Wir verbinden Kompetenz
Verein Deutscher Ingenieure
 
Verein Deutscher Ingenieure > Technik > Fachthemen > Bauen und Gebäudetechnik > Technische Gebäudeausrüstung > Richtlinienarbeit
Folgen:  FacebookTwitterGoogleXingLinkedInYoutube

VDI-Fachbereich Technische Gebäudeausrüstung

Richtlinie VDI/DVGW 6023 "Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung"

Die Richtlinie gilt für alle Trinkwasser-Installationen auf Grundstücken und in Gebäuden; sie soll sinngemäß für alle anderen Trinkwasser-Installationen angewendet werden, insbesondere auch mobile Anlagen, z.B. auf Wasserfahrzeugen. Sie gibt Hinweise für die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Nutzung, Betriebsweise und Instandhaltung aller Trinkwasser-Installationen.

 

Die Bedeutung der Trinkwasser-Installation für gesundes Wohnen und Arbeiten verlangt eine Verständigung unter allen für Planung, Erstellung, Betrieb und Instandhaltung verantwortlichen Partnern. Die Gesamtverantwortung liegt beim Unternehmer im Sinne der Trinkwasserverordnung (Betreiber oder Inhaber). Hygiene im Sinne dieser Richtlinie ist die Gesamtheit aller Bestrebungen und Maßnahmen zur Verhütung von mittelbaren oder unmittelbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Störungen des Wohlbefindens (Unbehagen) beim einzelnen Nutzer.

 

Ziel der Richtlinie ist es, die einwandfreie Trinkwasserqualität in der Trinkwasser-Installation zu bewahren.

 

Ansprechpartner zur Richtlinie VDI/DVGW 6023 "Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung".

 

Richtlinie VDI 6023 Blatt 2 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Gefährdungsanalyse“

 

Das aus einer Trinkwasser-Installation abgegebene Wasser muss stets allen Anforderungen der TrinkwV entsprechen. Jeder Betreiber ist daher verpflichtet, die aus dem Betrieb der Trinkwasser-Installation denkbaren Gefahren zu analysieren (Gefährdungsanalyse) und geeignete Vorkehrungen zu deren Vermeidung zu treffen (Instandhaltungsplan). Im Sinne dieser Richtlinie wird die Gefährdungsanalyse umfassend sowohl im Hinblick auf den technischen als auch auf den hygienegerechten Funktionserhalt verstanden. Das Ergebnis ist ein Instandhaltungsplan, in dem alle zur Gefährdungsvermeidung erforderlichen Maßnahmen dargestellt sind.
Die Erarbeitung einer Gefährdungsanalyse erfordert eine umfassende Fachkunde.
Die Richtlinie hat zum Ziel, eine praxisnahe Grundlage zur Erstellung von vereinheitlichten und zielführenden Gefährdungsanalysen zu schaffen.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu unseren Schulungen nach VDI/DVGW 6023 und das neue Zertifizierungsprogramm zum VDI-BTGA-ZVSHK-zertifizierter Sachverständiger Trinkwasserhygiene (TWH) 

 

Unter folgenden Link finden Sie eine aktuelle Liste der: VDI-BTGA-ZVSHK-geprüfte Sachverständige TWH

Schlagworte zu dieser Richtlinie:

Anforderung, Bauwesen, Betrieb, Betriebsweise, Druckprüfung, Gebäudeausrüstung, Gebäudetechnik, Gefährdung, Gesundheitsschutz, Gewerbe, Grundstück, Hygiene, Inbetriebnahme, Instandhaltung, Montage, öffentliches Gebäude, Prüfung, Qualitätssicherung, Rohrnetz, Schiff, Schutzmaßnahme, Trinkwasser, Trinkwasseranlage, Trinkwasserinstallation, Trinkwasserqualität, Trinkwasserversorgung, Trinkwasserverunreinigung, VDI 6023 Blatt 1, Wartung, Wasserinstallation, Wasserqualität, Wasserversorgung, Wasserversorgungsanlage, Wasserverunreinigung


Ihre Fragen zur VDI/DVGW 6023

Sie haben Fragen zu der Richtlinie VDI/DVGW 6023? Dann nutzen Sie die Möglichkeit Ihre Frage über unsere Internetseite zu stellen.

 

Die Inhalte von VDI-Richtlinien entstehen in Übereinstimmung mit VDI 1000 und bilden den Konsens der Verkehrskreise ab. Sie gelten als anerkannte Regeln der Technik. Die Inhalte dieser FAQ dagegen sind rein informativ und haben nicht den Status anerkannter Regeln der Technik. Sie stellen insbesondere auch keine Rechtsberatung dar, sondern sollen als beispielhafte Fallbesprechungen Hilfestellungen für Richtlinienanwender geben. Sie können nicht die eingehende Rechtsberatung durch eine hierzu berufene Person ersetzen und sind nicht als zusätzliche oder über die Richtlinieninhalte hinausgehende Festlegungen zu verstehen.

Frage Datum
Frage Datum
Frage: Gibt es aus hygienischer Sicht im Bereich Kaltwasser eine rechtliche Grundlage, unabhängig von der Leitungsverlegung (z.B. Abstand zum WW; Dämmung etc.), alle Sanitärobjekte durchzuschleifen?
Gibt es aus hygienischer Sicht im Bereich Kaltwasser eine rechtliche Grundlage, unabhängig von der Leitungsverlegung (z.B. Abstand zum WW; Dämmung etc.), alle Sanitärobjekte durchzuschleifen?

Antwort: Eine *rechtliche* Vorgabe sowieso nicht, sondern allenfalls eine in technischen Regeln. Aber auch die m. W. nicht. Die Einzelzuleitungen PWC (nach VDI/DVGW 6023) und PWH (nach DVGW W 551) dürfen jeweils nicht > 3 Liter Inhalt haben. Es gibt ferner Vorgaben zum regelmäßigen Wasseraustausch. Daraus leitet sich die Empfehlung ab, selten benutzte Entnahmestellen durchzuschleifen und endständig eine häufig benutzte Entnahmestelle anzuschließen.
12.11.2018
Frage: Ist die Fachfirma bei einer Neuinstallation einer Trinkwasseranlage verantwortlich für die Erfüllung der Forderungen der Wasserqualität bei negativem Bescheid durch das Gesundheitsamt.
Ist die Fachfirma bei einer Neuinstallation einer Trinkwasseranlage verantwortlich für die Erfüllung der Forderungen der Wasserqualität bei negativem Bescheid durch das Gesundheitsamt.

Antwort: So kann man die Frage nicht beantworten. Es kommt immer auf die Ursache an. Wenn die Anlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geplant und errichtet wurde und eine Hygiene-Erstinspektion stattgefunden hat, sind schon einmal viele Fehler ausgeschlossen. Es ist (hoffentlich) auch klar, dass nach Befüllung der bestimmungsgemäße Wasseraustausch aufrecht erhalten werden muss, d. h., dass die Anlage nicht nach dem Befüllen längere Zeit ohne Wasserwechsel herumsteht, ist eine schlechte Wasserqualität kein Wunder. Zwischen Befüllen und Abnahme befindet sich die Anlage noch im Verantwortungsbereich des Errichters. Wenn also die schlechte Wasserqualität durch Stagnation zwischen Befüllen und Abnahme begründet ist, wird man die Verantwortung im Allgemeinen dem Errichter zuordnen.
08.11.2018
Frage: Unter Punkt 5.6.5 Temperaturbereiche, Druckmessung und Volumenströme wird in der VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 folgendes angeführt: Hinsichtlich der Einhaltung der relevanten Betriebsparameter ist...
Unter Punkt 5.6.5 Temperaturbereiche, Druckmessung und Volumenströme wird in der VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 folgendes angeführt:
Hinsichtlich der Einhaltung der relevanten Betriebsparameter ist eine Überprüfung der Temperaturen und Durchflussmengen unabdingbar. Die entsprechenden Aufzeichnungen an repräsentativen Abschnitten des Trinkwassernetzes geben Aufschluss über die vorhandenen Probleme……
Jetzt stellt sich mir die Frage, ob die diese Vorgabe (unabdingbar) beim Erstellen einer GFA für eine Hausinstallation bedeutet, dass der Gutachter jeden einzelnen Steigstrang in Bezug auf Temperatur und Durchflussmenge überprüfen muss.
Oder genügt es, nur die auffälligen Steigstränge zu prüfen?

Antwort: Bei der mikrobiologischen Untersuchung mag es in manchen Fällen ausreichen, wie im Urteil des LG Münster (https://openjur.de/u/853063.html) klargestellt, nur an repräsentativen Stellen mikrobiologische Proben zu entnehmen, die Rückschlüsse auch auf weitere Bereiche zulassen. Das gilt aber nicht für die hygienisch-technische Überprüfung im Rahmen einer Ortsbesichtigung zum Zweck einer Gefährdungsanalyse.

Zur Erstellung eines Temperaturprofils ist es nötig, an jeden Strang die jeweils ungünstigste Entnahmestelle durch Temperatur- und/oder Volumenstrommessung zu untersuchen. Nur so kann man einen mangelhaften hydraulischen Abgleich bzw. Fehlfunktionen von Regelventilen in einzelnen Bereichen sicher bestimmen.
Es geht dabei in der Regel nicht darum, unten im Keller Messungen durchzuführen, sondern an den ungünstigsten Entnahmestellen jedes Strangs.
Die Frage muss man demnach also mit "Ja" beantworten. Es ist tatsächlich unabdingbar, Temperatur und/oder (nicht immer zwingend beides) Volumenstrom an den Entnahmestellen jedes einzelnen Strangs zu prüfen, um schlüssige Aussagen über die Hydraulik im System treffen zu können. Die hygienisch-technische Prüfung nur einzelner Stränge ist im Rahmen eines Gutachtens zur Gefährdungsanalyse keineswegs ausreichend.
Umgekehrt kann aber eine Installation so grottig sein, dass der Analyst bereits nach Messung an einigen Strängen bemerkt, dass eh kein Weg an einer neuen Rohrnetzberechnung vorbei geht.
07.11.2018
Frage: Im Technikraum gibt es ein Waschbecken mit Kaltwasseranschluss. Ist für die Reinigung des Treppenhauses gedacht. Muss da auch ein Spülplan installiert werden, dass alle 72 Std. 5 Min. das Wasser...
Im Technikraum gibt es ein Waschbecken mit Kaltwasseranschluss. Ist für die Reinigung des Treppenhauses gedacht.
Muss da auch ein Spülplan installiert werden, dass alle 72 Std. 5 Min. das Wasser durchlaufen muss?

Antwort: Es muss nicht "das Wasser durchlaufen", sondern es muss nach spätestens 72 Stunden der gesamte Leitungsinhalt ausgetauscht werden. D. h. es muss gespült werden, bis konstant kaltes Wasser abläuft.

Natürlich muss das auch für diese Entnahmestelle nachvollziehbar durchgeführt und dokumentiert werden. Gerade angesichts der häufig erhöhten Temperaturen in Technikräumen ist das Risiko einer Verkeimung gegeben.
15.10.2018
Frage: Welche Sicherungsarmatur empfiehlt der VDI zur Absicherung der Hausinstallation gegen eine in den Garten verlegte Stichleitung, die einen Matschspielplatz versorgt? Ist das Wasser in der Stichleitung...
Welche Sicherungsarmatur empfiehlt der VDI zur Absicherung der Hausinstallation gegen eine in den Garten verlegte Stichleitung, die einen Matschspielplatz versorgt? Ist das Wasser in der Stichleitung in Flüssigkeitskategorie 3 oder 5 einzuordnen?

Antwort: Sicherungseinrichtungen werden durch DIN EN 1717 vorgegeben. Der VDI empfiehlt hier gar keine bzw. einen prüfbaren Rückflussverhinderer/KFR-Ventil.
Stagnationswasser im bestimmungsgemäßen Betrieb ist FK2. Die Leitung ist bestimmungsgemäß zu nutzen und bei längerer Betriebsunterbrechung (Winter) abzusperren und von der Verteilleitung zu trennen bzw. im Frühjahr wieder in Betrieb zu nehmen, siehe Entwurf VDI 3810 Blatt 2 (Ausgabe Januar 2019).
Bei Stagnation können allerdings die Umgebungsbedingungen (Stagnationsdauer, Umgebungstemperatur, Leitungsmaterialien) die Trinkwasserqualität soweit verändern, dass es sogar FK5 werden kann, was für einen Matschspielplatz aber für etwas übers Ziel hinausgeschossen sein könnte.
Wichtig bei einem Matschspielplatz ist allerdings, dass die Entnahmestelle einen freien Auslauf hat, d.h. dass der Austritt nicht ins Schmutzwasse oder den Matsch eintauchen kann, und dass man auch keinen Schlauch anschließen kann, der dann im Matsch landet (z.B. Schwengelpumpe ohne Anschlussgewinde). Bei Eintauchen wäre es FK5.
02.10.2018
Frage: Unter welchen Beprobungszyklus lt der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) fällt ein Friseurwaschtisch zum Waschen der Haare mitttels einer Handbrause?
Unter welchen Beprobungszyklus lt der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) fällt ein Friseurwaschtisch zum Waschen der Haare mitttels einer Handbrause?

Antwort: Die gesamte Trinkwasser-Installation des Gebäudes, in dem sich die nach § 3 TrinkwV GEWERBLICHE Trinkwasser-Installation befindet, ist nach § 14b TrinkwV mindestens alle 3 Jahre untersuchungspflichtig.
25.09.2018
Frage: Nach einem erhöhten Legionellenwert bei der letzten Probe haben wir versucht eine GBU anfertigen zu lassen. Leider haben wir bisher nur Absagen erhalten. Entweder man möchte keine machen oder man...
Nach einem erhöhten Legionellenwert bei der letzten Probe haben wir versucht eine GBU anfertigen zu lassen. Leider haben wir bisher nur Absagen erhalten. Entweder man möchte keine machen oder man kann aus Zeitgründen keine machen. Hat der VDI eine "Gutachterliste" für ein Bundesland, oder muss man tatsächlich eine Firma im Internet bestellen, die wesentlich teurer ist?

Antwort: Die Durchführung der Gefährdungsanalyse (nicht -beurteilung) nach Trinkwasserverordnung sollte nur nachgewiesenermaßen hochqualifizierten Fachleuten anvertraut werden, da die Folgen der auf Basis einer unsachgemäßen Gefährdungsanalyse durchgeführten Maßnahmen das ganze Spektrum von Unwirksamkeit oder gar Verschlimmerung der Situation (aus beiden evtl. folgend eine Gefährdung von Leib und Leben) bis hin zum Totalverlust der fraglichen Trinkwasser-Installation überspannen können. Der VDI hat mit VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 und dem zugehörigen Zertifizierungsprogramm für Fachleute (siehe www.dincertco.de/6023) ein klares Statement dazu abgegeben, was eine Gefährdungsanalyse beinhalten muss und was als geeignete Qualifikation gelten darf. Eine Liste der bisherigen Zertifikatsinhaber finden Sie unter http://www.dincertco.tuv.com/search?locale=de&q=PZ-TWH.
Angesichts des hohen Risikos haben manche Berufshaftpflichtversicherungen die Abdeckung von "Kunstfehlern" bei der Gefährdungsanalyse ausgeschlossen. Das oder auch die realistische Selbsteinschätzung von Menschen "Das übersteigt meine Kompetenz." kann dazu führen, dass Fachleute den Auftrag ablehnen. Eine "billige" Gefährdungsanalyse kann, wie erwähnt, möglicherweise rückwirkend teuer zu stehen kommen.
20.08.2018
Frage: Uns liegt aktuell leider nur der Entwurf der VDI 6023 aus dem Jahr 2012 vor. Was hat sich zur endgültigen Fassung 2013 verändert und müssen wir erneut die Norm käuflich erwerben?
Uns liegt aktuell leider nur der Entwurf der VDI 6023 aus dem Jahr 2012 vor. Was hat sich zur endgültigen Fassung 2013 verändert und müssen wir erneut die Norm käuflich erwerben?

Antwort: Alle allgemein anerkannten Regeln der Technik (aaRdT) werden regelmäßig überprüft und, sofern notwendig, überarbeitet. Jeder Fachbetrieb und alles Personal, das entsprechende Aufträge übernimmt, ist verpflichtet, sein Fachwissen auf aktuellem Stand zu halten. Das gilt in besonderem Maße bei Trinkwasser, denn die TrinkwV verankert die Einhaltung aller einschlägigen aaRdT als Grundlage der Mängelfreiheit und damit als Voraussetzung für die Erfüllung des Vorsorgeprinzips. Daher ist es für Fachleute schon undenkbar, fünf Jahre auf Basis eines veralteten Entwurfs zu arbeiten. Lange Rede, kurzer Sinn: Sie brauchen natürlich immer das Wissen aus den aktuellen aaRdT. Und der Gesetzgeber lässt keinen Zweifel daran, dass das eine Holschuld für Fachleute ist.
17.08.2018
Frage: Ich habe erfahren, dass es ausreicht, während der Urlaubszeit (Dauer wurde nicht näher angegeben 2,3,4 Wochen oder 3 Monate?) die Absperrhähne in der Wohnung (Mehrfamilienhaus) für KW und WW...
Ich habe erfahren, dass es ausreicht, während der Urlaubszeit (Dauer wurde nicht näher angegeben 2,3,4 Wochen oder 3 Monate?) die Absperrhähne in der Wohnung (Mehrfamilienhaus) für KW und WW abzudrehen bzw. abzusperren. Dies wäre z.B. im Regelwerk VDI 6023 entsprechend vorgegeben. Dies widerspricht doch einer Entleerung alle 72 Stunden, da vom Absperrhahn einer Wohnung bis zum nächsten Steigwasserstrang doch auch Wasser stagniert. Ich habe im Sonderdruck VDI 6023 für Hygieneschulungen lediglich gelesen, dass die Leitungen bei mehr als 4wöchiger Unterbrechung abzusperren sind. Das ist vielleicht in einem Einfamilienwohnhaus möglich, aber im MFH geht das doch nicht.

Antwort: Wenn es ein Sonderdruck mit der aktuellen Fassung ist, d. h. VDI/DVGW 6023, Ausgabe 2013, dann haben Sie die aktuelle Version gelesen. Was immer Sie gehört haben: Es gilt das, was in der Richtlinie steht.

Hier ist noch ein Missverständnis auszuräumen: Es soll nicht nach 72 Stunden *entleert* werden, sondern alles Wasser, das sich in der Trinkwasser-Installation (TWI) befindet, muss binnen 72 Stunden ausgetauscht, d. h. verbraucht, sein. Das geschieht, wenn bei der Planung und Errichtung alles richtig gemacht wurde, normalerweise einfach durch normale (= bestimmungsgemäße) Nutzung. Und das ist auch das, was während eines Urlaubs passieren sollte: Jede Entnahmestelle (wirklich jede!) sollte alle 72 Stunden so lange geöffnet werden, bis wieder kaltes Wasser austritt. Dass müsste nach ca. 3 Litern Entnahme (ersatzweise, aber wegen der unterschiedlichen Armaturen nicht genau, 30 s) der Fall sein. Am besten auch mehrere Entnahmestellen gleichzeitig voll öffnen, damit in den Hauptleitungen hinreichende Strömungsgeschwindigkeiten auftreten. Das kann Ihre die Blumen gießende Vertrauensperson erledigen, alternativ automatische Spülarmaturen.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, nach der Rückkehr wirklich lange und intensiv zu spülen, ebenfalls durch volles Öffnen möglichst aller Armnaturen, bis wieder frisches (= kaltes) Wasser kommt.

Erst wenn Sie absehbar länger als 4 Wochen den Betrieb unterbrechen wollen, sind die Leitungen abzusperren, aber dann nicht an den Absperrhähnen kurz vor den Entnahmestellen, sondern am Hauptstrang. Und auch dann ist bei Wiederinbetriebnahme gründlichst zu spülen.

In der Tat dürfte die Absperrung in der Regel nicht durchführbar sein. Daher führt in aller Regel kein Weg um den Wasseraustausch alle drei Tage herum.
29.07.2018
Frage: Muss in öffentlichen Gebäuden bei einer Leitungserneuerung (Verlängerung)die neue Leitung geschleift werden oder eine Spülvorrichtung eingebaut werden, Wenn die alte Verteilung ungeschleift...
Muss in öffentlichen Gebäuden bei einer Leitungserneuerung (Verlängerung)die neue Leitung geschleift werden oder eine Spülvorrichtung eingebaut werden, Wenn die alte Verteilung ungeschleift ist?
Und wo kann mann dieses nachlesen?
Vielen Dank


Antwort: Die Frage ist per Ferndiagnose nicht zu beantworten. Grundsätzlich gilt, dass Trinkwasser-Installationen immer so zu planen, errichten und betreiben sind, dass alle (aktuellen) allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden. Dies ist der Vorsorgegrundsatz aus der TrinkwV.
VDI 6023 gibt nur vor, DASS ein bestimmter endständiger Wasserwechsel eingehalten werden muss. WIE Sie dieses Ziel erreichen, ist - immer vorausgesetzt, die allgemein anerkannten Regeln der Technik werden eingehalten - Ihrem Ingenieurverstand überlassen.
23.07.2018
Frage: Im Mehrfamilienhaus sind Legionellen aufgetreten. Vor der erneute Legionellen-Prüfung soll wieder eine beauftragte Firma die Spülungen in einzelnen Wohnungen durchführen. Muss ich, als Mieter,...
Im Mehrfamilienhaus sind Legionellen aufgetreten. Vor der erneute Legionellen-Prüfung soll wieder eine beauftragte Firma die Spülungen in einzelnen Wohnungen durchführen. Muss ich, als Mieter, dieses zulassen? Wie lange,(Bitte genau in Minuten, denn es ist mein Geld.), muss gespült werden?

Antwort: Ohne weitere Informationen klingt das wie der Versuch einer Beweisvereitelung. Es hat den Anschein, als sollten durch das Spülen die Probenwerte geschönt werden.

Die Probenahme ist nur dann sinnvoll, wenn sie unter den Bedingungen des üblichen Betriebs erfolgt, denn im üblichen Betrieb sind ja die Probleme entstanden.
06.07.2018
Frage: Das Umweltbundesamt hat eine Empfehlung zur Durchführung der Gefährdungsanalyse im Jahr 2012 herausgebracht und jetzt gibt’s von der VDI 6023 Blatt 2 auch eine Richtlinie wie man eine...
Das Umweltbundesamt hat eine Empfehlung zur Durchführung der Gefährdungsanalyse im Jahr 2012 herausgebracht und jetzt gibt’s von der VDI 6023 Blatt 2 auch eine Richtlinie wie man eine Gefährdungsanalyse erstellt.
Nach welcher Empfehlung - UBA oder VDI - muss man sich jetzt richten, bei der Erstellung einer Gefährdungsanalyse?


Antwort: Die Frage ist einfach zu beantworten: Durch die Art des Verweises in der TrinkwV ist die UBA-Empfehlung, wiewohl als "Empfehlung" betitelt, rechtsverbindlich. Sie MUSS man also einhalten. Bei der VDI-Richtlinie ist demgegenüber "nur" der Status einer allgemein anerkannten Regel der Technik zu vermuten, also der einer privatrechtlichen Empfehlung. Die beiden Regelwerke sind jedoch widerspruchsfrei und die VDI-Richtlinie versteht sich als praxisbezogene Konkretisierung der UBA-Empfehlung.
22.06.2018
Frage: Von welchem Warmwasserbedarf pro Kopf wird in der VDI-Richtlinie ausgegangen und wo ist dies im Normblatt zu finden?
Von welchem Warmwasserbedarf pro Kopf wird in der VDI-Richtlinie ausgegangen und wo ist dies im Normblatt zu finden?

Antwort: Die Auslegung einer Trinkwassererwärmung ist nicht Gegenstand der Richtlinie VDI/DVGW 6023. Folglich stehen in ihr keine Annahmen zum Bedarf. Vielmehr richtet sie das Augenmerk darauf, dass Trinkwasser nur dann hygienisch einwandfrei bleibt, wenn die Auslegung zum tatsächlichen Betrieb passt und es nicht zu Stagnation kommt.
07.06.2018
Frage: Ich wohne in einer Mietswohnung in einem Hochhaus. Seit Jahren wurden wir, ohne es zu wissen, mit Dosiermittel Phosphat im Trinkwasser versorgt. Jetzt wollte ich unbedingt die Dosiermittelprotokolle...
Ich wohne in einer Mietswohnung in einem Hochhaus. Seit Jahren wurden wir, ohne es zu wissen, mit Dosiermittel Phosphat im Trinkwasser versorgt. Jetzt wollte ich unbedingt die Dosiermittelprotokolle der letzten drei Monate einsehen, was aber angeblich nicht möglich ist. Ebenso verwundert es mich, dass das Dosiermittel nicht nur im angenehm warmen Heizraum, sondern noch zusätzlich in einem Schrank aufbewahrt wird. Ist das so fachgerecht?
Was soll ich hier machen? Wie muss ich mich als Verbraucher des Trinkwassers verhalten? Welches Recht habe ich?

Antwort: Werden Stoffe ins Trinkwasser eingebracht, muss das Minimierungsgebot gem. § 6 Abs. 3 TrinkwV beachtet werden: Konzentrationen von chemischen Stoffen, die das Trinkwasser verunreinigen oder seine Beschaffenheit nachteilig beeinflussen können, sollen so niedrig gehalten werden, wie dies nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik mit vertretbarem Aufwand unter Berücksichtigung von Einzelfällen möglich ist. Es ist also zunächst zu klären, ob der Einsatz überhaupt erforderlich ist.

In jedem Fall greift § 11 TrinkwV, dem zufolge bei der Verteilung des Trinkwassers nur Aufbereitungsstoffe verwendet werden dürfen, die in einer Liste des Bundesministeriums für Gesundheit enthalten sind. Die Liste wird vom Umweltbundesamt geführt und enthält Anforderungen an Reinheit, Verwendungszwecke, für die sie ausschließlich eingesetzt werden dürfen, zulässige Zugabe, zulässige Höchstkonzentrationen von im Trinkwasser verbleibenden Restmengen und Reaktionsprodukten und sonstigen Einsatzbedingungen. Die Abgabe von Trinkwasser entgegen § 11 TrinkwV kann eine Straftat nach § 75 IfSG darstellen.

Grundsätzlich ist Phosphat unter den o. g. Randbedingungen (Reinheit usw.) ein zugelassener Aufbereitungsstoff nach Teil I a der UBA-Liste zu § 11 TrinkwV, es kommt jedoch auf den Einsatzzweck an. Die richtige Dosierung ist zu beachten. In jedem Fall ist bei Einsatz eines solchen Aufbereitungsprodukts die Menge des zugesetzten Mittels wöchentlich zu kontrollieren und im Betriebsbuch zu dokumentieren.

Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage (üblicherweise der Vermieter) haben gem. § 21 TrinkwV den betroffenen Verbrauchern mindestens jährlich geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers zu übermitteln. Zu den zu übermittelnden Informationen gehören auch Angaben über die Aufbereitungsstoffe, die bei der Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers verwendet werden. Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer haben die ihnen zugegangenen Informationen unverzüglich allen betroffenen Verbrauchern schriftlich oder durch Aushang bekannt zu machen. Diese Informationspflicht besteht nicht erst auf Nachfrage, sondern ist eine Bringschuld des Vermieters. Wer entgegen § 21 die Verbraucher nicht, nicht richtig oder nicht vollständig informiert begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 25 TrinkwV.

Zu den Temperaturen: Die Anlage darf nicht in einem Raum installiert sein, in dem die Temperatur 25 °C überschreitet. Auch sollte das Verbrauchsmaterial nicht dort gelagert sein.

Hygienemängel bei den Filtern deuten zumindest auf eine mangelhafte Instandhaltung hin und sollten überprüft werden.
23.05.2018
Frage: Ist es notwendig, die VDI-Schulungen 6022 und VDI/DVGW 6023, Kategorie A, in regelmäßigen Abständen zu wiederholen/aufzufrischen?
Ist es notwendig, die VDI-Schulungen 6022 und VDI/DVGW 6023, Kategorie A, in regelmäßigen Abständen zu wiederholen/aufzufrischen?

Antwort: Wiewohl die Urkunde nicht befristet ist, sollte man seine Kenntnisse regelmäßig auffrischen. Einem potenziellen Auftraggeber schuldet die Fachfrau/der Fachmann nämlich Wissen auf aktuellem Stand. Die Fünf-Jahresfrist begründet sich damit, dass alle allgemein anerkannten Regeln der Technik spätestens nach fünf Jahren zu überprüfen sind und oft auch überarbeitet werden. Da für eine Trinkwasser-Installation die Einhaltung aller allgemein anerkannten Regeln der Technik nach TrinkwV Pflicht ist und es in dem Bereich eine ganze Palette solcher Regeln zu beachten gibt, veraltet das erworbene Wissen in diesem Zeitraum schon zu nennenswerten Teilen. Das ist ganz einfache Statistik: Bei fünf zu beachtenden Regeln, die je nach fünf Jahren überarbeitet werden, änderst sich im Mittel eine pro Jahr. Und für eine Trinkwasser-Installation sind mehr als fünf zu beachten...

Denken Sie konkret auch daran, dass sich zum 9.1.2018 auch die TrinkwV selbst geändert hat.
05.04.2018
Frage: Bei der letzten VDI Schulung 6023 wurde uns gesagt, dass die trockene Dichtheitsprüfungen im Krankenhaus immer mit inerten Gasen durchgeführt werden müssen. Dies wollte ich nachlesen und konnte es...
Bei der letzten VDI Schulung 6023 wurde uns gesagt, dass die trockene Dichtheitsprüfungen im Krankenhaus immer mit inerten Gasen durchgeführt werden müssen. Dies wollte ich nachlesen und konnte es leider so in der Norm nicht finden. Bitte um kurze Antwort.


Antwort: Wie in der Richtlinie steht, müssen die Dichtheits- und Belastungsprüfungen mit trockener, ölfreier Druckluft oder inerten Gasen durchgeführt werden. D. h. Sie müssen auch im Krankenhaus nicht zwingend mit Inertgas prüfen, sondern können auch trockene, ölfreie Druckluft benutzen. Anders wäre das nur, wenn der Auftraggeber bestimmte Vorgaben macht.
26.03.2018
Frage: Wir sind Mieter einer Genossenschaftswohnung und sind immer zwei, manchmal fünf Wochen abwesend. Wir können nicht gewährleisten und ermöglichen, dass spätestens alle 72 Stunden, wie nach...
Wir sind Mieter einer Genossenschaftswohnung und sind immer zwei, manchmal fünf Wochen abwesend. Wir können nicht gewährleisten und ermöglichen, dass spätestens alle 72 Stunden, wie nach VDI/DVGW 6023 vorgegeben Wasserentnahme erfolgt. Kann der Vermieter das verlangen? Wir schließen das Absperrventil in unserer Wohnung vor der Wasseruhr bei Abreise. Bei Rückkehr öffnen wir die Absperrung und lassen das Wasser eine Zeit lang ablaufen, um das Stagnationswasser zu entfernen. Ist das so in Ordnung?

Antwort: Arbeiten wir das mal von vorne her ab:
1) Der Vermieter kann all das verlangen, was ihm gesetzlich oder vertraglich zusteht. Zu den Grundpflichten, die ein Mieter übernimmt, zählt nach BGB auch der pflegliche Umgang mit der Mietsache, zu der hier die Trinkwasser-Installation (TWI) gehört. Wenn Sie sagen würden „Ich kann die Miete nicht zahlen.“, wäre die Konsequenz, dass Sie dann eben die Wohnung nicht nutzen können. Nun ist es aber so, dass der Mieter i.d.R. nicht die nötige Detailkenntnis von der überlassenen TWI hat (Dem könnte man mit einer dokumentierten Einweisung abhelfen.) und die konkreten Pflichten auch i.d.R. nicht mietvertraglich übertragen bekommen hat (Dem könnte man durch Ergänzungen des Mietvertrags abhelfen.). Insofern ist die juristische Situation hier nicht ganz klar. An dieser Stelle können wir als VDI Sie nicht beraten.
2) Die technische Frage: VDI/DVGW 6023 als die allgemein anerkannte Regel zur Trinkwasserhygiene gibt NICHT vor, dass alle 72 Stunden eine Wasserentnahme stattfinden muss, sondern, dass alles Wasser, das sich in der TWI befindet, binnen 72 Stunden ausgetauscht werden muss. Das ist eine deutlich strengere Vorgabe; es bedeutet, auf handlungsrelevantes Niveau konkretisiert, dass Sie spätestens alle 72 Stunden bis zur Temperaturkonstanz – idealerweise, bis einigermaßen kaltes Wasser kommt – ablaufen lassen müssen. Alles, was zu einer längeren Stagnation führt, ist eine Betriebsunterbrechung. Dann ist, wie von Ihnen beschrieben die Absperreinrichtung zu schließen. Die Maßnahmen bei Wiederaufnahme des Betriebs richten sich dann danach, für wie lange der Betrieb unterbrochen wurde:
- bis zu sieben Tage: Wasser an allen Entnahmestellen für mindestens 5 min ablaufen lassen, insbesondere darauf achten, dass mehrere Entnahmestellen gleichzeitig voll geöffnet sind. (Das ist wichtig, damit in den Zuleitungen auch die nötigen Strömungsgeschwindigkeiten erreicht werden.)
- über sieben Tage, aber max. vier Wochen: vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen durch Spülung mit Wasser nach DVGW W 557 (A).
- mehr als vier Wochen, aber max. sechs Monate: nach DVGW W 557 (A) spülen; mikrobiologische Kontrolluntersuchungen gemäß TrinkwV (Trinkwasser, warm und kalt) und auf Legionellen (Trinkwasser, warm und kalt)
Damit dürften Sie weitgehend auf der sicheren Seite liegen.
12.02.2018
Frage: Diese Antwort befriedigt mich jedoch noch nicht ganz. In einem Neubau gibt es weder den notwendigen Biofilm in den Rohren noch bei unbeheizten Wohnungen im Winter die 20 bis 25 °C ab welchen sich...
Diese Antwort befriedigt mich jedoch noch nicht ganz. In einem Neubau gibt es weder den notwendigen Biofilm in den Rohren noch bei unbeheizten Wohnungen im Winter die 20 bis 25 °C ab welchen sich die Legionellen vermehren. Das müsste doch berücksichtigt werden?

Antwort: Biofilm bildet sich, wenn Wasser stagniert. Und wenn er dann da ist... Dass unbeheizte Wohnungen (zumindest im Winter) vielleicht unter 20 - 25 °C liegen, bedeutet nicht, dass sich keine Keime vermehren können. Vielmehr fühlen sich speziell Legionellen zwischen 25 und 45 °C besonders wohl und vermehren sich extrem; darunter findet auch eine Vermehrung statt, nur langsamer. Und andere Keime als Legionellen, beispielsweise auch die Bilder und Erstbesiedler von Biofilm, können sich ebenfalls vermehren. Wir haben all dies intensiv diskutiert und sind auf der Basis zu der Festlegung gekommen, dass ab Befüllung bestimmungsgemäß betrieben werden muss. So steht es in der einschlägigen allgemein anerkannten Regel der Technik (VDI/DVGW 6023) und das ist über die Trinkwasserverordnung die klare Ansage, wie es zu handhaben ist.
05.02.2018
Frage: Wann beginnt die Spülungspflicht in einem Neubau? Beispiel: von 20 WE sind erst 5 bewohnt, Fertigstellung und Bezug der restlichen WE erfolgt nach und nach innerhalb von 6 Monaten.
Wann beginnt die Spülungspflicht in einem Neubau? Beispiel: von 20 WE sind erst 5 bewohnt, Fertigstellung und Bezug der restlichen WE erfolgt nach und nach innerhalb von 6 Monaten.

Antwort: VDI/DVGW 6023 stellt ganz eindeutig fest: Mit der Befüllung muss der bestimmungsgemäße Betrieb - und das bedeutet insbesondere die regelmäßige Wasserentnahme gemäß Raumbuch/Planung, vollständiger Austausch allen Wassers binnen längstens 72 Stunden - beginnen und immer aufrecht erhalten werden. Das muss so sein, weil stagnierendes Wasser verkeimen und damit die gesamte Installation verkeimen kann. D. h. bei Leerstand ist durch geeignete organisatorische oder technische Maßnahmen durch den jeweiligen Betreiber (Eigentümer) für den nötigen Wasseraustausch zu sorgen.
03.02.2018
Frage: Nach VDI/DVGW 6023 soll mindestens alle 72 h eine Wasserentnahme stattfinden. Dies ist im Urlaub oder anderer längerer Abwesenheit nicht umsetzbar. Als Vermieter kann man doch dem Mieter nicht...
Nach VDI/DVGW 6023 soll mindestens alle 72 h eine Wasserentnahme stattfinden.
Dies ist im Urlaub oder anderer längerer Abwesenheit nicht umsetzbar.
Als Vermieter kann man doch dem Mieter nicht vorschreiben, dass er jemanden beauftragt, der alle 72 h in seine Wohnung geht und dort alle Entnahmestelken inkl. Waschmaschinen- und Geschirrspüleranschluss spült.
Was bedeutet dies, wenn man nach drei Wochen Urlaub wieder zurückkehrt?

Antwort: Nach VDI/DVGW 6023 muss nicht "eine Wasserentnahme" erfolgen, sondern nach spätestens 72 Stunden alles Wasser, das sich in der Installation befindet, vollständig ausgetauscht sein. Bei längeren Stagnationszeiten kann eine Verkeimung nicht ausgeschlossen werden. Das ist natürlich auch umsetzbar, beispielsweise indem man als Nutzer der Installation nicht nur dafür sorgt, dass der Briefkasten geleert und die Blumen gewässert werden, sondern einer Person des Vertrauens auch die Aufgabe zuteilt, alle Entnahmestellen (Waschbecken, Toilette, Dusche, Spüle usw.) spätestens alle drei Tage mal ein Weilchen laufen zu lassen. Die wenigen Liter Wasser, die dabei insgesamt weglaufen, sind nicht verschwendet. In jedem Fall ist eine längere Nichtnutzung der Installation eine Betriebsunterbrechung. Die nötigen Maßnahmen nach einer solchen - man sollte sie aber möglichst vermeiden - stehen ebenfalls in VDI/DVGW 6023. Sie bestehen i. W. ebenfalls in sehr intensivem und längeren Spülen. Die TrinkwV stellt eindeutig den "Unternehmer und sonstigen Inhaber" in die Verantwortung. Der Unternehmer ist dabei der Vermieter, der die Trinkwasser-Installation ja zum Gelderwerb benutzt. Aber der sonstige Inhaber ist auch der Mieter, der ja a priori das Hausrecht hat. Es empfiehlt sich daher eine klare mietvertragliche Delegation bestimmter Pflichten, insbesondere eben im Umgang mit der Trinkwasser-Installation.
27.01.2018
Frage: Ist Blatt 2 der Richtlinienreihe auch anzuwenden, wenn das Trinkwasser durch koliforme Keime verunreinigt ist, die aus dem Netz des Wasserversorgers stammen?
Ist Blatt 2 der Richtlinienreihe auch anzuwenden, wenn das Trinkwasser durch koliforme Keime verunreinigt ist, die aus dem Netz des Wasserversorgers stammen?

Antwort: Prinzipiell ist basierend auf § 16 Abs. 3 und 7 TrinkwV eine Gefährdungsanalyse der häuslichen Trinkwasser-Installation als grundlegende Untersuchung zur Aufklärung der Ursachen bei jeder Abweichung von den Anforderungen nach TrinkwV, §§ 5-7a durchzuführen. Das haben wir in Absprache mit dem UBA auch so in die Richtlinie geschrieben.
Wenn aber bekannt ist, dass die Kontamination vom Versorger kommt und damit klar ist, dass die Ursache nicht im Bereich der eigenen Trinkwasser-Installation zu suchen ist, dann natürlich nicht. Wenn von Versorger E. coli eingetragen werden, muss man als Betreiber der Trinkwasser-Installation nichts weiter tun, als auf Entwarnung zu warten. Das Wasserversorgungsunternehmen wird dem Trinkwasser zur Desinfektion Chlor zusetzen. E. coli hat keine Neigung, sich in der Hausinstallation anzusiedeln und zu vermehren.
17.01.2018
Frage: Gibt es eine Liste der Tätigkeiten, die man mit der Schulung nach VDI/DVGW 6023, Kategorie A, ausführen darf?
Gibt es eine Liste der Tätigkeiten, die man mit der Schulung nach VDI/DVGW 6023, Kategorie A, ausführen darf?

Antwort: A: Nein, denn ein Zertifikat einer VDI-Partnerschulung stellt keine Autorisierung für bestimmte Tätigkeiten dar und wird auch nicht, wie beispielsweise ein Führerschein, als Voraussetzung für deren Ausführung, in einem Rechtstext genannt. Vielmehr ist das Zertifikat ein Angebot an Fachleute, nachzuweisen, dass sie sich, wie es von Ihnen gefordert wird, auf aktuellem Stand fortbilden. Der Träger des Zertifikats genießt die Vermutungswirkung, dass er aufgrund seiner Berufsausbildung und -erfahrung in der Lage ist, bestimmte Tätigkeiten ordnungsgemäß – hier speziell hygienegerecht – auszuführen. Das lässt sich nur sehr grob umschreiben, etwa so wie in Abschnitt D4 der aktuellen Ausgabe der VDI/DVGW 6023.
30.11.2017
Frage: Ab wann gibt es Lehrgänge zur VDI 6023 Blatt 2? Gibt es eine Übergangszeit in der Gefährdungsanalysen auch ohne die bestandene Prüfung zum VDI-BTGA-ZVSHK-geprüften Sachverständigen...
Ab wann gibt es Lehrgänge zur VDI 6023 Blatt 2?
Gibt es eine Übergangszeit in der Gefährdungsanalysen auch ohne die bestandene Prüfung zum VDI-BTGA-ZVSHK-geprüften Sachverständigen Trinkwasser-Hygiene (TWH) durchgeführt werden dürfen?
Derzeit finden die Prüfungen nur in Düsseldorf statt. Ist es geplant die Prüfungen auch in anderen Städten anzubieten?

Antwort: Zum 1.1.2018 wird der Weißdruck der Richtlinie erscheinen. Die Festlegungen zu Lehrgängen wurden im Rahmen der Einspruchsbehandlung aus der Richtlinie herausgenommen. Partnerschulungen dazu wird es also nicht geben. Wohl gibt es aber Sachverständige, darunter renommierte Fachleute aus dem Ausschuss, die jetzt Lehrgänge in Anlehnung an den Themenkatalog im Entwurf anbieten.
Es ist niemandem verboten, auch ohne Zertifizierung als VDI/BTGA/ZVSHK-anerkannter Sachverständiger Trinkwasserhygiene Gefährdungsanalysen zu erstellen. Obwohl der Gedanke einen gewissen Charme hätte. ;-) Gefährdungsanalysen müssen ja nach §16 (7) TrinkwV2001 erstellt werden, ob es nun zertifizierte Sachverständige gibt oder eben nicht. Es gibt daher auch keine Übergangszeit. Die ersten vier von DIN CERTCO geplanten Prüfungstermine in 2018 werden im Haus des VDI in Düsseldorf stattfinden. Wenn sich eine lokale Häufung von Anträgen ergibt, ist DIN CERTCO aber möglicherweise auch bereit, die Prüfung dort durchzuführen. Da die Prüfungen jedoch von DIN CERTCO unabhängig vom VDI organisiert und durchgeführt werden, können wir das nicht versprechen.
27.11.2017
Frage: Unser Unternehmen führt als Partner eines akkreditierten Labors Wasserprobennahmen durch (z. B. für Hausverwaltungen, aber auch Arztpraxen). Wir haben zertifizierte Probennehmer in unseren Reihen...
Unser Unternehmen führt als Partner eines akkreditierten Labors Wasserprobennahmen durch (z. B. für Hausverwaltungen, aber auch Arztpraxen). Wir haben zertifizierte Probennehmer in unseren Reihen und möchten unseren Kunden auch die Dienstleistungen „Gefährdungsanalyse nach UBA-Empfehlung“ und „Festlegung von Probennahmestellen nach DVGW 551“ anbieten. Hierzu möchten wir unsere Probennehmer Ihrer Schulung nach VDI/DVGW 6023 Kategorie A unterziehen. Unsere Probennehmer besitzen jedoch "nur" einen Gesellenabschluss im Bereich Heizung/Sanitär mit langjähriger Berufserfahrung. Habe ich es richtig verstanden, dass unsere Probennehmer daher kein Zertifikat nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung von Ihnen erhalten, da sie die Eingangsqualifikation dafür nicht besitzen?
Können Sie mir bitte mitteilen, wie wir unsere Mitarbeiter schulen/fortbilden können, damit sie die obengenannten Dienstleistungen durchführen können?


Antwort: Für die Gefährdungsanalyse fehlt den Probenehmern der nötige Berufsabschluss (mind. Techniker/Meister). Dieser ist aus Sicht der VDI-Fachleute im Zertifizierungsprogramm auf http://www.dincertco.de/media/dincertco/dokumente_1/zertifizierungsprogramme/Sachverstaendige_TWH.pdf nachzulesen. Selbst die – aus unserer Sicht an der Stelle zu lockere – UBA-Empfehlung zur Gefährdungsanalyse lässt eine GefA durch Kat.-A-Geschulte nur zu, wenn diese einen höheren Berufsabschluss haben. Die Teilnehmer können eine Urkunde Kat. B erhalten, aber das tut immer noch nichts daran, dass Sie nicht für die GefA qualifiziert sind. Ich verweise hier auf die VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 und das Expertenforum am 9.1.2018, www.vdi.de/trinkwasser.
27.11.2017
Frage: Ich habe noch eine Frage zum Inspektionsbericht. Sollen wir im Inspektionsbericht 100 % der Trinkwasser-Installation erfassen und bewerten oder nur die Mangelpunkte im Inspektionsbericht...
Ich habe noch eine Frage zum Inspektionsbericht.
Sollen wir im Inspektionsbericht 100 % der Trinkwasser-Installation erfassen und bewerten oder nur die Mangelpunkte im Inspektionsbericht zusammenfassen?


Antwort: Ich stelle mal eine Gegenfrage: Welche Mängel?

Die TrinkwV fordert dem Gefährdungsanalysten ab, "die" Abweichungen von den aaRdT zu erfassen. Das bedeutet: ALLE. Das bedeutet auch, dass Sie natürlich im Rahmen der Ortsbesichtigung die gesamte Trinkwasser-Installation in Augenschein nehmen müssen. Schon im Entwurf der VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 steht, dass Zugang zu allen Anlagenteilen geschaffen werden muss, ggf. auch durch Öffnung von Wänden. Der Punkt hat einige Einsprüche hervorgerufen, aber denken Sie mal nach: Wenn die Möglichkeit besteht, dass sich unter Putz noch unbekannte Teile der Installation befinden - beispielsweise, weil von einem T-Stück ein Abzweig vorhanden ist, der nirgends ankommt, oder weil bekannt ist, dass in einem Raum mal ein Handwaschbecken war, das nun fort ist - dann müssen Sie sich als Gutachter Klarheit darüber verschaffen, ob hier unzulässige Totleitungen liegen. Sie dürfen natürlich nicht ohne Zustimmung des Eigentümers Wände beschädigen, aber wenn er diese Zustimmung verweigert, müssen Sie in Ihrem Gutachten vermerken, dass Sie bestimmte Punkte nicht prüfen konnten. Da er aber verpflichtet ist, eine vollständige GefA zu erstellen, kann er Ihnen die Zustimmung kaum verweigern, wenn sich die Frage nicht anders klären lässt. Sie müssen auch nicht jede Wand öffnen, um hineinzuschauen, aber die TrinkwV funktioniert nach dem Besorgnisgrundsatz, d. h. ausschließend: Wenn aufgrund bestimmter Informationen ein Risiko nicht ausgeschlossen werden kann, ist alles zur Klärung nötige zu unternehmen.
27.11.2017
Frage: Erkennt der VDI das beigefügte Zertifikat (Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um eine als "Teilnahmebestätigung" ausgewiesene Bescheinigung eines großen Schulungsanbieters im Markt) an, um...
Erkennt der VDI das beigefügte Zertifikat (Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um eine als "Teilnahmebestätigung" ausgewiesene Bescheinigung eines großen Schulungsanbieters im Markt) an, um damit eine Gefährdungsanalyse zu erstellen?
Der Lehrgang war sehr umfangreich und schloss mit einer umfangreichen Prüfung ab. Zusätzlich habe ich diverse Planerforen zu diesem Thema besucht.

Antwort: 1) Wir unterscheiden strikt zwischen einer VDI-Urkunde und einer Teilnahmebescheinigung. Die Erteilung einer VDI-Urkunde ist an die Erfüllung bestimmter Eingangsvoraussetzungen (einschlägige, abgeschlossene Berufsausbildung) durch den Schulungsteilnehmer gebunden. Werden diese nicht nachgewiesen, wird nur eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Der Sinn dahinter: Ein Fachfremder, also beispielsweise ein Elektriker, wird nicht durch zwei Tage Schulung zum Fachmann für Trinkwasserhygiene, weil er gar nicht die Vorbildung hat, um die Inhalte der Schulung hinreichend zu verstehen.
2) Die UBA-Empfehlung zur Gefährdungsanalyse bei Legionellenbefall (nach TrinkwV2001, §16(7)) stellt fest, dass man i. Allg. von hinreichender Qualifikation für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse (GefA) ausgehen kann, wenn der Ausführende eine einschlägige Ausbildung (z. B. Ing. Versorgungstechnik oder gleichwertig) UND ein VDI(!)-Zertifikat der Kategorie A hat.
3) VDI-Zertifikate bzw. -Urkunden tragen neben dem blauen VDI-Logo die Unterschriften des Geschäftsführers der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik und des verantwortlichen Menschen beim Schulungsträger. Sie dürfen nur von VDI-GBG-Schulungspartnern ausgestellt werden, die sich vertraglich zu einem durch die VDI-GBG überwachten Qualitätsmanagement verpflichtet haben. Darin enthalten ist, dass die Schulungspartner die Erfüllung der Eingangsvoraussetzungen prüfen. Die Liste unserer Schulungspartner ist öffentlich einsehbar. Was Sie haben, ist a) kein Zertifikat, sondern „nur“ eine Teilnahmebescheinigung und b) nicht von einem unserer Schulungspartner. Daher haben wir natürlich nicht die geringste Ahnung, wie gut oder schlecht die von Ihnen besuchte Schulung war, ob Sie die Eingangsvoraussetzungen erfüllen usw.
4) Letztendlich geht es aber auch nicht darum, was der VDI für eine GefA anerkennt. Wie beim Energieausweis für Gebäude gibt es bislang keine klare Aussage des Gesetzgebers, dass ein Mensch diese oder jene Qualifikation haben müsse, um eine GefA auszuführen. Vielmehr werden immer Vermutungswirkungen genannt, wie in der o. g. UBA-Empfehlung. Das hat auch seinen Sinn: Die nötige Qualifikation kann man sicher auf verschiedenen Wegen erwerben; da wäre es falsch, einen bestimmten Abschluss zu fordern. Die Erfahrung zeigt aber lt. unseren Experten, dass rund 3/4 aller GefAs am Markt unsachgemäß sind. Aus diesem Grund haben wir mit der Richtlinie VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 ein Regelwerk zur GefA geschaffen, das Form und Inhalte der GefA standardisiert. Zu der Richtlinie haben wir ein Zertifizierungsmodell für einen VDI/BTGA/ZVSHK-anerkannten Sachverständigen Trinkwasserhygiene (Ja, ich weiß, ist ein Zungenbrecher.) geschaffen. Wir gehen davon aus, dass die Menschen, die sich der entsprechenden Prüfung unterwerfen und sie bestehen, gute GefAs fertigen können. Die Prüfung führt nicht der VDI durch, sondern ein unabhängiger, akkreditierter Zertifizierungsdienstleister. Das Zertifizierungsprogramm und weiteres dazu finden Sie unter www.dincertco.de/6023. Der Begriff "Zertifikat" ist leider nicht geschützt. Es gibt daher auch andere Zertifikate am Markt, die Ihnen eine Sachkunde für die Gefährdungsanalyse attestieren. Ich möchte mich zu deren Qualität nur soweit äußern, als ich Ihnen rate, bei Interesse an einer solchen Zertifizierung die zugrundeliegenden Regularien genau zu lesen und mit unserem zu vergleichen. Sie werden die Unterschiede schnell erkennen; der nicht unerheblichste ist, dass dort zumeist Schulung und Zertifizierung durch dieselbe Organisation erfolgen, also nicht unabhängig von Vertriebsinteressen.
5) Vorsicht mit GefA-Aufträgen: Diese mögen auf den ersten Blick lukrativ erscheinen. Die oder der Sachverständige muss aber, wie die Richtlinie feststellt, überdurchschnittliches Fachwissen nachweisen können, denn sie/er soll die Arbeit anderer Fachleute begutachten. Wer sich selbst dieses überdurchschnittliche Fachwissen attestiert, muss auch bereit sein, die zivil- und mitunter strafrechtlichen Haftungsrisiken zu übernehmen, die daraus erwachsen. Manche Berufshaftpflicht schließt mittlerweile (nicht ohne Grund) die Deckung der zivilrechtlichen Risiken aus. Ein Beispiel: Unlängst musste wegen einer fehlerhaften GefA ein größeres Vier-Sterne-Hotel für zwei Wochen geschlossen werden; der Hotelier hat erheblichen Schaden, auf dem er nicht sitzen bleiben möchte.

Die VDI-Experten im Ausschuss VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 waren jedenfalls der Meinung, dass ein geeigneter Berufsabschluss und ein Lehrgang 6023/Kat. A allein nicht ausreichen, um jemanden als Gefährdungsanalysten zu qualifizieren. Der Lehrgang VDI/DVGW 6023, Kat. A, mag Ihnen umfangreich erscheinen, wie Sie schreiben, er ist jedoch eigentlich bestenfalls ein Teil der Grundausbildung, wenn es um die GefA geht.

6) Wenn Sie mehr über das Thema wissen möchten, empfehle ich Ihnen unser Expertenforum dazu am 9.1.2017 hier in Düsseldorf, siehe www.vdi.de/trinkwasser. Dort können Sie direkt Fragen an die Ausschussmitglieder richten.
23.11.2017
Frage: Herzlichen Dank für Ihre Antwort zur Frage vom 20.11.2017. Informiert wurden wir immer zeitnah, sind es jetzt auch wieder, da erneut über 2000 KBE aufgetreten sind. Es wird nun thermisch...
Herzlichen Dank für Ihre Antwort zur Frage vom 20.11.2017. Informiert wurden wir immer zeitnah, sind es jetzt auch wieder, da erneut über 2000 KBE aufgetreten sind. Es wird nun thermisch desinfiziert. Hierzu meine Frage: Ein Mitmieter im Haus meinte (er ist selbst Probenehmer), eine thermische Desinfektion wird von einem Techniker innerhalb eines Tages durchgeführt und im Anschluss wird die Wasserprobe gezogen. Die Fachfirma hat über die Hausverwaltung ein Schreiben herausgegeben, in dem steht, dass wir selbständig lt. Spülplan über zwei Wochen jede Entnahmestelle bis zu 3 Minuten spülen sollen. Wir haben hierzu auch viele Hinweise zur Vermeidung von Aerosolbildung erhalten, sollen nicht daneben stehen bleiben usw. Das System wird dann wieder in den normalen Zustand gebracht und erst dann werden die Proben gezogen, um ein "Schönspülen" auszuschließen. Wer hat denn jetzt recht und was ist sinnvoller, bzw. wo liegt der Unterschied? Ich meine, mein Nachbar ist Probenehmer, der macht das jeden Tag, er sagt, er spült vorher jede Leitung und lässt laufen und hat nur selten kontaminierte Objekte. Ich bin hier echt überfordert und die wollen morgen anfangen. Ich muss auch aufpassen, dass sich die Kinder über den kompletten Zeitraum nicht verbrühen.

Antwort: Wie so oft, haben vermutlich beide Recht, weil sie über verschiedene Dinge reden.
Gehen wir mal schrittweise vor: 1) Die thermische Desinfektion selbst: Eine thermische Desinfektion erfordert, dass der Speicher auf > 70 °C aufgeheizt wird. Die Zirkulationspumpe wird auf Dauerbetrieb gestellt, bis die min. 70 °C durch die Zirkulation am Rücklauf wieder ankommen. Dann hat man erst einmal alle Rohre schön heiß. Anschließend werden durch Techniker alle Entnahmestellen einzeln nach Strangschema von vorn nach hinten und von unten nach oben für min. 3 Minuten mit min. 70 °C gespült. Das Spülen jeder einzelnen Entnahmestelle ist zu dokumentieren (Muster siehe DVGW W 557 Anhang D). Sollte die Temperatur während der Maßnahme unter 70 °C absinken (z. B. weil der Trinkwassererwärmer nicht genug Leistung nachliefern kann, um das nachlaufende Wasser wieder auf 70 °C aufzuheizen), ist die Maßnahme zu unterbrechen, der Speicher und das umlaufende System sind wieder aufzuheizen. Dann muss die Spülung an der Armatur wieder aufgenommen werden, an der die Maßnahme abgebrochen wurde. Das macht in größeren Objekten sicherlich nicht ein einzelner Techniker. Wenn bei Ihnen irgendetwas anderes gemacht wird, ist das keine regelgerechte thermische Desinfektion.
2) Die Beprobung: Ja, bei jeder einzelnen Probe wird die Entnahmestelle (bei Ihnen im Bad oder der Küche ein Wasserhahn, an anderen Stellen speziell dafür eingebaute Probenahmeventile) desinfiziert. Da, wo das geht (typischerweise bei den Probenahmeventilen), hält man eine Lötlampe an die Entnahmestelle, um die so heiß zu machen, dass alle Keime, die außen am Hahn hängen, tot sind. An Stellen, wo das nicht geht (weil ein typischer Badezimmerwasserhahn oder eine Salatbrause Kunststoffteile enthalten und hinterher zerstört wären), wird chemisch, beispielsweise mit Isopropanol desinfiziert. Wenn Sie eine Probe nach Trinkwasserverordnung nehmen, wollen Sie nicht wissen, was außen an den Wasserhähnen hängt, sondern Sie wollen das Trinkwasser selbst analysieren.
3) Der Abstand zwischen Desinfektion und Nachbeprobung: Wenn die Installation kontaminiert ist und thermisch desinfiziert wird, dann sind die Heißwasserleitungen danach erst einmal von lebenden Bakterien frei, aber die Reste des Biofilms sind noch drin. Wenn Sie dann sofort eine Probe ziehen, dann MUSS die immer negativ sein. Ziel ist aber nicht, eine auf jeden Fall von lebenden Bakterien freie Probe zu ziehen, sondern den ordnungsgemäßen Zustand der Installation im Dauerbetrieb nachzuweisen. Die Reste des Biofilms, die nach der Desinfektion noch in den Leitungen sein können, sind nicht gesundheitsschädlich, aber das Trinkwasser, das der Versorger (Wasserwerk) Ihnen ins Haus liefert, ist auch nicht völlig keimfrei. Wenn die „nachgelieferten“ Bakterien in den Leitungen Reste der vorherigen Bewohner finden, dann ist das für sie – Futter! Sie machen eine Party und vermehren sich ganz großartig. Dann war evtl. die ganze Nummer mit der Desinfektion nutzlos und Sie haben nach kurzer Zeit wieder eine verkeimte Installation. Der Spülplan dient dazu, genau diese Nahrung aus den Leitungen zu entfernen und dafür zu sorgen, dass sich nicht gleich wieder durch Stagnation Biofilm mit neuen Bewohnern bildet. Daher liegt zwischen Desinfektion und Nachuntersuchung ein Zeitraum von mindestens einer Woche. Diese erfolgt im Umfang einer sogenannten weitergehenden Untersuchung an den von hygienisch/technisch qualifizierten Personen festgelegten Probenahmestellen. Eine weitere erfolgt nach drei Monaten, die letzte nach 6 Monaten. Unmittelbar vor einer Beprobung wird gerade NICHT gespült; das wäre genau „Schönspülen“ und Betrug.
4) Nachhaltige Sanierung: Die thermische Desinfektion ist eine der Maßnahmen, die aus einer Gefährdungsanalyse nach §16 (7) TrinkwV folgen. Eine Desinfektion als alleinige Maßnahme kann nur dann nachhaltigen Erfolg zeitigen, wenn die Installation technisch in Ordnung ist und die Verkeimung ausschließlich dadurch entstanden ist, dass nicht genug Wasser verbraucht wurde. Wenn, wie Sie schreiben, das nicht das erste Mal ist, dass die Installation bei Ihnen verkeimt ist, dann bedeutet das auch, dass immer noch irgendetwas nicht i. O. ist: Entweder gibt es ein technisches Problem, oder aber es kommt immer wieder zu Stagnation, beispielsweise durch lange Abwesenheiten von Mietern, Leerstand oder Extremsparer. Daher sollten alle Mieter darauf achten, dass jede einzelne Entnahmestelle in jeder Wohnung regelmäßig, d. h. spätestens alle drei Tage (und das auch im Urlaub!), so lange genutzt wird, dass alles alte Wasser raus ist. (Siehe dazu eine ganze Reihe anderer Fragen in diesem FAQ.) Gibt es technische Mängel in der Installation, ist zu erwarten, dass das Problem wiederkehrt, selbst wenn sich alle vernünftig verhalten. Weitere – technische – Maßnahmen, die der „Gefährdungsanalyst“ in seinem Gutachten entwickelt, müssen ebenfalls umgesetzt werden, um die Installation auf Dauer in Ordnung zu bringen. Und nicht zuletzt muss die Installation nach einem Instandhaltungsplan nach VDI/DVGW 6023 regelmäßig instandgehalten werden, z. B. durch regelmäßige Betätigung von bestimmten Ventilen (damit die sich nicht festfressen), Rückspülen von Filtern usw.
23.11.2017
Frage: In der Antwort zur Frage vom 15.2.2017 habe ich nachfolgenden Wortlaut gefunden den ich auch teile. Worauf aber beziehen Sie Ihre Aussage das Trinkwasser NIE über 25°C ansteigen darf. Ich war vor...
In der Antwort zur Frage vom 15.2.2017 habe ich nachfolgenden Wortlaut gefunden den ich auch teile. Worauf aber beziehen Sie Ihre Aussage das Trinkwasser NIE über 25°C ansteigen darf.
Ich war vor einigen Tagen bei einem VDI-Schulungspartner auf einer Veranstaltung. Der Referent sprach über das Thema Trinkwasserhygiene und zitierte einen Satz aus der DIN 1988-200, bei der das Trinkwasser ja innerhalb von 30 Sekunden 25°C Grad haben soll. Ich hatte dann angemerkt, dass es ja eigentlich nie 25° überschreiten soll, da eine Desinfektion durch Heißwasserzirkulation ja nicht möglich ist. Damit hatte ich eine ziemliche Diskussion in der Fach Runde entfacht. Das Fazit gerade bei Fußbodenheizung oder bei Stagnation in warmen Schächten (Wochenendausflug oder auch über Nacht)sowie der Anstieg der Temperatur beispielsweise bei durchgeschleiften Warmwasseranlagen mit Zirkulation (Temperatur überträgt sich über die Armatur oder Wand) ist es fast aussichtslos das Wasser auch wirklich kalt zu halten. Ihr Schulungspartner verweist hier auf einen Sonderbericht in dem bereits Versuche unternommen wurden, diese Erwärmung zu belegen oder zu minimieren. Auch der Sachverständigenverband diskutiert, ob die Abkühlstrecke von 3xD ausreichend bemessen ist. Wo also kann ich nachlesen, dass es sich bei Ihrer Aussage um die a.a.r.d.T handelt. Gilt die DIN oder die VDI-Aussage?

Antwort: Zuerst die Antwort auf Ihre Frage: DIN 1988-200 verweist hinsichtlich der Hygiene auf VDI 6023, und in VDI/DVGW 6023 steht ganz klar (6.2.1 der aktuellen Ausgabe April 2013): „Unter Beachtung von Stagnationszeiten darf sich das Trinkwasser, kalt, nicht auf eine Temperatur über 25 °C (Empfehlung: nicht über 20 °C) erwärmen. “ Das heißt: Auch wenn das Trinkwasser eine Zeit in der Nähe von Wärmequellen verbringt, muss (beispielsweise durch Spülung) dafür gesorgt werden, dass es nicht über 25 °C warm wird. Kaltgehende Leitungen müssen thermisch entkoppelt werden. (Das ist der nächste Satz der VDI/DVGW 6023 an obiger Stelle.) Es ist seit Jahren bekannt, dass man kalt und warm aus Hygienegründen nicht im selben Schacht verlegen sollte. Tut man’s doch, ist anderweitig auf Entkopplung zu achten.
Aussage #1: Hygiene = VDI 6023!
Die Frage, ob VDI 6023 als a.a.R.d.T. gelten darf oder nicht, brauchen wir m. E. nicht mehr zu diskutieren.
Jetzt zu den Sachargumenten, warum das so in der VDI 6023 steht: Legionellen brauchen Wasser, Wärme, Nahrung, um sich zu vermehren. Platz brauchen sie hingegen nicht nennenswert. Soll sagen: Auch in kleinen Volumina vermehren sich Legionellen, wenn man ihnen die genannten drei Dinge bietet.
Bei Einhaltung der a.a.R.d.T. ist sichergestellt, dass keine vermeidbare Gesundheitsgefährdung der Nutzer einer Trinkwasser-Installation zu besorgen ist (§ 3 Nr. 9 TrinkwV). Ab einer Temperatur von größer 25 °C gelten Trinkwasser-Installationen kalt nach RKI (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Legionellose.html) als potenzielle Infektionsquelle.
Somit gilt die strikte Einhaltung der 25 °C-Grenze im Trinkwasser kalt als allgemein anerkannte Regel der Technik.
Damit eine Regel als a.a.R.d.T. akzeptiert ist, muss sie von allen Verkehrskreisen als richtig angesehen werden. Mindestens die Wissenschaft als ein interessierter Kreis sieht eine Überschreitung der Temperaturgrenze von 25 °C nicht als richtig an und auch unter den „Technikern“ (Damit meine ich auch die planenden Ingenieure und Sachverständigen.) sind mir nicht wenige bekannt, die mit der Interpretation „Die ersten 30 s darf’s wärmer sein.“ nicht konform gehen würden. Damit würde ich behaupten wollen. So, wenn man das jetzt zusammen sieht, ist für mich klar, dass gerade aufgrund des Vorsorgeprinzips der TrinkwV (die unter dem IfSG) „regiert“ gute Argumente dafür existieren, die Aussage „NIE über 25 °C“ als die „richtige“ anzusehen.
20.11.2017
Frage: Wir wohnen in einem Mietshaus und die Prüfung hat eine Legionellenbelastung ergeben. Der Verwalter hat uns mitgeteilt, dass eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden muss und weitere Proben...
Wir wohnen in einem Mietshaus und die Prüfung hat eine Legionellenbelastung ergeben. Der Verwalter hat uns mitgeteilt, dass eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden muss und weitere Proben gezogen werden. Ich musste mir extra zwei Tage frei nehmen, um für die ausführende Firma da zu sein. Das war im März. Auf mein wiederholtes Anfragen, wo nun die Gefährdungsanalyse bleibe, wurde mir mitgeteilt, dass diese erst nach Fertigstellung der Maßnahmen ausgehändigt wird.
Kann das stimmen? (...) Nun wird behauptet, die Analyse wird erst nach den Maßnahmen und der letzten Legionellenprobe fertig gestellt. Gibt es für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse nach Feststellung eines Legionellenbefalls einen fest gesteckten Zeitraum?


Antwort: Na, das sind ja gleich mehrere Fragen auf einmal.

1) Zutreffend ist, dass bei einer Überschreitung des technischen Maßnahmewerts nach TrinkwV 2001 nach §16 (7) der Verordnung eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden muss.

2) Zutreffend ist auch, dass für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse Zugang zu Ihrer Wohnung nötig ist, denn um die Trinkwasser-Installation umfassend, d. h. bis hin zur letzten Entnahmestelle beurteilen und die Gründe für die Überschreitung feststellen zu können, muss der Sachverständige tatsächlich alle Entnahmestellen (Waschbecken, Toiletten, Duschen usw.) in Augenschein nehmen können. Da der Vermieter ohne Ihre Zustimmung a priori keinen Zugang zu den Entnahmestellen hat, die innerhalb Ihrer Wohnung liegen, müssen Sie ihm, damit er seiner Pflicht nachkommen kann, diesen Zugang einräumen – ob dadurch, dass Sie selber da sind oder mithilfe einer Vertrauensperson, der Sie den Schlüssel übergeben, ist unerheblich. Besser ist es allerdings, wenn Sie’s selber tun, weil Sie nötigenfalls direkt auch Fragen des Sachverständigen zur Nutzung der Zapfstellen beantworten können, was ein Treuhänder evtl. nicht kann. Beispiele hierfür sind: Wird das Gäste-WC regelmäßig genutzt? Wie oft werden Dusche und Badewanne genutzt, wenn beide gleichzeitig vorhanden sind?

3) Aber jetzt kommt’s: TrinkwV 2001, §16 (7), sagt auch: „Über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und sich möglicherweise daraus ergebende Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Wasserversorgungsanlage unverzüglich die betroffenen Verbraucher zu informieren.“ Das wichtige Wort hier ist „unverzüglich“. Die Gefährdungsanalyse ist mit der Aufnahme der Informationen zur Trinkwasser-Installation und der Erstellung des Gutachtens, darin enthalten Maßnahmen zu Wiederherstellung einer gesundheitlich unbedenklichen Trinkwasserbeschaffenheit, erst einmal beendet. (Das steckt schon in dem Wort „Analyse“.) Falls die Befunde der Probenahmen eine Gefährdung der Verbraucher erwarten lassen, müssen ggf. Sofortmaßnahmen zu deren Schutz ergriffen werden. Damit ist auch schon impliziert, dass es keine Frist für die Erstellung einer Gefährdungsanalyse geben muss, denn ob ein Gutachten fertig wird oder nicht, ist unerheblich; wichtig ist, dass die Verbraucher vor gesundheitlichen Risiken geschützt werden. Dazu ist der Vermieter, der in der TrinkwV2001 „Unternehmer“ heißt, verpflichtet: Er tritt als Anbieter von Trinkwasser in Erscheinung und verdient mit dem Betrieb der Trinkwasser-Installation Geld – eben über die Mieteinnahmen. Es kann also nicht sein, dass man Sie erst informiert, wenn wieder alles im grünen Bereich ist, denn schützen müssen Sie sich bzw. muss der Vermieter Sie evtl. vorher. Beispiele hierfür sind Duschverbote in Schulen, wenn hohe Befunde (über 10.000 KBE/100 ml) vorliegen; die Duschverbote werden sofort ausgesprochen und können wieder aufgehoben werden, wenn eine Nachuntersuchung ergeben hat, dass die Maßnahmen nach der Gefährdungsanalyse erfolgreich waren. Die Behauptung, dass man Sie erst nach Vorliegen der Nachuntersuchungen informieren müsste, ist unsinnig. Auch wenn die Befunde nicht in einem Bereich liegen, der Sofortmaßnahmen nötig macht, ist die Gefährdungsanalyse mit der Erstellung des Gutachtens abgeschlossen und nicht erst mit Vollzug der aus dem Gutachten zu entwickelnden und von einem Fachhandwerker umzusetzenden konkreten Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen. Damit haben Sie - unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Verzögern - Anspruch auf Informationen, ggf. nicht auf die gesamte Gefährdungsanalyse, aber mindestens auf eine Zusammenfassung.
20.11.2017
Frage: Stagnation bietet das Risiko der Verkeimung. Wie ist das dann mit Sprinkleranlagen? In denen steht ja Wasser (hoffentlich möglichst lange!). Aber im Brandfall wird dann wohl mit kontaminiertem...
Stagnation bietet das Risiko der Verkeimung. Wie ist das dann mit Sprinkleranlagen? In denen steht ja Wasser (hoffentlich möglichst lange!). Aber im Brandfall wird dann wohl mit kontaminiertem Wasser gelöscht. Dass die Zuleitung zur Löschwasserübergabestelle regelmäßig gespült werden muss, ist klar. Aber das Sprinklersystem selber?

Antwort: Stimmt schon, trinken sollte man Sprinklerwasser nicht mehr. Versprühtes Sprinklerwasser einatmen möglichst auch nicht. Aber wenn man im Brandfall davon eine Ladung abbekommt, bevor man die Hütte verlassen kann, darf man sich trotzdem glücklich schätzen, überlebt zu haben. Wenn man dann ein paar Tage später eine Infektion bekommt, hat ein Arzt gute Chancen, die zu behandeln.
Tatsächlich gelten viele Hygiene- und andere Vorkehrungen in Ausnahmefällen, wie eben Brandfällen nicht mehr. Vor vielen Jahren hat ein Arzt in einem Kurs über Herz-Lungen-Wiederbelebung das so erklärt, als jemand Angst äußerte, dem Patienten Rippen zu brechen: „Brechen Sie dem ruhig ein paar Rippen. Das kriege ich im Krankenhaus wieder hin – wenn er lebend ankommt. Wenn Sie nicht reanimieren, ist er tot. DAS kriege ich nicht wieder hin.“
Interessant ist übrigens die Frage, ob die Verkeimung des Wassers überhaupt so gravierend ist: Schließlich ist das ein abgeschlossenes Volumen, das zwar eine Anfangsausstattung mit Keimen und Nährstoffen enthält, aber im Normalfall praktisch keine Nachlieferungen erhält. Woraus sollte da ein größerer Biofilm entstehen? Als Trinkwasser ist das Wasser allerdings vermutlich trotzdem nicht geeignet, weil während der langen Stagnation vermutlich einiges aus den Werkstoffen ins Wasser übergeht.
17.11.2017
Frage: Gültigkeit des VDI/DVGW 6023-Zertifikats: Auf den ausgestellten Zertifikaten ist eine Gültigkeit von 5 Jahren angegeben. In der aktuellen Richtlinie steht unter D 10 andererseits, dass die...
Gültigkeit des VDI/DVGW 6023-Zertifikats: Auf den ausgestellten Zertifikaten ist eine Gültigkeit von 5 Jahren angegeben. In der aktuellen Richtlinie steht unter D 10 andererseits, dass die Gültigkeit des Zertifikats an die Gültigkeit der Richtlinie gebunden ist. Wenn z. B. 6 Monate vor dem Erscheinen eines neuen Weißdruckes das Zertifikat ausgestellt wurde, wie lange ist das Zertifikat gültig: 6 Monate oder 5 Jahre?

Antwort: 6 Monate ganz sicher, 5 Jahre wohl eher nicht. Ein signifikant geänderter neuer Weißdruck einer VDI-Richtlinie erscheint nicht von jetzt auf gleich. Davor muss es einen Entwurf gegeben haben. Zwischen einem Entwurf und dem neuen Weißdruck liegen in aller Regel mindestens 12 Monate. Da man von Experten eines Fachs erwartet, dass sie sich eigeninitiativ hinsichtlich der aktuellen Regelwerke auf Ballhöhe halten, kann es echten Fachleuten im Bereich Trinkwasserhygiene nicht passieren, dass diese "den Schuss nicht hören" und von einem neuen Weißdruck überrascht werden. Daher sollte es möglich sein, dass sich jemand, der vor 6 Monaten eine Schulung hatte und der heute auf einen neuen Weißdruck aufmerksam wird, möglich sein, sich selber in den neuen Weißdruck einzulesen.

Ich gebe Ihnen allerdings Recht, dass die Formulierung nicht optimal ist. Meines Erachtens sind 5 Jahre angesichts des Anspruchs speziell an die Geschulten der Kategorie A zu lang. Ich würde qualitätsbewussten Trinkwasser-Fachleuten mit Seriositätsanspruch immer empfehlen, ihr Wissen über die allgemein anerkannten Regeln der Technik alle zwei bis drei Jahre zu aktualisieren, denn erstens ist Erfüllung ALLER allgemein anerkannten Regeln der Technik in der Trinkwasserverordnung die Messlatte und zweitens ist eine Schulung nach VDI 6023 eine perfekte Paketlösung zu genau diesem Thema. Die Schulung ist also ein Angebot.

Antwort also: Wenn Sie die VDI-Urkunde als Carte Blanche in dem Sinne verstehen, sich vorerst nicht mehr um das Thema kümmern zu müssen, dann ist es gut, wenn die Urkunde mit einer Neuausgabe der Richtlinie ungültig wird. Verfolgen Sie trotz Zertifikat weiter die Entwicklungen in der Fachwelt (wozu Sie m. E. verpflichtet sind), dann kann ich gut damit leben, wenn Sie erst ein paar Jahre nach Erscheinen eines neuen Weißdrucks eine Schulung besuchen.
13.11.2017
Frage: Was ist die Voraussetzung für die Qualifikation als "Zertifizierter Sachverständiger nach §16 (7) TrinkwV"?
Was ist die Voraussetzung für die Qualifikation als "Zertifizierter Sachverständiger nach §16 (7) TrinkwV"?


Antwort: Keine - weil es keinen solchen Sachverständigen (SV) gibt. (Bitte lesen Sie trotzdem weiter!) Die TrinkwV legt im § 16 (7) eine Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsanalyse fest, sagt aber nichts über die nötige Qualifikation des "Analysten". Etwas präziser ist da die entsprechende UBA-Empfehlung, die jedoch auch nur eine Vermutungswirkung für Menschen mit einschlägiger Berufsausbildung und VDI-Urkunde nach VDI 6023 Kategorie A angibt.

Der Begriff der "Zertifizierung", wie in Ihrer Anfrage zitiert, ist leider in Deutschland nicht geschützt. Wenn irgendwer sich überlegt, etwas zertifizieren (= beurkunden) zu wollen, dann darf er das tun und "Zertifikate" ausstellen. Solange jedoch dieser Zertifizierer nicht nach transparenten Regeln und mit einem QM-System arbeitet, wie sie beispielsweise in DIN EN ISO/IEC 17024 niedergelegt sind, und sich der entsprechenden Überwachung durch eine Akkreditierungsstelle unterwirft, ist eine solche Zertifizierung nur vordergründig.

Eckpfeiler einer glaubwürdigen Zertifizierung ist die Unabhängigkeit der zertifizierenden Stelle. Zertifikate, bei denen Teilnehmer einer Ausbildung vom Träger der Ausbildung oder einer mit diesem "verschwägerten" (= nicht unabhängigen) Organisation "zertifiziert" sind, sind Marketinginstrumente. Damit möchte ich nicht die Sachkunde der "zertifizierten" Personen in Zweifel ziehen, die häufig in gutem Glauben an solchen Lehrgängen teilnehmen, doch das Zertifikat selber ist nicht wirklich besser als eine schlichte Teilnahmebescheinigung vom Lehrgangsträger.

Der VDI hat aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit BTGA und ZVSHK eine Zertifizierung nach der Richtlinie VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 initiiert. Diese wird von einem unabhängigen Zertifizierungsdienstleister nach offengelegten Spielregeln und nach einem öffentlich einsehbaren Zertifizierungsprogramm durchgeführt, das von ehrenamtlichen Fachleuten erarbeitet wurde. In diesem Zertifizierungsprogramm (einsehbar auf www.dincertco.de/6023) finden Sie das Statement der VDI-Experten zu der Frage "Was muss ein Mensch draufhaben, wenn er Gefährdungsanalysen nach TrinkwV durchführen möchte?"

Die VDI-Fachleute haben die Latte recht hoch gelegt, denn der "Analyst" soll im Rahmen der Gefährdungsanalyse die Arbeit anderer Fachleute begutachten. Er muss also ein überdurchschnittliches Fachwissen nachweisen. Das kann man nach Meinung der VDI-Experten nicht in einem Lehrgang von einem oder zwei Tagen erwerben, sondern nur durch einschlägige Ausbildung UND umfängliche Erfahrung. Ein Lehrgang kann dem dann noch die Sahnehaube aufsetzen, aber ohne die Torte darunter ist auch die Sahne nichts. VDI-Lehrgänge gibt es daher nicht.
02.11.2017
Frage: Stimmt es, dass die VDI 6023:2006-07 im Jahr 2010 bereits als allgemein anerkannte Regel der Technik zu klassifizieren war? Hat sich die VDI 6023 zu diesem Zeitpunkt im Sanitärhandwerk bereits...
Stimmt es, dass die VDI 6023:2006-07 im Jahr 2010 bereits als allgemein anerkannte Regel der Technik zu klassifizieren war? Hat sich die VDI 6023 zu diesem Zeitpunkt im Sanitärhandwerk bereits allgemein bewährt? Ist es nicht vielmehr zutreffend, dass die VDI-Richtlinie 6023 erst seit Novellierung der Trinkwasserverordnung im Jahre 2012 als allgemein anerkannte Regel der Technik zu klassifizieren ist? Ist es ferner zutreffend, dass erst mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung im Jahre 2012 die Einhaltung der VDI 6023 notwen-dig wurde?

Antwort: VDI-Richtlinien ist generell per Vermutungswirkung der Status "allgemein anerkannte Regel der Technik" zu unterstellen. Das gilt aufgrund des in VDI 1000 beschriebenen Konsensverfahrens - und zwar schon sehr lange. Was konkret VDI 6023 betrifft: Diese Richtlinie erschien erstmals im Dezember 1999. Schon damals galt bezüglich des Weißdrucks die erwähnte Vermutungswirkung. (Für Gründrucke/Entwürfe kann man i. d. R. diese Vermutungswirkung nicht geltend machen.) Nach VDI 6023 werden seitdem jedes Jahr Tausende von Menschen geschult. D. h. die Inhalte sind bei den auf aktuellem Stand fortgebildeten Fachleuten der Verkehrskreise durchgängig bekannt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der von Ihnen in Bezug genommenen Ausgabe von 2006 existierte die Richtlinie bereits mehr als sechs Jahre und hatte bereits das zweite Einspruchsverfahren (zur 1999er und zur 2006er Fassung hinter sich), sodass hier nicht nur die allgemeine Vermutungswirkung gilt, sondern zusätzlich von gründlicher Praxisbewährung auszugehen ist. Ich habe daher ein sehr gutes Gewissen bei der Einschätzung, dass diese Richtlinie nicht erst seit 2006 als allgemein anerkannte Regel der Technik anzusehen ist.
27.10.2017
Frage: Bei einer Bauwerksumgestaltung mit Nutzungsänderung wird vor Inbetriebnahme folgendes verlangt. Vor Aufnahme der neuen Tätigkeit (Praxisbetrieb) ist das Übernahmeprotokoll (VDI 6023 Teil B,...
Bei einer Bauwerksumgestaltung mit Nutzungsänderung wird vor Inbetriebnahme folgendes verlangt. Vor Aufnahme der neuen Tätigkeit (Praxisbetrieb) ist das Übernahmeprotokoll (VDI 6023 Teil B, Wasserbefunde) dem Gesundheitsamt als Kopie zu übermitteln. Die gewünschten Untersuchungsparameter sind aufgeführt. Gibt es ein solches Formular, woher kann man es beziehen bzw. wie geht man hier am besten vor, um den Anforderungen gerecht zu werden?


Antwort: Hier werden offenbar Dinge durcheinander geworfen: Ein solches Formular gibt es nicht.
In VDI/DVGW 6023 werden die zu Parameter der geforderten mikrobiologischen Untersuchungen aufgeführt. Dazu wird es einen Analysebericht des Labors geben. Dieser sollte dann dem Gesundheitsamt vorgelegt werden.
Dazu kann die Urkunde einer Schulung nach VDI/DVGW 6023, mindestens Kategorie B, des Installateurs beigefügt werden, der die Arbeiten durchgeführt hat.
25.09.2017
Frage: Ist eine Installationsfirma nach Errichten einer Neuanlage oder Sanierung (Es handelt sich um ein Eisstadion.) dazu verpflichtet, gemäß Trinkwasserverordnung oder dgl. eine mikrobiologische...
Ist eine Installationsfirma nach Errichten einer Neuanlage oder Sanierung (Es handelt sich um ein Eisstadion.) dazu verpflichtet, gemäß Trinkwasserverordnung oder dgl. eine mikrobiologische Trinkwasser-Untersuchung durchzuführen? Liegt die Verantwortung hier bei dem Installateur oder bei dem Bauherrn, und in wie weit sind wir als Planer verantwortlich? Des Weitern hätte ich noch die Frage, ob eine Installationsfirma eine Schulung nach VDI 6023 besitzen muss, um überhaupt eine Sanitäranlage errichten zu dürfen?


Antwort: Nach VDI/DVGW 6023 soll die Hygiene-Erstuntersuchung nach der Befüllung und Spülung der Anlage durchgeführt werden. Verantwortlich ist hierfür der Installateur (Er will ja damit den Nachweis erbringen, dass er sauber gearbeitet hat und die Anlage sauber übergibt.) Wenn zwischen Erstbefüllung/Spülung und Übergabe/Abnahme eine Zeit verstreicht, würde ich als Installateur die Erstuntersuchung erst unmittelbar vor der Abnahme durchführen lassen, um auch hier den Nachweis zu haben, dass ich als Installateur nicht nur sauber gearbeitet habe, sondern auch bis zu Abnahme (in meinem Verantwortungsbereich) für einen bestimmungsgemäßen Betrieb gesorgt habe.
Der Planer ist hier wohl eher nicht involviert, abgesehen davon, dass er geeignete Probenahmestellen festlegen könnte bzw. im Rahmen der Bauüberwachung diese Analyseergebnisse auch bekommen sollte.
Die Schulung nach VDI/DVGW 6023 ist kein verbindliches MUSS. Um Trinkwasser-Installationen ausführen zu dürfen, muss es ein eingetragenes Vertrags-Installationsunternehmen sein. Die Schulung nach VDI/DVGW 6023, Kat. A, für die Meister und Obermonteure bzw. nach Kat. B für die ausführenden Monteure ist nur eine (dringende) Empfehlung, aber hat keine zwingende juristische Verbindlichkeit im Sinne einer Muss-Bestimmung. Allerdings kann der Auftraggeber durchaus die Auftragsvergabe auf Firmen beschränken, die den Nachweis nach Kat. A/B erbringen können. Das ist dann aber immer eine individuelle Entscheidung.
21.09.2017
Frage: Ich habe eine schwache bis mäßige Belastung von Faden- und grünen Pilzen im Leitungswasser eines Mehrfamilienhauses mittels Dip-Slides nachgewiesen. Das in der Nähe liegende Labor für...
Ich habe eine schwache bis mäßige Belastung von Faden- und grünen Pilzen im Leitungswasser eines Mehrfamilienhauses mittels Dip-Slides nachgewiesen. Das in der Nähe liegende Labor für Mikrobiologie erstellt gewöhnlich nur Wasserproben unter der Anwendung der Trinkwasserverordnung für Bakterien.

Müssen Trinkwasserproben auf Pilze im Wasser von einem Probenehmer mit Schulung nach VDI 6023 druchgeführt werden? Hat die Trinkwasserverordnung für Pile im/auf Leitungswasser Grenzwerte vorgesehen?

Antwort: Die Trinkwasserverordnung spezifiziert keine Grenzwerte für Pilze. Entsprechend gibt es auch keine Festlegungen für die Probenahme.
11.09.2017
Frage: Ich vermiete eine Gewerbeimmobilie für den Einzelhandel. Es werden zur Zeit regelmäßig Prüfungen vorgenommen. Seit kurzem ist vor jeder Entnahmestelle ein Warmwasserspeicher mit 5 Litern...
Ich vermiete eine Gewerbeimmobilie für den Einzelhandel. Es werden zur Zeit regelmäßig Prüfungen vorgenommen.
Seit kurzem ist vor jeder Entnahmestelle ein Warmwasserspeicher mit 5 Litern Fassungsvermögen installiert. Besteht trotzdem eine Prüfpflicht, auch wenn die Leitung vom Speicher bis zur Entnahmestelle nunmehr weniger als 3 Liter Wasser fasst?

Viel Dank für Ihre Antwort im Voraus!

Antwort: Beprobungspflichtig auf Legionellen nach TrinkwV sind nur Anlagen nach Buchstabe e, die gewerblich oder öffentlich betrieben werden, die zudem eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung beinhalten (d.h. Speicher > 400 Liter und/oder Rohrleitungsinhalt Warmwasser zwischen Speicher und der ungünstigsten Entnahmestelle > 3 Liter) und zusätzlich Einrichtungen zur Vernebelung enthalten. Es müssen alle drei Faktoren gleichzeitig erfüllt sein. Beispiel: Eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung, aber weder gewerblich noch öffentlich betrieben, wird nicht beprobt. Oder umgekehrt, gewerbliche Installation, aber keine Großanlage, wird auch nicht beprobt.
Bei der beschriebenen Anlage scheint es sich um eine dezentrale Trinkwasserserwärmung zu handeln, das bedeutet: kein Speicher > 400 Liter und kein Rohrleitungsinhalt Warmwasser > 3 Liter = Kleinanlage. Daher sollte hier keine Beprobungspflicht auf Legionellen nach TrinkwV bestehen.
07.08.2017
Frage: Nachfrage zur Frage vom 28.7.2017: Sie gehen in der Beantwortung leider nicht darauf ein, ob es zulässig ist, lediglich die Temperatur des Speichers zu messen(welcher ja auch für die Erwärmung des...
Nachfrage zur Frage vom 28.7.2017: Sie gehen in der Beantwortung leider nicht darauf ein, ob es zulässig ist, lediglich die Temperatur des Speichers zu messen(welcher ja auch für die Erwärmung des Heizwassers zuständig ist) und nicht die Temperatur des Trinkwassers am Ausgang des Wärmetauschers(Frage 1). Die 55°C stellen hierbei die maximale Speicherladung dar, nicht die des Trinkwassers, da hierfür kein Fühler angebracht wurde. Die Temperaturen im Speicher des Wärmetauschers bewegen sich also über den Tag verteilt zwischen 50-55°C.

Antwort: Die Temperatur des Trinkwassers (!) kann an jeder beliebigen Stelle gemessen werden. Die Regelung der Temperatur des Trinkwassers wird jedoch gewöhnlich im bzw. am Ausgang des Trinkwassers aus dem Trinkwassererwärmer gemessen, um zu gewährleisten, dass die geforderte Mindesttemperatur des Trinkwassers am Ausgang des Trinkwassererwärmers bzw. am Wiedereintritt in die Anlage gewährleistet ist.
02.08.2017
Frage: Ist der UsI, in dessen Sanitär-Hausinstallation noch alte Bleileitungen verbaut sind, verpflichtet, laut TrinkwV den Bleigehalt des im Trinkwasser zu untersuchen oder ergibt sich eine solche...
Ist der UsI, in dessen Sanitär-Hausinstallation noch alte Bleileitungen verbaut sind, verpflichtet, laut TrinkwV den Bleigehalt des im Trinkwasser zu untersuchen oder ergibt sich eine solche Untersuchung aus anderen Gesetzen, wie z.B. der Verkehrssicherungspflicht nach BGB?

Antwort: Nach TrinkwV ist der UsI verplichtet, seine Nutzer über Bleileitungen zu informieren. Gem. § 17 (1) ist die Anlage nur unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu betreiben. In Verbindung mit der Vorgabe, dass auch im Betrieb nur geeignete Materialien gem. der seit 10.04.17 verbindlich geltenden Positivliste des UBA für Metalle zu verwenden sind, ist ein Weiterbetrieb der Anlage mit ungeeigneten Materialien nicht zulässig. Die Bleileitungen müssen entsprechend ausgetauscht werden. Ein Bestandsschutz kann nicht angewendet werden.
Bis zur Sanierung entspricht es den allgemeinen Verkehrssicherungspflichten den Parameter Blei im Trinkwasser regelmäßig untersuchen zu lassen. Bei einer Überschreitung des Grenzwerts von 10 Mikrogramm sind unverzüglich Maßnahmen (Austausch der Rohrleitungen) zum Schutz der Nutzer zu treffen.
02.08.2017
Frage: Wir haben einen Neubau (Reiheneckhaus), der per Nahwärmenetzwerk versorgt wird. Hierfür wird der Vor- und Nachlauf für den Primärkreislauf überwacht (Speicher), welcher auf 55°C limitiert ist....
Wir haben einen Neubau (Reiheneckhaus), der per Nahwärmenetzwerk versorgt wird. Hierfür wird der Vor- und Nachlauf für den Primärkreislauf überwacht (Speicher), welcher auf 55°C limitiert ist. Der Speicher gibt dann als Wärmetauscher die Wärme an einen Heizkreis für die Fußbodenheizung ab, auch dieser wird mit einem Vor- und Nachlauffühler geregelt. Außerdem gibt es einen Zirkulationskreislauf (nur unser Haus UG bis ins 2.OG) für Heißwasser. Dieser bezieht ebenfalls die Wärmeenergie per Durchlaufwärmetauscher aus dem Speicher. Die Temperatur des Trinkwassers wird aber an keiner Stelle gemessen. Lt. Monteur muss die Anlage unter Dauerlast immer 55°C im Speicher haben; das Warmwasser würde sich dann automatisch immer im richtigen Temperaturbereich befinden. Die Speicherladung dürfe nie z.B. über die Zeitsteuerung der Anlage, unterbrochen werden, da der Speicher sonst unter 55°C sinken würde.
Fragen:
1) Ist es zulässig, nur die Temperatur des Speichers zu erfassen und nicht den Vor und Rücklauf des Warmwasser-Zirkulationskreislaufs?
2) Die Steuerung lässt eine Zeitsteuerung für die Trinkwasserbereitung zu. Darf ich diese nicht benutzen, weil das Wasser immer heiß sein muss, auch wenn es ja durch die Umwälzpumpe bewegt wird und ich es nachts nicht benötige?
3) Ist die Speichertemperatur für einen Durchlauferhitzer nicht zu niedrig (max. 55°C eingestellt)?

Antwort: Augenscheinlich handelt es sich bei Ihrem Bauvorhaben um eine sogenannte Kleinanlage zur Trinkwassererwärmung (technische Definition). In diesem Fall hat der Monteur schon ganz Recht: Am Austritt der Trinkwassererwärmung (in Ihrem Fall der Wärmetauscher) soll die Temperatur von 55 °C nicht unterschritten werden, damit auch durch die Zirkulation noch immer mindestens 50 °C zurückgeführt werden. Die Zirkulationspumpe soll dazu ununterbrochen betrieben werden.
Zwar existiert ein älteres Regelwerk, das eine abgesenkte Temperatur für max. 8 Stunden bei ansonsten hygienisch einwandfreien Verhältnissen zulässt, doch wird davon heute in der Fachwelt generell abgeraten. Eine etwaige Energieeinsparung, die für eine solch begrenzte Absenkung der Temperatur zu erzielen wäre, müsste gegenüber dem Risiko einer Verkeimung der Anlage vernachlässigbar sein.
28.07.2017
Frage: Wie beurteilt der VDI die kostenlose Abgabe von Trinkwasser (zum Auffüllen von PET-Flaschen) aus Cafes, Geschäften etc. aus hygienischer Sicht. Was muss der Inhaber/Betreiber der TW-Installation,...
Wie beurteilt der VDI die kostenlose Abgabe von Trinkwasser (zum Auffüllen von PET-Flaschen) aus Cafes, Geschäften etc. aus hygienischer Sicht. Was muss der Inhaber/Betreiber der TW-Installation, aus der TW an dritte abgegeben wird, beachten?




Antwort: Die Frage enthält zu wenige Informationen, um sie abschließend zu beantworten. Wenn es sich hier um die reine ABGABE von (unverändertem) Trinkwasser handelt, wie man sie beispielsweise in Schulen findet, ist keine Absicherung notwendig. Hier handelt es sich zwar um eine Abgabe von Trinkwasser an die Öffentlichkeit, aber es ist in erster Linie eine Trinkwasserentnahmestelle. Handelt es sich jedoch um ein Gerät, das die Trinkwasserqualität in irgendeiner Weise verändert (Kühlung, Kohlensäure o.ä.) oder wenn in dem Apparat Wasserbehandlungseinrichtungen installiert sind (Ultrafilter, Aktivkohlefilter etc.), richtet sich die Risikoeinstufung nach DIN 1988-100, Tabelle A.1:
Bei Aktivkohle oder Ultrafilter im Gerät wäre eine Flüssigkeitskategorie 5 anzunehmen, bei Kühlung ohne Zugabe von Kohlensäure wäre Flüssigkeitskategorie 2 anzunehmen,
bei Zugabe von Kohlensäure min. Flüssigkeitskategorie 3.
24.07.2017
Frage: In Abschnitt 6.1 der Richtlinie wird u. a. die Notwendigkeit von Probenahmestellen bemerkt. Diese müssen an geeigneten Stellen ausreichend vorhanden sein um gem. DIN EN ISO 19458 die...
In Abschnitt 6.1 der Richtlinie wird u. a. die Notwendigkeit von Probenahmestellen bemerkt. Diese müssen an geeigneten Stellen ausreichend vorhanden sein um gem. DIN EN ISO 19458 die Trinkwasserbeschaffenheit prüfen zu können. Gibt es normative Vorgaben an welchen Stellen Probenahmen möglich sein müssen? Z.B. Abgang Trinkwassererwärmer, Wiedereintritt der Zirku in Trinkwassererwärmer, etc. Sind ggf. zusätzliche Probenahmestellen zu berücksichtigen? In den Normen kann man dazu keine eindeutigen Aussagen finden.

Antwort: Das sollte zurzeit im Ermessen des jeweiligen Gutachters liegen und richtet sich nach den zu untersuchenden Parametern.
Beispiele: Die Probenahmestellen für den Parameter Legionella spec. sind in DVGW W 551 (A) (Vorgaben zur orientierenden Untersuchung und zur weitergehenden Untersuchung, siehe auch UBA Empfehlung vom 23. August 2012) gut dargestellt. Bei einer Untersuchung auf Pseudomonas würde man eher endständig untersuchen und nicht am Austritt des Trinkwassererwärmers…
Weitere konkrete Festlegungen hierzu gibt es nicht gesammelt an einem Ort. Die unterschiedlichen UBA-Empfehlungen geben nur Hinweise bei verschiedenen Parametern.
06.07.2017
Frage: Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen vom 03.05.2017. Bzgl. meiner 3) Frage wurde, glaube ich, das Wort "nie" überlesen. Im Bestand wurden NIE die Grenzwerte überschritten. Kann dann bei...
Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen vom 03.05.2017. Bzgl. meiner 3) Frage wurde, glaube ich, das Wort "nie" überlesen. Im Bestand wurden NIE die Grenzwerte überschritten. Kann dann bei sonstigen Umbaumaßnahmen, die nur geringfügig die Trinkwasser-Installation betreffen, Bestandschutz geltend gemacht werden?

Antwort: Es steht schon im Disclaimer: Eine Rechtsberatung kann und darf ich nicht leisten. Daher bitte ich um Verständnis, dass die Antwort immer nur allgemein sein kann.

Ich verstehe auch die Frage offenbar immer noch nicht ganz: Sie leiten die Frage ein mit dem Hinweis auf § 9 Abs. 7 TrinkV 2001 und reden von Nichteinhaltung von Grenzwerten, später dann von Umbauten, die die Trinkwasser-Installation „geringfügig“ betreffen – die aber doch wohl der Einhaltung der Grenzwerte dienten?

Die Abgrenzung „geringfügiger“ Eingriffe dürfte auch sehr schwer fallen, da schon vom Umfang her geringe Eingriffe in die Trinkwasser-Installation zu signifikanten Veränderungen der Trinkwasserbeschaffenheit führen können.

Prinzipiell kann es keinen Bestandsschutz geben, wenn es ein Risiko für Leib, Leben und Gesundheit gibt, denn dann hieße Bestandsschutz, dass Geld wichtiger als Menschen ist. Die TrinkwV 2001 basiert auf dem Besorgnisgrundsatz: Eine Besorgnis ist dann erst einmal nicht gegeben, wenn die Trinkwasser-Installation nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geplant, errichtet und betrieben wird. Sobald eine Abweichung bekannt wird, ist also ein Risiko zu besorgen und es muss Vorsorge getroffen werden, um Schaden von Menschen abzuwenden. Dabei ist natürlich neben dem Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit auch das Grundrecht auf Eigentum zu berücksichtigen. Aber Eigentum ist eben nicht nur ein Grundrecht, es verpflichtet auch und wurde von den Schöpfern des Grundgesetzes in der Priorität niedriger gesehen als das auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik müssen daher i. Allg. behoben werden. Kompensationsmaßnahmen, vielleicht weniger aufwändig sind, aber dieselbe Sicherheit auf anderem Wege erreichen, sind grundsätzlich zulässig, nur dürfte hier die Beweislast anders liegen: Während die TrinkwV 2001 aus der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik die Vermutungswirkung ableitet, dass es a priori keinen Anlass zur Besorgnis gibt, würde eine anderweitige Kompensation bei Abweichungen Anlass zur Besorgnis geben, und ihre Wirksamkeit müsste erst nachgewiesen werden. Was die Spülvorrichtung betrifft: Sie wäre als eine solche Kompensationsmaßnahme zu sehen. Wahrscheinlich gibt es auch andere Lösungsmöglichkeiten. In jedem Fall wäre der sauberste Weg die Herstellung von vollständiger Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Daher wäre es m. E. der richtige Weg, an der fraglichen Trinkwasser-Installation eine systemorientierte Gefährdungsanalyse nach VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 durchführen zu lassen. Ein solches Gutachten dient der Ermittlung und Bewertung aller Gefährdungen und der Ableitung von Maßnahmen zu deren Beseitigung. Das kann nur vor Ort durch einen Sachverständigen passieren, nicht per Ferndiagnose.
17.05.2017
Frage: Ist die VDI 6023 als geltendes Recht zu beurteilen? Wenn ja, welches Gesetzesblatt bildet die Ermächtigungsgrundlage? In § 9 Abs. 7 TrinkV 2001 heißt es "Werden Tatsachen bekannt, wonach eine...
Ist die VDI 6023 als geltendes Recht zu beurteilen? Wenn ja, welches Gesetzesblatt bildet die Ermächtigungsgrundlage?
In § 9 Abs. 7 TrinkV 2001 heißt es
"Werden Tatsachen bekannt, wonach eine Nichteinhaltung oder Nichterfüllung der in den §§ 5 bis 7
festgelegten Grenzwerte oder Anforderungen auf die Trinkwasser-Installation oder deren unzulängliche Instandhaltung zurückzuführen ist, so ordnet das Gesundheitsamt an, dass 1. geeignete Maßnahmen zu ergreifen sind...".
Falls die VDI geltendes Recht ist, besteht dazu noch eine weitere Frage: Wenn im Bestand (ohne Spülvorrichtung) die Grenzwerte nie überschritten wurden und Umbaumaßnahmen vorgenommen werden die nicht oder unwesentlich die Trinkwasser-Installation im Gebäude betreffen. Erlaubt der Sachverstand nach Ermessen die Situation zu beurteilen und von eine Spülvorrichtung abzusehen? In einer anderen Frage hier hieß es die Gefährdungsbeurteilung liegt bei dem Fachkundigen (keine gesetzliche Anforderungen an die Qualifikation) selbst? Wenn eine Spülvorrichtung zwingend gesetzlich gefordert ist. Können Sie mir bitte die anzuwendende Vorschrift/ Gesetzt nennen? Eingeführte technische Baubestimmung oder ähnliches?!?
Zuvor haben Sie ebenfalls gesagt: Originär gilt die Vermutungswirkung, dass VDI-Richtlinien als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu sehen sind, für Deutschland. Hierfür wäre die Nennung der Ermächtigungsgrundlage ebenfalls dienlich.

Antwort: Ich zerlege Ihren Tet mal in Einzelfragen:

1) Ist die VDI 6023 als geltendes Recht zu beurteilen?

Nein, die VDI-Richtlinie ist kein Gesetzesdokument, aber ja, sie hat eine gewisse bindende juristische Wirkung, siehe auch die weiteren Punkte. VDI-Richtlinien gelten per Vermutungswirkung (siehe dazu auch andere Fragen hier im FAQ) als allgemein anerkannte Regeln der Technik (aaRdT). Ihre Einhaltung gilt damit auch ohne explizite vertragliche Vereinbarung als geschuldet, aber sie werden auch explizit in der Trinkwasserverordnung genannt.

2) Wenn ja, welches Gesetzesblatt bildet die Ermächtigungsgrundlage?

Nein, aber: Trinkwasserverordnung, die ihrerseits der Umsetzung des Infektionsschutzgesetzes dient.

3) Wenn im Bestand (ohne Spülvorrichtung) die Grenzwerte nie überschritten wurden und Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, die nicht oder unwesentlich die Trinkwasser-Installation im Gebäude betreffen, erlaubt der Sachverstand nach Ermessen die Situation zu beurteilen und von einer Spülvorrichtung abzusehen?

Ich sehe hier einen Widerspruch, der aber vielleicht nur einer ungenauen Formulierung zuzuschreiben ist: Wenn im Bestand Grenzwerte überschritten wurden und Umbaumaßnahmen stattgefunden haben, von denen Sie erwarten, dass die Grenzwerte jetzt eingehalten werden, dann sind das Maßnahmen, die die Trinkwasserqualität wesentlich beeinflussen sollen. Aber das sei einmal hintenangestellt. Die Frage zielt nach meinem Verständnis eher auf eine Rechtsberatung ab, die ich nicht leisten darf und kann.

4) In einer anderen Frage hier im FAQ hieß es, die Gefährdungsbeurteilung liegt bei dem Fachkundigen (keine gesetzliche Anforderungen an die Qualifikation) selbst?

Die UBA-Empfehlung zur Gefährdungsanalyse Trinkwasser invoziert die Vermutungswirkung, dass ein Mensch mit einer bestimmten Berufsausbildung und Fortbildung die nötige Fachkunde hat. Die bereits zitierte Richtlinie VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 tut das noch etwas ausführlicher und konkreter und legt auch eine standardisierte Gliederung für die Gefährdungsanalyse vor. Aber: Nein, das Gesetz fordert keine konkret festgelegte Ausbildung, sondern die nötige Fachkunde, die auf beliebigem Weg erworben werden kann, jedoch in geeigneter Weise nachzuweisen ist.
5) Wenn eine Spülvorrichtung zwingend gesetzlich gefordert ist, können Sie mir bitte die anzuwendende Vorschrift/Gesetz nennen?

Das Gesetz gibt keine konkreten technischen Lösungen vor, sondern Schutzziele und verweist hinsichtlich der Lösungen auf die aaRdT. Wie in 1) und 3) erläutert, sind für Planung, Errichtung und Betrieb (inkl. Instandhaltung) mindestens alle einschlägigen aaRdT einzuhalten.

6) Originär gilt die Vermutungswirkung, dass VDI-Richtlinien als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu sehen sind, für Deutschland. Hierfür wäre die Nennung der Ermächtigungsgrundlage ebenfalls dienlich.

Die Grundlage hier bildet nach meinem Verständnis (Ich bin aber kein Jurist!) das allgemeines Recht, z. B. BGB, Baurecht und Handelsrecht durch Begriffe wie "Verkehrssitte", "Regeln der Baukunst", "aaRdT" und "Handelsbräuche". Der Begriff der aaRdT ist im Handbuch der Rechtsförmlichkeit des BMJ definiert.

03.05.2017
Frage: In welchem Turnus muss die Auffrischung erfolgen? Gibt es hierzu eine gesetzliche Vorgabe?
In welchem Turnus muss die Auffrischung erfolgen? Gibt es hierzu eine gesetzliche Vorgabe?

Antwort: Es gibt keine gesetzliche Vorgabe außer der, dass Fachleute verpflichtet sind, sich selbst auf Ballhöhe zu halten. VDI/DVGW 6023 legt fest, dass das Zertifikat nicht länger gültig sein kann als die Ausgabe der Richtlinie. Wir empfehlen eine Auffrischung nach spätestens fünf Jahren.
Die Schulungsthemen bei VDI/DVGW 6023 sind jedoch sehr dynamisch, weil die Richtlinie auf eine große Zahl anderer allgemein anerkannter Regeln der Technik verweist. Diese werden ebenfalls - voneinander entkoppelt - ständig aktualisiert.

Also: Wenn Sie relativ regelmäßig, sagen wir in einem Intervall von zwei oder drei Jahren, Schulungen besuchen, haben Sie eine gute Chance, nichts zu verpassen. Und Sie können jederzeit glaubhaft nachweisen, dass Sie sich bemühen, Ihrer Fortbildungsverpflichtung nachzukommen.
07.04.2017
Frage: Wie weit reicht der Geltungsbereich der VDI/DVGW 6023? Deutschland? EU? Europa?
Wie weit reicht der Geltungsbereich der VDI/DVGW 6023? Deutschland? EU? Europa?

Antwort: Originär gilt die Vermutungswirkung, dass VDI-Richtlinien als allgemein anerkannte Regeln der Technik zu sehen sind, für Deutschland. Die Richtlinie VDI/DVGW 6023 ist jedoch zumindest auch in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz recht bekannt und anerkannt; beispielsweise haben wir in Österreich mehrere Schulungspartner, die regelmäßig nach der Richtlinie schulen. Die der Richtlinie zugrundeliegenden Hygiene-Gesetzmäßigkeiten machen an Ländergrenzen nicht halt. VDI/DVGW 6023 ist ferner durch die Bezugnahme auf die geltenden Europäischen Normen im gesamten Bereich des CEN anwendbar. Wir sehen aktuell, dass der Europäische Dachverband der TGA-Ingenieure, REHVA, mit 26 Mitgliedsorganisationen, die über 100000 Ingenieure repräsentieren, Interesse hat, die Richtlinie in ein REHVA-Guidebook zu überführen. Damit dürften der Bekanntheitsgrad und die Anerkennung weiter zunehmen, bis hin in den US-amerikanischen Raum, wo viele REHVA-Guidebooks verkauft werden.
04.04.2017
Frage: Bezugnahme auf eine bereits gestellte Frage: In der VDI 6023 seht sinngemäß, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel in allen Anlagenteilen stattfinden muss. Aus diesem „in allen Anlagenteilen“...
Bezugnahme auf eine bereits gestellte Frage:
In der VDI 6023 seht sinngemäß, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel in allen Anlagenteilen stattfinden muss. Aus diesem „in allen Anlagenteilen“ leiten nun Nutzer ab, dass auch Brauseschläuche und Brauseköpfe z.B. in ein automatisiertes Spülprogramm einzubeziehen sind. Ist das praktisch überhaupt möglich und sinnvoll?

Ergänzungsfrage; wie kann und soll bei Verwendung von Schläuchen (u.a. Brauseschlauch) eine automatische Spülung des Trinkwassers unter Einhaltung der 72 Std. Regel bei selten genutzten Einrichtungen gewährleistet werden?

Antwort: Die Trinkwasserverordnung sieht vor, dass das Trinkwasser an der ENTNAHMESTELLE gesundheitlich unbedenklich ist, also an der Stelle, an der das Wasser für den menschlichen Gebrauch (hier: Körperreinigung) entnommen wird; das ist hier der Austritt des Brauseschlauchs. Erstens gibt es Spülarmaturen, die bis zur Entnahmestelle spülen, und zweitens sagt die VDI/DVGW 6023 auch (Wichtiger Hinweis in Abschnitt 6.1), dass der Wasseraustausch durch ENTNAHME stattfinden soll. Wenn Sie Wasser entnehmen, anstatt automatisiert am Strangende zu spülen, haben Sie auch den Schlauch mit erwischt.
07.03.2017
Frage: Wann ist mit dem Erscheinen der endgültigen Fassung (Weißdruck) von VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 zu rechnen?
Wann ist mit dem Erscheinen der endgültigen Fassung (Weißdruck) von VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 zu rechnen?

Antwort: Die Einspruchsfrist zum Entwurf ist zum 31.1.2017 abgelaufen und das Verfahren läuft noch. Die Einsprechenden wurden für Anfang/Mitte März 2017 eingeladen, um ihre Einsprüche gegenüber dem Ausschuss zu vertreten. Der Ausschuss wird sich danach, voraussichtlich im Mai 2017 zu einer Klausursitzung treffen, um die Einsprüche zu beraten und Beschlüsse zu fassen. Danach werden die Einsprecher informiert und parallel die endgültige Fassung (umgangssprachlich Weißdruck) vorbereitet. Dazu sind die Übersetzung ins Englische, eine redaktionelle Aufbereitung und eine Reihe von administrativen Schritten abzuarbeiten (Eintragung beim Deutschen Informationszentrum für Technische Regelwerke usw.). Unsere optimistische Planung ist daher, dass wir den Weißdruck im Jahr 2017 veröffentlichen.
06.03.2017
Frage: In VDI/DVGW 6023, Tabelle 1, sind die Parameter zum Nachweis der einwandfreien Beschaffenheit nach Befüllung der Trinwasseranlage aufgelistet. Demnach darf die Temperatur des kalten Trinkwasser nach...
In VDI/DVGW 6023, Tabelle 1, sind die Parameter zum Nachweis der einwandfreien Beschaffenheit nach Befüllung der Trinwasseranlage aufgelistet. Demnach darf die Temperatur des kalten Trinkwasser nach 30 s Entnahme höchstens 25 °C betragen. In verschiedenen Fachartikeln und bei einem aktuellen Bauvorhaben wird diskutiert, dass die Temperatur des Kaltwassers nie über 25 °C ansteigen darf. Wenn die Temperatur nie über 25 °C ansteigen darf, wozu stehen dann in der VDI/DVGW 6023 und auch einigen anderen Normen die 30 s? Wir haben das so gedeutet, dass 30 s nach Entnahme (z. B. an einem Waschtisch) die Temperatur von 25 °C unterschritten sein muss. Vor Ablauf der 30 s kann es je nach Nutzung auch zu Temperaturen über 25 °C kommen. 

Antwort: Bei dieser Frage stand leider zunächst eine falsche Antwort. Wir bedauern das, aber man lernt ja bekanntlich nie aus.
Die 30 s sind keine Hygieneanforderung. Sie kommen aus DIN 1988 und DIN EN 806. Tatsächlich darf kaltes Trinkwasser NIE (mit drei Großbuchstaben, also wirklich nie!) über 25 °C sein, auch nicht in den ersten paar Sekunden der Entnahme. Legionellen vermehren sich in warmem Wasser nämlich auch in kleinen Volumina ziemlich schnell. Wenn tatsächlich die ersten paar Meter Leitung in der Wand so warm werden, kommt es mitunter zu Verkeimungen an vielen endständigen Stellen in einer Trinkwasser-Installation.
Tatsächlich kommt es bei längerer Entnahme v. a. im Bestand zu einem Temperaturverlauf, der bei moderaten Temperaturen beginnt, solange das Wasser aus der gedämmten Einzelzuleitung), der dann ansteigt, wenn das Wasser aus der Etagenverteilung und den Steigsträngen und Technikzentralen kommt.
Was bedeutet das nun? Die letzten paar Meter Leitung sind den Raumlasten ausgesetzt, was beispielsweise in einer Backstube oder einem Schwimmbad bedeutet, dass die Wand ziemlich warm werden kann. Planerisch ist dann eine hinreichende Dämmung vorzusehen, die bei bestimmungsgemäßer Entnahme keine Überschreitung der 25 °C mehr erwarten lässt. Daher muss im Raumbuch die Nutzung hinreichend präzise beschrieben sein und UsI und Verbraucher stehen nebeneinander in der Verantwortung (Details je nach Vertragslage), eine dauerhaft dieser Nutzung entsprechende Entnahme sicherzustellen.
Was aber, wenn auch das nicht mehr ausreicht, z. B. im Sommer, wenn wir über Wochen hinweg hohe Temperaturen haben? Dann gilt immer noch, dass das kalte Trinkwasser maximal 25 °C warm werden darf. Das lässt sich dann nur noch über eine erhöhte Entnahme erreichen. Alternativ könnte man analog zur Heißwasser-Zirkulation über eine gekühlte Kaltwasser-Zirkulation nachdenken. Diese bringt jedoch (beispielsweise durch Taupunktunterschreitungen und Kondenswasserbildung) neue Probleme mit sich. Das Thema bleibt also spannend. 

15.02.2017
Frage: Wie muss der Wasseranschluss für unseren Side-by-side-Kühlschrank mit Wasser- und Eisspender zu beschaffen sein. Um den Kühlschrank anzuschließen, verlangt der Bauträger die Installation einer...
Wie muss der Wasseranschluss für unseren Side-by-side-Kühlschrank mit Wasser- und Eisspender zu beschaffen sein. Um den Kühlschrank anzuschließen, verlangt der Bauträger die Installation einer Sicherheitstrennstation mit Hinweis auf VDI 6023. Können Sie bestätigen, dass die VDI 6023 die Installation einer Sicherheitstrennstation für diesen Fall vorschreibt?

Antwort: Nur mittelbar. Letztendlich ist der Schutz des Trinkwassers Thema der DIN EN 1717, die in VDI 6023 in Bezug genommen wird. Das Wasser im Kühlschrank muss vom Trinkwassernetz getrennt werden. Gekühltes Wasser ist schon Flüssigkeitskategorie 2 nach DIN EN 1717. Dann ist ein prüfbarer Rückflussverhinderer Typ EA (Der formal auch mögliche EB als Stand-alone-Sicherungseinrichtung ist praktisch nur in Wasserzählern, ansonsten nur in Sicherungskombinationen, z. B. Typ HD üblich.) Sollte jedoch in dem Kühlschrank ein Ultrafilter mit Maschenweite kleiner 80 Mikrometer installiert sein, ist der Filter selbst ein Risiko der Flüssigkeitskategorie 5, da er Keime anreichern wird. Dann wäre in der Tat zur Absicherung ein freier Auslauf nötig. Daher sollte man überlegen, ein solches Filter ggf. auszubauen und dann einen Rückflussverhinderer Typ EA zu installieren.
31.01.2017
Frage: In der VDI 6023 seht sinngemäß, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel in allen Anlagenteilen stattfinden muss. Aus diesem „in allen Anlagenteilen“ leiten nun Nutzer ab, dass auch...
In der VDI 6023 seht sinngemäß, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel in allen Anlagenteilen stattfinden muss. Aus diesem „in allen Anlagenteilen“ leiten nun Nutzer ab, dass auch Brauseschläuche und Brauseköpfe z.B. in ein automatisiertes Spülprogramm einzubeziehen sind. Ist das praktisch überhaupt möglich und sinnvoll? Wie bitte definiert der VDI den Begriff „Anlagenteile“ einer Trinkwasser-Installation.

Antwort: Das steht nicht nur „sinngemäß“ in der VDI/DVGW 6023, sondern ganz explizit. Die Anforderung genusstauglichen Trinkwassers nach TrinkwV gilt an der Entnahmestelle. Die Frage, wie der VDI die „Anlagenteile“ definiert, stellt sich insoweit nicht. Der Brauseschlauch ist an dieser Stelle die Entnahmestelle und Teil der Trinkwasser-Installation. VDI/DVGW 6023 sieht daher tatsächlich vor, dass jede Entnahmestelle spätestens alle 72 Stunden gespült wird. Spülstationen, die endständig für einen Wasseraustausch sorgen sollen, aber die Entnahmearmaturen und Einzelzuleitungen unberücksichtigt lassen, erfüllen die Anforderungen der VDI/DVGW 6023 nicht.
25.11.2016
Frage: Unser Ferienhaus bezieht seit über 60 Jahren das Trinkwasser über eine etwa 50 m lange Leitung aus einem Hochbehälter der Gemeinde. Diese teilt uns nun mit, die Leitung würde nicht alle 72...
Unser Ferienhaus bezieht seit über 60 Jahren das Trinkwasser über eine etwa 50 m lange Leitung aus einem Hochbehälter der Gemeinde. Diese teilt uns nun mit, die Leitung würde nicht alle 72 Stunden entleert und stelle damit ein Risko für den Hochbehälter und damit das Netz der Gemeinde dar. Man hat uns vorgeschlagen, in dem Ferienhaus eine automatische Einrichtung anzubringen, die alle 72 Stunden ausreichend Wasser aus der Leitung entnimmt. Dazu meine Fragen:
1. Ist das eine übliche und sinnvolle Lösung? 2. Gibt es übliche Alternativen? 3. Wer bezahlt dann den Aufwand?

Antwort: In der Tat ist mangelnder Wasseraustausch ein Risiko für die Trinkwasserhygiene. Nach VDI/DVGW 6023 sind innerhalb einer häuslichen Trinkwasser-Installation keine Stagnatiosstrecken zulässig. Die Festlegung, dass jeder Leitungsabschnitt so geplant, errichtet und betrieben werden muss, dass alles Wasser darin binnen 72 Stunden ausgetauscht wird. D. h., ist absehbar, dass Entnahmestellen so selten genutzt werden, dass dies nicht gegeben ist, ist der bestimmungsgemäße Betrieb anderweitig sicherzustellen, nämlich über Zwangsspülung.
Antwort 1 daher: Ja, regelmäßige Zwangsspülung ist eine sowohl übliche als auch sinnvolle Lösung. Sie kann entweder organisatorisch (Ein Mensch geht spätestens alle 72 Stunden vorbei und führt händisch die Spülung aus; fehleranfällig, muss möglichst dokumentiert werden.) oder technisch (automatische Spülarmaturen, die immer dann, wenn über einen festgelegten Zeitraum keine Entnahme stattfindet, automatisch für eine gewisse Zeit spülen) gelöst werden.
Antwort 2: Andere Lösungen gibt es dann, wenn die Betriebsunterbrechung länger dauert. Dann können die zeitweise nicht genutzten Leitungsteile von der Trinkwasserversorgung getrennt werden. Bei Wiederinbetriebnahme sind dann allerdings Hygienekontrollen und Spülung erforderlich. Ob sich der Aufwand lohnt, muss man im Einzelfall prüfen. Eine weitere Alternative zu langen Stichleitungen ist das Einschleifen von entfernten Entnahmestellen. Dazu sucht man sich eine Entnahmestelle, bei der eine zum Wasseraustausch ausreichende regelmäßige Wasserentnahme sicher gegeben ist und und führt die Zuleitung zunächst zur entfernten selten genutzten Entnahmestelle und dann weiter zur regelmäßig genutzten Entnahmestelle, die in Strömungsrichtung hinter der selten genutzten angeschlossen wird. Die selten genutzte Entnahmestelle hängt dann nur an einem möglichst kurzen „Stummel“ mit wenig Wasserinhalt, der schnell ausgetauscht werden kann. Beispiel für das Prinzip: Der Anschluss zum Nachfüllen eines Heizungskessels auf dem Dachboden wird vom Erdgeschloss auf den Dachboden geführt, dort sind die Sicherungseinrichtung nach DIN EN 1717 und die Nachfüllarmatur für die Heizung angebracht, aber die Leitung wird dahinter wieder bis an die ständig genutzte Toilette im Erdgeschoss geführt. Ob das, was ich hier im Kleinen beschreibe, bei Ihnen im Großen anwendbar ist, wäre zu prüfen.
Frage 3 kann ich nicht beantworten. Die häusliche Trinkwasser-Installation fängt m. E. am Hausanschluss an, an der der Wasserversorger Ihnen als Nutzer einwandfreies Trinkwasser zu übergeben hat. Hier gilt die AVBWasserV (http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/avbwasserv/gesamt.pdf) als Vertragsbestandteil zwischen Ihnen und dem Wasserversorger. Es ist im konkreten Fall zu klären, in welchem Verantwortungsbereich die von Ihnen erwähnte Zuleitung liegt, dem des Wasserversorgers oder Ihrem.
20.11.2016
Frage: Mir ist bei einer Objektbesichtigung aufgefallen, dass ein Überflurhydrant direkt mit dem Trinkwassersystem verbunden ist. Nach TrinkwV und DIN 1988-600 müssen diese getrennt sein. Nun zu meiner...
Mir ist bei einer Objektbesichtigung aufgefallen, dass ein Überflurhydrant direkt mit dem Trinkwassersystem verbunden ist.
Nach TrinkwV und DIN 1988-600 müssen diese getrennt sein.
Nun zu meiner Frage:
Laut Tabelle 1 DIN 1988-600 kann man den Hydranten auch mittels Füll-und Entleerstation von Trinkwassernetz trennen, oder sehe ich da was falsch?
Oder braucht man jetzt immer den Freien Auslauf?

Antwort: Die Anforderung zum Schutz des Trinkwassers nach DIN EN 1717, die in DIN 1988-600 für Überflurhydranten getroffen werden, sind insbesondere vom Wasseraustausch in der Trinkwasser-Installation abhängig, siehe auch Abschnitt 4.3.3 der Norm (Ausgabe 2010). In Anhang A sind entsprechende Bilder dargestellt.
02.11.2016
Frage: Muss ich als Immobilienverwaltung einen Trinkwasser-HygienePlan erstellen? Was beinhaltet dieser Plan? Gibt es dafür ein Muster? Oder genügt die regelmäßige Legionellen-Beprobung? Muss ich...
Muss ich als Immobilienverwaltung einen Trinkwasser-HygienePlan erstellen? Was beinhaltet dieser Plan? Gibt es dafür ein Muster?
Oder genügt die regelmäßige Legionellen-Beprobung? Muss ich einen Nachweis führen über die Kontrolle der Wassertemperatur?

Antwort: Der Unternehmer und sonstige Inhaber (UsI) der Trinkwasser-Installation i. S. der TrinkwV ist in der Pflicht, die Nutzer vor Gefahren aus dem Betrieb der Installation zu schützen. Das beinhaltet die Pflicht, das erforderliche Fachwissen durch Fortbildung oder Einkauf von qualifiziertem Personal zu erwerben. Dies lässt sich nicht durch die Beantwortung von einigen wenigen Fragen in einem FAQ leisten. Würden sich, rein hypotethisch gesprochen, Ihre Fragen auf eine bestehende Installation beziehen, müsste man befürchten, dass hier bereits dahingehend Mängel vorliegen, dass erforderliche Instandhaltung und Dokumentation nicht stattgefunden haben. In diesem Fall würde man eine systembezogene Gefährdungsanalyse nach VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 (zurzeit Entwurf) bzw. BTGA-Leitfaden empfehlen.
28.10.2016
Frage: In unserer neuen Wohnanlage ist nur ein Raum für die Heizung, Warmwasserspeicher aber auch der Speicher für die Solarthermie Anlage. Ebenfalls in diesen Raum liegt die Leitung für das Kaltwasser....
In unserer neuen Wohnanlage ist nur ein Raum für die Heizung, Warmwasserspeicher aber auch der Speicher für die Solarthermie Anlage. Ebenfalls in diesen Raum liegt die Leitung für das Kaltwasser. Der Raum ist nicht zu belüften und wir haben im Sommer mehrere Monate über 30 C° in diesem Raum gemessen. Gibt es eine Vorschrift wie hoch die Temperatur in einem solchen Raum sein darf?

Antwort: Festgelegt ist, dass die Trinkwassertemperatur kalt nicht über 25°C steigen darf. Es sind geeignete Maßnahmen zu treffen, die auch unter sommerlichen Einflüssen funktionieren. Dazu gibt es unterschiedliche Optionen, z.B. Dämmung, regelmäßiger Austausch des Wassers in der Leitung...
11.10.2016
Frage: Ich habe im Sept. 2012 meine VDI 6023-Schulung gemacht und möchte anfragen wann eine Auffrischung sinnvoll ist.
Ich habe im Sept. 2012 meine VDI 6023-Schulung gemacht und möchte anfragen wann eine Auffrischung sinnvoll ist.

Antwort: Wir empfehlen eine Wiederholung bei Erscheinen einer neuen Ausgabe (Die aktuelle datiert April 2013, also nach Ihrer Schulung.), spätestens aber nach fünf Jahren.
10.10.2016
Frage: Frage 1: Ist eine Hausverwaltung verpflichtet, die Mieter auf die regelmäßige Wasserentnahme (mind. alle 72 Stunden) hinzuweisen und ggf. einen Nachweis hierfür vom Mieter zu verlangen. Frage 2:...
Frage 1: Ist eine Hausverwaltung verpflichtet, die Mieter auf die regelmäßige Wasserentnahme (mind. alle 72 Stunden) hinzuweisen und ggf. einen Nachweis hierfür vom Mieter zu verlangen.
Frage 2: Gilt diese Zwangsentnahme nur für Anlagen gem. § 14 Abs. 3 TrinkwV?

Antwort: Antwort 1: Der Hauseigentümer (oder der Verwalter als sein Erfüllungsgehilfe) muss sich Kenntnis über die von der Trinkwasser-Installation ausgehenden Gefahren machen. Der Mieter hat zunächst keine Kenntnis von diesen Gefahren, da er keine Detailkenntnis der Anlage hat. Daher empfehlen wir für jeden Nutzer, also auch den Mieter, eine Einweisung in die Nutzung der Trinkwasser-Installation nach VDI/DVGW 6023, Kategorie C. Erst wenn diese erfolgt und dokumentiert ist, hat der Mieter den nötigen Kenntnisstand, um die Anlage bestimmungsgemäß betreiben zu können. Nachweispflichten des Mieters wären nach meinem Verständnis dann mietvertraglich zu vereinbaren.
Antwort 2: Frage nicht verstanden. § 14 regelt Untersuchungspflichten, nicht Anlagenarten.
28.09.2016
Frage: Ergibt sich aus der neuen Fassung VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 eine Aktualisierung der Zertifizierung zur VDI/DVGW 6023 Kategorie A oder besteht hier noch keine Notwendigkeit zur Auffrischung der...
Ergibt sich aus der neuen Fassung VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 eine Aktualisierung der Zertifizierung zur VDI/DVGW 6023 Kategorie A oder besteht hier noch keine Notwendigkeit zur Auffrischung der Zertifizierung?

Antwort: Die Richtlinie VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 hat erst einmal gar nichts mit VDI/DVGW 6023 zu tun: Während die letztere die Richtlinie für diejenigen ist, die die Anlagen planen, errichten und betreiben, ist die VDI/BTGA/ZVSHK 6023 Blatt 2 die Richtlinie für „Gefährdungsanalysten“. Es muss ganz klar gesagt sein, dass ein Absolvent der Kategorie A nach VDI/DVGW 6023 nicht ohne Weiteres zu dem Personenkreis gehört, der als für eine Gefährdungsanalyse befähgt gelten darf. Insofern also kein Update-Bedarf der Kategorie A oder B wegen des Erscheinens von Blatt 2.
15.08.2016
Frage: Beim Rückbau nicht mehr benötigter Leitungen heisst es "bis unmittelbar an den Abzweig". Bedeutet dies das der Abzweig in der Leitung verbleiben kann und ich den Abgang mit einer Kappe, die ich...
Beim Rückbau nicht mehr benötigter Leitungen heisst es "bis unmittelbar an den Abzweig". Bedeutet dies das der Abzweig in der Leitung verbleiben kann und ich den Abgang mit einer Kappe, die ich unmittelbar (sodass ich noch pressen kann) verschließen kann?

Antwort: In der Tat wurde die Frage, ob der Abzweig mit auszubauen sei, im Ausschuss diskutiert. Idealerweise geschieht dies. Der Ausschuss hat dies jedoch nicht als zwingende Vorgabe formulieren wollen, sondern sich für die bestehende Formulierung entschieden. Der Abzweig darf daher verbleiben, es sei denn, Sie haben als planender oder durchführender Fachmann Grund zu der Annahme, dass hier ein Hygienerisiko besteht.
18.07.2016
Frage: Darf eine bisher mit Regenwasser betriebene Wasserleitung anschließend wieder mit der Trinkwasserleitung verbunden werden? Muss diese evtl. zuvor gereinigt werden und wenn, wie?
Darf eine bisher mit Regenwasser betriebene Wasserleitung anschließend wieder mit der Trinkwasserleitung verbunden werden? Muss diese evtl. zuvor gereinigt werden und wenn, wie?

Antwort: Ich schlage vor, Sie schauen mal in VDI/DVGW 6023, Abschnitt 6.1. Ziemlich gegen Ende des Abschnitts steht die Antwort auf Ihre Frage.
16.05.2016
Frage: Welche Qualifikationen muss man haben, wenn man eine Gefährdungsanalyse erstellen soll?
Welche Qualifikationen muss man haben, wenn man eine Gefährdungsanalyse erstellen soll?

Antwort: Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Qualifikationsprofil. Wir sind jedoch dabei, im Ausschuss VDI 6023 Blatt 2 Empfehlungen für ein solches Profil und eine entsprechende Weiterbildung zu erarbeiten. Derzeit ist die Situation so, dass der "Gefährdungsanalyst" einschätzen muss, ob er in der Lage ist, die Gefährdungsanalyse zu erstellen. Wenn ihm dann nachgewiesen wird, dass er sie fehlerhaft erstellt hat, haftet er. Aus dem Grund kann man nur zur Vorsicht raten: Die mit einer Gefährdungsanalyse verbundenen Haftungsrisiken können immens sein und werden evtl. von keiner Versicherung gedeckt.
04.04.2016
Frage: Wir haben im Jahr 2015 ein Einfamilienhaus gebaut und uns ganz auf die Installateurfirma verlassen. Da wir auch eine Badewanne eingebaut haben die nur zweimal im Jahr genutzt wird, habe ich nun...
Wir haben im Jahr 2015 ein Einfamilienhaus gebaut und uns ganz auf die Installateurfirma verlassen. Da wir auch eine Badewanne eingebaut haben die nur zweimal im Jahr genutzt wird, habe ich nun größte Bedenken, dass der Betrieb nicht nach VDI/DVGW 6023 gearbeitet hat. Kann ich verlangen, dass die Installation neu bzw. richtig verlegt wird?

Antwort: Ich nehme an, Sie spielen auf die Stagnation von Wasser in den selten benutzten Anlagenteilen an.
Grundsätzlich geben Sie als Auftraggeber dem Installationsbetrieb vor, was er einbauen soll. Wenn Sie vorgegeben haben, dass Sie - und sei es auch nur zweimal im Jahr - eine Badewanne nutzen können möchten, ist deren Einbau beauftragt und damit nicht als Mangel zu erkennen. Aber auch wenn Sie gar nichts Konkretes zur Badezimmerausstattung sagen und wir alle wissen, dass Badewannen heute eher selten zur Körperreinigung, sondern - eher mit geringer Häufigkeit - als Gesundheits- oder Wellnesseinrichtungen genutzt werden, ist der Einbau von Badewannen immer noch ziemlich üblich und damit nach meinem Verständnis grundsätzlich nicht als Mangel zu sehen. Ob die Leitungen den anerkannten Regeln der Technik genügen, hat mit Ihrer Nutzung (die der Installateur nicht kennt, wenn Sie sie ihm nicht vorgeben) nichts zu tun. Das Problem liegt dann nach meinem Verständnis im bestimmungsgemäßen Betrieb: Sie sollten Vorkehrungen treffen, dass in selten genutzten Anlagenteilen keine unzulässige Stagnation auftritt. (Haben Sie eigentlich auch einen Anschluss für Gartenbewässerung oder einen Anschluss in oder an der Garage? Wie oft werden die ggf. genutzt?) Wenn der Auftraggeber bei Beauftragung erklärt, dass er beabsichtigt, bestimmte Anschlüsse nur sporadisch zu nutzen, dann sollte der Auftragnehmer als Fachbetrieb ihm Hinweise geben, wie der nötige Wasseraustausch sichergestellt werden kann. Das kann sowohl durch entsprechende technische Lösungen geschehen, die Sie dann beauftragen und bezahlen müssten, ist aber auch durch (fehleranfällige) organisatorische Maßnahmen (alle 72 Stunden händisch spülen) möglich. Ihre Frage ist daher in dieser Allgemeinheit nicht zu beantworten, sondern kann nur durch eine dazu berechtigte und befähigte Person im Rahmen einer Rechtsberatung abschließend geklärt werden.
17.03.2016
Frage: Wir wurden von einem Angebotsverfahren ausgeschlossen, weil nicht alle Mitarbeiter die Hygieneschukung Kat. B haben (nur der Chef und ein Monteur). Reicht es nicht, wenn der Bauleitende Monteur diese...
Wir wurden von einem Angebotsverfahren ausgeschlossen, weil nicht alle Mitarbeiter die Hygieneschukung Kat. B haben (nur der Chef und ein Monteur). Reicht es nicht, wenn der Bauleitende Monteur diese Schulung hat?? Oder müssen alle Mitarbeiter, die dann bei diesem Objekt arbeiten, diese Schulung Kat. B haben?

Antwort: Die Qualifikation nach VDI/DVGW 6023 Kat. B ist gewollt personenbezogen: Jede Person, die an der Trinkwasser-Installation arbeitet, soll ein Basiswissen in der Hygiene haben. Letztendlich liegt die Verantwortung für hygienisch einwandfreies Arbeiten beim ausführenden Betrieb; ob Sie also Ihre Mitarbeiter zu einer solchen Schulung schicken oder nicht, ist daher Ihre Entscheidung. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter nachweislich nach VDI/DVGW 6023 qualifiziert haben, dürfte es Ihnen leicht fallen nachzuweisen, dass Sie hier Ihrer Sorgfaltspflicht Genüge getan haben. Auf der anderen Seite kann natürlich der Auftraggeber bestimmte Anforderungen stellen, denn er bezahlt.
09.03.2016
Frage: Wir bewohnen eine Wohnanlage mit ca. 140 WE und Kleingewerbe. Bei der letzten Legionellenbeprobung wurde bei einer leerstehenden Wohnung ein Wert von 200 KBE festgestellt. Das war die einzige Wohnung...
Wir bewohnen eine Wohnanlage mit ca. 140 WE und Kleingewerbe. Bei der letzten Legionellenbeprobung wurde bei einer leerstehenden Wohnung ein Wert von 200 KBE festgestellt. Das war die einzige Wohnung mit erhöhtem Wert (alle anderen 38 Proben hatten n.n.). Es wird nun von uns verlangt, dass wir eine thermische Desinfektion durchführen. Es wird uns mit dem Ordnungsamt gedroht. Das ist doch totaler Unsinn, da das gesamte Leitungssystem eine Temperatur von > 60 Grad ist.

Antwort: Wenn ich Sie richtig verstehe, sind Sie Mieter. Ihnen obliegt daher nicht die Durchführung der thermischen Desinfektion, sondern Ihrem Vermieter. Richtig wäre folgender Ablauf: 1) Legionellenbefund liegt vor. 2) Vermieter lässt eine Gefährdungsanalyse nach UBA-Empfehlung durchführen; diese muss zwingend als Schlussfolgerung Maßnahmen zur Wiederherstellung eines gesundheitlich unbedenklichen Zustands der Trinkwasser-Installation beinhalten. 3) Diese Maßnahmen (je nach Gefährdungspotenzial gegliedert in Sofortmaßnahmen und solche Maßnahmen, die evtl. noch etwas Zeit haben) werden durchgeführt. 4) Nachbeprobung, um sicherzustellen, dass kein erneuter Befund vorliegt. Die Gefährdungsanalyse sollte von einem im Bereich Trinkwasserhygiene erfahrenen „Gefährdungsanalysten“ durchgeführt worden sein. Seine Empfehlung einer thermischen Desinfektion wird dann schon wohlüberlegt sein. Dass eine vollständige Desinfektion erforderlich ist, ist aus meiner Sicht auch leicht nachvollziehbar: Wenn Sie irgendwo im System einen Rest von Keimen belassen, vermehren sich diese schnell wieder. Es dürfte im Übrigen auch schwierig bis unmöglich sein, eine Wohnung abzutrennen und allein zu desinfizieren. Dass die Verkeimung aufgetreten ist, ist im Übrigen nicht verwunderlich, da bei Leerstand keine bestimmungsgemäße Nutzung stattfindet. Normalerweise ist es Sache des Mieters, für bestimmungsgemäßen Wasseraustausch zu sorgen, auch wenn er länger abwesend ist. Bei einer vermieteten Wohnung kann der Vermieter das nicht, da er ja keinen ungehinderten Zugang zur Wohnung hat. Im Fall von Leerstand ist es jedoch seine Sache, für einen bestimmungsgemäßen Wasseraustausch zu sorgen (z. B. durch Anweisung eines Hausmeisters, der spätestens alle 72 Stunden alle Entnahmestellen spült).
11.02.2016
Frage: Wenn in einem Haus das Wassernetz komplett entleert wird und nach einigen Monaten wieder in betrieb genommen werden soll, welche Maßnahmen sind dann zu treffen?
Wenn in einem Haus das Wassernetz komplett entleert wird und nach einigen Monaten wieder in betrieb genommen werden soll, welche Maßnahmen sind dann zu treffen?

Antwort: Die Maßnahmen bei und nach längeren Betriebsunterbrechungen werden in der Richtlinie beschrieben. Dieses FAQ dient nicht dazu, Ausschnitte aus der Richtlinie wiederzugeben. Wir bitten Sie daher höflich, in der Richtlinie nachzulesen.
13.11.2015
Frage: Eine Ultrafiltrationsanlage soll in eine Hausinstallation eingebaut werden. Was für eine Sicherungseinrichtung wird gefordert?
Eine Ultrafiltrationsanlage soll in eine Hausinstallation eingebaut werden. Was für eine Sicherungseinrichtung wird gefordert?

Antwort: VDI/DVGW 6023 verweist an dieser Stelle auf DIN EN 1717, in der diese Inhalte geregelt sind.
27.10.2015
Frage: Beim Rückbau nicht mehr benötigter Leitungen heisst es "bis unmittelbar an den Abzweig". Bedeutet dies das der Abzweig in der Leitung verbleiben kann und ich den Abgang mit einer Kappe, die ich...
Beim Rückbau nicht mehr benötigter Leitungen heisst es "bis unmittelbar an den Abzweig". Bedeutet dies das der Abzweig in der Leitung verbleiben kann und ich den Abgang mit einer Kappe, die ich unmittelbar (so dass ich noch pressen kann) verschließen kann?

Antwort: Aus Sicht der Trinkwasser-Installation ist die Leitung "weg", wenn sie abgetrennt in der Wand verbleibt. Es macht also aus Sicht der VDI/DVGW 6023 keinen Sinn, einen völligen Ausbau zu fordern. Wichtig ist aus dieser Sicht allein, dass wirklich unmittelbar am T-Stück getrennt und verschlossen wird und nicht etwa ein signifikantes Stück Leitung zur Stagnationszone gemacht wird. (Und - da Geiz geil ist, sei das auch erwähnt - das in der Wand verbliebene antike Rohr wird sich nicht dafür eignen, in ein paar Jahren, bei der nächsten Nutzungsänderung, wieder anzuschließen.)
30.09.2015
Frage: Die Richtlinie VDI/DVGW 6023 legt in Tabelle 1 die im Rahmen der Übergabe an den Betreiber zu untersuchenden Parameter fest. Dabei wird aber nicht explizit zwischen Warmwasser und Kaltwasser...
Die Richtlinie VDI/DVGW 6023 legt in Tabelle 1 die im Rahmen der Übergabe an den Betreiber zu untersuchenden Parameter fest. Dabei wird aber nicht explizit zwischen Warmwasser und Kaltwasser unterschieden. Sind also Probenahmen für Kaltwasser und Warmwasser parallel zu entnehmen?

Antwort: Bei dieser Kontrolle geht es nur um die Überprüfung, ob sauber gearbeitet wurde. Wenn Sie den Abschnitt 6.9.3 lesen, werden Sie lesen, dass die Probenahme *unmittelbar* nach Befüllung zu geschehen hat. Unmittelbar nach Befüllung hatte das System noch keine Zeit zu verkeimen. Es reicht also hier eine Probenahme im Kaltwasser.
20.08.2015
Frage: Müssen die Trinkwasserproben im Rahmen der Erstinspektion gem. VDI 6023 von einem akkreditierten Labor/Probenehmer gezogen werden? Oder genügt das VDI Zertifikat und die Analyse im akkreditieren...
Müssen die Trinkwasserproben im Rahmen der Erstinspektion gem. VDI 6023 von einem akkreditierten Labor/Probenehmer gezogen werden? Oder genügt das VDI Zertifikat und die Analyse im akkreditieren Labor?

Antwort: Die aktuelle VDI/DVGW 6023 (Ausgabe 04/2013) gibt im Abschnitt D7.1 auf Seite 50 dazu eine Antwort.
Die Regelung stammt aus der Trinkwasserverordnung. Proben, die nicht von einem akkreditierten Labor genommen und ausgewertet wurden, sind nicht justitiabel.
04.08.2015
Frage: Im April 2009 habe ich an einer Hygieneschulung Kategorie A teilgenommen, ist diese noch aktuell oder gibt es neue Richtlinien ?
Im April 2009 habe ich an einer Hygieneschulung Kategorie A teilgenommen, ist diese noch aktuell oder gibt es neue Richtlinien ?

Antwort: Die aktuelle Fassung der Richtlinie sehen Sie immer auf dieser Seite, direkt über diesem FAQ. Dem können Sie entnehmen, dass aktuell die Ausgabe April 2013 gilt. Es empfiehlt sich aber nicht nur deswegen eine Nachschulung, sondern auch, weil man sein Wissen ohnedies spätestens fünf Jahre nach der letzten Schulung einmal wieder auffrischen sollte. Die Schulungen unserer Schulungspartner finden Sie unter http://www.vdi.de/technik/fachthemen/bauen-und-gebaeudetechnik/fachbereiche/technische-gebaeudeausruestung/veranstaltungen/schulungen-nach-vdidvgw-6023-hygiene-in-trinkwasser-installationen-anforderungen-an-planung-ausfuehrung-betrieb-und-instandhaltung/.
09.06.2015
Frage: Berechtigen Hygienemängel an der Trinkwasser-Installation zur Rückabwicklung des Kaufvertrags?
Berechtigen Hygienemängel an der Trinkwasser-Installation zur Rückabwicklung des Kaufvertrags?

Antwort: Diese Frage ist juristischer Natur. Eine Rechtsberatung können wir auf diesem Weg nicht leisten. Grundsätzlich kann man feststellen:
VDI/DVGW 6023 legt fest, dass sich bei neuen Trinkwasser-Installationen die Aufnahme des bestimmungsgemäßen Betriebs unmittelbar an die Erstbefüllung anschließen muss. Bei Betriebsunterbrechungen sind ggf. die in der Richtlinie genannten Maßnahmen zu beachten. Werden diese Bedingungen eingehalten, sollten bei einer Trinkwasser-Installation nach den ankernannten Regeln der Technik (aRdT) zwischen Erstbefüllung und Verkauf/Übernahme keine Hygienemängel auftreten. Bei Bestandsbauten gilt sinngemäß dasselbe: Der bestimmungsgemäße Betrieb ist aufrecht zu erhalten, sodass keine Mängel auftreten sollten. Gegenüber dem Wasserversorger besteht ferner nach AVBWasserV die Pflicht, schädliche Rückwirkungen auf die Wasserversorgung zu vermeiden. Die AVBWasserV stellt in § 12 (2) fest, „Die Anlage darf nur unter Beachtung der Vorschriften dieser Verordnung und anderer gesetzlicher oder behördlicher Bestimmungen sowie nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, erweitert, geändert und unterhalten werden.“ Über den Verweis auf die aRdT gilt hier auch VDI/DVGW 6023 und damit die Pflicht, für kompletten Wasseraustausch spätestens alle 72 Stunden zu sorgen. Wenn die Anlage nun wg. Nichtnutzung bei den Stadtwerken abgemeldet wird, greift die AVBWasserV nicht mehr. Die Anlage kann dann in der Tat verkeimen. Als Eigentümer sollte man sich klarmachen, dass eine solche Verkeimung eine Wertminderung darstellt. Eine Verkeimung ist auf jeden Fall bei einer Neuanlage ein Mangel. Wenn es sich aber um eine „gebrauchte“ Anlage handelt, sind „Gebrauchspuren“ zu erwarten. Beim Kauf einer gebrauchten Sache mutet man üblicherweise dem Kaufinteressenten zu, dass er sich vor dem Kauf über den Zustand der Sache schlau macht, die er da kauft. Nun ist eine Verkeimung nicht immer offensichtlich, und die meisten privaten Kaufinteressenten werden aufgrund ihres Wissensstands nicht auf den Gedanken kommen, danach zu fragen. Es erscheint bislang ungeklärt, wer die Möglichkeit eines solchen Hygienemangels hätte erkennen müssen und ggf. dem Kaufinteressenten gegenüber eine Hinweispflicht hat. Fazit: Als Eigentümer sollte man im Sinne der Werterhaltung darauf achten, dass Maßnahmen gegen eine Verkeimung getroffen werden; das lässt sich z. B. durch ununterbrochenen bestimmungsgemäßen Betrieb leisten, alternativ durch sachgemäße Instandhaltung, z. B. durch einen Fachbetrieb. Als Kaufinteressent tut man gut daran, sich schriftlich versichern zu lassen, dass die Anlage in einem unmittelbar gebrauchstauglichen und betriebssicheren Zustand nach den aRdT ist und lässt diesen im Zweifel bei Übernahme durch eine fachkundige Inspektion überprüfen.
04.05.2015
Frage: Muss ein Installationbetrieb eine solche Prüfung nachweisen, also ist jeder Betrieb verpflichtet seine Mitarbeiter zu schulen, oder ist das eine freiwillige Entscheidung des Betriebs?
Muss ein Installationbetrieb eine solche Prüfung nachweisen, also ist jeder Betrieb verpflichtet seine Mitarbeiter zu schulen, oder ist das eine freiwillige Entscheidung des Betriebs?

Antwort: Die Schulung nach VDI/DVGW 6023 ist freiwillig. Zwingend hingegen ist es, dass die Mitarbeiter fortlaufend das aktuelle Fachwissen haben. Das u. a. basiert auf §242 BGB (Treu und Glauben), aus dem abzuleiten ist, dass ein Fachbetrieb entsprechend dem aktuellen Stand des Wissens zu handelt hat. Es bedeutet u. a., dass die Fachleute im Bereich Trinkwasser (z. B. die Mitarbeiter eines Installationsbetriebs) die AKTUELLEN anerkannten Regeln der Technik (wie eben VDI/DVGW 6023, die DVGW-Arbeitsblätter W 551, 553 und 557, die Normenreihen DIN 1988, DIN EN 806, DIN EN 1717, DIN EN 12502) kennen müssen. Dieses Wissen bekommen Teilnehmer an VDI-GBG-Partnerschulungen in einer durch den VDI qualitätsgesicherten Schulung geboten. Haben alle Mitarbeiter eines Betriebs aktuelle Schulungszertifikate, so wird dem Unternehmer im Klagefall in aller Regel nicht vorwerfbar sein, dass er ungeeignetes Personal eingesetzt habe.
19.04.2015
Frage: Ist die einamlige Teilnahme an der Wasserhygieneschulung, Kategorie A, ausreichend oder bedarf es einer Auffrischung nach einer gewissen Zeit, um als über Jahre qualifiziert zu gelten?
Ist die einamlige Teilnahme an der Wasserhygieneschulung, Kategorie A, ausreichend oder bedarf es einer Auffrischung nach einer gewissen Zeit, um als über Jahre qualifiziert zu gelten?

Antwort: Prinzipiell hat die Urkunde kein "Verfalldatum". Wir empfehlen mindestens eine Nachschulung nach Neuausgaben der Richtlinie. Letztendlich schulden Fachleute ihren Kunden immer einen aktuellen Wissensstand; wie sie ihr Wissen aktuell halten, bleibt dabei den Fachleuten selbst überlassen. Man muss also nicht zwingend eine VDI-Partnerschulung (oder überhaupt eine Schulung) besuchen. Ein aktuelles Zertifikat ist aber ein einfacher und vernünftiger Weg, Bemühungen um den aktuellen Wissensstand zu belegen.
16.04.2015
Frage: Die Existenz und die Bedeutung der VDI/DVGW 6023 scheinen noch nicht in allen einschlägigen Bereichen angemessen angekommen zu sein. Damit verbunden ist dann wohl noch ein erheblicher Bedarf an...
Die Existenz und die Bedeutung der VDI/DVGW 6023 scheinen noch nicht in allen einschlägigen Bereichen angemessen angekommen zu sein. Damit verbunden ist dann wohl noch ein erheblicher Bedarf an Aufklärung und anschließender Schulung, sowohl im Handwerk als auch in allen Bereichen der für Betrieb und Unterhalt verantwortlichen Personen in gewerblichen Bereichen. Macht es aus Sicht des VDI Sinn, sich hier noch zu engagieren oder gibt es bereits ein ausreichend großes Angebot an Schulungsberechtigten? Was wären hierfür genau die Voraussetzungen, derartige Schulungen anzubieten?

Antwort: Nach unserem Geschmack ist der Gedanke an und das Wissen um Trinkwasserhygiene erst dann angemessen angekommen, wenn jeder, der Trinkwasser-Installationen plant und errichtet, aber auch jeder, der eine Trinkwasser-Installation betreibt (Und das ist in unseren Breiten wirklich Jede(r)!) weiß, wie das RICHTIG geht. Insofern Zustimmung. Aber die VDI/DVGW 6023 hat sich als anerkannte Regel der Technik trotzdem sehr gut etabliert; die Zahlen von durch VDI-Partnerschulungen Geschulten spricht eine deutliche Sprache. Nach dem eingangs Gesagten freuen wir uns aber trotzdem über neue Schulungspartner, da wir nur bei Schulungen unserer Schulungspartner sicher sind, dass das Gedankengut der VDI/DVGW 6023 in guter Qualität und angemessener Tiefe vermittelt wird. Die Voraussetzungen sind schnell umrissen: Schulungspartner schließen einen Vertrag mit der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik ab, in dem sie sich auf bestimmte Grundvoraussetzungen verpflichten, die die Qualifikation der eingesetzten Referenten, Inhalt und Qualität der ausgegebenen Schulungsunterlagen und das Einverständnis mit Kontrollbesuchen durch Vertreter der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik beinhalten. Im Gegenzug listet der VDI die angebotenen Schulungstermine auf seinen Webseiten auf und gestattet dem Schulungspartner die Ausstellung von VDI-Zertifikaten an Schulungsteilnehmer, die eine hinreichende Eingangsqualifikation aufweisen und die zur Schulung gehörende Prüfung bestanden haben.
01.04.2015
Frage: Was bedeutet es, wenn ein Installateur eine "Hygieneschulung A" besucht hat?
Was bedeutet es, wenn ein Installateur eine "Hygieneschulung A" besucht hat?

Antwort: Die Hygieneschulung der Kategorie A ist die höherwertige der beiden Schulungen nach VDI/DVGW 6023 und ist für planend und errichtend tätige Fachleute gedacht. Die Schulung dauert zwei Tage und hat schon einigen Tiefgang. Sie geht deutlich über die knappen, eintägigen Schulungen mancher Schulungsträger hinaus. Bei VDI-Partnerschulungen werden nicht nur die Inhalte vermittelt, sondern durch die Schulungspartner auch die Eingangsvoraussetzungen der Teilnehmer geprüft. Wer solch eine Schulung bei einem VDI-Schulungspartner erfolgreich absolviert hat, kann das durch ein entsprechendes Zertifikat nachweisen, das das blaue Quadrat des VDI beinhaltet. Das Zertifikat ist zu unterscheiden von einer bloßen Teilnahmebeschieinigung, die jeder erhält, der den Tag "absitzt". Wer so ein Zertifikat hat, der musste dafür seinem Schulungsträger nachweisen, dass er eine einschlägige Berufsausbildung hat und nicht "mal eben" durch einen Lehrgang von einem fremden Handwerk auf Hygiene-Experte umgeschult hat. Andere Urkunden für Schulungen "nach VDI/DVGW 6023" oder "in Anlehnung an ..." haben möglicherweise nicht diese Qualitätssicherung im Hintergrund.
12.01.2015
Frage: Sind die Zertifikate für die VDI 6023 an die geschulte Person gebunden, oder gibt es auch Zertifikate z.B. für Firmen, die dann für alle Mitarbeiter Gültigkeit haben?
Sind die Zertifikate für die VDI 6023 an die geschulte Person gebunden, oder gibt es auch Zertifikate z.B. für Firmen, die dann für alle Mitarbeiter Gültigkeit haben?

Antwort: Schulen können wir nur Personen, nicht Firmen. Die Erteilung eines Zertifikats ist zudem an die persönliche Befähigung (Berufsabschluss und -erfahrung) gebunden. Entsprechend sind die Zertifiakte personenbezogen.
10.12.2014

Im Interview erläutert Rechtsanwalt Hartmut Hardt die Zusammenhänge zwischen Verkehrssicherungspflicht und Trinkwasserhygiene. Er verdeutlicht die Verantwortungsbereiche der Beteiligten, d. h. Betreiber, Nutzer und Wasserversorger. Hr. Hardt ist Mitglied im Richtlinienausschuss VDI/DVGW 6023.