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1,5 Grad - gemeinsam für das Klimaziel.

Bild: Alfred Wegner Institut

Das 1,5-Grad-Ziel und unsere Zukunft

Der VDI OWL engagiert sich mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten für das 1.5 Grad-Ziel.

Zum Auftakt lud der VDI OWL Prof. Dr. Antje Boetius ein. Sie ist Polar- und Tiefseeforscherin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Den Vortrag von Ihr finden Sie unten auf dieser Seite.

Der Klimakrise begegnen – über Energiewende, zirkuläre Wertschöpfung und Strom aus Früchtetee

30.09.2021, 18:30-20:00 Uhr, Online-Veranstaltung

Welche Auswirkungen hat der menschgemachte Klimawandel und wie kann in Deutschland mit der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie die Energiewende gemeistert werden? Die derzeitige Verschwendung von Ressourcen trägt auch massiv zur Klimakrise bei. Große Mengen Energie werden benötigt, um komplexe Produkte herzustellen, die nach wenigen Monaten der Nutzung schon wieder verbrannt oder deponiert werden. Auch bei den jetzigen Technologien: Photovoltaik und Windenergieanlagen ist der Rückbau, und die Entsorgung der Materialien problematisch und wertvolle Rohstoffe können nicht weitergenutzt werden. Die zirkuläre Wertschöpfung ist ein Lösungsansatz, bei dem ein radikales Umdenken stattfindet. Produkte werden ganzheitlich betrachtet und schon in der Entwicklungsphase der Produkte werden Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und die Umweltverträglichkeit mitberücksichtigt. Durch die neuen Designprinzipien wird das lineare Wirtschaftssystem transformiert und das Konzept des Abfalls abgeschafft. Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien sind also ganzheitliche Lösungsansätze gefragt. Wie die Sonnenenergie nachhaltig genutzt werden kann und welche Rolle Früchte dabei spielen erfahren Sie in diesem Vortrag.

Anmeldung

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Institut für Technische Energie-Systeme (ITES) am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der FH Bielefeld statt.

Streitgespräche zum 1,5-Grad-Ziel

In dieser Reihe stellen wir Frauen vor, die das 1,5-Grad-Ziel in Forschung, Lehre, Berufspraxis, politischem Engagement und anderen Aktionsfeldern gestalten.

1. Streitgespräch fand am 24.03.2021 statt mit:

Silke Behrens, Jahrgang 1972, Bauingenieurin und Wirtschaftsjuristin, und Phöbe Schröder, 21 Jahre alt, Klimaaktivistin aus Herford, Studentin an der Universität Landau.

Silke Behrens ist seit 2006 im Energiebereich tätig und als Projektleiterin und Vertragsmanagerin seit 2014 auch im Bereich erneuerbare Energie in Großprojekten zur Energieerzeugung und -verteilung. Die Leitung für die Planungskoordination im Projekt „SuedOstLink“ hat sie seit 2020 inne.

Phöbe Schröder ist Initiatorin der ersten „Fridays for Future“-Demos im Kreis Herford, zuerst in Hiddenhausen. Inzwischen gehört sie zum fest zum Orga-Team in Herford. Nach ihrem Abi 2019 war sie mit dem Freiwilligendienst „weltwärts“ in einem Up- und Recycling-Projekt in Senga Bay, Malawi aktiv.

2. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 26.05.2021 statt mit:

Gabriele Paßgang, Jahrgang 1970, Ressourceneffizienzberaterin, ist seit 2011 für die Effizienz-Agentur NRW im Regionalbüro Bielefeld tätig. Als Projektkoordinatorin berät und begleitet Sie Unternehmen in der Region OWL, die sich für das Thema Material- und Energieeffizienz interessieren und sich so ökologisch und ökonomisch besser im Markt platzieren wollen.

Katharina Schnatmann ist seit 2017 Studentin der Regenerativen Energien an der FH Bielefeld. Nach dem Abschluss ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Modulwechselrichter in der Photovoltaik“ im Frühjahr 2021, setzt sie ihr Studium im Master der Elektrotechnik fort. Ihr besonderes Interesse liegt hierbei auf einer technisch fundierten Umsetzung der Energiewende.

Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Jahrgang 1971, ist seit 2008 als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld tätig. Sie leitet den Studiengang Regenerative Energien und engagiert sich neben der Lehre auch in der Forschung im Institut für Technische Energie-Systeme (ITES). Ihr ist es wichtig, die Studierenden praxisnah an aktuellen Themenstellungen der Energiewende auszubilden. - Veröffentlichung im Frauenbranchenbuch OWL

Heike Wulf – Leiterin des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf – VDI OWL

Deutscher Ingenieurtag 2021, 20. Mai 2021

Rückblick

Der diesjährige Deutsche Ingenieurtag stand ganz im Zeichen des Klimawandels. Die Fragen, denen wir uns annehmen werden, lauten,ob und wie das Pariser Klimaziel zur Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung auf 1,5° C erreicht werden kann. Ob Energiewende, Verkehrswende, Digitalisierung, Flexibilisierung der Industrie oder die vermehrte Nutzung von Wasserstoff: Es gibt viele Bereiche, die sich im Wandel befinden – und alle werden wesentlich von Ingenieur*innen mitgestaltet. Auf dem DIT 2021 bringen wir Fachleute aus verschiedensten Fachbereichen und Karrierestufen zusammen und bieten die Plattform, um gemeinsam – auch mit der Politik – Impulse für den Wandel zu setzen. Alle Hihglights und Informationen finden Sie hier im DIT-Rückblick!

Berichte - Infos - Downloads

VDI FVT Umweltbilanz zu Kraftfahrzeugen

 

Die Europäische Kommission hat sich zu dem sogenannten Green Deal bekannt, der die Absenkung der CO2-Emissionen bis 2030 weiter beschleunigen soll. Dabei liegt ein Fokus auf dem CO2-Fußabdruck der Mobilität. Der Fußabdruck batterieelektrischer Fahrzeuge wird dabei „Tank to Wheel“ (TtW, mit Mehrfachanrechnung) als CO2-neutral postuliert. Dagegen werden die CO2-Emissionen der Verbrennungskraftmaschinen von der Quelle bis zum Rad („Well to Wheel“, WtW) angerechnet.
Umweltbilanzen (LCA-Betrachtungen Life Cycle Assessment) gehen über diese Betrachtung hinaus und geben ein ganzheitliches Bild ab. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit sind zwei Voraussetzungen einzuhalten:

Erstens, eine vollständige Transparenz der Analyse-Randbedingungen. Vor nicht allzu langer Zeit veröffentlichte LCA-Vergleiche von Batteriefahrzeugen zu Verbrennern, nehmen sich zum Beispiel die Freiheit heraus, Batteriefahrzeuge ausschließlich mit regenerativem Strom betreiben zu wollen und zu produzieren. Wohingegen bei Verbrennungskraftmotoren fossile Kraftstoffe unterstellt werden. Selbst wenn die RED II keine Anrechnung CO2-neutraler Kraftstoffe erlaubt, sollten in Zukunft derartige Vergleiche unterbleiben. -  Die erschienene VDI/KIT-LCA-Studie erfüllt diese Transparenzanforderungen. Der Analyseumfang von der Fahrzeug-Herstellung über den Betrieb bis zum Recycling ist ein erster Schritt. Diese Studie kann zukünftig mit neuen Erkenntnissen bei Änderungen/Verbesserungen innerhalb der CO2-Bilanzgrenzen aktualisiert und validiert werden.

Zweitens müssen bei zukünftig Schritten, aufgrund des oben genannten erforderlichen Budget-Ansatzes, weitere CO2-Fußabdrücke in die Bilanz einbezogen werden. Ein wesentliches, heute noch weitgehend vernachlässigtes Bilanzelement ist die Betrachtung und Bewertung der CO2-Fußabdrücke der zu investierenden Infrastrukturen. Dies gleichermaßen für sämtliche Antriebsarten. Ebenso für die Brennstoffzelle und die erforderliche Wasserstoff Infrastrukturen. Das ist in der ersten Version der Studie noch nicht hinterlegt aber Gegenstand laufender Arbeiten.

Im Rahmen des VDI Arbeitskreises Fahrzeug- und Verkehrstechnik, möchten wir Sie zur Ergebnisdarstellung und Diskussion einladen. Die Studie ist im Oktober 2020 entstanden. Sie finden Sie auf der VDI Website und unter Mein VDI.

Das 1,5-Grad-Ziel in Forschung, Lehre, Berufspraxis, politischem Engagement und anderen Aktionsfeldern

Resümee zu den ersten beiden Streitgesprächen:

Bei beiden Streitgesprächen gabe es eine rege Beteiligung und einen konstruktiven Austausch. Der Fokus beim Ersten lag auf der Realisierung von technischen Lösungen. Hier wurden die Schwierigkeiten diskutiert, warum alles so lange dauert, welche Rolle NIMBYS (Not in my backyard) spielen und was "alte weiße Männer" damit zutun haben. Anwesend waren VDI-ler und Nicht VDI-ler aus allen Ecken Deutschlands incl. der "Prominenz" Karsten vom Bruch ("Dieselgate").

Das zweite Streigespräch wurde sehr werteorientiert geführt. Thema - Verzicht!

Einige O-Töne habe ich hier mitgenommen:

Veranstaltung sind wichtig um zu informieren.

Jetzt und sofort handeln - Rohstoffkonzepte für die Zukunft

"Verzicht tut weh" - Umfraiming - learning by doing

O-Ton von einem Nicht VDI-ler: "Der VDI muss lauter werden - die Stimme der Rationalen". - Und allgemein: Der VDI sollte mehr politische Verantwortung übernehmen.

 

Das 1. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 24.03.2021 statt mit:

Silke Behrens, Jahrgang 1972, Bauingenieurin und Wirtschaftsjuristin, und Phöbe Schröder, 21 Jahre alt, Klimaaktivistin aus Herford, Studentin an der Universität Landau.

Silke Behrens ist seit 2006 im Energiebereich tätig und als Projektleiterin und Vertragsmanagerin seit 2014 auch im Bereich erneuerbare Energie in Großprojekten zur Energieerzeugung und -verteilung. Die Leitung für die Planungskoordination im Projekt „SuedOstLink“ hat sie seit 2020 inne.

Phöbe Schröder ist Initiatorin der ersten „Fridays for Future“-Demos im Kreis Herford, zuerst in Hiddenhausen. Inzwischen gehört sie zum fest zum Orga-Team in Herford. Nach ihrem Abi 2019 war sie mit dem Freiwilligendienst „weltwärts“ in einem Up- und Recycling-Projekt in Senga Bay, Malawi aktiv.

 

Das 2. Streitgespräch zum 1,5-Grad-Ziel fand am 26.05.2021 statt mit:

Gabriele Paßgang, Jahrgang 1970, Ressourceneffizienzberaterin, ist seit 2011 für die Effizienz-Agentur NRW im Regionalbüro Bielefeld tätig. Als Projektkoordinatorin berät und begleitet Sie Unternehmen in der Region OWL, die sich für das Thema Material- und Energieeffizienz interessieren und sich so ökologisch und ökonomisch besser im Markt platzieren wollen.

Katharina Schnatmann ist seit 2017 Studentin der Regenerativen Energien an der FH Bielefeld. Nach dem Abschluss ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Modulwechselrichter in der Photovoltaik“ im Frühjahr 2021, setzt sie ihr Studium im Master der Elektrotechnik fort. Ihr besonderes Interesse liegt hierbei auf einer technisch fundierten Umsetzung der Energiewende.

Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Jahrgang 1971, ist seit 2008 als Professorin an der Fachhochschule Bielefeld tätig. Sie leitet den Studiengang Regenerative Energien und engagiert sich neben der Lehre auch in der Forschung im Institut für Technische Energie-Systeme (ITES). Ihr ist es wichtig, die Studierenden praxisnah an aktuellen Themenstellungen der Energiewende auszubilden.

Heike Wulf – Leiterin des Netzwerkes Frauen im Ingenieurberuf – VDI OWL

Der Vortrag beschäftigte sich mit flüssigen organischen Wasserstoffträgern (englisch: Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC). Dabei handelt es sich um Verbindungen, die Wasserstoff durch chemische Reaktion aufnehmen und wieder abgeben können. LOHCs sind daher als Speichermedien für Wasserstoff sehr geeignet, da sie weder hohe Drücke noch tiefe Temperaturen erfordern.


Am Hemholtz-Institut wurde ein alternativer und vielversprechender Ansatz zur Umwandlung von LOHC-gebundenem Wasserstoff in Elektrizität vorgeschlagen. Der wasserstoffreiche Träger wird in einer thermoneutralen Transfer-Hydrierungs-Reaktion entladen. Der Wasserstoff wird dabei auf Aceton übertragen. Das Produkt (2-Propanol) der Transferhydrierung wird dann in einer Brennstoffzelle (direkte Isopropanol-Brennstoffzelle; DIPAFC) umgewandelt. Ein solches Konzept ist sehr attraktiv für die On-Board-Erzeugung elektrischer Energie in mobilen Anwendungen.

Volker Göke studierte Chemisches Ingenieurwesen an der TU Clausth-tal-Zellerfeld , Fachbereich Energie & Reaktionschemie, und promovierte an der RWTH Aachen Stofftransport & Spektroskopie. Nach dem Studium begann er seine Laufbahn bei Linde Engineering R & D, Prozessentwicklung, durchlief von 2011-2015 als Leiter den Bereich Clean Gas Solutions, von 2015-2019 bei Linde Corporate Technology den Fachbereich Zukunftsmärkte & Scouting und ist seit 2020 Leiter des Produktmanagements beim gemeinsamen Unternehmen Linde ITM Elektrolyse GmbH.

Zum Vortrag:

 

  1. Grundideen der 1940 / 1970er Jahre
  2. Irrwege in Zeiten niedriger Ölpreise
  3. Koexistenz sauberer Wasserstofferzeugungstechnologien
  4. Herausforderungen in Substitutions- und Wachstumsmärkten
  5. Der Mobilitätssektor als wiederholter Impulsgeber    
  6. Ein realistisches 2050er Szenario: Die regulierte Wasserstoffwirtschaft

 

Zum Auftakt dieses Fokusthemas lud der VDI OWL Prof. Dr. Antje Boetius ein

Prof. Dr. Antje Boetius ist Polar- und Tiefseeforscherin und Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Sie studierte in Hamburg und San Diego Biologie und Biologische Ozeanographie und promovierte 1996 über Tiefseemikrobiologie. Die Forscherin hat an 50 Meeresexpeditionen teilgenommen und viele davon geleitet. 2009 erhielt Antje Boetius den Gottfried-Wilhelm-Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie in 2011 den ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, und hat in 2018 den Communicator Preis der DFG und den Deutschen Umweltpreis erhalten.

Sie begleitete außerdem das Forschungsvorhaben EISDRIFT. Das Forschungsschiff Polarstern trieb ein Jahr durch das Polareis und ist am 12. Oktober zurück nach Bremerhaven gekehrt. 190 Wissenschaftler konnten in dieser Zeit in wechselnder Zusammensetzung Forschung betreiben.

Das bundesweite VDI-Fokusthema für 2021 ist: 1,5° – Innovationen.Energie.Klima. Mit dem Vortrag greift sie das 1,5-Grad-Ziel auf und erläutert Notwendigkeit und Chancen aus ihrer wissenschaftlichen Perspektive. Im Anschluss an ihre Ausführungen stand uns Frau Prof. Dr. Boetius zu einer Diskussion zur Verfügung.

Zur Aufzeichnung des Vortrags

Zur Präsentation des Vortrags

 

Eine Veranstaltung unter Mitwirkung des VDI-Landesverbands NRW und der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences.