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VDI-Fachbereich Facility-Management

Richtlinienreihe VDI 2077 "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung"

Die Ausschüsse befassen sich mit der Erstellung einer Richtlinienreihe zur Erfassung aller Verbrauchskosten für TGA-Anlagen (Energie, Wasser). Zu diesem Zweck sollen die Grundlagen von Messkonzepten festgelegt werden.

 

 

Das Gesamtwerk der Richtlinienreihe VDI 2077 soll folgende Blätter umfassen:

 

  • VDI 2077 Blatt 1 "Verbrauchskostenerfassung für die Technische Gebäudeausrüstung; Grundlagen"
  • VDI 2077 Blatt 2 "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Wasserversorgungsanlagen"
  • VDI 2077 Blatt 3.1 "Verbrauchskostenerfassung für die Technische Gebäudeausrüstung; Ermittlung der umlagefähigen Wärmeerzeugungskosten von KWK-Anlagen"
  • VDI 2077 Blatt 3.2 "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Wärme- und Warmwasserversorgungsanlagen; Kostenaufteilung in verbundenen Anlagen"
  • VDI 2077 Blatt 3.3 "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Wärme- und Warmwasserversorgungsanlagen; Kostenaufteilung bei Solaranlagen" 
  • VDI 2077 Blatt 4 "Verbrauchskostenerfassung für die Technische Gebäudeausrüstung; RLT- und Kälteanlagen"
  • VDI 2077 Beiblatt "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Verfahren zur Berücksichtigung des Rohrwärmeanteils"

VDI 2077 Blatt 3.5 (vormals VDI 2077 Beiblatt)
„Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung; Verfahren zur Berücksichtigung des Rohrwärmeanteils"

 

Zur Novelle der Heizkostenverordnung stellte der Ausschuss VDI 2077 die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt "Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung - Verfahren zur Berücksichtigung der Rohrwärmeabgabe" vor.


Die Richtlinie wurde fünf Jahre nach Erscheinen turnusgemäß überprüft. Erkenntnisse aus den ersten fünf Jahren der Anwendung gaben zu einer Überarbeitung Anlass. Die Richtlinie wird nach Beschluss des Fachbeirats Facility-Management der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik im Ausschuss VDI 2077 Blatt 3.5 überarbeitet.

 

Vorsitzender:

Prof. Dr.-Ing. Günter Mügge VDI
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Fakultät für Bauen
Lipezker Str. 47
03048 Cottbus
Telefon: 0355/5818-834
E-Mail: guenter.muegge@b-tu.de


Ihre Fragen zur VDI 2077

Sie haben Fragen zu der Richtlinienreihe VDI 2077? Dann nutzen Sie die Möglichkeit Ihre Frage über unsere Internetseite zu stellen.

 

Die Inhalte von VDI-Richtlinien entstehen in Übereinstimmung mit VDI 1000 und bilden den Konsens der Verkehrskreise ab. Sie gelten als anerkannte Regeln der Technik. Die Inhalte dieser FAQ dagegen sind rein informativ und haben nicht den Status anerkannter Regeln der Technik. Sie stellen insbesondere auch keine Rechtsberatung dar, sondern sollen als beispielhafte Fallbesprechungen Hilfestellungen für Richtlinienanwender geben. Sie können nicht die eingehende Rechtsberatung durch eine hierzu berufene Person ersetzen und sind nicht als zusätzliche oder über die Richtlinieninhalte hinausgehende Festlegungen zu verstehen.

Frage Datum
Frage Datum
Frage: Bezieht der theoretische Mehrbelastungsgrad sich auf Nutzeinheiten oder Nutzer, wie ist es beim Nutzerwechsel?
Bezieht der theoretische Mehrbelastungsgrad sich auf Nutzeinheiten oder Nutzer, wie ist es beim Nutzerwechsel?

Antwort: M_T bezieht sich natürlich auf den individuellen Nutzer und den jeweiligen Abrechnungszeitraum. Schließlich ist der Heizenergieverbrauch hochgradig vom Nutzer abhängig.
29.03.2019
Frage: Bei VRF-Klimasystemen mit einer Außeneinheit und mehreren Inneneinheiten wird anstatt Wasser ein Kühlmittel verwendet. Wird hier, da die Inneneinheiten zu verschiedenen Mietern gehören, ebenfalls...
Bei VRF-Klimasystemen mit einer Außeneinheit und mehreren Inneneinheiten wird anstatt Wasser ein Kühlmittel verwendet. Wird hier, da die Inneneinheiten zu verschiedenen Mietern gehören, ebenfalls eine verbrauchsorientierte Abrechnung benötigt? Da dieser Verbrauch nicht mit klassischen geeichten Wärmezählern machbar ist (da im 2-phasigen Bereich) und ich diesbezüglich nichts in der VDI2077 oder Heizkostenverordnung finden konnte, wollte ich wissen, ob es diesbezüglich auch eine Regelung gibt?
Kurz gesagt, wie man rechtlich einwandfrei den Gesamtverbrauch (mit geeichtem Stromzähler an der Außeneinheit gemessen) auf die Inneneinheiten umlegt, wenn dies nicht über Wärmezähler/Heizkostenverteiler machbar ist?

Antwort: VRF-Klimasysteme, auch Split-Systeme genannt, können wie von Ihnen dargestellt, erst einmal insgesamt über die Stromaufnahme (am Kompressor) zählerseitig erfasst werden. Bei der Unterverteilung hängt es davon ab:
- Sofern die Innengeräte (= Verdampfereinheiten) in Luftleitungen installiert sind, können Luftenergiezähler verwendet werden
- Sofern sie sich unmittelbar in Räumen befinden, fällt mir nur der „gute alte“ Flächenschlüssel ein, denn dann lässt sich der Verbrauch meines Wissens nicht messen.
22.02.2019
Frage: Wir wohnen in einem Plattenbau in Berlin. Unsere Heizkostenabrechnung erfolgt seit 2013 nach der VDI 2077. Da wir aber die oberste Wohnung im Haus bewohnen, enden die Heizrohre in ca. 1 Meter Höhe....
Wir wohnen in einem Plattenbau in Berlin. Unsere Heizkostenabrechnung erfolgt seit 2013 nach der VDI 2077. Da wir aber die oberste Wohnung im Haus bewohnen, enden die Heizrohre in ca. 1 Meter Höhe. Das heißt, wir profitieren von der Rohrwärmeabgabe gar nicht bzw. höchst minimal. Gibt es eine Verpflichtung für den Vermieter, die Rohrwärmeabgabe nach Länge der Rohre und nicht nach m² abzurechnen?

Antwort: Nein, es besteht die Möglichkeit, aber nicht die Pflicht.
19.12.2018
Frage: Der Vermieter hat seit diesem Jahr erstmals die Abrechnung nach VDI 2077 vorgenommen. Meine Frage besteht jetzt darin, ob er dies tun kann, da unser Einrohrheizsystem nur durch die Decke und den...
Der Vermieter hat seit diesem Jahr erstmals die Abrechnung nach VDI 2077 vorgenommen. Meine Frage besteht jetzt darin, ob er dies tun kann, da unser Einrohrheizsystem nur durch die Decke und den Fußboden verlaufen. Eine Befestigung an der Wand der Heizrohre liegt hier nicht vor. An den Heizkörpern haben wir lediglich nur Heizkostenverteiler angebracht.
Darf die Abrechnung trotz ausgefallener Heizung erfolgen?

Antwort: Die Frage lässt sich so pauschal nicht sicher beantworten. Einige grundsätzliche Aussagen:
Die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt, aktuell VDI 2077 Blatt 3.5, ist dafür gedacht, die Rohrwärmeabgabe, sofern sie zu wesentlichen Kostenverzerrungen führt, in der Heizkostenabrechnung zu berücksichtigen. Die Vorgehensweise zur Erkennung einer Rohrwärmeproblematik und die Kriterien sind in der Tat davon unabhängig, ob die Rohre sichtbar verlegt sind oder im Estrich oder dgl. Es geht in der Richtlinie allein darum, eine tatsächlich stattfindende Rohrwärmeabgabe als relevant zu erkennen und zu korrigieren.
Nun hat es ein Gerichtsurteil gegeben, dass den Wortlaut der HeizkostenV so interpretiert, dass eine Korrektur nach VDI 2077 nur bei sichtbar verlegten Leitungen gestattet. (Dies wird aus dem Wort „freiliegend“ in der HeizkostenV abgeleitet.) Aus technischer Sicht ist das kein sinnvolles Kriterium, da eine nennenswerte Wärmeübertragung nachweislich (z. B. durch Thermografie und andere Messwerte) auch stattfinden kann, wenn die Rohre für das menschliche Auge nicht sichtbar sind.
Zur Frage, ob auch Heizkosten abgerechnet werden können, wenn die Heizung ausgefallen ist: Eine Heizung, die ein ganzes Jahr ausgefallen ist, sollte keinen Verbrauch haben, den man abrechnen kann. Also vermute ich, die Heizung ist nur zeitweise ausgefallen. Dann kann man natürlich den Verbrauch abrechnen, der angefallen ist. Bei längerfristigen Ausfällen während der kalten Jahreszeit wäre allerdings zu fragen, ob die Wohnung ohne Heizung noch uneingeschränkt nutzbar ist. Wird das verneint, wäre über entsprechende Maßnahmen, wie Mietminderung oder Kündigung nachzudenken. Das lässt sich aber alles nur im spezifischen Einzelfall und unter Hinzuziehung eines Rechtsbeistands klären.
30.11.2018
Frage: In unserem Wohnhaus gibt es lt. Aussage eines Gutachters eine vertikale Einrohrheizung pro Wohnung. Das Haus dagegen wird mit einer Zweirohrheizung versorgt. Kann in diesem Fall die VDI 2077...
In unserem Wohnhaus gibt es lt. Aussage eines Gutachters eine vertikale Einrohrheizung pro Wohnung. Das Haus dagegen wird mit einer Zweirohrheizung versorgt. Kann in diesem Fall die VDI 2077 grundsätzlich zur Anwendung kommen? Muss die Übersicht über die drei einzuhaltenden Kriterien vom Abrechner pro Jahr der Abrechnung beigelegt werden? Bei uns im Haus kommt es seit der Umstellung auf Fernwärme jedes Jahr, seit 2014, zu Wärmeverlusten. Kann die VDI 2077 ohne Ursachenprüfung über den Wärmeverlust über Jahre angewendet werden?

Antwort: Einrohr in den Wohnungen, Zweirohr im Haus? Das ist mir nicht verständlich.
Die Anwendung der VDI 2077 Blatt 3.5 (früher: Beiblatt) ist letztendlich unabhängig vom vorhandenen Heizungssystem. Es kommt nur darauf an, ob Rohrwärme tatsächlich in erheblichem Ausmaß vorhanden ist. Es besteht keine Pflicht, der Heizkostenabrechnung eine Dokumentation der Überprüfung beizulegen. Aus dem Fehlen dieser Beilage lässt sich denn auch nicht schlussfolgern, dass keine Überprüfung stattgefunden hätte.
10.11.2018
Frage: In unserem Haus (Altbau, 30 Wohneinheiten, 1878 qm + Gewerbe) erfolgt die Wärmeversorgung (Fernwärme) über eine vertikale Einrohrheizleitung mit Funkwärmengenzählern. Es handelt sich um...
In unserem Haus (Altbau, 30 Wohneinheiten, 1878 qm + Gewerbe) erfolgt die Wärmeversorgung (Fernwärme) über eine vertikale Einrohrheizleitung mit Funkwärmengenzählern. Es handelt sich um freiliegende, ungedämmte Leitungen. Nach dem im Jahre 2017 erfolgten Anschluss an die Fernwärme haben wir Mieter die erste Heizkostenabrechnung erhalten. Die Heizkosten sind enorm gestiegen und die Kostenbelastung der Vielverbraucher ist gegenüber den Niedrigverbrauchern deutlich höher, was eine rohrwärmebedingte Kostenverzerrung vermuten lässt. Es wurde ein Verteilerschlüssel 30/70 angewendet. Die Erfassungrate liegt aber bei 54%. Sollten die anderen beiden Kriterien für die Anwendung der VDI 2077 Beiblatt erfüllt sein, was hochwahrscheinlich der Fall ist (An wen sollen wir uns wenden, um diese fachtechnisch berechnen zu lassen?), dürfte und sollte man die Rohrwärmekorrektr anwenden? Wäre sonst einen Verteilerschlüssel 50/50 zu empfehlen? Oder beides?


Antwort: Die Situation klingt in der Tat deutlich nach Rohrwärmeproblematik. Hier ist auf jeden Fall eine 50:50-Verteilung zu bevorzugen, um die Problematik schon einmal ein Stück weit zu entschärfen.

Sie schreiben von Funkwärmezählern. Gemeint sind wahrscheinlich Heizkostenverteiler mit Funkablesung (Geräte an den einzelnen Heizkörpern). Ein Verbrauchswärmeanteil von 54% ist eigentlich unkritisch. Das Abrechnungsunternehmen sollte überprüfen, ob die Basisempfindlichkeit und die Faktoren f_Sk und f_KQ richtig angewendet wurde.
25.09.2018
Frage: Unsere Wohnanlage, Baujahr 1973, umfasst 27 Wohnungen in drei Blocks - je Block 6 Dreizimmer-Wohnungen und 3 4-Zimmerwohnungen mit Einrohrheizung. Der andere Teil - 24 Wohnungen mit...
Unsere Wohnanlage, Baujahr 1973, umfasst 27 Wohnungen in drei Blocks - je Block 6 Dreizimmer-Wohnungen und 3 4-Zimmerwohnungen mit Einrohrheizung. Der andere Teil - 24 Wohnungen mit Zweirohrheizungen. Ein jahrzehnterlanger Streit um die gerechte Verteilung der Heizkosten - nicht erfasste Wäermeeinheiten bei den Einrohrheizungen - soll nun mit dem Einbau von Wärmemengenzählern in den genannten 27 Wohnungen geregelt werden. Auch die Androhung es soll das Gericht zu entscheiden ist von der Zweirohrseite schon beim Anwalt.
Sollen wir diesen Einbau der WMZ dulden, oder haben wir eine Chance mit der Regelung 50:50 oder gibt noch andere Möglichkeiten?
Nachtrag: Der Verlauf der Rohre ist unter dem Estrich!

Antwort: Wärmemengenzähler (WMZ) haben ganz sicher den Vorteil, dass trennscharf erfasst wird, wie viel Wärme genau in den jeweiligen Strang geht. Dennoch sehe ich das Kernproblem nicht als gelöst an: Wenn ich es richtig verstehe, gibt es auch Streit über die Verteilung zwischen den Gruppen "Einrohr" und "Zweirohr". (Warum fällt mir eigentlich gerade der Film "Keinohrhasen" ein?) Es gäbe zwischen diesen beiden Gruppen auch dann immer noch unterschiedliche Erfassungstechnik. Aus meiner Sicht spricht hier einiges für eine Nutzergruppentrennung. Zu rechtlichen Fragen können und dürfen wir Sie nicht beraten.
26.08.2018
Frage: Ist es zulässig die Kosten einer zentralen KWL mit WRG auf Basis der m² auf Eigentumswohnungen umzulegen? Es handelt sich um den Neubau mehrerer Gebäude (jeweils 20-30...
Ist es zulässig die Kosten einer zentralen KWL mit WRG auf Basis der m² auf Eigentumswohnungen umzulegen?

Es handelt sich um den Neubau mehrerer Gebäude (jeweils 20-30 Eigentumswohnungen)

Geplant ist eine KWL mit WRG und Heizregister, ausgeführt als zentrales Dachgerät.

Werden in einem solchen Fall:
-die Kosten für den Strom des Gerätes auf die Eigentümer (pro m²) umgelegt?
-die abgeführte Wärme pro Wohnung zum WRG ermittelt oder vernachlässigt?
-Die Kosten für das Betreiben des Heizregisters auf Basis der m² umgelegt?
-Ist das Umlegen auf Basis der m² anfechtbar?


Antwort: Dieses FAQ kann, wie auch im Disclaimer oben dargestellt, keine Rechtsberatung liefern oder ersetzen. Aus technischer Sicht plausibel ist das vorgeschlagene Vorgehen, aber ob es rechtssicher ist, kann Ihnen nur ein Rechtsberater oder die Rechtsabteilung eines Abrechnungsunternehmens sagen.
07.05.2018
Frage: Kürzlich würde auf der Eigentümerversammlung beschlossen, die VDI 2077 anzuwenden. Hierzu vier spezifische Fragen: 1. Kann die VDI 2077 zur Anwendung kommen, obwohl die 3 Wohnungen im...
Kürzlich würde auf der Eigentümerversammlung beschlossen, die VDI 2077 anzuwenden. Hierzu vier spezifische Fragen:
1. Kann die VDI 2077 zur Anwendung kommen, obwohl die 3 Wohnungen im Dachgeschoss, die jeweils 2 Etagen haben, wovon die höhere Etage mit einem Zimmer, Flur und Bad keine Heizungen besitzen?
2. Aufgrund der fehlenden Heizungen wurden Kamine/Holzöfen (nachträglich) eingebaut, weswegen mind. eine Partei primär mit Holz heizt. Kann die VDI 2077 angewendet werden, wenn unterschiedliche Energiequellen benutzt werden, die aber in der Heizkostenabrechnung nicht berücksichtigt wird, da die Holzkosten individuell bezahlt werden?
3. Wenn man trotzdem das Bilanzverfahren anwenden kann, wie kann man es dann gerecht gestalten und Räume berücksichtigen, die keine Heizkörper und Heizrohre besitzen und folglich hier keine Wärmeabgabe anfällt?
4. Würden die Warmwasserrohre des Bads in der 2. Etage als Rohrwärme und damit die Fläche des Bads zu berücksichtigen sein?

Antwort: 1. Ja. Wenn Rohrwärme zu signifikanten Kostenverzerrungen führt, kann und soll die Richtlinie angewendet werden. Allerdings ist bei augenfälligen Unterschieden in der Verrohrung der Wohnungen zu prüfen, wie die Rohrwärme sachgerecht verteilt werden kann, siehe auch 3.
2. Der Rohrwärmeeintrag findet auch dann statt, wenn in der Nutzeinheit andere Wärmequellen vorhanden sind, z. B. eben Kamine.
3. In der Mehrzahl aller Fälle ist die Annahme vernünftig, dass alle Nutzeinheiten in etwa dieselbe Rohrlänge haben und dass diese flächenproportional ist. Das stimmt bei Dachgeschosswohnungen (häufig andere Grundrisse, bei vertikaler Verteilung keine raumhohen Rohre, sondern „Stummelchen“) sowohl bei vertikaler als auch bei horizontaler Einrohrheizung meist nicht. Die Rohrwärme kann durchaus nach anderen, sinnvollen Maßstäben verteilt werden, z. B. nach tatsächlicher Rohrlänge, wenn die Rohre, wie bei dem Modell „Dresdener Gardinenstange“ oder auch bei vertikaler Einrohrheizung häufig zu beobachten, mit dem bloßen Auge sichtbar sind.
4. Die Wärme für Trinkwassererwärmung ist von der für die Beheizung abzutrennen. Sie taucht also in den Heizenergieverbräuchen nicht auf und ist folglich auch nicht als Heizwärme umzulegen.
08.05.2017
Frage: Es geht um eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus. Vor zwei Jahren wechselte der Verwalter. Seither wird eine Rohrwärme berechnet unter Hinweis auf VDI 2077 Beiblatt. Für 2016 beträgt der...
Es geht um eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus. Vor zwei Jahren wechselte der Verwalter. Seither wird eine Rohrwärme berechnet unter Hinweis auf VDI 2077 Beiblatt. Für 2016 beträgt der Eigenverbrauch 254 Einheiten und die Rohrwärme 1.250 Einheiten. Auch im vergangenen Jahr war die Relation ähnlich. Muss man eine solche Abrechnung hinnehmen oder was sollte man dagegen tun?

Antwort: Wenn Rohrwärme signifikant ist, dann ist es auch schlüssig, dass mehr Rohrwärmeeinheiten als angezeigte Verbrauchseinheiten auftreten. Die Anwendung des Verfahrens wurde vermutlich vom Abrechnungsunternehmen nach Prüfung der Werte empfohlen und dann möglicherweise von der Eigentümergemeinschaft beschlossen. Ihre Frage nach den Möglichkeiten, sich gegen die Abrechnung zu wehren ist eine juristische, die wir nicht beantworten können und dürfen (siehe Disclaimer).
17.03.2017
Frage: In unserem Objekt sind die 3 Kriterien für die Anwendung der VDI 2077 Beiblatt alle erfüllt. Eine Partei ist aber der Meinung, dass die VDI 2077 nur dann angewendet werden kann, wenn freiliegende...
In unserem Objekt sind die 3 Kriterien für die Anwendung der VDI 2077 Beiblatt alle erfüllt. Eine Partei ist aber der Meinung, dass die VDI 2077 nur dann angewendet werden kann, wenn freiliegende Leitungen überwiegend ungedämmt sind, wie in der HKVO §7 Absatz 1 Satz 3 festgelegt. Ob Leitungen ungedämmt sind, lässt sich im Nachhinein aber nicht zweifelsfrei feststellen. Darf die VDI 2077 Beiblatt trotzdem angewendet werden?

Antwort: Eindeutig ja. Es müssen nicht zwingend ungedämmt verlegte Rohre und auch nicht zwingend freiliegende Leitungen sein, die Rohrwärme abgeben. Thermografien belegen beispielsweise, wie effektiv auch im Estrich verlegte Leitungen Rohrwärme abstrahlen. Allein das Vorhandensein von Dämmmaterial bedeutet ja auch nicht, dass die Dämmung auch hinreichend effektiv ist. Die Kriterien in VDI 2077 Beiblatt zielen ganz klar darauf ab, die Fälle herauszufiltern, in denen Rohrwärme 1) auftritt und 2) zu Kostenverzerrungen führt.
Seit November 2016 gibt es den Entwurf VDI 2077 Blatt 3.5, die überarbeitete Version von VDI 2077 Beiblatt. Dort wurde das Verfahren zum Herausfiltern der Fälle mit rohrwärmebedingter Kostenverzerrung nochmal deutlich verfeinert.
16.03.2017
Frage: Ich habe mir 1998 in einem 6-Fam. Neubau eine Wohnung gekauft. Auf meiner Seite sind die Parterre-Wohnung und die Wohnung im 1. Stock im Winter kaum bewohnt. Auf der anderen Seite ist die Wohnung...
Ich habe mir 1998 in einem 6-Fam. Neubau eine Wohnung gekauft.
Auf meiner Seite sind die Parterre-Wohnung und die Wohnung im 1. Stock im Winter kaum bewohnt.
Auf der anderen Seite ist die Wohnung im 1. und 2. Stock bewohnt.
Seit 2014 werden die Heizkosten nach VDI 2077 Beiblatt Rohrwärmeeinheiten abgerechnet und meine Heizkosten haben sich dadurch verringert. Heute hat mir die Hausverwaltung mitgeteilt, dass VDI 2077 nur vorübergehend abgerechnet werden kann. Stimmt das? Neuberechnung mit hydraulischem Abgleich kommt 2018. Muss das sein?

Antwort: Hier handelt es sich vermutlich um eine stark vereinfachte Aussage.
Die Rohrwärmekorrektur kann und soll angewendet werden, solange das Problem auftritt. Aber das Problem ist möglicherweise bedingt durch technische Mängel, z. B. einen fehlenden hydraulischen Abgleich, und es steht ganz klar in der Richtlinie, dass die Behebung technischer Mängel Vorrang hat. Vermutlich ist das gemeint: Es soll an der Anlage etwas verbessert werden, sodass die Rohrwärmeproblematik nicht mehr so eklatant auftritt und die Anwendung des Verfahrens entfallen kann. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Anlage auch nach der Verbesserung noch signifikant Rohrwärme abgibt, die zu Kostenverzerrungen führt, sollte das Verfahren auch danach wieder angewendet werden.
07.03.2017
Frage: Im Anwesen ist eine Einrohrheizung, links drei Wohnungen mit ca. 100 qm rechts drei Wohnungen mit ca. 80 qm. Es gibt zwei getrennte Heizstränge. Die Vielverbraucher sind die obersten kleinen...
Im Anwesen ist eine Einrohrheizung, links drei Wohnungen mit ca. 100 qm rechts drei Wohnungen mit ca. 80 qm. Es gibt zwei getrennte Heizstränge. Die Vielverbraucher sind die obersten kleinen Wohnungen auf der rechten Seite. Die Niedrigverbraucher sind somit die großen Wohnungen auf der linken Seite. Es wird der gesamte Verbrauch für das Haus abgerechnet. Meine Frage: Um eine richtige Abrechnung zu erstellen, müsste man nicht dann beide Heizstränge getrennt abrechnen , da auf der linken Seite ja nur Niedrigverbraucher sind und sonst die ganze Abrechnung verfälscht wird?

Antwort: Was Sie vorschlagen, ist eine sogenannte Nutzergruppentrennung. Durch die Heizkostenverordnung vorgeschrieben ist eine Nutzergruppentrennung nur bei unterschiedlichen Erfassungssystemen, z.B. Wenn ein Teil A des Gebäudes ist mit Verdunsterröhrchen ausgestattet ist, ein anderer Teil mit elektronischen Heizkostenverteilern. Alles andere hat Empfehlungscharakter, z.B. bei Mischung von Wohnungen und Gewerbe, Liegenschaften mit mehreren Gebäuden, unterschiedliche Nutzungszeiten.
Im geschilderten Fall, wo sich die beiden Gebäudebereiche durch die Wohnungsgröße und das Nutzerverhalten unterscheiden, ist a priori kein zwingender Grund für die Nutzergruppentrennung erkennbar. Eine "Genauigkeitssteigerung" ließe sich damit wahrscheinlich erreichen, aber zwingend ist das nicht. Bei so einem kleinen Objekt wäre das wohl auch kaum wirtschaftlich, denn die Nutzergruppentrennung ist nicht kostenneutral.
Soweit hier nennenswerte Rohrwärme vorliegt, wäre es denkbar, diese nicht nach Fläche, sondern Rohrlänge/leistung zu verteilen.
29.01.2017
Frage: Worin liegt der Unterschied zwischen dem VDI 2077 "Beiblatt" und dem VDI 2077 Blatt 3.5?
Worin liegt der Unterschied zwischen dem VDI 2077 "Beiblatt" und dem VDI 2077 Blatt 3.5?

Antwort: Keiner. Bitte lesen Sie trotzdem weiter. Die merkwürdig erscheinende Benummerung ist aus der Historie der Richtlinie zu verstehen: Als wir anfingen, die alte Richtlinie zur Heizkostenerfassung zu überarbeiten, schien aus der damaligen Situation (Mauerfall) heraus die Erarbeitung der Rohrwärmekorrektur, eigentlich ein kleines Teilthema, vordringlich. Auch wir (der Richtlinienausschuss) hatten erwartet, dass das hauptsächlich ein Thema in den Plattenbauten der neuen Bundesländer wäre. Das Teilthema haben wir damals als „Beiblatt“ bezeichnet, schon im Hinterkopf den Gedanken hegend, es eines Tages in eine Richtlinie VDI 2077 einarbeiten zu wollen. Nun hat sich im Verlauf der weiteren Diskussionen in den Ausschüssen auch der Bedarf an einer noch weiter gefassten Bearbeitung der Thematik „Verbrauchskostenerfassung“ (nicht nur Heizkosten) ergeben, siehe auch obige Tabelle. VDI 2077 ist nun keine einzelne Richtlinie mehr, sondern eine Reihe. Und in deren Gesamtsystematik halten wir das Thema „Rohrwärme“ unter der Blattnummer 3.5 für geeignet einsortiert. Die endgültige Fassung der Richtlinie VDI 2077 Blatt 3.5 wird daher VDI 2077 Beiblatt ersetzen. Das steht in der Tat auch so auf dem Titelblatt des aktuell veröffentlichten Entwurfs VDI 2077 Blatt 3.5; dort wird als „frühere Ausgabe“ von VDI 2077 Blatt 3.5 die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt genannt.
10.01.2017
Frage: Kann bei einer Zentralkälteanlage mit diversen Kältedurchflusszählern der Stromverbrauch im Differenzverfahren ermittelt werden, oder muss ein separater Zähler für die Kältemaschine installiert...
Kann bei einer Zentralkälteanlage mit diversen Kältedurchflusszählern der Stromverbrauch im Differenzverfahren ermittelt werden, oder muss ein separater Zähler für die Kältemaschine installiert werden?

Antwort: Die Berechnung des Stromverbrauchs aus der Summe der Kältezähler über eine angenommene Arbeitszahl halten wir aufgrund der damit verbundenen Unsicherheiten (Unsicherheiten der Kältezähler und Unsicherheit bei der Annahme der Arbeitszahl, die ja stark von Betriebspunkt im Betrachtungszeitraum abhängt) für fragwürdig. Eine Differenzrechnung ist hier nicht erkennbar. Ein Stromzähler für die Kältemaschine hätte, wäre daher aus unserer Sicht das richtige Vorgehen.
01.12.2016
Frage: Ich wohne in einer großen Wohnanlage. Für 2015 wurde erstmals VDI 2077 Beiblatt angewendet. Müssen alle Mietparteien diesen Rohrwärmeanteil bezahlen oder nur ich, die keinen Verbrauch über die...
Ich wohne in einer großen Wohnanlage. Für 2015 wurde erstmals VDI 2077 Beiblatt angewendet. Müssen alle Mietparteien diesen Rohrwärmeanteil bezahlen oder nur ich, die keinen Verbrauch über die Zähler hat? Meine Nachbarin (gleiche Wohnungsgröße) zahlt nichts für Rohrwärme.

Antwort: Rohrwärme kann nach verschiedenen Umlagegrößen verteilt werden. Haben alle Wohnungen in etwa dieselbe Rohrlängen, kann schlicht nach Fläche verteilt werden. Sind bekanntermaßen verschiedene Rohrlängen zu beachten (wie bei vertikaler Einrohrheizung: raumhohe Rohre in allen Geschossen außer Dachgeschoss, Dachgeschoss nur vom Boden bis zum Heizkörper) kann nach Rohrlänge verteilt werden. Die Verteilung der Rohrwärme richtet sich nicht nach dem Zählerstand. Rohrwärme tritt bei allen auf, ist also auch auf alle zu verteilen.
10.11.2016
Frage: Auf Veranlassung der Hausverwaltung sollen die eichüberfälligen elektronischen Heizkostenverteiler auf Veranlassung der Hausverwaltung ab der kommenden Heizperiode auf Verdunster umgerüstet...
Auf Veranlassung der Hausverwaltung sollen die eichüberfälligen elektronischen Heizkostenverteiler auf Veranlassung der Hausverwaltung ab der kommenden Heizperiode auf Verdunster umgerüstet werden. Frage 1: Wer ist für die rechtzeitige Eichung und Kosten der Heizkostenverteiler verantwortlich? Frage 2: Ist es sinnvoll, die elektronischen Heizkostenverteiler gegen Verdunster auszutauschen? Frage 3: Wo liegen die Vorteile? Frage 4: Gibt es von Seiten der Gesetzgebung Vorschriften nach welcher Methode abgerechnet werden muss?

Antwort: 1) Grundsätzlich der Eigentümer/Vermieter bzw. die Hausverwaltung. Die Verantwortlichkeit kann vertraglich delegiert werden. Der Abrechnungsdienstleister unterstützt den Vermieter; er kann jedoch nur dann vollumfänglich hierfür verantwortlich sein, wenn der Vermieter ihm das Recht einräumt, nötige Investitionen (Heizkostenverteiler kosten Geld!) auch ohne Rückfrage zu tätigen. Sonst endet seine Verantwortung bei der Hinweispflicht.
2) Aus technischer Sicht nicht. Elektronische Heizkostenverteiler (HKV) sind technisch fortgeschrittener und trennschärfer. Die mit ihnen mögliche Fernablesung kann Kosten einsparen und dem Mieter die Notwendigkeit ersparen, auf den Ableser zu warten.
3) Vorteil im Hinblick auf die Rohrwärmeproblematik ist, dass Verdunster weniger empfindlich auf Rohrwärme reagieren. Der messtechnische Daumen ist dicker und die Geräte erfassen zwangsweise auch Raumwärme aus anderen Quellen – Rohre, aber leider auch Backöfen usw. – mit.
4) Ja, in der Heizkostenverordnung. Die enthält jedoch eine Öffnungsklausel, der zufolge unter bestimmten Bedingungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (Das ist hier VDI 2077.) abgerechnet werden kann.
27.10.2016
Frage: In unserer Anlage ist eine Einrohrheizung. Ich habe vor drei Jahren meine Wohnung komplett saniert und eine Zweirohrheizug eingebaut. Ist die Richtlinie VDI 2077 bei mir noch anwendbar?
In unserer Anlage ist eine Einrohrheizung. Ich habe vor drei Jahren meine Wohnung komplett saniert und eine Zweirohrheizug eingebaut. Ist die Richtlinie VDI 2077 bei mir noch anwendbar?

Antwort: Solche Mischinstallationen haben wir im Entwurf nicht gesondert betrachtet. Es lassen sich für solche Fälle wohl keine grundsätzlichen und auch noch anwendungsfreundliche Lösungen angeben. Im Zweifelsfall wäre das ein Fall für einen kompetenten Gutachter.
Ich gehe davon aus, dass das Objekt einen erheblichen Teil an Rohrwärme aufweist, die als zusätzliche Einheiten zu verteilen sind. Wenn Sie erheblich weniger Rohrwärme bekommen als die übrigen Nutzer und deshalb einen hohen erfassten Verbrauch haben, ist davon auszugehen, dass Sie bei unkorrigierter Abrechnung überproportional belastet werden. Durch die Anwendung der Korrektur kommt es auf jeden zu einer Entlastung für Sie. Eine seriöse Abschätzung des genauen Rohrwärmebeitrags in Ihrer Nutzeinheit erscheint mir jedoch mit vernünftigem Aufwand nicht leistbar.
27.10.2016
Frage: In unserem Haus erfolgt die Wärmeversorgung über eine vertikale Einrohrheizleitung, die bereits 1998 vollständig mit PE-Dämmanschetten ummantelt und mit Gipskartonplatten verbaut wurde. Seit...
In unserem Haus erfolgt die Wärmeversorgung über eine vertikale Einrohrheizleitung, die bereits 1998 vollständig mit PE-Dämmanschetten ummantelt und mit Gipskartonplatten verbaut wurde. Seit dieser Zeit erhalten wir in unserer Wohnung keinerlei Rohrwärme mehr, da durch die Dämmung sowie die Verbauung keine Rohrwärme hindurch dringt. Während der Kälteperiode weist die Verbauung die gleichen Temperaturen auf, wie die übrigen Wandbereiche. Die Beheizung der Wohnräume erfolgt also nur über die vorhandenen Heizkörper. Bleiben die Heizkörper kalt, bleiben auch die Wohnräume kalt. Obwohl also keinerlei Rohrwärme entnommen werden kann, rechnet der Vermieter trotzdem nach VDI 2077 Beiblatt ab. Wir betrachten diese Vorgehensweise als vorsätzlichen Betrug zum eigenen Vorteil. Unsere Aufforderung an den Vermieter, sich während der Heizperiode davon zu überzeugen, dass keine Möglichkeit zur Entnahme von Rohrwärme besteht, wird von diesem rigoros ignoriert. Wir betrachten in unserem Fall die Anwendung der VDI 2077 als ungerecht.

Antwort: Die Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt geschieht unter einer Öffnungsklausel in der Heizkostenverordnung, die besagt, dass unter bestimmten Bedingungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik abgerechnet werden darf. Dazu müssen aber Gründe zu der Annahme vorliegen, dass Rohrwärme in nennenswertem Ausmaß vorliegt. VDI 2077 Beiblatt enthält drei Kriterien, bei deren Erfüllung eine Rohrwärmekorrektur besonders empfohlen wird. Dennoch kann auch bei Nichterfüllung von Kriterien Rohrwärme vorliegen. Die Gründe für die Anwendung der Rohrwärmekorrektur sollten sich aber in jedem Fall benennen lassen. Es wäre zu prüfen, ob eine Anwendung der Richtlinie ohne das nachgewiesene Vorliegen von Rohrwärme in nennenswertem Umfang rechtens ist. Ich möchte Ihre Interpretation, es handle sich bei der Rohrwärmekorrektur um einen Betrugsversuch Ihres Vermieters, nicht bewerten und mich dazu nicht äußern. I. Allg. würde der Mieter den Vermieter um Benennung seiner Gründe für die Anwendung der Rohrwärmekorrektur bitten. Der Vermieter würde diese dann offenlegen und der Mieter könnte diese ggf. zusammen mit einem Rechtsbeistand oder mit technischer Unterstützung überprüfen. Grundsätzlich gilt "Redet miteinander!" Wenn das nicht funktioniert, bleibt vermutlich nur der Rechtsweg.
03.10.2016
Frage: Frage 1: Die Summe der Rohrwärmeinheiten ist größer als die Summe der abgelesenen Einheiten. Kann das sein? Frage 2: Außerdem besteht die Liegenschaft aus einem Vorder- und einem Hinterhaus mit...
Frage 1: Die Summe der Rohrwärmeinheiten ist größer als die Summe der abgelesenen Einheiten. Kann das sein?
Frage 2: Außerdem besteht die Liegenschaft aus einem Vorder- und einem Hinterhaus mit jeweils eigenständiger Heizungsanlage. Uns wurde erklärt, dass laut Gesetz die Wohnungsgesellschaft nicht nach Vorder- und Hinterhaus unterscheiden muss, sondern diese zusammen abrechnen kann. Stimmt dies? Es muss als nicht pro Haus abgerechnet werden?

Antwort: Antwort zu Frage 1: Ja, das ist möglich. Bei hohen Rohrwärmebeiträgen kann es im Extremfall dazu kommen (siehe frühere Fragen und Antworten), dass die Heizkostenverteiler keine Wärmeabgabe über die Heizkörper ausweisen, gerade WEIL die Rohre genug Wärme liefern, um die Räume behaglich warm zu halten, ohne dass die Heizkörper aufgedreht werden.
Antwort zu Frage 2: Mehrere Gebäude können als wirtschaftliche Einheit betrachtet und abgerechnet werden. Ob das im konkreten Fall sinnvoll und zulässig ist, kann durch eine Einzelfallprüfung beantwortet werden.
22.09.2016
Frage: In unserem Gebäude befindet sich eine Einrohrheizung mit elektronischen Heizkostenverteilern. Wir haben die Empfehlung bekommen, aufgrund der vorgenannten Gegebenheiten die Abrechnung nach VDI 2077...
In unserem Gebäude befindet sich eine Einrohrheizung mit elektronischen Heizkostenverteilern. Wir haben die Empfehlung bekommen, aufgrund der vorgenannten Gegebenheiten die Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt zu korrigieren und einen Verteilerschlüssel 50/50 anzuwenden. Frage 1: Ist dies so richtig bzw. gesetzeskonform? Frage 2: Wäre auch ein Verteilerschlüssel 70/30 anwendbar bzw. welcher Verteilschlüssel ist in diesem Fall am sinnvollsten? In einem nächsten Schritt haben wir die Empfehlung bekommen, die elektronischen Heizkostenverteiler aufgrund der vorgenannten Gegebenheiten zu entfernen und durch Verdunster zu ersetzen. Frage 3: Ist dies so sinnvoll?

Antwort: Frage 1: Ja und ja. Die Heizkostenverordnung lässt die 50/50-Verteilung zu, also gesetzeskonform. Die 70/30-Verteilung lässt die Abrechnung empfindlicher auf die Rohrwärmeproblematik reagieren. Daher empfiehlt VDI 2077 Beiblatt bei Vorliegen einer Rohrwärmeproblematik auch 50/50. Frage 2: Nicht zusammen mit der Korrektur. Die Richtlinie empfiehlt daher explizit (Abschnitt 6.2), den Verteilschlüssel möglichst hoch, also mit 50 % anzusetzen. Frage 3: Nein, es ist nicht sinnvoll, die moderne und genauere Messtechnik zugunsten ungenauer alter Messtechnik auszubauen, erst recht dann nicht, wenn die moderne Technik schon eingebaut ist. Wenn die Kriterien zur Anwendung der VDI 2077 Beiblatt (Abschnitt 4.3) ganz oder teilweise erfüllt sind und/oder Sie aus anderen Gründen wissen, dass Rohrwärme vorliegt, sollte nach 50/50 abgerechnet, so genau wie möglich (also mit den elektronischen Heizkostenverteilern) erfasst und nach VDI 2077 Beiblatt korrigiert werden.
21.09.2016
Frage: Meine Wohnung liegt im Hochparterre. In unserem Haus sind alle Wohnungen mit Heizkörpern versehen, an denen die Rohre frei liegen. Daher wird bei der Betriebskostenabrechnung nach VDI2077 Beiblatt...
Meine Wohnung liegt im Hochparterre. In unserem Haus sind alle Wohnungen mit Heizkörpern versehen, an denen die Rohre frei liegen. Daher wird bei der Betriebskostenabrechnung nach VDI2077 Beiblatt Rohrwärme abgerechnet. Unter meiner Wohnung befindet sich der Keller und die Wohnung ist immer kalt, egal wie hoch ich die Heizung drehe. Gibt es für so einen Fall nicht eine Regelung, dass für Parterre Wohnungen keine Rohrwärme anfällt? Oder könnte man dies vielleicht sogar einklagen?

Antwort: Aufgrund Ihrer Beschreibung würde ich davon ausgehen, dass Sie ohne Rohrwärmekorrektur noch deutlich höher belastet würden. Die Rohrwärmekorrektur folgt der Zielsetzung der Heizkostenverordnung, der zufolge Wärme dort in Rechnung gestellt werden soll, wo sie geliefert wird. Auch die Wohnungen direkt über dem Keller erhalten Rohrwärme, also wird auch hier Rohrwärme abgerechnet. Eine gegenläufige Regelung ist mir nicht bekannt. Zu prüfen wäre, ob die Kellerdecke eine Wärmedämmung erhalten sollte, weil das Gebäude ohne diese ggf. die geltende Energie-Einsparverordnung nicht einhält.
16.09.2016
Frage: Welchen Anteil der Wartungskosten für ein BHKW kann ich im Umlageverfahren ansetzen? Ich gehe davon aus, dass der thermische Anteil umlegbar ist. Kann ich auch die Kosten eines Vollwartungsvertrags...
Welchen Anteil der Wartungskosten für ein BHKW kann ich im Umlageverfahren ansetzen? Ich gehe davon aus, dass der thermische Anteil umlegbar ist. Kann ich auch die Kosten eines Vollwartungsvertrags umlegen, worin auch die Reaparaturen etc. inkludiert sind?

Antwort: Die Ermittlung der umlagefähigen Kosten ist Thema der Richtlinie VDI 2077 Blatt 3.1. Die Richtlinie können Sie über den Beuth Verlag beziehen oder in einer Auslegestelle einsehen. Die Frage, welche Instandhaltungs- und Instandsetzungskonsten umgelegt werden können, wird in der Betriebskostenverordnung beantwortet. Diese finden Sie u. a. unter www.gesetze-im-internet.de.
16.09.2016
Frage: Kann bei ordnungsgemäßer Dokumentation der Verbrauchswärmeanteil bei Einsatz solcher Zähler stets bestimmt werden, ggf. auch rückwirkend für die letzten drei bis vier Jahre?
Kann bei ordnungsgemäßer Dokumentation der Verbrauchswärmeanteil bei Einsatz solcher Zähler stets bestimmt werden, ggf. auch rückwirkend für die letzten drei bis vier Jahre?

Antwort: Der Verbrauchswärmeanteil ist die Summe der für die Heizkörper ermittelten Verbrauchswerte bezogen auf den Heizwärmeverbrauch und die Basisempfindlichkeit. Solange alle diese Eingangswerte der Gleichung noch zur Verfügung stehen, kann er immer wieder neu ausgerechnet werden. Ansprüche des Vermieters an den Mieter sind noch bis zu drei Jahre nach Beendigung des Mietverhältnisses möglich. Dies ist nur möglich, wenn die entsprechenden Unterlagen noch vorhanden sind.
09.09.2016
Frage: Wie wird der Verbrauchswärmeanteil bestimmt? Kann und wird die Basisempfindlichkeit dieser Zähler dann jedes Jahr neu festgelegt?
Wie wird der Verbrauchswärmeanteil bestimmt? Kann und wird die Basisempfindlichkeit dieser Zähler dann jedes Jahr neu festgelegt?

Antwort: Ich bitte um Nachsicht, dass ich das in diesem Medium nicht beantworten kann; das geht über den Rahmen eines FAQ hinaus. Die Bestimmung des Verbrauchswärmeanteils wird in der Richtlinie beschrieben. Wenn Sie in die Richtlinie schauen möchten, ohne diese gleich kaufen zu müssen, können Sie dies in einer Richtlinienauslegestelle (https://www.vdi.de/technik/richtlinien/auslegestellen/) tun.
09.09.2016
Frage: Lässt sich der Verbrauchswärmeanteil zumindest sich bei Einsatz von DIN EN 834 entsprechenden Zählern stets bestimmen? Anhand einer Basisempfindlichkeit? Dieser DIN genügende elektronische...
Lässt sich der Verbrauchswärmeanteil zumindest sich bei Einsatz von DIN EN 834 entsprechenden Zählern stets bestimmen? Anhand einer Basisempfindlichkeit? Dieser DIN genügende elektronische Zähler werden bei mir seit drei oder vier Jahren genutzt, ausweislich der Abrechnungen aber mit erheblichen Schwankungen in der Relation zwischen Verbrauchseinheit und kWH. Für 2015 handelt es sich um gerundet 42.000 kWh und 37.800 VE, also ca. 0,9 kWh pro VE - für 2014 dagegen bei einem Verbrauch von 40.500 kWh um 22.500 VE, also 1,8 kWh pro VE. Kann so etwas sein oder lässt dies auf einen intolerablen Mess-/Installationsfehler schließen?

Antwort: Das Verhältnis zwischen Verbrauchseinheiten (VE) und Energieverbrauch in kWh ist nicht konstant. Es kann durchaus sein, dass Sie jedes Jahr 40.000 kWh verbrauchen, aber einmal 40.000 VE haben und einmal 20.000. Ein Fehler lässt sich daraus nicht ableiten.
09.09.2016
Frage: Müssen die Anwendungsvoraussetzungen der VDI 2077 Beiblatt jedes Jahr neu untersucht und bestätigt werden oder geht es um eine einmalige Bestätigung des Bestehens der Rohrwärmeproblematik?
Müssen die Anwendungsvoraussetzungen der VDI 2077 Beiblatt jedes Jahr neu untersucht und bestätigt werden oder geht es um eine einmalige Bestätigung des Bestehens der Rohrwärmeproblematik?


Antwort: VDI 2077 Beiblatt legt fest, dass nach der Entscheidung zur Anwendung jedes Jahr die Anwendungsgrenzen überprüft werden, dass das Verfahren jedoch so lange angewendet wird, wie der Verbrauchswärmeanteil unterhalb eines Ausstiegswerts liegt. Mit dieser Regelung soll einem jährlichen Wechsel hin und her vorgebaut werden.
08.09.2016
Frage: Danke für die Beantwortung meiner Frage. Auch mit dieser Antwort konnten sie mich nicht überzeugen, dass die VDI 2077 einen Beitrag dazu leistet, dass jeder das zahlt, was er an Heizleistung...
Danke für die Beantwortung meiner Frage.
Auch mit dieser Antwort konnten sie mich nicht überzeugen, dass die VDI 2077 einen Beitrag dazu leistet, dass jeder das zahlt, was er an Heizleistung bekommt.
Im Gegenteil, sie trägt zur Intransparenz von Heizkostenabrechnungen bei, denn nicht einmal ein Energieberater der Verbraucherzentrale war in der Lage, die meine Heizkosten Abrechnung nachzuvollziehen. Und wie sie richtig vermuten, aufgrund fehlender Angaben. Ich habe deshalb den Vermieter gebeten, weitere Angaben zu machen. Doch der ist aber der Ansicht, dass alle nötigen Angaben in der Heizkosten Abrechnung gemacht worden sind, und dabei handelt es sich um den zweitgrößten Wohnungsvermieter Deutschlands.
Daraus ist zu erkennen, dass durch die Anwendung der VDI 2077 nicht einmal für Energieexperten eine Heizkosten Abrechnung nachvollziehbar wird und sie daher abgeschafft gehört.

Antwort: Der Wärmefluss von warm nach kalt, ist ein physikalischer Vorgang, der nach Naturgesetzen stattfindet und prinzipiell mit sehr hoher Genauigkeit messbar und berechenbar ist. Das bedeutet nicht, dass jedermann diesen Vorgang mit grundlegenden Physik- und Mathe-Kenntnissen in dieser Genauigkeit nachvollziehen kann, selbst WENN – und das ist nicht der Fall – beliebiger Messaufwand betrieben würde. Der Messaufwand hat sich im Sinne der Zahlenden nach dem Nutzen zu richten, d. h. die Messung darf nicht im Extremfall mehr Kosten verursachen als es zu verteilen gilt. Man könnte daher sagen, wir schauen nur mit einem Auge hin, weil es zu teuer wäre mit beiden Augen und Brille hinzuschauen. Bei der Bewertung der gemessenen Zahlen, die nur ein unvollständiges Bild liefern, muss man nun versuchen, die Puzzleteile, die man nicht sieht, auf Basis der Naturgesetzlichkeiten und bestimmter Annahmen zu rekonstruieren. Solche Annahmen sind immer ein Stück weit willkürlich, aber mit viel Fleißarbeit, u. a. vielen „Was-wäre-wenn“-Analysen der Werte aus Tausenden von Anlagen, die im Ausschuss VDI 2077 durch sehr erfahrene Fachleute geleistet wurden, kann man die Willkür minimieren, indem man diejenigen Annahmen herausdestilliert, bei denen der „Fehler“ am geringsten ist. Ich bin als Betreuer des Ausschusses, der jede einzelne Sitzung miterlebt hat, überzeugt, dass dies sehr gewissenhaft geschehen ist, und dass die getroffenen Angaben fundiert und so „richtig“ wie möglich sind.
Mir persönlich ist im Verlauf der Diskussionen auch absolut klar geworden, dass die Erwartung, man könne eine Heizkostenabrechnung mit elementaren Rechenkenntnissen lückenlos nachvollziehen, in keiner Weise gerechtfertigt ist. (NachRECHNEN ist übrigens noch längst nicht dasselbe wie nachVOLLZIEHEN und VERSTEHEN!) Dass etwas nicht jedermann einsichtig ist, bedeutet, jedoch nicht, dass es falsch wäre. Der Ausschuss VDI 2077, der mit Fachleuten aus allen interessierten Kreisen (Abrechner, Vertreter der Mieter und der Wohnungswirtschaft, Forschung und Lehre, öffentliche Hand) zusammengesetzt ist, ist überzeugt, dass das Verfahren zu mehr Verursacher- und Kostengerechtigkeit führt.
07.09.2016
Frage: In unserer Eigentümergemeinschaft legen wir die Heizkosten nach dem Schlüssel 50% Grundkosten und 50% Verbrauchskosten um. Seit Einführung der Rohrwärme werden nun zusätzlich zu den abgelesenen...
In unserer Eigentümergemeinschaft legen wir die Heizkosten nach dem Schlüssel 50% Grundkosten und 50% Verbrauchskosten um. Seit Einführung der Rohrwärme werden nun zusätzlich zu den abgelesenen Einheiten Rohrwärmeeinheiten berechnet, welche mehr ergeben als die abgelesenen Einheiten. Daraus resultiert, dass nun mehr als 50% der Verbrauchskosten, also insgesamt mehr als 75% der gesamten Heizkosten nach qm, also verbrauchsunabhängig umgelegt werden. Ist das so erlaubt? Zudem habe ich grundsätzlich meine Zulaufrohre zu den Heizungen am zentralen Heizungsrohr abgestellt, was bedeutet, dass keine Rohrwärme entstehen kann. Nach welcher Rechtsgrundlage muss ich diese dann trotzdem zahlen?

Antwort: Die Verbrauchseinheiten sind in der Tat nur Zählerwerte, denen rein rechnerisch ein Gegenwert zugewiesen wird. Es ist also nicht so, dass hier ein Perpetuum mobile geschaffen würde. Die Zählerwerte können nur das an Wärme berücksichtigen, was über den Heizkörper abgegeben wird, an dem sie hängen. Die Rohrwärme kommt zusätzlich dazu; folglich kommen die Rohrwärmeeinheiten obendrauf. Optimal i. S. einer trennscharfen Erfassung wäre es, wenn man an jeder Rohrleitung jeweils vor und hinter der Nutzeinheit (Wohnung) messen könnte, wieviel Energie in die jeweilige Wohnung hinein abgegeben wurde. Der Aufwand dafür wäre jedoch um ein Vielfaches teurer als der Verbrauch, den man dadurch besser zuordnen könnte. Da für die Erfassung ein Wirtschaftlichkeitsgebot gilt (Es soll genau nicht so sein, dass Sie im Extremfall mehr Kosten für die Erfassung und Abrechnung als für die Beheizung Ihrer Wohnung haben.), tut man das nicht. Wie kann man dann abschätzen, wie viel Wärme Nutzer A und wie viel Nutzer B bekommt? Über die jeweils im Bereich der Nutzeinheit liegende Rohrlänge: 5 m Rohr werden bei ungefähr gleichem Temperaturunterschied in etwa doppelt so viel Wärme abgeben wie 2,5 m. Man hat nicht immer das Glück, dass die Rohre sichtbar verlegt sind und ihre Länge direkt gemessen werden kann. Kennt man die genaue Rohrlänge nicht, weil die Rohre ja in den Wänden oder Böden liegen, kann man doch in aller Regel davon ausgehen, dass sie in allen Wohnungen gleich verlegt sind, sodass die Rohrlänge in etwa flächenproportional ist. So ist – grob vereinfacht – die Argumentation. Zulässig ist diese Art der Verteilung aufgrund einer Öffnungsklausel in der Heizkostenverordnung, die besagt, dass unter bestimmten Bedingungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (Als solche gelten VDI-Richtlinien.) abgerechnet werden darf. Dass Sie Ihre Stockwerksabzweigung absperren, um die Rohrwärmeabgabe zu unterdrücken, ist einerseits nicht vorgesehen, andererseits kann auch keiner überprüfen, ob Sie sie nicht ab und zu doch aufdrehen. Von muss man davon ausgehen, dass Ihnen die Wärme angeboten wird und dass Sie sie nutzen. Wenn es allerdings so ist, dass im Haus eine horizontale Verteilung vorliegt und jede Wohnung ihr eigenes Strangventil hat, dann könnte man einmal überprüfen, ob der Einbau von Wärmezählern an der Stockwerksabzweigung nicht doch sinnvoll ist. Sie brauchen dann pro Wohnung einen Wärmezähler, der direkt misst, was an Wärme in diese Wohnung hinein abgegeben wird. Die Heizkostenverteiler an den Heizkörpern entfallen dann. Ein Wärmezähler kostet m. W. zwar so viel wie rund fünf Heizkostenverteiler, aber Sie brauchen dann eben auch nur einen je Wohnung und es sollte keinen Zweifel mehr an der trennscharfen wohnungsweisen Erfassung geben.
23.08.2016
Frage: Mit ihrer Antwort auf meine Frage vom 31.7.16 bin ich unzufrieden. Dass ich bei sparsamem Heizen durch die Anwendung der VDI 2077 jetzt deutlich mehr zahlen muss, begründen sie damit, das bisher die...
Mit ihrer Antwort auf meine Frage vom 31.7.16 bin ich unzufrieden. Dass ich bei sparsamem Heizen durch die Anwendung der VDI 2077 jetzt deutlich mehr zahlen muss, begründen sie damit, das bisher die anderen Mieter zu viel gezahlt haben. Das zieht sich übrigens wie ein roter Faden durch viele Antworten auf ihrer Webseite. Zum Glück gibt es auf der Webseite www.vdi2077-nein-danke.de gute Argumente, die dem widersprechen: "Je mehr Einheiten ein Vielverbraucher aufzeigt, desto größer ist bei Anwendung des Bilanzverfahrens der VDI 2077 seine Kostenentlastung zu Ungunsten der anderen Wohnungsnutzer bzw. der Wenigverbraucher, unabhängig vom wirklichen Rohrwärmeempfang jedes einzelnen Verbrauchers. 
Oder: Wer weniger Heizenergie verbraucht - zahlt drauf !"
Übrigens war ich mit meiner Heizkostenabrechnung inzwischen bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale: Der Experte konnte meine vorgelegte Abrechnung nach VDI 2077 nicht nachvollziehen.

Antwort: Danke für Ihr Feedback. Dass sich der Grundgedanke der VDI 2077 Beiblatt wie ein roter Faden durch viele Beiträge zieht, ist keine Überraschung; es ist eben der Grundgedanke. Die von Ihnen zitierte Webseite ist ansprechend gemacht. Es ist gut nachvollziehbar, dass eine solche Seite, die Menschen, die der Meinung sind ungerecht behandelt zu werden, in dieser Meinung bestärkt, attraktiv wirkt. „Gute Argumente“, wie von Ihnen reklamiert, kann ich aber nicht finden. Wenn ich die von Ihnen zitierte Passage lese, denke ich an Ausschussdiskussionen, bei denen wir Statistiken über Tausende von Anlagen und die auftretenden Kostenfehler analysiert haben. Mit dem aus diesen Analysen resultierenden Wissen erkennt man schnell, dass das Zitat allenfalls Halbwahrheiten enthält, die einer gründlichen Untersuchung nicht standhalten. Es ist völlig klar, dass ein sogenannter Vielverbraucher, der aufgrund des Abrechnungsverfahrens ungerechtfertigt mit Rohrwärmeeinheiten anderer Nutzer belastet wird, umso stärker entlastet wird, je höher sein gemessener tatsächlicher Verbrauch ist. Dabei ist die Entlastung des einzelnen Entlasteten natürlich auch viel größer als die Mehrbelastung der anderen. Kein Wunder; lassen Sie uns ein Gedankenexperiment durchführen. Wir haben 10 EUR Kosten auf 10 Personen zu verteilen. Naheliegend ist eine Gleichverteilung: Jeder zahlt einen 1 EUR. Wir könnten aber auch – die Gründe seien jetzt mal unerheblich – 9 Leute nur 90 Cent zahlen lassen. Damit die 10 EUR bezahlt werden, muss dann einer 1,90 EUR zahlen, mehr als doppelt so viel wie die anderen! Sie werden jetzt sagen, dass im Fall der Heizkosten der eine ja auch mehr verbraucht. Tut er. Unbestritten. Die Ungerechtigkeit kommt jetzt erst: Er bezahlt nicht nur das, was er messbar verbraucht, sondern bekommt für jede Einheit, die gemessen wird, nochmal etwas obendrauf. Warum? Weil die Messung bei jedem Nutzer nur einen Teil des tatsächlichen Verbrauchs „sieht“. Die Verteilung erfolgt nur nach dem Gesehenen, obwohl bekanntermaßen ein (für die Messgeräte) „unsichtbarer“ Verbrauch vorhanden ist, den man (mit mehr Aufwand) auch nutzergerecht zuordnen könnte. Physikalisch wäre es vermutlich kein Problem, jedem viel, viel genauer als nach aktueller Technik üblich genau seinen Verbrauch zuzuordnen. Es ist nur nicht sinnvoll – und ganz sicher auch nicht in Ihrem Sinn. Wenn eine um 1 EUR verbesserte Genauigkeit 100 EUR kostet, dann zahlt man meist doch lieber den 1 EUR, zumal, wenn man gar nicht genau weiß, ob man ihn zu viel oder zu wenig zahlt. Die VDI 2077 Beiblatt beschreibt ein Verfahren, dass aus Sicht der Fachleute im Ausschuss einen sinnvollen Kompromiss zwischen Genauigkeit der Verteilung und Mehraufwand darstellt.

Es ist auch klar, dass die Schlussfolgerung „Sparen lohnt sich nicht!“ völlig abwegig ist. Wenn das Nutzerkollektiv insgesamt höhere Kosten verursacht, zahlt auch der einzelne Nutzer mehr. Am kostengünstigsten wird es, wenn alle sparsam sind. Erfahrungsgemäß zeigen viele Menschen nur dann Kostenbewusstsein, wenn es um ihr eigenes Geld geht. Aus genau dem Grund hat die Heizkostenverordnung zum Ziel, dass jeder das zahlt, was er bekommt. Und genau das wollen wir mit VDI 2077 Beiblatt erreichen.

Zu Ihrer Abrechnung: Es ist kaum möglich, per Ferndiagnose zu erkennen , warum der Energieberater der Verbraucherzentrale Ihre Heizkostenabrechnung nicht nachvollziehen konnte. Es könnte daran liegen, dass sie nicht die nötigen Daten enthält, aber auch daran, dass der Energieberater selbst das recht komplexe Verfahren nicht hinreichend verinnerlicht hat. Es sagt indessen nicht aus, dass Ihre Abrechnung fehlerhaft wäre. Das kann nur eine detaillierte Überprüfung durch einen Sachverständigen ans Licht bringen, der Zugriff auf alle Daten der Liegenschaft hat.
18.08.2016
Frage: Für mein Hochhaus wird für die Heizkostenabrechnung zum ersten Mal die VDI angewendet. Daraus ergeben sich für mich Mehrkosten bei gleichem Heizverhalten (alle elektronischen Heizkostenverteiler =...
Für mein Hochhaus wird für die Heizkostenabrechnung zum ersten Mal die VDI angewendet. Daraus ergeben sich für mich Mehrkosten bei gleichem Heizverhalten (alle elektronischen Heizkostenverteiler = 0), d.h. jetzt wird dank VDI 2077 sparsames Heizen bestraft. Darüber hinaus habe ich keinerlei Möglichkeit, die Korrektheit der Abrechnung zu Überprüfen.
Dank VDI 2077 könnte man sich in Zukunft den Aufwand für Heizkostenverteiler sparen, denn die Umlage der Heizkosten nach der Fläche bringt bei mir etwa das gleiche Ergebnis. VDI 2077 ist für mich ein Rückschritt, und keine Verbesserung.

Antwort: Die in der Anfrage zum Ausdruck kommende Frustration über die scheinbare (!) Mehrbelastung ist verständlich, zeugt aber von einem Missverständnis: Es handelt sich nicht um eine Mehrbelastung für Sie, sondern um den AUSGLEICH einer bisher erfolgten falschen Zuordnung von Kosten. Das bedeutet im Klartext: Früher haben Nachbarn einen Teil Ihrer Heizkosten bezahlt und genau das wird jetzt ausgeglichen. Lesen Sie dazu gerne auch den Rest des FAQ; die Fragestellung taucht immer wieder auf und wird einige Male detailliert erläutert. Nächster Punkt: "Gleiches Heizverhalten" bedeutet übrigens nicht zwingend identischen Verbrauch, da jeder Winter anders verläuft. Schlussendlich behaupten Sie, man habe nun keinen Anreiz mehr zum Sparen: Es dürfte einsichtig sein, dass alle mehr bezahlen, wenn mehr verbraucht wird. (Auch das taucht in anderen Beiträgen bereits auf.) Die Heizkostenabrechnung sollte nachprüfbar sein. Sollten Ihnen dazu Angaben fehlen, bitten Sie Ihren Vermieter, Ihnen diese zur Verfügung zu stellen. Die Abrechnungsmodalitäten sind in der Heizkostenverordnung bzw. in VDI 2077 Beiblatt detailliert nachvollziehbar erläutert.
31.07.2016
Frage: In der Berechnungsformel für die Rohrwärmeeinheiten taucht ein Wert für den Verbrauchswärmeanteil (rw) auf. In meinen letzten HK-Abrechnungen wird dieser Wert unterschiedlich ausgewiesen. Was...
In der Berechnungsformel für die Rohrwärmeeinheiten taucht ein Wert für den Verbrauchswärmeanteil (rw) auf. In meinen letzten HK-Abrechnungen wird dieser Wert unterschiedlich ausgewiesen. Was bedeutet dieser Wert und wie ist eine Überprüfung möglich?


Antwort: Ich setze im Folgenden voraus, dass Sie die Rohrwärmeproblematik in ihren Grundzügen verstanden haben. (Falls nicht, bitte die früheren Fragen und Antworten lesen, insbesondere die ersten paar vom August 2014.) Die in Ihre Wohnung gelieferte Wärme besteht aus Wärme, die über die Heizkörper abgegeben wird, und solcher, die von unzureichend gedämmten Rohren abgegeben wird. Erstere wird von den Heizkostenverteilern in Verbrauchswärmeeinheiten gezählt, letztere muss rechnerisch ermittelt werden und schlägt sich in den Rohrwärmeeinheiten nieder. Dass die Rohrwärmeeinheiten von Jahr zu Jahr schwanken, erscheint nicht ungewöhnlich, da sie auch vom (Heiz-)Verhalten anderer Mieter abhängen. Eine Überprüfung Ihrer Heizkostenabrechnung bietet Ihnen als Service beispielsweise die Verbraucherberatung an. Dieser Service ist i. Allg. sehr preiswert. Sehr gute Experten in diesem Bereich hat u. W. die Verbraucherberatung Stuttgart.
13.06.2016
Frage: Anfang April wurde von Verdunster auf elektronische Heizkostenverteiler umgestellt Der Verbrauchswert wurde erfasst. In der Abrechnung werden nun die Monate 01-03 nicht berücksichtigt , stattdessen...
Anfang April wurde von Verdunster auf elektronische Heizkostenverteiler umgestellt Der Verbrauchswert wurde erfasst. In der Abrechnung werden nun die Monate 01-03 nicht berücksichtigt , stattdessen wird nach Gradtagszahl abgerechnet, und zwar tatsächlicher Verbrauch Monate 04-12 mit 141 Einheiten auf 251 Einheiten hochgerechnet. Ist dies juristisch einwandfrei?

Antwort: Als VDI dürfen wir, wie im Disclaimer über diesem FAQ ausgeführt, keine Rechtsberatung erteilen. Wenn Sie Zweifel an der Zulässigkeit haben, können wir Ihnen daher nur empfehlen, Ihre Heizkostenabrechnung von Fachleuten, z. B. einer Verbraucherberatung, überprüfen zu lassen. (Die Verbraucherberatung in Stuttgart hat beispielsweise sehr kompetente Berater.)
13.05.2016
Frage: Wo kann ich meine Heizkostenabrechnung prüfen lassen? Ich habe eine 3Zimmer-wohnung in einem 8Familienhaus mit Ein- rohrheizung.2014 waren die Kosten nach DIN 2077 abgerechnet 808,-€. In der...
Wo kann ich meine Heizkostenabrechnung prüfen lassen? Ich habe eine 3Zimmer-wohnung in einem 8Familienhaus mit Ein-
rohrheizung.2014 waren die Kosten nach DIN 2077 abgerechnet 808,-€. In der jetzt vorliegenden Abrechnung soll ich 1465,-€ zahlen, bei nicht geändertem Heizverhalten. Am 25.04. will der Verwalter bei der EGT-Ver-
sammlung dazu Stellung nehmen, vermutlich wurde VDI 2077 Beiblatt nicht angewandt vom Abrechnungsdienstleister.

Antwort: Wenn Unstimmigkeiten auftreten, sollte sich jeder zunächst an seinen Vertragspartner wenden. Für den Mieter ist das der Vermieter, ein Eigentümer muss sich über die Eigentümergemeinschaft an den Abrechnungsdienstleister wenden. Die Anwendung von VDI 2077 Beiblatt ist normalerweise nicht verpflichtend sondern geschieht auf Basis einer Kann-Bestimmung in der Heizkostenverordnung. Demnach liegt die Anwendung im Ermessen des Eigentümers bzw. der Eigentümergemeinschaft. Das Ermessen kann beim Vorliegen von krassen Kostenverschiebungen allerdings durch Gerichtsbeschluss eingeschränkt werden, siehe dazu frühere Fragen. Unabhängig davon bieten viele Verbraucherberatungen die Überprüfung von Heizkostenabrechnungen an, siehe auch dazu frühere Fragen.
31.03.2016
Frage: Die Basisempfindlichkeit unserer Heizkostenverteiler ist mit 2,330 angegeben. Dies ist nicht nachvollziehbar. Wo kann ich die Basisempfindlichkeit der Heizverteiler erfragen oder wie errechnet sich...
Die Basisempfindlichkeit unserer Heizkostenverteiler ist mit 2,330 angegeben. Dies ist nicht nachvollziehbar. Wo kann ich die Basisempfindlichkeit der Heizverteiler erfragen oder wie errechnet sich diese?

Antwort: Die Basisempfindlichkeiten von Heizkostenverteilern (HKV) werden in Prüfstellen unter Normbedingungen gemessen. Auftraggeber für diese Messungen ist der Hersteller des jeweiligen HKV. Ihm „gehört“ damit der Messbericht, und nur bei ihm können Sie das Ergebnis erfragen.
24.03.2016
Frage: Ist ein Vermieter berechtigt, die Heizkostenabrechnung nach Richtlinie VDI 2077 Beiblatt anzuwenden, wenn er Jahre zuvor - eben zur Vermeidung von Rohrwärmeabgabe - die Steigleitungen aufwendig...
Ist ein Vermieter berechtigt, die Heizkostenabrechnung nach Richtlinie VDI 2077 Beiblatt anzuwenden, wenn er Jahre zuvor - eben zur Vermeidung von Rohrwärmeabgabe - die Steigleitungen aufwendig isolieren ließ?
Könnte die "angebliche" Verlustwärme nicht auch in der mangelnden Grundoptimierung der Heizungsanlage bestehen?

Antwort: Die Durchführung einer Maßnahme bedeutet nicht immer deren (vollständigen) Erfolg. Es kann durchaus sein, dass trotz Dämmung der *sichtbaren* Leitungen nach wie vor ein Rohrwärmeproblem besteht. Üblicherweise werden die Verbräuche gemessen und statistisch auf Rohrwärmeverdacht hin geprüft (Details siehe in anderen Fragen.) Bei hinreichender Erfüllung der Kriterien schlägt das Abrechnungsunternehmen dem Vermieter eine Rohrwärmekorrektur vor, die er im Rahmen einer Öffnungsklausel in der Heizkostenverordnung anwenden kann (nicht muss). Man kann vermuten, dass in Ihrem Fall aufgrund der Messwerte nach wie vor eine Rohrwärmeproblematik vorliegt und die Korrektur daher sinnvoll ist. Klarheit darüber kann nur ein Gespräch mit dem Vermieter, ggf. unter Hinzuziehung eines Beraters vom Abrechnungsunternehmen, bringen.
Ja, Rohrwärmeprobleme werden oft durch eine ungünstige Auslegung und/oder Einstellung der Heizung verschlimmert. Eine hohe Vorlauftemperatur beispielsweise wird selbstverständlich zu höherer Rohrwärmeabgabe führen. Daher hat der Ausschuss VDI 2077 seinerzeit auch ausdrücklich geschrieben, dass anlagentechnische Defizite behoben werden müssen.
15.02.2016
Frage: Nachdem jetzt mehrere Jahre bei Heizkosten nach der Richtlinie VDI 2077 Beiblatt abgerechnet wurde, möchte mein Vermieter dies mit der Heizkostenabrechnung für letztes Jahr ändern. Ich habe hier...
Nachdem jetzt mehrere Jahre bei Heizkosten nach der Richtlinie VDI 2077 Beiblatt abgerechnet wurde, möchte mein Vermieter dies mit der Heizkostenabrechnung für letztes Jahr ändern. Ich habe hier in einem Beitrag gelesen, dass dies nur möglich ist, wenn der Grenzwert unterschritten ist. Der Vermieter behauptet pauschal, die Kriterien seien nicht erfüllt. (…) Bauliche Veränderungen hat es hier nicht gegeben. Kann der Vermieter hier einfach entscheiden, dass er nicht mehr nach VDI 2077 Beiblatt abrechnen will, oder ist er an seine Entscheidung gebunden und muss weiter nach VDI 2077 Beiblatt abrechnen? Können Sie mir die Rechtsgrundlage dafür nennen?

Antwort: Die Anwendung des Korrekturverfahrens basiert auf einer Öffnungsklausel in der HeizkostenV, der zufolge der Vermieter/Verwalter/Eigentümer unter bestimmten Bedingungen nach den anerkannten Regeln der Technik abrechnen kann (aber eben nicht muss). Es besteht also a priori ein Ermessensspielraum. Dieser wurde inzwischen durch Gerichtsentscheide in verschiedenen Fällen eingeschränkt, teilweise sogar bis auf Null reduziert, was bedeutet, dass in den jeweiligen Fällen die Anwendung des Korrekturverfahrens gerichtlich angeordnet wurde.
Allgemein ist es nicht sinnvoll, ständig zwischen der Anwendung und der Nicht-Anwendung zu wechseln. Aus diesem Grund sieht die Richtlinie vor, dass das Korrekturverfahren nach erstmaliger Anwendung so lange weiter angewendet wird, wie der Verbrauchswärmeanteil unter 0,43 liegt (siehe auch Fragen vom 4/9/2015 und 15/8/2015).
Es ist durchaus möglich, dass sich der Verbrauchswärmeanteil ändert. Wenn keine baulichen Änderungen oder Änderungen der heiztechnischen Anlage erfolgten, kann es z. B. durch eine neue Einstellung der Anlage (z. B. Absenkung der Arbeitstemperaturen) oder auch durch Änderung des Nutzerverhaltens (zumeist durch Mieterwechsel) zu Änderungen kommen.
Wenn lt. Ihrem Vermieter die Anwendungskriterien nicht mehr erfüllt sind, sollte Ihrem Vermieter der aktuell ermittelte Verbrauchswärmeanteil vorliegen (und über 0,43 liegen, so. o.). Fragen Sie gezielt danach.
13.12.2015
Frage: 1) Ist VDI 2077 Beiblatt auch für Wohnanlagen vorgesehen, in denen z. B. nur 20 von 40 Wohneinheiten ungedämmte Heizungsrohren haben, die übrigen aber sanierungsbedingt gut gedämmte...
1) Ist VDI 2077 Beiblatt auch für Wohnanlagen vorgesehen, in denen z. B. nur 20 von 40 Wohneinheiten ungedämmte Heizungsrohren haben, die übrigen aber sanierungsbedingt gut gedämmte Heizungsrohre? Da nur ein Teil der Wohnungen von der Rohrwärmeabgabe betroffen ist, wird die 0,34-Grenze für die Wesentlichkeit des Rohrwärmebeitrags nicht so schnell erreicht wie in Wohnanlagen, bei denen in allen Wohnungen Rohrwärme abgegeben wird.
2) Ist VDI 2077 Beiblatt auch für Wohnanlagen vorgesehen, in denen die o. g. 20 der 40 Wohnungen ungedämmte Heizungsrohre haben, die nicht auf direktem Wege zu den Heizkörpern verlegt wurden, damit diese dann den Fußboden erwärmen können (z. B. im Bad)?

Antwort: Sie erkennen völlig richtig, dass die Dämmung der Leitungen in einem Teil der Nutzeinheiten das bei den restlichen Nutzeinheiten bestehende Problem bei undifferenzierter Behandlung „maskiert“. Ohne die Problematik differenziert zu betrachten (, was aus der Ferne ohnedies nicht möglich ist), sagt mir mein Bauchgefühl, dass die teilweise vorhandene Dämmung die Kostenverschiebungen möglicherweise sogar verschlimmert. Hier ist also eine differenzierte Betrachtung der beiden Gruppen „gedämmt“ und „ungedämmt“ geboten, wenn man die Rohrwärme richtig zuordnen will. Dazu wäre es erforderlich, die Norm-Wärmeleistungen der ungedämmten und gedämmten Rohre zu bestimmen und die jeweils in den Nutzeinheiten liegenden Rohrlängen per Aufmaß zu bestimmen. Sie beschreiben in Ihrer zweiten Frage, dass man sich sogar Mühe gegeben hat, in einem Teil der Nutzeinheiten die „Rohrwärme“ zu erhöhen, indem man die Rohre mäandern lässt und als Fußbodenheizung nutzt. (Damit stellt sich die Frage eigentlich gar nicht mehr, ob Rohrwärme vorliegt.) Eine nachträgliche Anbringung von Dämmung ist daher weder gewünscht noch vermutlich überhaupt möglich. Wenn es sich um ein Heizungssystem mit horizontaler Verteilung handelt und die Nutzeinheiten hinreichend groß sind, könnte man über die Anbringung von Wärmezählern an den Stockwerksabzweigen nachdenken. Das wäre sicherlich die sauberste, wenngleich nicht die kostengünstigste Lösung. (Ein Wärmezähler kostet ein Mehrfaches dessen, was ein Heizkostenverteiler kostet; allerdings wäre nur ein Wärmezähler je Nutzeinheit nötig, wogegen man einen Heizkostenverteiler je Heizkörper braucht.) Alternativ bleibt aus meiner Sicht nur die oben beschriebene differenzierte Betrachtungsweise mit Verteilung der Rohrwärme nach Rohrlängen und -wärmeleistungen. 
10.12.2015
Frage: Bitte sagen Sie mir, wie sich die Rohrwärme zusammensetzt. Wird sie berechnet nach dem, was unser Blockspeicher verbraucht an KwH? Oder auch an dem, was die Wohnungen an Ihren Heizungen aufdrehen?...
Bitte sagen Sie mir, wie sich die Rohrwärme zusammensetzt. Wird sie berechnet nach dem, was unser Blockspeicher verbraucht an KwH? Oder auch an dem, was die Wohnungen an Ihren Heizungen aufdrehen? Wir haben mal 2100 Rohrwärmeeinheiten und dann auch mal 2500 Rohrwärmeeinheiten. Was wirkt sich stärker aus? Das Aufdrehen der Heizungen oder nur der KwH Verbrauch.

Antwort: Die Rohrwärmeproblematik ist am besten zu verstehen, wenn man der Energie entlang der Versorgungskette folgt: Sie bekommen Energie in Form von Brennstoff (z. B. Gas oder Öl) ins Haus geliefert. Die entsprechenden Kosten sind anhand von Rechnungen feststellbar. Erster Schritt ist die WärmeERZEUGUNG: Der Brennstoff wird in Wärme umgewandelt, die z. T. als Nutzwärme zur Verfügung steht, zum anderen Teil in Form von Verlusten „verschwindet“. Die genaue Größe dieser Verluste ist in aller Regel bekannt. Die Nutzwärme wird nun an das VERTEILUNGssystem übergeben. Idealerweise würde das Verteilungssystem die gesamte Nutzwärme an die Heizkörper übergeben, und die Heizkostenverteiler (HKV) an diesen würden die abgegebene Wärme zählen. Tatsächlich wird aber auch auf dem Weg zu Ihren Heizkörpern schon Wärme abgegeben, die, weil die Rohre in Ihrer Wohnung liegen, Ihre Wohnung mit beheizen. Diese Wärmemenge können die HKV nicht zählen. Und diese „Heizung“ können Sie durch Zudrehen Ihrer Heizkörperventile nicht abstellen.
Was liegt also zum Abrechnen vor? Einerseits Rechnungen über gelieferten Brennstoff, andererseits Verbrauchswerte von den HKV, die aber nur einen Teil der gelieferten Wärme abbilden. Wenn wir jetzt einmal sonstige Kosten für die Heizung vernachlässigen, verfährt man nun wie folgt: Als erstes teilt man auf in verbrauchsabhängige und Grundkosten. Die Heizkostenverordnung sieht vor, dass mindestens 30 %, höchstens aber 50 % der Kosten als Grundkosten umgelegt werden. Diese Kosten entstehen sozusagen dadurch, dass eine Heizung vorhanden ist und genutzt werden könnte. Sie beinhalten u. a. die Bereitstellungsverluste.
Die verbrauchsabhängigen Kosten werden im Normalfall nach Verbrauchswerten (der HKV) verteilt, weil der Normalfall der ist, dass die Wärme i. W. über die Heizkörper geliefert wird. Sind jedoch die Rohrwärmebeiträge zur Raumbeheizung zu groß, kann es durch diese Verteilung zu Kostenverschiebungen kommen, die korrigiert werden müssen, damit nicht der eine Mieter die Heizung des anderen (mit)bezahlt. Dazu versucht man mit verschiedenen Methoden abzuschätzen, welcher Wärmeanteil welcher Wohnung über die Rohre geliefert wird. Die einzelnen Methoden hier zu erläutern, ginge zu weit.
Nun aber zu Ihrer Frage: Was wirkt sich stärker aus: Rohrwärme oder Heizkörper? Das kann man nach dem zuvor Gesagten nicht einfach beantworten. Hätten Sie ein hervorragend gedämmtes Haus mit ungedämmten, frei in den Wohnungen liegenden Rohren und hoher Systemtemperatur, könnte es sein, dass Sie allein mit Rohrwärme heizen. Am anderen Ende der Skala liegt ein Haus, bei dem die Rohre super gedämmt sind und die Systemtemperatur niedrig ist; hier wird fast keine Rohrwärme auftreten, und Sie heizen nur, wenn Sie ein Heizkörperventil öffnen. Alle dazwischen liegenden Varianten gibt es.
Fazit: Für Sie als Mieter bleibt in jedem Fall nur eines: Sie öffnen Heizkörperventile, wenn es Ihnen zu kalt ist und schließen sie, wenn Ihre Behaglichkeitsanforderungen erfüllt sind. Wenn Sie dann noch Energiesparmöglichkeiten durch Absenkbetrieb bei Nacht oder Abwesenheit nutzen, jedoch die Temperatur nicht soweit absenken, dass Feuchte- oder Frostschäden entstehen (Also nicht im Winter drei Monate auf die Malediven fahren und die Heizung so lange auf „Null“ stellen.), dann machen Sie alles richtig und sparen sinnvoll.
04.12.2015
Frage: Wie kann es sein, dass der Verbrauchswärmeanteil, der die Grundlage für die Anwendung der Rohrwärme ist, bei gleicher Benutzung des Hauses im Vorjahr bei 54,7% und im aktuellen 30,3% liegt? Soweit...
Wie kann es sein, dass der Verbrauchswärmeanteil, der die Grundlage für die Anwendung der Rohrwärme ist, bei gleicher Benutzung des Hauses im Vorjahr bei 54,7% und im aktuellen 30,3% liegt? Soweit mir bekannt ist, wird unter 34% Rohrwärme nach VDI 2077 Beiblatt angewandt. Beiwerte Jahr1/Jahr2: Heizwärme: 22773 kWh / 32022 kWh und abg. Einheiten: 13726/10675 - Empf. 1,1003. Wärmeleistung steigt, Einheiten sinken?

Antwort: Die Heizkostenverteiler (HKV) zählen nur, wenn Wärme über die Heizkörper abgegeben wird, nicht aber die über die Rohre abgegebenen Wärmemengen. Gleichwohl trägt Rohrwärme zur Beheizung der Räume bei (siehe dazu eine Vielzahl von Fragen und Antworten in diesem FAQ). Wären die beiden verglichenen Heizperioden meteorologisch gleich gewesen, würde eine Abnahme der gezählten Einheiten darauf hindeuten, dass sich bei der Nutzung etwas getan hat, z. B. dadurch, dass eine leer stehende Wohnung nur wenig beheizt wurde. Der Rohrwärmeeintrag in eine Wohnung, deren Heizkörper nicht genutzt werden, bleibt näherungsweise gleich, aber die dort angebrachten HKV würden 0 Einheiten zählen. Damit ändern sich dann auch die gezählten und nicht gezählten Anteile der Wärme. Eine genaue Analyse des Problems ist jedoch per Ferndiagnose nicht möglich.
26.11.2015
Frage: Ist es sinnvoll oder zwingend erforderlich bei Einrohrheizungen die Heizkörper mit Einfühler-Heizkostenverteilern auszustatten, statt mit den genaueren Zweifühler-Heizkostenverteilern. Sind beim...
Ist es sinnvoll oder zwingend erforderlich bei Einrohrheizungen die Heizkörper mit Einfühler-Heizkostenverteilern auszustatten, statt mit den genaueren Zweifühler-Heizkostenverteilern. Sind beim Einsatz von Zweifühler-Heizkostenverteilern in Einrohranlagen Besonderheiten zu beachten?

Antwort: Bei Einrohrheizungen mit hohen Rohrwärmeeinträgen kommt es häufig zu geringen Durchflüssen durch die Heizkörper, da die Thermostatventile sehr stark drosseln. Bei diesen Betriebszuständen sinkt die Oberflächentemperatur des Heizkörpers am Montagepunkt des Heizkostenverteilers deutlich unter die Vorlauftemperatur.
Einfühler-Heizkostenverteiler ohne raumseitigen Sensor registrieren unter diesen Bedingungen häufig nicht mehr, obwohl der Heizkörper noch Wärme abgibt. Niedrige Verbrauchswärmeanteile sind die Folge. Heizkostenverteiler mit raumseitigen Sensor (Einfühler-Heizkostenverteiler mit Startsensor oder
Zweifühler-Heizkostenverteiler) haben unter diesen Randbedingungen ein günstigeres Startverhalten. Ein zwingender Einsatz dieses Gerätetyps ist damit jedoch nicht verbunden. Unabhängig vom Gerätetyp wird die Anwendung des Korrekturverfahrens nach VDI 2077 Beiblatt empfohlen, wenn die Anwendungsbedingungen nach der Richtlinie erfüllt sind.
25.11.2015
Frage: Ist es zulässig, bei konstant gebliebenem Gasverbrauch nach mehreren Jahren ohne bauliche Änderungen auf einen Abrechnungsmodus umzustellen, beim rund Dreiviertel der als Verbrauchseinheiten...
Ist es zulässig, bei konstant gebliebenem Gasverbrauch nach mehreren Jahren ohne bauliche Änderungen auf einen Abrechnungsmodus umzustellen, beim rund Dreiviertel der als Verbrauchseinheiten abgerechneten Einheiten Rohrwärme sind, wodurch sich die Verbrauchseinheiten einzelner Mieter mehr als vervierfachen? Bei einem Rohrwärmeanteil von 73% muss doch ein massiver Baumangel vorliegen, der plötzlich in der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter abgewälzt wird. Muss eine solche Umstellung angekündigt werden?

Antwort: Das sind ja gleich mehrere Fragen auf einmal. Dividieren wir die Fragen einmal auseinander:
1) Die Kriterien für die Anwendung der Rohrwärmekorrektur können durchaus ohne Änderungen an der heiztechnischen Anlage, beim Verbrauch oder am Gebäude „plötzlich“ erfüllt sein. Es handelt sich um statistische Kriterien, deren Werte von mehreren Faktoren, darunter natürlich das Gebäude und die Technik, aber auch das Nutzerverhalten Eingang finden. Zudem muss man, um die Rohrwärmeproblematik zu erkennen, erst einmal hinschauen. Von daher: Klares „Ja“ zu Frage 1).
2) Rohrwärme kann man nur bedingt als „Baumangel“ bezeichnen. Wenn ein Gebäude neu erstellt wird, dann muss es so geplant und gebaut werden, dass es bei bestimmungsgemäßer Nutzung auch rechtssicher nach Heizkostenverordnung abgerechnet werden kann. Wenn man, um ein paar Euro zu sparen, eine Einrohrheizung einbaut und die Dämmung der Rohre vernachlässigt, dann wäre das aus meiner Sicht ein Planungsfehler, denn die Abrechnungsprobleme sind programmiert. In einer selbst genutzten Immobilie ist so etwas kein Problem, da das Fehlen der Rohrdämmung energetisch kein Problem ist, wenn das Gebäude als Ganzes gut gedämmt ist, denn es treten keine höheren Verluste auf. Und in den eigenen vier Wänden rechnet man nicht ab. Problematisch wird es im Mietverhältnis, wenn durch eine alte, wenig effiziente Anlage die Betriebskosten unnötig hoch sind. (Der Nachweis dürfte allerdings schwierig zu führen sein.) Die Betriebskostenverordnung sieht vor, dass der Mieter die Zahlung unnötig hoher Kosten verweigern kann, und dass der Vermieter auf diesen sitzen bleibt. Also kein klares „Ja“ oder „Nein“ zu Frage 2).
3) Die Anwendung der Rohrwärmekorrektur erfolgt, nachdem gemessene Verbrauchsdaten statistisch ausgewertet wurden und zeigen, dass eine Rohrwärmeproblematik vorlag und zu signifikanten Kostenverschiebungen geführt hat. Die Analyse ist also retrospektiv. Die Umstellung muss folgerichtig auch nicht angekündigt werden. Klares „Nein“ zu Frage 3).
Allgemein: Die Rohrwärmeproblematik äußert sich darin, dass eine kleine Zahl von Mietern – zumeist diejenigen, die bewusst besonders sparsam heizen – stark entlastet werden und die Mehrzahl der Mieter mit Kosten für Wärme belastet werden, die diese wenigen Mieter „am Heizkostenverteiler vorbei“ geliefert bekommen. Bei der Korrektur tritt daher der umgekehrte Effekt ein: Wer vorher – allerdings zu Unrecht – stark entlastet wurde, bekommt nun mit einem Schlag deutlich mehr in Rechnung gestellt, während die Mehrheit etwas entlastet wird. Gleichwohl handelt es sich allein um eine Umverteilung der Kosten, nicht um insgesamt höhere Kosten. Die Heizkosten werden als Torte verteilt; die Größe der Torte steht am Ende des Abrechnungszeitraums fest und das Verteilverfahren regelt nur, wie groß die Stücke sind.
23.11.2015
Frage: Ich bin Vermieter eines Dreiparteienhauses mit Öl Zentralheizung. Im EG wird ausschliesslich mit Holz (Kaminöfen) geheizt ( Verbrauch gemäss el. HKV 0 Einheiten ÖL). Im OG wird überwiegend...
Ich bin Vermieter eines Dreiparteienhauses mit Öl
Zentralheizung.
Im EG wird ausschliesslich mit Holz (Kaminöfen) geheizt ( Verbrauch gemäss el. HKV 0 Einheiten ÖL). Im OG wird überwiegend mit Holz geheizt,(Verbrauch 659 Einheiten Öl). Im Dachgeschoss wird ausschliesslich mit ÖL geheizt. (2504 Einheiten ÖL).Nun fordert mich der Mieterbund im Auftrag des Nutzer im DG aufgrund des Rohrwärmefalls zur Abrechnung nach VDI 2077 auf.Darüberhinaus soll auch der Grund und Verbrauchschlüssel von 30 auf 50% zu geändert werden. Es handelt sich um ein Zweirohrsystem mit hydraulischen Abgleich und in 2008 nach Stand der Technik isolierten Rohrleitungen. Die Nutzer im EG und EG kaufen Ihr Holz selbst ohne das dies in der Nebenkostenabrechnung Berücksichtigung findet. Muss ich der Forderung des Mieterbunds nachgeben. Die Nebenkosten des Nutzer im DG liegen trotzdem noch unter den vom Mieterbund im Betriebskostenspiegel ermittelten Nebenkosten satz in Höhe von 2,20€ m².

Antwort: Eine Beantwortung dieser Frage per Ferndiagnose ist nicht möglich. Zudem kann diese Seite auch eine Einzelfallberatung durch eine qualifizierte Person ersetzen. Zwar erscheint nach Ihrer Beschreibung eine Rohrwärmeproblematik auf den ersten Blick wenig wahrscheinlich (Zweirohrsystem, Leitungen isoliert). Ob aber eine Rohrwärmeproblematik vorliegt, kann man vermutlich nur durch eine Begehung feststellen. Grundlegend würde eine Anhebung des Grundkostenanteils auf 50 % eine solche Problematik ein Stück weit entschärfen.
18.11.2015
Frage: Ich habe eine Kundin mit Berechnung VDI 2077 Bbl. In dieser Berechnung wird mit einem Skalenfaktor der Heizkostenverteiler von fSK = 3,479 gerechnet. Durch diesen Faktor wird die Vorgabe von 0,34...
Ich habe eine Kundin mit Berechnung VDI 2077 Bbl. In dieser Berechnung wird mit einem Skalenfaktor der Heizkostenverteiler von fSK = 3,479 gerechnet. Durch diesen Faktor wird die Vorgabe von 0,34 unterschritten und somit VDI 2077 Bbl. angewendet. In den Formeln der VDI ist dieser Faktor nicht ersichtlich. Ist dies rechtens oder ist dieser Faktor nicht eigendlich bereits in der Basisempfindlichkeit EB enthalten?

Antwort: In der Regel haben alle Heizkostenverteiler eines Typs dieselbe Basisempfindlichkeit. Diese hängt nicht davon ab, wo das Gerät montiert ist. Die HKV zeigen dann Werte an, die nur vom zeitlichen Temperaturverlauf am Gerät abhängen und noch mit einem Skalenfaktor multipliziert werden müssen, damit aus den Rohdaten Verbrauchsdaten werden. Der Skalenfaktor berücksichtigt die Wärmeleistung des Heizkörpers (Ein größerer Heizkörper gibt bei gleichem Temperaturverlauf mehr Wärme ab als ein kleinerer.) und die thermische Ankopplung. Diese Werte sind vom jeweiligen HKV abhängig und als individuelle Faktoren in der Richtlinie nicht enthalten. Vermutlich sind im fraglichen Fall spezielle HKV verbaut, bei denen die Umrechnung im Gerät erfolgt. In diesem Fall hätte die zuständige HKV-Prüfstelle (z. B. Stuttgart), die Möglichkeit, die Richtigkeit der Berechnung zu überprüfen.
10.11.2015
Frage: Ich bin 1. Beirat einer in den 1970er Jahren gebauten Immobilie mit 12 Wohnungen, gleich verteilt auf drei Etagen, ausgestattet mit einem Einrohrsystem ohne hydr. Abgleich! Die Wohnung, welche am...
Ich bin 1. Beirat einer in den 1970er Jahren gebauten Immobilie mit 12 Wohnungen, gleich verteilt auf drei Etagen, ausgestattet mit einem Einrohrsystem ohne hydr. Abgleich!

Die Wohnung, welche am "Ende" des Systems liegt (oben, außen, rechts) verursacht laut Abrechnung enorme Heizkosten, ca 3000 Euro für 105qm, gemessen über Verdunster und schiebt die erhöhten Kosten auf eine falsche Abrechnung in Verbindung mit der Rohrwärme-Problematik.

Ist es allgemein gesprochen tatsächlich möglich, dass die von den Verdunstern gemessene Wärmeabgabe die Heizkosten der Allgemeinheit so extrem zu Ungunsten einer einzelnen Wohnung verschieben kann?

Antwort: Die durch eine Rohrwärmeproblematik verursachten Kostenverschiebungen können in der Tat recht stark ausfallen, entsprechend stark auch die Korrekturen durch Anwendung eines der Verfahren. Das bedeutet allerdings nicht etwa, dass die Korrektur ungerecht wäre, sondern, die Situation vor Korrektur war ungerecht. (Das tut dem jetzt höher Belasteten aber nicht weniger weh.)
Ein Hinweis sei noch gestattet: Zumindest das Bilanzverfahren nach der Richtlinie eignet sich gar nicht für eine Anwendung zusammen mit Verdunstern (siehe Abschnitt 4.5).
27.10.2015
Frage: Die VDI 2077 spricht von den unisolierten Einrohrheizungen in den Plattenbauten, also ausschließlich von der Wärme, welche durch die Steig- und Fallrohre zwischen den einzelnen Etagen abgegeben...
Die VDI 2077 spricht von den unisolierten Einrohrheizungen in den Plattenbauten, also ausschließlich von der Wärme, welche durch die Steig- und Fallrohre zwischen den einzelnen Etagen abgegeben wird. Verständlich, bei milden Temperaturen bleibt es da warm im Zimmer. Ich wohne in der 10. Etage und da gibt es solche Rohre nicht mehr, sondern nur ein kurzes Rohrstück aus der Wand, Ventil (geschlossen), Kurzschlußstrecke und wieder in den Fußboden nach unten. Warum muß ich etwas bezahlen, was ich nicht nutze, ja nicht mal nutzen kann.
Ist in der Richtlinie diese bauliche Wohnungsbesonderheit der obersten Etagen nicht berücksichtigt worden oder befinde ich mich mit den anderen 38 Mietsparteien in meinem Haus in einer Solidargemeinschaft und muss bezahlen.

Antwort: Sie widersprechen sich scheinbar: einerseits anerkennen Sie, dass Ihre Wohnung bei milden Temperaturen aufgrund von Rohrwärme warm bleibt, andererseits implizieren Sie, dass Sie keine Rohrwärme nutzen können. Der scheinbare Widerspruch ist jedoch für die Argumentation nicht kritisch. Die Entscheidung über die Anwendung der Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt ist nicht wohnungsbezogen, sondern bezieht sich immer auf ein Nutzerkollektiv. D. h.: Wenn für das gesamte Kollektiv die Kriterien für die Anwendung gegeben sind, dann wird die Korrektur für alle Nutzeinheiten durchgeführt. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nicht auf die genannte Besonderheit eingehen könnte. Wenn bekannt ist, dass die Rohrlängen sich zwischen den Nutzeinheiten unterscheiden (beispielsweise, weil man die Rohre sehen kann), dann ist es durchaus sinnvoll, anteilig nach den bekannten Rohrlängen zu korrigieren, d. h. bei den Räumen in Zwischengeschossen jeweils Raumhöhe, im Dachgeschoss Stummellänge. Darauf wird in der Richtlinie explizit hingewiesen.
19.10.2015
Frage: Das Gebäude in der wir eine Einheit als Wohnung haben, besteht aus vier in Reihe liegenden Wohneinheiten im Erdgeschoss und vier Wohneinheiten im OG/Dachgeschoss. Nun sollen nach geändereter...
Das Gebäude in der wir eine Einheit als Wohnung haben, besteht aus vier in Reihe liegenden Wohneinheiten im Erdgeschoss und vier Wohneinheiten im OG/Dachgeschoss. Nun sollen nach geändereter Abrechnung, also mit Berücksichtigung der Rohrwärmeabgabe, alle Einheiten mehr zahlen außer einer, die im OG am Rand liegt. Auch die enstprechende gleichartige OG-Wohnung am anderen Ende des Gebäudes soll mehr zahlen. Nachdem was ich hier im Frage-Antwort-Portal gelesen habe, macht das keinen Sinn. Wenn die Rohrwärme Thema wäre müssten alle DG-Wohnungen weniger und die EG-Wohnungen mehr zahlen. Wie sehen Sie das?

Morgen Abend haben wir Eigentümerversammlung, eine Antwort im Laufe des morgigen Tages würde mich sehr freuen. Danke!

Antwort: Das klingt zunächst plausibel, wenn man annimmt, dass die "Randlagen" tatsächlich identisch sind. ABER: Es könnte sein, dass Rohrwärme nach Rohrlänge abgerechnet wird, und dass die Randwohnungen auf der einen Seite weniger Rohrlänge haben als auf der anderen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass das Nutzerverhalten in den beiden Randwohnungen stark unterschiedlich ist. Beides ist per Ferndiagnose aber nicht zu klären.
30.09.2015
Frage: Kann man sich als Mieter dagegen wehren, wenn ein Vermieter beschließt nach den VDI-Richtlinien abzurechnen? Bei uns wurden nun in der aktuellen Betriebskostenabrechnung erstmals die Kosten zur...
Kann man sich als Mieter dagegen wehren, wenn ein Vermieter beschließt nach den VDI-Richtlinien abzurechnen?
Bei uns wurden nun in der aktuellen Betriebskostenabrechnung erstmals die Kosten zur Erwärmung des Warmwassers nach VDI 2077 Blatt 3.2, Methode 1, berechnet. Wir leben in einem 3stöckigem, gut saniertem Altbau im 3. OG, geheizt wird bei uns mit Fernwärme über eine Heizanlage im Keller die auch das Warmwasser erwärmt. In der Abrechnung werden zuerst die Gesamtkosten der Heizanlage aufgelistet, von dieser Summe werden die Kosten zur Wassererwärmung abgezogen. Die anteiligen Kosten zur Wassererwärmng wurden bis letztes Jahr noch mit der Formel nach HeizkostenV, §9, berechnet, neuerdings nach der VDI-Formel die sich aber für uns Mieter sehr ungünstig auf die Wasserkosten auswirkt. Die Kosten der Heizanlage sind im Vergleich zum Vorjahr sogar enorm gesunken (um fast 4000 €), durch die Berechnung nach VDI hat sich aber der Anteil zur Wassererwärmung um gute 4000 € erhöht wodurch auch ein fast doppelt so hoher Einzelpreis im Warmwasserverbrauch entsteht. Rechnet man mit der alten Formel nach HeizkostenV, §9, ergibt sich ein ganz anderes, proportionalers Zahlenbild und man würde hierbei als Mieter insgesamt betrachtet, auch inkl. der Heizkosten, deutlich weniger zahlen müssen.

Weniger Heizkosten, müssten doch eigentlich auch weniger Kosten für die Wassererwärmung bedeuten, durch die Berechnung nach VDI ist aber das Gegenteil der Fall. Über die Umstellung auf VDI-Berechnung wurden wir als Mieter nicht informiert, ich habe es lediglich durch stundenlanges Nachrechnen und langes Prüfen der Abrechnung herausgefunden, wo das Problem liegt und wodurch die Kosten so immens gestiegen sind. Kann ich den Vermieter auffordern, wieder nach der alten Formel zu verfahren oder kann man rechtlich dagegen vorgehen???

Antwort: Es sieht so aus, als würden hier Dinge vermischt: Die VDI-Richtlinie führt nicht zu einer Änderung der Kosten insgesamt, sondern beschreibt nur die richtige Aufteilung. Die Kosten muss man sich wie eine Torte vorstellen, die ja durch unterschiedliche Verteilungsmodalitäten auch nicht größer wird – nur die Relationen der einzelnen Stücke ändern sich evtl. Dazu passt, dass Sie schreiben, dass sich die Heizwärmekosten um praktisch den Wert reduziert haben, um den sich die Kosten für Wassererwärmung erniedrigt haben. Die Torte ist also immer noch dieselbe, anders ausgedrückt: Alle Mieter zusammen zahlen immer noch dasselbe, nämlich die Summe der Betriebskosten. Jetzt ist es nur so, dass diejenigen, die weniger heizen und mehr Warmwasser verbrauchen, höher belastet werden, was aber sachlich richtig ist, denn letztendlich soll ja jeder die Energie bezahlen, die er bekommt, nicht irgendwelche geschätzten Werte. Die Berechnung nach Formel ist eine Hilfskonstruktion, vorzugsweise führt man die Warmwasserabtrennung mit einem Wärmezähler durch. Sie schreiben es zwar nicht, aber ich vermute, Sie implizieren, dass ein solcher eingebaut wurde, wenn früher nach Formel, jetzt aber anderweitig abgetrennt wird. Die frühere Abtrennung war dann eine Schätzung, die jetzige basiert auf einer Messung. Gegen die Messung einsprechen zu wollen ist sinnlos, da sie die genaueren Resultate liefert.
25.09.2015
Frage: In unserem Haus sind diverse Heizkörper in Fluren und Kellerräume nicht mit Heizkostenverteilern ausgerüstet. Das führt doch formal zu einem kleineren rw-Wert. Wie muss dann verfahren werden?
In unserem Haus sind diverse Heizkörper in Fluren und Kellerräume nicht mit Heizkostenverteilern ausgerüstet. Das führt doch formal zu einem kleineren rw-Wert. Wie muss dann verfahren werden?

Antwort: In der Tat wäre es natürlich wünschenswert, alle Heizkörper mit Messgeräten ausgestattet zu haben, denn nur dann kann man genau wissen, ob ein Heizkörper tatsächlich genutzt wird. Dennoch ist das Fehlen der messtechnischen Ausstattung an den Gemeinschaftsheizkörpern kein Problem, da das Vorhandensein solcher nicht ausgestatteter Heizkörper, weil es nicht selten ist, in den Anwendungsgrenzen der VDI 2077 Beiblatt bereits berücksichtigt ist.
18.09.2015
Frage: Wenn unterjährig die Heizkostenverteiler (HKV) von Verdunster auf elektronisch umgestellt werden, ist dann in dem Jahr VDI 2077 Bbl nicht anwendbar?
Wenn unterjährig die Heizkostenverteiler (HKV) von Verdunster auf elektronisch umgestellt werden, ist dann in dem Jahr VDI 2077 Bbl nicht anwendbar?

Antwort: Die Anwendung des Bbl auf (insbesondere Teile eines Abrechnungszeitraums macht nicht wirklich Sinn – schon allein aus statistischen Gründen. Für das Wechseljahr fallen ja wohl in jedem Fall (also ob mit oder ohne Rohrwärmekorrektur) zwei separate Abrechnungen an. Man könnte daher wie folgt vorgehen: Für die Periode mit HKVV sozusagen eine Schlussrechnung erstellen und dann – man kann ja den Abrechnungszeitraum beliebig im Jahr platzieren – Neustart mit neuem Abrechnungszeitraum (z. B. wenn HKV-Wechsel im Mai eben von Mai bis April).

Tatsächlich ist in der Praxis jedoch in mindestens 80 % aller Fälle der Abrechnungszeitraum das Kalenderjahr. Das will man aus Gründen der Buchhaltung meist auch nicht ändern. Wir halten es für machbar, VDI 2077 Bbl auf die HKVE-Periode anzuwenden, wenn diese ca. 1/2 Jahr oder länger ist.

Ein generelles Problem beim unterjährigen Wechsel könnte aber die Trennung der Energieverbräuche sein. Wenn durch Zwischenablesung bzgl. Fernwärme oder Brennstoffmenge ein klarer Schnitt gemacht wird, könnte aber so verfahren werden.
11.09.2015
Frage: Durch Leerstand haben einzelne Wohnungen in unserem Haus einen sehr geringen Verbrauch. Wirkt sich das auf die Rohrwärmeproblematik aus?
Durch Leerstand haben einzelne Wohnungen in unserem Haus einen sehr geringen Verbrauch. Wirkt sich das auf die Rohrwärmeproblematik aus?

Antwort: Die Rohrwärmeproblematik wird verursacht durch Eigenschaften der heiztechnischen Anlage (z. B. hohe Vorlauftemperaturen, geringe Dämmung der Rohrleitungen). Sie wird dann besonders relevant, wenn die Nutzer sich sehr unterschiedlich verhalten, d. h. dass einzelne Nutzer in ihrem Verbrauch sehr vom Mittelwert abweichen. Bei Leerstand ist i. d. R. eine solche Abweichung gegeben: er entspricht einem sehr sparsam heizenden Nutzer. Bei diesem deckt die Rohrwärme schon einen nennenswerten Anteil des Heizwärmebedarfs. Dadurch kann es dazu kommen, dass andere, vom Mittelwert nach oben abweichende Nutzer besonders stark mit den Kosten für (Rohr-)Wärme belastet werden, die in die leer stehenden Wohnungen fließt. Klartext: Ja, Leerstand kann eine bestehende Rohrwärmeproblematik verschärfen und damit ggf. auch korrekturwürdig machen.
04.09.2015
Frage: Bin ich zu einer Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt rechtlich verpflichtet bzw. hat der Mieter ein Anrecht darauf? Können andere Mieter gegen diese Abrechnung Einspruch einlegen? Kann ich von Jahr...
Bin ich zu einer Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt rechtlich verpflichtet bzw. hat der Mieter ein Anrecht darauf?
Können andere Mieter gegen diese Abrechnung Einspruch einlegen?
Kann ich von Jahr zu Jahr entscheiden?

Antwort: Die Anwendung der Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt erfolgt auf der Grundlage einer Öffnungsklausel in der HeizkV (§7 Abs. 1 Satz 3). Diese besagt, dass in bestimmten Fällen die Korrektur angewendet werden KANN. Damit liegt die Entscheidung grundsätzlich im Ermessen des Eigentümers. Es gibt jedoch Urteile (z. B AG Neubrandenburg – 6 C 526/11), in denen das Gericht den Ermessensspielraum eingeschränkt hat, denn dieses Ermessen ist nach § 315 BGB im Rahmen der Billigkeit auszuüben. Was bedeutet nun das? "Billigkeit" ist die juristische Formulierung dafür, dass Gesetze nicht für den Einzelfall gemacht werden, sondern für die Masse, und dass im Einzelfall so etwas wie Fairness betrachtet werden muss. Es bedeutet hier, dass dann, wenn einzelne sehr stark benachteiligt werden, für den Eigentümer doch ein Zwang zur Anwendung der Korrektur bestehen kann.
Klar können andere gegen diese Entscheidung klagen. Das steht jedem Menschen frei. In der Tat ist es beim Vorliegen grundsätzlich so, dass ein Einzelner sehr stark zusätzlich belastet wird, viele jedoch eher wenig entlastet. Wenn man nun diesen Effekt umkehrt, sind natürlich mehr Menschen sauer, weil sie etwas mehr bezahlen müssen, aber einer sehr glücklich, weil er viel weniger zahlen muss. Und gerechter ist es auch, weil der eine nämlich Wärme bezahlt hat, die andere geliefert bekamen.
Von Jahr zu Jahr entscheiden kann man nach der Richtlinie nicht: Wenn Sie sich einmal für die Anwendung entschieden haben, soll das Verfahren so lange angewendet werden, bis der Verbrauchswärmeanteil unter einen Grenzwert fällt. Das kann durch geändertes Nutzerverhalten oder Änderungen an der Anlage oder in deren Betriebsweise passieren.
04.09.2015
Frage: Ich wohne in einem siebenstöckigen Haus mit Einrohrheizung. Seit mehreren Jahren wird, nachdem dies mit Mehrheit bei einer Eigentümerversammlung beschlossen wurde, nach VDI 2077 Beiblatt...
Ich wohne in einem siebenstöckigen Haus mit Einrohrheizung. Seit mehreren Jahren wird, nachdem dies mit Mehrheit bei einer Eigentümerversammlung beschlossen wurde, nach VDI 2077 Beiblatt abgerechnet. Seit 2014 haben wir eine neue Heizungsanlage im Keller. Seitdem wird bei der Heizungabrechnung nicht mehr die Rohrwärmeabgabe berücksichtigt, was bei den beiden oberen Stockwerken zu deutlich erhöhten Heizkosten führte. Unser neuer Verwalter argumentiert nun,daß die Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt jährlich neu bei einer Eigentümerversammlung beschlossen werden müsste. Stimmt dies?

Antwort: Die Anwendung der Rohrwärmekorrektur liegt im Ermessen des Eigentümers der Anlage, sprich des Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft. Entscheidet sich dieser jedoch für die Anwendung der Richtlinie, dann gilt die Festlegung in der Richtlinie, dass das Verfahren so lange angewendet wird, bis der Verbrauchswärmeanteil unterhalb des Korrektur-Verbrauchswärmeanteils von 0,43 liegt - und zwar unabhängig vom Wert der anderen Kriterien. Anlagentechnische Verbesserungen, wie Ihre neue Heizung, können zu solchen Verbesserungen führen.
15.08.2015
Frage: In den Jahren 2012 bis 2014 erhielten wir Nebenkostenabrechnungen, in denen jeweils Rohrwärmeeinheiten aufgeführt wurden (3-Etagenhaus, wir bewohnen die mittlere Wohnung). In diesem Jahr fehlt die...
In den Jahren 2012 bis 2014 erhielten wir Nebenkostenabrechnungen, in denen jeweils Rohrwärmeeinheiten aufgeführt wurden (3-Etagenhaus, wir bewohnen die mittlere Wohnung). In diesem Jahr fehlt die Anrechnung der Rohrwärmeeinheiten, was dazu führt, dass unser gemessener Verbrauch mit einem höheren Faktor multipliziert wurde, was wiederum zur Folge hat, dass wir einen hohen Betrag nachzahlen sollen (in den Vorjahren hatten wir immer ein Guthaben). Unser Vermieter hat den hohen Nachzahlbetrag in einem kurzen Gespräch damit begründet, dass die Parteien über und unter uns häufiger mit dem Kamin geheizt haben. Ein Blick auf die angefallen Gesamtheizkosten zeigt einen um ca. 9 % niedrigeren Wert als der Mittelwert der Vorjahre. Nun zur Frage: Ist es rechtens, dass von einer Abrechnung auf die nächste eine andere Berechnungsgrundlage, sprich dreimal mit und dann ohne Rohrwärmeeinheiten, verwendet wird? Danke und viele Grüße!

Antwort: Wenn in dieser speziellen Wohnsituation die anderen Parteien die Wohnung anders beheizen, würden Sie weniger von der Rohrwärmeabgabe der anderen profitieren und müssten selber mehr heizen. Dieser Zusammenhang gilt unabhängig davon, ob der Rohrwärmeanteil in der Abrechnung berücksichtigt wird oder nicht.
10.08.2015
Frage: Frage zur Berechnung des Verbrauchswäremanteils der VDI 2077. Es geht um ein sechsstöckiges Langgebäude. Das gesamte Gebäude ist ca. 130 Meter lang und besteht aus 135...
Frage zur Berechnung des Verbrauchswäremanteils der VDI 2077.

Es geht um ein sechsstöckiges Langgebäude. Das gesamte Gebäude ist ca. 130 Meter lang und besteht aus 135 Sondereigentumseinheiten. Das Gebäude hat verschiedene Hauseingänge. Die Erzeugung der Heizwärme erfolgt zentral im Keller des mittleren Gebäudeteiles. Das Heißwasser wird aus dem Kellergeschoß durch alle Stockwerke bis hinauf in das 6. Stockwerk des jeweiligen Hauseinganges bzw. des ihm zugeordneten Gebäudeteils gepumpt. Diese Rohrführung erfolgt mittels nichtisolierter Rohre durch die Bäder der Appartementwohnungen. Das auf diese Weise in den obersten Stock der Gebäude beförderte Wasser wird dort in weitere Leitungsstränge verteilt, und zwar dergestalt, dass nunmehr jeweils ein Rohrstrang abgezweigt wird und durch sämtliche im Bauwerk untereinander liegenden baugleichen Zimmer zurück in den Keller geführt wird.

Den Verbrauchswärmeanteil habe ich wie folgt ermittelt:
Im Jahr 2011 wurden von der Heizungsanlage 74.464 Liter Brennstoff (Heizöl) verbraucht. Gem. § 9 Abs. III Satz 2 HeizkostenVO entspricht 1 Liter leichten Heizöls einem Heizwert von 10 kWh (1 l = 10 kWh). Mit dem verbrauchten Heizöl konnten somit 744.640 kWh Heizungsenergie produziert werden.
Nach Angaben der Techem, die die Heizwärmeerfassungsgeräte an den Heizkörpern in der Wohnungsanlage stellt und mit der Heizkostenabrechnung beauftragt ist, entspricht 1 kWh genau 1,1003 Verbrauchseinheiten. Aus den 744.640 kWh Heizungsenergie ergeben sich somit 819.327 Heizkostenverteilereinheiten (= 744.640 kwH x 1,1003).
Von den Heizkostenerfassungsgeräten, die in der Wohnanlage installiert sind, wurden jedoch nur 172.751 Heizkostenverteilereinheiten gemessen. Dies entspricht 157.004 kWh (= 172.751 : 1,1003).
Daraus folgt, dass von den insgesamt 744.640 kWh Heizenergie, die die Heizungsanlage der Wohnungsanlage produziert, nur lediglich 157.004 kWh erfasst wurden. Dies entspricht ca. 21 % der hergestellten Energiemenge.

Wie wird der Verbrauchswärmeanteil für die VDI 2077 korrekt ermittelt?

Das Gericht hat eine Überprüfung durch einen Sachverständigen angeordnet. Der Sachverständige ist Sachverständiger für das Installateur- und Heizungsbauer- Handwerk und versucht an einem Strang mit Hilfe von Wärmemengenzählern, die er in den Strang eingebaut hat, das Verhältnis der Wärmeabgabe der Heizkörper und des Stranges zu ermitteln. Das Ergebnis sei nach Aussage des Sachverständigen ein Referenzwert für das gesamte Gebäude. Ich habe von der Hausverwaltung die Aussage, dass die Anlage nicht Hydraulisch abgeglichen sei. Ich gehe davon aus, dass die VDI 2077 ein solches Vorgehen zur Ermittlung des Verbrauchswärmeanteiles nicht vorsieht. Auch können sich in meinen Augen die Verhältnisse von Jahr zu Jahr ändern (andere Einstellungen der Heizung), ebenfalls von Strang zu Strang wegen der unterschiedlichen Nutzung (Wohnzimmer - Schlafzimmer usw.)


Antwort: Sie haben schon einen Sachverständigen vor Ort eingeschaltet, das scheint der richtige Weg zu sein. Trotz Ihrer umfassenden Schilderung wären noch viele Fragen vor Ort zu klären, dass ist vom Schreibtisch in Düsseldorf aus nicht möglich.
09.08.2015
Frage: Im Februar 2014 erfolgte die Umstellung um mir die Rohrwärme in der Abrechnung zu belasten. 1 Monat später bin ich ausgezogen. Jetzt erhalte ich die Heizkostenabrechnung für den Zeitraum...
Im Februar 2014 erfolgte die Umstellung um mir die Rohrwärme in der Abrechnung zu belasten. 1 Monat später bin ich ausgezogen. Jetzt erhalte ich die Heizkostenabrechnung für den Zeitraum 01.08.2013 bis 31.03.2014 und es wird mir Rückwirkend der Verbrauch mit 50% und die 50&#xig;e Rohwärme in Rechnung gestellt. Ist das zulässig.

Antwort: Aus Ihren Angaben ist zu vermuten, dass der Abrechnungszeitraum jährlich von August bis August läuft und aufgrund Ihres Auszugs eine Zwischenabrechnung erfolgte. Die Berücksichtigung der Rohrwärmeabgabe in der Heizkostenabrechnung ist zulässig, das Verfahren ist in VDI 2077/3.1 beschrieben. Im günstigsten Fall werden Abrechnungsverfahren zum Ende einer Abrechnungsperiode geändert, das scheint hier nicht der Fall zu sein. Es ist hier nicht erkennbar, ob die Rohrwärme dann nur für einen Monat berechnet ist, oder für das Halbjahr hochgerechnet wurde.
07.08.2015
Frage: Guten Tag, wir stehen momentan vor der Entscheidung unserer Abrechnung nach der VDI 2077 Richtliene zu erstellen. Der Sachverhalt, der uns ein bisschen nachdenklich stimmt ist folgender: Einige...
Guten Tag, wir stehen momentan vor der Entscheidung unserer Abrechnung nach der VDI 2077 Richtliene zu erstellen. Der Sachverhalt, der uns ein bisschen nachdenklich stimmt ist folgender: Einige Wohnungseigentümer haben Hobbyräume im UG, die über keine Heizkörper verfügen, da diese nachträglich ausgebaut wurden. Andere wiederum haben Heizkörper. Die Hobbyräume im UG kühlen auch im Winter nicht aus, da diese durch die umliegenden Heizungsrohre auf ca. 18 - 21 C° erwärmt werden. In der Heizkostenabrechnung werden die Flächen der Hobbyräume ohne Heizungskörper nicht berücksichtigt. Die mit Heizkörper jedoch schon. Nun ist unsere Frage, ob die Eigentümer/Mieter mit Hobbyräumen, jedoch ohne Heizkörper einen Vorteile gegenüber den anderen Bewohner bei dieser Abrechnungsvariante haben?

Antwort: Ja, der Sachverhalt ist wie Sie beschreiben, gegenüber den Raumnutzern mit Heizkörper ungerecht, da Sie nicht erfassen, ob der Heizkörper benutzt wird oder nicht. Allein aus dem Vorhandensein eines Heizkörpers darauf zu schließen, dass dieser benutzt wird ist nicht in jedem Fall richtig.
Das Problem sind die Alternativen, der messtechnische Aufwand, der betrieben werden muss, um es wirklich ganz richtig zu machen soll ja den "Streitwert" auch nicht übersteigen.
06.08.2015
Frage: Hallo Zusammen, vorab eine kurze Erläuterung der Situation. In unserem Wohnhaus mit 9 Wohnparteien (Einrohrheizung) und einer großen Arztpraxis im Erdgeschoss, welche die komplette Grundfläche...
Hallo Zusammen,

vorab eine kurze Erläuterung der Situation. In unserem Wohnhaus mit 9 Wohnparteien (Einrohrheizung) und einer großen Arztpraxis im Erdgeschoss, welche die komplette Grundfläche des Hauses abdeckt, wird ebenso nach VDI abgerechnet. Seitdem diese Arztpraxis in diesem Haus ist (ca. 4 Jahre - vorher standen die Räumlichkeiten leer) sind meine Nebenkosten explodiert und ich darf jährlich ca. 400 - 600 Euro Nebenkosten nachzahlen (zuvor habe ich immer Geld zurückbekommen) bei einer Wohnungsgröße von 46qm³!!!Wie kann es sein, dass durch die Abrechnung nach VDI die privaten Haushalte einen enormen Teil der gewerblich genutzten Fläche mit übernehmen müssen?! und somit die Gewerbebetriebe im Erdgeschoss auf Kosten der privaten Haushalte entlastet werden?

Antwort: Bei der Anwendung der VDI-Richtlinie 2077 geht es nicht um die Verteilung zu Gunsten oder zu Lasten von Wohnungen oder Gewerbe. Die Richtlinie soll helfen, die Abrechnung gerechter zu machen. Häufig profitieren Wohnungen, durch die Heizungsleitungen laufen, von der Wärmeabgabe der Rohe, sodass bei reiner Erfassung der Verbräuche an den Heizkörpern ein zu geringer Werte abgerechnet würde. Der von Ihnen geschilderte Fall passt nicht zur Abrechnung nach VDI 2077. Eigentlich müssten Sie davon profitieren, dass die Beheizung des EG nun von einem Mieter finanziert wird, Gegenüber einem Leerstand ist eine Verbesserung zu erwarten. Bitte lassen Sie die genauen Umstände mit der Abrechnung fachgerecht prüfen!
28.07.2015
Frage: Wo kann ich meine Heizkostenabrechnung überprüfen lassen?
Wo kann ich meine Heizkostenabrechnung überprüfen lassen?

Antwort: Die Verbraucherzentralen bieten diesen Service für einen geringen Betrag (aktuell 5 EUR) an. Im Rahmen der Überprüfung durch einen Energieberater kann man nicht nur die eigenen Kosten überprüfen lassen, sondern auch eine Bewertung der Kennwerte des Gebäudes bekommen. Details sind unter dem folgenden Link zu finden:
https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/131031_Heizkostenabrechnung.php
09.06.2015
Frage: Ist von der Umrüstung von Verdunstern auf elektronische Heizkostenverteiler bei Einrohrheizungen abzuraten?
Ist von der Umrüstung von Verdunstern auf elektronische Heizkostenverteiler bei Einrohrheizungen abzuraten?

Antwort: Wie bereits an anderen Stellen in diesem FAQ beschrieben, sind Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip (HKV-V) weniger trennscharf als elektronische Geräte (HKV-E). Das bedeutet, dass sie anfälliger dafür sind, Raumwärme aus anderen Quellen (Küchengeräte, aber auch Rohrwärme und sommerliche Hitze) mit zu erfassen. Dadurch wird eine bestehende Rohrwärmeproblematik nicht so schnell auffällig wie bei HKV-E. Eine solche Problematik sollte aber nicht nur Anlass zu einer Korrektur der Heizkostenabrechnung sein, sondern auch zu einer Prüfung der Anlage insgesamt. Eine schlecht betriebene, veraltete Anlage kann zu unnötig hohen Heizkosten führen. Insofern ist das Sichtbarwerden der Rohrwärmeproblematik nicht das eigentliche Problem. Die Korrektur mag im ersten Jahr der Anwendung dadurch für einen Teil der Nutzer unangenehm sein, weil diese nun selber Kosten tragen sollen, die zuvor anderen zugerechnet wurden. Pauschal von der Umrüstung auf HKV-E abzuraten ist daher nicht nur nicht sinnvoll, sondern dem Ziel der Energieeinsparung abträglich.
08.06.2015
Frage: Mehrheitsbeschluss der Eigentümer im Jahr 2015 war die Einführung der VDI 2077. Darf der Verwalter die Abrechnung, die bis jetzt ohne Anwendung von VDI 2077 Beiblatt erfolgt ist, rückwirkend...
Mehrheitsbeschluss der Eigentümer im Jahr 2015 war die Einführung der VDI 2077. Darf der Verwalter die Abrechnung, die bis jetzt ohne Anwendung von VDI 2077 Beiblatt erfolgt ist, rückwirkend ändern für das Jahr 2013 und 2014 oder gilt das erst ab der Abstimmung in 2015?

Antwort: Nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz dürfen wir keine Rechtsberatung liefern, sondern nur Hilfestellung bezüglich der technischen Fragestellungen im Zusammenhang mit unserer Richtlinie. Bitte haben Sie Verständnis und wenden sich mit dieser Frage an die Verbraucherberatung, den Mieterverein, einen Rechtsanwalt oder eine andere dazu befugte Stelle.
25.05.2015
Frage: Wie sieht es in einer Wohnanlage mit sechs Büros und 44 Wohnungen, davon eine Penthousewohnung über zwei Etagen und eine Wohnung über drei Etagen, beide offen, mit der Abrechnung nach VDI 2077...
Wie sieht es in einer Wohnanlage mit sechs Büros und 44 Wohnungen, davon eine Penthousewohnung über zwei Etagen und eine Wohnung über drei Etagen, beide offen, mit der Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt aus. Die Büros und die zwei genannten Wohnungen (werden vom Eigentümer bewohnt) haben extrem hohe Heizkosten, die man jetzt versucht, durch VDI2077 auf die anderen Bewohner, überwiegend Eigentümer)umzuverteilen. Muss dies vor der Heizperiode (01.01-31.12) beschlossen werden oder kann dies auch im nachhinein mehrheitlich beschlossen werden. Die Mieter übrigens zahlen die Zeche, denn sie werden nach Plan und Vorgabe der Abrechnungsfirma total benachteiligt.

Antwort: Hier sind mehrere Fragestellungen miteinander vermischt, sodass sich ein schiefes Bild ergibt: Es ist völlig klar und den physikalischen Gesetzmäßigkeiten geschuldet, dass innen liegende Wohnungen, weil sie von anderen beheizten Räumen umgeben sind, einen geringeren Wärmebedarf haben als außen liegende. Dachgeschosswohnungen haben daher selbst dann einen höheren Wärmebedarf, wenn die Nutzer genau so heizen wie die Nutzer der darunter liegenden Wohnungen. Ebenso klar ist, dass eine größere Wohnung einen höheren Wärmebedarf hat als eine kleinere, weil mehr Fläche beheizt werden muss. Liegt nun unerfasste Rohrwärme vor, so wird diese aufgrund der Abrechnungsmodalitäten überproportional den Nutzern mit hohen Wärmeverbräuchen zugeschlagen, häufig den Nutzern der Dachgeschosswohnungen. Die Rohrwärmekorrektur verteilt dann in der Tat Kosten um, und scheinbar auch von den Nutzern mit hohen Rechnungen auf die mit niedrigeren Rechnungen. Das liegt jedoch daran, dass in den hohen Kosten teilweise Wärme steckte, die Nutzern mit niedrigeren Rechnungen zugute kam. Hier werden also nicht Kosten vom Verursacher auf andere abgewälzt, sondern eine fälschliche Kostenverteilung rückgängig gemacht, um das zu erreichen, was die Heizkostenverordnung verlangt: eine verursachergerechte Abrechnung. Die Abrechnungsfirmen sind Dienstleister, die im Auftrag des Eigentümers/Vermieters handeln und diesen beraten. Sie machen keine Vorgaben, sondern messen, werten aus und zeigen mögliche Schlussfolgerungen auf. Sie sehen zunächst nur die Messwerte. Deren Verteilung kann jedoch Hinweise darauf liefern, dass eine rohrwärmebedingte Kostenverzerrung vorliegt. VDI 2077 Beiblatt enthält Kriterien, bei deren Erfüllung mit hoher Wahrscheinlichkeit von rohrwärmebedingten Kostenverzerrungen auszugehen ist. In einem solchen Fall wird der Abrechner dem Eigentümer/Vermieter empfehlen, eine Rohrwärmekorrektur durchzuführen. Ob diese aber angewendet wird oder nicht, liegt i. Allg. im Ermessensspielraum des Eigentümers/Vermieters. Es gibt inzwischen allerdings Gerichtsurteile, die feststellen, dass bei gravierenden Kostenverzerrungen dieses Ermessen reduziert werden kann. Dann wird der Eigentümer/Vermieter per Gerichtsbeschluss zur Anwendung der Korrektur verpflichtet, weil sonst einzelne Nutzer ungerecht behandelt würden. So viel zum allgemeinen Verständnis. Eine Rechtsberatung dürfen wir nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz nicht bieten. Wenden Sie sich daher bitte mit Ihrer konkreten juristischen Frage z. B. an eine Verbraucherberatung, einen Mieterverein, einen Rechtsanwalt oder eine ähnliche dazu befugte Stelle.
23.05.2015
Frage: Ich wohne in einer Dachgeschosswohnung und habe Einrohrheizung, die sechs Parteien unter mir Zweirohrheizung. Wie soll man in solchen Fall die Heizkosten gerecht abrechnen? Ich zahle seit paar Jahren...
Ich wohne in einer Dachgeschosswohnung und habe Einrohrheizung, die sechs Parteien unter mir Zweirohrheizung. Wie soll man in solchen Fall die Heizkosten gerecht abrechnen? Ich zahle seit paar Jahren nach der Richtlinie VDI 2077 zusätzliche Einheiten, die ich gar nicht habe und nutzten kann. Muss man sich damit abfinden? mfG

Antwort: Für den Mieter (und zumeist Laien) ist es nicht immer ganz einfach, das Rohrschema zu durchschauen und richtig zu beschreiben. Es ist aber nicht undenkbar, dass Sie tatsächlich solch eine etwas merkwürdige Verrohrung haben. Ohne detaillierte Kenntnis der Anlage kann man aber nur eine allgemeine Einschätzung abgeben. Es ist davon auszugehen, dass bei Ihnen die Leitungen ständig durchflossen sind, sie also deshalb auf jeden Fall Rohrwärme bekommen. Eine interessante Frage ist, ob die Rohrwärmeeinheiten nach Fläche umgelegt werden oder nach anderen Maßstäben (Rohrlänge). Tatsächlich werden Sie aber im Trend aufgrund der Lage Ihrer Wohnung den höchsten Wärmebedarf haben und durch die Rohrwärmeabrechnung eher ent- als belastet.
12.05.2015
Frage: Wir betreiben eine Heizzentrale mit BHKW in einem Wohn- und Geschäftshaus. Die Wärme wird an die Eigentümergemeinschaft, vertreten durch den Verwalter, geliefert. Der erzeugte Strom soll vorrangig...
Wir betreiben eine Heizzentrale mit BHKW in einem Wohn- und Geschäftshaus. Die Wärme wird an die Eigentümergemeinschaft, vertreten durch den Verwalter, geliefert. Der erzeugte Strom soll vorrangig im Gebäude vermarktet und verbraucht werden.
Muss in diesem die VDI 2077 Blatt 3.1 zur Ermittlung der umlagefähigen Wärmekosten angewendet werden?

Antwort: Wir verstehen die Anfrage so, dass es sich dabei um Wärmelieferung handelt. D. h. Sie betreiben ein BHKW und verkaufen Wärme und Strom an die Gebäudenutzer. In dem Fall können die Kosten im Wärmepreis kalkulatorisch berücksichtigt werden. Die Wärmekosten können dann ganz normal abgerechnet werden; eine Anwendung von VDI
2077 Blatt 3.1 ist u. E. nicht erforderlich.
17.04.2015
Frage: Ich bewohne eine Dachgeschosswohnung und habe schon immer die höchsten Heizkosten. Die Anlage ist eine veraltete Einrohrheizung. Warum muss ich die gleiche Höhe an Rohrwärmekosten tragen wie meine...
Ich bewohne eine Dachgeschosswohnung und habe schon immer die höchsten Heizkosten. Die Anlage ist eine veraltete Einrohrheizung. Warum muss ich die gleiche Höhe an Rohrwärmekosten tragen wie meine Nachbarn, die schon immer sehr geringe Heizkosten hatten? Es sollen durch VDI 2077 Beiblatt Richtlinien doch die Heizer begünstigt werden, welche höhere Heizkosten haben?

Antwort: Sie sprechen gleich mehrere Fragestellungen auf einmal an.

Dachgeschoss: Ein Dachgeschoss hat meist höhere Wärmeverluste durch Wände und Dach als eine innenliegende Wohnung. Gleiches gilt für Eckwohnungen in Wohnanlagen.

Gleiche „Höhe“: Hier wird es interessant. Wenn in Ihrem Haus eine vertikale Einrohrheizung vorliegt, dann sollte man in der schauen, ob nicht die unteren Geschosse längere Heizungsrohre haben als die Dachwohnung. Oft ist es bei solchen Wohnungen so, dass die unteren Geschosse raumhohe Heizungsrohre haben, die Dachgeschosswohnung aber nur kurze „Stummelchen“ bis zum Heizkörperanschluss. In diesem Fall wäre eine rohrlängenproportionale Umlage der Rohrwärme anempfohlen.

Begünstigung von Vielheizern: Das ist nicht richtig. Begünstigt werden soll niemand, sondern es soll gerecht abgerechnet werden. Die Vernachlässigung der Rohrwärme bei der Verteilung benachteiligt die Vielheizer, was im Umkehrschluss heißt, dass ohne Rohrwärmekorrektur die Wenigheizer begünstigt werden. Die Anwendung einer Korrektur soll genau das aufheben und dazu führen, dass möglichst jeder zahlt, was er bekommt.
03.04.2015
Frage: Gibt es ein Datum, ab dem die VDI 2077 Beiblatt zwingend zur HK-Abrechnung angewendet werden muss?
Gibt es ein Datum, ab dem die VDI 2077 Beiblatt zwingend zur HK-Abrechnung angewendet werden muss?

Antwort: Nein – und ja.

Nein, weil die Anwendung zunächst im Ermessen des Vermieters liegt. D.h. er darf, wenn sein Abrechnungsdienstleister ihn entsprechend berät oder er selber bei der Abrechnung auf Anzeichen von durch Rohrwärme bedingten Kostenverzerrungen stößt, abwägen, ob er eine Korrektur vornimmt, muss aber die Korrektur nicht vornehmen.

Ja, denn es hat inzwischen Urteile gegeben, die diesen Ermessensspielraum des Vermieters in konkreten Fällen auf Null reduziert haben, d.h. der Vermieter wurde durch Gerihtsbeschluss zur Anwendung der Korrektur gezwungen, da das Gericht bei einzelnen Mietern unzumutbare Unbilligkeiten durch die Nichtanwendung erkannte.

Das bedeutet: Die anerkannte Regel der Technik VDI 2077 Beiblatt liegt seit 2009 vor und hat sich bewährt. Damit sind unbillige Kostenverzerrungen vermeidbar. Wenn es hier Meinungsverschiedenheiten mit dem Vermieter gibt, die argumentativ nicht zu klären sind, bleibt nur der Weg über einen Gerichtsentscheid.
25.03.2015
Frage: In der VDI 2077 Beiblatt wird nur allgemein von Rohrwärme gesprochen. Gibt es empirische Ermittlungen, die belegen, dass einige Mieter mehr von der Rohrwärme profitieren als die Mieter mit einem...
In der VDI 2077 Beiblatt wird nur allgemein von Rohrwärme gesprochen. Gibt es empirische Ermittlungen, die belegen, dass einige Mieter mehr von der Rohrwärme profitieren als die Mieter mit einem hohen Verbrauch. In einer vertikalen Einrohrheizung haben die ersten (Paterrewohnungen) die höchste Vorlauftemperatur, die nach oben geringer wird. Die Rücklauftemperatur verringert sich nach unten in dem Maß, wie Rohrwärme durch die Heizkörper abgenommen wird. Mehmen Mieter mit sogenannter „höherer Rohrwärme“ keine Rücklauftemperatur über ihre Heizkörper ab, so haben die arunterliegenden Wohnungen eine höhere Rücklauftemperatur. Im Durchschnitt ist dann in allen Wohnungen die Vor- und Rücklauftemperatur annähernd gleich - so dass für keinen Mieter ein erheblicher Nachteil entsteht. Wäre es nicht sinnvoll, statt die Heizkosten nach der VDI 2077 Beiblatt zu verteilen, nach Ursachen (objektiv als auch subjektiv) zu suchen, die bei den wenigen Mieter zu hohen Verbrauch führen?

Antwort: Die Methode der Rohrwärmekorrektur basiert auf statistischen Auswertungen von Tausenden von gemessenen Verbrauchswerten, also genau auf der Empirie, die hier eingefordert wird. Bei einer Heizung ohne Rohrwärmeproblematik sind die Verbrauchswerte normalverteilt, d. h., die Werte liegen (näherungsweise) auf einer symmetrischen Gaußschen Glockenkurve. Tritt Rohrwärme auf, verändert sich dieses Bild: Die Verteilung wird schief. (Siehe dazu auch Frage/Antwort vom 25/11/2014.) Es SCHEINT also so, als würden die Sparer fast nichts verbrauchen, während „Witwe Bolte“, die es nach Wilhelm Busch ja gerne warm hatte (Ich hoffe, die Referenz belegt, dass ich kein Fall für die Chauvi-Kasse bin.), gleich VIEL mehr verbraucht. Tatsächlich ist es aber so, dass ALLE Mieter nahezu in gleichem Maß von der Rohrwärme profitieren. Mit „davon profitieren“ ist hier gemeint, dass alle in etwa dieselbe Menge (natürlich bezogen auf die Nutzfläche) geliefert bekommen. Das bedeutet im Klartext: Witwe Bolte bezahlt die Rohrwärme für die Sparer mit. Die Sparer bekommen also nicht mehr Rohrwärme, sondern profitieren letztendlich nur von der Abrechnungsmodalität.
Den Ausführungen zur abgenommenen Rohrwärme kann ich nicht folgen; ich vermute, sie basieren auf einer falschen Grundannahme über die Wirkweise eines Heizkreislaufs. Ganz speziell habe ich keine Ahnung, was Sie mit „subjektiven“ Ursachen meinen. Jeder Mensch ist anders, und jeder hat andere Behaglichkeitsanforderungen (siehe Witwe Bolte und Sparer), verhält sich anders (Anwesenheit zu Hause) aber das muss auch möglich sein.
Sie haben die volle Unterstützung der Fachleute im VDI, wenn Sie fordern, dass mit Priorität Defizite des Heizungssystems behoben werden sollen. In der Richtlinie steht explizit, dass man nicht durch „Gesundrechnen“ die Probleme einer Anlage überdecken soll. Die Abfolge muss mit Blick auf das polititsche Ziel der Verminderung von Treibhausgasen sein: Effizienz erhöhen (Heizung sanieren, Gebäude dämmen usw.) und dann erst schauen, ob abrechnungstechnisch noch etwas getan werden muss.
09.03.2015
Frage: Wäre es nicht sinnvoller, den Vermietern einen Leitfaden an die Hand zugeben, um Heizkörper genauer zu bewerten, damit Ungerechtigkeiten, die sich aus der Lage der Wohnung ergeben, ausgeglichen...
Wäre es nicht sinnvoller, den Vermietern einen Leitfaden an die Hand zugeben, um Heizkörper genauer zu bewerten, damit Ungerechtigkeiten, die sich aus der Lage der Wohnung ergeben, ausgeglichen werden? Dann könnten die gemessenen Einheiten als Berechnungsgrundlage genommen werden und jeder Mieter hätte dann auch die Möglichkeit, seine Heizgewohnheiten zugunsten eines sparsamen Umgangs mit Energie zu verändern.

Antwort: Eine völlig gerechte Verteilung wird es wohl nicht geben, denn dafür müsste man eine KWh Heizenergie, gleich, ob sie nun aus Öl, Gas oder Kohle erzeugt wird, in Berlin billiger machen als beispielsweise in Düsseldorf, weil der Winter insgesamt in Berlin zumeist kälter ist als in Düsseldorf. Dasselbe gilt innerhalb eines Gebäudes. Ja, eine Dachgeschosswohnung hat gegenüber einer Wohnung zwischen zwei beheizten Geschossen eine Art Lagenachteil, schlimmer noch eine Eckwohnung in einer großen Anlage gegenüber den innenliegenden Wohnungen. Mir erscheint es vernünftig, dass eine KWh einen bestimmten Preis hat und man versucht, die gelieferte Energie dem in Rechnung zu stellen, der sie geliefert bekommt. Damit kann man nachvollziehbar kalkulieren und so sparen, wie es mit den eigenen Behaglichkeitsanforderungen verträglich ist. Das deckt sich mit der Philosophie, die hinter dem Energieausweis (und hinter genormten Verbrauchswerten für Pkws) steht: Wenn transparent ist, wie hoch der Verbrauch in der Wohnung (oder mit dem Pkw) unter Standardbedingungen ist, dann kann man vergleichen und sich die Wohnung (den Pkw) aussuchen, dessen Verbrauch zu bezahlen man bereit ist. Wenn ich besonders sparsam fahre, komme ich mit demselben Pkw unter denselben Bedingungen mit weniger Verbrauch ans Ziel als jemand, mit Bleifuß fährt. Und ebenso kann ich, wenn ich sparsam heize, in derselben Immobilie weniger verbrauchen als jemand, der für seine Behaglichkeit 23 °C haben möchte. Man darf halt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
09.03.2015
Frage: Müssen gleichartige Wohnräume, die übereinander liegen (gleicher Grundriss) auch identische Heizkörper (gleiche Bewertungszahl) haben, um den Verbrauch richtig bewerten zu können?
Müssen gleichartige Wohnräume, die übereinander liegen (gleicher Grundriss) auch identische Heizkörper (gleiche Bewertungszahl) haben, um den Verbrauch richtig bewerten zu können?

Antwort: Nicht zwingend. Heizkostenverteiler werden in Prüfständen geprüft und so kalibriert und bewertet, dass ihre Messwerte mit der von dem jeweiligen, spezifizierten Heizkörper abgegebenen Wärmemenge korrelieren. Anders ausgedrückt: Ich kann einen Heizkostenverteiler desselben Typs an zwei verschiedenen Heizkörper anbringen. Er zeigt dann üblicherweise denselben Zahlenwert an, solange nur die Temperaturen der Heizkörper und des Raums identisch sind. Hat jetzt der eine der beiden Heizkörper beispielsweise die doppelte Fläche, gibt er natürlich mehr Wärme an den Raum ab. Das muss ich dann durch Faktoren rechnerisch berücksichtigen.
09.03.2015
Frage: Hebelt die VDI 2077 Beiblatt nicht den Grundsatz der HeizkostenV Verteilung nach Verbrauch / Wohnfläche und Wohnfläche aus? Bei meiner HK-Abrechnung ist ein Schlüssel von 70/30% zugrundegelegt....
Hebelt die VDI 2077 Beiblatt nicht den Grundsatz der HeizkostenV Verteilung nach Verbrauch / Wohnfläche und Wohnfläche aus? Bei meiner HK-Abrechnung ist ein Schlüssel von 70/30% zugrundegelegt. Aufgrund der Anwendung der VDI 2077 Beiblatt werden die 70% Verbrauch so verteilt, dass zu meinem mit elektronischen Heizkostenverteilern erfassten Verbrauch in Verhältnis von 14,8% noch 85,2 % auf die Wohnfläche dazu kommen. D.h. 10,4 % werden nach Verbrauch und 59,6 % nach der Fläche verteilt. Das heißt, meine Heizkosten werden zu 89,6 % nach der Fläche verteilt und nur 10,4 % nach dem Verbrauch. Die HeizkostenV sieht aber eine Verteilung von mindestens 50 zu 50 % vor.

Antwort: Das ist nach meinem Verständnis ein Stück weit eine philosophische Frage: Nach dem Verständnis der VDI 2077b Beiblatt wird Ihnen nach der Rohrwärmekorrektur Wärme in Rechnung gestellt, die Sie ohne Zweifel verbraucht haben, die nur aufgrund der „Darreichungsform“ (eben über die Rohre – und damit unerfasst – statt über die Heizkörper nicht gemessen wurde (siehe auch Fragen/Antworten vom 29/8/2014, 9/10/2014 und 31/10/2014). Das Korrekturverfahren der VDI 2077 Beiblatt korrigiert den Verbrauch, ändert aber nichts an den Grundkosten.
09.03.2015
Frage: Gilt die Richtlinie VDI 2077 auch bei waagerechten Einrohrsträngen mit Absperrventil in der eigenen Wohnung? Muss ich zahlen, wenn ich eigenständig diese "abstellen" kann?
Gilt die Richtlinie VDI 2077 auch bei waagerechten Einrohrsträngen mit Absperrventil in der eigenen Wohnung? Muss ich zahlen, wenn ich eigenständig diese "abstellen" kann?

Antwort: Lassen Sie mich diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Müssen Sie Rundfunkgebühren bezahlen, wenn Sie ein Radio besitzen, das man ausschalten kann? Ich halte das juristisch für ziemlich vergleichbar. Ob Sie das Strangventil schließen oder nicht, kann niemand überprüfen. Wenn Sie aber heizen, werden Sie, wenn in der Anlage Rohrwärme eine Rolle spielt, auch Rohrwärme bekommen, die von den Heizkostenverteilern nicht gemessen wird. (Es sei angemerkt, dass ich kein Jurist bin; meine juristische Einschätzung ist daher reines Bauchgefühl!)
20.02.2015
Frage: Ich bin der Meinung, dass VDI 2077 Beiblatt als quasi „Rechtsregel“ für den Gesetzesunterworfenen kostenfrei zugänglich sein sollte.
Ich bin der Meinung, dass VDI 2077 Beiblatt als quasi „Rechtsregel“ für den Gesetzesunterworfenen kostenfrei zugänglich sein sollte.

Antwort: Die HeizkostenV enthält eine Öffnungsklausel, welche in bestimmten Fällen die Anwendung der anerkannten Regeln der Technik erlaubt. VDI-Richtlinien sind keine gesetzlichen Vorschriften, sondern stellen als anerkannte Regeln der Technik den Konsens der Verkehrskreise dar, hier darüber, wie man ungerechte Kostenverteilungen vermeidet, wenn Rohrwärme vorliegt. Diesen Konsens stellen wir zur Anwendung zur Verfügung.

Jeder Mensch in Deutschland profitiert jeden Tag von VDI-Richtlinien, ohne das zu merken. Beispiele: wenn Sie sich Dank VDI/DVGW 6023 auf sauberes Trinkwasser verlassen dürfen, oder wenn Sie sich, auf der Autobahn hinter einem Lkw fahrend, darauf verlassen können, dass die Autobahnpolizei VDI 2700 anwendet und prüft, ob die Ladung nach dieser Richtlinie gesichert ist, oder wenn Sie in einem Aufzug eingeschlossen werden und wissen, dass dem Betreiber mit VDI 4705 eine Richtlinie zum Notrufmanagement vorliegt, die dazu beiträgt, dass Sie nicht über Gebühr lange dort verharren müssen. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Die Erarbeitung von Gesetzen und Verordnungen, hier z. B. der Heizkostenverordnung, bezahlt man über seine Steuern. Folglich findet man alle Gesetzesexte kostenfrei unter www.gesetze-im-internet.de.

Die Erarbeitung von VDI-Richtlinien und die Arbeitszeit der Mitarbeiter in der VDI-Hauptgeschäftsstelle für Ihre Beratung werden aus gemeinnützig erwirtschafteten Mitteln (z. B. Mitgliedsbeiträgen, Verkaufserlösen, Spenden) einer privatrechtlichen Organisation, eben des VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V. bezahlt. Als persönliches VDI-Mitglied trägt man über seinen Jahresbeitrag schon dazu bei und kann Richtlinien rabattiert erwerben. Wenn man als Nichtmitglied diese Arbeit nutzen möchte, erscheint es nicht unangemessen, dass man über den Verkaufspreis der Richtlinie einen Beitrag leistet. Wenn Sie sich daher nun für die Mitgliedschaft interessieren: www.vdi.de/mitgliedschaft.
05.02.2015
Frage: Mein Vermieter will rückwirkend für das Jahr 2014 das Bilanzverfahren nach VDI 2077 Beiblatt anwenden. Ich bin der Auffassung, dass wir Mieter vor Anwendung des Bilanzverfahrens darüber zu...
Mein Vermieter will rückwirkend für das Jahr 2014 das Bilanzverfahren nach VDI 2077 Beiblatt anwenden. Ich bin der Auffassung, dass wir Mieter vor Anwendung des Bilanzverfahrens darüber zu informieren sind, da nach § 6, Abs. 4 Satz 2 HKVO das VDI-Verfahren eine Änderung des Abrechnungsmaßstabs darstellt.

Antwort: Der „Abrechnungsmaßstab“ in dem von Ihnen zitierten Paragrafen ist die Verteilung auf Grund- und Verbrauchskosten. Diese ist vor dem Abrechnungszeitraum vom Vermieter zu erklären, kann aber, siehe HeizkostenV, Abschnitt gleich nach dem von Ihnen zitierten, aus wichtigen technischen Gründen auch nachher noch geändert werden. Das erkennbare Vorliegen wesentlicher Anteile von Rohrwärme ist aus unserer Sicht so ein technischer Grund. Die Anwendung des Korrekturverfahrens nach VDI 2077 Beiblatt jedoch ist, wie erläutert, keine Änderung des Abrechnungsmaßstabs.
05.02.2015
Frage: Wie kann es sein, dass ein unplausibel hoch erscheinender Verbrauchswert zustande kommt, obwohl ich etwas weniger verbraucht habe?
Wie kann es sein, dass ein unplausibel hoch erscheinender Verbrauchswert zustande kommt, obwohl ich etwas weniger verbraucht habe?

Antwort: Die Plausibilität ist eine Frage der Blickrichtung. Tritt Rohrwärme auf, so ist es, wenn man von der anderen Seite her schaut, so, dass ein unplausibel niedriger Verbrauch angezeigt wird, während der tatsächliche Brennstoffverbrauch ja eindeutig am Gaszähler oder Füllstandsanzeiger des Öltanks abzulesen ist. Bitte folgen Sie mir bei folgendem Gedankengang: Am Ende eines Jahrs stellen Sie fest, dass die Brennstoffmenge x verbraucht wurde. Bei den Nutzern stehen auf den Heizkostenverteilern aber nur sehr geringe Werte, die gar nicht zu dieser Brennstoffmenge zu passen scheinen. Aus dieser Perspektive gesehen, wird Ihnen dann sofort der Gedanke kommen, dass die Wärme offenbar in die Wohnungen kommt, aber halt nicht gezählt wird. Nun aus der anderen Richtung geschaut: Für den Nutzer einer Wohneinheit scheint a priori Anzeige = Verbrauch, und so fragen Sie: „Wieso bezahle ich so viel, wenn ich so wenig angezeigt bekomme?“ Das Rohrwärmekorrekturverfahren nach VDI 2077 Beiblatt ist ein bewährter Ansatz, mit dessen Hilfe man die nicht gezählten Wärmemengen bestimmt. Wenn der Rohrwärmeanteil groß ist, ist naturgemäß dann auch die Korrektur groß, ggf. deutlich größer als die Summe der Anzeigewerte.
04.02.2015
Frage: In der Richtlinie steht sinngemäß, dass die Sanierung von Altanlagen Priorität vor der Korrektur hätte. Bedeutet das, dass die Korrektur nur angewendet werden soll, wenn vorher saniert wurde?
In der Richtlinie steht sinngemäß, dass die Sanierung von Altanlagen Priorität vor der Korrektur hätte. Bedeutet das, dass die Korrektur nur angewendet werden soll, wenn vorher saniert wurde?

Antwort: Nein, diese Interpretation des Texts geht völlig am Gemeinten vorbei. Primäres Ziel der Richtlinie ist es, Kostenverzerrungen zu beseitigen, die in Liegenschaften mit signifikantem Rohrwärmeanteil auftreten können. Das Vorliegen von Rohrwärme in einer Liegenschaft wird in der statistischen Verteilung der Verbrauchswerte der Nutzer augenfällig. Nicht immer, wenn Rohrwärme auftritt, ist diese auch signifikant. Um die unnötige Anwendung der Richtlinie zu vermeiden, wurden daher die Anwendungsgrenzen definiert. Sind die drei Kriterien erfüllt, so empfiehlt sich in jedem Fall die Anwendung einer Korrektur. Andernfalls kommt es zu Kostenverschiebungen, die letztendlich dazu führen, dass einzelne Nutzer unerfasste Wärme zugerechnet bekommen, die nicht sie, sondern andere Nutzer erhalten haben. Der Anlagenzustand spielt für diese Fragestellung keine Rolle.

Eine ganz andere Problematik ist eine nicht optimale Betriebsweise von Anlagen. Bei ungünstiger Betriebsweise einer Anlage kann es z. B. passieren, dass einzelne Nutzer nicht genügend Wärme geliefert bekommen. Dem versucht man dann durch Erhöhung der Vorlauftemperatur zu begegnen, handelt sich dadurch aber einen höheren Energieverbrauch (= schlechtere Energieeffizienz) und mehr Rohrwärme ein. Anlagen mit solchen Defiziten müssen mit Blick auf energieeffizienten Betrieb eigentlich saniert werden, doch geschieht dies wegen der entstehenden Kosten häufig nicht. Der Richtlinienausschuss wollte ausschließen, dass das Rohrwärmeverfahren dazu missbraucht wird, fällige Anlagensanierungen aufzuschieben.

Die Systematik ist folgende: Die Heizkostenverordnung verlangt verursachergerechte Abrechnung, um dem einzelnen Nutzer die Möglichkeit zu bieten, durch sein gezieltes Verhalten zu einer sparsamen Energienutzung beizutragen. Die Energieeinsparverordnung verlangt möglichst gute Energieeffizienz der Anlagen. Dies bedeutet, nur so viel Energie zu verbrauchen, wie nötig ist, um die gewünschten Raumkonditionen zu erreichen. Die beiden Fragestellungen sind insoweit voneinander unabhängig. Es kann durchaus energieeffizient betriebene Anlagen geben, in denen eine deutliche Rohrwärmeproblematik (d. h., es wird wenig Energie verbraucht, aber die Kosten nicht gerecht aufgeteilt) auftritt, ebenso wie es sanierungsbedürftige Anlagen geben kann, bei denen keine Rohrwärmeproblematik augenfällig wird (d. h., es wird Energie verschleudert, aber immerhin die Kosten gerecht verteilt).
20.01.2015
Frage: Verdunstungsröhrchen am Heizkörper zeigen einen Wert von 0 in einem Raum, einen von -5 in einem anderen an. Ist es bei einem Verbrauch von -5 Einheiten möglich, dass abgesehen von Kosten der...
Verdunstungsröhrchen am Heizkörper zeigen einen Wert von 0 in einem Raum, einen von -5 in einem anderen an. Ist es bei einem Verbrauch von -5 Einheiten möglich, dass abgesehen von Kosten der Zwischenablesung und Nutzerwechselgebühr Kosten für Heizwärmeverbrauch anfallen?

Antwort: Negative Verbräuche gibt es nicht. Sie könnten ja nur auftreten, wenn Ihre Heizung Energie ins Heizsystem einleiten würde (ähnlich, wie Strom aus eigener Erzeugung, beispielsweise durch PV-Anlagen, ins öffentliche Netz rückgespeist wird). Es gibt aber bei Verdunstern etwas anderes, nämlich die sogenannte Kaltverdunstungsvorgabe. Was verbirgt sich dahinter? Die im Röhrchen enthaltene Flüssigkeit verdunstet ja auch im Sommer, ohne dass geheizt würde. Diese Kaltverdunstung sollen Sie nicht als scheinbaren Verbrauch bezahlen müssen. Aus diesem Grund werden alle Verdunsterröhrchen etwas „überfüllt“. (Etwas technischer ausgedrückt: Die Röhrchen haben alle einen Offset.) Das bedeutet, dass der Flüssigkeitsspiegel in der ersten Zeit nach dem Austausch der Röhrchen (Jahreswechsel) zunächst noch nicht bei Null steht, sondern etwas höher, scheinbar eben bei negativen Verbräuchen. Die ersten Wochen der Einsatzzeit eines neuen Verdunsterröhrchens verheizen Sie daher im Prinzip Ihren „Sommerbonus“. Das ist im Regelfall aber nicht merkbar, da nach einem Jahr Gebrauch abgelesen wird, wenn keine negativen Werte mehr auftreten. Nicht ganz trivial ist die Verteilung der Kaltverdunstungsvorgabe bei einem Mieterwechsel. Dazu gibt es bei den Abrechnungsdienstleistern komplizierte Rechenvorschriften.
19.01.2015
Frage: Wie ist diese Richtlinie bei Wohnungen anzuwenden, in denen es solche Rohre, welche Rohrwärme erzeugen, nicht gibt, z. B. in der obersten Etage?
Wie ist diese Richtlinie bei Wohnungen anzuwenden, in denen es solche Rohre, welche Rohrwärme erzeugen, nicht gibt, z. B. in der obersten Etage?


Antwort: Dass keine Rohre sichtbar verlegt sind, bedeutet nicht, dass es keine Rohrwärme gibt, siehe dazu auch die beiden Fragen vom 12/9/2014. Das Auftreten der Rohrwärme wird nicht aus Merkmalen des Heizungssystems (z. B. eben sichtbar frei verlegten Rohren) abgeleitet, sondern statistisch aus gemessenen Daten ermittelt, siehe Frage vom 8/12/2014.
13.01.2015
Frage: Bei uns wurden zum zweiten Mal die Heitzkosten nach VDI 2077 Beiblatt korrigiert. Dieses Jahr wurden deutlich mehr Einheiten angerechnet als letztes, obwohl wir nichts an unserem Heizverhalten...
Bei uns wurden zum zweiten Mal die Heitzkosten nach VDI 2077 Beiblatt korrigiert. Dieses Jahr wurden deutlich mehr Einheiten angerechnet als letztes, obwohl wir nichts an unserem Heizverhalten geändert haben.

Antwort: Ihr „Heizverhalten“ ist nicht die einzige Größe mit Einfluss auf den Verbrauch. Machen wir ein Gedankenexperiment und gehen mal von einer intuitiven Definition von „Heizverhalten“ aus: wir halten in etwa dieselbe Temperatur ein, die zur Behaglichkeit erforderlich ist. Wärme fließt immer von warm (= drinnen) nach kalt (= draußen). Ihr Verbrauch an Heizwärme ist die Wärmemenge, die nachgeliefert werden muss, um die Solltemperatur zu halten, auch wenn die Wärme nach außen abfließt. In einem „Norm-Winter“ fließt eine bestimmte Menge Wärme ab. Es ist klar, dass in einem harten (= besonders kalten und/oder besonders lange dauernden) Winter mehr Wärme abfließt und nachgeliefert werden muss als in einem Norm-Winter oder gar einem milden Winter. Schwankungen sowohl im Gesamtverbrauch als auch in den Rohrwärmeeinheiten sind daher auch bei identischem Heizverhalten eher die Regel als die Ausnahme.
15.12.2014
Frage: Kann VDI 2077 Beiblatt zur Korrektur der Messergebnisse von Verdunsterröhrchen herangezogen werden, wenn es im Sommer bei mir im Dachgeschoss und Spitzbogen nicht unter 30 Grad ist und ich die...
Kann VDI 2077 Beiblatt zur Korrektur der Messergebnisse von Verdunsterröhrchen herangezogen werden, wenn es im Sommer bei mir im Dachgeschoss und Spitzbogen nicht unter 30 Grad ist und ich die Kosten natürlich alleine tragen muss, wenn keine einzige Heizung läuft?

Antwort: Nein, das ist nicht Thema dieser Richtlinie. Der möglicherweise dadurch entstehende Fehler dürfte allerdings auch deutlich unterhalb der Wesentlichkeitsgrenze liegen.
12.12.2014
Frage: In einer WEG mit Wohnungen und Gewerbeeinheiten haben wir bisher die Heizkosten 70/30 abgerechnet. Da zwei Wohnungen kaum/nicht beheizt werden, entstanden große Kostenunterschiede. Jetzt kamen die...
In einer WEG mit Wohnungen und Gewerbeeinheiten haben wir bisher die Heizkosten 70/30 abgerechnet. Da zwei Wohnungen kaum/nicht beheizt werden, entstanden große Kostenunterschiede. Jetzt kamen die Wärmemengenzähler bei Warmwasser hinzu, wodurch die Unterschiede noch größer wurden. Auf Empfehlung des Abrechnungdienstleisters soll auf 50/50 umgestellt werden, was die Differenzen nivelliert. Frage 1: Kann die Umstellung durch Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung für alle bindend erfolgen? Frage 2: Genügt zur Begründung der Hinweis auf die Kostenunterschiede, die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt und die drei Kriterien? Frage 3: Gibt es andere Argumente?

Antwort: Es gibt keine verbindlichen Vorgaben, welcher Grundkostenanteil im Rahmen der Vorgaben der HeizkV zu wählen ist. Ein hoher Grundkostenanteil ist auf jeden Fall immer dann zu wählen, wenn echte Fixkosten entstehen. Das ist z. B. bei Fernwärme der Fall, wenn durch den Leistungspreis ein hoher Kostenanteil verursacht wird. Wenn andere objektive Sachverhalte vorliegen, die zu einer unplausiblen Kostenverteilung führen, kann dies auch eine Umstellung auf 50/50 begründen. Da es (bislang – eine in Arbeit befindliche Richtlinie soll das ändern) keine klaren Vorgaben gibt, ist jede Mehrheitsentscheidung durch einzelne Eigentümer zunächst einmal anfechtbar. Eine parallele Anwendung von VDI 2077 Beiblatt und Anpassung des Grundkostenanteils würde man in Ihrem Fall nicht empfehlen. Rohrwärme sollte durch VDI 2077 Beiblatt korrigiert werden, alle anderen Einflüsse gegebenenfalls durch die Anpassung der Grundkosten. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Kostenabtrennung für Warmwasser mit Wärmezähler. Im Warmwasseranteil sind natürlich auch Verteilverluste enthalten, die sich letztlich wie Rohrwärme auswirken. In der Korrektur nach VDI 2077 Beiblatt sind diese allerdings nicht enthalten. D. h. es wäre sehr logisch, die Heizkosten nach VDI 2077 Beiblatt zu korrigieren, für die Warmwasserkostenverteilung dagegen eine Anpassung des Grundkostenanteils.
11.12.2014
Frage: Soll ich Heizung aufdrehen, obwohl in der Wohnung haben wir auch bei einer Außentemperatur von -20 °C innen 19°C? In der Wohnung wohne ich 16 Jahre und hatte nie Probleme mit Schimmel oder...
Soll ich Heizung aufdrehen, obwohl in der Wohnung haben wir auch bei einer Außentemperatur von -20 °C innen 19°C? In der Wohnung wohne ich 16 Jahre und hatte nie Probleme mit Schimmel oder feuchten Wänden.


Antwort: Natürlich ist ein sparsamer Umgang mit Energie sinnvoll. D. h., dass Sie natürlich nicht unnötig hohe Raumtemperaturen erzeugen sollten. Dass es in Ihrer Wohnung auch bei niedrigen Außentemperaturen warm bleibt, liegt allerdings vermutlich an guter Dämmung und Rohrwärmebeiträgen.
10.12.2014
Frage: Ist es sinnvoll, als Sparmaßnahme nicht genutzte Räume nicht zu beheizen?
Ist es sinnvoll, als Sparmaßnahme nicht genutzte Räume nicht zu beheizen?

Antwort: Auf den Gedanken könnte man kommen, und die Vorgehensweise ist – mit Vernunft angewandt – auch nicht abzulehnen. Das bedeutet: Sie sparen selbstverständlich Energie (und damit Kosten), wenn Sie einen Raum, in dem sich über einige Zeiten niemand aufhält, weniger warm halten. Zu beachten ist aber, dass Räume eine Wärmeträgheit haben: Mit der Absenkung der Raumtemperatur sinkt auch die Wandtemperatur. Je länger der Raum kühl ist und je tiefer die Temperatur, desto mehr kühlen die Wände aus. Zu einem behaglichen Raumklima gehört aber neben einer angenehmen Lufttemperatur auch eine angenehme Strahlungstemperatur, d. h. Wandtemperatur. Das bedeutet, die Wände müssen ebenfalls auf einer akzeptablen Temperatur gehalten werden. Wenn der Raum lange ausgekühlt ist, dauert es auch lange, bis die Wände wieder angenehm warm sind - deutlich länger als das bloße Aufheizen der Luft im Raum. Lange Rede, kurzer Sinn: Absenkbetrieb macht nur dann Sinn, wenn man nicht zu weit absenkt und zeitig genug wieder aufheizt. Aber auch einen Raum, der sehr lange nicht genutzt wird, darf man nicht so weit abkühlen lassen, dass sich Feuchtigkeit niederschlägt!
09.12.2014
Frage: Bei uns heizen von sechs Parteien nur zwei wirklich. Die anderen kommen mit Rohrwärme oder gut gedämmten Wänden (geschütztere Lage) nahezu ohne Heizung aus. Diese vier Parteien finden es...
Bei uns heizen von sechs Parteien nur zwei wirklich. Die anderen kommen mit Rohrwärme oder gut gedämmten Wänden (geschütztere Lage) nahezu ohne Heizung aus. Diese vier Parteien finden es natürlich unfair, dass sie die Rohrwärme bezahlen müssen. Wie sieht ein Rückschritt aus? Die Vielverbraucher die leider in der Minderheit sind wollen natürlich die Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt behalten. Dieses Abrechungssystem bei uns wird seit 2010 angewendet. Wir haben elektronische Heizkostenverteiler. Wenn ein Rückschritt 70/30 gemacht wird, wäre es dann sinnvoller, dass die Vielheizer lieber auf Heizradiatoren und dicken Pullover umsetzen?

Antwort: Gerade das beschriebene ungleichmäßige Heizverhalten führt dazu, dass die Rohrwärmeproblematik wesentlich wird. Heizen alle Parteien einigermaßen gleichmäßig, so kann ruhig Rohrwärme auftreten, sie führt aber nicht zu signifikanten Kostenverschiebungen zwischen den Nutzern. Erst dann, wenn die Nutzer sehr verschiedenes Heizverhalten an den Tag legen, wird Rohrwärme zum Problem. Dann tritt „Unfairness“ auf, allerdings in dem Sinn, dass die „Vielheizer“ die Rohrwärme der „Sparer“ teilweise mitbezahlen. (Siehe dazu auch Frage und Antwort vom 28/8/2014.) Da das Ziel der HeizkV letztendlich, in Prosa ausgedrückt, gerade eine faire Verteilung der Heizkosten ist (Jeder soll das bezahlen, was er bekommt.), würde der Rückschritt zur Abrechnung ohne Rohrwärmekorrektur „Unfairness“ bedeuten. In einem solchen Fall ist zu erwarten, dass sich nun die bekannermaßen mit nicht selbst verursachten Kosten belasteten „Vielheizer“ benachteiligt fühlen würden. (Wie das rechtlich zu bewerten wäre, ist eine interessante Frage.)
Der Rückschritt hin zu einer Abrechnung ohne Anwendung der Rohrwärmekorrektur ist gleichwohl möglich. Hinweise auf die Rohrwärmeproblematik liefert die statistische Verteilung der abgelesenen Verbräuche. (Siehe dazu Frage und Antwort vom 25/11/2014.) Nun ändert sich natürlich diese Verteilung von Jahr zu Jahr. Trotzdem wird man nicht jedes Jahr wechseln wollen. Die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt gibt daher auch Hinweise dazu, unter welchen Bedingungen wieder ohne Korrektur abgerechnet werden sollte. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich die Verbräuche angeglichen haben.
Die von Ihnen aufgeworfene Frage nach der 70/30-Verteilung hat hiermit nicht direkt zu tun. Eine Aufsplittung der Heizkosten in verbrauchskostenunabhängige und verbrauchskostenabhängige findet in aller Regel auch bei Anwendung der Rohrwärmekorrektur statt. (Siehe dazu auch Frage und Antwort vom 14/11/2014.) Eine Erhöhung des verbrauchsunabhängigen Anteils an den Heizkosten trägt allenfalls dazu bei, die Empfindlichkeit der Abrechnung etwas zu mildern, weil ein Teil der Rohrwärme in den verbrauchsunabhängigen Kosten „untergeht“. Wärmere Kleidung und eine nicht so hohe Raumtemperatur sind Sparmaßnahmen, die vielleicht sogar der Gesundheit zugute kommen, weil der Sprung zwischen innen und außen nicht so groß ist. Man kann durchaus auch die Frage stellen, ob alle Räume zu allen Zeiten auf demselben Temperaturniveau gehalten werden müssen, und Heizwärme sparen, indem man z. B. weniger genutzte Räume nur zu bestimmten Tageszeiten auf behagliche Temperatur beheizt, sie aber während der Nichtnutzung etwas (aber nicht so weit, dass durch kalte Wände unbehagliche Zustände entstehen) absenkt. Dazu existieren technische Lösungen in Form von zeitgesteuerten Heizkörperventilen, die man inzwischen sogar beim Discounter erstehen kann.
08.12.2014
Frage: Ist es so, dass im Prinzip bei Anwendung von VDI 2077 Beiblatt alle heizen können, wie sie wollen?
Ist es so, dass im Prinzip bei Anwendung von VDI 2077 Beiblatt alle heizen können, wie sie wollen?

Antwort: Jeder darf (und kann in vernünftigen Grenzen) so heizen, wie er möchte. Und durch die Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt soll in Fällen mit wesentlichen Rohrwärmebeiträgen dafür Sorge getragen werden, dass auch jeder das an Wärme bezahlt, was er da per Heizkörperventil „bestellt“. Es ist nicht so (wenn Ihre Frage darauf abzielt), dass bei Anwendung der VDI 2077 Beiblatt die Kosten keine Rolle mehr spielen (siehe auch Frage und Antwort vom 10/10/2014). Wenn mehr geheizt wird, wird mehr Wärme verbraucht und es ist mehr Wärme zu bezahlen. Die Summe der Heizkosten, die auftritt, wird wie eine Torte auf die Nutzer verteilt. Die VDI 2077 Beiblatt dient lediglich dazu, sicherzustellen, dass jeder das Stück bezahlt, das er auf dem Teller liegen hat.
08.12.2014
Frage: "Dank" Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt sind meine Heizkosten um 400% gestiegen. 2014 war ich 5 Wochen im Januar und Februar abwesend; bis jetzt habe ich keine Einheiten. Ich verstehe, dass man...
"Dank" Abrechnung nach VDI 2077 Beiblatt sind meine Heizkosten um 400% gestiegen. 2014 war ich 5 Wochen im Januar und Februar abwesend; bis jetzt habe ich keine Einheiten. Ich verstehe, dass man Betriebskosten zahlt, aber warum soll ich bezahlen für etwas, was ich nicht benutzt habe.

Antwort: Der Trugschluss liegt im letzten Satz: „… nicht benutzt …“ Tatsächlich ist es so, dass Ihre Wohnung während Ihrer Abwesenheit durch die Rohrwärme mitbeheizt wurde, ob Sie nun die Heizkörper aufdrehen oder nicht. (Siehe dazu auch Frage und Antwort vom 29/8/2014.) Ich kann verstehen, dass Sie der Meinung sind, dass die Wohnung bei längerer Abwesenheit gerne beliebig auskühlen darf, da ja niemand da ist, der friert, doch ist das weder zulässig noch sinnvoll. Würde Ihre Wohnung beliebig abkühlen, bestünde die Gefahr von Schäden. Im Extremfall einer Abkühlung unter den Gefriepunkt käme es zum Gefrieren des Wassers in den Leitungen und zum Bersten der Leitungen; aber schon weit vorher bestünde die Gefahr des Niederschlag von Feuchtigkeit in den Wänden und dadurch zur Gefahr von Schimmelbildung, wodurch die Wohnung im schlimmsten Fall unbewohnbar werden könnte. Mietvertraglich sind Sie jedoch zum sorgsamen Umgang mit der Mietsache verpflichtet, was auch beinhaltet, dass Sie durch Mindestbeheizung Vorsorge gegen solche Gefährdungen tragen. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie bekommen durch Rohrwärme eine bestimmte Grundwärme geliefert. Sie bezahlen daher für etwas, das sie tatsächlich genutzt haben.
08.12.2014
Frage: Frage 1: Kann die Heizkostenabrechnung nach VDI 2077 auch gegen die Mehrheit in einer Wohnanlage durchgesetzt werden? Frage 2: Wann wird die VDI 2077 für alle verbindlich?
Frage 1: Kann die Heizkostenabrechnung nach VDI 2077 auch gegen die Mehrheit in einer Wohnanlage durchgesetzt werden? Frage 2: Wann wird die VDI 2077 für alle verbindlich?

Antwort: Zu 1: Die Anwendung der Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt liegt zunächst grundsätzlich im Ermessen des Eigentümers. Das bedeutet, dass der Eigentümer, wenn er zu dem Schluss kommt, dass Kostenverschiebungen vorliegen, entscheiden muss, ob sie angewendet werden soll. Hierbei kann ihn ein Abrechnungsdienstleister beratend unterstützen, aber die Entscheidung liegt letztendlich beim Eigentümer, weil in der Rolle des Vermieters nur er z. B. auch die Auswirkungen auf den Hausfrieden einzuschätzen vermag. Im Fall einer Eigentumswohnanlage wäre die Entscheidung von der Eigentümergemeinschaft zu treffen. Zu 2: WENN eine Rohrwärmekorrektur angewendet wird, dann KANN sie nur auf ALLE Nutzeinheiten innerhalb einer Abrechnungseinheit angewendet werden.
27.11.2014
Frage: Werden die Rohrwärmeeinheiten jedes Jahr neu berechnet bzw. verteilt?
Werden die Rohrwärmeeinheiten jedes Jahr neu berechnet bzw. verteilt?

Antwort: Ja, die Rohrwärme hängt ab vom Gesamtverbrauch. Bei hohem Gesamtverbrauch ist auch mehr Rohrwärme zu verteilen. Der Schlüssel zur Verteilung allerdings dürfte konstant sein, z. B. beheizbare Fläche oder Rohrlänge.
25.11.2014
Frage: In VDI 2077 Beiblatt steht, dass bei einem Verbrauchswärmeanteil oberhalb von 0,43 keine Rohrwärmekorrektur mehr vorzunehmen ist, als Anwendungsgrenze wird jedoch 0,34 vorgegeben.
In VDI 2077 Beiblatt steht, dass bei einem Verbrauchswärmeanteil oberhalb von 0,43 keine Rohrwärmekorrektur mehr vorzunehmen ist, als Anwendungsgrenze wird jedoch 0,34 vorgegeben.

Antwort: Nein, das ist kein Zahlendreher, sondern ein Zufall. Bei Verbrauchswärmeanteilen oberhalb von 0,43 ist aus theoretischen Gründen nicht mehr von einer Rohrwärmeproblematik auszugehen. Auf der anderen Seite gibt es ein Kriterium für die Wesentlichkeit des Rohrwärmebeitrags, das mit 20 % beziffert wird; diese 20 % sind in Näherung bei einem Verbrauchswärmeanteil von 0,34 gegeben. 
25.11.2014
Frage: Wie ist eine Rohrwärmeproblematik zu erkennen, wenn man die Heizungsrohre gar nicht sehen kann?
Wie ist eine Rohrwärmeproblematik zu erkennen, wenn man die Heizungsrohre gar nicht sehen kann?

Antwort: Wenn man eine größere Zahl von Nutzern (z. B. Mietern) anschaut, dann sollten die Verbrauchswerte in erster Näherung normalverteilt sein, d. h. in etwa einer symmetrischen Gauß-Verteilung (Glockenkurve) folgen. Eine schiefe Verteilung, d. h. eine, die aussieht wie eine auf einer Seite zusammengeschobene und damit steilere Verteilungskurve, kann ein Indiz für eine Rohrwärmeproblematik sein. Eine solche Schieflage lässt sich recht einfach erkennen: Bei einer Gauß-Kurve liegen aufgrund von deren Symmetrie gleich viele Werte über und unter dem (Gaußschen) Mittelwert. Eine andere Definition eines Mittelwerts ist die des Medians: Der Median einer Verteilung ist der Wert, oberhalb und unterhalb dessen jeweils gleich viele Werte liegen. Damit ist klar: Bei einer symmetrischen Verteilung sind Gaußscher Mittelwert und Median identisch. Bei einer schiefen Verteilung, wie sie durch Rohrwärmeprobleme auftreten kann, ist der Median kleiner als der Gaußsche Mittelwert. Der Abstand zwischen Median und Gaußschem Mittelwert ist ein Indikator dafür, wie schief die Verteilung ist. Daneben kann man noch die Standardabweichung der Werte anschauen. Bei „gesunden“ Systemen wird die Standardabweichung eine bestimmte Größenordnung nicht überschreiten. Bei Rohrwärmeproblemen hingegen können extreme Spreizungen auftreten.
25.11.2014
Frage: Wir haben in unserer Filiale einen Ladenbackofen, der den ganzen Tag (auch Sonntag) betrieben wird. Die Heizungen in den Raümen sind deshalb abgedreht; die Räume sind warm genug. Die Heizung wird...
Wir haben in unserer Filiale einen Ladenbackofen, der den ganzen Tag (auch Sonntag) betrieben wird. Die Heizungen in den Raümen sind deshalb abgedreht; die Räume sind warm genug. Die Heizung wird nur an Feiertagen angestellt, wenn der Laden geschlossen ist. Trotzdem ergibt sich ein Verbrauch, der für uns nicht nachvollziehbar ist. Kann es sein, dass die vom Backofen erzeugte Wärme die Messung verfälscht?

Antwort: Heizkostenverteiler (HKV) sollen möglichst trennscharf nur die Wärme erfassen, die von dem Heizkörper abgegeben wird, an dem sie angebracht sind. Beschaffenheit und Montage der HKV sind daher genormt. Eine Beeinflussung der Messergebnisse durch andere Wärmequellen im Raum sollte sich dann im Rahmen halten. Eine präzise Beurteilung der konkreten Situation vor Ort ist jedoch per Ferndiagnose nicht möglich.
20.11.2014
Frage: Wie wirkt sich die Aufteilung in verbrauchsabhängige und verbrauchskostenunabhängige Anteile der Heizkostenabrechnung auf die Rohrwärmeproblematik aus?
Wie wirkt sich die Aufteilung in verbrauchsabhängige und verbrauchskostenunabhängige Anteile der Heizkostenabrechnung auf die Rohrwärmeproblematik aus?

Antwort: (Siehe hierzu auch Frage zu verbrauchsunabhängigen Kosten vom 13/11/2014.) Nach dem Verursacherprinzip sollte jeder das – und nur das – bezahlen, was er verbraucht. Das ist einfach zu realisieren, wenn, wie z. B. bei der Beheizung einer Wohnung mit einer eigenen Gastherme, jeder Wohnung direkt ihr Verbrauch zugeordnet werden kann. In diesem Fall ist die Welt abrechnungstechnik in Ordnung: Die Instandhaltung der Heizung ist anhand der Rechnungen des Installateurs nachvollziehbar, das Gas wird mit dem Energieversorger abrechnet und ist 100 % verbrauchsabhängig. Wenn aber mehrere Nutzer von einer Heizungsanlage versorgt werden, klappt das nicht mehr, denn es entstehen Verluste durch die Erzeugung, Bereitstellung und Verteilung der Wärme in die Nutzeinheiten. Solche Kosten sind verbrauchsunabhängig. Sie entstehen schlicht dadurch, dass man theoretisch heizen *könnte*, auch wenn man es nicht tut. Aber alles, was einer spezifischen Wohnung zuzuordnen ist, sollte der Bewohner dieser Wohnung bezahlen. Idealerweise wäre das nur die Wärme, die über die Heizkörper abgegeben wird. Könnte man diese trennscharf erfassen, würde man ganz einfach die Bereitstellungskosten (i. W. Instandhaltung und Verluste) verbrauchsunabhängig, den Rest verbrauchsabhängig abrechnen. Tatsächlich fällt die genaue Abgrenzung aber schwer. (Siehe dazu z. B. Frage vom 29/8/2014.) Wenn eine Rohrwärmeproblematik auftritt, dann wird sie bei höheren verbrauchsunabhängigen Anteilen an den Heizkosten nicht so auffällig. Je höher hingegen der verbrauchsabhängige Anteil der Heizkosten, desto eher wird die Rohrwärmeproblematik sichtbar und muss korrigiert werden.
14.11.2014
Frage: Bei uns wurde von Verdunster auf elektronische Heizkostenverteiler umgestellt und jetzt tritt plötzlich eine Rohrwärmeproblematik auf. Wie ist das zu erklären?
Bei uns wurde von Verdunster auf elektronische Heizkostenverteiler umgestellt und jetzt tritt plötzlich eine Rohrwärmeproblematik auf. Wie ist das zu erklären?

Antwort: Die Aufgabe des Heizkostenverteilers (HKV) besteht darin, die von einem Heizkörper abgegebene Wärme – und möglichst nur die – zu erfassen. Verdunster sind recht gutmütige Messeinrichtungen, d. h. sie haben einen recht dicken Daumen. Demgegenüber sind die elektronischen HKV recht trennscharf und grenzen Wärme aus anderen Quellen als dem Heizkörper (z. B. in der Küche die Wärme des Herds oder eben auch Rohrwärme) besser ab als Verdunster. Damit wird Rohrwärme eher sichtbar als bei Verdunstern.
13.11.2014
Frage: Meine Heizkostenabrechnung enthält verbrauchsunabhängige Anteile. Warum ist das so. Wenn ich nichts verbrauche, will ich auch nichts bezahlen.
Meine Heizkostenabrechnung enthält verbrauchsunabhängige Anteile. Warum ist das so. Wenn ich nichts verbrauche, will ich auch nichts bezahlen.

Antwort: Allein dadurch, dass Ihnen die Möglichkeit zum Heizen geboten wird, entsteht Aufwand: eine Heizungsanlage muss vorhanden sein, instandgehalten und betrieben werden. Mit der Bereitstellung von Wärme für den eventuellen Verbrauch entstehen Verluste, weil eine bestimmte Menge Wasser in der Anlage auf einer festgelegten Temperatur gehalten werden muss.
13.11.2014
Frage: Was bedeuten eigentlich die Anzeigen der Heizkostenverteiler?
Was bedeuten eigentlich die Anzeigen der Heizkostenverteiler?

Antwort: Die üblichen Heizkostenverteiler (HKV) zeigen keine Wärmemengen, sondern willkürliche Einheiten an. Der HKV tut nichts anderes, als den zeitlichen Temperaturverlauf an seinem Messfühler zu integrieren und als – eben willkürliche – Zahl anzuzeigen. Der Messfühler weiß nicht, an was für einem Heizkörper er hängt. Wenn der HKV für 1 Stunde 50 °C misst, addiert er eine bestimmte Menge Einheiten zu seiner Anzeige, gleich, ob er an einem großen Heizkörper im Wohnraum oder an einem kleinen im Bad hängt. Ein großer Heizkörper gibt aber unter sonst gleichen Bedingungen viel mehr Wärme ab als ein kleiner. Die angezeigte Zahl allein ist daher zunächst einmal ziemlich bedeutungslos. Damit sie einen Sinn erhält, braucht man weitere Eingangsgrößen, wie die Normheizleistung des Heizkörpers, die tatsächlichen Systemtemperaturen und Kenngrößen des jeweiligen HKV. Daraus ergibt sich ein Bewertungsfaktor, mit dem die angezeigte Zahl multiplizert wird. Das Resultat, die bewerteten HKV-Werte, geht in die Verteilung der Heizkosten ein. Abgerechnet wird, indem man die während des zurückliegenden Jahrs angefallenen Kosten nach den bewerteten HKV-Werten verteilt. (Siehe aber auch Frage zu verbrauchsabhängigen und -unabhängigen Heizkosten vom 14/11/2014.) Die Identifikation von HKV-Werten (auch nach Bewertung) mit Wärmemengen in Joule oder kWh ist streng genommen nur eine Veranschaulichung.
13.11.2014
Frage: Tritt die Rohrwärmeproblematik nicht nur in Bestandsbauten in den neuen Bundesländern auf?
Tritt die Rohrwärmeproblematik nicht nur in Bestandsbauten in den neuen Bundesländern auf?

Antwort: Als der Ausschuss VDI 2077 die Arbeit am Rohrwärmekorrekturverfahren aufnahm, war in der Tat die Vermutung, dass es sich im Wesentlichen um eine Problematik bei Bestandsbauten in den neuen Bundesländern handelte. Inzwischen wissen wir es besser: Durch Rohrwärme bedingte Kostenverschiebungen treten nachweislich in ganz Deutschland auf – und leider auch nicht nur in Altbauten. Anscheinend werden auch heute noch Einrohrheizungen neu gebaut, weil man damit Rohrlänge einspart, und auch Rohre ungedämmt verlegt. Das kann sinnvoll und problemfrei sein, wenn in der fraglichen Immobilie nicht abgerechnet werden muss, z. B. weil es nur einen Nutzer gibt, und wenn die ungedämmten Rohre nicht zu Wärmeverlusten führen, sondern genutzte Räume beheizen. Bei einer Immobilie, bei der abgerechnet werden muss, ist damit aber der Grundstein für Ärger gelegt.
13.11.2014
Frage: Muss für Büroräume (Anlage mit 8 Eigentumswohnungen und 4 Büros)auch VDI 2077 Beiblatt angewendet werden?
Muss für Büroräume (Anlage mit 8 Eigentumswohnungen und 4 Büros)auch VDI 2077 Beiblatt angewendet werden?

Antwort: VDI 2077 *muss* in keinem Fall angewendet werden, sondern die Anwendung einer entsprechenden Korrektur ist beim Vorliegen einer Rohrwärmeproblematik sinnvoll (siehe auch Fragen vom 3/11 und 16/11/2014). Grundsätzlich gilt für die Abrechnung von Heizkosten in einer Mischanlage die HeizkostenV, die aber für bestimmte Situation (u. a. eben das Vorliegen der Rohrwärmeproblematik) die Öffnung zur Anwendung anerkannter Regeln der Technik enthält. Daher liegt die Entscheidung über die Anwendung oder Nicht-Anwendung beim Eigentümer (bzw. der Eigentümergemeinschaft). WENN allerdings die Anwendung beschlossen wird, ist die Korrektur auf die *gesamte Liegenschaft" anzuwenden.
09.11.2014
Frage: Wir bewohnen eine Wohnung in einem 6-Familienhaus. Drei der Wohnungen heizen mit einem nachträglich eingebauten Holzofen, drei über die vorhandene Heizanlage. Eine Whg. ohne Ofen verbrauchte ca....
Wir bewohnen eine Wohnung in einem 6-Familienhaus. Drei der Wohnungen heizen mit einem nachträglich eingebauten Holzofen, drei über die vorhandene Heizanlage. Eine Whg. ohne Ofen verbrauchte ca. 500 Einheiten, eine andere mit Ofen nur 23 Einheiten. Die Einsparung an Heizkosten bei der Wohnung mit Holzofen scheint unverhältnismäßig gering. Verwiesen wurden wir auf die VDI-Richtlinie. Diese bezieht sich aber nur auf ein einziges Heizsystem, aber von anderen Heizquellen und deren Einfluss ist nirgends ein Hinweis.

Antwort: Die Zusatzbeheizung mit einem Holzofen ist als spezielles Nutzerverhalten zu sehen. Ähnliche Effekt können z. B. auftreten bei häufiger Nutzung des Backofens in der Küche oder beim Vorliegen anderer signifikanter Wärmequellen. Durch eine solche Zusatzberheizung sinkt die Auslastung der zentralen Heizungsanlage, die ja ursprünglich dafür geplant war, dass das ganze Haus über diese Anlage beheizbar sein sollte. Die Anlage wird dann oft nicht mehr optimal betrieben, was dazu führt, dass Verluste (Kesselverluste, Verteilverluste usw.) zunehmen. Diese Verluste werden, wie die Rohrwärme auch ohne Rohrwärmekorrektur bevorzugt den Vielverbrauchern zugeschrieben, wiewohl sie eigentlich einfach dadurch entstehen, dass die Heizung überhaupt betrieben wird und zur Verfügung steht; sie wären damit eigentlich von allen gleichermaßen zu tragen. Durch die alternativen Wärmequellen klafft zusätzlich die Schere zwischen den Verbräuchen weiter auseinander: In den Zimmern, die Holzöfen o. ä. haben, wird der Heizkörper weniger genutzt, und geringere Zählerwerte treten auf. D. h. die Standardabweichung der Verbrauchswerte zwischen allen Nutzern, die an der Anlage hängen, wird größer. In solchen Fällen ist die Anwendung eines Rohrwärmekorrekturverfahrens gerade angeraten, um wieder Kostengerechtigkeit herzustellen.
07.11.2014
Frage: Frage 1: In einer großen Wohnanlage bestehend aus über 100 Eigentumswohnungen, muss da vor Einführung von VDI 2077 ein Beschluss der Eigentümer vorliegen oder darf das Abrechnungsunternehmen von...
Frage 1: In einer großen Wohnanlage bestehend aus über 100 Eigentumswohnungen, muss da vor Einführung von VDI 2077 ein Beschluss der Eigentümer vorliegen oder darf das Abrechnungsunternehmen von sich aus das Korrekturverfahren anwenden? Frage 2: Wann sollte das neue Abrechnungssystem eingeführt werden? Sollten und müssen alle drei Kriterien erfüllt sein oder reicht ein Kriterium?

Antwort:

Frage 1: Die Anwendung der Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt liegt entsprechend einer Kann-Bestimmung in der HeizkV zunächst im Ermessen des Eigentümers. Das bedeutet, dass der Eigentümer, wenn er zu dem Schluss kommt, dass Kostenverschiebungen vorliegen, entscheiden muss, ob sie angewendet werden soll. Hierbei kann ihn ein Abrechnungsdienstleister beratend unterstützen, aber die Entscheidung liegt letztendlich beim Eigentümer, weil nur er z. B. in der Rolle des Vermieters auch die Auswirkungen auf den Hausfrieden einzuschätzen vermag. Im Fall einer Eigentumswohnanlage ist die Entscheidung von der Eigentümergemeinschaft zu treffen. Nun gibt es aber Urteile, die die Wahlfreiheit des Eigentümers einschränken. Zitat aus dem Urteil AZ 3 S 188/12 (LG Landau/Pfalz), 3. Zivilkammer: „In gravierenden Fällen mit einem besonders niedrigen Verbrauchswärmeanteil besteht kein Wahlrecht mehr. Es tritt eine "Ermessensreduzierung auf Null" ein, wenn die Kostenverteilung nach den allgemeinen Vorschriften der Heizkostenverordnung nicht mehr dem billigen Ermessen entspricht. Dann ist die Anwendung der anerkannten Regeln der Technik nach § 7 Abs. 1 Satz 3 HeizkV verbindlich.“

Zu Frage 2: WENN eine Rohrwärmekorrektur angewendet wird, dann KANN sie nur auf ALLE Nutzeinheiten innerhalb einer Abrechnungseinheit angewendet werden.

03.11.2014
Frage: Für eine Anwendung der Methode VDI 2077 müßten da nicht erstmal in allen Wohnungen die gleichen Voraussetzungen herrschen? Müssten nicht alle Fenster etc. gleich gedämmt sein? Bei uns sind die...
Für eine Anwendung der Methode VDI 2077 müßten da nicht erstmal in allen Wohnungen die gleichen Voraussetzungen herrschen? Müssten nicht alle Fenster etc. gleich gedämmt sein? Bei uns sind die Wohnungsausstattungen unterschiedlich. Von Einfachverglasung bis Doppelverglasung mit und ohne Rolladen ist alles vertreten.Es ist doch wohl unbestritten, dass die Wohnugen mit der besseren Ausstattung auch die niedrigeren Verbräuche haben. Warum soll hier jetzt zur Strafe mehr bezahlt werden? Wer in neue Fenster investiert hat, wollte sicherlich in erster Linie auch Heizkosten einsparen, sonst lohnt sich ja keine Investition in dieser Richtung.

Antwort: In der Tat wird eine besser gedämmte Wohnung unbestritten einen geringeren Heizwärmebedarf haben als eine schlechter gedämmte. Das hat jedoch mit der Rohrwärmekorrektur nichts zu tun. Es dürfte im Gegenteil so sein, dass die bessere Dämmung einzelner Wohnungen die durch Rohrwärme bewirkten Kostenverschiebungen verschlimmert hat. Machen wir ein Gedankenexperiment: Wohnung A und Wohnung B sind zunächst identisch in allen Punkten (einschließlich des Nutzerverhaltens). Dann sollten die Verbräuche gleich sein. Ein Teil der Wärme, die in die Wohnungen gelangt, wird durch Wärmeabgabe der Rohre dorthin transportiert, der Rest über die Heizkörper. Jetzt wird Wohnung A besser gedämmt. In dieser Wohnung werden nun aufgrund der besseren Dämmung die Heizkörper weniger aufgedreht und die Heizkostenverteiler an den Heizkörpern zeigen entsprechend weniger an. Die ungedämmt verlegten Rohre leisten aber nach wie vor nahezu denselben Beitrag zur Beheizung der Wohnung, denn sie werden nicht abgedreht und sie stehen immer unter voller Vorlauftemperatur. Die Heizkostenverteiler zeigen Werte an, die nicht direkt Energiemengen entsprechen, sondern ins Verhältnis gesetzt werden. Die Situation vor besserer Dämmung war ungefähr: A hatte, ebenso wie B 50 % der gesamten angezeigten Einheiten. Nach Verbesserung der Dämmung ist die Situation vielleicht folgende: A 30 %, B: 70 %. Was vorher unproblematisch war, nämlich, dass die Wärmebeiträge der Rohre nach den Anzeigewerten mitverteilt wurden, obwohl sie nicht gemessen wurden, wird jetzt zum Problem: A erhält weniger „Heizkörperwärme“ und weniger Rohrwärme zugeordnet, B entsprechend mehr, obwohl nur die „Heizkörperwärme“ bei A geringer geworden ist. Die Investition in bessere Dämmung lohnt in jedem Fall. Wäre die Rohrwärmekorrektur bei Ihnen schon vorher angewandt worden oder hätten alle in gleicher Weise die Dämmung verbessert, hätten Sie nach Durchführung dieser Maßnahme auch eine niedrigere Heizkostenrechnung gehabt.
31.10.2014
Frage: Bei mir wird die Rohrwärmekorrektur seit 2009 angewendet. Die Einheiten sowie die Verbrauchs- und Rohrwärmeanteile schwankten seitdem stark, und ich kann den Zusammenhang zwischen zu leistender...
Bei mir wird die Rohrwärmekorrektur seit 2009 angewendet. Die Einheiten sowie die Verbrauchs- und Rohrwärmeanteile schwankten seitdem stark, und ich kann den Zusammenhang zwischen zu leistender Zahlung und diesen Größen nicht nachvollziehen. Was könnte die Ursache für scharfe Sprünge des Verbrauchswärmeanteils sein? Leider habe ich in der Kostenabrechnung nicht gefunden, wie sich der Verbrauchswärmeanteil errechnen lässt. Können Sie mir bitte die Formel für Verbrauchswärmeanteil nennen.

Antwort: Der jährliche Heizwärmebedarf hängt von den Witterungsbedingungen während des Jahrs ab. Es ist intuitiv verständlich, dass in einem milden Winter insgesamt weniger Heizenergie verbraucht wird als in einem harten. Rohrwärme leistet einen Beitrag zur Beheizung der Wohnung. Ich würde davon ausgehen, dass die Rohrwärmemenge (wohlgemerkt: -menge, nicht -anteil!) insbesondere bei hoher Vorlauftemperatur der Heizung auch über die Jahre deutlich weniger schwankt als der Gesamtverbrauch, da die Rohrlängen innerhalb der Wohnung konstant sind und die Temperaturdifferenz zwischen Rohr und Wohnung auch nahezu konstant bleibt. (Bei einer Vorlauftemperatur von beispielsweise 70°C spielt es keine große Rolle, ob in der Wohnung 20°C oder 21°C herrschen, die Temperaturdifferenz beträgt einmal 50°C, einmal 49°C.) Wenn nun ein Winter mild ist, reicht die Rohrwärme im Extremfall schon aus, um die Wohnung zu beheizen, die Heizkörper werden nicht aufgedreht. Der RohrwärmeANTEIL ist dann recht hoch, aber nur, weil der gemessene Verbrauch gering ist. In einem harten Winter werden die Heizkörper aufgedreht, und es kommt zu einem Sprung in den VerbrauchswärmeANTEILEN, weil nun höhere Werte gemessen werden. Die Berechnung dieser Größen wird in VDI 2077 Beiblatt beschrieben. Diese Richtlinie kann über den Beuth Verlag (www.beuth.de) bezogen oder in Richtlinienauslegestellen (www.vdi-richtlinien.de/auslegestellen) eingesehen werden.
30.10.2014
Frage: Sind bei der Erstanwendung des Korrekturverfahrens alle drei Kenn- größen als Anwendungsgrenzen nach Tabelle 2 zwingend erforderlich?
Sind bei der Erstanwendung des Korrekturverfahrens alle drei Kenn-
größen als Anwendungsgrenzen nach Tabelle 2 zwingend erforderlich?

Antwort: Der einleitende Text zu Tabelle 2 ist zu beachten: "Werden die Anwendungsgrenzen nach Tabelle 2 für alle drei Kenngrößen erreicht, wird die Anwendung eines der in den folgenden Abschnitten beschriebenen Verfahrens besonders empfohlen."
Dies bedeutet: Erfüllung der Kriterien ist ein deutlicher Hinweis, dass in der Tat eine Rohrwärmeproblematik vorliegt. Die Anwendung eines Rohrwärmekorrekturverfahrens kann jedoch durchaus auch dann sinnvoll sein, wenn nicht alle drei Kriterien erfüllt sind.
16.10.2014
Frage: Meine Befürchtung ist, dass nun Mieter die vorher wenig heizten, aber nun saftig draufzahlen, der Ansicht sind, ruhig etwas mehr zu heizen um für sich einen Ausgleich herzustellen. Die Mieter die...
Meine Befürchtung ist, dass nun Mieter die vorher wenig heizten, aber nun saftig draufzahlen, der Ansicht sind, ruhig etwas mehr zu heizen um für sich einen Ausgleich herzustellen. Die Mieter die aber schon zuvor viel heizten, z.B. weil sie ihre Wohnung öfters lüften, werden deshalb sicher nicht weniger heizen. Infolgedessen erhöht sich der Gesamtenergieverbrauch für Heizung, ohne das andere Gründe dafür herangezogen werden könnten, was sicher nicht Sinn der Sache sein kann.
Gibt es eigentlich eine Vorschrift, wann mit welcher Methode der VDI 2077 abgerechnet werden muss/soll oder ist es freigestellt?

Antwort: Mehr zu heizen kann keinen "Ausgleich" schaffen, sondern führt nur zu einem Mehrverbrauch, der sich auch in der Heizkostenabrechnung niederschlägt. Wer, sei es aus Umweltbewusstsein oder Sparsamkeit, sei es wegen einer Vorliebe für kühlere Raumtemperaturen, sparsamer heizt, muss in jedem Fall erkennen, dass mehr zu heizen auch bedeutet mehr zu bezahlen.
Die Anwendung einer Rohrwärmekorrektur ist grundsätzlich nicht vorgeschrieben, sondern liegt im Ermessen des Vermieters/Betreibers. Dieser wird dabei üblicherweise durch sein Ableseunternehmen beraten. Die Auswahl der Methode kann schon deswegen nicht in der Richtlinie vorgegeben werden, weil es von den örtlichen Gegebenheiten (Heizungsanlage, Rohrsystem) abhängt, welches Verfahren am am sinnvollsten ist.
10.10.2014
Frage: Für meine Wohnung wurde nun zum ersten Mal in Folge der Umstellung auf Funk-Heizkostenverteiler nach der Richtlinie VDI 2077 Beiblatt die Heizkosten abgerechnet. Danach zahle ich aufgrund der...
Für meine Wohnung wurde nun zum ersten Mal in Folge der Umstellung auf Funk-Heizkostenverteiler nach der Richtlinie VDI 2077 Beiblatt die Heizkosten abgerechnet. Danach zahle ich aufgrund der Nachzahlung wohl zu den Niedrigverbrauchern. Wenn ich aber betrachte, wie hoch der prozentuale Anteil der Rohrwärmeeinheiten an den Gesamteinheiten ist, nämlich 39%, erscheint mir das doch sehr hoch. Wenn jemand seine Wohnung übermäßig heizt und somit die Wohnung eines anderen unfreiwillig mitbeheizt, halte ich diese Berechnung für eine schlichte Umverteilung. Für jemand dessen Wohnung von vielen Außenwänden umgeben ist und der aufgrund dessen eine höhere Heizleistung hat, wird dies mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. Umgekehrt, jemand dessen Wohnung in Blockmitte mit nur einer Außenwand liegt, wird geschockt sein.

Antwort: Die Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt ist gerade dann erforderlich, wenn die Rohrwärme signifikant zur Beheizung der Wohnung beiträgt, also genau dann, wenn der Rohrwärmeanteil ein bestimmtes Maß überschreitet.

Rohrwärme führt nicht grundsätzlich zu Kostenverschiebungen, sondern erst dann, wenn Nutzer unterschiedliches Heizverhalten an den Tag legen. Dass, wie Sie schreiben, der Nutzer einer innen liegenden Wohnung nach der Rohrwärmekorrektur höhere Heizkosten zugeordnet bekommt, der einer außen liegenden weniger, liegt schlicht daran, dass der "Vielheizer" (außen) rein aufgrund der Abrechnungsmodalitäten ohne Rohrwärmekorrektur einen größeren Teil der Rohrwärme zugeordnet bekommt, die der "Wenigheizer" (innen) geliefert bekommt.

„Aufgrund der Abrechnungsmodalitäten“ bedeutet: Die Heizkostenverteiler „sehen“ nur einen Teil der Wärme, nämlich den, der über die Heizkörper geliefert wird. Nach den Anzeigewerten wird aber alle Wärme verteilt, auch die, die über ungedämmt verlegte Rohre geliefert wird. Damit bekommt der, der viel heizt, auch viel Rohrwärme zugeordnet, obwohl er näherungsweise ebensoviel Rohrwärme geliefert bekommt hat wie jemand, der wenig heizt. Die Rohrwärmekorrektur hat zum Ziel, Wärme da in Rechnung zu stellen, wo sie genutzt wird. Diese verursachergerechte Zuordnung wird durch die Heizkostenverordnung gefordert.

Da Komfortanforderungen subjektiv sind, ist einerseits "übermäßiges" Heizen kaum definierbar, andererseits geht es auch nicht darum, das Mitbeheizen fremder Wohnungen zu korrigieren, sondern darum, Wärme nach Heizkostenverordnung jeweils der Wohnung zuzuordnen, in die sie gelangt. Die Rohrwärmekorrektur ordnet Ihnen nicht die Wärme zu, die durch die Decken und Wände in Ihre Wohnung fließt; dieser Beitrag dürfte nach meinem Gefühl aufgrund des geringen Temperaturgefälles zwischen Nachbarwohnung und Ihrer Wohnung (zumeist vermutlich nicht mehr als 3 °C) eher gering sein. „Umverteilt“ (gegenüber der Situation ohne Korrektur) wird hingegen die Wärme, welche von ungedämmt verlegten Heizungsrohren in Ihre Wohnung fließt. Hier haben wir ein hohes Temperaturgefälle (je nach Vorlauftemperatur der Heizung wahrscheinlich zwischen 30 °C und 70 °C). Die Heizungsrohre wirken sozusagen wie Heizkörper, nur dass keine Zähler daran angebracht sind.
09.10.2014
Frage: Tritt auch bei Verlegung von Heizungsrohren im Estrich ein Rohrwärmeeintrag auf oder ist der Estrich als Dämmung wirksam?
Tritt auch bei Verlegung von Heizungsrohren im Estrich ein Rohrwärmeeintrag auf oder ist der Estrich als Dämmung wirksam?

Antwort: Aufnahmen mit Wärmebildkameras zeigen deutlich, dass im Estrich verlegte Heizungsrohre sehr gut Wärme in die Wohnung hinein abgeben können. Insofern muss man davon ausgehen, dass eine Rohrwärmeproblematik nicht nur bei frei verlegten Heizungsrohren auftreten kann, sondern auch bei im Estrich oder in der Wand verlegten Rohren.
12.09.2014
Frage: In unserem Haus liegen vertikal durch die Räume verlaufende, ungedämmt verlegte Heizungsrohe. In allen Geschossen außer dem obersten liegen Rohre vom Boden bis zur Decke, im obersten Geschoss...
In unserem Haus liegen vertikal durch die Räume verlaufende, ungedämmt verlegte Heizungsrohe. In allen Geschossen außer dem obersten liegen Rohre vom Boden bis zur Decke, im obersten Geschoss jedoch nur kurze Rohrabschnitte vom Boden bis zum Heizkörper. Berücksichtigt die VDI-Richtlinie die zwangsläufig verschiedenen Rohrwärmeeinträge?

Antwort: Ja, diese Möglichkeit ist gegeben. In Fällen wie dem genannten, in denen es nachvollziehbar zu verschiedenen Rohrwärmeeinträgen kommt, kann die Umlage statt nach der Wohnfläche z. B. nach in der Wohnung vorhandener Rohrlänge geschehen.
12.09.2014
Frage: In der Richtlinie steht als Beispiel die "Einrohrheizung" genannt. An meine Heizkörper sind aber zwei Rohre angeschlossen. Ist die Richtlinie damit bei mir nicht mehr anwendbar?
In der Richtlinie steht als Beispiel die "Einrohrheizung" genannt. An meine Heizkörper sind aber zwei Rohre angeschlossen. Ist die Richtlinie damit bei mir nicht mehr anwendbar?

Antwort: Heizkörper geben Wärme ab, weil sie von warmem Wasser durchströmt werden. Es muss also immer zwei Anschlüsse geben, nämlich den Vorlauf, durch den das Wasser in den Heizkörper fließt, und den Rücklauf, durch den es - etwas kälter als im Vorlauf - wieder herausfließt. Das sagt noch nichts über das Rohrsystem. Bei einer Einrohrheizung sind alle Heizkörper hintereinander und mit Vor- und Rücklauf an denselben Strang angeschlossen; das kältere Wasser aus dem Rücklauf des am weitesten stromauf liegenden Heizkörpers fließt mit in den Vorlauf des nächsten Heizkörpers usw. Je weiter stromab also ein Heizkörper an der Leitung hängt, desto kälter ist sein Vorlauf. Durch den sogenannten hydraulischen Abgleich versucht man das ein Stück weit zu beherrschen. Bei Zweirohrheizungen führen die Rücklaufanschlüsse der Heizkörper in eine Rücklaufleitung, und es steht - auch hier unter der Voraussetzung, dass ein guter hydraulischer Abgleich vorhanden ist - allen Heizkörpern dieselbe Vorlauftemperatur zur Verfügung. Noch besser sieht es bei einem Tichelmann-System aus: hier sorgt man dafür, dass der Heizkörper, der an dem kürzesten Stück Vorlaufleitung (gerechnet von der Stockwerksabzweigung) hängt, am längsten Stück Rücklaufleitung hängt. Auf diese Weise erledigt sich ein Teil des hydraulischen Abgleichs von selbst. (Dennoch muss auch bei diesen Systemen ein hydraulischer Abgleich nach VDI 2073 stattfinden.)
29.08.2014
Frage: Ich glaube, meine Heizkostenabrechnung ist fehlerhaft. Kann ich sie zur Überprüfung an den VDI senden?
Ich glaube, meine Heizkostenabrechnung ist fehlerhaft. Kann ich sie zur Überprüfung an den VDI senden?

Antwort: Nein, das können wir leider nicht leisten. Wenn Sie Zweifel an der Richtkeit der Abrechnung haben, ist Ihr erster Ansprechpartner Ihr Vermieter (oder dessen Vertreter, z. B. die Hausverwaltung). Erzielen Sie beide kein gemeinsames Verständnis darüber, was richtig ist, kann Ihnen z. B. ein Mieterverein bei der Überprüfung behilftlich sein.
29.08.2014
Frage: Auf meiner letzten Heizkostenabrechnung tauchte erstmals eine Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt auf. Ich heize i. Allg. sehr sparsam und schalte auf Nachtabsenkung, wenn ich nicht zu Hause...
Auf meiner letzten Heizkostenabrechnung tauchte erstmals eine Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt auf. Ich heize i. Allg. sehr sparsam und schalte auf Nachtabsenkung, wenn ich nicht zu Hause bin. Nach dieser Korrektur soll ich nun deutlich mehr bezahlen, während andere Mieter, die deutlich mehr heizen als ich, auf einmal weniger zahlen. Die Richtlinie soll doch zu mehr Kostengerechtigkeit führen?

Antwort: Die Richtlinie VDI 2077 Beiblatt soll Kostenverzerrungen korrigieren helfen. Dabei geht es um ein ganz spezifisches Problem, nämlich das der Rohrwärmeabgabe. Idealerweise würde alle Wärme, die in eine Wohnung abgegeben wird, durch die Heizkostenverteiler (HKV) – am meisten verbreitet sind das altbekannte Verdunsterröhrchen und die elektronischen Geräte mit Fernablesung – gemessen. Tatsächlich wird jedoch auch am HKV vorbei Wärme in die Wohnung gelangen, z. B. durch ungedämmt verlegte Heizungsrohre. Diese Wärme trägt dann zur Beheizung der Wohnung bei, wird aber nicht gezählt.

Das ist so lange kein Problem, wie alle Nutzer in etwa dieselbe Menge Wärme auf diesem „Nebenweg“ geliefert bekommen (und die HKV-Messwerte für die gelieferte Wärme nicht zu genau sind; Verdunster haben einen „dicken Daumen“, aber elektronische Geräte sind ziemlich trennscharf).

Nun wurden im Zug der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden häufig zunächst die Gebäudehüllen besser gedämmt, die alte Anlagentechnik aber nicht verbessert. Das führt dazu, dass die Heizkörper weniger aufgedreht werden, also weniger gezählte Wärme abgenommen wird. Die Wärmelieferung über die Rohre bleibt aber in etwa gleich. Ihr Anteil an der in die Wohnung gelieferten Heizwärme wird also größer. Die verbrauchsabhängigen Heizkosten werden auf Basis der von den HKV gezählten Einheiten verteilt. Bis dahin immer noch kein Problem.

Aber Menschen haben unterschiedliche Komfortanforderungen: Nutzer KÜHL hat es gerne etwas kühler, Nutzer WARM fühlt sich nur wohl, wenn es recht warm ist. Im Extremfall ist es nun so, dass Nutzer KÜHL die Heizkörper gar nicht mehr aufdrehen muss, weil schon die Grundwärme seinen Bedarf deckt, während WARM – wenn auch weniger als früher – noch zusätzlich heizt. Damit hat KÜHL auf den HKV den Zählerwert "0" und würde auf der Heizkostenabrechnung bei den verbrauchsabhängigen Kosten 0 EUR zugewiesen bekommen. Nutzer WARM bekommt, weil ja auf seinen HKV eine Zahl größer 0 steht, die gesamte Wärme zugerechnet – auch die, die in der Wohnung von Nutzer KÜHL gelandet ist. Diese Kostenverschiebung wird mit der Rohrwärmekorrektur nach VDI 2077 Beiblatt korrigiert.
29.08.2014
Frage: Bei der Berechnung des Grundanteils der Wärmeversorgungskosten wird die Grundfläche der Wohnung als Heizfläche genommen, ist das richtig? Es ist doch völlig ungerecht, weil z.B. in meiner Wohnung...
Bei der Berechnung des Grundanteils der Wärmeversorgungskosten wird die Grundfläche der Wohnung als Heizfläche genommen, ist das richtig? Es ist doch völlig ungerecht, weil z.B. in meiner Wohnung der Korridor keine Heizung hat, wie auch der Balkon und das Bad eine separate Elektro-Heizung hat. Es sollte durch VDI-Richtlinie 2077 gerechter werden?

Antwort: Heizkosten zerfallen in einen verbrauchsunabhängigen und einen verbrauchsabhängigen Teil. Den verbrauchsunabhängigen Teil kann man sich näherungsweise als Kostenanteil für die Bereitstellung einer Heizung vorstellen, schlicht dafür, dass Ihnen als Nutzer die Möglichkeit gegeben wird, die Heizung aufzudrehen, wenn es kalt wird. Er fällt auch an, wenn von der Möglichkeit zu heizen, kein Gebrauch gemacht wird. Es spielt da auch keine Rolle, ob einzelne Räume keine Heizkörper haben. Diese Räume werden ja trotzdem mit beheizt.

Die Frage hat insofern nichts mit der Richtlinie VDI 2077 Beiblatt zu tun, bei der es um die Korrektur von Kostenverschiebungen durch Rohrwärmeabgabe geht.
28.08.2014

Weitere Informationen und Ansprechpartner zur Richtlinienreihe VDI 2077 "Verbrauchskostenerfassung für die Technische Gebäudeausrüstung".