaß daran haben, Ihr Umfeld klimaneutral zu gestalten, machen Sie mit. Unsere Veranstaltungen stehen Ihnen für den Austausch offen.

Doreen Fox
Arbeitskreisleiterin SQP

Von Zertifizierungsaudits bis zu internen Audits - Qualifikationen, Karrierewege und Mythen

Bericht des AK SQP

Frau Elke Meurer hat schon einmal, Anfang 2023, bei uns über ihre Erfahrungen beim Auditieren berichtet. Diesmal stellte Sie, wieder in einer Online-Veranstaltung, die wir am 12.10.2023 gemeinsam mit dem Regionalkreis Berlin/Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für Qualität durchführten, einen anderen Aspekt, ihre Arbeits- und Erfahrungswelt, in den Fokus.

Wer sich mit Managementsystemen beschäftigt, denkt sehr bald über den Beruf als Auditor oder Auditorin nach. Das Krönchen für die Karriere bilden in der Vorstellung Zertifizierungsaudits. Auditieren ist tatsächlich ein vielseitiger Job. Es gibt viele Einblicke in spannende Unternehmen und Begegnungen mit Menschen in interessanten Berufen. Ob es spannend ist, Zertifizierungsaudits im Namen einer Zertifizierungsgesellschaft (angestellt oder freiberuflich) durchzuführen, ist Typsache und nicht nur eine Frage von Qualifikationen.

Frau Meurer nahm sich wieder die fiktiven Personen und Unternehmen Ihrer ersten Veranstaltung bei uns her, um darauf aufbauend die Ansprüche an, Arbeitsweisen von sowie die Interaktion zwischen Auditoren und Personen aus den Unternehmen verständlich und überzeugend aus Ihrer Sicht zu erklären.

Eine interne Auditierung kann erst mal von Jedem durchgeführt werden. Eine extra Qualifizierung dafür ist nicht zwingend nötig, aber empfehlenswert. Interesse an der fachlichen Durchführung, Freude im Umgang mit Menschen und eine sachliche Arbeitsweise erleichtern einen Einstieg. Die interne Managementdokumentation sollte man kennen, beispielsweise die DIN EN ISO 9001 und 19011. Für einige Wirtschaftsbereiche wie z.B. im weitesten Sinne Fahrzeugbau und Gesundheitswesen verlangen Kunden und Zertifizierer spezifisch ausgebildete interne Auditoren. Großunternehmen halten regelmäßig qualifizierte und trainierte Auditoren vor. Zertifizierer verlangen extra Qualifikationen, die diese und die DGQ anbieten.

Frau Meurer ging in ihrem QM-Dialog auf folgende Überlegungen ein:
- Wie sieht ein Tagesablauf in einem Zertifizierungsaudit aus?
- Welche Aufgaben gilt es zu bewältigen und was darf auf keinen Fall vergessen werden?
- Welche Qualifikationen und Erfahrungen sind notwendig oder hilfreich?
- Warum kann es eine gute Alternative sein, sich auf interne Audits oder Lieferantenaudits zu konzentrieren?
- Die Gretchen-Frage: Was liegt Ihnen mehr: formalistisch oder locker?
- Zum Abschluss begeben wir uns an den fiktiven Stammtisch der Zertifizierungsauditierenden:
  Es kursieren Mythen über „harte Hunde“ und „schwierige Gesprächspartner“.

Die Referentin bietet hier allen Interessierten den Foliensatz der Veranstaltung zum Download an.

Frau Meurer ist personenzertifizierte Auditorin, arbeitet jedoch bewusst nicht im Auftrag von Zertifizierungsgesellschaften. Sie ist Unternehmensberaterin für den Mittelstand. Außerdem ist sie Prüfungsbeauftragte für den TÜV Rheinland für die Qualifikation „Qualitätsauditor/in (TÜV)“. Aus ihrer beruflichen Erfahrung berichtet Sie über das Berufsbild (https://emeurer.com/).

Ihre Botschaft ist:
Audits sind eine wunderbare Situation, mit Menschen im Unternehmen in Kontakt zu kommen und ihren Arbeitsbereich kennenzulernen. Wer auditiert, darf neugierig sein. Dabei Feststellungen zu treffen, ist eine Frage der wachsenden Routine. Bleiben Sie neugierig!

Die Diskussion am Ende des Vortrages zeigte wieder das große Interesse an dieser Thematik. Wir vereinbarten mit Frau Meurer weitere Erfahrungen Ihrer langjährigen Tätigkeit im QM in Online-Veranstaltungen mit uns zum Besten zu geben. Große Resonanz ist Ihr sicher.

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                 Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiterin                                                     Arbeitskreisleiter, Bereichsnetzwerkkoordinator TOP
(https://twitter.com/VDI_BB_SQP)                               

Bericht über die Auftakt-Veranstaltung einer Reihe des Arbeitskreises SQP zum Thema „Agiles Projektmanagement“ am 10.10.2023:

„Welche agilen Arbeitsmethoden und -tools lassen sich in einem linienbasierten Arbeitsumfeld einbauen?"

Hintergrund: In der heutigen Zeit hört man viel über agile Arbeitsweisen und ihre Vorteile für Unternehmen und Organisationen. Allerdings ist es nicht immer möglich, eine vollständige Umstellung auf Agilität vorzunehmen. Gesetze, Vorschriften und die Einhaltung von VDI-Normen und Richtlinien erfordern oft eine strikte Organisationsstruktur mit klaren Zuständigkeiten. In diesem Kontext stellt sich die Frage, welche agilen Arbeitsmethoden und -tools in einem linienbasierten Arbeitsumfeld passen und welche nicht.

Beiträge und Diskussionen: Die Auftaktveranstaltung wurde von Dipl.-Kfm. (FH) Michael Taube, Leiter der HTG Academy, mit einer Keynote eröffnet. Während der Veranstaltung wurden Fragen zum Ablauf und Begrifflichkeiten im Bereich der Agilität diskutiert. Ein zentraler Aspekt der Veranstaltung war der Austausch von Meinungen und Erfahrungen sowie die Interaktionen zwischen den Teilnehmenden. Sie brachten ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein, um das Thema der Integration agiler Arbeitsmethoden in einem linienbasierten Arbeitsumfeld zu beleuchten. Dabei wurden verschiedene Aspekte wie die Anpassung von Projektmanagement-Methoden, die Nutzung von agilen Tools und die Herausforderungen bei der Implementierung diskutiert. Die Diskussionen waren geprägt von einem regen Austausch von Ideen und Best Practices.

Fazit: Die Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises SQP des VDI BV Berlin-Brandenburg zum Thema agiles Projektmanagement in einem linienbasierten Arbeitsumfeld war ein großer Erfolg. Die Diskussionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gezeigt, dass es Möglichkeiten gibt, agile Arbeitsmethoden und -tools in regulierten Umgebungen einzusetzen. Es ist wichtig, diese Thematik weiter zu publizieren und den Wissenstransfer zwischen Ingenieuren und Ingenieurinnen zu fördern, um die Verwaltung und Unternehmenslandschaft auf innovative Weise voranzubringen.

Ausblick: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe sind weitere Termine geplant. Am 12. Dezember 2023, Thema: Der Leitfaden für die agile Transformation. Am 17. Januar 2024, Thema: Projektmanagement für Anfänger: Ein Überblick: Im Februar 2024 oder zu einem späteren Zeitpunkt wird eine Veranstaltung zum Thema Scrum im Office – Wie implementiere ich Scrum in eine „normale“ Office-Umgebung stattfinden.
Diese Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, das Thema Projektmanagement und agile Arbeitsmethoden weiter zu vertiefen und den Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern fortzusetzen.

Insgesamt nahmen 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der hybriden Veranstaltung teil. Dank an die HTG Academy:Sie stellte die Räumlichkeiten und ihre Technik für die hybride Veranstaltung zur Verfügung.

Doreen Fox
Arbeitskreisleiterin

Bericht des AK SQP

Es ist seit 2015 Tradition, dass Vertreter des DIN-Normungsausschusses Organisationsprozesse (NAOrg) in etwa 1,5 bis 2 jährigem Abstand vor VDI- und DGQ-Mitgliedern sowie weiteren Interessierten über Stand, Entwicklungen, Probleme bei der Normung für Managementsysteme und andere spannende Projekte berichten - am 28.09.2023 nun schon zum 6. Mal.

In einer gemeinsamen Veranstaltung des Arbeitskreises „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ des VDI-Bezirksverein Berlin/Brandenburg und des DGQ-Regionalkreises Berlin/Brandenburg präsentierte Herr Leon Jones, Projektmanager im DIN-Normenausschuss Organisationsprozesse (NAOrg) à https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/naorg ), eine umfangreiche, detaillierte Ausarbeitung zu diesem Thema, die alle beeindruckte.

Managementsystemnormen erstrecken sich nicht nur auf Qualität, Umwelt, Arbeitsschutz, Energie und Datensicherheit. Es sind weit mehr Themen mit den sich die ISO und CEN hinsichtlich notwendiger Denk- und Handlungsweisen sowie von Abläufen in Organisationen beschäftigt und wo Deutschland unter der Ägide des DIN aller meistens mitwirkt:

- Biodiversität                                                                           

- Circular Economy

- Energiemanagement                                                                         

- Gesellschaftliche Verantwortung

- Governance und Compliance                                                             - Lieferketten  

- Nachhaltige Finanzwirtschaft                                                            - Qualitätsmanagement

- Risikomanagement                                                                              - Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit   

- Sicherheit und Business Continuity                                                   - Umweltmanagement

Man kann sagen, dass die Normungsarbeit auf diesen Gebieten zu international abgestimmten Wissenskompendien führt, also eher Anleitung zum Handeln gibt für die konkret tätigen Menschen in Organisationen aller Art (Unternehmen, Verwaltungen, Behörden) und deshalb nicht überall für die Zertifizierung geeignet ist.

Die Inhalte dieser Normen, Leitfäden und Entwürfe sind quasi „Normung for Future“, allein wenn man sich für Augen führt, was hinsichtlich gesellschaftlicher Verantwortung, Compliance, Biodiversität und Umwelt richtungsweisend formuliert wurde und wird.

Deshalb ist für die Akzeptanz der Gremien, die Aussagekraft sowie die Allgemeingültigkeit ihrer Ausarbeitungen wichtig, dass sie so interdisziplinär und international wie möglich zusammengesetzt sind. Das versucht auch der NAOrg zu realisieren à Bild.

Normung ist auch ein hochpolitisches Thema. Durch die Mitarbeit in den Gremien will man etwas erreichen, eben Normen setzten. Auch Deutschland hat eine Normungsstrategie 
https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/din-e-v/deutsche-normungsstrategie

Ein spannendes Thema bleibt darüber hinaus auch die strukturelle und inhaltliche Harmonisierung der internationalen Normungsarbeit. Die ISO/IEC-Initiative zur „High level Struktur“ heißt jetzt inhaltich nahezu gleich „Harmonisierter Ansatz für Managementsystemstandards“ (HS).

Die ISO-Umfrage Anfang 2023 ergab, dass doch eine Mehrheit für die Überarbeitung der DIN EN ISO 9001 ist. ISO Managementsystemnormen sind ein weites Feld. So kümmert sich ISO z.B. im Projekt ISO/DIS 31031 (2021-09-13) auch um das „Management von Risiken bei Jugend- und Klassenfahrten“.

Weitere Informationen finden Sie in

https://www.beuth.de/de/online-dienst/modul-management/138802917

https://www.beuth.de/de/management-und-qualitaet/BVFR040

https://www.beuth.de/de/themenseiten/managementsysteme

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                             Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig                          Arbeitskreisleiterin                                                                 Arbeitskreisleiter, Bereichsnetzwerkkoordinator TOP
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Veranstaltungsbericht

Anspruchsvoller Dreiklang: Nachhaltigkeit - Umweltschutz – Klimaschutz, Herausforderungen nicht nur für Ingenieur:innen

Die Klimaveränderungen und Umweltschädigungen, die nachweislich auf unsere Wirtschafts- und Lebensweise zurückzuführen sind galoppieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aber zunehmend beschleunigt voran. Bisher auch egal was international oder national gegen das beschlossen wurde.Die Zeit wird knapp. Das Fenster für eine Reversibilität schließt sich bald warnte der UNO-Generalsekretär Guterres vor Kurzem.

Leider werden oft bei den Betrachtungen der Nachhaltigkeit, des Umweltschutzes und des Klimaschutzes nur Ausschnitte aus dem Lebenszyklus berücksichtigt. Es ist aber notwendig, den gesamten Prozess im Blick zu haben, um zu erkennen, wo die Gefahren für uns und die Verbesserungspotenziale schlummern, ggf. Korrekturen erforderlich sind. Dabei zeigt sich, das konsequent ethisches Handeln der Garant für nachhaltigen Entwicklungen ist Handeln im privaten, berufliche und gesamtgesellschaftlichen Umfeld.

In einer ZOOM-Online-Veranstaltung am 14.09.2023 stellte Frau Katharina Thiele-Kruschwitz, sie ist leitende Auditorin für Qualitäts-MS / Umwelt-MS / Energie-MS, Energieberaterin nach 16247, zertifizierte Datenschutzexpertin und war Leiterin des DIN-Norm-Ausschusses Asset Management-MS, ihre Ansichten, Erkenntnisse und Erfahrungen mit folgender Agenda dazu vor:

            Grundlagen                           – Schon alles klar? Einfach ist nicht leicht.

            Nachhaltigkeit                      – 3 Themen in Balance. Ein wahrer Akt. Balance-Akt.

            Umweltschutz                      – Nicht nur hier! Die Erde ist groß.

            Klimaschutz                         – Nicht nur allein! Da gibt´s noch mehr.

            Fazit und Ausblick

Dazu helfen u.a. Kenntnisse der Grundlagen, der Plan-Do-Check-Act(PDCA)-Zyklus der Managementsysteme von Deming und natürlich die Lebenszyklusbetrachtung.

Die Ingenieur:innen haben noch viel zu tun, denn bei nicht wenigen sog. Nachhaltigkeitsprojekten sind die Problemlösungsnebenwirkungen schlimmer, als wenn es nicht realisiert worden wäre. Dazu gibt die Referentin einige beeindruckende Beispiele.

In Ihrem Fazit stellt die Referentin fest, dass alle Menschen aufgerufen sind zur Veränderung beizutragen, privat sowie in beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld. Einige mehr, Andere weniger …

            à Familie – Vorbilder für die zukünftige Generation …

            à Gesellschaft – alle Menschen, Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung …

            à Politik – Politiker:innen, Rechtsanwält:Innen, Vertreter:innen von Verbänden, …

            à Gesetzgebung – Legislative soll Handlungsmöglichkeiten schaffen

            à Schule - Lehrer (natürlich auch KITA-Betreuer / Betreuerinnen, Ausbilder) …

            à Technik – Ingenieur:innen, Wissenschaftler:innen, …

            à Produzenten / Dienstleister – Vorbilder mit ethischem Handeln …

            à Medizin – Ärztinnen und Ärzte und Pharmaindustrie, …

            à Medien – Journalist:innen, mit Berichterstattung, als vierte Gewalt (Kontrollinstanz) …

Jede/r kann zur Verhinderung der Klima- und Umweltkatastrophe seinen Beitrag leisten. Aber wenn wir sehen das die Welttournee der großen Popgruppen bis zu 120.000t, der Formel 1 Zirkus ca. 260.000t CO2 pro Jahr emittieren und der Klimagipfel 2021 in Glasgow einen CO2-Abdruck wie 12.000 deutsche Haushalte im Jahr verursachte, vom Militär und seinen Einsätzen ganz zu schweigen, sieht man, dass sich systemisch etwas ändern muss.

Zu dieser Thematik hatten wir schon eine Reihe Veranstaltungen z.B. aus dem Bereich „Scientists for Future“, der Wachstumsfrage, zu regenerative Energien, den 17 Sustainable Development Goals der UN, zur Nachhaltigkeitsnormung.
Wir werden an dieser Thematik dran bleiben (müssen!).

                        Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                             Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

                        Arbeitskreisleiterin                                                                  Arbeitskreisleiter, Bereichsnetzwerkkoordinator TOP

            (https://twitter.com/VDI_BB_SQP)                                                               

Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) - Eine Unternehmensorganisationsform mit Zukunft?

Bericht über eine VA des AK SQP

Am 31.05.2023 abends saß eine Gruppe interessierter und engagierter Menschen in einem Hörsaal der TU-Berlin zusammen, um Neno Rieger vom Netzwerk Gemeinwohl-Ökonomie Unternehmen Berlin-Brandenburg e.V. und Wolfgang Schlenzig vom VDI Berlin-Brandenburg zur GWÖ zuzuhören und anschließend zu diskutieren. Am gleichen Tag veröffentlichte das Potsdamer Institut für Klimaforschung (PIK) eine Studie mit dem Titel „Eine gerechte Welt auf einem sicheren Planeten: Studie quantifiziert erstmals Erdsystemgrenzen“

(https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/eine-gerechte-welt-auf-einem-sicheren-planeten-studie-quantifiziert-erstmals-erdsystemgrenzen).

Sie belegte, weswegen wir die Gemeinwohl-Ökonomie(GWÖ - https://germany.ecogood.org/) brauchen: weil Maximalprofitstreben und ruinierender Konkurrenzkampf weltweit einer gerechten Welt diametral entgegen stehen. Dem gegenüber versteht sich die GWÖ als ethische und sozial-ökologische, aber dennoch liberale Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz beruht, sondern auf Gemeinwohl-Streben und Kooperation. Erfolg wird nicht primär an finanziellen Kennzahlen gemessen, sondern mit der Gemeinwohl-Prüfung für Investitionen, mit der Gemeinwohl-Bilanz für Unternehmen und mit dem Gemeinwohl-Produkt für eine Volkswirtschaft. Ziel ist es, die Gesetze der Marktwirtschaft mit den Grundwerten demokratischer Gesellschaften in Übereinstimmung zu bringen. Diese Vision setzt die Bewegung auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene um. Damit beschreibt die GWÖ ein alternatives Wirtschaftsmodell.

Herr Rieger gab dazu ein Bild der aktuellen weltpolitischen/-wirtschaftlichen Situation mit ihren Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebenslage der Menschen, erläuterte den Standpunkt der GWÖ dazu. Er unterbreitete Vorschläge wie man sich zur GWÖ auf den Weg machen könnte als Organisation und stellte Beispiele erfolgreicher Ansätze der Verwirklichung in Wirtschaftsunternehmen (https://gwu.network/) aus der Region vor.

Kann diese Denk- und Handlungsweise Grundlage für ein zukunftsfähiges Unternehmensorganisationsmodell sein?

Nach wie vor bestand, auch bei den Teilnehmern, allgemeine Skepsis, ob sich alle Markteilnehmer auf eine solche selbstbeschränkende und das Gemeinwohl, u.a. die gesamtgesellschaftliche Daseinsvorsorge, in den Fokus stellende Verhaltensweise wird verständigen und einhalten können. Wie können die Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit sowie Transparenz und demokratische Mitentscheidung bezüglich der wirtschaftlichen Tätigkeiten einzelner Organisation und der Gesamtgesellschaft integriert werden?
Einhellige Meinung: Z.Z. sind diese o.g. Werte/Ansprüche nicht oder nur selten, nischenbezogen, Realität. Die Gesellschaft, die Regierungen müssen Gemeinwohlorientierung mehr fördern. Und im Gegensatz dazu sollten egoistische Profitgier und wettbewerbstötender Konkurrenzkampf empfindlich bestraft werden.

Herr Schlenzig zeigte am Ende in einer Präsentation mit dem Titel „Normen, Gesetze und Richtlinien, die die Gemeinwohlorientierung unterstützen oder gar einfordern“ was innerbetrieblich und auch extern möglich ist, wenn man die Managementsystemnormen 9001, 9004, 26000, SA8000 vollständig anwendet, wenn man sich mit dem EFQM-Modell beschäftigt, aber auch was die EU gesetzgeberisch vorgibt.
Darauf basiert auch das Evaluierungsmodell der GWÖ. Ein Schwerpunkt dabei ist das Lieferkettengesetz, wo das EU-Parlament aktuell am 01.06.2023 auf weitere Verschärfung drückte.

(https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20230524IPR91907/lieferketten-unternehmen-sollen-menschenrechte-und-umweltnormen-berucksichtigen)

Schon auf der Veranstaltung „Gemeinwohl-Ökonomie - Ein ganzheitliches Wirtschaftsmodell“ von DGQ und VDI am 28.09.2022 wurde die Auffassung vertreten, dass sich gerade mit diesem Wirtschaftsmodell integrierte (Qualitäts-)Managementsysteme am besten umsetzen und leben lassen.

Diesmal ging es sowohl um Organisationen und die Menschen die in ihnen arbeiten als auch um die, die von deren Entscheidungen betroffen sind. Also auch um die abhängig beschäftigen bzw. freiberuflich arbeitenden Ingenieure.

Noch ein Tipp: Wer sich mit GWÖ beschäftigt, sollte den Autor Christian Felber lesen!
Wir werden an dieser Thematik dranbleiben.

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                                                 Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskisleiterin                                                                                              Arbeitskreisleiter,           

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VA-Bericht aus dem Arbeitskreis

Nach 2009 und 2017 besuchten am 20.04.2023 fachkompetente Mitglieder des Vereins Deutscher Ingenieure und der Deutschen Gesellschaft für Qualität sowie weitere Interessierte erneut das Landesamt für Mess- und Eichwesen Berlin-Brandenburg (LME), Außenstelle Berlin, Lentzeallee 100.
(http://lme.berlin-brandenburg.de/sixcms/detail.php/876761)

Großer Dank gebührt den Kollegen des LME, unserem Vorbereitungspartner Herrn Dr. Anders und den Referenten,

- Herrn Spranger, stellv. LME-Leiter, der uns die Organisation des Eichwesens in Deutschland als Teil der deutschen Qualitätsinfrastruktur im Kontext zu Politik und Wirtschaft vorstellte,

- Herrn Swientek, Gruppenleiter Metrologische Überwachung, der rechtliche Grundlagen und grundsätzliche Normen für das Eichwesen erläuterte,

- Herrn Müller, Gruppenleiter Waagen, Masse, Taxen, der speziell die Tätigkeiten und Leistungen des LME bei Waagen und Massestücken sowie an dieser Messgröße exemplarisch für die anderen im LME bearbeiteten Messgrößen, die Rückführung an die höchsten europäischen Normale erklärte,

- Herrn Kaminski, Gruppenleiter Qualitätsmanagement, der über das Qualitätsmanagement des LME, die Verfahren seiner Aufrechterhaltung, Überprüfung und Verbesserung, insbesondere aber über dessen für das LME wichtigsten Bestandteil, die messtechnische Kompetenz, sprach.

Schwerpunkt der Aufgaben des LME sind Eichungen, aktuell mehr als 50000/a. Dabei muss man sich auf die zunehmende Komplexität der Prüftechniken einstellen, Messsysteme mit hohem Softwareanteil. Die LME-Kompetenz ist auch Grundlage für technische und politische Beratungsleistungen. In Umsetzung von EU-Vorgaben werden das deutsche Mess- und Eichgesetz sowie die daraus abgeleiteten Verordnungen, Normen und Richtlinien ausgearbeitet und angewendet.

Für das LME sind dabei die wichtigsten Normen die

- DIN EN ISO/IEC 17020: „Konformitätsbewertung- Anforderungen an den Betrieb   verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen"

- DIN EN ISO/IEC 17025: „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und       Kalibrierlaboratorien“

- ISO/IEC 1706: „Konformitätsbewertung – Anforderungen an Stellen, die Produkte,             Prozesse und Dienstleistungen zertifizieren“

Ringvergleiche zwischen den LME unter Einbeziehung der PTB sollen die Einhaltung von Gesetzen und Normen bestätigen.

Abschließend führten uns die Mitarbeiter des LME durch das ehemalige BESSY 1 (Berliner Speicherring für Synchrotonstrahlung, bis 1999) mit seiner imposanten Holzkuppel, welches seit 2001 die LME-Außenstelle Berlin ist, um uns Einrichtungen zur Waageneichung mit ihren Normalen sowie Räume und Techniken zur Eichung von Taxametern und Wegstreckenzählern zu zeigen.

Obwohl die vorgesehene Zeit für diese Veranstaltung weit überzogen wurde und die Letzten erst nach über 3 Stunden das LME verließen, zeigten die ersten Feed-Backs danach, wie „die Zeit verging ja im Fluge“, „das war eine sehr interessante Veranstaltung für mich“Vortragunterlagen der , dass die Herren vom LME den Teilnehmern eine kompakte, spannende und auch in Einzelbereichen detaillierte Information gaben, die zu konkreten Nachfragen und auch zu direkten weiteren fachlichen Kontakten führte.

Wolfgang Schlenzig                                                            Doreen Fox
Arbeitskreisleiter SQP/Netzwerksprecher TOP                Arbeitskreisleitung SQP

 

Langlebigkeit und Nachhaltigkeit durch Reparaturfähigkeit

Zur Ausstellung im Deutschen Technikmuseum

Zu einer gemeinsamen Veranstaltung des Arbeitskreises „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“(SQP) im VDI Berlin-Brandenburg und des Arbeitskreises „Obsoleszenz“ im Verein Deutscher Elektriker, des Vereins „Murks! Nein, Danke!“ e.V. sowie des Deutschen Technikmuseum Berlin(DTMB) trafen sich mehr als 30 Teilnehmende am 15.03.2023 im Bildungsraum des DTMB. Eine der Kuratorinnen dieser Sonderausstellung, Frau Eva Kudraß und Herr Stefan Schridde vom Verein „Murks! Nein, Danke“ erläuterten Hintergrund, Sinn und Zweck des Reparierens und führten anschließend durch die Ausstellung.

In seinem einleitenden Vortrag „Die Stadt erneuern - Das Urbane reparieren - Impulse, Perspektiven, Initiativen für nachhaltige Produktqualität“ startete Herr Schridde mit der Frage was für uns Wachstum bedeute. Ist es ein immer mehr an Menge und Komplexität oder eher etwas Qualitatives, so etwa wie eine Raupe zum Schmetterling wird. Was wollen wir wachsen sehen? Bäume und unsere Nachkommen, nicht aber immer mehr verschiedene Produkte verbunden mit wachsenden Müllbergen.. Es steht die Frage: Wie wollen wir künftig leben?

In einer Welt mit immer mehr Produkten und gleichzeitig immer knapper und auch teurer werdenden Rohstoffen ist es geradezu unmenschlich, Produkte nach kurzer Nutzung und/oder erstem Defekt auszutauschen, wegzuwerfen, sich der Verantwortung über ihren weiteren Verbleib zu entziehen. Das Verursacherprinzip muss diesbezüglich konsequenter greifen. Reparierfähigkeit und Reparieren muss grundsätzlicher Bestandteil der Pflichtenhefte von Produktentwicklungen werden wozu eben auch die Unternehmens-After-Sales-Aktivitäten des langfristigen Bereitstellens von Verschleiß-/Ersatzteilen gehört. Herr Schridde zeigte, dass ein neues Produkt (Weiße Ware, Elektronik) mit geringerem Energieverbrauch von ca. 10% dennoch wegen des Ressourcenverbrauchs seiner Herstellung, Jahrzehnte im Einsatz sein müsste, ehe es sich gegenüber einem älteren reparierten Gerät amortisiert.

Voraussetzung für effektives Reparieren sind Gesetze und Normen zur Haltbarkeit und Teilebereitstellung von Produkten, der Wille der Wirtschaft zur Standardisierung, zu universellen Baukastensystemen sowie die Freigabe von Teiledokumentationen zur weltweit freien Herstellung von Verschleiß-/Ersatzteilen (freilich nach strikten Vorgaben wegen des Verbraucherschutzes).

In zwei Gruppen führten dann Frau Kudraß und Herr Schridde durch die Sonderausstellung „Reparieren! Verwenden statt verschwenden“ des DTMB. Sie zeigt auf 500 Quadratmetern die Sinnhaftigkeit des Reparierens von Alltagsprodukten. Das Bedürfnis nach gelebter Nachhaltigkeit wird angesichts von Klimakrise und Wegwerfgesellschaft  auch sichtbar durch die vielen Repair-Cafés und Mach-mit-Werkstätten sowie regionale Netzwerke, wo unter Anleitung selbst repariert werden kann, Alltagsgegenstände wieder ihre Funktionsfähigkeit erlangen für die weitere Verwendung. https://technikmuseum.berlin/ausstellungen/sonderausstellungen/reparieren/

In der abschließenden Diskussion nach der Ausstellungsführung zeigten die Teilnehmenden Verständnis für das Anliegen bei gleichzeitiger Ambivalenz zur aktuellen Praxis sowie Skepsis bezüglich der baldigen Akzeptanz des ressourcenschonenden Reparierens durch Politik und Wirtschaft. Schauen Sie dazu auch das Interview mit der Kuratorin auf SWR2 am 07.12.2022: https://avdlswr-a.akamaihd.net/swr/swr2/kultur-aktuell/beitraege/kunst-und-ausstellung/swr2-am-morgen-20221207-gelebte-nachhaltigkeit-technikmuseum-berlin-zeigt-die-ausstellung-reparieren.m.mp3

Es wurden Zusammenhänge zu Aktivitäten der Politik, namentlich der EU, zur Standardisierung und zur Open-Source-Hardware angesprochen. Nachfolgend einige Links dazu:https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/society/20220331STO26410/recht-auf-reparatur-warum-sind-eu-rechtsvorschriften-wichtig + https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/din-e-v/organisation/koordinierungsstellen/koordinierungsstelle-umweltschutz/2-treffen-ku-ak-7-gruppe-verschleissteile--879374  + https://open-hardware-allianz.de/ + https://www.ose-germany.de/

Berichte zu Veranstaltungen von SQP dazu vom 27.07.2020, 10.11.2021 finden Sie unter
https://www.vdi.de/ueber-uns/vor-ort/bezirksvereine/bezirksverein-berlin-brandenburg/arbeitskreise

 

Wolfgang Schlenzig
AK-Leitung SQP

Open-Source-Hardware-Initiative immer populärer

VA-Bericht des AK SQP

Open Source Hardware ist eine spannende Initiative, die immer weiter aus den Kinderschuhen wächst und zur weltweiten Souveränität der Menschen im Sinne der Gemeinwohl-Ökonomie beitragen soll.
Zum 3. Mal gab der VDI Berlin-Brandenburg am 07.03.2023 in der Berliner Hochschule für Technik Vertretern der Open Hardware Allianz und von Open Source Ecology Germany die Möglichkeit, sich, den aktuellen Stand in Deutschland und ausgewählte Projekte vorzustellen.

Sie berichteten darüber

            - was Open-Source-Hardware nach heutigem Stand eigentlich ist und
            - wie es den Open-Source-Hardware "Jüngern" seit 2020 ergangen ist,
            - was sie in Bewegung setzten, sie erreicht haben, 
            - was beispielhafte Projekte in der Praxis sind,
            - wie die Grundausstattung offener Werkstätten aussehen kann,
            - wie sich die DIN SPEC 3105 seit ihrer Veröffentlichung 2020 weiterentwickelt hat und 
            - was die Ziele der Open Hardware Allianz sind sowie 
            - wie sie mit der oshwa zusammenwirken

Schon 2019 lud der AK „Obsoleszenz“ im Verein Deutscher Elektriker Berlin-Brandenburg zu einer ersten Infoveranstaltung mit VDI-Beteiligung ein. Am 11.02.202 wurde dann Grundlagen und die neueste Ergebnisse und am 29.07.2020 die DIN SPEC 3105-01 „Open Source Hardware – Anforderungen an die technische Dokumentation“ sowie die DIN SPEC 3105-02 „Open Source Hardware – Community-basierte Bewertung“ bekannt gemacht (sollen 2024 aktualisiert/präzisiert/erweitert werden), dem ersten offizillen Standard für Open-Source-Hardware (der selbst auch als erster DIN‑Standard unter Open‑Source‑Lizenz veröffentlicht wurde). à https://www.vdi.de/ueber-uns/vor-ort/bezirksvereine/bezirksverein-berlin-brandenburg/arbeitskreise  à Arbeitskreise à SQP à Rückblick auf realisierte Veranstaltungen.

Im Juni 2012 wurde in New York die Open Source Hardware Association (OSHWA) gegründet,
à Wiki-Artikel, https://www.oshwa.org/

2016 gründet sich der gemeinnützige Verein Open Source Ecology Germany e.V., um Forschung, Entwicklung und Bildungsarbeit im Bereich Open-Source-Hardware voranzutreiben. Die Finanzierung wird anfangs mit Spenden, mittlerweile hauptsächlich mit Fördergeldern sichergestellt. à https://ose-germany.de/

2021 verfasst die wissenschaftliche Gemeinde der Open-Source-Hardware-Bewegung („GOSH“) ein Positionspapier mit Maßnahmen, die nötig seien, um Open-Source-Hardware, und eine offene, kooperative Forschungskultur, an den Hochschulen und Forschungsanstalten zu verankern. à GOSH, Positionspapier (engl.)

2022 wurde in Deutschland die Open Hardware Allianz (OHA) gegründet, um diese Forderungen speziell gegenüber deutschen Akteuren zu vertreten. à https://open-hardware-allianz.de/

Bei allem was man dazu so hört und liest: Die deutsche Open Hardware Initiative ist weltweit ein Vorreiter.
Es geht also voran! Was kann man konkret tun, wird angegangen, könnte als erstes Open Source gestellt werden:

            - Gescheiterte Produkte von z.B. Start-ups und Crowdfunding-Projekten,
            - Verschleißteile von Produkten, 
            - Einzelentwicklungen von Hochschulen und Instituten.

Wie kann der VDI-Berlin-Brandenburg, die Experten von TOP, die OHA unterstützen?

            - Verbreiten des Open-Source Gedankens unter den VDI-Mitgliedern,
            - Animieren zur Mitwirkung an Projekten (OSA braucht Ingenieure, IT-Leute, Elektroniker, Finanzfachleute),
            - Publizieren in den Medien (Print, Web, sozial Medien),
            - Übernehmen von Ausarbeitungen der Preisträger des VDI-BB-Wettbewerbes „Mensch + Technik“
              in den Open Source Bereich.

Die Vortragsmaterialeinen können Sie einsehen und herunterladen unter
à https://md.opensourceecology.de/p/X1eVsJdmx#/ à https://md.opensourceecology.de/p/H13RyulYw#/5 (englisch)

Dazu haben wir noch ein das Thema repräsentierendes Bild aus dem Vortrag von Herrn Martin Häuer ausgewählt

 

  Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                                                Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig 
 Arbeitskreisleiterin                                                                                     Arbeitskreisleiter, Bereichsnetzwerkkoordinator TOP 
 (https://twitter.com/VDI_BB_SQP)        

Wer schwitzt beim Auditieren mehr, die Auditoren oder die Auditierten?

Eine der spannenden Fragen, zu der uns auf einer Online-Veranstaltung am 02.03.2023 Frau Elke Meurer, EOQ-Auditorin und langjähriges DGQ-Mitglied, über ihre Herangehensweise und Erfahrungen bei Audits konkret und detailliert informierte. Sie berät seit 2003 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Prozessmanagement und zum Aufbau eines QM-Systems (https://emeurer.com/).
Doch bevor Frau Meurer „loslegte“ sollten die Teilnehmer noch 10 Fragen zum Auditieren beantworten. Die Ergebnisse sind in der ersten Grafik (rechts) dargestellt.

Verständlich und überzeugend erklärte Frau Meurer am fiktiven Beispiel eines Geschäftsjahres in einem mittelständischen Unternehmen, welche unterschiedlichen Audits es gibt und woran sie erkennbar sind. Gleichzeitig war es interessant zu erfahren, wie sich die Rolle und vielleicht auch die Kompetenz der Auditorinnen und Auditoren unterscheiden. Natürlich spielte auch das Zertifizierungsaudit eine besondere Rolle in diesem Geschäftsjahr und wir erfuhren, was eigentlich die Besonderheit daran ist.

Ganz allgemein gesagt, sollte jede Organisation, die sich im turbulenten gesellschaftlichen Umfeld befindet/bewegt, sich Handlungsvorgaben schaffen, die die Möglichkeit eröffnen, die Gefahr der Instabilität durch äußere oder innere Einflüsse zu erkennen und zu messen sowie eine Reihe von Regeln zu haben und zu benutzen, um Stabilität zu behalten oder wieder herzustellen. Dazu zählen Untersuchungen des eigenen Systems oder Teilen davon in bestimmten Zeitabständen.
Im QM nennt man das Audits was in anderen Lebensbereichen auch Evaluierung, Inspektion o.ä. genannt wird. Grundlagen dafür sind die DIN EN ISO 19011:2018-07 „Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen“ und DIN EN ISO 9001:2015-11 „Qualitätsmanagementsysteme - Anforderungen“.

Dies berücksichtigend fing auch Frau Meurer mit dem Auditprogramm an, in dem alle Audits drin stehen, die im Laufe eine Zeitraumes, in der Regel ein Jahr, in der Organisation stattfinden oder von dieser durchgeführt werden sollen.

Am Beispiel der fiktiven Organisation wurden alle möglichen First-, Second- und Third-Party-Auditvariationen praxisnah durchgespielt. Innerhalb derer unterscheidet man noch zwischen System- Prozess- und Produktaudits. Sie schätzt ein, dass neben dem Zertifizierungsaudit sog. Kundenaudits den größten „Schwitzfaktor“ aufweisen, weil es da um Audits von in der Regel Wissensinsidern handelt, deren Aussagen Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen haben.
Grundsätzlich gilt für alle Audits aber folgender Ablauf: konkreter Auditablaufplan mit Auditfragen/-checkliste über die Auditkriterien, vornehmen von Personenqualifikationen und -vorbereitungen, Vergleiche mit relevanten Regelwerken(internat. Vereinbarungen, Gesetze, Normen, Richtlinien, Managementsystem der Organisation), Auditbericht mit eventuell daraus abgeleiteten Maßnahmeplänen. Für sehr wichtig wird erachtet, dass es ein Controlling der Auditergebnisse gibt!

Der Vortrag mit anschließender Diskussion, die sich schon aus den Chateinträgen ergab wurde von den Teilnehmern als sehr einfach verständlich und instruktiv eingeschätzt. Die Vortragsunterlagen erhielten alle Angemeldeten zu dieser Veranstaltung. Wir wollen mit Frau Meurer zu dieser Thematik weitere Veranstaltungsthemen generieren. Dazu sollen uns auch die Antworten von 20 Teilnehmern zu den 10 Fragen helfen.

Die Antworten zum Audit (sdiehe oben) sind einerseits erfreulich eindeutig (1, 4 und 7 sowie auch noch 2 und 8) aber es gibt auch die, die Anlass zum Nachdenken und Stoff für weitere Veranstaltungen geben (3, 5 und 6) was die Einordnung des internen Auditors, die Kommunikation der Auditergebnisse und die Umsetzung der Maßnahmen anbetrifft, als auch 10 in Verbindung mit 9, weil gerade diese Bereiche immer schneller mehr Raum einnehmen (DIN EN ISO 14000ff, DIN EN ISO 26000, DIN ISO 20400,VDI-RL 4605, ZNU-Standard, SAQ5.0 der Fahrzeugindustrie).

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                           Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiterin                                                   Arbeitskreisleiter, Bereichsnetzwerkkoordinator TOP
(https://twitter.com/VDI_BB_SQP)        

2. Netzwerktreffen Projektemanagement für ukrainische Geflüchtete

Bericht

Organisiert vom AK SQP und den Frauen im Ingenieurberuf (FIB) im VDI Berlin-Brandenburg fand am 27. Februar 2023 ein 2. Treffen statt, an der verschiedene Organisationen des Netzwerks „Projektemanagement für ukrainische Geflüchtete“ teilnahmen. Die Räumlichkeiten zur Veranstaltung stellte die atene KOM Akademie. Die teilnehmenden Organisationen waren die atene KOM GmbH, die TKS, die VDI Ingenieurhilfe e.V., die Gesellschaft für Wissensmanagement e.V., das VDI Netzwerk FIB und der VDI Arbeitskreis SQP.

Die Veranstaltung erbrachte inspirierende Vorträge aus intensiven Networking-Sessions. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus und knüpften neue Kontakte. Zentraler Inhalt der Veranstaltung war der Ideenpool der Organisationen unter dem Motto "Deine Idee für unser Netzwerk".
Ein weiterer wichtiger Punkt der Veranstaltung war die Vorstellung neuer Netzwerkpartner wie beispielsweise "Chemie - die stimmt!", welche Multiplikator:innen für ihre Webseite www.cds-ua.de suchen. Im Gegenzug wird angeboten als Multiplikator für das Netzwerk zu fungieren und weitere Interessierte anzusprechen. Die VDI Ingenieurhilfe unterstützt in Not geratene Ingenieur:innen und Studierende der Ingenieurwissenschaften.

Ideen wurden gesammelt, wie mittels einer Entscheidungsplattform Projekte bewertet und visualisiert werden könnten. Vorangestellt war die Idee eines lokalen Bewegungs- und Begegnungsatlas, der von den Teilnehmenden auf Papier zusammengetragen und über eine Plattform zusammengeführt werden sollte, um Angebote in der Ukraine vor Ort besser sichtbar zu machen.

Die TKS (Willkommensladen Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf) bietet ukrainischen Familien unterschiedliche Hilfen an, darunter auch die Sammlung von Spenden und den Transport in die Ukraine sowie Beratung und Schulangebote wie Deutschkurse für Erwachsene. Ein Flyer zum Benefizabend, organisiert von der TKS, wurde vorgestellt und verteilt. Die atene KOM und weitere Teilnehmende aus dem VDI-BB Umfeld stellten außerdem Jobangebote zur Verfügung, um die Integration von Geflüchteten zu unterstützen. Die Liste der benötigten Spenden ist lang. Beispielsweise benötigen die teilnehmenden Organisationen zur Weitergabe an ukrainische Organisationen oder Institute Technik (Generatoren), Geldspenden für Arzneimittel oder auch Unterstützung für ältere Menschen in der Ukraine.

Insgesamt war die Netzwerkveranstaltung erfolgreich und bot den teilnehmenden Organisationen die Möglichkeit, sich auszutauschen, Ideen zu sammeln und neue Partner kennenzulernen, um die Unterstützung von ukrainischen Geflüchteten voranzutreiben. Das Format wird aufrechterhalten so lange es nötig ist. Interessierte wenden sich bitte an Ana Remis, VDI-BB-FIB (bv-berlin-brandenburg@vdi.de) oder Doreen Fox VDI-BB AK SQP( fox@vdi-bb.de).

Doreen Fox
AK-Leitung SQP

Vertreter:innen des VDI Berlin-Brandenburg wollen Arbeit fortsetzen

Am 15.02.2023 trafen sich Doreen Fox (VDI BB, AK SQP) und Wolfgang Schlenzig (Vorstand VDI BB, AK SQP) mit Oliver Wiedmann (Mehr Demokratie e.V., Organisation KBR) und  Felix Nasser (Klimaneustart Berlin, Organisation KBR). Ein Treffen mit dem ebenfalls am Netzwerk interessierten technischen Leiter der Berliner Stadtwerke steht wegen Terminschwierigkeiten noch aus - es soll am 16.03.2023 stattfinden.

Es ging um die Umsetzung der vom VDI BB unterbreiteten Vorschläge zur Vernetzung der Organisatoren, Akteure und Begleiter des KBR auch mit den Mitgliedern des Klimaausschusses im Abgeordnetenhaus. Wir sehen hier eine Möglichkeit der Umsetzung der VDI-Fokusthemen zur Einhaltung des 1,5° Zieles und der VDI-Handlungsempfehlung „Stadtentwicklung im Klimawandel" (01-2023) sowie auch der aus technischer Sicht möglichen und nötigen Klimaschutzmaßnahmen hier in Berlin unter Berücksichtigung des Umlandes.

Ausgangspunkt sind die Empfehlungen aus dem internen Expertisebegleitbericht der mitwirkenden Arbeitskreise des VDI-BB im Begleitkreis des KBR (Auszüge daraus im Anhang).

Ziel der Treffen war es, die Stellungnahme des Senats zu den Empfehlungen des Berliner Klimabürger:innenrats vom 23.12.2023 ( https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-0777.pdf) auszuwerten und das aktuelle Niveau der Kontakte zu den seinerzeitigen Organisatoren, Akteuren und Begleitern für ein Netzwerk der „Willigen“ zu ergründen, in dem der VDI-BB-SQP eine aktive Rolle spielt.

Das zentralen Instrument der Berliner Klimaschutzpolitik, das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030(BEK 2030) wird mit verschiedensten Maßnahmen seit 2017 vom Senat und den Bezirken umgesetzt und wurde im Frühjahr 2022, noch vor dem KBR von den Senatsverwaltungen und ausgewählten Fachgremien für die Zeit bis 2026 weiterentwickelt. Mit Bezug dazu schreibt die Senatskanzlei, dass die Empfehlungen des Berliner KBR soweit wie möglich und sachgerecht aufgegriffen wurden.

Von den 47 Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger werden in der Senatsvorlage zur BEK-Fortschreibung 31 Empfehlungen vollständig und 12 Empfehlungen teilweise berücksichtigt. Weitere Vorschläge des KBR sollen an anderer Stelle außerhalb des BEKs weiterverfolgt werden, z.B. im Rahmen der Berliner Ernährungsstrategie oder der Berliner ZeroWaste Strategie.

Darauf aufbauend sollte ein Netzwerk der “Willigen“, den Leitmotiven der Gesellschaft und des Ingenieurwesens folgen und Projekte in der vorhandenen Expertiselage begleiten.

Aktuelle Voraussetzungen dafür sind dabei jetzt Antworten auf die Fragen:

              - Wie aktiv wollen sich die Arbeitskreise des VDI BB in dem Netzwerk der „ Willigen“ mit ihrer
                 Expertise (die auch in der eigenen AK-Arbeit verwertet werden kann) einbringen?

              - Wer führt künftig wie die Regierung von Berlin, mit welchen klimapolitischen Intentionen?

              - Wie geht der Volksentscheid „Berlin 2030 klimaneutral“ am 26.03.2023 aus?

              - Welche Konsequenzen hat Beides auf die Umsetzungsintensität des BEK?

Somit ist ein weiteres, konkretisierendes Treffen im April mit o.g. Personen nach dem Volksentscheid und der Regierungsbildung sinnvoll.

Die Organisatoren des KBR, die auch für den Volksentscheid verantwortlich zeichnen, bitten uns als erste gemeinsame Arbeit um die Ingenieursexpertise des VDI bezüglich seiner Relevanz und Machbarkeit.

Dazu wird SQP eine gesonderte E-Mail mit Fragen an die AKL-Leiter senden, die schon den KBR-Prozess unterstützen sowie an einige weitere von SQP als relevant Erkannte. Das Ergebnis wird SQP zusammenfassen, im VDI BB Vorstand kommunizieren, den Organisatoren des Volksentscheid übergeben und ggf. Publizieren.

Doreen Fox / Wolfgang Schlenzig
AK-Leitung SQP

 

ANHANG:

Auszug: Empfehlungen aus dem internen Expertisebegleitbericht der mitwirkenden Arbeitskreise des VDI-BB (Begleitkreis des Berliner Klimabürger:innenrat).

 

Mobilität komprimiert:

- Elektromobilität zuerst und energisch im gewerblichen und öffentlichen Flottenbetrieb

  (Da hat man selber Entscheidungsgewalt!) implementieren (BSR, BVG-Busse, Grünflächenamt, Post,

  Paketdienste, Taxi, einbezogen Schiffsverkehr, aber auch innerbetrieblich)

- Aktivitäten der eMO ausweiten!

- Ausbau des ÖPNV (verdichten und erweitern)

  Dem Ausbau der Schiene ist Vorrang zu geben.

- Berliner Stromnetz ausbauen für mehr E-Fahrzeug-Schnellladestationen

  à Beispiel: EUREF-Campus

- Schnelleres Automatisieren von Fahren und Signaltechnik bei U- und S-Bahn für kürzere Taktfolge und

  mehr Pünktlichkeit

 

Gebäude komprimiert:

- Fassadendämmung anbringen wo immer möglich

  (aber keine historischen oder modernere attraktive Fassaden verschandeln bitte)

- Wo immer möglich Solartechnik an Häusern und Wänden anbringen (Strom und Thermik)

  à Zuerst bei allen städtischen Gesellschaften. Genossenschaften und Private finanziell stützen.

- Gebäude-Heizungssysteme umfassend prüfen und ältere auf Gas- oder Ölbasis mit aus heutiger Sicht

  geringem Wirkungsgrad schnellstmöglich gegen moderne, energiesparende, effiziente ersetzen.

- Sammeln, Trennen (nicht Wegschmeißen) von Wertstoffen durch die Bürger technisch, organisatorisch und

  propagandistisch für eine höhere Recyclingquote stark ausweiten

- Berlin braucht, ähnlich wie Wien (Wiener Wohnen) eine eigenes Bau- und TGA-„Kombinat“

  (“Inhouse-Einrichtung”), damit man schnell Bauen und ausrüsten kann wie geplant und nicht langwierige

  Prozesse über Ausschreibungen und mehrstufige Nachauftragnehmer handeln muss.

 

Energie komprimiert:

- Windräder modernster Version (7 MW) in Berliner Gewerbegebiete, am Stadtrand

  und in den Berliner Stadtgütern aufstellen

- Wärmepumpeneinsatz in Häusern prüfen und schnell umsetzen.

- Vornehmlich Passiv-Energie und Plus-Energiemehrfamilienhäuser planen und bauen

- Abwärmenutzungsbeispiele stärker popularisieren (durch Agenturen des Senats z.B.)

  und in geeigneter Weise anderswo weitere Umsetzen

  à Aktuell “Berliner Zeitung” 10.05., S.3 Abwasserwäremenergienutzung

- Solarenergienutzung (Strom + Wärme) auf allen nur möglichen bebauten Flächen

  (Hausdächern und Wänden, Mauern, künstlichen Böschungen usw.) forcieren

  à keine Naturflächen dafür verbrauchen

 

Generell

- Es liegt auch in der Kompetenz des VDI-BB, sich zu technischen und auch zu systemisch-organisatorischen

  Fragen der schnellen Umsetzung der Empfehlungen des KBR zu äußern, z.B. zu Planungs- und

  Projektleitungskapazitäten und-kompetenzen der Öffentlichen Verwaltung.

 

- Zur Sicherung einer Produktkreislaufwirtschaft sollte sichergestellt werden,

              - dass organisatorisch, personell und technisch, Wertstoffe umfassend von der Art und

                vollständig durch engmaschiges Behälternetz, was ausreichend oft an allen Orten geleert wird

              - Händler und Handwerker Reparaturmöglichkeiten für Produkte anbieten, um Langlebigkeit

                zu sichern und die Kreislaufwirtschaft zu entlasten

              - diese Aktivitäten zur Bürgerunterstützung und -nutzung durch den Senat permanent öffentlich

                beworben werden.

Auf einer gemeinsamen Online-Veranstaltung der Gesellschaft für Organisation, Regionalgruppe Berlin-Brandenburg mit dem VDI Berlin/Brandenburg, Bereichsnetzwerk TOP am 18.01.2023 mit dem Titel „Was unterscheidet selbstorganisierte von hierarchischen Organisationen“ erläuterte Frau Barbara Küchler an Hand des Stufenentwicklungs-Modells ( à https://stufenentwicklung.com) die Verwebungen zwischen (Organisations-)Kulturentwicklung und Individualentwicklung sowie der systematischen Unterstützung von Stufenentwicklungsprozessen in Organisationen.

Warum tun sich viele Organisationen schwer mit der Umstellung auf Selbstorganisation? Weil eben Selbstorganisation viel mehr ist als nur die Abwesenheit von Hierarchie. Eine gut funktionierende Selbstorganisation transformiert sehr viele tradierte Organisationsprinzipien.

Barbara Küchler beleuchtete in ihrem Vortrag die wichtigsten Paradigmen, die sich beim Übergang von einer hierarchischen zu einer selbstorganisierten Organisation transformieren. Am Ende dieses Entwicklungsprozesses steht eine komplett neue organisatorische Idee, die kaum noch etwas mit einer klassischen Organisation zu tun hat und die gleichzeitig weit davon entfernt ist „die Dinge sich selbst zu überlassen“. Es verändert sich aber nicht nur die organisatorische Idee, sondern auch das, was wir von einer solchen Organisation erwarten können. Das Lernen mittels des PDCA-Zyklus ist dabei mit implementiert. Gut organisierte hierarchische Organisationen schaffen es hervorragend „Dinge unter Kontrolle zu bringen“ und damit hochgradig zuverlässig zu funktionieren. Das wird dann nicht mehr die wichtigste Stärke von zukunftsfähigen Organisationen sein.

( à https://stufenentwicklung.com/organisationsentwicklung/)

Diese verfügen nach dem stufenorientierten Organisationsentwicklungsmodell über mehrheitlich kooperativ und integrativ denkende und handelnde Mitarbeiter, sind flexibel und kreativ, setzen durch ihre Art des Führens und (Zusammen-)Arbeitens Potentiale frei, stimmen mit den Interessen der Organisation, der Mitarbeiter und der Gesellschaft überein (siehe auch DIN EN ISO 9004). D.h. der/die Eigentümer muss/müssen auch bewusst los- und zulassen.
Wenn aber im Innern Kooperation, Integration, Vertrauen und Verantwortungs-(Macht-) verteilung herrschen im Denken und Handeln, dann ist auch zu erwarten, dass diese Organisationen auch außen anders, als althergebracht, handeln. Dann ist es eigentlich zu GWÖ, die sich als ethische und sozial-ökologische aber dennoch liberale Markwirtschaft versteht, nicht mehr weit wie man am Beispiel des Berliner Unternehmens Ökofrost sehen kann (à https://oekofrost.de/unternehmen/philosophie/)

Freilich geht das zuerst und am besten im kleinen KMU. Aber auch die „Großen“ sollen da nicht rausgelassen werden.

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                      Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiterin                                          Arbeitskreisleiter, Netzwerkkoordinator TOP

16. Qualitäts-Kollegium der Technischen Universitäten Berlin-Brandenburg

Coronabedingt drohte auch 2022 kein Qualitäts-Kollegium stattfindenzu  können, denn in der TU-Berlin werden immer noch keine Veranstaltungen mit Auswärtigen gestattet. Dank Prof. Woll von der BTU Cottbus wurde es aber dort möglich und fand am 6. Dezember, dem Nikolaustag statt. Danke dafür!

So fanden sich an diesem Tag bis 15 Uhr im ansprechenden Ambiente der 7. Etage des BTU-Medienzentrums knapp 20 Menschen ein, davon 4 QM-Professoren und 3 Vorstandsmitglieder von VDI und DGQ, um über aktuelle Qualitäts-Forschungsthemen an den Unis informiert zu werden und anschließend open Space darüber zu diskutieren.

Nach der Eröffnung durch den Lehrstuhlinhaber Qualitätsmanagement(QM) an der BTU-Cottbus/Senftenberg Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll und den Grußworten mit Einbindung eines kurzen geschichtlichen Abrisses zur „Veranstaltung der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg ... „ vom Vertreter des Vorstandes des VDI-BV-Berlin-Brandenburg, Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, schlossen sich 4 Kurzvorträge an zu den Themen

- Fingerprints of Quality von Herr Prof. Dr.-Ing. Roland Jochem, Lehrstuhlinhaber QM der TU-Berlin,   vorgetragen von Herrn Timo Hinrichs M.Sc.,

- QM - Quo vadis? Herr Prof. Dr.-Ing. Luis De León Garcia, Prof. QM HTW-Berlin, Bereich Maschinebau,

- Die Digitalisierung des QM: Eine echte Transformation oder eher Altbekanntes mit neuen Tools? von Herr Prof. Dr.-Ing. Konrad Wälder, BTU-Cottbus/Senftenberg, Leiter des Fachgebietes Qualitätssicherung und quantitative Methoden,

- Qualitätsmanagement beim Transfer agiler Fertigungstechniken von Herrn Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll, Lehrstuhlinhaber QM an der BTU-Cottbus/Senftenberg,  vorgetragen von Frau Beatrice Rich M.Sc.,  Projektkoordinatorin Transfer Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (CHESCO)

Nach diesen inhaltsreichen und spannenden Ausführungen war fast 1,5 Stunden Zeit eingeplant für intensive Diskussionen und Erklärungen in Kleingruppen vor den Präsentationstafeln der Referenten.

Bei Herrn Hinrichs ging es insbesondere um die Problematik des Verstehens der Komplexität des Prozesses aus den extrahierten Messwerten für dessen Modellierung. Ein nicht einfaches Thema.

Mit Prof. Garcia wurde diskutiert wie viel QM ich brauche, kostenrelevant einsetzen muss, um Anliefer- und Fertigungsqualität im Prozess sicherzustellen. Dabei dürfen aber bei allen Aufwandsreduzierungswünschen die Basispflichtanforderungen der DIN EN ISO 9001 für notwendige Zertifizierungen nicht unberücksichtigt bleiben, nicht unterlaufen werden.

Die Gespräche an der Tafel von Prof. Wälder drehten sich wie auch an der Tafel von Prof. Woll vielfach um die Frage: Wie viel Digitalisierung können/wollen wir den meist kleinen Fertigungsunternehmen in der Region zumuten? Wie müssen die teils Nichtingenieure von angemessener und für sie nützlicher Digitalisierung überzeugt werden?

Ein weiteres Thema war das Vertrauen in die Ergebnisse der Datenleitung vom Sensor zur digitalisierten Direktsteuerung oder Anzeige. Was wissen wir über die Datenherkunft und ihre Leitung? Hier sollten wir nicht nachlässig werden, uns alter bewährter Methoden der Achtsamkeit erinnern und vermitteln als auch selber nicht blind technikgläubig sein.

Frau Richs Information über CHESCO fand große Resonanz, wurde als zukunftsweisende Entwicklung an der BTU für die technisch-industrielle Wirtschaftsentwicklung der Region angesehen. Dazu wurde eine VDI-Veranstaltung mit dem AK „Mensch-Technik-Gesellschaft“ vereinbart.

Aber das war nicht das einzige Ergebnis des Netzwerkens im Open Space. Hinzu kam der Wunsch der Professoren nach mehr und intensiverem Austausch über moderne Lehrmethoden im QM sowie die Vereinbarung VDI, DGQ und TU-Berlin zur frühzeitigen Planung des 17. Qualitäts-Kollegiums 2023 an der TU-Berlin.

Prof. Dr.-Ing. Ralf Woll                                                 Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Lehrstuhlinhaber Qualitätsmanagement(QM)          Leiter AK „Systementwicklung,
BTU-Cottbus/Senftenberg                                           Qualitäts- und Projektmanagement“
Leiter des AK QM im VDI Berlin-Brandenburg         im VDI Berlin-Brandenburg

Echtzeit-Prüfung durch Digitales Kalibrierzertifikat - (DCC)

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) arbeitet derzeit an einem weltweit einzigartigen Projekt: Digitales Kalibrierzertifikat - DCC Digital Calibration Certificate

Dank der beiden Damen Beate Kulessa und Magda Kemper, die diesen Nachmittag in der PTB Berlin organisierten, konnten Interessierte des DGQ Regionalkreises Berlin/Brandenburg und des VDI Bezirksvereins Berlin/Brandenburg am 01.12.2022 im altehrwürdigen, restaurierten Helmholtz-Bau der PTB Berlin mehr darüber erfahren. Und nicht nur diejenigen, die präsent am Ort waren, sondern – dank  der Hybrid-Technik der PTB - auch die Teilnehmer:innen „draußen“ an den Bildschirmen.

DGQ und VDI sind der Meinung, dass Q-Verantwortliche sich frühzeitig damit beschäftigen sollten, um die Einführung dieses digitalen Kalibrierzertifikates zum Erfolg zu führen. In dem Zusammenhang sind auch die Themen Qualitätsinfrastruktur (QI) und Akkreditierung betroffen.

Doch ehe es um das Kalibrierzertifikat der Zukunft ging, stellte uns Dr. Frank Melchert, der Infrastruktur-Verantwortliche der PTB Berlin, die Geschichte des Helmholtz-Baus (1889 Deutsche Allgemeine Ausstellung für Unfallverhütung/Arbeiterwohlfahrt) und des Berliner PTB-Standortes sowie stolz auch den neuen Wissenschaftsbau vor (das Gebäude ist benannt nach Walther Meißner, dem  Pionier der Tieftemperaturforschung). Dr. Melchert ließ es sich nicht nehmen, uns durch diesen noch im Einzug befindlichen Neubau zu führen. Das neue Kelvin bekam hier gewissermaßen seine Heimat.

Dann war es so weit, die Online-Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zugeschaltet, konnten die Vorträge live verfolgen und den Referenten und anderen anwesenden Expertinnen und Experten über einen Chat Fragen stellen und Standpunkte abgegeben. Die Referenten Dr. Thomas Krah (PTB Braunschweig, vor Ort) und Christian Müller-Schöll (Fa. Mettler-Toledo, Online zugeschaltet) sind vom Nutzen des Digitalen Kalibrierzertifikats für die Wirtschaft überzeugt. Sie zeigten Anwendungsmöglichkeiten auf und berichteten die Erarbeitung von Anforderungen an die Einführung eines digitalen Kalibrierscheins - vor allem mit Blick auf Kalibrierwesen, Qualitätsmanagement und Fertigung.

Die DCC-Entwicklung ist Gegenstand des internationalen Forschungsprojektes GEMIMEG (https://www.gemimeg.ptb.de/gemimeg-startseite/), bei dem Deutschland – in Gestalt der PTB und gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium - aktiv mit dabei ist. Auch der VDI ist ein assoziierender Partner in diesem Projekt.

DCC basiert auf dem XML-Format und kann in www.ptb.de/DCC genau studiert und getestet werden. Der damit verbundene Sprung von Qualität und Genauigkeit hin zu sicherer und nahezu vollständiger Echtzeit-Verfügbarkeit von Informationen wird voraussichtlich ähnliche Auswirkungen haben wie die Einführung der ISO 9000, prognostizieren Experten. Herkömmliche Kalibrierscheine könnten bald der Vergangenheit angehören. Vor allem die Maschinenlesbarkeit würde Fertigungs- und Qualitätsüberwachungsprozesse, bei denen die Digitalisierung immer stärker Einzug hält, deutlich unterstützen.

Mit dem digitalen Kalibrierzertifikat ändert sich nicht einfach nur das Format des Scheins. Es eröffnet auch ganz neue Möglichkeiten in einer digitalen und automatisierten Industriewelt. Schon in naher Zukunft werden die Ergebnisse beispielsweise in den Anwendungsfeldern vernetzte Kalibriereinrichtungen, Industrie 4.0, Pharmaindustrie und autonomes Fahren zum Einsatz kommen.

Noch wird aber das DCC intern in der PTB und in großen Laboratorien erprobt, noch nicht jedoch mit Kunden in der Wirtschaft. Dazu bedarf es sowohl noch mehr spezieller Software, stärkerer Verbreitung und Nutzungsfähigkeit, als auch internationaler Standardisierung, so Dr. Sascha Eichstädt, Fachbereichsleiter Metrologie für die digitale Transformation in der PTB, der online mit dabei war.

Vielen Dank allen Akteuren für den inhaltlich und technisch herausragenden Nachmittag.

Peter Stresemann                                                                  Wolfgang Schlenzig
DGQ Regionalkreisleiter Berlin/Brandenburg                    Leiter AK „Systementwicklung, Qualitäts-  und Projektmanagement im VDI BB    
        

Bericht über die Veranstaltung

Aus der Arbeit der Unterarbeitsgruppe Verschleißteile der DIN Koordinierungsstelle Umweltschutz (KU-AK 7)

In einer Online-Veranstaltung des AK SQP am 10.11.2022 ging es um ein spannendes, weil weitgehend produktinhaltlich und auch juristisch noch ungeklärtes Wirtschaftsfeld, das nun einer ausdifferenzierten Definition in einem Normungsverfahren zugeführt werden soll.  Diplom-Betriebswirt(FH) Stefan Schridde, Vorstand von MURKS? NEIN DANKE! e.V. erklärte den anwesenden VDI-Mitgliedern und Interessenten anschaulich das Problem der ungenormten Verschleißteile.

Die EU-Warenkaufrichtlinie beschreibt Haltbarkeit „als die Fähigkeit der Waren, ihre erforderlichen Funktionen und ihre Leistung bei normaler Verwendung zu behalten“. Waren können als Produktsysteme betrachtet werden. Deren Fähigkeit, die erforderlichen Funktionen und Leistung im Sinne der individuellen und kollektiven Kundenanforderungen zu behalten, kann als Summe der jeweilig entsprechenden Fähigkeit seiner Einzelkomponenten verstanden werden. Verschleißteile können wir als schwächste Glieder in Produktsystemen bezeichnen.

Im Zusammenhang mit aktuellen Fragen von Umwelt- und Ressourcenschutz sind in der Produktentwicklung an solche Verschleißteile besondere Anforderungen hinsichtlich Auslegung, Abnutzung, Wartung, Reparatur, Modularität, Austauschbarkeit und Aussonderung zu stellen.

Die bisherigen Definitionen von Verschleißteilen (z.B. DIN 31051 und DIN 24420) können aufgrund ihrer ungenauen Abgrenzung von anderen Komponenten der Produktsysteme nicht alle Anforderungen erfüllen, die aus Sicht von Normung und anderen Regelsystemen erforderlich sind.

Dabei gilt es auch produktspezifisch festzulegen und zu dokumentieren, was Verschleißteile und was Ersatzteile sind, wer die herstellen darf, wer die wo wie lange vorhalten muss, wie die Einzubauen sind und wer das darf.

Hier ist auch der VDI-Statusbericht „Intelligente Zustandsprognose und vorausschauende Instandhaltung“ vom Juli: 
https://www.vdi.de/news/detail/produktionsmittel-instandhaltungskosten-fruehzeitig-mit-bedenken?utm_source=vdi-update&utm_medium=email&utm_campaign=VDI-Update+KW+43

Zur Erarbeitung eines TR/TS zur Abgrenzung von Verschleißteilen von anderen Komponenten in Produktsystemen wurde beim DIN eine Unterarbeitsgruppe (UAG) eingerichtet.

Herr Schridde stellt die von ihm am DIN neu eingerichteten UAG Verschleißteile, deren Ziele, aktuelle Arbeitsergebnisse und Mitwirkungsmöglichkeiten vor.

https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/din-e-v/organisation/koordinierungsstellen/koordinierungsstelle-umweltschutz/2-treffen-ku-ak-7-gruppe-verschleissteile--879374

Während der Fachdiskussion nach dem Vortrag ist es gelungen, Teilnehmer zur Mitwirkung an dieser Unter-AG zu gewinnen.

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                       Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiterin                                            Arbeitskreisleiter
(https://twitter.com/VDI_BB_SQP)                 Bereichsnetzwerkkoordinator TOP

 

Rücken stärken, Mut machen, Hoffnung geben

für Geflüchtete aus der Ukraine

Netzwerke sind dann gut, wenn diese zur richtigen Zeit das Richtige organisieren - unkompliziert und verlässlich sind. Mit unseren ehrenamtlichen Mitteln hatten wir für den 10.10.2022 zu der Veranstaltung: „Netzwerke, Projekte(management) für ukrainische Geflüchtete“ verschiedene Institutionen eingeladen, um aufzuzeigen wie schnelle, unkomplizierte Hilfe und auch die Hilfe zur Selbsthilfe umgesetzt werden kann. Keiner kann alles allein leisten.
Uns interessierten auch die operativen Fragen zum Projekt. Wie startet man ein Projekt? Welche Überlegungen müssen ineinander greifen? Was leisten die Organisationen? Wie können sich diese ergänzen? Wie wirksam ist die Unterstützung? Bekommen wir ein Feedback von den Menschen, für die unsere Projekte konzipiert sind? Wie verbessern wir die Sichtbarkeit?

Bei der Auftaktveranstaltung ist der konstruktive Austausch zwischen den Organisationen „Ukraine-Hilfe TKS“, „atene KOM“, VDI Ingenieurhilfe e.V. entstanden und wir machen weiter! Erste Angebote und Bedarfslisten werden erstellt, die Kontakte sind ausgetauscht. Die Themen sind unterschiedlich – beispielsweise der Bedarf nach - UA/RU – Dolmetscher:innen für die tägliche Arbeit mit Geflüchteten und der Übersetzung von Flyern. Es werden Jobinformationen oder Leistungen als zusätzliche Information in den Räumen der Organisationen geteilt.

Die Angebots-und Bedarfsliste reicht von Technik (Spannungswandler) über Busfahrten ("CityTour" Fahrt für geflüchtete Kinder + Begleitung), Sprachlernkurse und Jobangebote.

Der Funke wurde gezündet. Einig ist man sich geworden, demnächst ein Treffen in Präsenz zu organisieren. Dafür wurde spontan eine kostenfreie Räumlichkeit in Aussicht gestellt.

Beim Thema Spendentransporte in die Ukraine hat man bereits Erfahrungen gesammelt. Eine Anfrage aus dem Teilnehmer:innenkreis „Welche Bestimmungen für Transporte in die Ukraine erfüllt sein müssen“ werden aus der Gruppe ausgearbeitet und dem Netzwerk zur Verfügung gestellt.

Unser Netzwerk soll wachsen. Lassen sie uns gemeinsam für die Menschen aus der Ukraine da sein!
Ein Netzwerk das wirkt.

Ansprechpartnerinnen:
Ana Remis, VDI-BV-BB AK FIB
Doreen Fox, VDI-BV-BB AK SQP

Gemeinwohl-Ökonomie - ein Wirtschaftsmodell wird vorgestellt

Der DGQ-Regionalkreis Berlin/Brandenburg und der VDI-Arbeitskreis "Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement" haben sich in der Vergangenheit schon mehrfach mit Themen zur Nachhaltigkeit und Lebensqualität beschäftigt.

Am 28. September 2022 stellten zwei profunde Kenner das ganzheitliche Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) vor (à siehe Bild). Grundlagen, Historie und die konzeptionelle Ausgestaltung wurden von den Herren Norbert Stemmer und Neno Rieger vom Verein Gemeinwohl-Ökonomie e.V. (https://web.ecogood.org/de/) höchst engagiert und kurzweilig vorgestellt. Sie präsentierten sehr anschaulich die alternative Denkweise, basierend auf der Grundaussage, dass die Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat und nicht umgekehrt!

Spannend sind insbesondere die Ähnlichkeiten bei den Evaluierungsstrategien von GWÖ und den auf dem EFQM-Modell basierenden nationalen und internationalen Qualitätspreisen. Wobei das GWÖ Konzept einen viel weiter reichenden Werteansatz vertritt. „Ganzheitlich“ wird hier noch einmal umfassender definiert als z.B. im EFQM-Modell. Die Referenten vertreten die Auffassung, dass sich gerade mit diesem Wirtschaftsmodell integrierte (Qualitäts-)Management-systeme am besten umsetzen und leben lassen. Ein Blick auf erfolgreiche Ansätze der Verwirklichung in Wirtschaftsunternehmen der Region (https://gwu.network/) schloss die Präsentation ab.

Natürlich waren die Teilnehmer besonders interessiert an dem Beziehungsbogen zu den bekannten (Qualitäts-)Managementsystemen, da auch das Praktizieren des GWÖ in aufsteigenden Bewertungsstufen eigeteilt ist und auditiert werden kann. Dies zeigte sich auch in der den Impulsen folgenden Fragen und der abschließenden Diskussion.

Fazit:

Die Gemeinwohl-Ökonomie erfordert bei allen Beteiligten (Unternehmen, Gesellschaft, Politik) noch vielfach die Abkehr von nicht mehr zeitgemäßen Denkweisen und Handlungsweisen.
Das Gemeinwohl muss vor Profit und Wirtschaftswachstum gehen. Wir sind nur dann gut, wenn wir die Bedürfnisse der Menschen und der Natur in allen Geschäfts- und Lebensbereichen nicht nur berücksichtigen, sondern vorn anstellen!

Dipl.-Ing. Peter Stresemann Berlin                                       Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Ltr. DGQ Regionalkreis Berlin/Brandenburg                            Ltr. AK SQP im VDI-BB

Bericht

Klassisches vs. agiles Projektmanagement und einige agile Arbeitsmethoden

Diese Thematik fand auch großes Interesse, weil Viele schon Verschiedenes über agiles Projektmanagement (PM) gehört haben, aber sich intensiver damit beschäftigen müssen in unserer VUKA-Welt (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguity [Mehrdeutigkeit]).
Man kann sagen in einem sog. Parforceritt brachte uns am 14.06.2022 in einer Online-ZOOM-Veranstaltung Herr Dipl.-Kaufm. Michael Taube, GF der Deutschen Projekt Akademie in 90 Minuten

            - das klassische Projektmanagement (Wasserfall-Modell)
            - die Grundsätze des agilen, iterativ-inkrementellen Herangehens an Projekt
            - das allgemeine Modell des agilen Projektmanagement
            - mögliche hybride Verknüpfungen/Variationen von klassischem und agilem PM
            - aktuelle Zertifizierungssysteme für aliges PM
            - Qualifizierungsmöglichkeiten zur Anwendung des agilen PM
              (Das kann man sowohl beim VDI als auch bei der GPM/IPMA haben.) nahe.

Dazu stellte er einige Agile Arbeitsmethoden vor.

Das waren Methoden, Tools, Werkzeugen, die er selbst benutzt:

            - Allgemein-anwendbare Methoden

                   - Agiles Schätzen Scrum Poker, Planning Poker) mit Nutzung der Fiboncci-(Zahlen-)Reihe
                   - Mobiles Task Board (Mobile Whiteboard Poster)
                   - Meetings in Form von StandUP-Meetings, Bar Camps, World Café
                   - LEGO Serious Play
                   - LEGO Scrum Simulation

            - Methoden für den Product Owner

                                    - Design Thinking
                                    - Product Canvas
                                    - Mindmapping

            - Methoden für den Scrum Master

                                    - LEGO Serious Play
                                    - LEGO Scrum Simulation
                                    - Faciliator (zu deutsch: Moderator, Schlepper, Vermittler)
                                    - Retrospektive (Seestern-R, Zeitleisten-R, Glad-, Sad-, Mad-R usw.)

Damit sollte sich Projektleiter und -mitarbeiter heute schon beschäftigen.

Ältere an Projekten Beteiligte werden allerdings sagen, vor 40 à 50 Jahren wendeten wir das klassische Wasserfallmodell auch flexibel an mit Einbeziehung von Kunden, Nutzern, Kontrollorganisationen über die ganze Projektzeit zu zwar auch schon geplanten aber bedarfsgerecht, abgestimmt verschiebbaren Meilensteinen. Vor denen wurden ggf. zu erkannt komplizierten und terminlich wegtriftenden Arbeitsschritten in Arbeitspaketen Sondergruppen gebildet, die, mit was bei agilen PM als Loopings bezeichnet wird, eigenständig und schnelle Ergebnisse zu liefern hatten.

Obwohl das agile Manifest zuerst für Softwareprojekte geschrieben wurde, gilt es allgemein. Aber Vorsicht! „ist wichtiger als“ heißt nicht Vernachlässigen, gerade was die Nachweispflicht und Kundendokumentation angeht. Die Diskussion schon auch während des Vortrages von Herrn Taube zeigte das große Interesse an diesem Thema.

Wir weisen darauf hin, dass wir gemeinsam mit dem AK VDI/VDE Mess- und Automatisierungstechnik auch einen Vortrag zur Projektvorgehensweise nach dem V-Modell, das ausgehend vom Militär über den öffentlichen Dienst immer mehr in der Wirtschaft Einzug gehalten hat, in Vorbereitung haben.

Doreen Fox                                                                                                Wolfgang Schlenzig                 
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Zielarchitektur, Aufgabenstellung, Projektmanagement, Bauanforderungen, Qualitätsabsicherung

Bericht zur Veranstaltung

Am 05.05.2022 hatten wir das Glück,  für unsere 2. vertiefende Online-Veranstaltung zum Thema Glasfaser-/Giganetzausbau mit Herrn Toni Jantschik einen erfahrenen Projektmanager/-betreuer von der atene KOM GmbH als Fachreferenten und Diskussionspartner gewonnen zu haben. Herr Jantschik greift auf mehrjährige umfassende Erfahrung in fachlichen und leitenden Funktionen im Telekommunikationssektor zurück. Die Rahmenmoderation übernahm erneut Herr Widar Wendt von der atene KOM Akademie.

Die atene KOM GmbH (https://atenekom.eu/ ist ein europäisch agierendes Beratungs- und Projektentwicklungsunternehmen mit über 500 Mitarbeiter*innen, welches die notwendig großen Schritte Deutschlands in Richtung Gigabitgesellschaft – unter anderem mit der Betreuung des Bundesförderprogramms für den Ausbau flächendeckender, breitbandiger Infrastrukturen unterstützt.

Die Breitbandnetze der Netzebene (NE) 3 enden mit dem APL (Abschlusspunkt Linientechnik) innerhalb eines Gebäudes. Das sich anschließende Gebäudenetz (NE 4) hat in den Ausbautypologien große Anforderungen im Bereich Planung, Installation und Betrieb (Wartung).

Bei der Errichtung von Inhouse-Gebäudenetzen wird eine grundsätzliche Unterscheidung getroffen:
a) in der Installation im Neubau und
b) in der Modernisierung von Bestandsgebäuden.
Während Projektabläufe im Bestandsbau mit grundlegenden Analysen bis in die Fassaden einhergehen, um den späteren Ausbau so effektiv und minimalinvasiv wie möglich umzusetzen, gilt es im Neubau von Anfang an ausreichend dimensioniert zu planen.

Bei dieser Veranstaltung ging es um die notwendige Achtsamkeit der Nutzer, Projektierer und Installateure bei der Unterscheidung von Neubau-Installationen in bestehende IT-Architekturen (Bestandsprojekte) beim

            - Erarbeiten der realistischen Zielarchitektur,
            - Erstellen einer detaillierten, auch künftigen Betreiberansprüchen gerecht werdenden Aufgabenstellung,
            - Durchführen eines durchdachten effizienten Projektmanagements,
            - Formulieren der Bauanforderungen,
            - Sichern der Qualität in den Arbeitsschritten der Installation sowie der Abnahme.

Neben grundsätzlichen Aussagen dazu war Herr Jantschik nicht nur in der Lage, sein Wissen und seine praktischen Erfahrungen verständlich darzulegen, sondern auch durch konkrete Beispiele zu veranschaulichen.

Das führte, ergänzt durch die in den verschiedenen Bereichen der Finanzierung, des Projektmanagements und der konkreten Technik versierten Diskutanten, zu einem hohen fachlichen und instruktiven Niveau dieser VDI-Veranstaltung.

Herausgehoben wurde dabei die Notwendigkeit konkrete Anforderungen an die Projekte zu formulieren hinsichtlich:

            - Ist- und Bedarfs-Analysen,
           - Projektförderanträgen,
            - Leistungsverzeichnissen,
            - Projektträger-Kunden-Kommunikation sowie
            - einer Dokumentation von Tätigkeiten und installiertem Equipment

Das Webinar diente dazu, für die dargestellten Szenarien Grundlagenkenntnisse zu vermitteln. Dazu existiert eine aktuelle Handreichung der Unterarbeitsgruppe Inhouse des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV).

Bei Fragen sowie bei Interesse zu konkretem, beiderseits nützlichen Austausch treten Sie bitte an atene KOM GmbH heran.

Dieser 2. vertiefenden Veranstaltung werden im Laufe des Jahres 2022 noch zwei weitere zu diesen Themen folgen:

            - Geschäftsmodelle im Gigabitausbau und Nachhaltigkeit
            - Fachkräfte für IT-Infrastrukturen - Mangel am Markt? Mangelnde Ausbildung?

 

Doreen Fox                                                                                Wolfgang Schlenzig                                         
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Bericht zur Veranstaltung

Kosten reduzieren, Umwelt schonen mit nachhaltiger Mobilität

Am 26. April 2022 veranstaltete das VDI Bereichsnetzwerk „Technologie-Organisation-Prozesse“ (TOP) eine Online-Veranstaltung, um das Thema „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ (BMM) zu vertiefen. Luisa Arndt, Projektmanagerin Innovation bei der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO bei Berlin Partner, gab im Rahmen ihres Vortrags einen umfangreichen Einblick in die unterschiedlichen Maßnahmen und Vorteile des BMM.

Unternehmen und Kommunen spielen eine wesentliche Rolle beim Hochlauf der Elektromobilität in Berlin. Durch die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten und den Aufbau von Ladeinfrastruktur können wichtige Skalierungseffekte erzielt sowie ein bedeutender Beitrag zur Mobilitätswende geleistet werden. Auch die Berliner Polizei setzt vermehrt auf E-Mobilität. So nahm diese Ende April die Behördenversion des E-Rollers CE 40 von BMW in ihren Betrieb auf.

Allerdings stehen vor allem kleine Unternehmen in ihrem Alltag vor personellen und finanziellen Herausforderungen, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilitätslösungen zu organisieren. Wie die Analyse der Mobilitätsbedarfe und die Einführung eines darauf abgestimmten Mobilitätsmanagements im Betrieb gelingt, erläuterte Frau Arndt in ihrer Präsentation. Damit ging der klare Appell an die Teilnehmer:innen einher, bei deren Arbeitgebern, bei Kolleg:innen sowie den Vorgesetzten für umweltfreundliche Mobilität zu werben und die Erkenntnisse dieser Online-Veranstaltung weiterzutragen. Denn die Verhaltensänderung beginnt im Kopf! Wer zunächst im privaten Bereich vom PKW auf das Fahrrad umsteigt, entscheidet sich vielleicht im nächsten Schritt, das Rad auch für den Weg zur Arbeit zu nutzen.

Die Auseinandersetzung mit der firmeninternen Mobilität bringt viele Vorteile mit sich. Attraktive Angebote wie das Dienstradleasing oder Job-Tickets tragen nicht nur zur Umweltfreundlichkeit Ihres Unternehmens bei, sondern wirken sich auch positiv auf die Mitarbeiter:innenzufriedenheit aus. Zudem können mit der Elektrifizierung Ihrer Flotte und dem Aufbau von Ladeinfrastruktur langfristig Kosten eingespart werden. Bei den Lademöglichkeiten sollte aus umweltgründen allerdings auf „grünen“ Strom gesetzt werden.

Wir sind erfreut über den Erfolg der Veranstaltung. Durch die Fachkundigkeit der Teilnehmer:innen nahm die Diskussion einen regelrechten Workshop-Charakter an und bot Raum für Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer und Netzwerken. Themen, welche im Vortrag nicht behandelt wurden oder ungeklärt blieben, wurden im Teilnehmer:innenkreis lebhaft diskutiert (Batteriewechselsysteme, transportable Powerbank für PKW, Lasträderzulassungsverfahren, Kombination: Solarstrom, E-Auto, Hausspeicher, bidirektionale Stromaustauschsysteme, Projektförderstrukturen und -möglichkeiten usw.)

Als Landesagentur und Teil der Wirtschaftsförderung Berlin Partner unterstützt und begleitet die eMO Sie bei der Einführung nachhaltiger Mobilitätslösungen und informiert zu geeigneten Förderprogrammen. Sollten Sie in Erwägung ziehen, Elektromobilität in Ihrem Betrieb einzuführen, Lademöglichkeiten aufzubauen oder innovative Mobilitätslösungen für Ihre Mitarbeitenden anzubieten, dann melden Sie sich gern bei Luisa Arndt, um weitere Informationen zu erhalten. Ihre Kontaktdaten lauten:

Luisa Arndt
Projektmanagerin Innovation bei der eMO
Tel +49 30 46302-257 | luisa.arndt@emo-berlin.de

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Bericht zur Veranstaltung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Arbeitskreise des Bereichsnetzwerkes Technologien-Organisation-Prozesse (TOP) und der Arbeitskreise „Energietechnik und AK VDI/VDE Regenerative Energien“, „Umwelttechnik“ sowie auch für die AK „Bautechnik“ und „Technische Gebäudeausrüstung“ fand am 31.03.2022 statt.

In dieser Veranstaltung unter dem Titel „Photovoltaik / Solarenergie - Technologien und Einsatz - Wie wir die Klimakrise noch abwenden können und wie Bürger*innen die Energiewende mitgestalten können.“ nahm uns Prof. Dr. Martin Hundhausen von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg(FAU) in einem sehr anschaulichen, praktische Anwendungsbeispiele enthaltenden und damit zur Nachahmung instruktiv wirkenden Vortrag  mit auf eine Reise durch folgende Themen: 

- aktuelle Auswirkungen des Klimawandels
 - erläutert auch an den Grundlagen der Klimaphysik,
 - aktuelle Bezüge zu den Temperatur und den Klimagasentwicklungen auf der Erde und dem uns verbleibenden CO2-Buget,
- Informationen zur Entwicklung der Stromversorgung in Deutschland,
- hinführend zum Übergang von fossilen zu regenerativen Energie mit Focus auf Solarenergie bis hin zu der von ihm positiv beantworteten Frage:

Kann Solarenergie einen signifikanten Beitrag für die Beendigung des menschengemachten Klimawandels leisten?

Das zeigte er an Beispielprojekten aus der Stadt Erlangen (Passiv-Haus und Plusenergiehaus eigener Konstruktion und technischer Ausstattung) sowie an seinem Engagement.

Die Fragen:  "Was kann da jeder Einzelne tun?" und "Welche Möglichkeiten des bürgerschaftliches Mitgestaltens der Energiewende gibt es?" beantwortet Prof. Dr. Hundhausen mit seinem persönlichen Engagement

 - als Vorsitzender des Solarvereins Erlangen
- Mitglied im Erlanger Stadtrat für die „Klimaliste Erlangen“
- als Organisator der „Scientists for Future“ an der FAU.

Die Zeit drängt. Die Fortschritte beim Installieren von Photovoltaik, bei der Energieverbrauchsminimierung von Gebäuden sind viel zu gering, gehen viel zu langsam. Das kostet! Hohe Investitionen sind nötig. Aber wo ist dabei der ROI zu erkennen?

Schon heute sind die Umweltschädenbeseitigungskosten viel höher als alles was zur Prävention dagegen eingesetzt wird. Nur rechnen wir das volkswirtschaftlich aktuell nicht ordentlich und somit nicht anschaulich genug, zusammen; wird das nicht umfassend erkannt und sichtbar. Hier müssen die vorhandenen wissenschaftlichen Ergebnisse noch offensiver in ihren Auswirkungen bei Handlungsträgheit publiziert werden und in die Volkswirtschaftspläne eingehen.

Eine Initiative, ist der „Wattbewerb“ (à https://wattbewerb.de/)

Das ist ein Wettbewerb, gestartet am 21.02.2021, für Städte und Gemeinden (aktuell 187, Berlin ist noch nicht dabei!) für den beschleunigten Ausbau der Photovoltaik.
Wer schafft den größten Zubau pro Kopf?
Getragen wird Wattbewerb von Fossil Free Karlsruhe, Parents for Future Germany, Fridays for Future Deutschland und Scientists for Future Deutschland.

Es wurde in der Diskussion zu dieser Veranstaltung auch auf die Focusthemen des VDI hingewiesen, insbesondere auf das Thema für 2020-2023: „Das 1,5° Ziel - Klimaschutz und Energiewende“

Siehe dazu auch à https://www.vdi.de/energie-und-umwelt

Dipl.-Ing. Doreen Fox                                                                               Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
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Funktion - Konstruktion - Technologie - Montage- Qualitätssicherung

„Schrauben kann doch jeder“ oder „Machen wir schon immer so – das geht halt schon mal lose.“ So oder so ähnlich hört man es aus montierenden Unternehmen des Öfteren. Jedoch werden die „Schmerzen“ größer. Im Europäischen RAPEX Portal häufen sich die Fälle von Rückrufen im Zusammenhang mit Schraubverbindungen.

Aber auch Auditoren schärfen ihren Blick auf den Umgang mit Schrauben in Unternehmen aus gegebenem Anlass mehr und mehr. Andere Fügeverfahren haben eben ihre Hausaufgaben schon länger gemacht und bieten auch immer weniger Verbesserungspotential l im Vergleich zur Schraubverbindung. Potential, dass es sich in jedem Fall lohnt zu heben.

Denn ohne Schrauben keine Reparatur, kein Bauteilaustausch.
Das kann aber niemand alleine schaffen. Darum braucht es ein Team.
Aber wer kann das sinnvollerweise sein?
Worauf kommt es eigentlich beim Schrauben grundsätzlich an?

Diese und weitere Fragen behandelte der Schraubfachingenieur Marcus Fischer in seinem inhaltsreichen auf hohem ingenieurtechnischen, detaillierten, die Komplexität des Prozesses auch sehr praktisch darstellenden Vortrag in einer Online-ZOOM-Veranstaltung der Arbeitskreise des VDI-BB-Clusters TOP (Technologen-Organisation-Prozesse (TOP) und weiteren interessierten Zuschauern am 16.03.2022. Die fachlich hochstehende Diskussion entsprach dem hohen Niveau des Vortrages.

Er entwickelte dazu ein logisch aufgebautes Tafelbild was in chronologischer Weise die Entwicklung einer Schraubverbindung mit den Anforderungen diese darstellte. Am Ende spickte er sein Schaubild mit an die entsprechenden Stellen passenden VDI-Richtlinien.

Ausgangspunkt von allem ist das Wissen über die Funktion der konkreten Schraubverbindung für das Erkennen der nötigen Produktsicherheit als Basis für die Produktsicherheitspyramide über den gesamten Wertschöpfungsprozess Schraubverbindung bis zu deren Beweis. Damit verbunden sind die konkreten Sicherheitsanforderungen (Beanspruchung, Lebensdauer usw.). Damit muss sich der Konstrukteur detailliert auseinandersetzen. Das bedeutet Risikoanalysen à FMEA, Ishikawa, SIL (Sicherheitsanforderungsstufe à www.maschinen-sicherheit.net/07-seiten/3410-sil-grundlagen.php) und Messgrößen für den Schraubverbindungsqualitätsnachweis festlegen.

Es braucht Mitarbeiterqualifikation zum Thema Schraube wegen der Komplexität des gesamten Schraubverbindungsprozesses. Deswegen wollen wir den Kontakt mit Herrn Fischer weiter pflegen und stellten den Teilnehmern Fragen für Folgeveranstaltungsthemen 2/3 der Teilnehmer interessieren sich für Vertiefungen zu Fähigkeitsuntersuchungen/-bestimmungen im Schraubverbindungsprozess und noch über die Hälfte der Teilnehmer für die Gesamtdarstellung der Messaufgaben darin sowie deren konkrete Umsetzung.

In unserem TOP-Online-Bereichsnetzwerk-Treffen am 29.03.2022 an dem auch der Referent, Herr Fischer anwesend war, diskutierten wir über das Feedback zu dieser Veranstaltung und Themen weiterer vertiefender Veranstaltungen mit Ihm, die dann konkrete vom Arbeitskreis „Entwicklung/Konstruktion“ vorbereitet werden.

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Deutschland benötigt und unternimmt große Schritte in Richtung Gigabitgesellschaft - insbesondere mit dem Ausbau flächendeckender, breitbandiger Infrastrukturen. Ob ohne oder mit Förderung, ob terrestrisch, über Glasfaser oder durch die Luft mit 5G - zunehmende Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche erfordert neue Kommunikationstechnologie. Dabei reguliert der Staat nicht nur, sondern unterstützt auch den Ausbau. Hierzu informierte die atene KOM GmbH in einer VDI-Veranstaltung bereits 2021. Aufgrund der großen Resonanz wird der Dialog in diesem Jahr fortgesetzt.

Die atene KOM GmbH (https://atenekom.eu/) ist ein europäisch agierendes Beratungs- und Projektentwicklungsunternehmen mit knapp 500 Mitarbeiter:innen, mit Hauptsitz in Berlin und Außenstellen u. a. in Schwerin, Leipzig, aber auch Brüssel und Kiew. Sie berät den öffentlichen Sektor bei der Projekt- und Strategieentwicklung in den Bereichen Digitalisierung, Mobilität, Energie und Bildung. Ein Themenschwerpunkt liegt auf Breitbandinfrastrukturen.

Bei dieser ersten vertiefenden Veranstaltung zum Breitband-Glasfaser-Ausbau mit der atene KOM am 24.02.2022, bei der Herr Widar Wendt von der atene KOM Akademie die Rahmenmoderation übernahm, ging es rund um die „Bedarfe und Anwendungen für Gigabitnetze – Von IoT bis 5G“. Welche Potenziale stecken in den Technologien? Wo werden sie eingesetzt und welche Chancen ergeben sich aus den Anwendungsfeldern für die Industrie?

Die Themenschwerpunkte der Online-Veranstaltung waren:

  • Überblick über die Bedarfslagen und den Markt
  • Anwendungsfelder und Szenarien der Gigabit-Technologien in der Industrie
  • Szenarien für Smart Health, Smart Home, Smart Metering u.a.m.

Fachreferent des Abends war Michael Scholz. Er blick auf 25 Jahre umfassende Erfahrung in fachlichen und leitenden Funktionen im Telekommunikationssektor zurück. Anhand von Praxisbeispielen erläuterte Herr Scholz, wie der schnelle Datentransport über das Internet der Dinge (IoT) funktioniert und wie smarte Anwendungen im öffentlichen Raum, in Unternehmen und im privaten Bereich davon profitieren. Aspekte der Industrie 4.0 und der digitalen Transformation von Prozessen wurden ebenso beleuchtet wie ein Ausblick auf technologische Perspektiven.

Die anschließende Diskussion rankte u.a. um die Frage, welches Niveau und welchen Komfort in terrestrischen und nichtterrestrischen Datennetzen der Einzelne eigentlich benötigt und wie sich die Bedarfe künftig entwickeln werden. Auch über den begleitenden Chat zugeführte Fragen konnten in der Diskussion aufgegriffen werden, so etwa zur Notwendigkeit automatisierter Steuerungen im Agrarsektor oder zum Thema Datenschutz in „smarten“ Wohngebäuden. Vor- und Nachteile der Breitbandtechnik und von Sensoren in der Car-to-Car Kommunikation (Stichwort „autonomes Fahren“) rundeten die Veranstaltung ab.

Dieser Veranstaltung werden im Laufe des Jahres 2022 weitere zu diesen Themenkreisen folgen:

 - Glasfaserausbau in Unternehmen und Organisationen: Projektmanagement,  Bauanforderungen, Qualitätssicherung
 - Geschäftsmodelle im Gigabitausbau und Nachhaltigkeit
 - Fachkräfte für IT-Infrastrukturen - Mangel am Markt? Mangelnde Ausbildung?

Unsere Teilnehmerbefragung am Ende des Vortrages bestätigte die bisherige Themenwahl.

 

Doreen Fox                                                    Wolfgang Schlenzig
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Informationsveranstaltung des VDI mit der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO

Über unseren SQP-Twitter-Account erfolgte eine erste Kontaktaufnahme mit der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO (Teil der Wirtschaftsförderung Berlin Partner) und daraufhin ein zeitnaher Austausch. In diesem Kontext entstand das Vorhaben einer gemeinsamen Informationsreihe via Zoom, in der die Ingenieur:innen des VDI nähere Einblicke in die Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten der eMO sowie in die für sie relevanten Themen rund um die Elektromobilität und Neue Mobilität erlangen sollten.

Eine erste Veranstaltung unter Federführung des VDI-BB-Bereichsnetzwerks TOP fand gemeinsam mit unseren AK „Fahrzeugtechnik“, „Mess- und Automatisierungstechnik“ und „Umwelttechnik“ am 10.02.2022 statt. Darin gab Gernot Lobenberg, Leiter der eMO, einen umfangreichen Einblick in die Tätigkeitsfelder der eMO, die grundsätzlichen Themenschwerpunkte sowie aktuelle Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität und Neuen Mobilität in Berlin. Dem Beitrag folgte die Anmerkung, dass Batterie-Recycling ein wesentliches Problem der Elektromobilität darstellt. Eine Aufnahme darauf spezialisierter Unternehmen in das eMO-Netzwerk ist daher zu begrüßen ist.

Als Landesagentur und Teil der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH unterstützt die eMO den Hochlauf der Elektromobilität und die Pilotierung und Verbreitung nachhaltiger Mobilitätslösungen in der Hauptstadt. In enger Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ist die eMO zentraler Ansprechpartner für Unternehmen und Organisationen, die Aktivitäten und Projekte im Rahmen der Verkehrswende in Berlin umsetzen möchten. Als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand im Land Berlin unterstützt und begleitet die Agentur die Umsetzung von Projekten und vernetzt mit passenden Partnern, informiert über bestehende Rahmenbedingungen sowie die geeignete Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene. Im Fokus der Arbeit stehen dabei die Elektrifizierung des Wirtschaftsverkehrs, die Skalierung von Ladeinfrastruktur sowie die Optimierung des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Auch nachhaltige Logistiklösungen sowie die Digitalisierung und Automatisierung der Mobilität finden sich in den Themen der eMO wieder.

Die Auftaktveranstaltung diente zum Wissenstransfer und initiierte einen ersten Austausch mit den Mitgliedern des VDI, um über die Themen und Arbeit der eMO zu informieren und im nächsten Schritt mögliche Synergien zu eruieren. Im Rahmen einer Meinungsabfrage unter den Teilnehmern im Anschluss an den Vortrag wurden Themen von besonderem Interesse identifiziert (Bild).

Aufbauend darauf soll zeitnah eine gemeinsame Folgeveranstaltung zum Thema „Betriebliches Mobilitätsmanagement für Berliner Unternehmen - Moma“ erfolgen. Darin erfahren Sie, wie Betriebe ihre Mobilität sowie die Mitarbeitermobilität nachhaltig und umweltschonend gestalten können.

Wir würden uns sehr freuen, mit dem Veranstaltungsformat Ihr Interesse an neuen, umweltschonenden Mobilitätsformen zu wecken. Sollten Sie in Erwägung ziehen, Elektromobilität in Ihrem Betrieb einzuführen, Lademöglichkeiten aufzubauen oder innovative Mobilitätslösungen für Ihre Mitarbeiter anzubieten, dann melden Sie sich gern bei der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, um weitere Informationen zu erhalten.

Wolfgang Schlenzig                                                            Doreen Fox
Bereichsnetzwerksprecher TOP                                       AK-Leitung SQP
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Technische Dokumentationen

- nutzerfreundlich, rechtssicher und wirtschaftlich erstellen -

Zeitgemäße technische Dokumentationen sind ein Dauerthema, weil alle Organisationen und Konsumenten konfrontierte Betroffene sind und sich diesbezügliche Gesetze, Verordnungen und Normen für erklärungsbedürftige Produkte und Leistungen auch immer wieder ändern, gemäß den Erfordernissen und Erfahrungen der zunehmend internationalen Lieferketten und des Handels.

Nach dem ersten Termin im November 2020 sprach Herr Daniel Frobel, Abteilungsleiter und Technischer Redakteur in der IDEM Doku GmbH Berlin am Donnerstag, den 27. Januar 2022 in einer Online-Veranstaltung vornehmlich zu der erneuerten Horizontalnorm für Technische Dokumentation, auch Edition 2 genannt:

„Erstellung von Nutzungsinformationen (Gebrauchsanleitungen) für Produkte -
Teil 1: Grundsätze und allgemeine Anforderungen“ (IEC/IEEE 82079-1 :2019);
Deutsche Fassung EN IEC/IEEE 82079-1 :2020

https://www.beuth.de/de/norm/din-en-iec-ieee-82079-1/342226844

Hauptinhalte seines gut gegliederten, sehr anschaulich und verständlich gehaltenen Vortrages waren:

  • ein Blick in die Gesetzgebung und neue Norm
  • die Möglichkeiten neue Medien zu nutzen
  • der Ausblick auf weitere gesetzliche Änderungen

mit dem Fokus auf die wichtigsten Neuerungen:

  • Warum Nutzungsinformationen?
  • Informationsmanagementprozess als Überblick
  • Medien und Darstellung von Nutzungsinformationen tiefergehend.

Die detaillierte Erläuterung des strategischen und gedanklichen Herangehens, der Definition, des Ablaufes sowie die Beschreibung der konkreten Tätigkeiten dabei wurden herausgehoben.

Breiten Raum im Vortrag und in der Diskussion nahmen auch die Formen der Darstellung und Verbreitung der Nutzerinformationen ein. Die EDV und Digitalisierung bieten da eine große Vielfalt. Neben dem schon klassischen Einpflegen auf Webpräsentationen kamen Augmented und Virtual Reality, QR- und Barcode, NFC-Chip und perspektivisch auch Hologramm Darstellungen zur Sprache.

Eine 3. Veranstaltung zu Technischen Dokumentationen ist bereits vorgesehen. Sie soll stattfinden, wenn die neue EU-Maschinenverordnung (noch 2022?)  verabschiedet wird mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Wolfgang Schlenzig
Netzwerksprecher VDI-BB-SQP + TOP

Veranstaltung zum Bürgerrat Klima

Der Bürgerrat - Klima, sein Gutachten

„Wie gestalten wir Klimapolitik: Gut für uns, gut für unsere Umwelt und gut für unser Land? Unsere Antwort auf die Klimakrise“

Bürger:innenversammlungen und Bürgerräte (https://www.buergerrat.de/) gibt es in vielen Ländern in verschiedenen Variationen, lokal für Gemeinden, für Städte und Regionen sowie national. Regierungen, Parlamente und Parteien bilden bei ihren Entscheidungen meist nicht die reale, von den gesellschaftlichen Entwicklungen betroffene Zusammensetzung der Bevölkerung ab. 
Deshalb ist es gut, richtig und im höchsten Maße demokratisch auch diese zu grundsätzlichen gesellschaftlichen Fragen mit zu Rate zu ziehen und deren Meinungen/Standpunkte besser zu berücksichtigen.

Seit 2020 sind in Deutschland 6 nationale Bürgerräte gestartet worden. Einer davon ist „Der Bürgerrat - Klima - Ein Bürgerrat für unsere Zukunft“, der von Dezember 2020 bis Ende Juni 2021 aktiv war unter dem Motto arbeitete„160 Menschen, 12 (online) Sitzungen, 1 Thema mit dem Ergebnis „Das Bürgergutachten“ (https://buergerrat-klima.de/ergebnisse-gutachten).

Einer der Initiatoren dieser unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundespräsiden a.D. Horst Köhler stehenden Initiative mit dem Bürgerrat-Klima (https://buergerrat-klima.de/) ist Dr. Gregor Hagedorn vom Naturkundemuseum Berlin und Mitgründer der „Scientists for Future“ in Deutschland, den wir schon im Juli 2020 zur Klimaproblematik in einer Online-Veranstaltung bei uns im VDI-TOP-Netzwerk begrüßen konnten.

Er stellt am 20.01.2022 in einer Online-Veranstaltung Herangehen, Sinn, Zweck und Ergebnisse dieses Bürgerrat-Klima vor, den er als die bis jetzt repräsentativste Denkgruppe zu notwendigen Aktivitäten Deutschlands zur Einhaltung der Pariser Klimaziele ansieht (Zum Vortragsmaterial). Dabei geht es nicht nur um das Klima, sondern auch um die damit notwendiger Weise zusammenhängenden gesellschaftlichen Veränderungen. Auch der VDI ist einer der Unterstützer des Bürgerrates-Klima.

Er hat aber im August 08-2021 eine eigene Zukunftsagenda für die neue Bundesregierung veröffentlicht (https://www.vdi.de/themen/politischer-dialog/dialog-events/empfehlungen-zur-bundestagswahl-2021).

U.a. am Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung und an der kritischen Analyse von „campact“ dazu (https://blog.campact.de/2021/11/koalitionsvertrag-der-klima-check/) konnte in der Diskussion verglichen werden, auch ob das Gutachten überhaupt den notwendigen Anforderungen gerecht wird. Nein, Wird es nicht!
Aber es ist ein wirklich in ehrlicher und intensiver Arbeit von den am Ende 155 Mitwirkenden erarbeiteter Standpunkt mit Handlungsempfehlungen. Diese wurden danach den Politikern vorgestellt und intensiv mit ihnen diskutiert in der Hoffnung, viel davon in deren Köpfe zu kriegen zwecks Einbeziehung in nationale politische Pläne und Konzepte zur baldigen Umsetzung. Das ist die große Hoffnung der unmittelbar Beteiligten, aller Unterstützer und auch des VDI und seiner Mitglieder. Aber nicht nur das.

Was können WIR selbst tun?

            1.         In allen Lebensbereichen auf unseren ökologischen Fuß- und Handabdruck achten.
            2.         Technologisch die Energieträger Wärmepumpen einsetzen.
                        Weg von Öl- und Gasheizung. Mehr Wärmedämmung.
            3.         Den Fleischkonsum drastisch reduzieren.
            4.         Dem Motto folgen: Kein Recyceln - Kein Verkauf.
            5.         Groß Denken! Mehr Bildung, mehr Werbung zum hinweisenden Klimaschutz und zu 
                        Nachhaltigkeitsthemen.

Appell an alle Ingenieur:innen:

          Dieses Jahrzehnt muss das der Zukunftsinvestitionen sein! 
          Alle Regler der Kreativität und Kooperation auf Anschlag zum Verhindern der Klimakatastrophe!

 

Doreen Fox                                                                               Wolfgang Schlenzig
Netzwerksprecherin VDI-BB-SQP                                         Netzwerksprecher VDI-BB-SQP + TOP

Nachhaltige Produktentwicklung - Es gibt sie wirklich!

In unserer schnelllebigen Zeit sind kurze Designzyklen an der Tagesordnung. Insbesondere bei Autos kennen wir diese permanenten Modellwechsel. Aber es geht auch anders!

Herr Jörg Roggensack, DGQ-Trainer und DQS Auditor, EFQM Master Assessor JR Management Services & Qualifizierung, Bad Mergentheim, ein gern gesehener Gast in Berliner Q-Kreisen, führte am 18. Oktober 2021 in einer Online-Veranstaltung den Interessierten aus dem DGQ-Regionalkreis Berlin und des VDI-Arbeitskreises „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement einen geschlossenen Nachhaltigkeitsansatz vor.

Beginnend bei der Entwicklung bis zur Produktion und Vermarktung eines typischen Produktes der Marke Braun, der Kaffeemaschine KF47, die im Wesentlichen unverändert seit fast 40 Jahren auf dem Markt ist.

Und das ist nicht das einzige langlebige Produkt dieses Unternehmens. Dahinter steckt eine ganzheitliche Firmenkultur, die nunmehr seit 100 Jahren gelebt wird. Innerhalb dieser Kultur ist die praktizierte Nachhaltigkeits-Philosophie nur ein Baustein. Die Inhaber dieses familiengeführten Unternehmens stellten stets den Menschen in den Mittelpunkt und das erstreckt sich auf sämtliche Bereiche. Schon seit langen stehen so z.B. auch die Gesundheit und soziale Absicherung der Mitarbeiter im Firmenfokus. Und Design, Entwicklung und Marketing arbeiten, anders als in anderen Unternehmungen, hier in engem Zusammenhalt.

Dazu passen die Design-Prinzipen, die nicht aktuellen Modetrends folgen, aber für Weiterentwicklungen offenstehen; denn nachhaltiges Entwickeln heißt nicht Stehenbleiben. Beispiel hierfür ist das Prinzip, dass Kosteneinsparungen nicht sichtbar sein dürfen. Diese Design-Prinzipen werden auch vorgelebt. Der Braun Designpreis steht dafür über die Markengrenzen hinweg.

(siehe auch: https://www.broehanmuseum.de/ausstellung/braun-100/

Jörg Roggensack hat als leitender Mitarbeiter diese Unternehmenskultur und -philosophie lange Zeit mitgeprägt und sie daher sehr eindrucksvoll darstellen können. Besonders interessant ist, dass eine zu Beginn der Veranstaltung durchgeführte Umfrage zeigt, dass die Teilnehmer, also die Kunden, genau diese Einschätzungen mit der Marke Braun verbinden, die auch der Vortrag herausstellte:

Gutes Design, Qualität, Zeitlos!

Und: Die von Erwin und Artur Braun geschaffene Firmenkultur besteht weiterhin, auch wenn die Firma zwischenzeitlich neue Besitzer erhalten hat.

 

Wolfgang Schlenzig                           Peter Stresemann
Leiter VDI BB SQP                              Leiter DGQ Regionalkreis Berlin

Wertschöpfung durch Wertschätzung

Dieser online Veranstaltung des Arbeitskreises „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ des VDI-Bezirksverein Berlin/Brandenburg folgten 23 Menschen, was -verglichen mit einigen Vorangegangenen - relativ wenig ist. Man könnte vermuten, dass Viele dachten: Herrje, schon wieder Wertschätzung. Die haben ja Recht, aber das geht doch sowieso nicht. Ich weiß doch, wie es bei uns zu geht. Alles schnell, schnell und neben den eigentlichen Aufgaben sowie mit ständigen Änderungen. Wie soll ich  denn da noch an soetwas „Weiches“ denken? Ist doch eh nicht so wichtig für den Erfolg des Projektes.

Genau, weil viele so denken und leider auch so handeln, meint Bernward Clausing VDI, Dipl.-Ing. (FH), Inhaber der Firma bc-quadrat (http://www.bc-quadrat.de/bernward-clausing/). Er berät und begleitet Organisationen bei deren Entwicklung, hin zu gelingender Zusammenarbeit mit Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung und betont, dass das ein sehr wichtiges Thema, ja ein Dauerbrenner ist, über den man nach seinen Erfahrungen und angesichts der oben geschilderten Denk- und Handlungsweisen nicht genug reden und argumentieren kann.

Dabei stützte er sich auf  das IPMA/GPM-Kompetenzmodell ICB4â (Individual Competence Baseline) von 2018:
Wertschätzung führt zu Handlungsstabilität, zu Haltung der Mitarbeiter, die insbesondere von den Führungskräften ausgehen muss. Grundlagen sind eindeutige Zielstellungen, Projektsinn- und Nutzen-Vermittlung, Information, Respekt und Achtung sowie reale und verständliche Leistungsforderungen als auch -bewertungen. Das sind auch Vertrauenselemente, die zu Leistungsbereitschaft motivieren. Die wiederum werden zurückgegeben, der Chef kann sich auf seine Mitarbeiter verlassen.

Er sollte sich nicht dünken mehr und alles besser zu Wissen, sondern sich als Teil des Teams verstehen. Er sollte die Betroffenen zu Beteiligten machen, ihnen auch Zuhören, ihre Spezialitäten und Talente erkennen, fördern und würdigen.

So gesehen hat der Projektleiter als Führungskraft immer auch seine Fürsorgepflicht wahrzunehmen. Nicht nur aus Eigennutz, sondern vor allem zur Sicherung der Projektziele! Und wir sollten uns verpflichtet fühlen, nicht zu sagen, dass es schon immer so war, man nichts am unbefriedigenden Status quo ändern könne. Doch, sagt Herr Clausing, man kann zu jeder Sekunde aktiv werden und etwas ändern.

Wir sollten die Arbeitswelt nicht so lassen wie sie ist. Sie ist Menschengemacht und Menschen können sie auch ändern. Freilich geht es immer auch um die Erfüllung von Plan- und Kennzahlen. Aber diese Zahlen sind vor allem das Ergebnis guter Führung und des Engagements von motivierten Mitarbeitern.

Also Wertschöpfung durch Wertschätzung!

Und wie sollte das erreicht werden? Doch nicht zuerst durch befehlen oder gar schreien, durch Verweis von Druck von oben, sondern durch das bewusste Fördern selbstgewollten Handelns auf der Basis einer den Menschen zugewandten Haltung, eben durch Wertschätzung.

Es war sehr gut, dieses Thema wieder mal hervorzuholen, den von Herrn Clausing akzentuiert vorgetragenen Argumenten und Handlungsvorschlägen zuzuhören und für sich selbst zu sagen: Au ja, ich weiß ja eigentlich, aber es war sehr gut damit wieder konfrontiert worden zu sein. Mal sehen wie viel mir davon gelingt, ab morgen anzuwenden und wie ich das am besten anstelle.

Aber wir Wissen alle wie der Hase in der Wirtschaft läuft. Wertschätzung ist kein Selbstläufer. Das Thema muss immer mal wieder auf die Tagesordnung.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Stand, Entwicklungen, Probleme bei der Normung für Managementsysteme ...

aus der Sicht des DIN Normungsausschusse Organisationsprozesse (NAOrg)

In einer gemeinsamen Online-Veranstaltung des DGQ-Regionalkreises Berlin und des Arbeitskreises „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ des VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg am 02.09.2021 informierte Herr Reiner Hager, Geschäftsführer DIN-Normenausschuss Organisationsprozesse (NAOrg - https://www.din.de/de/mitwirken/normenausschuesse/naorg ), man kann sagen umfassend, über die vielen, verschiedenartigen und unterschiedlich intensiv bearbeiteten nationalen und internationalen Normungsaktivitäten für Managementsysteme.

Diese Informationsveranstaltung durch den DIN-NAOrg für die DGQ und den VDI ist seit 2015 schon zu einer alle zwei Jahre neuaufgelegten Traditionsveranstaltung geworden.

Es ist unglaublich. Aber in allen den von Herrn Hager angesprochenen Themenfeldern gibt es aktuelle Normungsaktivitäten an denen neben dem DIN, namentlich der NAOrg, viele Länder aller Erdteile mitwirken:

- Biodiversität
- Circular Economy
- Energiemanagement
- Gesellschaftliche Verantwortung
- Governance und Compliance
- Lieferketten
- Nachhaltige Finanzwirtschaft
- Qualitätsmanagement
- Risikomanagement
- Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
- Sicherheit und Business Continuity
- Umweltmanagement.

Man kann sagen, dass die Normungsarbeit auf diesen Gebieten zu international abgestimmten Wissenskompendien führt, dass sie aber eher Anleitung zum Handeln gibt für die konkret tätigen Menschen in Organisationen aller Art (Unternehmen, Verwaltungen, Behörden) aber auch für den einzelnen Bürger, als dass sie für die Zertifizierung geeignet ist.

Die Inhalte dieser Normen, Leitfäden und Entwürfe sind quasi „Normung for Future“, allein wenn man sich vor Augen führt, was hinsichtlich gesellschaftlicher Verantwortung, Compliance, Biodiversität und Umwelt richtungsweisend formuliert wurde und wird.

Deshalb ist für die Akzeptanz der Gremien, die Aussagekraft sowie die Allgemeingültigkeit ihrer Ausarbeitungen wichtig, dass sie so interdisziplinär und international wie möglich zusammengesetzt sind. Das versucht auch der NAOrg zu realisieren (siehe Grafik).

Ein spannendes Thema bleibt darüber hinaus auch die strukturelle und inhaltliche Harmonisierung der internationalen Normungsarbeit. Die ISO/IEC-Initiative zur „High level Struktur“ heißt jetzt inhaltich nahezu gleich „Harmonisierter Ansatz für Managementsystemstandards“.

Trotzdem kann es noch zu inhaltlichen Überschneidungen bei den Normen kommen, da es z.Z. noch nicht so etwas wie eine ISO-Redundanz-Überwachungsmatrix gibt. Die Zusammenarbeit erfolgt eigeninitiativ zwischen den thematisch ähnlichen TC.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.managementnormen.de/de.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Gemeinschaftsveranstaltung von VDI-BB, DGO und DfO zur Organisationsentwicklung:

ein Ziel, verschiedene Herangehensweisen

- Organisationsentwicklung gelingt durch Zusammenarbeit verschiedener Funktionen
- Treiber der Organisationsentwicklung sind Qualitätsmanagement (QM), Human Ressource (HR), Fachbereiche

Nach mehr als einjähriger Vorbereitung ist es
- Frau Dipl.-Wirt.Ing. Silke Krischke, achtsamManagement Freiburg,
- Herrn Dipl.-Pädagoge Bodo Frenk, BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G., Abt.-leiter Berlin sowie
- Herrn Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, VDI Berlin-Brandenburg, AK SQP 
gelungen, am 21.06.2021 diese Netzwerkveranstaltung von drei Organisationen stattfinden zu lassen. Die vom VDI BB organisierte Online-Session erfreute sich mit 69 Teilnehmer:innen großer Resonanz.

Unterstützt wurde sie durch die Fachexpert:innen
- Frau Dipl.-Betriebswirt Nadine Kretzschmar, WBS Training AG, Leitung QM, Berlin
- Herr Dipl.-Betriebswirt Pasqual Jahns, Symrise AG, Director Global Process Management, Holzminden
- Herr Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Paul Kübler, BASF Coatings GmbH, Quality Management Europe, Münster.

Sowohl als Moderator:innen als auch Fachreferent:innen führten Frau Krischke und Herr Frenk durch die Veranstaltung und präsentierten mit den Fachexpert:innen die gemeinsam erarbeiteten Aussagen zu folgenden Thesen:

These 1 – Gute Entscheidungen entstehen durch gute Entscheidungsprozesse. 
Wie schaffe ich es, gute Entscheidungsprozesse zu gestalten? Inwieweit kann QM den Entscheidungsprozess unterstützen und fördern? Wie unterstützen HR, OE und andere Fachbereiche der Organisation – oder eben nicht?

These 2 – Ist es QM, das die Veränderung initiiert? Oder wer ist es denn? 
Ist das QM wirksam? Was muss sich ändern, damit QM als Veränderndes wahrgenommen wird? Was wünschen Sie sich als einer der Beteiligten?

Organisationsentwicklung ist eben eine grundsätzlich strategische, aber auch bis ins Detail gehende permanente Aufgabe jeder Organisation, die ihre Existenz behalten, intern effizient aufgestellt und zukunftsgewappnet sein will, um sich u.a. Kundenforderungen erfolgreich stellen zu können.

Frau Krischke, Herr Frenk und die Fachexpert:innen präsentierten sich mit pro – „Wir wollen“ - und kontra – „Wir fürchten“ – sowie „Wir bieten“ zu den Rubriken Fachbereich, Qualitätsmanagement, Personal, Organisation. Wenn alle Teilnehmer:innen ihre Standpunkte vergleichen und prüfen, was sie dazu tun und was sie verwerten können sowie über das Dargestellte kreativ nachdenken, hätte die Veranstaltung ihren Zweck erfüllt.

Die Teilnehmer:innen konnten anhand von Beispielen aus der Praxis erfahren, wie Synergien im Change durch eine Zusammenarbeit unterschiedlicher Bereiche erzeugt oder blockiert werden; so gibt es also nicht der Weisheit letzten Schluss, von allem können sich Organisationen aber Anregungen für die beteiligten Bereiche entnehmen. Viele brachten sich im Chat mit Fragen und Statements zu ihrer Wahrnehmung verschiedener Rollen/Funktionen/Bereiche als Treiber von Veränderungsprojekten in der Organisation ein.

Am 21.06. präsentierten DGQ und GfO Thesen, Standpunkte und Erfahrungen zur Organisationsentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven. Just vier Tage zuvor, am 17.06., beschäftige sich auch der VDI in einem von der Unternehmensberatung Common Core (common-core.de _ Downloads) gestalteten Webinar inhaltlich mit dieser Thematik.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Normungsarbeit - Vorgehensweisen, Ziele und Ergebnisse

Aktivitäten und Einflussnahme der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) in Bezug auf Qualitäts- und Managementsystemnormen

In einer gemeinsamen Online-Veranstaltung der DGQ-Regionalkreise Berlin und Magdeburg und des AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ im VDI-Bezirksverein Berlin/Brandenburg am 09.06.2021 informierte Herr Dipl. Ing. Thomas Votsmeier, Normungsexperte und Bereichsleiter "Normung/Internationale Kooperationen" der DGQ e.V..

Er ist aktiv in nationalen Normungsgremien des DIN, Obmann des DIN NA 147 - 00 - 01 AA Qualitätsmanagement und Vertreter des DIN bzw. der EOQ in Gremien bei ISO TC 176, TC 207, ISO CASCO sowie EA.

Die Schwerpunkte der Mitwirkung der DGQ beim Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) liegen auf den Normungsausschüssen NA 147 Qualitätsmanagement, Statistik und Zertifizierungsgrundlagen (NQSZ), NA 152 Normenausschuss Technische Grundlagen (NATG), NA 172 Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS) und NA 175 Organisationsprozesse (NAORG).

Herr Votsmeier erläuterte die generelle Vorgehensweise für das Entstehen von Normen da noch wenig Wissen darüber bei den Anwendern besteht, ebenso wie bei Schulen, Berufs- und Hochschulen. Am demokratischen Prozess der Normenentstehung können alle Interessierten mitwirken. Jeder kann sich zur Einsicht von und zur Stellungnahme zu Entwürfen beim DIN registrieren lassen und aktiv mitwirken.( https://www.din.de/de/mitwirken/mitarbeit-in-der-normung).

Er erläuterte weiterhin die Ziele der Normung generell, die Normungsstrategie  sowie die Zielsetzungen und Vorgehensweisen der aktiven Mitwirkung der DGQ.

Abschließend berichtete er über Neuigkeiten und Mitwirkungsergebnisse bei der internationalen Normungsarbeit, insbesondere zu

- DIN EN ISO 9001 und 14001
- DIN EN ISO 19001
- DIN EN ISO 17000 - Reihe / CASCO Toolbox
- ISO 10000 - Reihe (in Überarbeitung)
- Review High Level Structure der ISO für Managementsystemnormen

Weitere Informationen unter: 
https://www.dgq.de/aktuelles/news/aktuelles-normung-jahreswechsel/

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Bedürfnisse, Erleben und Akzeptanz in der mensch-zentrierten Entwicklung nachhaltiger Produkte und Services - Bericht

Die Zeiten sind so, dass wir in unserem Arbeitskreis SQP, ja im ganzen Bereichsnetzwerk TOP, immer wieder und immer mehr über Nachhaltigkeit, die Aufgabe des Ingenieures dabei in seiner technischen und ethischen Verantwortung sprechen müssen.

Das war auch das Credo des Vortrages am 11.03.2021 aus dem Bereich der Professur für Technisches Design der TU Dresden, gehalten für uns, online aus seinem Büro, von Dr. Christian Wölfel (tu-dresden.de/design).

Aspekte der Nachhaltigkeit werden im Design diskutiert seit die Disziplin sich entwickelt. Ökologische, soziale und Aspekte spielen in der Designforschung und ‑ausbildung schon traditionell eine große Rolle. In der Praxis der Produktentwicklung (und entsprechend in den Lebenszyklen von Produkten und Services) kommen diese aber bislang zu wenig zum Tragen.

Während mit beispielsweise Cradle-2-Cradle nur bestimmte Zielgruppen erreicht werden, stellt die systematische Integration von Nachhaltigkeitskriterien in der „ganz normalen“ interdisziplinären Produktentwicklung oft eine nicht zu bewältigende Herausforderung für Produktentwickler*innen und Organisationen dar.

Der Vortrag von Dr.Wölfel spannte einen Bogen von Nachhaltigkeitsaspekten als Motivation in den Anfängen der Designdisziplin über aktuelle Ansätze und Methoden in der Produktentwicklung hin zu modernen erlebensorientierten Designansätzen, die eine breitere Akzeptanz nachhaltiger(er) Produkte und Services versprechen.

Die Ankündigung, dieser Vortrag sei besonders geeignet für Produktentwickler und -konstrukteure, Projektmanager und für alle in der Industrie, denen Nachhaltigkeit am Herzen liegt, hat der Referent beeindruckend erfüllt, was auch die Feedbacks unmittelbar danach anzeigten. Zu beindrucken war auch Ziel der Veranstaltung, denn uns geht es um die Veränderung der Denk- und Handlungsweisen.

Unwiederbringliche Ressourcenverschwendung und Klimawandel verlangen nach im Überschwange unendlichen Wirtschaft- und Konsumwachstums der vergangenen Jahrzehnte wieder nach Tugenden der „alten Schule“ wie Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, hoher Gebrauchswert durch einfache Bedienbarkeit, funktionale Reduktion auf das Wesentliche, ästhetische Qualität in Vorbeugung modischer Alterungseffekte was schon mal die Denklinie der Werkbündler, Bauhäusler sowie der von der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der Leute des VEB Designprojekt Dresden und der an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle auf der war. Deren Arbeiten kann man sich im Internet ansehen.

Unwiederbringliche Ressourcenverschwendung und Klimawandel verlangen nach
im Überschwange unendlichen Wirtschaft- und Konsumwachstums der vergangenen Jahrzehnte wieder nach Tugenden der „alten Schule“ wie Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, hoher Gebrauchswert durch einfache Bedienbarkeit, funktionale Reduktion auf das Wesentliche, ästhetische Qualität in Vorbeugung modischer Alterungseffekte was schon mal die Denklinie der Werkbündler, Bauhäusler sowie der von der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der Leute des VEB Designprojekt Dresden und der an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle auf der war. Deren Arbeiten kann man sich im Internet ansehen.

Unwiederbringliche Ressourcenverschwendung und Klimawandel verlangen nach
im Überschwange unendlichen Wirtschaft- und Konsumwachstums der vergangenen Jahrzehnte wieder nach Tugenden der „alten Schule“ wie Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, hoher Gebrauchswert durch einfache Bedienbarkeit, funktionale Reduktion auf das Wesentliche, ästhetische Qualität in Vorbeugung modischer Alterungseffekte was schon mal die Denklinie der Werkbündler, Bauhäusler sowie der von der Hochschule für Gestaltung in Ulm, der Leute des VEB Designprojekt Dresden und der an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle auf der war. Deren Arbeiten kann man sich im Internet ansehen.

Wenn wir unser Lebensniveau beibehalten wollen bei einen persönlichen CO2-Verbrauchsziel von 2 t/a für alle auf der Erde, dann fallen aus solche Wortkombinationen wie „freiwillige Einfachheit“ und „sparsame Schönheit“.
Dabei spielen Standardisierung, Modularität, Austauschbau, 100%-Recyclingfähigkeit eine zunehmend unverzichtbare Rolle. Dass das nicht an den Industrie-Designern vorbeigeht, hat auch Christian Wölfel in seinem Vortag mit Verweisen auf „Cradle to Cradle“ und den Bezug auf die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele gezeigt.

Aktuell finden wir neues Denken und Leitlinien für nachhaltiges, bedarfsgerechtes Design, was integraler Bestandteil jedes Produktentwicklungsprojektes sein sollte, national und vor allem international an den zahlreichen Hochschulen in Forschung und Lehre, aber auch bei Verbänden und Organisationen wie dem Verband Deutscher Industriedesigner (VDID, https://www.vdid.de/index.php).

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Die Agenda 2030 und ihre Ziele

17 SDGs der UN sollen zur notwendigen “Transformation unserer Welt“ führen

Im Zusammenhang mit extremen Symptomen des Klimawandels hatten wir bereits in Kooperation mit den „Scientists for Future“ und der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) den Qualitätsbegriff als Teil der Sustainable Development Goals (SDG) in unseren AK-Veranstaltungen zum Gegenstand.
In einer Online-Veranstaltung am 11.02.2021 erfuhren wir nun von Frau Prof. Dr. Gudrun Kammasch, durch ihren anschaulichen, tiefgründigen und aus gegebenen Anlass auch eindringlichen Vortrag einiges über die Intentionen, die Geschichte, die Hintergründe, den Inhalt, die formulierten Ziele sowie die mit den SDG’s dann 2030 global zu erwartenden Ergebnissen. Die Referentin ist Professorin der Beuth Hochschule für Technik Berlin, Mitglied der Deutschen UNESCO Kommission und Vorsitzende des „Berliner Komitees für UNESCO-Arbeit“ und international engagiert in der Ingenieurbildung.

2015 von der Generalversammlung der UN (Staats- und Regierungschefs bzw. Hohe Vertreter von 193 Staaten) verabschiedet, sind die 17 SDG‘s inzwischen in der Öffentlichkeit angekommen. In der Diskussion wurde die Hoffnung geäußert, dass der UNO und ihren oft weitreichenden gesellschaftprogressiven Beschlüssen mehr Anerkennung, Respekt und Umsetzungswille entgegengebracht wird - namentlich durch die G7.
Wenn wir heute von Nachhaltigkeit sprechen, meinen wir nicht mehr nur die forstwirtschaftliche Definition des Hans Carl von Carlowitz von 1713. Nachhaltigkeit ist inzwischen als gesamtgesellschaftliches Ziel mit aktuellem Anspruch in den 17 SDG’s verankert. Diese sind sozusagen eine To-do-Liste mit insgesamt 169 Wünschen für eine auch künftige lebensmögliche Welt.
Ausgehend von den Prinzipien der UN-Gründung 1945 über den Bericht des Club of Rome 1972 zu den „Grenzen des Wachstums“ und die von Kofi Annan 2000 verkündeten Milleniumsentwicklungsziele bis 2015 fokussiert die Agenda 2030 auf eine weltweite Zusammenführung von Entwicklung und Nachhaltigkeit: Beseitigung von Hunger, hochwertige Bildung und Erhalt des Ökosystems Erde sowie resiliente Infrastrukturen und nachhaltiges Wirtschaften in friedlichen Gesellschaften.

Link: Nachhaltigkeits-Resolution, -Strategien und Literatur

Die Umsetzung ist umstritten, gerade wegen solcher Inhalte wie Finanzierung, Technologieänderung und -zugang, Capacity Building, fairer Handel, Kohärenz, globale gleichberechtigte Multi-Akteur-Partnerschaften, Besitz von und Transparenz bei Daten, Umsetzungsüberwachung, Rechenschaftspflicht, weil diese Ziele den aktuellen Unternehmens- und auch Staats-Paradigmen wie Konkurrenzkampf, Geld-, Profit- und Machtgier zuwiderlaufen.

Aktuelle Beispiele belegen, dass es noch nicht so läuft wie gewünscht. So zeigt eine aktuelle Analyse der EU  wie Unternehmen bezüglich Nachhaltigkeit tricksen: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_21_269
Das Bonner Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene meint z.B., dass der Entwurf des deutschen Lieferkettengesetzes vom 12.02.2021 hinter den schon bestehenden UN-Leitlinien zurück bleibt:https://www.suedwind-institut.de/aktuelles/pressemitteilung-nach-einigung-um-ein-lieferkettengesetz-der-kompromiss-schafft-recht-aber-keine-gerechtigkeit.html

Praktisch hilfreich sind die Ansätze und konkreten Handlungsvorschläge in der DIN EN ISO 26000:2020 „Gesellschaftliche Verantwortung“. Was können wir tun für die Verwirklichung dieser letztlich menschexistentiellen 17 Ziele? Sechs Jahre sind seit ihrer Verkündung nun schon vergangen. Zu viele wissen noch zu wenig über sie. In der Diskussion wurde dafür das Counter-Current Principle, das Gegenstrom-Prinzip, von persönlichem/bürgerlichen Engagement und Regierungshandeln als erfolgversprechend genannt. Also können erst einmal wir, alle Menschen, selbst etwas tun, damit diese SDG’s eine Realisierungschance haben. Wir als Privatperson, als Bürgerin und Bürger, im Arbeitsbereich und im öffentlichen Raum sollten diese Ziele kennen, danach leben und sie weitertragen, also Beispiel geben.

Gerade auch die Ingenieur*innen sollten in ihren Arbeitsbereichen darauf hinwirken, dass diese SDG’s (Es müssen nicht gleich alle sein, und für alle Organisationen treffen auch nicht alle zu.) in Managementsysteme Eingang finden, Compliancebestandteil sind und wahrhaft gelebt/angewendet werden. Dann erwarten wir aber, dass sich Politiker, die Administrationen, das Wirtschaftsestablishment damit beschäftigen, die Bedeutung erkennen und danach handeln. Im September 2021 sind Bundestagswahlen in Deutschland. Schauen wir uns die Wahlprogramme der Parteien diesbezüglich kritisch an. Die Bedeutung der 17 SDGs geht weit über Parteigrenzen hinaus, suchen wir das Gespräch mit unseren Politikerinnen und Politikern, mit Entscheidungsträgern.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleiter

Reperaturkultur stärken

Langlebige und reparaturfreundliche Erzeugnisse - ein Beitrag für Ressourceneffizienz und Klimaschutz

 

Über 30 Interessierte ließen sich am 28.01.2021 in einer gemeinsamen Online-Veranstaltung der Arbeitskreise „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ und „Umwelttechnik“ im VDI-Bezirksverein Berlin/Brandenburg mit dem Regionalkreis Berlin der Deutschen Gesellschaft für Qualität sowie dem Verein „MURKS? NEIN DANKE! e.V.“ vom Vorstand des BerlinRepair Teams, Dipl.-Betr. (FH), Stefan Schridde informieren,  was es mit BerlinRepair (https://berlinrepair.org/) auf sich hat.

Es geht um Ressourcenschonung und Umweltschutz durch Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebrauchsgegenständen, namentlich weiße Ware, weitere Haushaltsgeräte, IuK-Technik und Fahrzeuge, durch Instandsetzung, also Reparatur und auch Modernisierung, technische Ergänzung unter Anleitung von nachweislich (zertifiziert) sachkundigen, erfahrenen Menschen.

Laut Eurobarometer würden 77% der EU-Bürger ihre Geräte lieber reparieren als sie zu ersetzen und 79% sind der Meinung, dass Hersteller verpflichtet werden sollten, die Reparatur digitaler Geräte zu erleichtern oder Einzelteile zu ersetzen.
Was kann/muss im urbanen Raum geschehen, damit die Reparierbarkeit gefördert wird? Welchen Beitrag leisten Ingenieur*innen für die Reparierbarkeit von Produkten?

Das können verschiedenste Einrichtungen sein, wie gemeinsames Reparieren in sog. RepairCafés, in (Hoch-)Schulen, in Wohngebieten (z.B. beim Quartiersmanagement) sowie auch in professionellen, kommerziellen Werkstätten oder direkt (wenn es richtig kompliziert wird und nur Zugelassene das dürfen), in Handwerksbetrieben. Das Initiieren und Fördern so einer Reparaturkultur ist ein Nachhaltigkeitstreiber. Reparaturfähigkeit/-freundlichkeit für nachhaltige Nutzung sollten wir als den Produkten inhärente Qualitätsmerkmale ansehen, ja von vorn herein festlegen.

Der Binnenmarkt-Ausschuss des EU-Parlaments vom 27.10.2020:
https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20201024IPR90101/eu-verbraucher-brauchen-recht-auf-reparatur-und-mehr-produktsicherheit

und das Europäische Parlament am 25.11.2020: 
https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20201120IPR92118/parliament-wants-to-grant-eu-consumers-a-right-to-repair

sandten dazu klare Botschaften aus:

Eine harmonisierte obligatorische Kennzeichnung mit Angaben zur Haltbarkeit und der Kampf gegen vorzeitiges Veralten auf EU-Ebene sind der Weg in die Zukunft.

Indem sie die Erkenntnisse der Reparateure aufnehmen, ist es die Aufgabe der Ingenieure und Wissenschaftler in den FuE- und Konstruktionsbereichen der Hersteller, reparaturfreundliche Produkte sowie die für die Reparatur erforderliche Teile und Baugruppe in ausreichender Menge herzustellen, lange nach der letzten Produktion noch bereitzuhalten und ihre unkomplizierte Beschaffung sicherzustellen.

Für diese notwendige und ehrenwerte Aufgabe, der sich das BerlinRepair Team stellt, werden weitere Unterstützer gesucht.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleitung

Breitbandausbau

Unabdingbar für Automatisierung, Digitalisierung und Systemoptimierung

Gerade die Coronakrise zeigt uns wie wichtig es ist, leistungsfähige Breitbandnetze für den IuK-Verkehr zu haben, wenn wir unsere Wirtschaft und unsere sozialen Beziehungen auch ohne persönliche Kontakte aufrechterhalten wollen. Aber gerade die Brandenburger merken, dass dazu noch Vieles nicht auf dem jetzt gewünschten bzw. geforderten Anspruchsniveau ist.

Daher passte es jetzt sehr gut, dass es uns gelungen war, Herrn Dipl.-Ing. Christian Zieske von der atene KOM GmbH zu gewinnen, der auf unserer ersten Veranstaltung des Jahres am 19.01.2021 – online - einen akzentuierten, anschaulichen Vortrag über die Gesamtproblematik hielt.

Herr Zieske ist Architekt und Regionalplaner. Er arbeitet seit mehreren Jahren in den Bereichen EU- und Beihilfeprojekte, Breitband, Smart Region und 5G bei der atene KOM GmbH.

Die atene KOM GmbH aus Berlin begleitet den öffentlichen Sektor bei der Projekt-entwicklung in den Bereichen Digitalisierung, Energie, Mobilität, Gesundheit und Bildung. Mit rund 350 Mitarbeiter*innen und dem Hauptsitz in Berlin sowie sieben Regionalbüros und zwei europäischen Büros ist die atene KOM GmbH prädestiniert für umfassende, informative und instruktive Fachinformationen.

Überdies fungiert die atene KOM GmbH als Projektträger des Bundesförder-programms Breitband für das zuständige Bundesverkehrsministerium.

Wie der Breitbandausbau technologieneutral, schnell, effizient, transparent, finanziell, technisch hochwertig und zukunftssicher abläuft bzw. ablaufen sollte, darüber sprach Herr Zieske verständlich und auch detailliert. Fazit:

Deutschland benötigt und unternimmt große Schritte in Richtung Gigabitgesellschaft - insbesondere mit dem Ausbau einer flächendeckenden, breitbandigen Vernetzung. Ob ohne oder mit Förderung, ob terrestrisch über Glasfaser oder durch die Luft mit 5G - zunehmende Digitalisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche erfordert neue Kommunikations-technologie. Dabei reguliert der Staat nicht nur, sondern unterstützt auch den Ausbau.

In unserem föderalen System sind die kommunale Selbstverwaltung und die Landeshoheit z. B. beim Bauen, beim Haushalt und in der Kultur zu beachten, aber auch die Bundeshoheit bei der Abstimmung mit den Nachbarstaaten sowie unsere Übereinkünfte in der EU zum Thema Beihilfe. Zugleich nutzt der Bund die Richtlinienhoheit und Erlöse aus den Frequenzversteigerungen für die Förderung zusammen mit Ländern und Kommunen.

Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleitung

Zeitgemäße technische Dokumentation

- nutzerfreundlich, rechtssicher und wirtschaftlich erstellen

 

Am 26.11.2020 gaben Dr. Volkmar Helbig, Inhaber Ingenieurbüro Dr. Helbig sowie Daniel Frobel, Abteilungsleiter und Technischer Redakteur IDEM Doku GmbH in einer Online-Vortragsveranstaltung mit anschließender Diskussion kompetente Informationen und erläuterten ihre Standpunkte, Erfahrungen sowie Empfehlungen

  • zur Notwendigkeit technischer Dokumentation auch in der „digitalen Welt“ 
  • zum EU-Konformitätsprozess in der Normung von Inhalt und Gestaltung
  •  zu den Anforderungen an die interne und externe technische Dokumentationen
  • zu inhaltlichen und formalen Sicherheitsanforderungen an solche Dokumentationen, abgeleitet aus Zielgruppenanalyse und Risikobeurteilung
  • zum Inhalt und zur Gestaltung einer Betriebsanleitung  nach den aktuellen Normen ICE/IEEE 82079-1 und DIN EN ISO 20607
  • zur Auswahl und Nutzung von Redaktionstools (Word, FrameMaker/InDesign, CMS)
  • zur Art der Publikation von Anleitungen als PDF und HTML.

Ausgangspunkt ihrer Ausführungen war, dass es in den Unternehmen die Erkenntnis geben muss, dass das Produkt nur mit der Dokumentation komplett ist und man sich dahingehend keine Nachlässigkeiten erlauben dürfe (siehe Bild). Produkte und Leistungen bedürfen vom Konzipieren (der Invention) an bis hin zur Distribution, einschließlich der Entsorgung, des Recyclings eindeutiger Informationen/ Handlungsanleitungen an alle diejenigen, die auf seinem Lebensweg damit zu tun haben. 
Dazu hat die EU Vorgaben mit Gesetzeskraft verabschiedet (z. B. Maschinenrichtlinie), die in nationales Recht überführt werden mussten (z. B. Produkthaftungsgesetz). Internationale Normen repräsentieren den Stand der Technik. Speziell die veröffentlichten harmonisierten Normen unterstützen die Unternehmen bei der Umsetzung der Anforderungen für das Anbringen des CE-Zeichens, indem sie eine Konformitätsvermutung begründen. Mit technischen Dokumentationen werden also auch Risiken mit der Zielstellung ihrer Minimierung beschrieben (siehe dazu DIN EN ISO 12100).

Die Referenten stellten die große Bedeutung sicherheitsbezogener Informationen in diesen Dokumentationen nach den aktualisierten Normen IEC/IEEE 82079-1:2019 und DIN EN ISO 2067:2019 heraus und gaben Hinweise für deren praktische Umsetzung.
Es gibt Dokumentationsbestandteile, die sind öffentlich für Kaufleute und Anwender zugänglich und es gibt die größere Gruppe der nichtöffentlichen Dokumentationen für Hersteller, Einkäufer, Instandhalter usw. Wie so etwas konkret und verständlich unter Einbeziehung entsprechender Software aussieht und optimal angewendet werden kann, demonstrierte Herr Frobel. Dabei wurden die Grenzen von Word für umfangreiche Dokumentationen mit Bildern aufgezeigt. Ähnlich sieht es bei den freien Office-Paketen wie „Apache OpenOffice“ und „Libre Office“ aus. Als leistungsfähigere Redaktionsumgebungen für technische Dokumentation bieten sich insbesondere Adobe FrameMaker und InDesign an. 

Für umfangreiche Dokumentationen mit allgemein vielfältiger Wiederholungen sowie für Produkte hoher Variantenvielfalt ist der Einsatz von datenbankgestützten Content-Management-Systemen (CMS) ein unbedingtes Muss. Durch einmalige Speicherung der Informationen ist deren Konsistenz gerade bei kollaborativer Arbeitsweise sichergestellt. Ein CMS ist die Basis für einen wirtschaftlichen Dokumentationsprozess von der Erstellung, über die Pflege und Übersetzung bis hin zur Publikation.
Hinsichtlich der Publikation von technischen Dokumentationen wurden PDF und HTML 5 mit ihren jeweiligen Vorteilen und Grenzen gegenübergestellt.

Die Referenten stehen für Fragen und weitergehende Informationen zur Verfügung.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleitung

 

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Klima, Qualität und Business

Gemeinsame Online-Veranstaltung mit dem Regionalkreis Berlin der Deutschen Gesellschaft für Qualität und dem Verein „Murks? Nein Danke!“ am 03. November 2020

Die aktuelle Klima-Diskussion lässt leicht vergessen, dass, wer umfassend verantwortlich gegenüber der Natur und Gesellschaft handeln will, sich mit weitaus mehr befassen muss, als mit Maßnahmen zum Klimaschutz. Die Vereinten Nationen (UN) haben nämlich noch 16 weitere Ziele für die nachhaltige Entwicklung (englisch Sustainable Development Goals) formuliert. Es sind politische Zielsetzungen, die weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen.

Aber was steckt hinter diesen Zielen? Wie weit sind sie in den relevanten Management-standards bereits enthalten? Wie sind sie in deutschen Unternehmen schon implementiert?

Stefan Schridde und Wolfgang Schlenzig in zwei Kurzvorträgen hierzu inhaltsreiche Impulse:

Schridde, Vorstand des Vereins „Murks? Nein Danke!“, erläuterte anhand von plakativen Charts unter dem Titel „Klima-Diskussion - Warum es für uns zu spät ist, erst morgen zu starten“ eindrucksvoll, warum es für uns zu spät ist, in der Klima-Diskussion erst morgen zu starten. Gestern, nein Vorgestern hätten wir uns auf den Weg machen müssen. In der nach den Impulsvorträgen sich ergebenden Diskussion äußerten dementsprechend mehrere Teilnehmer/Innen entsprechend tief beeindruckt und beunruhigt.

Schlenzig, Leiter des VDI-Arbeitskreises BB SQP und langjähriges DGQ-Mitglied, präsentierte, seine Vorstellungen zur Unternehmenskultur und wie die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen bereits in den Regelwerken ISO 9001, 9004, 14001, 45001 und vor allem dem Entwurf der ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ angesprochen werden. Auch das neue EFQM-Model 2020 fehlte nicht. Und zwei Firmen-Beispiele rundeten diese beeindruckende Fleißarbeit ab.

Die folgende, engagiert geführte Diskussion, sowohl unter den Teilnehmer/Innen, als auch mit den Impulsgebern zeigte, wie wichtig und umfassend die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen ist. Neben der Befriedigung von Kundenwünschen durch innovative Produkte und Dienstleistungen, sind Engagement am Standort des Unternehmens, Aufklärung von Öffentlichkeit und Politik, Verteidigung der Sozialen Marktwirtschaft und Beachtung des Umweltschutzes bei allen Entscheidungen gefordert. Wenn sich auch viele Unternehmen auf dem Weg hierzu fühlen, waren sich die Teilnehmer/Innen einig, dass noch viel zu tun ist.

Die Kooperationspartner VDI BB SQP und DGQ RK Berlin werden diesen Themenkomplex weiter verfolgen. Alle Folien zu den Impulsvorträgen finden Sie unter DGQplus.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
AK-Leitung

Ein Element der Qualitätsinfrastruktur in Deutschland

In einer gemeinsamen, vom DGQ-Regionalkreis Berlin organisierten, Online-Veranstaltung erfuhren am 30.09.2020 die Teilnehmer durch die Referentinnen:

- Frau Beate Kulessa, Begutachterin der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS)    
- Frau Magda Kemper, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) Berlin

im ersten Abschnitt die Bedeutung und den Mehrwert einer Akkreditierung, die europäische und internationale Anerkennung der Konformitätsergebnisse und die Bedeutung der Norm DIN EN ISOIEC 17025:2018 für Laboratorien. Im zweiten Abschnitt wurden die Umsetzung spezifischer Normenpunkte als auch die Bezüge zur DIN EN ISO 9001:2015 dargestellt. Der strukturierte Akkreditierungsprozess wurde im prozeduralen Ablauf am Ende erläutert.

In Deutschland ist seit dem 01.01.2010 die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) für die Akkreditierung von Konformitätsbewertungsstellen (z.B. Prüflaboratorien, Kalibrierlaboratorien, Inspektionsstellen) zuständig. Die Errichtung der nationalen Akkreditierungsstelle erfolgte gemäß Verordnung (EG) Nr. 765/2008 und dem deutschen Akkreditierungsstellengesetzes.

Frau Kemper erläuterte die Grundlagen der Akkreditierung allgemein, die Anerkennung der Konformitätsbewertungsergebnisse international und europäisch und den Mehrwert für akkreditierte Laboratorien. Spezielle spezifische Normpunkte im Vergleich zur vorangegangenen Norm wurden vorgestellt. Schwerpunkte bildeten: Entscheidungsregeln, messtechnische Rückführung mit seinen Elementen, Aufstellung einer Messunsicherheitsbilanz zur Angabe einer Messunsicherheit für den gemessenen Messwert als auch die Bedeutung der Kompetenz und des Informationsmanagements.

Im zweiten Vortragsteil ging Frau Kulessa auf die konkrete Umsetzung in den Laboratorien ein. Die erste Hürde für Laboratorien liegt in der Bestimmung des Scops. Der Scope bildet die Messmöglichkeiten in den Laboratorien ab. Die Messmittel, Messverfahren(-prozesse) und Rückführbarkeit der Messergebnisse werden daraus abgeleitet. Weiterhin wurde auf die Lenkung dokumentierter Informationen eingegangen, die Bedeutung der Kompetenz und die praktische Erfahrung als auch die Bedeutung von kontinuierlichen Schulungsmaßnahmen wurden dargelegt.

Frau Kulessa hat den Bezug zur DIN EN ISO 9001:2015 hergestellt (siehe Bild):

Eigentlich ist die DIN EN ISO/IEC 17025:2018 keine Managementsystemnorm aber beinhaltet Grundlagen für das Managementsystem eines Laboratoriums, stellt aber hinsichtlich spezieller Ressourcen, des erforderlichen Know-hows, der Vertrauenswürdigkeit, der Messverfahren, deren metrologischen Rückführung sowie der Dokumentation und des Informationsmanagements zusätzliche spezielle Anforderungen.

Die Übergangsfrist für die Implementierung der Norm DIN EN ISOIEC 17025:2018 für die Aufrechterhaltung der Akkreditierung wurde wegen CORONA verlängert vom 30.11.2020 auf den 01.06.2021.

Die Qualitätsinfrastruktur in Deutschland besteht aus den Elementen: Metrologie (dem Messwesen), Normung, Akkreditierung, Konformitätsbewertung und Marktüberwachung. Somit ist die Akkreditierung ein Element der nationalen Qualitätsinfrastruktur.

Info zum Thema über den Vortragsinhalt hinaus: Für eine Reihe vornehmlich regional agierender kleinerer Labore könnte der weniger aufwendige „Kompetenznachweis und die Notifizierung von Prüflaboratorien und Messstellen im gesetzlich geregelten Umweltbereich“ durch die deutschen Bundesländer sowie von Fachverbänden, der auch von weiteren anerkannt wird, ausreichend sein.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
AK-Leitung

Bericht zur Veranstaltung des AK SQP

Qualität neu definiert

In einer gemeinsamen vom DGQ-Regionalkreis Berlin und dem VDI-Arbeitskreis SQP organisierten Online-Veranstaltung, hörten am 15.09.2020 die Teilnehmer die Analysen und Vorstellungen von Herr Jörg Roggensack, JR Management Services & Qualifizierung Managementberater (Trainer, Assessor, Auditor, autorisierter Berater Offensive Mittelstand) und diskutierten anschließend angeregt.

Herr Roggensack erläuterte den Ehrbaren Kaufmann am Beispiel der Hamburger Reeder von 1537, um darüber die aus seiner Sicht aktuellen Anforderungen und wie es diesbezüglich im aktuellen Unternehmer- und Managertum damit bestellt ist zu beschreiben.

Nach Roggensack ist das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns für die Gegenwart von außerordentlicher Wichtigkeit. Es sollte Unternehmern und Managern bewusst machen, dass verantwortungsvolles Verhalten die Grundlage für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und für den sozialen Frieden in der Gesellschaft darstellt. Ein „moderner“ Ehrbarer Kaufmann hat ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein auf der Unternehmens- und Gesellschaftsebene. Dazu gehören das faire Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern, die er nach tugendhaften Grundsätzen behandelt mit dem Ziel, langfristige Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. Die gesellschaftliche Verantwortung drückt sich aus durch Befriedigung von Kundenwünschen durch innovative Produkte und Dienstleistungen, Engagement am Standort des Unternehmens, Aufklärung von Öffentlichkeit und Politik, Verteidigung der Sozialen Marktwirtschaft und Beachtung des Umweltschutzes bei allen Entscheidungen.

Der Autor in WIKIPEDIA meint, die Bezeichnung Ehrbarer Kaufmann beschreibt das historisch in Europa gewachsene Leitbild für verantwortliche Teilnehmer am Wirtschaftsleben. Es steht für ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für das eigene Unternehmen, für die Gesellschaft und für die Umwelt. Ein Ehrbarer Kaufmann stützt sein Verhalten auf Tugenden, die den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zum Ziel haben, ohne den Interessen der Gesellschaft entgegenzustehen. Er wirtschaftet nachhaltig.

Beide Definitionen entsprechen auch den im EFQM-Modell 2020 und im Entwurf der ISO 26000 von 2020 formulierten Ansprüchen, Aufgaben und Verhaltensweisen.

Sowohl Herr Roggensack als auch die Diskutanten stimmten darin überein, dass eine große Mehrheit der QM-Berater und der Führungen der KMU mit denen sie zu tun haben, sich Mühen oder gar den formulierten Ansprüchen an einen Ehrbaren Kaufmann sehr nahe kommen. Aber generell zeigte die Diskussion, dass Konkurrenzkampf, Macht- und Profitgier kein guter Nährboden für den Ehrbaren Kaufmann sind. Eigentlich kann sich ein solcher in unserer aktuellen globalen Wirtschaft nicht halten. Beispiele wie der Abgasskandal der Autoindustrie, die Praxis der Banken, die FIFA und ganz aktuell Wirecard und die Fleischverarbeitungsindustrie machen das deutlich. Somit bleibt der Ehrbaren Kaufmann eine eher seltene, schützensnotwendige Spezies in der Nische.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, Arbeitskreisleiter

Bericht über die Online-Veranstaltung

Open Source Hardware (OSH) - Konkretisierung in der Anwendung

Am 29.07.2020 hielt Martin Häuer, Projektmanager bei der gemeinnützigen Open Source Ecology Germany e.V. (OSEG) in einer online-Veranstaltung des AK SQP im VDI-BB-Bereichsfachnetzwerk TOP einen sehr informativen, inhaltlich dreigeteilten Vortrag über Stand und Entwicklungen des Themas, der auch rege diskutiert wurde (Siehe: https://cloud.opensourceecology.de/s/FYwwZnW4q9XG5SL).

Zuerst informierte Herr Häuer über die Open Source Hardware Idee und Community am Beispiel des praktischen Vorgehens beim Open Source Projekt zur Entwicklung, Produktion (3 D-Drucker) und Vertrieb von Beatmungsgeräten.

Dann gab er Erläuterungen für alle kostenlos herunterladbaren universellen Standards:    

- DIN SPEC 3105-01 „Open Source Hardware - Anforderungen an die technische Dokumentation“. In ihr geht es um die Vollständigkeit, Lizenzierung, Verfügbarkeit und Prüfung       der Dokumentation für das Produkt, deren Qualitätssicherung sowie um die Brücke zu weiterer Forschung und Produktion als auch um die Maschinenlesbarkeit der Dokumentation, eben um die Art ihrer Offenheit.

- DIN SPEC 3105-02 „Open Source Hardware – Community-basierte Bewertung“

Diese Norm kommt um etwas Bewertungsbürokratie (Konformitätsbewertungs-

stelle) nicht herum. Was da gebaut werden kann, muss hinsichtlich Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen von Fachleuten überprüft und von hoher Akzeptanz sein.

Spannend wurde es im 3. Teil seiner Ausführungen, wo es um die Ablage der Dokumentationen für die weltweite uneingeschränkte Nutzung ging. Martin Häuer befasste sich mit der Arbeit an einer Meta-Daten-Wissens-Datenbank, die die Quellen aller verfügbaren dokumentierten Informationen zu allen frei verfügbaren, eben „open source“ Modulen und Geräten aufnehmen soll. Diese sollen dann weltweit alle Menschen mit entsprechendem Know-how und Equipment für die freie weitere Vervielfältigung und Distribution dieser oder modifizierter Module oder Geräte verwenden können. Hier sind noch einige Datenbankkonstruktionen im Gespräch. Protegiert wird WIKIBASE.

Abgelegt werden vorerst nur die Metadaten, also wo man was zu den OSH-Produkten finden kann. Eventuell wird es künftig Ziel werden, die komplette Dokumentation über die Datenbank bereitzustellen.

Ein Punkt in der Diskussion war: Kann der Open-Source-Hardware-Ansatz, können Open-Source-Hardware-Projekte auch bei der Entwicklung kooperativer, solidarischer, regionaler Wirtschaftsorganisationsformen beim aktuellen Modellprojekt „Strukturwandel Lausitz“ eine Rolle spielen? Wie ist so eine regional begrenzte Umsetzung, des eigentlich global, offen Gedachten möglich? Kann man Open Source begrenzt anwenden, etwa mit dem Gestaltungsansatz für virtuelle Organisationen?

Ihre Meinung und Erfahrung ist gefragt. Geben Sie den Open Hardware-Aktivisten Feedback.

Mail to:  martin.haeuer@ose-germany.de

Weitere Infos finden Sie in unserem Bericht zur OSH-Veranstaltung vom 11.02.2020.

Es geht nicht nur um das Klima, sondern um unsere künftige Lebensorganisation

Scientists for Future - Wissenschaftler an der Seite der Jugend von „Fridays for Future“

 „Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.“ schrieben die Scientists for Future vor einem guten Jahr in ihrer ersten Stellungnahme. Die Art und Weise wie wir aktuell auf der Erde Wirtschaften und Leben hat komplexe, existentielle Auswirkungen auf die Generationen unserer Kinder und Enkel, ja auf die Existenz der Spezies Mensch als Ganzes. Technische Lösungen sind nötig und wichtig. Aber den Ingenieur*innen muss bewusst sein, dass Technik allein nicht „die Welt rettet“, sondern noch mehr von sozialen Innovationen und politischen Entscheidungen abhängt.

Es gibt eigentlich keine Erkenntnisprobleme mehr, sondern eher ein Umsetzungsproblem.

Das machte Dr. Gregor Hagedorn, Biologe und Informatiker, Wissenschaftler an einer Berliner Forschungseinrichtung, Initiator von Scientists for Future, in seinem ambitionierten Vortrag in der Online-Veranstaltung des VDI-BB-AK „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ am 09.07.2020 überzeugend deutlich, an der 24 Interessierte teilnahmen.

Wir brauchen alles: Energiewende und Verkehrswende und Agrarwende und Konsumwende und Finanzwende und… Auf allen Gebieten sollten die Regler auf Anschlag stehen. Jedes Zögern verkürzt die Reaktionszeit bringt die Gefahr von Irreversibilitäten (Kipppunkte!), jenseits derer es kein Zurück zum Besseren mehr gibt. https://de.wikipedia.org/wiki/Kippelemente_im_Erdklimasystem

Die Angst vor Überbevölkerung ist nicht das Problem, denn mit steigender Bildung und Wohlstand sinken die Geburtenraten drastisch. Energetisch und ressourcenseitig wird uns aber allen letztlich nichts anderes übrig bleiben, als zurückzustecken. Das gilt auch für Klimaschädigung und Ressourcenverschwendung durch Militärausgaben und bewaffnete Konflikte, was wir stärker thematisieren sollten. Statt „höher, schneller, weiter“ ist ein anderes Wachstum das neue Ziel. Sonst kann es passieren, dass die Menge der vor uns hergeschobenen, nicht gelösten Umweltprobleme unsere Zivilisation überwältigen wird.

Scientists for Future freut sich über weitere Mitwirkende, weitere Unterstützer*innen.

Kontakt zur Regionalgruppe Berlin/Brandenburg: https://www.scientists4future.org/mitmachen/regionalgruppen/regionalgruppe-berlin-brandenburg/
Scientists for Future ist auch auf TWITTER: https://twitter.com/sciforfuture/

Wir bleiben mit Dr. Hagedorn in Kontakt und werden in ca. zwei  Jahren in einer weiteren Veranstaltung mit ihm das Delta zu 2020 konstatieren und bewerten.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig, Arbeitskreisleiter

Bericht über die Veranstaltung zum Toleranzmanagement

Fertigungskostensenkung durch softwaregestützte Toleranzmodellierung

Eigentlich war diese Veranstaltung für den 23.04.2020 in den Räumen der TU-Berlin geplant. Aber CORONA hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Deshalb war es uns eine große Freude, dass es gelang, mit dem Referenten, Herrn Florian Weidenhiller und der Firma EnginSoft / TTC3 GmbH, bei der er tätig ist, über eine online-Veranstaltung auf der Go2meeting-Plattform, dieses Thema doch noch zeitnah zu den berlin-/brandenburgischen Ingenieuren zu bringen. 29 Menschen nahmen daran teil.

Es ging darum, am Beispiel des vergleichsweise noch einfachen Produktes „Schaltschloss“ instruktiv zu demonstrieren, wie man mittels der Softwaretools CETOL 6 s und modeFRONTIER eine Toleranzoptimierung mit dem Ziel niedrigster Fertigungskosten zustande bekommt. Die Optimierung ist erst dann erfolgreich, wenn es gelungen ist, bei alle neuralgischen Maßen einen Cpk-Wert von 1,33 nachzuweisen.

Obwohl man am Ende „nur“ 9% Kostensenkung bei diesem Beispiel ermittelte, wirken die sich aber bei einer Schaltschloss-Großserienfertigung gewaltig aus. Ausgangspunkt ist aber immer erst mal Arbeit: Messen, Auswerten, Analysieren, Vergleichen.

Oftmals zeigt sich dabei, dass zwischen den Angaben/Forderungen auf der Zeichnung und den konkreten Fertigungsbedingungen eine Differenz besteht, die sich, wenn man stur nach Zeichnung arbeiten würde, Nachteile in den Herstellkosten als auch in der Funktionalität mit sich bringen würden. Genau das kann eben auf Basis von Messungen unter Nutzung der statistischen Versuchsplanung und anschließender Datenanalyse mittels dieser Softwaretools über Toleranzoptimierungsalgorithmen vermindert bis beseitigt werden.

Dabei kann es im Ergebnis zu Toleranzverengungen (=Fertigungskostensteigerungen) als auch Toleranzweitungen (= Fertigungskostensenkungen) kommen.

Fachfragen dazu können Sie stellen an fweidenhiller@ttc3.com.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Open-Source-Mentalität auf Produkte übertragen

Offene Hardware verbessert unser Leben und ermöglicht vernetzte Prozesskreisläufe der Circular Economy

Auf einer Veranstaltung der Arbeitskreise „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“(SQP) und „Entwicklung/Konstruktion“ am 11.02.2020 stellten vier Aktivisten der Open Source Ecology Germany e.V. (à https://opensourceecology.de/) Anliegen, Intention, Vision sowie Stand und Perspektiven zu für Open Source Hardware und Normungsaktivitäten dazu vor.

- Frau Amelie Leipprand, Innovationsabteilung bei DIN e.V.
gab einen Überblick über die Normung, ihre Bedeutung und was DIN SPEC sind.
https://www.din.de/de/ueber-normen-und-standards/basiswissen

- Herr Martin Häuer, Vorstandsmitglied bei Open Source Ecology Germany e.V. und Leiter des Normungsprojektes um DIN SPEC 3105 „Open Source Hardware“ 
erläuterte, dass der Sinn und Zweck des Normungsvorhabens in der Anleitung und Sicherung des kongruenten Denkens und Herangehens Vorgehens weltweit ist.
https://www.din.de/de/wdc-beuth:din21:305669958

- Sonika Gogineni, FhG-Berlin, Projektleiterin im PTZ
berichtete über ihre Beteiligung beim EU-Projekt „OPEN!Next“, wo es um die kolloborative Zusammenarbeit von Unternehmen geht, um effizienter und nachhaltiger Hardware zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Es gibt dazu Forschungs- und Praxispartner sowie schon 20 konkret mitwirkende Unternehmen. 
https://translate.google.com/translate?hl=de&sl=en&u=https://opennext.eu/&prev=search

- Florian Rabis, Vorstandsmitglied bei Open Source Ecology Germany e.V. 
erläuterte Intention, Vision zu Opern Hardware ausgehend von Open Source bei der Softwareentwicklung. Das ist aber nicht so richtig vergleichbar hinsichtlich Motivation und Anzahl der Produkte befand das Auditorium. Herr Rabis und Herr Häuer argumentierten, dass im Gegensatz zu den Nachteilen einer „geschlossener Technologieentwicklung“ wo Baupläne der Produkte bzw. des Programmcodes unter Verschluss gehalten werden, ebenso wie der Herstellungsprozess an sich, wo (Selbst-)reparierbarkeit stark eingeschränkt ist, firmenspezifische Inkompatibilität von Software und Ersatzteilen ertragen werden muss, wo konkurrierende Konstruktionen sinnvolle Verbesserungen und Produktkombinationen ausschließen, wo Abhängigkeit von betriebsinternem Know-How, Patenten und Copyright Innovationen und universelle Anwendung be- und verhindern, wo Mitsprache von externen Fachleuten bei der Produktentwicklung ungenutzt bleibt oder verhindert wird offene Hardware enorme Vorteile bietet.
https://blog.opensourceecology.de/de/2019/11/die-open-source-mentalitaet-auf-produkte-uebertragen/

Die DIN SPEC 3105-1 definiert klare Anforderungen an die technische Dokumentation für offene Hardware und wird im April 2020 offen und kostenlos zur Verfügung stehen. DIN SPEC 3105-2 beschreibt ein Peer-Review-basiertes Zertifizierungsverfahren dazu.

Daneben wird eine Richtlinie als ergänzende Hilfestellung und an der ersten Suchmaschine für Open Source Hardware, dem Open Source Hardware Observatory, oho.wiki erarbeitet.

Die Richtlinie dient u.a. der Klärung zentraler Rechtsfragen (Schutzrechte für geistiges Eigentum, Haftung etc.), sowie als Hilfestellung für Open-Source-basierte Geschäftsmodelle und für normgerechte, zeitgemäße Dokumentation (bspw. Nutzung maschinenlesbarer Stücklisten).

Schauen Sie sich das an. Geben Sie den Open Hardware-Aktivisten Feedback.
martin.haeuer@ose-germany.de

Die VDI Arbeitskreise bleiben weiter in Kontakt mit dem Open Source Ecology Germany e.V. und verfolgen die Entwicklung.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Bericht zur 3. Veranstaltung des VDI-BB-AK-SQP zur Ethik für Ingenieure

IngenieurInnen am Scheideweg - Notwendige sozio-ökonomische Transformation der Technikentwicklung - Gesellschaftliche Verantwortung der IngenieurInnen für die Zukunft der Menschheit

Am 23.01.2020 hörten in der TU-Berlin 20 Interessierte den aufrüttelnden, visuell untersetzten Vortrag von Dr. Wolfgang Neef, Dozent für Soziologie des Ingenieurberufs - Technik in der Industriegesellschaft an der TU-Berlin.
In der Debatte um die Abwendung einer Klima- und Biodiversitäts-Katastrophe spielt die Technik eine wesentliche Rolle. Politik und Öffentlichkeit erwarten, dass sie in kürzester Zeit z.B. eine extreme Reduzierung der Klimagas-Emissionen bewirkt. Diesbezüglich überzogene Erwartungen an die Technik und damit an die IngenieurInnen sollten professionellem Realismus weichen. Ein "Weiter so" von rendite-getriebenem Wachstum und Beschleunigung von Produktion und Konsum, meinte der Referent, ist nach den Erfahrungen der letzten 100 Jahre nicht mehr gerechtfertigt. IngenieurInnen haben deshalb heute die besondere Verantwortung, auf solch unrealistische Vorstellungen einzugehen und Fehlentwicklungen zu verhindern. Es sei ein „Wunderglaube", dass die nötigen durchgreifenden gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Veränderungen, die angesichts der ökologischen Krise nötig sind, nur oder vor allem mit Technik und Technologien lösbar seien. Die heutige vornehmlich auf der Nutzung fossiler Energiequellen, der ungehemmten Ausbeutung von Ressourcen mit ebensolchem ungehemmten Konsum und all ihren sozialen und ökologischen Problemen basierende Technik der Industriestaaten muss überwunden werden.

Die Teilnehmenden zeigten in Beispielen auf, dass die Neuorientierung, und damit die persönliche Haltung hin zur Vereinbarkeit von Ökonomie, Ökologie in ihrem beruflicher Gestaltungsrahmen bereits stattfindet. Das wurde deutlich durch Fragen die sich die Teilnehmenden im Findungsprozess selbst gestellt haben: Was möchte ich bewirken? Welche Branche signalisiert aus meiner Sicht Veränderungsbereitschaft? Welche Arbeitgeber passen da zu meinen beruflichen Vorstellungen? IngenieurInnen sollten daher fragen, welche Ökonomie für eine gute Technik der Zukunft taugt. Damit könnte ihr alter Traum von international kooperativer Technik-Entwicklung realisiert werden, in der die besten Lösungen in "Technischer Gemeinschaftsarbeit" entstehen und nicht in Konkurrenz zwischen Nationen und Menschen.

Wie eine solche Technik aussehen kann, lässt sich schon heute an zwar noch kleinen aber vielen Beispielen zeigen: Open-Source statt Konkurrenz, Aufbau und Gestaltung von großen Technik-Systemen auf demokratische Weise, innerbetriebliche Strukturen, die die Leitlinien der Technik-Entwicklung mit Hilfe eines gesellschaftlichen Diskurses gestalten und nicht dem Zwang der Kapitalverwertung gehorchen etc. Da wächst das „Neue“ schon im „Alten“.

Denkmodelle sollten sich mit Verlängern von Innovationszyklen, Verlangsamen von Prozesskreisläufen, generellem Drosseln von Geschwindigkeit beschäftigen.

Diese 3. Veranstaltung zu Ethik für Ingenieure sollte weitere Impulse setzen für ein neues Denken für eine andere Wirtschaft. Das geht sowohl privat - bei der Kaufentscheidung sowie der Art und Weise der Nutzung von Produkten und Leistungen als auch beruflich - durch Einflussnahme auf das  nachhaltige, kreislauforientierte Handeln innerhalb von Organisationen sowie ein unternehmensspezifisches Produkt-/Leistungs- und Lebenslaufmanagement.

In der 4. Veranstaltung zum Thema im Herbst 2020 geht es mit Prof. Gudrun Kammasch von der Beuth-Hochschule für Technik um die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO bis 2030.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig

Über den Arbeitskreis

Noch immer durchzieht die 1959 von Charles Percy Snow (1905-1980) in seinem Buch "The Two Cultures and the Scientific Revolution" beschriebene Kluft zwischen den "Zwei Kulturen", zwischen der geisteswissenschaftlichen und der naturwissenschaftlich-technischen Kultur in all ihren Facetten die gesamte Gesellschaft. Ziel des VDI-AK Technikgeschichte im VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg ist es, neue Brücken zwischen diesen zwei Kulturen zu schlagen. Die Veranstaltungen des VDI-AK Technikgeschichte richten sich deshalb generell an technikhistorisch interessierte Menschen aller Altersstufen in unterschiedlichsten gesellschaftlichen Positionen, speziell aber an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Museumsbesucherinnen und Museumsbesucher, um als Schnittstelle zwischen Forschung, Vermittlung und Vergnügen zu fungieren.

Aus der Zielsetzung leitet sich das Selbstverständnis des VDI-AK Technikgeschichte ab, die Geschichte der Technik nicht konservierend im vitrinösem Zustand darzustellen, sondern ihre Wirkkräfte i. S. des "eingreifenden Denkens" (Brecht) aufzudecken und ihre Produktivkräfte für eine demokratische gesellschaftliche Praxis freizusetzen.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dr. Dr. E.h. Karl-Eugen Kurrer
Arbeitskreisleitung

Dr. Dr. E.h. Karl-Eugen Kurrer

Arbeitskreisleitung

PD Dr. Stefan Poser

Über den Arbeitskreis

Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) nimmt eine Schlüsselrolle im Bauwesen für ein ganzheitlich funktionierendes Gebäude ein. Viele Fachgebiete sind in der TGA vereint und arbeiten eng verzahnt mit dem Hoch- und Tiefbau zusammen. Unser Arbeitskreis fördert die Entwicklung des Ingenieurwesens im Bereich TGA in Berlin und stellt ein Angebot zum Austausch und Wissenstransfer zur Verfügung.

Der Arbeitskreis TGA Berlin pflegt eine gute Zusammenarbeit mit anderen Arbeitskreisen, wie z.B. mit den Arbeitskreisen Umwelttechnik und Bautechnik. Wir möchten unsere Mitglieder über alle Altersgruppen vereinen und in Schulungen, Vorträgen und weiteren Veranstaltungen die Voraussetzung einer engen Zusammenarbeit bilden.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Arbeitskreisleitung

Klaus Flörke

Stv. Arbeitskreisleiter

Wulf Binde

Der VDI Arbeitskreis Technische Gebäudeausrüstung / Bautechnik in Cottbus dient dem Meinungsaustausch innerhalb der Fachöffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen der Technischen Gebäudeausrüstung und benachbarter Fachgebiete. Er ist ein Forum für eine Ansprache von Angelegenheiten des VDI und der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. Gemeinsam mit der Fakultät für Bauen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU CS) und der Brandenburgischen Ingenieurkammer werden in lockerer Folge Vortragsveranstaltungen ("Gespräche über Bauen und Gebäudetechnik") zu relevanten Themen organisiert, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu fürdern. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Veranstaltungsort ist die BTU Cottbus-Senftenberg, Campus Sachsendorf, Lipezker Straße 47, 03048 Cottbus, Lehrgebäude 11, Hörsaal 11.102.

Prof. Dr.-Ing.  Günter Müggeb-tu
Arbeitskreisleiter

Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Besuch im modernen Chemiewerk der BASF

Auf Einladung der BASF besuchte eine Gruppe von Angehörigen der BTU Cottbus - Senftenberg und Mitgliedern des VDI Berlin-Brandenburg am 13.11.2019  das traditionsreiche, aber auch sehr moderne Chemiewerk in Schwarzheide (Südbrandenburg). Die Teilnehmer vom VDI kamen aus verschiedenen Arbeitskreisen (Umwelttechnik, Mensch-Technik-Gesellschaft, TGA/Bautechnik u.a.), die Studierenden und Mitarbeiter der BTU Cottbus - Senftenberg gehören den Fachrichtungen Bauwesen/Gebäudetechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an. Daneben waren vier russische Gastwissenschaftler vom Moskauer Energetischen Institut Teil der Besuchergruppe.

Nach einem Überblick zur geschichtlichen Entwicklung (Gründung 1935 als Braunkohle-Hydrierwerk auf Grundlage der Fischer-Tropsch-Synthese) erfuhren die Teilnehmer interessante Details über die derzeitigen Produktionsschwerpunkte (Schaumstoffe, Lacke, Planzenschutzmittel) und  die beeindruckende bauliche Infrastruktur (12 km Straßen und Rohrbücken, 20 km Bahngleise). Für die Studierenden waren besonders interessant die Ausführungen zu den guten Beschäftigungsmöglichkeiten und zur strukturierten Mitarbeiterentwicklung bei BASF. Unmittelbare Eindrücke gewannen die Teilnehmer dann bei einer Rundfahrt über das ausgedehnte Werksgelände und bei Besichtigungen zweier Produktionsgebäude.

Abgeschlossen wurde der Besuch durch einen hochinteressanten Vortrag über die zukünftige Standortentwicklung. Neben Erweiterung der Produktpalette z.B. auf Basis nachwachsender Rohstoffe war auch die zunehmende Integration regenerativer Energieträger, die Sektorenkopplung zwischen Energiewirtschaft und industrieller Produktion Thema des Vortrages. BASF reagiert damit  auf Energiewende und Strukturwandel in der Lausitz. Dem Vortrag schloss sich eine angeregte Diskussion an. Alle Teilnehmer konnten eine Vielzahl von Eindrücken mitnehmen.

Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge

Über den Arbeitskreis

Der Arbeitskreis Umwelttechnik wurde 1987 ins Leben gerufen; seit dieser Zeit wurden ca. 700 Veranstaltungen für Mitglieder und technisch Interessierte angeboten und durchgeführt. 

Das Organisationsgremium besteht aus einem kleinen Team, in dem neben 
- Dipl.-Ing. Peter J. Herger
- Jürgen Richter und 
- Dipl.-Ing. Christiane Schnepel mitwirken.

Durch dieses Team werden viele fachliche Bereiche der Umwelttechnik abgedeckt. In der Regel werden in ca. 14-tägigem Abstand Veranstaltungen angeboten, die ohne Anmeldung (außer Online-Veranstaltungen) und ohne Gebühren meist mittwochs ab 18 Uhr besucht werden können. 
Auch Verwandte und Bekannte von VDI-Ingenieuren, aber auch technisch Interessierte, die (noch) nicht Mitglied beim VDI sind, sind herzlich willkommen. 
Bei der Veranstaltungspalette, die ca. 20 Veranstaltungen im Veranstaltungsjahr umfasst, wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die vielfältigen Themen aus den Bereichen Umweltschutz, Umwelttechnik, Umweltpolitik und Arbeitssicherheit behandelt werden. Neben Vorträgen werden auch Besichtigungen und Foren (mit mehreren Referenten) durchgeführt.

Zu den Veranstaltungen des Arbeitskreises

Dipl.-Ing. Peter J. Herger
Arbeitskreisleiter

Dipl.-Ing. Peter J. Herger

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel
Arbeitskreisleitung

Dipl.-Ing. Christiane Schnepel

Jürgen Richter
Arbeitskreisleitung

Jürgen Richter

Rückblick auf realisierte Veranstaltungen

Bericht: Professionell historische Fotografien restaurieren

Am 25. Oktober 2023 war der VDI Arbeitskreis Umwelttechnik Gast in der Helene-Nathan-Bibliothek in Neukölln. Anlass war der Vortrag über die professionelle Restaurierung historischer Fotos als Gemeinschaftsveranstaltung des VDI-BB und der Helene-Nathan-Bibliothek.

Der Deutsch-Argentinier Lutz Matschke, Autorenfotograf, Fotorestaurator und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie, vermittelte uns einen Überblick über die Entwicklung der Fotografie und der Bildgebung. Dabei ging es weniger um die Motivwahl, sondern um die Erfindungen des Einfangens von Licht und den Versuchen, diese Momente auf verschiedenen Medien dauerhaft abzubilden. Denn der Begriff „Photographie“ wurde schon 1834 in Brasilien von Hercule Florence ins Leben gerufen; fünf Jahre vor der Anerkennung der Daguerreotypie von der französischen Akademie der Wissenschaften.  benutzt er das Verb "photographier", was: „Mit Licht zeichnen“ bedeutet.

In seiner Präsentation begann Lutz Matschke mit diesen ersten Versuchen und der als ersten Fotografie der Welt bezeichneten „Heliographie“. Hier wurde durch Joseph Nicéphore Niépce im Jahr 1826 mit achtstündiger Belichtungszeit eine dünne Asphaltschicht auf einer Metallplatte ausgehärtet. Die nicht ausgehärteten Teile wurden mit einer Mischung aus Lavendelöl und Terpentin ausgewaschen. So konnte der „Blick aus dem Arbeitszimmer in Le Gras“ zweidimensional festgehalten werden, eine Sensation in dieser Epoche. Diese Platte existiert noch heute.

Die Fortentwicklung zur deutlichen Verkürzung der Belichtungszeit und der Trägermaterialien sowohl für Negative als auch der positiven Ablichtungen sind in der hier beigefügten Präsentation zu finden.

Herr Lutz Matschke erläuterte mit großer Expertise und Sachkenntnis die Herausforderungen, die im Umgang mit wertvollen analogen Fotografien zu bewältigen sind: seien es Risse in der Bildschicht, Trennung von Unterschicht und Oberschicht, sich wölbende Fotos, kaum zu erkennende Details usw. Immer sind weiße Handschuhe, Handmikroskop, UV-Lichtlampe und sehr große Sorgfalt im Einsatz. Seine persönlichen Leitlinien für die Restaurierung sind „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ zu verändern und den Zustand der Fotografien zu bewahren und nicht in das Objekt selbst einzugreifen.
Die Zeit verflog infolge der spannenden Ausführungen des Referenten und der Besprechung der Beispiele oder – besonders interessant - der Problemfälle.

Wir haben alle tagtäglich Umgang mit meist digitalen Fotografien. Demzufolge war dieser Rückblick in die analoge Fotohistorie für unsere Ingenieure und Ingenieurinnen besonders interessant und wertvoll. Der ausdrückliche Dank gilt deshalb dem Referenten Herrn Lutz Matschke.

https://www.lutzmatschke.de/

https://fotorestaurierung-fotoforschung.de/

Christiane Schnepel
Arbeitskreisleitung Umwelttechnik

Bauwerkintegrierte Photovoltaik im Test

Veranstaltungsbericht

Deutschland ist auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Eine wesentliche Hoffnung wird auf die Photovoltaik an sich und dabei auch auf die bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) gesetzt. Die Integration von Photovoltaik in die Gebäudehülle sollte - neben der üblichen Auf-Dach-Installation - einen zentralen Baustein für die zukünftige klimafreundliche Energieversorgung in Stadt und Land bilden.
Dafür steht die Forschung des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH. Die Architektin Samira Jama Aden und ihr Team erforschen und testen in einem sogenannten Reallabor die vertikale Anwendung von Solarmodulen mithilfe von Baukastensystemen als Bestandteil von Fassaden. Die Forschenden unterstützen so den Wissenstransfer zwischen Bauherren, Architekten, Behörden und Herstellern.

Dieses Demonstrationsobjekt liefert Praxiserfahrungen über das Verhalten von in Deutschland produzierten 360 Dünnschichtmodulen und PV-Fassadensystemen je nach Jahreszeiten und Witterungsbedingungen und über einen langen Zeitraum. Dafür erfassen 120 Messstellen und Sensoren in der PV-Fassade die solare Einstrahlung sowie elektrische und bauphysikalische Messgrößen von Solarmodulen verschiedener Hersteller an Nord-, Süd- und Westfassade. Bei der vertikalen Ausrichtung der Elemente ergeben höchste Erträge im Frühling und Herbst, bei Dachaufstellung im Sommer.  Über ein Schienensystem werden die Module vor die Fassade gehängt, so dass zwischen Modul und Wärmedämmung eine Luftzirkulation ermöglicht wird. Insofern ermöglicht eine Kombination aus verschiedenen Ausrichtungen einen gleichmäßigen Ertrag über das Jahr.

Der AK Umwelttechnik wurde mit 19 Teilnehmer am 14. Juni 2023 von Frau Samira Aden und Herrn Maximilian Riedel über die technischen Einzelheiten der Fassadenelemente, deren Aufhängung, der Hinterlüftung, über Brandschutzfragen als auch über die Elektroanlagen mit Steuerung, Überwachung und Wechselrichtern informiert. Es gab sehr viele Fragen und eine intensive Diskussion auch über die Bereitschaft von Architekten und Bauherren, künftig derartige Elemente in ihrer Bau-Planung und -realisierung zu berücksichtigen.

Jürgen Richter und Christiane Schnepel
AK-Leitung Umwelttechnik

Motorräder aus Berlin - auch elektrisch

Nach zehn Jahren besuchte der Arbeitskreis Umwelttechnik wieder einmal das BMW-Motorradwerk in Berlin-Spandau. Am 3. Mai trafen sich 27 AK-Mitglieder zur Führung durch die Fertigungsstraße des Unternehmens. Zunächst gab es einen kurzen Überblick über BMW und den Standort. Die Motorradproduktion ist eine der vier Säulen des Konzerns. Berlin ist dabei alleiniger Standort für die Motorradfertigung und das schon seit den 60er-Jahren. Nach einer kurzen Arbeitsschutzbelehrung ging es dann in zwei Gruppen los.

Die Logistikhalle – vor 10 Jahren hatte es gerade den Baubeginn gegeben – wird heute alle 7 Minuten von LKWs mit Zulieferungen angefahren und sichert so den reibungslosen Produktionsablauf, denn nicht alles wird in Spandau selbst gefertigt. Die neue Logistikhalle war Voraussetzung für die Erhöhung der Produktion – heute werden über 200.000 Einheiten pro Jahr gefertigt – eine Verdopplung der Kapazität. Damit stieg auch die Mitarbeiteranzahl auf über 4.000.

Am Band werden an zahlreichen Montageplätzen die 18 Grundvarianten der BMW-Motorräder gefertigt - aus bis zu 2.000 Teilen. Dabei sichert die innerbetriebliche Logistik, dass zur richtigen Zeit die richten Teile für den Kundenauftrag am Platz liegen. Die Taktzeit beträgt zwei Minuten, d.h. nach ein bis zwei Stunden ist das Motorrad fertig montiert. Gearbeitet wird in zwei bzw. drei Schichten und nach einer Woche werden die Plätze am Band getauscht, damit keine Langeweile auftritt.

Nachdem der Motor zusammengebaut ist, wird er durch einen Prüfroboter (Kosten: 2 Mio. Euro) einem Test unterzogen (Antrieb durch E-Motor). Nach der „Hochzeit“, dem Zusammenbau von Motor und Rahmen, erfolgen die weitere Komplettierung und die Endkontrolle auf dem Rollenprüfstand sowie die Verpackung. So wird Sichergestellt, dass i.d.R. 10 Tage nach seiner Bestellung das Wunschmotorrad für den Kunden fertig ist. Auch bei BMW hält die E-Mobilität Einzug: Täglich werden inzwischen ca. 80 E-Roller gefertigt. Auch die Berliner Polizei hat vier Stück davon bestellt.

Fazit: Ein gelungener Einblick in die Fertigung eines Berliner Traditionsbetriebs. Die Führung ist professionell und sachkundig und so konnten unsere vielfältigen Fragen beantwortet werden. Am 7.- 9. Juli feiert BMW sein 100-jähriges Standort-Jubiläum mit einem Fest. Vielleicht eine gute Gelegenheit, sich selbst ein Bild in Berlin-Spandau zu machen und zu sehen, wo sein „Liebling mit 2 Rädern“ gefertigt wird.

Jürgen Richter
Arbeitskreisleitung

Auf dem Eisbrecher „Stephan Jantzen” im Rostocker Stadthafen

Die Arbeitskreise „Besichtigung“ und „Umwelttechnik“ besuchten an zwei Tagen im September 2021 denEisbrecher „Stephan Jantzen” und damit den Schirmherren dieses technischen Denkmals, den gemeinnützigen Verein „Interessengemeinschaft Eisbrecher Stephan Jantzen e. V.

Die Stephan Jantzen ist ein außer Dienst gestellter Eisbrecher. Das Schiff wurde 1965 im Auftrag der DDR in der Admiralswerft in Leningrad (heute St. Petersburg) gebaut und kam für den Eisaufbruch und Schleppdienst über 37 Jahre zum Einsatz. Namensgeber ist der Warnemünder Lotsenkommandeur und Seenotretter Stephan Jantzen (1827–1913). Der Eisbrecher mit 67m Länge und 33m über Wasser war mit 2.254 BRT der größte Eisbrecher der DDR. Er ist ein Zweischraubenschiff mit sieben durch wasserdichte Schotten getrennten Räumen, wie der Motoren- und der Hauptmaschinenraum.

Er konnte eine maximale Eisdicke bis 1,8m Flacheis aufbrechen. Bei 0,8m Dicke erfolgte das mit 10 Knoten, mehr als 18 Km/h! Dabei lagen die Verbräuche bei 180 Gramm Diesel und drei Gramm Öl pro PS und Stunde! Für eine hohe Wendigkeit und ein extrem schnelles Umschalten zwischen Vortrieb und Rücksetzen sorgte ein dieselelektrischer Antrieb. Drei Zehnzylinder-Zweitakt-Gegenkolben-Dieselmotoren erzeugten die Elektroenergie für die 2 Elektrohauptmotoren. Die mögliche Fahrstrecke, ohne nachzubunkern betrug 5.600 Seemeilen, mehr als 10.300 km.

Die Besuchergruppen wurden durch die sehr fachkundigen Vertreter des Vereins durch alle Technik- und Mannschaftsräume geführt. Im Maschinenraum durften wir dem Geräusch einer der drei 300 PS Dieselmotoren für die Elektroenergieversorgung des Schiffes lauschen, die nur einmal im Quartal angeworfen werden. Der typische, intensive Diesel- und Ölgeruch unter Deck war dabei inklusive. Auch die Offiziersmesse konnten wir besichtigen wie natürlich auch Kombüse und Kojen der Mannschaft und des Kapitäns und vieles andere mehr.

Beim Fachsimpeln vergingen die Stunden der Besichtigung wie im Fluge. Den technikbegeisterten Ingenieurinnen und Ingenieuren wurde wirklich etwas geboten und dabei auch andere Wissensgebiete angesprochen, wie z. B. die Meteorologie.

Die Eindrücke dieser ersten VDI-Präsenzveranstaltung der Arbeitskreise nach den vielen coronabedingten Onlineveranstaltungen in den letzten Jahren sind nachhaltig. Es war eine große Freude, die Technik so hautnah zu erleben und hat wieder einmal die Hochachtung für ingenieurtechnisches Knowhow bestätigt.

Christiane Schnepel
Stellvertretende AK-Leiterin

Reparaturkultur stärken

Langlebige und reparaturfreundliche Erzeugnisse - ein Beitrag für Ressourceneffizienz und Klimaschutz

 

Über 30 Interessierte ließen sich am 28.01.2021 in einer gemeinsamen Online-Veranstaltung der Arbeitskreise „Systementwicklung, Qualitäts- und Projektmanagement“ und „Umwelttechnik“ im VDI-Bezirksverein Berlin/Brandenburg mit dem Regionalkreis Berlin der Deutschen Gesellschaft für Qualität sowie dem Verein „MURKS? NEIN DANKE! e.V.“ vom Vorstand des BerlinRepair Teams, Dipl.-Betr. (FH), Stefan Schridde informieren,  was es mit BerlinRepair (https://berlinrepair.org/) auf sich hat.

Es geht um Ressourcenschonung und Umweltschutz durch Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebrauchsgegenständen, namentlich weiße Ware, weitere Haushaltsgeräte, IuK-Technik und Fahrzeuge, durch Instandsetzung, also Reparatur und auch Modernisierung, technische Ergänzung unter Anleitung von nachweislich (zertifiziert) sachkundigen, erfahrenen Menschen.

Laut Eurobarometer würden 77% der EU-Bürger ihre Geräte lieber reparieren als sie zu ersetzen und 79% sind der Meinung, dass Hersteller verpflichtet werden sollten, die Reparatur digitaler Geräte zu erleichtern oder Einzelteile zu ersetzen.
Was kann/muss im urbanen Raum geschehen, damit die Reparierbarkeit gefördert wird? Welchen Beitrag leisten Ingenieur*innen für die Reparierbarkeit von Produkten?

Das können verschiedenste Einrichtungen sein, wie gemeinsames Reparieren in sog. RepairCafés, in (Hoch-)Schulen, in Wohngebieten (z.B. beim Quartiersmanagement) sowie auch in professionellen, kommerziellen Werkstätten oder direkt (wenn es richtig kompliziert wird und nur Zugelassene das dürfen), in Handwerksbetrieben. Das Initiieren und Fördern so einer Reparaturkultur ist ein Nachhaltigkeitstreiber. Reparaturfähigkeit/-freundlichkeit für nachhaltige Nutzung sollten wir als den Produkten inhärente Qualitätsmerkmale ansehen, ja von vorn herein festlegen.

Der Binnenmarkt-Ausschuss des EU-Parlaments vom 27.10.2020:
https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20201024IPR90101/eu-verbraucher-brauchen-recht-auf-reparatur-und-mehr-produktsicherheit

und das Europäische Parlament am 25.11.2020: 
https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20201120IPR92118/parliament-wants-to-grant-eu-consumers-a-right-to-repair

sandten dazu klare Botschaften aus:

Eine harmonisierte obligatorische Kennzeichnung mit Angaben zur Haltbarkeit und der Kampf gegen vorzeitiges Veralten auf EU-Ebene sind der Weg in die Zukunft.

Indem sie die Erkenntnisse der Reparateure aufnehmen, ist es die Aufgabe der Ingenieure und Wissenschaftler in den FuE- und Konstruktionsbereichen der Hersteller, reparaturfreundliche Produkte sowie die für die Reparatur erforderliche Teile und Baugruppe in ausreichender Menge herzustellen, lange nach der letzten Produktion noch bereitzuhalten und ihre unkomplizierte Beschaffung sicherzustellen.

Für diese notwendige und ehrenwerte Aufgabe, der sich das BerlinRepair Team stellt, werden weitere Unterstützer gesucht.

Dipl.-Ing. Wolfgang Schlenzig
Arbeitskreisleitung SQP

Recycling von Windenergieanlagen

Öffentliche Debatte, aktuelle Situation und politische Herausforderung

 

Der AK Umwelttechnik widmet sich im Jahr 2021 verstärkt dem Thema "Rückbau von Windenergieanlagen". Den Auftakt bildete die Veranstaltung am 27. Januar 2021, die in Kooperation mit dem AK Energietechnik/Regenerative Energien mit insgesamt 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Zuspruch fand.

Dipl. Ing. (FH) Wolf Stötzel, Fachreferent des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) erläuterte in seinem informativen Vortrag, dass sowohl die Branche als auch Forschung, Politik und die Behörden sich mit der Praxis des Rückbaus und detaillierten Rückbaukonzepten von Altanlagen befassen. 80 – 90 Prozent der Komponenten, die metallhaltigen Anlagenteile, die Elektrik sowie die Fundamente und der Turm (Stahl-, Kupfer-, Aluminium- und Betonkomponenten) werden herkömmlichen Wiederverwendungszwecken oder Recyclingsystemen zugeführt. Hierbei sind abfallrechtliche Anforderungen zu beachten.
Besondere Herausforderungen stellen die Rotorblätter dar. Die bestehen zu hohen Anteilen aus Glasfaserkunststoffen, zunehmend auch mit Bauteilen aus Carbonfaserkunststoffen (CFK). Hierzu beschrieb er potenziell entstehende Probleme bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau und verwies auf die Arbeiten der Arbeitsgruppe innerhalb der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall
(Bericht der LAGA zur Entsorgung mit faserhaltigen Abfällen) und auf den Abschlussbericht des Umweltbundsamtes „Entwicklung eines Konzepts und Maßnahmen für einen ressourcensichernden Rückbau von Windenergieanlagen“: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/entwicklung-eines-konzepts-massnahmen-fuer-einen.

Als Vertreter des Verbandes BWE stellte Herr Stötzel Erfordernisse nach einem homogenen Rückbaustandard, nach einheitlich strukturierten Datenblättern für alle wesentlichen Komponenten der Windenergieanlage sowie nach abfallbezogenen Verwertungs-und Exportregelungen für Rotorblätter dar. Die Position des Verbandes wurde 2019 in einem BWE-Hintergrundpapier veröffentlicht: https://www.wind-energie.de/themen/anlagentechnik/rueckbau/.

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