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1,5 Grad - gemeinsam für das Klimaziel.

Bild: Alfred Wegner Institut

Das 1,5-Grad-Ziel und unsere Zukunft

Der VDI OWL engagiert sich mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten für das 1,5-Grad-Ziel.

Zum Auftakt lud der VDI OWL Prof. Dr. Antje Boetius ein. Sie ist Polar- und Tiefseeforscherin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Die Aufzeichnung ihres Vortrags und weiterführende Informationen finden Sie unten auf dieser Seite.

Mit VDI-Richtlinien zum 1,5-Grad-Ziel

Der VDI e.V. hat das 1,5-Grad-Ziel als Fokusthema 2021 gewählt. Viele VDI-Richtlinien unterstützen Maßnahmen, dieses Ziel zu erreichen, zum Beispiel die Richtlinie VDI 4431 - Kreislaufwirtschaft für produzierende Unternehmen oder die  VDI 2243 Recyclingorientierte Produktentwicklung. Folgend (unter "mehr lesen") finden Sie eine große Auswahl an VDI Richtlinien, die für unterschiedliche Nachhaltigkeitsaspekte nützlich sind. Die Übersicht erstellte Hanna Seefeldt, M.Sc., Wissenschaftliche Mitarbeiterin der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt, Technik und Gesellschaft. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Sie unter +49 211 6214-926 oder seefeldt@vdi.de. Oder Sie wenden sich an die entsprechende Fachgesellschaft, die die VDI Richtlinie erarbeitet hat.

VDI-ProduktTitelFG
VDI 2074Recycling in der Technischen Gebäudeausrüstung 
VDI 2221 Blatt 1Entwicklung technischer Produkte und Systeme; Modell der ProduktentwicklungGPL
VDI 2222 Blatt 1Konstruktionsmethodik; Methodisches Entwickeln von LösungsprinzipienGPL
VDI 2223Methodisches Entwerfen technischer ProdukteGPL
VDI 2243Recyclingorientierte ProduktentwicklungGPL
VDI 2243 Blatt 1Konstruieren recyclinggerechter technischer Produkte; Grundlagen und GestaltungsregelnGPL
VDI 2343 Blatt 1Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Grundlagen und Begriffe GEU
VDI 2343 Blatt 2Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Logistik GEU
VDI 2343 Blatt 3Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Demontage GEU
VDI 2343 Blatt 4Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Aufbereitung GEU
VDI 2343 Blatt 5Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Stoffliche und energetische Verwertung und Beseitigung GEU
VDI 2343 Blatt 6Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Vermarktung GEU
VDI 2343 Blatt 7Recycling elektrischer und elektronischer Geräte; Re-use GEU
VDI 2821Wertanalyse im ProduktentwicklungsprozessGPL
VDI 3787 Blatt 8Umweltmeteorologie; Stadtentwicklung im KlimawandelKRdL
VDI 3787 Blatt 9Umweltmeteorologie; Berücksichtigung von Klima und Lufthygiene in räumlichen PlanungenKRdL
VDI 3800Ermittlung der Aufwendungen für Maßnahmen zum betrieblichen UmweltschutzKRdL
VDI 3925Methoden zur Bewertung von AbfallbehandlungsverfahrenGEU
VDI 3925 Blatt 1Methoden zur Berwertung von Abfallbehandlungsverfahren - BeispielrechnungenGEU
VDI 4070 Blatt 1Nachhaltiges Wirtschaften in kleinen und mittelständischen Unternehmen; Anleitung zum nachhaltigen WirtschaftenGEU
VDI 4070 Blatt 2Nachhaltiges Wirtschaften in kleinen und mittelständischen Unternehmen; Methoden und Beispiele für die praktische AnwendungGEU
VDI 4075 Blatt 1Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); Grundlagen und AnwendungsbereichGEU
VDI 4075 Blatt 1.1Effizienter Einsatz von Energie und Ressourcen im KMU durch die stärkere Beteiligung der MitarbeiterGEU
VDI 4075 Blatt 10Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); KompostierungGEU
VDI 4075 Blatt 2Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); LackierverfahrenGEU
VDI 4075 Blatt 3Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); GießereitechnikGEU
VDI 4075 Blatt 5Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); Gesundheitswesen GEU
VDI 4075 Blatt 6Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); MolkereienGEU
VDI 4075 Blatt 7Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); Kunststoffverarbeitung (Extrusion)GEU
VDI 4075 Blatt 8Produktionsintegrierter Umweltschutz (PIUS); BrauereienGEU
VDI 4080Automobilverwertung; Qualität von Kfz-Gebrauchtteilen GEU
VDI 4082Automobilverwertung; Trockenlegung und Vorbehandlung von Fahrzeugen auf die Demontage GEU
VDI 4085Planung, Errichtung und Betrieb von Schrottplätzen; Anlagen und Einrichtungen zum Umschlagen, Lagern und Behandeln von Schrotten und anderen Materialien GEU
VDI 4085 Blatt 1Planung, Errichtung und Betrieb von Schrottplätzen; Überwachung von Eisen- und Nichteisenschrott auf radioaktive Bestandteile GEU
VDI 4085 Blatt 2Schrottplätze; Bericht über den Ausgangszustand GEU
VDI 4087Planung, Errichtung und Betrieb von Altholzanlagen GEU
VDI 4095Bewertung von Kunststoffen in der KreislaufwirtschaftGEU
VDI 4251Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ; Grundlagen und BegriffeGPL
VDI 4251 Blatt 3Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ; LösungssucheGPL
VDI-EE 4300 Blatt 14Messen von Innenraumluftverunreinigungen; Anforderungen an mobile Luftreiniger zur Reduktion der aerosolgebundenen Übertragung von InfektionskrankheitenKRdL
VDI 4413Entsorgungslogistik in produzierenden UnternehmenGEU
VDI 4430Umweltorientierte Beschaffung indirekter Materialien GEU
VDI 4431Kreislaufwirtschaft für produzierende Unternehmen GEU
VDI 4432Entsorgungsmanagement von Gewerbeabfällen GEU
VDI 4521 Blatt 2Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ; Zielbeschreibung, Problemdefinition und LösungspriorisierungGPL
VDI 4600Kumulierter Energieaufwand (KEA); Begriffe, BerechnungsmethodenGEU
VDI 4600 Blatt 1Kumulierter Energieaufwand; BeispieleGEU
VDI 4605NachhaltigkeitsbewertungGEU
VDI 4635 (Richtlinienreihe)Sektorenkopplung mit Power-to-XGEU
VDI 4640 (Richtlinienreihe)Thermische Nutzung des UntergrundsGEU
VDI 4645 (Richtlinienreihe)WärmepumpenGEU
VDI 4657 (Richtlinienreihe)EnergiespeicherGEU
VDI 4663 Blatt 1Bewertung von Energie- und Stoffeffizienz – Methodische Anwendung des Physikalischen Optimums GEU
VDI 4800 Blatt 1Ressourceneffizienz; Methodische Grundlagen, Prinzipien und StrategienGEU
VDI 4800 Blatt 2Ressourceneffizienz; Bewertung des Rohstoffaufwands, RohstoffkritikalitätGEU
VDI 4800 Blatt 3Ressourceneffizienz; Indikatoren zur Bewertung von UmweltwirkungenGEU
VDI 4801Ressourceneffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU); Strategien und Vorgehensweisen zum effizienten Einsatz natürlicher RessourcenGEU
VDI-EE 4802 Blatt 1Ressourceneffizienz im Bauwesen - GebäudeGBG
VDI 4803Methoden zum effizienten Umgang mit Ressourcen in UnternehmenGEU
VDI 4804Qualifizierung für die RessourceneffizienzberatungGEU
VDI 5800 Blatt 1Nachhaltigkeit in Bau und Betrieb von Krankenhäusern; GrundlagenTLS
VDI 6028 Blatt 1.1Bewertungskriterien für die Technische Gebäudeausrüstung; Technische Qualität für nachhaltiges BauenGBG
VDI 6050Bewertung der Nachhaltigkeit der gebauten Umwelt; Weiterbildung von FachleutenGBG
VDI 6220 Blatt 2Bionik; Bionischer EntwicklungsprozessTLS
VDI 6221 Blatt 1Bionik; Bionische OberflächenTLS
VDI 6222 Blatt 1Bionik; Bionische RoboterTLS
VDI 6223 Blatt 1Bionik; Bionische Materialien, Strukturen und BauteileTLS
VDI 6224 Blatt 1Bionische Optimierung; Evolutionäre Algorithmen in der AnwendungTLS
VDI 6310Klassifikation und Gütekriterien von BioraffinerienTLS
VDI MT 5110/1"Qualifikationsmerkmale für die Auswahl von befähigten Personen für Mobilitätsmanagement" KRdL
VDI StatusreportStadt:DenkenFVT
VDI-PublikationAgriculture Technology 2030TLS
VDI-StatusreportStrategische Nutzung von Rohstoffen in DeutschlandGEU
VDI-ZRE PublikationRessourceneffizienz durch Industrie 4.0 Potenziale für KMU des verarbeitenden GewerbesVDI-ZRE
VDI/VDE-StatusreportSimulation und digitaler Zwilling im Anlagenlebenszyklus 
VDI-StatusreportZirkuläre Wertschöpfung 
VDI-StatusreportKunststoffe und deren Verwertung 
VDI-StatusreportIndustrielle CO2-Kreisläufe 
VDI-Thesen und HandlungsfelderBausteine für eine klimaneutrale Wärmeversorgung 
VDI-PublikationVDI-Fokusthema 1,5° - Innovationen.Energie.Klima. 
VDI-Fokusthema 1,5° - Innovationen.Energie.Klima 
KRdL-Tätigkeitsbericht 2020 

Nachhaltigkeit beginnt im Kopf und wird mit der VDI Richtlinie 4070 umgesetzt

Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Es ist die Haltung und Vision die Unternehmen befähigt und vorantreibt Positives zu bewirken. Die Auseinandersetzung mit den Motivationsgründen und individuellen Antrieben ist dabei essentiell, denn Nachhaltigkeit ist nicht gleich Nachhaltigkeit. Es gibt keine pauschale Antwort oder ein vollumfassendes Konzept, welches alle Unternehmen ohne weiteres nutzen können. Aber eine große Gemeinsamkeit vereint alle Unternehmen: Die Antwort auf die Frage nach dem WARUM. Wenn die intrinsische Motivation klar ist, ebnen sich die Wege zu den verschiedensten Maßnahmen fast automatisch. Wie Sie das in Ihrem Unternehmen initiieren können, erfahren Sie von Burcu Arslan, Assistentin der Geschäftsleitung bei FHB original aus Spenge (OWL). Als Familienbetrieb und Hersteller von Berufsbekleidung ist FHB Teil der Textilindustrie und setzt sich für Nachhaltigkeit ein. Frau Arslan betreut die strategische Implementierung der Nachhaltigkeitsziele und Zertifizierungen der Produkte. Außerdem studiert Sie berufsbegleitend den MBA an der WHU in Düsseldorf.


Wenn Geschäftsleitung und Mitarbeiter:innen das WARUM verstanden haben und es eine klare Kommunikation gibt, können ungeahnte Potentiale entfacht werden. Die nächsten Fragen sind dann meist "Was genau brauchen wir?" und "Wie machen wir es konkret?" Hier müssen Unternehmen eine passende Vorgehensweise suchen und finden. Da gerade kleine und mittlere Unternehmen dazu eine Orientierung und Hilfestellung suchen, hat der VDI im Rahmen seiner Richtlinienarbeit eine Handlungsanleitung zum Nachhaltigen Wirtschaften (VDI 4070) erarbeitet, die eine strukturierte Vorgehensweise skizziert und Methoden zur Umsetzung eines nachhaltigen Wirtschaftens erläutert. Michael Lörcher, stellt Ihnen diese Handlungsanleitung (VDI 4070) vor mit Hinweisen auf aktuelle VDI Richtlinien und Normenarbeit, die der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen dienen.
Michael Lörcher betreut im Rahmen seiner Tätigkeit bei FutureCamp Unternehmen bei der Einführung und Weiterentwicklung von Umweltmanagementsystemen nach EMAS und ISO 14001. Seit 1992 ist er beratend in den Bereichen des betrieblichen Umweltschutzes und des Nachhaltigkeitsmanagement tätig. Schwerpunkte: Managementsysteme (Umwelt, Qualität, Arbeitssicherheit, Risiko), LCA, Sustainable Excellence und EHS-Software. Seit 1995 ist er DIN-Experte zur ISO-Normung von Produkt-Ökobilanzen. Seit 2005 ist er Mitglied des Vorstands in der Umwelt-Akademie e.V., München und seit 2012 Vorsitzender des VDI-Richtlinien-Ausschuss 4070: "Nachhaltiges Wirtschaften für kleine und mittlere Unternehmen", VDI e.V. Düsseldorf.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem VDI Lenne-Bezirksverein, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn mbH und der pro Wirtschaft GT GmbH Gütersloh statt.

 

Der Klimakrise begegnen – über Energiewende, zirkuläre Wertschöpfung und Strom aus Früchtetee

30.09.2021, 18:30-20:00 Uhr, Online-Veranstaltung

Welche Auswirkungen hat der menschgemachte Klimawandel und wie kann in Deutschland mit der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie die Energiewende gemeistert werden? Die derzeitige Verschwendung von Ressourcen trägt auch massiv zur Klimakrise bei. Große Mengen Energie werden benötigt, um komplexe Produkte herzustellen, die nach wenigen Monaten der Nutzung schon wieder verbrannt oder deponiert werden. Auch bei den jetzigen Technologien: Photovoltaik und Windenergieanlagen ist der Rückbau, und die Entsorgung der Materialien problematisch und wertvolle Rohstoffe können nicht weitergenutzt werden. Die zirkuläre Wertschöpfung ist ein Lösungsansatz, bei dem ein radikales Umdenken stattfindet. Produkte werden ganzheitlich betrachtet und schon in der Entwicklungsphase der Produkte werden Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und die Umweltverträglichkeit mitberücksichtigt. Durch die neuen Designprinzipien wird das lineare Wirtschaftssystem transformiert und das Konzept des Abfalls abgeschafft. Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien sind also ganzheitliche Lösungsansätze gefragt. Wie die Sonnenenergie nachhaltig genutzt werden kann und welche Rolle Früchte dabei spielen erfahren Sie in diesem Vortrag.

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Institut für Technische Energie-Systeme (ITES) am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der FH Bielefeld statt.

Streitgespräche zum 1,5-Grad-Ziel

In dieser Reihe stellen wir Frauen vor, die das 1,5-Grad-Ziel in Forschung, Lehre, Berufspraxis, politischem Engagement und anderen Aktionsfeldern gestalten.

1. Streitgespräch fand am 24.03.2021 statt mit:

Silke Behrens, Jahrgang 1972, Bauingenieurin und Wirtschaftsjuristin, und Phöbe Schröder, 21 Jahre alt, Klimaaktivistin aus Herford, Studentin an der Universität Landau.

Silke Behrens ist seit 2006 im Energiebereich tätig und als Projektleiterin und Vertragsmanagerin seit 2014 auch im Bereich erneuerbare Energie in Großprojekten zur Energieerzeugung und -verteilung. Die Leitung für die Planungskoordination im Projekt „SuedOstLink“ hat sie seit 2020 inne.

Phöbe Schröder ist Initiatorin der ersten „Fridays for Future“-Demos im Kreis Herford, zuerst in Hiddenhausen. Inzwischen gehört sie zum fest zum Orga-Team in Herford. Nach ihrem Abi 2019 war sie mit dem Freiwilligendienst „weltwärts“ in einem Up- und Recycling-Projekt in Senga Bay, Malawi aktiv.

2. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 26.05.2021 statt mit:

Gabriele Paßgang, Jahrgang 1970, Ressourceneffizienzberaterin, ist seit 2011 für die Effizienz-Agentur NRW im Regionalbüro Bielefeld tätig. Als Projektkoordinatorin berät und begleitet Sie Unternehmen in der Region OWL, die sich für das Thema Material- und Energieeffizienz interessieren und sich so ökologisch und ökonomisch besser im Markt platzieren wollen.

Katharina Schnatmann ist seit 2017 Studentin der Regenerativen Energien an der FH Bielefeld. Nach dem Abschluss ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Modulwechselrichter in der Photovoltaik“ im Frühjahr 2021, setzt sie ihr Studium im Master der Elektrotechnik fort. Ihr besonderes Interesse liegt hierbei auf einer technisch fundierten Umsetzung der Energiewende.

Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Jahrgang 1971, ist seit 2008 als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld tätig. Sie leitet den Studiengang Regenerative Energien und engagiert sich neben der Lehre auch in der Forschung im Institut für Technische Energie-Systeme (ITES). Ihr ist es wichtig, die Studierenden praxisnah an aktuellen Themenstellungen der Energiewende auszubilden. - Veröffentlichung im Frauenbranchenbuch OWL

Heike Wulf – Leiterin des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf – VDI OWL

Deutscher Ingenieurtag 2021, 20. Mai 2021

Rückblick

Der diesjährige Deutsche Ingenieurtag stand ganz im Zeichen des Klimawandels. Die Fragen, denen wir uns annehmen werden, lauten,ob und wie das Pariser Klimaziel zur Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung auf 1,5° C erreicht werden kann. Ob Energiewende, Verkehrswende, Digitalisierung, Flexibilisierung der Industrie oder die vermehrte Nutzung von Wasserstoff: Es gibt viele Bereiche, die sich im Wandel befinden – und alle werden wesentlich von Ingenieur*innen mitgestaltet. Auf dem DIT 2021 bringen wir Fachleute aus verschiedensten Fachbereichen und Karrierestufen zusammen und bieten die Plattform, um gemeinsam – auch mit der Politik – Impulse für den Wandel zu setzen. Alle Hihglights und Informationen finden Sie hier im DIT-Rückblick!

Berichte - Infos - Downloads

VDI FVT Umweltbilanz zu Kraftfahrzeugen

 

Die Europäische Kommission hat sich zu dem sogenannten Green Deal bekannt, der die Absenkung der CO2-Emissionen bis 2030 weiter beschleunigen soll. Dabei liegt ein Fokus auf dem CO2-Fußabdruck der Mobilität. Der Fußabdruck batterieelektrischer Fahrzeuge wird dabei „Tank to Wheel“ (TtW, mit Mehrfachanrechnung) als CO2-neutral postuliert. Dagegen werden die CO2-Emissionen der Verbrennungskraftmaschinen von der Quelle bis zum Rad („Well to Wheel“, WtW) angerechnet.
Umweltbilanzen (LCA-Betrachtungen Life Cycle Assessment) gehen über diese Betrachtung hinaus und geben ein ganzheitliches Bild ab. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit sind zwei Voraussetzungen einzuhalten:

Erstens, eine vollständige Transparenz der Analyse-Randbedingungen. Vor nicht allzu langer Zeit veröffentlichte LCA-Vergleiche von Batteriefahrzeugen zu Verbrennern, nehmen sich zum Beispiel die Freiheit heraus, Batteriefahrzeuge ausschließlich mit regenerativem Strom betreiben zu wollen und zu produzieren. Wohingegen bei Verbrennungskraftmotoren fossile Kraftstoffe unterstellt werden. Selbst wenn die RED II keine Anrechnung CO2-neutraler Kraftstoffe erlaubt, sollten in Zukunft derartige Vergleiche unterbleiben. -  Die erschienene VDI/KIT-LCA-Studie erfüllt diese Transparenzanforderungen. Der Analyseumfang von der Fahrzeug-Herstellung über den Betrieb bis zum Recycling ist ein erster Schritt. Diese Studie kann zukünftig mit neuen Erkenntnissen bei Änderungen/Verbesserungen innerhalb der CO2-Bilanzgrenzen aktualisiert und validiert werden.

Zweitens müssen bei zukünftig Schritten, aufgrund des oben genannten erforderlichen Budget-Ansatzes, weitere CO2-Fußabdrücke in die Bilanz einbezogen werden. Ein wesentliches, heute noch weitgehend vernachlässigtes Bilanzelement ist die Betrachtung und Bewertung der CO2-Fußabdrücke der zu investierenden Infrastrukturen. Dies gleichermaßen für sämtliche Antriebsarten. Ebenso für die Brennstoffzelle und die erforderliche Wasserstoff Infrastrukturen. Das ist in der ersten Version der Studie noch nicht hinterlegt aber Gegenstand laufender Arbeiten.

Im Rahmen des VDI Arbeitskreises Fahrzeug- und Verkehrstechnik, möchten wir Sie zur Ergebnisdarstellung und Diskussion einladen. Die Studie ist im Oktober 2020 entstanden. Sie finden Sie auf der VDI Website und unter Mein VDI.

Das 1,5-Grad-Ziel in Forschung, Lehre, Berufspraxis, politischem Engagement und anderen Aktionsfeldern

Resümee zu den ersten beiden Streitgesprächen:

Bei beiden Streitgesprächen gabe es eine rege Beteiligung und einen konstruktiven Austausch. Der Fokus beim Ersten lag auf der Realisierung von technischen Lösungen. Hier wurden die Schwierigkeiten diskutiert, warum alles so lange dauert, welche Rolle NIMBYS (Not in my backyard) spielen und was "alte weiße Männer" damit zutun haben. Anwesend waren VDI-ler und Nicht VDI-ler aus allen Ecken Deutschlands incl. der "Prominenz" Karsten vom Bruch ("Dieselgate").

Das zweite Streigespräch wurde sehr werteorientiert geführt. Thema - Verzicht!

Einige O-Töne habe ich hier mitgenommen:

Veranstaltung sind wichtig um zu informieren.

Jetzt und sofort handeln - Rohstoffkonzepte für die Zukunft

"Verzicht tut weh" - Umfraiming - learning by doing

O-Ton von einem Nicht VDI-ler: "Der VDI muss lauter werden - die Stimme der Rationalen". - Und allgemein: Der VDI sollte mehr politische Verantwortung übernehmen.

 

Das 1. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 24.03.2021 statt mit:

Silke Behrens, Jahrgang 1972, Bauingenieurin und Wirtschaftsjuristin, und Phöbe Schröder, 21 Jahre alt, Klimaaktivistin aus Herford, Studentin an der Universität Landau.

Silke Behrens ist seit 2006 im Energiebereich tätig und als Projektleiterin und Vertragsmanagerin seit 2014 auch im Bereich erneuerbare Energie in Großprojekten zur Energieerzeugung und -verteilung. Die Leitung für die Planungskoordination im Projekt „SuedOstLink“ hat sie seit 2020 inne.

Phöbe Schröder ist Initiatorin der ersten „Fridays for Future“-Demos im Kreis Herford, zuerst in Hiddenhausen. Inzwischen gehört sie zum fest zum Orga-Team in Herford. Nach ihrem Abi 2019 war sie mit dem Freiwilligendienst „weltwärts“ in einem Up- und Recycling-Projekt in Senga Bay, Malawi aktiv.

 

Das 2. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 26.05.2021 statt mit:

Gabriele Paßgang, Jahrgang 1970, Ressourceneffizienzberaterin, ist seit 2011 für die Effizienz-Agentur NRW im Regionalbüro Bielefeld tätig. Als Projektkoordinatorin berät und begleitet Sie Unternehmen in der Region OWL, die sich für das Thema Material- und Energieeffizienz interessieren und sich so ökologisch und ökonomisch besser im Markt platzieren wollen.

Katharina Schnatmann ist seit 2017 Studentin der Regenerativen Energien an der FH Bielefeld. Nach dem Abschluss ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Modulwechselrichter in der Photovoltaik“ im Frühjahr 2021, setzt sie ihr Studium im Master der Elektrotechnik fort. Ihr besonderes Interesse liegt hierbei auf einer technisch fundierten Umsetzung der Energiewende.

Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Jahrgang 1971, ist seit 2008 als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld tätig. Sie leitet den Studiengang Regenerative Energien und engagiert sich neben der Lehre auch in der Forschung im Institut für Technische Energie-Systeme (ITES). Ihr ist es wichtig, die Studierenden praxisnah an aktuellen Themenstellungen der Energiewende auszubilden.

Heike Wulf – Leiterin des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf – VDI OWL

Der Vortrag beschäftigte sich mit flüssigen organischen Wasserstoffträgern (englisch: Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC). Dabei handelt es sich um Verbindungen, die Wasserstoff durch chemische Reaktion aufnehmen und wieder abgeben können. LOHCs sind daher als Speichermedien für Wasserstoff sehr geeignet, da sie weder hohe Drücke noch tiefe Temperaturen erfordern.


Am Hemholtz-Institut wurde ein alternativer und vielversprechender Ansatz zur Umwandlung von LOHC-gebundenem Wasserstoff in Elektrizität vorgeschlagen. Der wasserstoffreiche Träger wird in einer thermoneutralen Transfer-Hydrierungs-Reaktion entladen. Der Wasserstoff wird dabei auf Aceton übertragen. Das Produkt (2-Propanol) der Transferhydrierung wird dann in einer Brennstoffzelle (direkte Isopropanol-Brennstoffzelle; DIPAFC) umgewandelt. Ein solches Konzept ist sehr attraktiv für die On-Board-Erzeugung elektrischer Energie in mobilen Anwendungen.

Volker Göke studierte Chemisches Ingenieurwesen an der TU Clausth-tal-Zellerfeld , Fachbereich Energie & Reaktionschemie, und promovierte an der RWTH Aachen Stofftransport & Spektroskopie. Nach dem Studium begann er seine Laufbahn bei Linde Engineering R & D, Prozessentwicklung, durchlief von 2011-2015 als Leiter den Bereich Clean Gas Solutions, von 2015-2019 bei Linde Corporate Technology den Fachbereich Zukunftsmärkte & Scouting und ist seit 2020 Leiter des Produktmanagements beim gemeinsamen Unternehmen Linde ITM Elektrolyse GmbH.

Zum Vortrag:

 

  1. Grundideen der 1940 / 1970er Jahre
  2. Irrwege in Zeiten niedriger Ölpreise
  3. Koexistenz sauberer Wasserstofferzeugungstechnologien
  4. Herausforderungen in Substitutions- und Wachstumsmärkten
  5. Der Mobilitätssektor als wiederholter Impulsgeber    
  6. Ein realistisches 2050er Szenario: Die regulierte Wasserstoffwirtschaft

 

Zum Auftakt dieses Fokusthemas lud der VDI OWL Prof. Dr. Antje Boetius ein

Prof. Dr. Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Sie studierte in Hamburg und San Diego Biologie und Biologische Ozeanographie und promovierte 1996 über Tiefseemikrobiologie. Die Forscherin hat an 50 Meeresexpeditionen teilgenommen und viele davon geleitet. 2009 erhielt Antje Boetius den Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie in 2011 den ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, und hat in 2018 den Communicator Preis der DFG und den Deutschen Umweltpreis erhalten.

Sie begleitete außerdem das Forschungsvorhaben EISDRIFT. Das Forschungsschiff Polarstern trieb ein Jahr durch das Polareis und ist am 12. Oktober zurück nach Bremerhaven gekehrt. 190 Wissenschaftler konnten in dieser Zeit in wechselnder Zusammensetzung Forschung betreiben.

Das bundesweite VDI-Fokusthema für 2021 ist: 1,5° – Innovationen.Energie.Klima. Mit dem Vortrag greift sie das 1,5-Grad-Ziel auf und erläutert Notwendigkeit und Chancen aus ihrer wissenschaftlichen Perspektive. Im Anschluss an ihre Ausführungen stand uns Frau Prof. Dr. Boetius zu einer Diskussion zur Verfügung.

Zur Aufzeichnung des Vortrags

Zur Präsentation des Vortrags

 

Eine Veranstaltung unter Mitwirkung des VDI-Landesverbands NRW und der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences.